Sie standen auf den mauern des Kastells, der Blick in Richtung des Hafens gerichtet. Nyome fing, mal wieder, mit ihren Fragen an, statt direkt auf den Punkt zu kommen. Doch Merrik spielte mit, wie er es immer tat.
"Den Hafen, das Hafenviertel, das offene Meer."
"Und?"
"Drei Schiffe, ein Ladekran, eine ungenutzte Werft, das Handels- und Gasthaus."
"Und?"
"Worauf wollt ihr hinaus?"
"Kann man auch nicht sehen." Nyome deutete in das Hafenbecken, mitten aufs Wasser, direkt zwischen den Stegen und dem Kastell. "Genau da."
"Ist Wasser..." stellte Merrik treffend wie absolutig richtig und durch und durch stumpf fest.
"Aber bald ist da noch mehr. Kurz gesagt. Seine Hoheit hat bereits eine Absage für den Bau einer Wehranlage für die Marine in Tiefenberg erteilt. Die Klippen sind zu hoch, der Bau zu kostspielig.
Der Hafen von Adoran wird daher genutzt und direkt vor uns wird das Kastell erweitert, um einen weiteren Festungsturm hier im Hafenbecken. Für die Marine."

Die Aufgabe war klar, unmissverständlich.
Seine herzogliche Hoheit will einen Festungsturm für die Marine. Und das Regiment soll ihn bauen.
Sicher, das Regiment hat die Unterstützung der Grafschaft und bezahlt werde soweit auch alles, doch es wird ein ganz schöner Aufwand sein in das Hafenbecken einen Turm zu errichten. Das würde das Regiment sicher nicht alleine hinbekommen, sind seine Zahlen aktuell doch recht klein.
Immerhin brauchten sie sich um das Schiff für die Marine keine Sorgen machen, kaufe seine herzogliche Hoheit eines einfach ein. Ob von Nharam, Alrynes oder einer anderen Marine, könnte Merrik in dem Moment auch egal sein. Er hatte einen Festurmturm zu bauen.
Noch am selben Abend wurden nicht nur die Truppen schriftlich informiert, auch wurde, wie von Nyome nahe gelegt, ein Schreiben an das Rathaus getragen, um um Unterstützung des Rathauses und der Bürger zu bitten. Ein weiteres Schreiben erreichte Amelie und damit die Sappeure, auf dessen Unterstützung er setzte.
Nyome zeigte ihm eine grobe Skizze dessen, was umgesetzt werden soll. Ein solider Festungsturm, direkt verbunden über einen kleinen Steb mit dem Kastell und, wichtiger, dem Hafen. Das sollte nicht das Problem sein, doch müsste man ein wenig umdisponieren. Merrik ging, mit einem Gardisten im Schlepptau, erst den Hafen ab, besah sich die Gegebenheite von Außen, verglich sie mit den Skizzen.
"Der hier müsste erweitert werden."
Er ging in die Knie und starrte in das Wasser, das zu trübe war, als dass er auf den Grund sehen konnte. Doch wozu war er ein Magier? Sein Geist löste sich von seinem Körper und fühlte forschen durch das Wasser, bis hin zu dem Grund des Hafenbeckens, genau an der Stelle, wo die Marine ihr neues Zuhause bekommen sollte.
"Nicht allzu tief, doch tief genug, dass es nicht einfach wird. Ich schätze auf 3 bis 4 Meter."
"Ist notiert, Oberstleutnant!"
Er betrachtete das Hafenbecken noch einen Moment, versuchte sich den Festungsturm vorzustellen.
"Das wird eine Menge Arbeit."
Wenige Moment später kamen sie wieder im Kastell an und gingen direkt in den Lehr- und Kartenraum, um sich das Ganze von der anderen Seite anzusehen.

Hier wäre ein guter Ausgangspunkt, um mit den Arbeiten anzufangen, so zumindest Merriks Einschätzung. Und schon machten sich die ersten Gardisten daran genau diese Wand, hinter dem der Steg zum Marineturm entstehen sollte, einzureißen.
Doch würde er noch die Expertise von Handwerkern einholen und die Herangehensweise genauer planen. Und das möglichst gestern, wie Nyome es so nett ausdrückte, als Merrik nach einem Zeitplan fragte.
Doch der Anfang war getan...

























