[Q] Harte Tatsachen...

Der Erzähler

[Q] Harte Tatsachen...

Beitrag von Der Erzähler »

Vor ein paar Wochen…

Als Parun wieder an Bord war und die Seeluft schnupperte, ließ es dann doch langsam nach und sorgte für ein erleichtertes Aufatmen. Doch das Grinsen war schon eine geraume Zeit zuvor entstanden und Berwin, der ihm mit dem höchst zufriedenen, verträumten Ausdruck eines frischverliebten Mondkalbs entgegenglotzte, spiegelte seine Euphorie sowie Entspannung nur zu deutlich.
„Lass mich raten,“ begann Parun und strich sich das halblange, dunkle Haar aus dem Gesicht, „Auch auf K’awi hast du hübsche Mädchen gefunden, hm?“
Berwin strahlte noch mehr und nickt langsam, jetzt war er es, dessen Brust ein Seufzer verließ.
„Und wie! Schöne Mädchen und…“, der Blick in Richtung Parun wurde feixend, „gutaussehende Männer, was?“
Doch der dunkelhaarige Südländer ließ sich nicht necken und zuckte mit den Schultern.
„Du meinst, abgesehen von uns? Ja, der Ein oder Andere sah schon nicht übel aus.“
Sein blonder Mitreisender lachte kurz auf und vergrub das Gesicht dann wieder in den Armen, als wolle er noch ein klein wenig schlummern, ächzte dann aber eher unzufrieden auf.
„Und jetzt wieder zurück in die Winterkälte…“, jammerte er halb in den Stoff seiner Hemdsärmel hinein. Auch Paruns Miene verfinsterte sich jetzt zunehmend.
„Hm, daran wollte ich nicht gleich denken. Je weiter wir auf Meer fahren, umso weniger K’awi Sommer ist da und mit La Cabeza ist es auch nicht zu vergleichen.“
Berwins sehnsüchtiges Jammern unterbrach seine weiteren Gedanken.
„Uuuh, La Cabeza. Die Mädchen bei Minfays und diese süße Pir… Matrosin mit den schönen, großen… Augen. Da schmiegt man sich gerne an. Ach, können wir nicht einfach im nächsten Hafen kehrt machen und zurück nach La Cabeza? Komm schon, eine Ausnahme…“ Doch Parun schüttelte bereits emsig den Kopf und hob abwehrend die Hände etwas an.
„Nein, keine Ausnahmen. Das war die oberste Prämisse, denn du weißt, was auf dem Spiel steht. Abgesehen davon ist La Cabeza dann doppelt ungünstig. Die Schmuggler und Ganoven dort hätten früher oder später versucht Hand an die Ware zu legen. Apropos… viel haben wir davon auch nicht mehr, oder? Müssten auch Nachschub für uns holen.“
Berwin wurde etwas blasser um die Nase und sah sich hastig mit weitem Blick um. Paruns Augen hingegen wurden schmaler und feindselig.
„Sag nicht, du hast den Rücksack letzte Nacht im Gebüsch liegen gelassen! Ich wusste es war eine dumme Idee ihn dir anzuvertrauen, wenn du drei Weiber im Schlepptau hast.“ Doch Berwin atmete hörbar und erleichtert auf, griff unter den Tisch und hob einen einfachen Lederrucksack an, zurrte an den Schnallen und lugte hinein.
„Hm, dachte es wären mehr aber kann sein, dass ich gestern nicht mehr richtig gezählt habe nach diesem Kululu-Zeug.“
„Kukul.“, merkte Parun noch recht verstimmt und eher eisig an, erntete aber nur ein Schulterzucken.
„Möglich. Wie dem auch sei, es sind nicht mehr viele, ja.“
„Dann hast du deine Antwort erneut. Es geht jetzt erst einmal ans Festland und von dort aus ganz in den Süden. Deck dich mit Sonnenhüten und Aloemilch für deine empfindliche Nordländerhaut ein. Und wo wir schon dabei sind, vielleicht gönnst du deinem kleinen Freund da unten mal ein bisschen Ruhe, bis wir Nachschub haben.“
Berwin starrte ihn an, sah aber das erheiterte Funkeln in den olivgrünen Augen des Freundes und dann mussten beide so ausgelassen lachen, wie es nur sehr zufriedene Menschen vollbringen.


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[OOC: Liebe Spieler, hier handelt es sich um eine kleine Miniquest, bei der grundlegend jeder mitmachen kann. Besonders angesprochen sind auch Holzarbeiter und Bauern. Wenn euch etwas seltsam vorkommt oder ihr dabei etwas Spezielles machen wollt, einfach ein rasches Ticket ans Questteam oder ein Posting hier und wir werden reagieren. Viel Spaß!]
Zuletzt geändert von Der Erzähler am Montag 24. Februar 2025, 16:00, insgesamt 1-mal geändert.
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Eske Finneken
Beiträge: 118
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Beitrag von Eske Finneken »

Solch ein schöner Tag, wie im Grunde alle Tage. Natur pur, Wetterlage ausgezeichnet, eine schwache Brise vom Meer her, die das Wedeln mit dem Dreispitz ersparte, gepaart mit ausgesprochen guter Laune.
So versah sie ihren Wachdienst. Innerhalb der Stadt alles in Ordnung, wie es sein sollte und auch ungeliebten Schriftkram in Form von Berichten überflüssig machte.
Auch am Strand war alles in bester Ordnung, auf den Wellen tanzten schmale Schaumkrönchen.
Alles ruhig an der Brücke, kleines Schwätzchen mit den Zweiten, die dort standen.
Rückweg. Sie schritt durch das Dickicht,, sah hierhin, blickte dorthin und urplötzlich gab es ein quatschiges Geräusch unter ihrem Fuß und schon im gleichen Augenblick rutschte dieser schräg nach hinten, sie geriet ins Straucheln, ruderte mit den Armen in der Luft, das Gleichgewicht zu halten versuchend, dann auf der Suche nach Halt an einem armdicken Stamm, der Griff ins Leere und mit einem deftigen Fluch auf den Lippen plumpste sie bäuchlings ins Gestrüpp.
Mühsam kämpfte sie sich auf die Füße, besah sich den Zufallbringer. Eindeutig Krötenlaich!
Mit weiteren Flüchen klopfte sie sich Sand und Blätter von der K'awi farbenen Uniform und stapfte Richtung Stadttor.

Was sie nicht bemerkt hatte: dass sie mit der Nase fast ein Dingelchen berührt hatte.
Das Dingelchen hatte aber vermutlich auch die aufgebrachte Plumpserin nicht wahrgenommen.
Leoras Sturmwald
Beiträge: 43
Registriert: Donnerstag 26. September 2024, 01:12

Beitrag von Leoras Sturmwald »

Das Geheimnis der unbekannten Pflanze

Es begann mit einem Gerücht, das Leoras an diesem Tag zu Ohren gekommen war. Irgendwo auf Kawi soll eine Pflanze wachsen, die niemand kennt, von der niemand weiß, ob sie nützlich oder gefährlich ist. Neugierig erzählte er Kael davon, einem befreundeten Bauern.

„Wollen wir sie suchen gehen?“ fragte Leoras eifrig.

Kael zögerte kurz. „Und das soll hier sein?“

Leoras nickte begeistert. Kael schien zwar skeptisch, ließ sich aber überreden, schließlich hatte er selbst ein gutes Gespür für Pflanzen und wollte wissen, was es mit dem Gewächs auf sich hatte.

Nachdem sie ihre täglichen Pflichten erledigt hatten, Kael kümmerte sich noch um die Felder, während Leoras eine andere Aufgabe beendete, machten sie sich gemeinsam auf den Weg. Ohne Pferde oder besondere Ausrüstung, nur mit ihrer Neugier, folgten sie den vagen Hinweisen, die Leoras gehört hatte.

Sie durchstreiften die Gegend, bis Leoras plötzlich aufgeregt rief: „Kael! Ich hab sie!“

Kael trat näher und betrachtete das ungewöhnliche Gewächs. „Das soll eine Pflanze sein?“

Sie war anders als alles, was sie kannten. Ihr Stängel wirkte fast wie verdrehtes Holz, und ein einzelnes, gewundenes Blütenblatt umgab einen dunklen Stempel. Sie war auffällig, aber nicht grell, eher so, als wolle sie sich tarnen, aber dennoch nicht übersehen werden.

„Hast du so etwas schon mal gesehen?“ fragte Leoras.

Kael schüttelte den Kopf. „Noch nie. Und ich kenne viele Pflanzen.“

Natürlich wollten sie testen, ob man sie ernten konnte. Leoras griff nach seinem Messer und setzte vorsichtig an. Doch als die Klinge die Pflanze berührte, schien nichts zu passieren. Der Schnitt drang nicht ein.

Verblüfft probierte Kael es mit seiner Sichel, ebenfalls ohne Erfolg.

„Das ist doch nicht normal“, murmelte er.

Leoras versuchte es mit einem anderen Messer, aber auch das zeigte keine Wirkung. „Vielleicht ausgraben?“

Doch auch der Boden gab die Pflanze nicht preis. Mit der bloßen Hand ließ sie sich nicht lockern, und als Leoras eine Schaufel nahm und in die Erde stach, schien es, als sei die Wurzel tiefer und fester verankert, als es den Anschein hatte.

„Mistgabel vielleicht?“ Kael versuchte es, doch auch dieses Werkzeug scheiterte.

„Ich hab nur ein Schlachterbeil und ein Gerbermesser mit“, sagte er schließlich, aber selbst diese scharfen Werkzeuge konnten der Pflanze nichts anhaben.

„Als wäre sie aus Stein“, murmelte Leoras, fasziniert.

Kael lachte. „Vielleicht ist sie fleischfressend und beißt zurück?“

„Ich hoffe nicht.“ Leoras zog ein Stück Dörrfleisch aus seiner Tasche und hielt es vorsichtig an die Pflanze, doch sie rührte sich nicht.

Sie rätselten weiter. Brauchte sie vielleicht bestimmte Nährstoffe? Zum Spaß streute Leoras ein wenig Mist um die Pflanze, den Kael ihm zuvor mitgebracht hatte.

„Vielleicht sollten wir Balduin fragen“, schlug Kael vor.

Leoras nickte. Balduin war ein erfahrener Heiler und kannte sich mit Pflanzen aus. Vielleicht wusste er, worum es sich hier handelte.

Gerade als sie sich zum Gehen wenden wollten, fiel Kael etwas auf. „Da drüben, noch eine!“

Tatsächlich entdeckten sie mehrere dieser Pflanzen, die scheinbar alle in der Nähe eines feuchten, sumpfigen Gebiets wuchsen.

„Das ist keine einzelne Pflanze, sondern eine ganze Gruppe“, stellte Leoras fest.

„Dann ist es sicher eine Sumpfpflanze“, mutmaßte Kael.

„Vielleicht weiß auch Varek etwas darüber.“

Varek war ein erfahrener Bauer und hatte im Gegensatz zu Kael, der auf einem Gestüt aufgewachsen war, mit unterschiedlichsten Pflanzen zu tun gehabt. Vielleicht hatte er eine Ahnung, was sie hier entdeckt hatten.

Die Sonne begann bereits zu sinken, und die feuchte Luft der Sümpfe wurde drückender. Grillen zirpten, und aus der Ferne erklang das tiefe Rufen eines Vogels, den Leoras nicht erkannte.

„Wir sollten morgen bei Tageslicht zurückkommen“, meinte Kael.

Leoras nickte. „Ja, dann können wir mehr erkennen und vielleicht herausfinden, was es mit dieser Pflanze auf sich hat.“

Mit diesem Entschluss trennten sich ihre Wege. Beide hatten das Gefühl, etwas Seltsames gefunden zu haben, doch ob es nützlich, gefährlich oder einfach nur selten war, das würde sich erst noch zeigen.
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Ignaz Nefario Milan
Beiträge: 659
Registriert: Montag 15. Februar 2016, 20:07

Beitrag von Ignaz Nefario Milan »

Es ist schon eigenartig. Erst war ihm diese Pflanze gar nicht aufgefallen.
Seine morgendlichen Streifzüge als Katze über die Insel hatten aber auch
andere Ziele und richteten sich mehr nach den Bewohnern und Besuchern
dieser Insel aus.

Erst beim spätabendlichen Spaziergang im Schein der bereits verschwundenen
Sonne und den fantastischen Lichtschauspielen des Meeres fielen ihm diese
wunderschönen Blumen auf.

Immer wieder fand man auf K'awi etwas, das es wert war dafür zu pausieren
und es zu betrachten. Eigentlich hätte er eher erhofft Anzeichen für das
gesuchte Schiff zu finden, welches mit Getares und dem Mord an der Stimme
der Insel in Verbindung steht.

Aber diese neue Pflanze war ebenso faszinierend. War es eine neue Gabe
K'awis oder auch nur ein Flüchtling wie alle anderen? In den wärmer
werdenden Tagen könnten sie auch Vögel vom Festland mitgebracht haben.

Doch auch in gedüngter Samenform hätte das letztes Jahr geschehen und
mittlerweile jemandem auffallen müssen. Es könnte natürlich auch ein
gewiefter Schachzug der Dämonenanbeter und Seelendiebe sein um diese
Insel zu verderben.

Ganz gleich was der Grund dafür ist warum diese Pflanze nun hier ist, sie
sollte untersucht werden. Und wer weiß? Vielleicht findet sich ja sogar ein
schöner Verwendungszweck in der Alchemie oder Artefaktmanufaktur für sie.

Bewaffnet mit einem großen Eimer, einem Spaten und einem improvisierten
Fähnchen machte er sich daran eine der Blumen umtopfen zu wollen und den
Ursprungsort dieser Pflanze zu markieren.

Immerhin waren sie hier auf K'awi und auch Pflanzen hatten hier das Recht
unbeschadet zu gedeihen. Und nach der Analyse wird man sie gewiss wieder
an ihren alten Standort einpflanzen können.
Zuletzt geändert von Ignaz Nefario Milan am Mittwoch 26. Februar 2025, 16:33, insgesamt 1-mal geändert.
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Leoras Sturmwald
Beiträge: 43
Registriert: Donnerstag 26. September 2024, 01:12

Beitrag von Leoras Sturmwald »

Als die Dämmerung hereinbrach und der Himmel sich in warme Orangetöne tauchte, erzählte Leoras Varek von seiner ungewöhnlichen Entdeckung. Die Pflanze, die er gefunden hatte, ließ ihm keine Ruhe, ihre Form, ihre Beschaffenheit, all das erschien ihm zu ungewöhnlich, um sie einfach zu ignorieren. Varek lauschte aufmerksam und zögerte nicht lange. Noch am selben Abend machten sie sich gemeinsam auf den Weg, um die Pflanze mit eigenen Augen zu sehen.

Die Luft war warm und feucht, als sie die Südküste erreichten, wo Leoras sie zuerst entdeckt hatte. Zwischen sumpfigen Stellen und weichen Erdflächen wuchsen genau acht dieser Pflanzen. Sie sahen eigenartig aus, in der Mitte ragte ein dicker, leicht angerauter Stängel empor, fast als wäre er von einer feinen, rauen Schicht überzogen. Er erinnerte an eine Blüte, doch zeigte er keine typischen Blütenblätter. Stattdessen umschloss ein einziges, großes Blatt den Stängel fast vollständig, als wollte es ihn beschützen. Die Pflanze wirkte gleichzeitig fremdartig und doch harmonisch in die Umgebung eingefügt, als wäre sie ein natürliches Geheimnis, das nur darauf wartete, gelüftet zu werden.

Doch das allein genügte ihnen nicht, sie wollten wissen, ob es noch mehr dieser Gewächse gab. Also folgten sie der Küstenlinie, ihre Blicke aufmerksam auf den Boden gerichtet.

Ihr Weg führte sie weiter entlang der Küste, bis sie schließlich an der Ostseite von K’awi weitere zehn Exemplare fanden. Die Pflanzen schienen sich nur an bestimmten Stellen wohlzufühlen, immer dort, wo der Boden feuchter und lockerer war. Doch als sie versuchten, eine Probe zu nehmen, wurden sie überrascht: Varek zog sein Messer und setzte es vorsichtig an den Stängel an, doch die Klinge glitt einfach daran ab, als bestünde die Pflanze aus etwas Härterem als gewöhnlichem Pflanzengewebe. Auch Leoras' Versuche, ein Blatt oder eine Wurzel zu lösen, blieben erfolglos.

Während sie weiter nach möglichen weiteren Exemplaren suchten, unterhielten sie sich darüber, was sie wohl entdeckt hatten. Die ungewöhnliche Form der Pflanze, ihr rätselhafter Stängel, sie versuchten, sich zu erinnern, ob sie etwas Ähnliches schon einmal gesehen oder in alten Aufzeichnungen gelesen hatten. Doch ihre Suche nach weiteren Gewächsen blieb erfolglos.

Schließlich fassten sie einen neuen Plan: Am nächsten Tag wollten sie zurückkehren, aber an einen anderen Ort. Leoras erinnerte sich an eine Stelle im Osten der Insel, wo der Boden weicher war. Vielleicht würde es dort gelingen, eine der Pflanzen mitsamt ihrer Wurzeln auszugraben, ohne sie zu beschädigen.


Am nächstem Nachmittag, als die Sonne bereits tief am Himmel stand und ein warmes Licht über die Landschaft warf, machten sich Leoras und Varek auf den Weg in den Osten der Insel. Sie wollten versuchen, eine der rätselhaften Pflanzen mitsamt ihrer Wurzeln aus dem Boden zu holen, an einer Stelle, wo der Boden weicher war und nicht so hart wie zuvor.

Nach einiger Zeit entdeckten sie eine Pflanze, die etwas abseits in einer Senke wuchs. Die Erde hier war dunkler und feuchter, umgeben von Moos und kleinen Steinen. Leoras kniete sich nieder und strich mit den Fingern über die Blätter.

„Hier versuche ich es“, sagte er leise, zog einen kleinen Grabspatel aus seiner Tasche und begann vorsichtig, die Erde um die Pflanze herum zu lockern.

Varek hockte sich neben ihn und beobachtete ihn aufmerksam. „Pass auf die Wurzeln auf“, erinnerte er sanft.

Leoras nickte, grub weiter und schob das lose Erdreich immer wieder mit den Fingern beiseite. Die Pflanze schien tief verwurzelt zu sein, doch er ließ sich Zeit. Zentimeter für Zentimeter legte er die feinen, verzweigten Wurzeln frei. Sie wirkten robust, waren aber gleichzeitig ungewöhnlich elastisch, als wollten sie sich an der Erde festhalten.

„Fast geschafft“, murmelte er, während er die letzten Erdklumpen sanft entfernte.

Dann nahm er ein mitgebrachtes Leinensäckchen zur Hand, schüttelte es leicht aus und legte es bereit. Mit beiden Händen umfasste er die Pflanze vorsichtig, hob sie langsam aus dem Boden und schüttelte nur ein wenig die überschüssige Erde ab, damit die Wurzeln nicht zu sehr austrockneten. Behutsam bettete er sie in den Beutel und zog die Kordel vorsichtig zusammen.

Er hob den Blick zu Varek, ein zufriedenes Lächeln auf den Lippen. „Das sollte es gewesen sein.“

Varek erwiderte sein Lächeln. „Gut gemacht. Jetzt bringen wir sie nach Hause, und finden heraus, was wir da eigentlich ausgegraben haben.“
Der Erzähler

Beitrag von Der Erzähler »

Wochen waren es her, dass einzelne Hölzchen auf den beiden warmen Inseln verloren gingen und genau dort hatten sie hier und da Wurzeln fassen können. So sprossen nun die ersten, durchaus imposanten Pflanzen in voller Größe und strotzten nur so vor prallem... Leben.
Den auffälligsten Part übernahm dabei zweifelsohne der Schaft im Zentrum des Gewächses mit seinen biegsamen, sehnenartigen Ausprägungen auf der ansonsten recht glatten Rindenhaut und dem leisen Klappern darin, das auf Samenkörner oder Ähnliches hindeutete.

Die fleißigen Forscher und Arbeiter hatten es in zwei, beinahe drei Fällen geschafft eine solche Pflanze mühsam auszugraben und mit sich zu nehmen und auch dort schien sie nicht zu verkrüppeln oder zu verfallen, was wiederum auf eines schließen ließ:

Die Pflanzen auf den Inselböden hatten ihren Zenit weit überschritten und waren zu allem übel bereits verholzt, was sie wahrscheinlich noch sturer und härter machte, als es sowieso bereits der Fall war.
Man müsste sie in einem etwas jüngeren Stadium zur Ansicht und Testzwecken bekommen... doch wie?


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[P.S.: Die Pflanzen können nun auch per Doppelklick untersucht werden - je nach Klasse und teilweise Stufe gibt es dabei andere Infos!]
Zuletzt geändert von Der Erzähler am Montag 3. März 2025, 14:08, insgesamt 1-mal geändert.
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Liana Rossgard
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Registriert: Donnerstag 31. März 2022, 02:07

Beitrag von Liana Rossgard »

Irritiert blieb sie stehen, den Kräuterkorb am Arm und die kleine, scharfe Sichel in der anderen Hand. Nachdenklich neigte sich der Kopf etwas zur Seite und während sie die Pflanze da so betrachtete kam ihr irgendwie Graham in den Sinn. Seltsam nunja, warum auch immer... Nun aber neugierig geworden beugte sich die Bäuerin hinunter, roch einmal an dem Pflanzenkolben und besah ihn sich amüsiert sehr genau. Diese Pflanze sah durchaus so aus als würde sie sich in einem Blumentopf ganz wunderbar machen. Vielleicht könnte man den Kolben aber auch dämpfen? Gut möglich das dieses Ding aber auch einfach nur giftig war! Zum Glück hatte sie ihre Sammelhandschuhe an und bewegte die Pflanze dann vorsichtig etwas hin und her.

Spannenderweise hörte man im Inneren des Kolbens etwas. Ein leises Raschelgeräusch wie kleine Kügelchen in einem Säckchen. Ganz eindeutig, die Pflanze barg Samen in sich und sehr motiviert stellte sie nun den Korb ab und versuchte mit verschiedenen Wurzelmessern an die Samen zu gelangen. Selbst die kleine Sichel wurde ausprobiert doch die rindenartige Beschaffenheit der Pflanze war zäh, sehr zäh. So ein robustes Rindenpflänzchen wäre sicher etwas für manche Pflanzenliebhaber überlegte sie und besah die Pflanze nochmal von allen Seiten.

Ja, sie war sich sicher. Würde man die Samen unversehrt aus dem Kolben in der Mitte lösen können dann könnte man sicher versuchen ein paar Setzlinge zu ziehen. So robust wie dieser Kolben war und so geschützt wie die Samen im Moment waren, sah sie aber keine Möglichkeit welche mit sich zu nehmen. Daher wurde kurzerhand beschlossen der Natur erstmal ihren Lauf zu lassen. Diese Samen würden schon reifen und der Kolben sich öffnen oder weicher werden. In den nächsten Wochen würde sie einfach öfter einmal nach der Pflanze sehen und auf ein paar Samen hoffen. Nebenher beschloss sie auch ihren Freunden, vom monatlichen Bauernmarkt in Bajard, von der Pflanze zu erzählen.
Ennika Farnsstedter
Beiträge: 224
Registriert: Sonntag 3. Juni 2018, 21:05

Beitrag von Ennika Farnsstedter »

Nachschauen ob jemand vielleicht weggezogen ist kam nicht oft vor. Wenn man denjenigen lange nicht sah oder bei Zahlungsverzug kam es aber schonmal vor und da ich eh etwas nach La Cabeza liefern sollte, warum nicht vorbeischauen?
Der Postkasten war der gleiche, der sich morgen über ein Erinnerungsschreiben freuen könnte. Aber anstatt gleich wieder zu gehen wanderte ich etwas herum, vielleicht der Wärme wegen oder um die erneute Schiffsfahrt noch etwas hinauszuzögern.

Ganz anders als auf Kawi war es hier.
An der Quelle angekommen tauchte ich meine Füße hinein und sah mich um. Wieder ohne irgendein Ziel: Wasser, Fische, Palmen, Vögel, Gras, Büsche... Spargel?
Auch beim zweiten mal hinschauen stand da immer noch die heraufragende Pflanze und sah einfach nur... auffällig aus.
Vielleicht irgendein Wildwuchs...
Keine Ahnung wie lange ich einfach nur die Pflanze von allen Seiten angestiert hatte, die dann doch händische Untersuchung ließ mich gleich verwundert feststellen, wie sehr sie wirklich verholzt war.
Neues Material.

Fast die Schuhe an der Quelle vergessen, auch an das Erinnerungsschreiben dachte ich nicht mehr. Werkzeug musste her, gutes Schnitzwerkzeug. Vielleicht eine Pflanze nach Haus bringen, wenn es geht noch intakt? Die nächste Herausforderung für meinen ungrünen Daumen. Vielleicht ging es auch gut, so verholzt wie sie wirkte schien sie recht robust.
Gleich einige Namen fielen mir ein, die sich das ungewohnte Gewächs einmal ansehen sollten.
Erstmal andere Schreiben aufsetzen.
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Marie Louise Chenaie
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Registriert: Montag 14. November 2022, 18:03

Beitrag von Marie Louise Chenaie »

Die Sonne schien und endlich war der Schnee geschmolzen. Malou zog zum ersten Mal in diesem Jahr einen dünnen Mantel an. Der mit dickem Fellinnenfutter war eindeutig zu warm geworden. Es klopfte an der Haustür, als Malou die letzten Schnallen schloss und lächelte Ennika an.

Eine Entführung nannte es Enn und Malou war auch überrascht worum es ging. Die Schreinerin hatte eine seltsame Pflanze gefunden und wollte sie ihr zeigen. Malou nahm direkt alles in einem Rucksack mit, was sie zum Ausgraben gebrauchen könnte.

Es ging mit dem Schiff nach Cabeza und das Klima gefiel Malou sofort. Kein Wunder, dass Konrad mit ihr auf die Insel fahren wollte. Ennika bot an ihr die einen Rundgang zu machen, aber wenn sie schon das erste Mal die Insel ohne Konrad betrat, dann wollte es sie es ihm wenigstens lassen ihr den Rest zu zeigen.

An einem kleinen Süßwassersee stand sie. Ein seltsames Gewächs! Groß mit riesiger Blüte und einem beachtlichen länglichen Blütenstand in die Höhe ragend. Der „Kolben“ wirkte sehr hart, aber im Inneren waren die Samen zu hören. Jede Pflanze wollte sich vermehren. Warum sollte es bei dieser anders sein? Was brachte also diese riesige Blüte dazu ihren Fruchtstand zu öffnen?

Als es zwecklos war den Kolben aufzuschneiden ohne die Pflanze zu sehr zu beschädigen, ließ sich Malou darauf ein für Ennika und sie jeweils ein Exemplar auszugraben. Kein leichtes Unterfangen! Die Pflanze war groß und eindeutig ein Tiefwurzler. Zudem wollte Malou die breite Blüte, noch den hohen Kolben berühren solang nicht ausgeschlossen war, dass sie irgendwie giftig ist. Mit Hautausschlag war nicht zu spaßen. Die Handschuhe, lange Kleidung und guter Abstand sollten hier helfen. Mit Mühe holte sie zwei Blüten mit herangereiftem Fruchtstand heraus. Die Erde um die Pflanzen wurden gleich als Grundlage für die Blumentöpfe genutzt. Auch das Wasser anliegenden des Sees sollte für das erste Wässern genau die richtigen Bedingungen bieten.

Mit viel Kraft und Geduld brachten Ennika und Malou die beiden eingetopften Exemplare zum Schiff, nach Rahal und von dort zu ihren Häusern. Die Angst war groß, dass ein kalter Windzug die Blüte beschädigte. Oder der rasche Klimawechsel, wenn auch nur kurz, die Wurzeln erreicht hatte.

Dort stand sie nun: im Schankraum des Hofs, nahe der Feuerstellen, aber nicht zu nah. Malou hoffte einfach, dass die Pflanze sich eingetopft zumindest so lang hielt, dass man sie weiter untersuchen und beobachten konnte. Noch besser wäre, wenn man an den Samen käme. Eine junge Pflanze würde sicher viel mehr erklären.

Wenn die „enorme“ Pflanze die Reise überstanden hatte, würde sie weitere Pflanzenkundige bitten zum Hof zu kommen und sie mit ihnen zusammen zu untersuchen. Das wäre für das Reich gewiss der beste Erkenntnisgewinn und es gab kaum einen besseren Grund gleichgesinnte Pflanzenliebhaber kennenzulernen.


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Zuletzt geändert von Marie Louise Chenaie am Dienstag 4. März 2025, 15:46, insgesamt 3-mal geändert.
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Varek Talan Sonnwein
Beiträge: 58
Registriert: Sonntag 27. Oktober 2024, 00:04

Beitrag von Varek Talan Sonnwein »

Einige Zeit lang schon forderte diese fremdartige Pflanze ihren ganz eigenen Platz ein, vor dem Schlafengehen wurde sie schon öfter von ihm in Augenschein genommen.

Es schien für eine normale Pflanze doch ungewöhnlich hart, schien jedoch keine giftigen Pollen oder Absonderungen zu haben.
Mit Lederhandschuhen zu arbeiten erschien ihm dann aber doch sicherer, wer weiß was einen erwartet, wenn man doch in dieses harte Gewächs einschneiden konnte? Eine solche Verholzung oder Verhärtung schien ihm nicht natürlich für ein junges Gewächs, waren es also schnell wachsende und alternde Pflanzen? Oder wurden sie einfach so spät entdeckt, weil sie in jungen Stadien eher unauffällig gewesen sind?
Das könnte man aber nur herausfinden, wenn man das Wachstum der Pflanze beobachten könnte. Irgendwie war es ja auch unglaublich interessant, wie viele Personen auf diese Pflanzen aufmerksam wurden und sich damit beschäftigen. Vielleicht kann man ja etwas mehr herausfinden, das man mit den anderen teilen könnte.

Nach einer Besprechung mit Leoras, welcher sich zu ihm gesellte, während er vor der Pflanze auf einem Stuhl hockte, wollten sie es einmal vorsichtig mit einem Schnitzmesser probieren.

Nunja, vorsichtig bedeutete schon mit einiger Kraft. Und da waren die Handschuhe auch wieder von Vorteil, denn wenn man mit solchen Messern abrutscht, hat man sie schnell in der Hand . Aber diese Kapseln waren einfach sehr sehr störrisch.
Da Leoras sowieso mit diesen holzigen Fasern experimentieren wollte, könnte man die Pflanze auch einfach mal mit einer Säge bearbeiten? Vielleicht kommt man dadurch an die Dinge, welche die Pflanzen so klappern lassen.

Gesagt, getan, wurden die Werkzeuge bereit gelegt.

“Leoras, wir legen die Pflanze einmal auf die Seite, vielleicht kannst du mit dem Messer oder der Säge Erfolge erzielen? Wir legen ein Holzbrett darunter und ich halte diesen Stängel fest, während du versuchst entweder den Stängel zu zerteilen oder eine dieser Kapseln mit dem Messer zu öffnen. Ich habe Handschuhe an und vertraue dir, also konzentriere dich einfach ganz auf die Arbeit, in Ordnung?”

Und so machten sie sich ans Werk... Das Licht brannte noch lange an diesem Abend, ab und an konnte man vielleicht leises Fluchen vernehmen, gemischt mit einem leicht verzweifelten Lachen.
Eniola Turay

Beitrag von Eniola Turay »

Notizen der Untersuchung durch das Spital zu Rahal:

Eniola Turay, Medica
am 06. Lenzing 268

Rätsel über Rätsel, was diese Pflanze angeht aber immerhin sind noch lange nicht alle Versuche durchgeführt. Ohne Levin und Sae würde sie hier nicht stehen, denn es war so viel schwerer als gedacht, das prächtige Exemplar auszugraben und auch beim Tragen mussten mehrere Hände anpacken. Immerhin hat die Vase gepasst aber ich konnte gleich feststellen, dass die Wärme ein ausschlaggebender Faktor ist, wirkte der Stängel am ersten Abend gleich ein bisschen kümmerlicher und schlaffer. Erst die Wärme des Dachbodens konnte ihn wieder hart werden lassen.

Und ich stelle fest, dass ich diese Beobachtungen in dieser Schriftform nicht weitergeben kann. Wie es den Anschein hat, klingt auch fast alles, was den Stängel betrifft, höchst zweideutig. Oder ganz klar frivol, wenn man den Kontext nicht kennt. Das kann heiter werden...

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Eniola Turay, Medica
am 08. Lenzing 268


Weiterhin kein Erfolg bei der Extraktion der Samen. Nein, stattdessen scheint die Hülle der Frucht nur noch fester zu werden. Die dickeren, sehnigen Adern sind vor allem sehr biegsam, doch rutscht selbst mein gutes Kräutermesser daran ab und ich möchte vermeiden mir doch noch einen Finger abzusäbeln. Das ist mir all die Forschung nicht wert. Sae und Levin verfolgen auch ganz unterschiedliche Richtungsweisen und Forschungstile. Während Sae gleich am ersten Tag noch die Pflanze mit dem halben Labor bekannt gemacht hat und regelrecht beherzt zugegriffen hat, ist Levin weiterhin vorsichtig und traut dem Braten nicht. Ich kann es ihm nicht verdenken und so wird sie auch diese Nacht noch einmal unter die Glaskuppel kommen.

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Eniola Turay, Medica
am 10. Lenzing 268


Ich dachte ja kurz schon wehmütig, dass wir sie zerstört haben, denn gestern Abend wirkte sie sehr in sich zusammengesunken. Also habe ich schweren Herzens Levins Worte und Sorge in den Wind geworfen und die Glaskuppel doch über Nacht weggelassen. Jetzt streckt sie sich wieder sehr prächtig und reckt den Fruchtstängel prall in Richtung Decke. Einer der Handwerker, die den Stall gegenüber ausbauen, hat auch angeboten, uns in den nächsten Tagen mit einem kleinen Steinbohrer auszuhelfen, doch glaube ich, dass ich erst einmal einen der fleißigen Holzhandwerker an die Pflanze lassen möchte. Je länger ich sie betrachte, umso mehr dünkt mir, dass sie sich aufgrund der Größe auch wie ein kleiner Baum verhalten könnte und beschädigen will ich sie nicht.

Auf jeden Fall sind die Blätter wieder saftig grün und schön.
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Elibell-Aenn Eichengold
Beiträge: 384
Registriert: Sonntag 6. Februar 2022, 12:05

Beitrag von Elibell-Aenn Eichengold »

Sie war sofort Feuer und Flamme, als sie den Aushang entdeckte. Ein neues, unbekanntes Gewächs! Nicht, dass sie mit Pflanzen besonders viel am Hut hätte, wenn sie nicht gerade einen Stamm und Äste haben, aus denen man etwas Schönes schnitzen kann. Aber sie besaß genügend Neugier für neue Dinge und wer weiß, vielleicht bot dieses Gewächs eine gewisse Schönheit von Natur aus, dass sie sich für ein Stillleben anbot.
So wollte sie sich schon bei Leoras und Varek anmelden für die Untersuchung der Pflanze, wobei es in ihrem Fall vermutlich sich darauf beschränkte, sie lediglich anzusehen, als sie den Aushang noch einmal überflog.
Wer war da alles geladen? Bauern, Heiler, Handwerker, neugierige Entdecker aus Bajard, dem ganzen lichten Reich, was auch Menek'ur einschloß und verbündete Völker.
Himmel, das würde ein heilloses Gedränge geben und wenn die Pflanze nicht gerade Baumgröße aufwies, würde es Stunden, Tage, Wochen dauern, bis jeder wenigstens mal einen Blick hat drauf werfen können, ganz zu schweigen von Untersuchungen.

So hörte sie sich erstmal am Umschlagplatz in Bajard um, was über diese Pflanze vielleicht schon an Informationen weiter geschwappt war. Wie soll sie aussehen? Wie groß soll sie sein?
Mit den erhaltenen Informationen verwarf sie das Vorhaben an der K'awinischen Untersuchung teilzunehmen und beschloss, für Lichtenthal eine eigene Pflanze zu bergen.
Ein Informationsschreiben an Leoras und Varek war schnell verfasst und ebenso schnell fand sie Interessenten an dem unbekannten Gewächs.

So machte sie sich mit den Bäuerinnen Yette und Luisa und der Heilerin Esther auf die Suche.
Sie hatten eine Zeit gewählt, zu der das Sonnenlicht noch die bunte Pflanzenwelt K'awis beschien und nach einer Weile rief Esther „Da steht eine!“ Und tatsächlich. Andächtig bestaunten sie das hübsche, sonnenbestrahlte Ding.


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Nachdem sie genug gestaunt und bestaunt hatten, machten sie sich an die Arbeit.


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Und während sich Yette, Luisa und Elibell-Änn um das Ausheben der Pflanze kümmerten, stand Esther "Schmiere", als müssten sie ihr Tun geheim halten. Man wusste ja nie, wenngleich sie Leoras und Varek von ihrem Vorhaben geschrieben hatte.


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Nachdem die Pflanze unversehrt mit Wurzelwerk gehoben und in einem Topf Halt fand, wurde der Rest ausgebuddelter Erde wieder in das Loch geschoben und die Grasbüschel wieder in die Lücken gelegt.


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Am Ende traten sie zufrieden die Heimreise an und die Pflanze fand vorübergehend ihren Platz im Keller, der mit Kohlepfannen gut beheizt war, nebst Wassereimern, um das tropische Klima etwas nachzuahmen.
Am kommenden Montag würden sie sich dann ganz der Untersuchung des geborgenen Gewächses widmen.
Ennika Farnsstedter
Beiträge: 224
Registriert: Sonntag 3. Juni 2018, 21:05

Beitrag von Ennika Farnsstedter »

Der Abend nun am Hof war doch recht unterhaltsam. Auch wenn es zuerst so schien als würde es bei der eher kleinen Gruppe Einladender bleiben, also Mona, Malou und meiner Wenigkeit, fanden sich nach und nach einige andere Leute ein, erst noch Katreena und Esteban, später auch noch Lilyth, Nym und Maralea, Theorien wurden aufgestellt, Ideen eingeworfen und das alles andere als zarte Pflänzchen intensiv begutachtet.
Äusserliche Einflüsse wie Wasser oder Feuer sollten getestet werden, der schon verholzte Kolben mit Wasser berieselt erstmal nur, aus Sorge dass in zu viel Wasser womöglich die Samen darin eher Schaden nehmen und nicht mehr brauchbar sind. Feuer... ja, das war die Möglichkeit für das bittere Ende. Sollte ein Waldbrand die Pflanze erst antreiben ihre Samen preiszugeben hätte sie auf Kawi oder Cabeza eh keine Chance dazu gehabt, so sehr mir das warme aber auch sehr tropische Klima im Winter gut tut. Allerdings schien die Pflanze ja auch eingeschleppt, wenn sie nun nicht dutzende Jahre in der Erde ruhte um dann in voller Pracht aufzutauchen.
Dann der Einfall, dass es – bei der doch gleich sehr bildlich als männlich titulierten Blume- einen weiblichen Konterpart bedürfte um vielleicht mit Düften die Pflanze zum Erg... nein, das Bild gleich wieder weg... zum preisgeben ihrer Samen anregt... auch nicht besser...
Jedenfalls gesellte sich den Rest des Abends ein Nympfenblatt neben die mangels bekanntem Namen aufs offensichtliche benannte Pflanze.

Spannend wurd es wieder nachdem Esteban sich an etwas erinnerte. Gerade überlegend ob die Pflanze auf mehr taktile Stimulation reagiert, was nach einigen wenigen Berührungen und Beobachtungen ausgeschlossen wurd, dafür war sie einfach schon zu sehr verholzt womöglich, erinnerte sich der Seefahrer an eine Geschichte. Unklar vielleicht wie sehr die Geschichte in der Weitererzählung übertrieben oder Sachen hinzugedichtet wurden, doch sollen mal Seefahrer gefunden worden sein, welche in eine Art berauschten Zustand nackt Orchideen knutschten. Und jene hatten wohl bestimmte 'harte Hölzer' bei sich ähnlich dem Gewächs, um das sich am Hof in Wetterau alle versammelt hatten.

Das das Gewächs irgendeinen Wirkstoff wohl in sich trug konnte mir bald darauf auch Teira bestätigen, irgendetwas was sie liebend weiter untersuchen wollte um den Wirkstoff darin und seine Anwendbarkeit zu testen. Mit der Aussicht auf mein bereits bereit gelegtes Werkzeug, um meinem Inselmitbringsel an den Kragen zu gehen, riet sie gleich noch zu mehr Vorsicht. Schutzmaske, gute Handschuhe und ein feuchtes Tuch über der Arbeitsstelle, damit vielleicht irgendwelchen unliebsamen Sporen entgegen gewirkt wird. Und nicht alleine... das schien sie geradezu innig zu betonen. Immerhin wäre im schlimmsten Fall der Weg zum Heiler nicht weit.

Dass die Pflanze wohl wirklich sehr selten sei bestätigte wiederum auch Nika. Er habe diese noch nie gesehen, nicht mal in Büchern, vielleicht nur in schon verarbeiteter Form und bereits die Idee, bei erfolgreicher Anzuchtmöglichkeit, einige der Samen seinem Bruder zukommen zu lassen als dekorativer... Hingucker. Wahrscheinlich würden einige diese Prachtexemplare überall Einzug halten, so die Kultivierung gelinge, aber erstmal an die Samen kommen. Die Informationen über die mögliche Geschichte und Wirkungsweise schreckten ihn auch nicht, etwaige Sorgen trafen auf leichte Neugier und Amüsement... und die Idee es vielleicht auszutesten.

Wie schließlich die meisten sich irgendwie die Pflanze anschauen konnten, wurd es auch Zeit wonach es mich eigentlich schon seit dem Fund die Finger nach juckte. Das Werkzeug parat, die Maske auf der Nase, feine lederne Werkhandschuhe und Malou mit einem wurfbereiten nassen Tuch neben mir sollte sich irgendwas dann doch aus dem Inneren verbreiten wollen, wo es nicht hinsollte, konnte ich endlich dem Holz zuleibe rücken. Es versprach nach den ersten Kratzern, Schaben und Sägen ein langer Abend zu werden... mit zwei paar Armen, die auch harte Arbeit kannten vielleicht schaffbar.
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Kael Daymynd
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Registriert: Sonntag 18. August 2024, 18:05

Beitrag von Kael Daymynd »

Nun hatte er von Leoras und Varek den Samen der Pflanze bekommen, den er liebevoll Pflanzerich getauft hatte. Sie hatte eindeutig viel mit echten Kerlen gemeinsam, wenn man allein mal von der harten Schale und dem weichen Kern ausging. Deswegen war für Kael diese Pflanze eindeutig ein ER.
Er wollte das Wachstum von Pflanzerich im Auge behalten und so versuchte er es ganz klassisch mit einem großen Tontopf und der fruchtbaren Erde K'awis. Der kleine Samen wurde hineingesetzt und er goß ihn sogleich das erste Mal. Nach kurzer Überlegung siegte seine Neugier und er düngte zusätzlich. Die Pflanzen hatten immer im Halbschatten an feuchten Plätzen angefangen zu spriessen, also beschloss er ihn in den kleinen Hintergarten des Häuschens, welches er mit Tom bewohnte, zu platzieren.
Seinem Gefährten zegte er die Pflanze und sie würden nun wahrscheinlich beide täglich danach schauen, ob Pflanzerich Durst hatte oder man Schädlinge absammeln musste.
Es blieb spannend ob der grüne Daumen des Knechts auch dieses Mal seine Wirkung haben würde...
Der Erzähler

Beitrag von Der Erzähler »

Ob es an der wirklich kräftigen Frühlingssonne lag, die auch fernab von K'awi oder La Cabeza das Leben aus dem Boden lockte oder war es die fortgeschrittene Zeit, die den Dingen auch in Sachen Pflanzenwelt den natürlichen Lauf ließ? Bestimmt war auch die Pflege der einzelnen Institutionen und Einzelpersonen zu loben, die dem seltsamen Faunstängelpflanzending die Aufmerksamkeit schenkten... wie dem auch sei, der Erfolg war platzte ihnen förmlich entgegen.

Im Laufe der letzten Tage waren die Stängel dunkler geworden, goldgelb und erinnerte an einen eher sehnigen, gewaltigen Maiskolben. Vielleicht war es deshalb nicht ganz so verwunderlich, dass die Samen, welche herausplatzten ebenfalls maisfarbene, dicke Knubbelkörnchen waren.
Um jede Pflanze fanden sich ein paar dieser prachtvollen Exemplare und mit diesen konnte die Forschungsarbeit weitergehen.

Schade nur, dass die Pflanze, bis auf die Frucht im Inneren, das Erguss nicht so recht überlebte und bald einging, den Kopf hängenließ und verdorrte. Ob es daran lag, dass sie so groß gewachsen war?

Sei es drum, all die Hoffnung lag nun in den Körnchen!


Bild
[OOC: Die Faunstängel sind nun weg, dafür habt ihr dort, wo sie lagen, Samenkörner und eine Frucht - es geht in den Endspurt!]
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