Jarii

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Jarii
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Jarii

Beitrag von Jarii »

"Du suchst an den falschen Orten mein Kind", sprach der Alte und blickte mit milchigen Augen in die Ferne. "Du wirst dich an Orte begeben müssen die dem Ursprung näher sind und Geheimnisse bewahren, die geschützt sein wollen. Zudem ist es fraglich, ob du für solch ein Wissen bereit bist. Naivität und Neugierde sind schlechte Begleiter, doch können auch sie unter gewissen Umständen wegbereitend sein. Ein jeder muss seinen Weg gehen. Ob es dir möglich ist, kannst nur du selbst dir beantworten. Aber sei gewarnt, leicht wird es sicher nicht und Gefahren lauern dort im Verborgenen."
Jarii saß noch lange in der vom Kerzenlicht erhellten Stube, dem Alten aufmerksam lauschend. Sie hatte sich mehr erhofft als diese vagen Hinweise und mehr war aus dem Alten nicht herauszubekommen. Stoisch schwieg jener dazu und wechselte schließlich das Thema, so dass sich Jarii schließlich verabschiedete.
Was verdammt waren Orte die dem Ursprung näher sind? Noch nie hatte sie davon gehört und auch nicht gelesen.

Wochen vergingen und die junge Frau durchstreifte anstatt der öffentlichen Bibliotheken, die alten und vergessenen Orte.
Sie würde Antworten finden, dessen war sie sich sicher..die Frage war nur wann und wo.



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Zuletzt geändert von Jarii am Sonntag 9. Februar 2025, 22:43, insgesamt 7-mal geändert.
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Jarii
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Elixiere meiden!

Beitrag von Jarii »

Sie erwachte recht spät, die Sonne stand bereits hoch über der Insel K'awi und Vogelgezwitscher erfüllte die Luft.
Jarii rieb sich verschlafen die Augen, blinzelte ob der Helligkeit die das Zimmer erfüllte. Verwundert erkannte sie, dass sie sich nicht die Mühe gemacht hatte die Kleidung zur Nacht abzulegen, lediglich die Stiefel lagen am Boden, jeder in einer anderen Ecke des Raumes. Zudem hielt sie ihren Dolch in der Hand! Was zum...?
Glöckchen, die Katze, lag zusammen gerollt auf den Kissen und schnurrte.
Nur langsam kehrten Erinnerungsfetzen zurück -
An jenem verhängnisvollen Abend war sie Balduin in den Gewölbekeller gefolgt und während Balduin einen Trank für einen Kunden mischte, schnüffelte Jarii in den vielseitig bestückten alten, verstaubten Regalen herum .
Interessant, was Heiler so alles ansammelten. Getrocknete Wurzeln, Pilze, Krüge mit verschiedensten Inhalten, Blüten, Undefinierbares und hunderte an kleinen Fläschchen und Phiolen lagen wild durcheinander aufgereiht. Eines jedoch fiel ihr sogleich ins Auge, ein kleines, hellblau schimmerndes Fläschchen welches mit einem kleinen Korken verschlossen war. Die Aufschrift war nicht mehr lesbar und Jarii öffnet das Fläschchen um daran zu schnuppern.
Welch betörend süßer, appetitanregender Duft strömte ihr da entgegen!
Ohne weiter nachzudenken ließ sie einen klitzekleinen Tropfen auf ihre Fingerspitze tröpfeln und probierte. Doch welch Enttäuschung, entgegen dem erwarteten süßen Glücksmoment verzog sich ihr Gesicht, noch nie war ihr etwas Ekligeres untergekommen. Ihr erster Reflex war es auszuspucken, doch das würde den alten Heiler sicher verärgern, so schluckte sie und rieb sich die Zunge an ihrem Hemdsärmel. "Bääh, widerlich, das muss verdorben sein!"
Dann ein grinsender Hektor ..seit wann konnte der Skelettmann grinsen?
Bunte Farben, erst fröhlich, dann zunehmend wilder.. Balduin der oben am Tisch zu schlafen scheint - überall kniehoch Staub, und das in einem Heilerhaus!! Die Erinnerung an einen Besen taucht aus den Tiefen auf, ein laut rufender Balduin der die Inselbewohner vor dem Weltuntergang warnt! Menschen treten in die Heilerstube ein, scheinbar besorgt?
Panik pur! Die Welt geht unter, keine Rettung für niemanden! Sie erinnert sich an Leonel, den sie nach seiner Narbe ausfragt - hat sie das wirklich getan? Wie peinlich!! Der Ärmste.. Scham überkommt sie plötzlich- was war das gestern... dann der Drache!! Drachen!!!! Sie flieht aus dem Hospital laut schreiend .. DRACHEN!!!!

Als die Erinnerungen so auf sie einprasseln legt sie beide Hände vors Gesicht- Peinlich!!! Mist!!!
Besser sie lässt sich vorerst nirgendswo mehr blicken- wer hat sie ins Bett gebracht? Fragen um Fragen - grauenvoll -
Verdammte Neugierde- Dummheit - Hände weg von Elixieren!!


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Zuletzt geändert von Jarii am Sonntag 9. Februar 2025, 13:14, insgesamt 2-mal geändert.
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Jarii
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Beitrag von Jarii »

Sie traute sich ein paar Tage nicht hinaus, nicht nur des brummenden Kopfes wegen, nein, die Scham war zu groß, ihre letzte Erinnerung war ihr schreiendes Ich welches vor einem eingebildeten Drachen davon rannte.

Tage später schalt Balduin sie wegen ihrer Neugierde und ermahnte sie, ja nie mehr irgend welche unbekannten Tränke zu probieren.
Alles schien wieder gut.. Jarii stromerte wie gewohnt durch alte Höhlen, ging angeln und das Leben nahm seinen gewohnten Lauf bis eines Nachts diese beiden Nervensägen auftauchten.

Erst nahm Jarii diese gar nicht wirklich wahr, schienen sie mehr aus Nebel zu bestehen, transparent aber dennoch in menschlicher Form.
Die eine Gestalt war rundlich, ja man könnte ihn schon dick nennen, männlich und trug einen Federhut, die andere Gestalt definitiv weiblich, mit ausladenen Rundungen die sie nur spärlich verdeckte. Dann hörte Jarii sie sprechen.. die Frau eher keifend und rechthaberisch, der männliche Part hingegen eher schüchtern und duckmäuserisch. "Fass mich ja nicht an, du Schnecke," schimpfte die transparente Nebelfrau. "Ohne Münzen wirst du mich nicht begrabschen, wo komm ich denn da hin, he? Geschäft ist Geschäft, und das wirst du mir nicht versauen!" Der Dicke mit Federhut schmollte bedrückt und schwieg während Jarii, sich nunmehr unentwegt die Augen reibend, dem Spektakel beiwohnte.
"Hee, was ist das hier!?" rief sie schließlich aus dem Schreckmoment erwacht. Als die beiden Gestalten bemerkten, dass sie wahrgenommen wurden, weiteten sich deren nebligen Augen. "Uuuh, ohhhh, sieh nur..die sieht uns", tuschelten sie erschrocken, scheinbar nicht minder überrascht.
Und fort war der Spuk, erstmal.... puff...
Jarii befürchtete dass es sich um Nachwirkungen des Trankes handeln könnte, rieb sich den Kopf, spritzte sich kaltes Wasser ins Gesicht, lauschte und sah sich im Haus um - nichts - niemand.
Erstmal war Ruhe.
Nie mehr Tränke - nie mehr würde sie in den Keller gehen.. nie, so zumindest schwor sie sich.

Dann jedoch erwachte sie tief in der Nacht, ein Stimmengewirr, erst flüsternd, dann lautstark streitend:" Da schlafe ich, du leg dich wo anders hin Trottel!" Eine tiefere Stimme erwiderte:" Du bist ein Biest, auch ich will dort liegen!" und so ging es hin und her ,als Jarii eine Kerze entzündete, nach dem Dolch griff, und den beiden, sich um ihr Bett streitenden Gestalten, entgegenblickte. Außer sich rief Jarii nur ein " Haaaaaut aaaaab!" Und warf den Dolch, der jedoch durch die beiden Nebelwesen hindurchsauste und zu Boden fiel.
Puff, waren sie fort.
Jarii zog sich die Decke über den Kopf, versuchte nicht mehr dran zu denken.. Morgen würde sie Schanna fragen.

Mittlerweile waren Tage ins Land gezogen, die beiden nebelhaften Gestalten kamen und gingen, Jarii hatte sie bereits den Dicken und die Hure getauft und Schanna davon gebeichtet. "Sind entweder Geister oder du hast nun einen weg vom Trank.. " , sprach Schanna und überlegte die nächst möglichen Schritte.

Selbst Tom riet ihr sich Hilfe zu holen, sie solle zum alten Balduin gehen, vielleicht wüßte jener was mit Jarii los sei. Und überhaupt, warum würde sie verstaubte Tränke probieren, die ein 150 jähriger kauziger Heiler herumliegen habe.. so seine Worte.

Am nächsten Tag nahm sich Jarii zusammen und suchte Balduin. Natürlich musste sie erst ein Donnerwetter und eine sich gewaschene Moralpredigt über sich ergehen lassen bevor der Alte von zwei Möglichkeiten sprach.
"Entweder da hat sich was verschoben in deinem Hirn, Tränke können verflixt unschöne Nebenwirkungen haben, oder aber, du hast ein Tor zur Geisterwelt geöffnet!"
"Ich gebe dir Räucherware mit, damit räucherst du das Haus aus! Dann warte ab und komm wieder und berichte mir. Dummes Kind, wie kann man nur...," und gab ihr meckernd einen Trank. "Trink das, Morgen bringe ich das Räucherwerk."

Am nächsten Tag befolgte Jarii Balduins Rat und räucherte das Haus aus.. jede Ecke stank nach Salbei.. doch was muß, das muß. Solange es nur diese Gestalten fernhielt.


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Zuletzt geändert von Jarii am Sonntag 9. Februar 2025, 18:31, insgesamt 3-mal geändert.
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Beitrag von Jarii »

Es hielt sie nicht fern, aber es reduzierte die Aufdringlichkeit mit der sie Jarii's Leben überrumpelten. Der Dicke mit dem Federhut schien eine armseelige Seele zu sein, schwach und ergeben, fast schon Mitleid erregend. Die Hure indess war ein Beispiel an Skrupellosigkeit, Egoismus und Selbstherrlichkeit. Jarii wollte sie loswerden. Tagtäglich wurden Balduins Kräutermischungen verräuchert, sie selbst benetzte sich mit dem kräftig riechenden Salbeiöl, auch wenn ihr mitunter Übelkeitsanwandlungen die Anwendung erschwerten.
Es mußte einen anderen Weg geben. Leute munkelten von "Geister ins Licht schicken". Nur wie?
Den Mann mit Federhut würde sie tatsächlich tolerieren, sie war sich unsicher - nein besser wärs, wenn beide ihr Geisterleben hinter sich ließen. Glücklich schienen sie nicht zu sein.
Jarii hatte ihren Entschluß gefasst, es mußte geholfen werden.

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Zuletzt geändert von Jarii am Freitag 7. März 2025, 12:00, insgesamt 2-mal geändert.
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Jarii
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Beitrag von Jarii »

Jarii liebte das neue Viertel und nachdem die Instandsetzung abgeschlossen war, entschloß sie sich, ihr altes Haus in Tempelnähe zu verlassen und ein kleineres Anwesen nahe des Ufers zu beziehen.
Ein entzückendes kleines Haus, umgeben von Blumen, Efeuranken, Orangenbäumen und dem Meer, sodass stets eine frische Brise die Räumlichkeiten durchzog.
Doch spielte auch der Gedanke, womöglich die beiden Geistwesen die sich ihres Bettes bemächtigt hatten, mit dem Wechsel der Örtlichkeit abzuschütteln, unbewusst eine Rolle.
Nephele, die Nachmieterin ihres alten Hauses wurde selbstverständlich von den Spukgestalten in Kenntnis gesetzt, aber jene schien sich weder zu fürchten, noch jenes sonderlich ernst zu nehmen und Jarii verließ guten Mutes das Tempelviertel und richtete sich behaglich in ihrem neuen Häuschen ein.

Es vergingen die ersten Tage und nichts geschah. Lediglich schien die Katze Glöckchen mit dem Umzug nicht ganz einverstanden zu sein und streunte unruhig durch die Zimmer. Von dem spukenden Dicken mit Federhut und der Leichtgekleideten gabs keine Spur. Jarii atmete schon auf, endlich mußte sie niemanden aus ihrer Schlafstatt vertreiben, war das Ganze schon mittlerweile recht unbequem und lästig geworden.

Doch zwischendurch ertappte sie sich dennoch, wie ihre Gedanken zu den beiden Geistern wanderten, sie sich immer wieder fragte, wie es dazu kommen würde als Geist zu wandern. Was kam nach dem Tode, was waren Geister? Ein wenig sogar bedauerte sie es, dass sie jene nicht ausgefragt hatte, wäre es doch eine hervorragende Möglichkeit gewesen das Wissen um das Jenseits zu erweitern.

Während sie sich so ihren Gedanken hingab, bemerkte sie aus den Augenwinkeln heraus eine Bewegung. Einen Wimpernschlag lang traute sie sich nicht zu atmen und blickte vorsichtig in besagte Richtung. Ein hauchdünner Schleier schwebte durch den Raum und ward erstmal nicht mehr zu sehen.

Sie sind zurück! Eine Chance Wissen zu erlangen, etwas, was nicht jedem gegeben ist - und Jarii spürte tatsächlich sowas wie Wiedersehensfreude, ihr Bett jedoch, würde sie diesmal verteidigen!

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Zuletzt geändert von Jarii am Dienstag 8. April 2025, 11:03, insgesamt 2-mal geändert.
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