Den Wölfen ein Feuer [MMT]

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Aegir Mandre
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Registriert: Sonntag 12. Juni 2022, 12:11

Den Wölfen ein Feuer [MMT]

Beitrag von Aegir Mandre »

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Nachdem die Maßnahmen beim Thing angekündigt wurden, zog er sich mit Ylvi in die Gemächer innerhalb des Forts zurück. Trotzdem trieben sich Gedanken in seinem Kopf herum, die ihn nicht ruhig schlafen ließen. Er hasste es offene Aufgaben zu haben und so präsentierte sich auch diese in vollem Massiv seiner Wahrnehmung. Er war fast schon froh, als die Laute von Pferden, einem Hahn und die Rufe der anderen Caner erklangen, die die Felle verlassen hatten, um ihrem Tagewerk nachzugehen.

Diesen Morgen nahm er sich für das gemeinsame Frühstück nicht viel Zeit und auch Ylvi verbrachte selten viel Zeit mit Essen, auch nicht als Schwangere. Seinen Wachtdienst hatte er auf den frühen Abend gelegt, um sich Zeit zu nehmen den Berg zu begutachten und einen möglichen Pfad zu finden, den sie freilegen konnten. Kilt, leichte Kleidung, Sax und eine Umhängetasche, mit wenig Proviant, sollten Ausrüstung genug sein. Nur noch eine Picke aus dem Handekeller fehlte, was allerdings auch nicht lange auf sich warten ließ.

Viel Auswahl hatte er eigentlich nicht, wo er fangen sollte. So stand er am Fuße des Berges und legte gemächlich den Thyrenschädel in den Nacken, um das Felsmassiv an verschiedenen Stellen zu mustern, die möglicher Zugang zur Plattform sein könnten. Hatte er diese aufgrund ihrer Lage reduziert, schritt er diese ab und prüfte wiederum dort das vorherrschende Gestein. Insgesamt konnte er nur schwer abschätzen, was davon tauglich war und was nicht.

Doch ehe er sich versah, erkannte er aus dem Augenwinkel links eine Gestalt, dann zwei, dann drei, die sich dem Eiswolf näherten und ihr eigenes Werkzeug bei sich trugen. Das Rudel wusste genau, wie Arbeit einzuteilen war und so gab es die, die das Gestein lösten, die die es wegtrugen und jene die den Pfad vorbereiten sollten, damit der Weg eingeebnet werden konnte.

Gewöhnlich wurde dabei nicht viel gesprochen, nur ab und an ein Met gereicht, genickt und weiter der persönlichen Aufgabe nachgegangen. Brauchte ein Claner Unterstützung, so kam man ihm zu Hilfe, ohne dass das ausgesprochen werden konnte. Aaronson selbst hatte es sich zur Aufgabe gemacht die größeren Brocken wegzurollen und vom Berg zu schaffen. Anfangs noch eine dankbare Aufgabe, aber mit dem Fortschreiten des Pfades, wurden die Wege länger und die Brocken unkontrolliert runterkullern zu lassen, kam überhaupt nicht in Frage.

Geschick, Kraft und Wille trafen aufeinander und verdeutlichten, woraus die Sturmheuler und deren Neuankömmlinge geschaffen waren. Gerade jetzt, mit dem Wissen der Dringlichkeit und dem Nutzen des Feuers, zeigte sich, was das Rudel definierte...

...denn die Wölfe brauchten ein Feuer.
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Thorlav Hinrah
Beiträge: 732
Registriert: Mittwoch 23. April 2014, 21:20

Beitrag von Thorlav Hinrah »

Er war schon früh auf den Beinen. Seine Schritte hatten ihn noch vor den ersten Strahlen der aufgehenden Sonne über die Wiesen und durch die Wälder Sturmouves geführt. Nun saß er am Hafen, lauschte den Wellen die kontinuierlich gegen die Pfähle des Stegs schlugen und blinzelte nachdenklich dem goldenen Rund am Horizont entgegen, welches sich gemächlich über die See erhob.

Heute sollten wohl die Arbeiten an der Bergflanke beginnen aber diesen Moment gönnte er sich. Mit der Pfeife im Mundwinkel sah er der Sonne noch eine Weile entgegen und ließ sich dann schließlich von dem Pfahl zurück auf den Steg fallen um in Richtung Fort zu marschieren.
Wie er die Tür zur Kammer aufschob sah er bereits einer umtriebigen Lykka entgegen, die sich in eine einfach Kluft gehüllt hatte, die Spitzhacke auf der Schulter, bereit für das Tagewerk.
Auch er griff nach dem Werkzeug und gemeinsam verließen sie das Fort zusammen mit einigen anderen Clanern, die ebenfalls auf dem Weg zum Berg waren.

Schon von weitem sah Thorlav die Gestalt des Einäugigen wie er einen kritischen Blick auf das Gestein warf, welches es zu bearbeiten galt, grüßte ihn mit einem respektvollen Hauptneig und gesellte sich dann zusammen mit den restlichen Clanern an seine Seite.
Nachdem die Arbeit eingeteilt war begann auch die Monotonie.

Die Spitzhacke wurde gehoben, in der Abwärtsbewegung die Hände am Schaft umpositioniert und dann mit ganzer Kraft auf den Fels geschlagen. Funken spritzten hier und da zur Seite als die Spitze des Werkzeugs immer und immer wieder hinabfuhr um dem Gestein meißt kleine, manches mal auch etwas größere Brocken abzuringen.

So ging es den größten Teil des Tages weiter. Freilich... Hier und da unterbrach man seine Arbeit schonmal. Met wollte getrunken, Clanern geholfen oder einfach nur der Rücken durchgebogen werden.

Allgegenwärtig war jedoch die Sorge, das Wissen um die Vorhersage der Ahnen. Vermutlich ging es allen ein wenig so.
Alle wussten sie was passieren "könnte" und wieso dieses Feuer so wichtig war.
Yri Wikrah

Beitrag von Yri Wikrah »

Trotz des jungen Alters der Schamanin schmerzten die Knochen und die Muskeln brannten bei jeder kleinsten Bewegung. Sie drehte sich nochmal in den Fellen um, am liebsten wäre sie den ganzen Tag hiergeblieben und hätte sich ausgeruht. Doch es half nichts, sie quälte sich an diesem Morgen aus dem Bett und streckte sich erstmal ausgiebig, um den Schmerz ein wenig aus den Knochen zu bekommen. Sie konnte das Rudel ja nicht im Stich lassen und alleine schuften lassen, die Sicherheit der Sturmheuler lag ihr am Herzen. Die Fellmütze wurde aufgesetzt und sie Griff zur Picke, die sie neben Ihren Fellen platziert hatte. Schon beim Bau des Forts hatte diese ihr gute Dienste geleistet und auch bei Aegirs Aufruf zur Arbeit stand sie ihr treu zur Seite.

Gerade schob sich die Sonne über den kleinen Bergkamm im Osten als Yri sich auf den Weg machte und das Fort verlies. Die Hacke geschultert, marschierte sie wie am Tag zuvor auch, zum Sammelplatz wo sich schon einige Claner eingefunden hatten. Es galt, einen Weg in das Felsmassiv des Berges zu treiben. Kurz darauf erfüllte das Geräusch von Stahl auf Stein wie in einem Takt die Luft. Mühsam lösten sie einzelne Felsbrocken aus dem Berg und transportierten diese in Richtung Tal. Es war keine schöne Arbeit, doch das Rudel erneut anpacken zu sehen brachte ihr ein Lächeln auf den Gesichtszügen. Es war schön wie sie Hand in Hand arbeiteten und sich nach dem langwierigem Fortbau schon sichtlich eingespielt hatten.

Immer weiter kämpften sie sich mit Hacken, Schaufeln und Eimern bewaffnet durch den Berg. Das von Aegir ausgemachte Ziel fest vor Augen. Langsam aber sicher entstand ein Pfad der sich durch den Berg schlängelte und zum Gipfel führte wo das eigentliche Ziel des Rudels lag. Die Sonne neigte sich schon dem Horizont entgegen als der letzte Met für diesen Arbeitseinsatz die Kehlen der Claner hinunterfloss. Zufrieden mit der vollbrachten Arbeit für diesen Tag, packten sie ihre Sachen zusammen und machten sich wieder auf den Weg den Berg hinunter. Gemeinsam am Lagerfeuer ließen sie den Abend feucht fröhlich ausklingen und stießen auf das schon erreichte an. Doch war ihnen bewusst das noch genug Arbeit vor ihnen lag bis sie die Spitze erreichten und das Rudel noch ein wenig mehr gegen die drohenden gefahren gewappnet war als mit dem Fort allein.
Majvi Wikrah

Beitrag von Majvi Wikrah »

Als Aegir nach dem Thing zu ihr kam und um ihre Hilfe bat, war sie sofort bereit, ihre Fähigkeiten einzusetzen. Die Aufgabe, ein Leuchtfeuer auf dem Berg zu errichten, klang nach einer spannenden Herausforderung. Majvi wusste, dass dies nicht nur technisches Wissen, sondern auch Führungskompetenz erfordern würde. Trotz der jüngsten Aufnahme im Rudel, fühlte sie sich noch immer wie ein Frischling und es war ihr eine Herzensangelegenheit, sich vor den Clanern als fähige Skerjeme zu beweisen.

Aegir führte sie zu einer felsigen Stelle, an der bereits einige Arbeiten begonnen hatten. Die Szene, die sich vor ihr ausbreitete, war chaotisch, die wenigen begonnenen Strukturen wirkten instabil und unkoordiniert. Es war offensichtlich, dass es bislang keinen klaren Plan gab. "Das da hinten war Skjarlav", scherze er und Majvi musste unmittelbar schmunzeln.

Majvi begann, die Felswand zu inspizieren. Sie achtete auf die Beschaffenheit des Gesteins, suchte nach natürlichen Rissen und Schwachstellen. Während sie das tat, sprach sie leise mit sich selbst, notierte sich mental wichtige Punkte und ging verschiedene Möglichkeiten durch. Der Granit in der Wand war stabil, aber sie musste die Risse im Gestein berücksichtigen. Wenn die Stützpfeiler an den richtigen Stellen angebracht wurden, würde die Struktur stabil und sicher sein. Majvi fuhr mit ihren Fingern über eine besonders auffällige Ader im Gestein und erkannte, dass an dieser Stelle besondere Vorsicht geboten war. Ein falsch gesetzter Schlag könnte einen ganzen Abschnitt destabilisieren.

Majvi verbrachte den Rest des Tages damit, den Ort weiter zu erkunden und sich Gedanken über die Logistik zu machen. Sie machte Skizzen in ihrem Notizbuch, zeichnete Pläne und überlegte sich, wie sie die Arbeit am besten organisieren konnte. Sie wusste, dass sie die zahlreiche Unterstützung der anderen Thyren brauchen würde, um diese Aufgabe zu bewältigen.

Am nächsten Morgen versammelte Majvi die Thyren, die bereits am Projekt beteiligt waren. Es waren etwa ein Dutzend Männer und Frauen, jeder mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Erfahrungen.

Majvi teilte die Claner in kleinere Grüppchen ein, basierend auf ihren Fähigkeiten und Erfahrungen. Einige wurden beauftragt, die Felswände zu sichern, während andere sich um den Transport von Materialien kümmerten. Sie wies jedem eine klare Aufgabe zu und erklärte geduldig, wie sie vorgehen sollten. Die kräftigeren Männer wurden dazu eingeteilt, das Gestein abzutragen und sicherzustellen, dass die Oberfläche stabil war. Sie mussten auf die Risse achten und die Picken vorsichtig verwenden, um ungewollte Brüche zu vermeiden. Die handwerklich geschickteren Frauen bereiteten die Stützpfeiler vor und stellten sicher, dass sie genau an den markierten Stellen positioniert wurden.

Majvi verbrachte die Tage damit, von Gruppe zu Gruppe zu gehen, Fragen zu beantworten und sicherzustellen, dass alle verstanden, was zu tun war. In ruhigeren Momenten beteiligte sie sich, das Gestein abzutragen. Sie gab klare und präzise Anweisungen und beobachtete die Fortschritte genau. Die Thyren arbeiteten mit viel Energie und Zuversicht. Majvi fühlte sich erschöpft, aber zufrieden. Sie wusste, dass noch viel Arbeit vor ihnen lag, aber sie war zuversichtlich, dass sie es rechtzeitig schaffen würden.

Majvi blickte zu den späten Stunden auf die Felswand, die nun wesentlich geordneter und stabiler aussah. Sie wusste, dass sie den richtigen Weg eingeschlagen hatten. Mit einem Lächeln auf den Lippen machte sie sich auf den Weg zurück ins Fort, bereit für die Herausforderungen der nächsten Tage.
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