Lauf der Dinge

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Hrathen von Llynongardt

Lauf der Dinge

Beitrag von Hrathen von Llynongardt »

Nachdenklich ruhte sein Blick auf den beiden Pergamenten, die vor ihm lagen. Das eine Schreiben von einem alten Freund, das andere von einer aufmerksamen Beobachterin. Die erste nützliche und brauchbare Information seit Wochen.

Die Neuigkeiten gingen mit einer gewissen innerlichen Aufregung einher, der er sich nicht verschließen konnte. Eine solche Veränderung wirkte sich nicht nur auf das alumenische Reich aus. Also galt es sich, wohl oder übel den Kopf zu zerbrechen, wie weiter vorzugehen war. Aus persönlicher Sicht konnte er der Ankunft des Hofstaates einiges abgewinnen. Eines davon war die Ankunft der beiden jungen Männer. Der eine, der den Hofstaat hergeführt hatte, der andere, der in seinem Schatten verweilte. Überzeugt davon, dass der alte Freund die Geschicke bestimmt zum Vorteil zu lenken wusste, versprach es noch interessant zu werden.

Allerdings war darüber hinaus davon auszugehen, dass es andere Vorhaben just in den Hintergrund rückte, oder aber man die Tatsache einer nahenden Krönung für die eigene Sache zu nutzen verstand. Er war, gelinde gesagt, gespannt.

Etwas träge griff er nach einem Stück sauberen Pergaments und setzte einige Zeilen darauf, um danach den Boten auf den Weg zu schicken, zurück an die Beobachterin. Es konnte nicht schaden weiterhin einen Blick darauf zu behalten und da diese schon damit begonnen hatte, sollte sie es auch fortführen. Das war nur recht und billig.


Gegeben am 19. Lenzing im Jahre 256

Unter der schützenden Pranke des Allmächtigen entbiete ich Euch meine Grüße.

Da Ihr bereits die ersten Informationen nutzbringend angebracht habt, erhaltet Ihr von mir folgende Aufgabe dazu:

Behaltet die Lage im Osten weiterhin im Auge. Sobald bekannt ist, wann die Krönung stattfinden wird, wünsche ich unterrichtet zu werden. Jedwede Auffälligkeiten sind von Interesse. Ich will davon ausgehen, dass ich nicht näher schildern muss, welcherlei gemeint sind.

Es werden zeitnahe Berichte erwartet über die kleinste Kleinigkeit. Seht diese Aufgabe als eine an, die im persönlichen Interesse seiner Heiligkeit steht. Ein Versagen wird folglich nicht geduldet. Nutzt für eine erfolgreiche Umsetzung, was auch immer Ihr dafür als nötig empfindet.


Hrathen von Llynongardt
Ahad des All-Einen
stellvertretend für den Alka, Faolan Tianarch


[img]http://darkrain1.da.funpic.de/siegel_hrathan2.png[/img]

Als der Bote bereits den Weg auf sich genommen hatte, lehnte er sich bequem zurück und gönnte sich zur Feier des Tages einen Schluck vom Wein.
Faehe

Beitrag von Faehe »

Eine ganze Weile lagen die hellblauen Augen der Frau auf dem Schreiben. Immer mal wieder wurde es gedreht, gewendet, gelesen, zusammen gefaltet, auseinander gefaltet, wieder gelesen und schlussendlich landete es in einem dicken, staubigen Buch. Es dauerte einige Stunden, Stunden, die sie damit verbrachte, auf das Buch zu starren. Stunden, in welchen sie immer wieder die Feder ergriff, um sie dann wieder in den Tintentopf zu stecken. Ihr Leib ließ sich nach hinten fallen und die Hände rauften sich durch die Haare. Ein nichtssagender Blick galt der Zimmerdecke und so führte sie einen Monolog mit sich selbst, bevor endlich geschrieben wird.

Des All-Einen Segen, Erhabener Ahad von Llynongardt.
Mit diesem Schreiben teile ich Euch zu meinen mit, dass ich das Eure erhalten habe und zum anderen, dass an jenem weitere Informationen folgen, die ich bereits einholte, bevor ich Eure Befehle erhielt. Zusätzlich sollte angemerkt sein, dass ich mich nicht mit fremden Ruhm schmücken möchte und somit verkünde, dass auch Florentine Demarkes mit beteiligt ist, an all meinen Schritten, die ich in Adoran gehe, so auch Dazen Wolfseiche.

Desweiteren will ich Euch hiermit mitteilen, dass diverse Besuche in Adoran eine Bekanntschaft mit Severin Ethered ergeben haben. So jener noch gewünscht ist oder Informationen von jener Seele, wäre es mir möglich, diese zu beschaffen.

Es liegt im übrigen keinesfalls in meiner Absicht, Euch in irgendeiner Art und Weise zu enttäuschen, so seid Euch gewiss, dass die Berichte folgen werden. Manchmal täglich, manchmal auch mit einem etwas größeren Abstand, doch werdet Ihr nie all zu lange warten müssen.

Anbei nun einen Bericht, bezüglich der Ankunft des Kronprinzen und baldigen Königs.


  • Ankunft des Kronprinzen am 18. Lenzing 256, zur 21. Stunde

    Ador Segenus Corbidian Victor von Hohenfels kam in Adoran zur 21. Stunde am Hafen an. Er hatte diverse Begleiter an seiner Seite. Das Regiment, so wie Mariella von Dornwald warteten bereits in perfektionierter Formation. Das adoranische Volk, geschätzte 100 Seelen, versammelte sich zusätzlich am Hafen. Unter diesen Seelen befand sich wohl auch der Rabendiener Azyr, was jedoch nicht wirklich von Relevanz ist.

    Zusätzlich muss man anmerken, dass es auch zu einer Auseinandersetzung kam, bei welcher Cedric Mervis zu Boden ging, weshalb das so war, konnte ich leider nicht feststellen, da meine Aufmerksamkeit auf den fremden Geschöpfen lag, die fast im selben Moment an Mariella von Dornwald heran traten.

    Nach und nach begannen sich jene vorzustellen und der zukünftige König begann eine Rede, die das Volk jubeln ließ. Er verkündete, dass nun neues Blut im Reiche herrscht und eine neue Ära beginnt, in welcher sich die Zeiten bessern werden. Es ist sein Wille, das alumenische Reich weitere Schritte voran zu bringen und die Ketzer, die Pantheranhänger, fern zu halten, sie zu bezwingen.
    Das Volk jubelte, schrie, die übliche Euphorie, welche bei solch Reden immer entsteht. Der Kronprinz wirkte zuversichtlich und erfreut über die Tatsache seines baldigen, neuen Amtes. Die Krönung wurde bei diesem Schauspiel allerdings noch nicht bekannt gegeben.

    Danach führte Mariella von Dornwald den Prinzen, samt Anhang und Regiment, durch die Stadt und zeigte ihm alles. Theoretisch wäre dies ein Spaziergang gewesen, an welchem das ganze Volk hätte teilnehmen können, jedoch bevorzugten die Seelen es lieber in die Stadtstube zu gehen und das Freibier zu nutzen, was zur Feier des Tages geboten wurde. So waren es nur noch Florentine und ich, welche hinter dem Regiment und den Adligen herliefen, was auf Dauer doch recht auffällig wirkte. Wir brachen daher die Beschattung ab.
    Jedoch bezweifel ich, dass bei der Präsentierung Adorans irgendwelche wichtigen Informationen gefallen sind, die eventuellen Zweck erfüllt hätten.

    Die Adligen, die von Bord gingen:

    Ador Segenus Corbidian Victor von Hohenfels: Blondes, kurzes Haar, helle Haut, ungefähr 180 Fingerbreiten hoch, trainiert und vermutlich noch nicht über 25 Sommer hinaus.

    Theobold vom Eirensee: Graues, kurzes Haar, die vierzig Jahre mit Sicherheit überschritten, kräftiger Körperbau, helle Haut.

    Herzog Andurion III von Nharam: Langes, graues Haar, die vierzig Jahre ebenfalls schon eine Weile überschritten, eine Hand größer als Prinz Ador, vermutlich 185 Fingerbreiten, athletischer Körperbau.

    Isidor von Hohenfels: Zwanzig Jahre mit Sicherheit erreicht, ungefähr 180 Zentimeter groß, dunkelblondes, langes Haar, trainierter Körperbau, auffälliger Schnauzbart.

    Die nächsten Pergamente werden Skizzen sein, welche die Frau anfertigte. Detailgetreu sind sie allerdings nicht. Eher grobe Zeichnungen, die eventuellen Nutzen versprechen könnten.
Und es wird mehr folgen.
Mit den höchsten Respekt.

A.
Zuletzt geändert von Faehe am Dienstag 19. März 2013, 22:04, insgesamt 2-mal geändert.
Alin

Beitrag von Alin »

Zwar wird der Ahad eine ganze Weile auf ein weiteres Schreiben warten müssen, doch werden es wiedermal mehrere Pergamente sein, welche von einem schlichten Band umschlungen wurden, abgegeben an seiner Tür.
  • Des All-Einen Segen, Erhabener.
    Am gestrigen Abend fand die Krönung in Adoran statt, folgende Zeilen werden mein Bericht dazu sein. Vorerst möchte ich allerdings anmerken, dass es wohl weniger spektakulär war, als man erwarten hätte können. Es gab nur eine Sache, die eventuell auch Euer Interesse finden wird - so wie das meine.

    Ab der 19. Stunde fand sich das Volk Adorans und auch Gesichter der anderen, ketzerischen Völker, in der Kirche ein. Nach und nach füllten sich die Reihen. Durch die Abwesenheit der Menekaner war es Florentine Demarkes und mir auch möglich, recht nahe am Geschehen zu weilen. Drei Reihen saßen wir vom König entfernt, welcher, unpünktlich, zehn Minuten nach der Zeit, die ketzerischen Hallen betrat. Das Volk stand auf und die Priesterin, welche sich bedauerlicherweise nicht mit Namen vorstellte, begann recht schnell damit, die Worte an die Seelen zu richten. Ihre Robe ließ darauf schließen, dass es die Hohepriesterin selbst war. Sie berichtet von großen Ereignissen, von den Tugenden und eben davon, wie wunderbar die Welt aussehen wird, sobald jener Abend vollbracht war. Abschließend segnete sie die Reihen, im Namen der All-Mutter. Ihre genauen Worte habe ich zwar im Kopf, erspare mir allerdings das Berichten dieser ketzerischen Worte.

    Die hohen Herrschaften, welche sich bei der Ankunft des Königs einfanden, fanden sich auch an jenem Abend wieder ein. Jedoch bekam man von ihnen wenig zu Gesicht, weil sie dem Volke recht deutlich präsentierten, wo ihr Platz ist. Sie nahmen in den oberen Reihen Platz, in der zweiten Etage der Kapelle.

    Ador von Alumenas, wie er nun heißt, nahm seine Krone entgegen und prophezeite eine Wendung aller Blätter. Die Ausrottung des alatarischen Reiches, die Besiegung der Schande, die man bei Varuna erlitt - all das würde sich nun ändern. Die üblichen Worte eben, die das Volk hören wollte.

    "Das Schwert wird die Flanken des Panthers, mit dem Schild was Unheil vom Reich ferngehalten. Durch den Glauben an Temora, an den König und ans gestärkte Reich, werden die Feinde erzittern und an den Bollwerken zerbrechen und ein neues Zeitalter bricht an!

    Die Bündnisse sollen erneuert werden, um den Panther die geballte Kraft der Lichteinigkeit entgegen zu setzen."


    Am interessantesten war vermutlich die Reaktion des Bruders Isidor von Hohenfels. Zum einen wirkte er bei der Krönung bereits recht negativ gestimmt und auch den restlichen Abend war keiner, an welchem man Freude in seinem Gesicht erkannte. Ich würde es fast schon Missgunst nennen. Ich habe nur ein kurzes Gespräch zwischen ihm und dem neuen König aufschnappen können. In jenem bedankte sich der König bei ihm, dass er an jenem Abend bei ihm sei. Isidor von Hohenfels kommentierte dies nur mit einem nüchternen 'Natürlich, Euer Majestät, natürlich...'
    Potenzial, vielleicht, eine Schwachstelle, die man nutzen könnte und die dem König selbst wohl mehr treffen würde, als ein Schnitt mit der Waffe, die Bekehrung seines Bruders.

    Weitere Termine und dergleichen wurden an jenem Abend noch nicht bekannt gegeben. Das ketzerische Volke verfiel dann, wie nach jeder ereignisreichen Geschichte, dem Tanz und dem Alkohol. Und doch seid Euch gewiss, sollte erneut etwas folgen, was von Interesse ist, werdet Ihr es mitunter als erster erfahren.

    Mit allem Respekt, Erhabener.
    A.


    Achja: Der König wohnt, bis der Palast fertig gestellt ist, in der alten Residenz des Herzoges.
Auf der nächsten Seite Pergament wird eine Skizzierung der Hohepriesterin selbst sein.
Zuletzt geändert von Alin am Dienstag 26. März 2013, 02:09, insgesamt 2-mal geändert.
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