Schwangerschaft - Lebensbeginn oder Lebensende?

Ronya Sotan

Beitrag von Ronya Sotan »

Sie fand Alasseas Antwort und war grade dabei diesen zu lesen.
Ein Fuss hinten gegen die Wand des Haupthauses gestützt, stand sie im Lager und ihr blick flog über Alasseas zeilen.
Hatte sie ihr Unrecht getan ?
"Verdammt ja." Sie schalt sich selbst in Gedanken.
Leise und kurze Schritte hörte sie und Blickte in jene Richtung.
Marel.
Ronyas Blick wurde kalt.
Wer kümmerte sich jetzt um den kleinen ?
War Alassea nicht einfach nur Verantwortungslos, abzuhauen den klienen hier zu lassen ?
Alleine ?
Doch seine Anwesenheit bedeutete auch das sie Alasea unrecht tat.
Sie würde ihn nicht einfach so zurücklassen, wenn es dafür keine Gründe gab.
Wichtige Gründe.
Ihr kalter Blick wurde weicher und wich traurigkeit.
Sie schaute Marel nach, wie er mit gesenkten Kopf auf sein Zimmer tapste.
Sie rollte Alasseas Nachricht zusammen und ging ihm nach.
Da lag er in dem viel zu großen Bett.
Alleine ohne seine Mutter.
Sie setzte sich auf die Bettkante.
Er schien zu schlafen , waren das Tränen auf seiner Wange ?
Vorsichtig strich sie diese mit einem Finger weg und zog die Decke etwas höher zu ihm.
" Es wird alles gut mein kleiner, ich hole Deine Mama zurück " Flüsterte sie in sein Ohr.
Sie gab ihm einen leichten Kuss auf die Stirn, löschte die Kerze im Raum und schloss leise die Türe.
Draussen atmete sie tief die Nachtluft ein und rollte erneut den Brief Alasseas auf.
Sie las ihn wieder und wieder und schlussendlich setzte sie sich an den großen Tisch im Haupthaus nahm Feder und Tinte und schrieb.

Alassea,

ja ich hab Dir Tatsache unrecht getan, es tut mir leid.
Nimm dir die Zeit die du brauchst aber versprich mir bitte, dich wenigstens bei Serendo sehen zu lassen, damit er sich um deine Verfassung kümmern kann.
Ich werd mich um Marel kümmern, vielleicht hätte ich dem kleinen schon früher etwas mehr aufmerksammkeit widmen sollen.
Doch ich hatte Angst.
Wenn ich Marel sehe, dann sehe ich Miki, rechne damit das er jeden Augenblick hinter einem Baum hervorkommt und seinen Freund ärgert und lachend davon rennt.
Doch ich weis das wird nie wieder geschehen.
Du fragtest mich neulich abends wie es mir geht.
Du weist wie es Dir geht, was in dir passiert wie sich deine Trauer mehr und mehr besitz von dir nimmt.
Dann weist du nun auch wie es mir geht.
Doch ich kann nicht einfach fliehen, vielleicht war ich nur eifersüchtig auf dich weil du es einfach tun kannst, während ich meinen Schmerz und meine Trauer tief in mir vergraben muss um der Verantwortung den Schwestern gegenüber gerecht zu werden.
Du kennst mich anders, Auch Torina und Seraya kennen mich anders.
Ich weis ich hab mich verändert.
Seit ich wieder auf Gerimor ankam und Varuna wieder sah, meinen Geburtsort hat sich in mir alles verändert.
Erst unsere toten Schwestern für deren Tot ich mir die Schuld gab, dann die Erinnerung an meine tote Familie und das wissen das der Mörder meines Vaters noch leben könnte, dann Mikis Tod.
Das alles hat mich eine andere werden lassen.
Doch ich hab scheinbar über all dem schmerz und Hass in mir vergessen, das nicht jeder seine Gefühle einfach so verdrängen kann und nicht jeder in der Lage ist sich alles reinzufressen.
Mir bleibt nur zu sagen es tut mir leid.


Ronya

Am Morgen sollte erneut der selbe Bote da er ja offenbar wusste wo er Alassea finden konnte, den Brief zu ihr bringen.
Doch noch lange sass sie vorher einfach nur da, starrte in den Raum und schlief letztendlich ein.
Der Brief lag vor ihr offen für andere Schwestern die eventuell den Raum betreten sollten, auf den Tisch.
Torina

Beitrag von Torina »

*Bestürzt lauscht sie den Worten Ronyas, als diese sagte das Alassea Gegangen sei, traurig saß sie nun in ihrem Zelt und ihre Lebenslust schien zu weichen. Hatte sie Alassea erst gerade wieder gefunden nach dem sie nach dem verlorenen Krieg , sehr lange weg gewesen wahr. So glaube sie bis dahin das Alassea tod sei, doch fand sie sie wieder ebenso wie ihre Schwestern Ronya und Seraya.. Torina blühte wieder auf zu neuem Leben, sie hängte den Bogen an den Nagel und entschied sich Schmiedin zu werden um den Schwestern auch den neuen Schwestern, doch gab es dort keinen sichtlichen Unterschied mehr.
Doch nun saß sie lethargisch in ihrem Zelt und weinte bitterlich. Fühlt sie sich Alassea mehr verbunden als manch einer anderen Schwetser, hatte sie in der Vergangenheit zuviel schlimmes erlebt. So setzte sie sich hin und verfasste einen Brief an ihre Schwester Alassea.*


Liebe Alassea,
Ronya berichtete mir gerade das du gegangen seist um einen Weg zu gehen den du nur alleine gehen kannst. Ich möchte dir sagen das es mich sehr traurig macht, das du nicht zu mir gekommen bist wenn du Sorgen hast. Du weist das ich immer ein offenes Ohr für dich habe, so kann ich nicht ganz verstehen warum du deine Schwestern im Stich lässt.

Ich habe die starke Hoffnung, das du wieder kommen wirst sobald dein Weg beendet sein wird. Ich vermisse dich , den du bist meine Blutsschwester und das eine der ersten. Du hast mir gezeigt wie schön es sein kann eine Schwester zu sein und für die Gemeinschaft dazusein.

Ich hoffe das mit dir und dem Baby soweit alles in Ordnung ist. Solltest du dich in Not befinden, so schicke mir einen Falken und ich werde sofort zur Stelle sein.


* Als sie die Zeilen verfasst hatte , suchte sie am Hafen auf Lameriast nach einem Boten der ihr diesen Brief wohl überbringen mag. Nachdem sie einen gefunden hatte, ging sie wieder ins Lager, legte sich auf ihre Felle und war die nächsten Tage nicht gesehen*
Alassea

Beitrag von Alassea »

Lange, sehr lange lass sie sich Ronyas Antwort durch. Sie lag noch immer auf dem harten Bett in der Taverne.
Keine Lust aufzustehen, neben ihr stand ein Tablett mit unangebrochenem Frühstück,
als der Bote zu ihr hereinkam ohne zu klopfen. Ihre Augen funkelten zornig auf.

Kannst du nicht klopfen, so wie es sich gehört,
wenn man das Gemach einer Frau betritt??


Herrschte sie ihn an. Bei ihrem kühlen Ton schaute der junge Bursche so erschrocken drein,
dass sie sich Mühe geben musste um nicht zu grinsen.
Unsicher gab er ihr Ronyas Brief den sie sich mehrmals durchlas.
Beim Lesen wurden ihre Züge weich und wirkten kindlich puppenhaft.
Ein Gesicht, dass sie immer aufsetzte wenn ihr etwas nahe ging.

Ach Ronya

Seufzte sie leise

warum können wir nicht einfach manchmal tauschen,
so dass du für dich auch endlich mal etwas Zeit findest?


Lange sass sie da, blickte auf den leeren Bogen und grübelte.
Etwas was sie noch nie konnte, die richtige Anrede finden.
Schlussendlich schrieb sie dann einfach das hin wie sie dachte, dass es richtig sein könnte.

Ronya, Mutter, engste Freundin und Beraterin
Lange habe ich deinen Brief gelesen.
Du tatest mir nicht Unrecht, denn meine Worte waren schlecht gewählt.
Warum ich diesen Weg hier gehe ist auch schnell erklärt.
Ich sah Julyana mit ihrem Kenshyn. So heftig eifersüchtig, wie in dem Moment,
war ich das letztemal vor 4 Sommern gewesen, als du mir sagtest, dass
die Vernunft über die Liebe siegen würde und du danach eine andere
Schwester umarmt hattest, ich bin heulend damals weggeritten.
Ab dem Moment wusste ich, dass ich
diesen Weg einschlagen MUSS um für meine Kinder
eine wirkliche Mutter sein zu können und keine
die von Trauer, Eifersucht und Rachegedanken zerfressen ist. Ich muss dir gestehen,
dass ich mit dem Gedanken gespielt hatte, Julyana den Liebsten zu nehmen, weil ich es
nicht ertrug sie zu sehen und dabei zu wissen, dass mein Liebster nicht mehr bei mir ist.
Das Gleiche kann man auf dich und mich übertragen. Ich habe meinen Sohn und
erwarte bald ein weiteres Kind. Glaube mir, ich kann dich mehr verstehen als du
vielleicht ahnst. Ich wollte dir vorschlagen - wenn das Baby da ist und
ich wieder auf den Beinen dann bin - dass wir alle, Du, ich, Marel und das Baby, nach Hause fahren.
Die Gräber richten und DU einen Weg finden kannst, dich zumindes von den Schwestern
zu verabschieden, denn an ihrem Tod trägst du KEINE Schuld. Niemand tut das.
Sie sind in Ehre gestorben, durch das Schwert. So wie es ihr Wunsch immer war.
Erinnere dich, wie sie vor jedem kleinen Kampf riefen

Für das Schwert!
Mit dem Schwert!
Durch das Schwert!

Selbst du hast den tiefen Wunsch, dass wenn du mal stirbst, dass es durch das Schwert sein
wird, so wie es unsere Tradition war. Ich habe nie gelernt zu trauern, aber ich möchte mir das Gefühl
geben können, dass Elias gegangen ist, denn ich halte ihn fest. Jeden Tag war ich an
seinem Grab und habe mit ihm geredet, als wäre er gar nicht tot, sondern als wäre
das Grab nur eine Höhle in der er leben würde. Das muss enden, bevor ich verrückt werde.
Ich gehe diesen Weg, nicht um zu fliehen, nicht um mich vor mir selber zu drücken, oder vor
Euch und schon gar nicht vor dir. Es war eine schwere Zeit, die wir beide still hinnahmen.
Als du mir damals von Mikis Tot berichtet hattest, wie du geweint hattest, ich hätte dich
da so gerne einfach nur festgehalten. Als du zu mir und Marel gesehen hattest, bin ich dir später
nachgegangen. Du hattest schon geschlafen und ich habe dir da etwas zugeflüstert und glaube
mir wenn ich könnte, ich würde es sofort ohne zu Zögern machen. (hier findet man wohl die worte
die sie geflüstert hatte, als kleines zitat). Ich muss langsam Schluss machen. Glaube mir
das Schönste, aber auch nervigste sind Tritte von innen, es fühlt sich an
als hättest du einen jungen Hund unter der Robe versteckt, der hinauswill und
du ihn aber festhälst. Grüss bitte die anderen und sage ihnen, dass ich euch und
vor allem meinen Sohn vermisse. Die Betten hier auf Lamierast sind hart wie Bretter.
Sage allen bitte auch, dass ich nicht gegangen bin um unser Band zu brechen, sondern
nenne ihnen bitte den Grund.
Alassea


Diesmal versiegelte sie den Brief, sie wusste Ronya würde wissen, dass jener Brief
privat war. Wenn Ronya aufmerksam las, konnte sie auch einen Hinweis im Schreiben finden
über ihren Aufenthaltort. Dem boten steckte sie ihr noch immer unberührtes Frühstück in einen Beutel aus
Leinen und noch einige Münzen, auch wenn der Weg nun wahrlich nicht sehr weit war.
Alassea

Beitrag von Alassea »

Der Abend davor

Eigendlich wollte sie nur sehen ob man in Bajard was anständiges zu Essen bekommen konnte. Langsam ging sie den Weg von der Lameriaster Taverne aus zum Hafen. Für sie war der Weg beschwerlich und oftmals musste sie eine Pause einlegen. Als sie endlich am Hafen ankam erlebte sie erstmal eine Enttäuschung. Die Matrosen wollten sie mit nur 58 Münzen nicht mit nehmen nach Bajard. Leise seufzte sie und wande sich um, um den ganzen langen Weg zurückzugehen und sich Gold zu holen. Eine bekannte Stimme hinter ihr sprach zu den Matrosen :

Ihr werdet sie mitnehmen. Ist das das Benehmen von Männern gegenüber einer Hochschwangeren? Alle Umstände bezahle ich euch, also werdet ihr sie jetzt mitnehmen oder ich zeige euch was ein Burgherr zu stande bringen kann mit seiner Waffe.


Langsam drehte sie sich herum und blickte Khazkal dankbar an. Er half ihr über die Planke und bot ihr seinen Umhang als Kissen auf der harten Holzbank. Sie war etwas verwirrt über dieses benehmen, aber dennoch war sie erleichtert nicht nochmal zurücklaufen zu müssen. Beide schwiegen auf der Fahrt, ihr war nicht nach reden, überlegte ihr Magen doch bei jeder Welle ob er nicht gen ihren Mund wandern wolle.

Als das Schiff endlich anlegte, half Khazkal ihr wieder über die Planke und sie reichte ihm seinen sauber zusammengelegten Umhang zurück. Mit einem Lächeln auf den Lippen verabschiedete Khazkal sich und sie wanderte langsam weiter zur Taverne. Mit dem Gedanken an leckere Kartoffeln hätte sie Ronya fast gar nicht bemerkt. Lange sprachen die beiden zusammen und Alassea verstand aufgrund der Erzählungen von Ronya, warum jene Kinder nie so richtig mochte. Innerlich dachte sie

War doch gut das ich Marel dagelassen habe, denn sollte ich sterben will ich, dass Ronya ihn aufzieht.

Das erstemal schaffte Alassea es sogar von sich aus, bei den Erzählungen, Ronya einfach nur in den Arm zu nehmen. Ihr zu zeigen dass sie nicht alleine war und das sie verstanden wurde. Das was Ronya ihr erzählte zeigte ihr mehr als deutlich, wie sehr Ronya ihr vertraute. Zusammen fuhren sie zurück nach Lameriast. Dort am Hafen, nachdem auch Ronya ihr geholfen hatte über die schwankende Planke zu kommen, war es diesmal Ronya die sei fest in den Arm nahm. Oh wie fühlte Alassea sich in dem Moment einfach nur geborgen und sie lehnte kurz ihren Kopf dankbar an Ronyas Brustkorb an.

Der Tag danach


Da sie gestern vergessen hatte sich etwas zu Essen zu kaufen, wollte sie heute den Weg nochmal auf sich nehmen. Am Hafen angekommen traf sie auf Virginja. Innerlich zögerte Alassea. Neutral und distanziert wurden ihre dunklen tiefblauen augen bei den Worten

Ich trauere das du uns verlassen hast


Das klang im ersten Moment so danach, als wäre sie schon tot. Kurz erwähnte sie das sie sich zu Essen kaufen wolle, viel mehr wurde nicht geredet. Kyra kam hinzu und Alassea fragte ob jene nicht zufällig etwas warmes im Ofen habe. Kyra bot an ihr schnell etwas zu machen und dankbar liess Alassea sich auf die Bank beim Hafen nieder.

Nicht lange sass sie als ihr Serendo ins Sichtfeld trat. Ihr Gesicht erhellte sich zu einem strahlenden Lächeln. Kyra brachte ihr eine komplette Tasche voll mit Essen, worüber Alassea sich ehrlich freute. Lange sprachen Serendo und Alassea danach zusammen, bis jener sie fragte ob er sie untersuchen dürfe. Zusammen ging man den langen Weg zur Taverne, in jener sie sich auf die harte Pritsche oben legte. Wie immer genoss sie seine Hände auf ihrem Bauch, was das Ungeborene scheinbar ebenso genoss, denn es lag voellig still, wärend Serendos Hände ihren Bauch abtasteten. 2 Monde nur noch. Innerlich atmete Alassea auf, nur noch 2 Monde, dann war es überstanden, dann hörten die Tritte in ihren Weichteilen auf, dann kam sie sich nicht mehr schwer und fett vor.

Wieder sprachen beide sehr lange und assen auch zusammen etwas. Er bot sich als Medium für sie an, an Samhain. Sie wusste das das hiess. Er würde Elias sein. Innerlich zog es sich zusammen bei dem Gedanken. Sie wusste wie sie reagieren würde, wenn ihr elias nochmal gegenüber stehen würde, egal in welchem Körper. Als Serendo sich verabschiedete nahm er seinen Armreif ab und schob ihn sanft über Alassea's schmales zierliches Handgelenk.

Damit du weist, dass du niemals alleine bist.

Sprachlos blickte sie Serendo an, kein Wort schaffte sie ausser einem ehrlichen leisen

Danke

Sie wusste das der Armreif bedeutete. Seinen Wert erkannte sie als sie das Metall an ihrem Handgelenk spürte. Nicht weil er golden war, sondern weil von ihm eine Kraft bis in ihr innerstes drang, dass ihrem dunklen Herzen einen Lichtrahl verlieh, dass jedes Eis zum brechen brachte. Sie spürte von wem der Armreif war, dazu brauchte sie nichtmal sonderlich begabt zu sein um das zu fühlen. Zärtlich schloss sie ihre Finger der anderen Hand um den Armreif und blickte Serendo nach als jener ging. Mit einem fast schon verloren gegangenem zärtlichem sanftem Lächeln schlief sie dann erschöpft ein.
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Khazkal Deslon
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Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:42

Beitrag von Khazkal Deslon »

Khazkal wusste selbst nicht so recht, warum er dieser Frau half. Eigentlich hätte er sie in aller Ruhe abstechen müssen. Sie trug diese Brut in sich. Diese lärmenden Gestalten die sie Kinder nannte. Baah, dachte er sich bei dem Gedanken. Meist waren sie unerzogen.
Wie auch immer ritt ihn irgendwas und er half Alassea auf das Boot und bezahlte sogar ihre Überfahrt. Das schlimmste daran war, das er sich nicht dafür schämte.
Während der Überfahrt betrachtete er die Schwangere eingehend, wenn auch nicht feindselig. Eher abschätzend war sein Blick gewesen.
Das Schiff lief ein und sie verabschiedeten sich.
Später traf er die Gefährtinnen wieder in der Taverne. Ronya, das knurrende Hündchen, saß schwatzend und tratschend neben Alassea. Ein "Nabend" kam Khazkal gerade noch über die Lippen, als er die Taverne ansteuerte.
Alassea

Beitrag von Alassea »

Leise seufzte sie. Bei jeder Wehe schoss Angst in ihr Herz. Leises flüsterte sie dabei

warte noch kleines, warte noch etwas

Warum hatte dieser Kerl sie einfach niedergeschlagen? Sie wusste es nicht. Es hatte Streit gegeben, es war zum Kampf gekommen aus dem sie sich herausgehalten hatte, dem sie aus Abstand zusah. Plötzlich rannte er auf sie zu, zwei Schläge nur mit der stumpfen Seite seiner Hellbarde und sie brach zusammen. Der Schmerz der ihr vom Bauch aus durch den Rücken jagte, war so heftig gewesen, dass sie das Bewusstsein verlor. Eine ganze Weile rührte sie sich nicht, nur aus weiter Ferne vernahm sie Ronyas Stimme und alles in ihr drängte sich, sich jener Stimme zuzudrehen, Geborgenheit und Halt suchend. Langsam bewegten sich ihre Hände und Arme und schlangen sich um den krümmenden Leib ihres Körpers.

Mit Julyanas Hilfe und dem Pferd von Taja gelangte sie irgendwann nach Hause. Sie hatte nur einen tiefen Wunsch, sich hinlegen, den Schmerz irgendwie abschalten, der immer wieder kam, immer wieder in 10 - 5 minütigem Abstand. Das hatte sie nun davon gehabt, dass sie nicht alleine im Lager geblieben war sondern nach Bajard gegangen war um ein wenig Unterhaltung zu finden. Ihr war bei jeder Wehe nach weinen und Schreien zumute, aber sie wollte allen ihren Schlaf gönnen, denn jede hatte es verdient, der Tag war für auch so schon sntrengend genug. Regado sass im Käfig, Ildril Silberklinge der sie niederschlug würde noch büssen, dann sie selber, es war an dem Tag alles etwas viel gewesen.

Sanft legte sie ihre Finger um den Armreif und dachte dabei, dass sie sich im Moment keinen so sehr bei sich wünschte wie Serendo. Sie wusste nicht warum, aber es war so. Sacht an Xinthra gekuschelt auf ihrem Schoss genoss sie noch die Gespräche, die sie unbewusst immer wieder unterbrach. Ohne es zu wollen stöhnte sie bei jeder Wehe leise und presste die Lippen zusammen. Sie flüsterte dann wieder nur

warte noch kleines, warte noch etwas
Xinthra

Beitrag von Xinthra »

Wieso musste dieser Idril gerade Alassea niederschlagen? Reichte es nicht, dass er die anderen Kriegerinnen niedergerungen hatte, nachdem er selbst zweimal Dreck geküsst hatte? Nein es musste noch die schwangere Heilerin sein, die sich außer ihn zweimal aufzuwecken aus seiner Ohnmacht nicht in den Kampf eingemischt hatte.

Dieser dreckige Bastard.. dafür würde er bezahlen, da waren sich alle beteiligten Schwestern einig. Und sollte noch mehr geschehen, sollte Alassa, das Kind.. oder gar beide sterben, gäbe es bald eine weitere Leiche.. eine Leiche namens Idril Silberklinge.

Marie musste noch davon erfahren. Wie sie wohl nun von ihrem Freund denken würde, wenn sie erführe was Idril getan hatte?

Für diese Nacht jedoch beschloss Xinthra, die Schwangere zu bewachen. Es durfte nichts passieren. Sie musste einfach dabei sein, sie musste.. und hielt Alassea auf ihrem Schoß, so lange bis diese zu Bett wollte.
Julyana

Beitrag von Julyana »

Eine, fast schon beißend, salzige Briese von überdeck blies Julyana ins Gesicht, als wollte das Schicksal selbst ihr den Moment die Augen zu schließen nicht gönnen.
Sie schüttelte den Gedanken ab, sie konnte es sich nicht erlauben jetzt auch noch die Leidende zu spielen, wo neben ihr, im Bauch des Schiffes nach Lameriast, Alassea saß, die zwar mit einer immer-ruhigen Tonlage zu überspielen versuchte, was da gerade mit ihr passierte, doch Julyana war schließlich nicht dumm.
Noch einmal presste sie de Augen zu, rief sich das passierte noch einmal ins Gedächtnis...

In Bajard war sie gewesen, eigentlich um endlich mal wieder dort alleine zu sein, doch recht schnell war sie auf Schwestern getroffen, zuerst Ronya, dann Xinthra und schließlich, als sie mit einer Fremden sprach, auch Alassea, die sie zu dem Tisch zurückwank an dem gerade ein Fremder eine dicke Lippe vor den beiden Kampferprobtesten Schwestern wagte.

Ein Stirnrunzeln.
Zurück, der Kerl, der so freimütig über Höflichkeit redete und selbst keine besaß, war er der Selbe der...?

Schuldgefühle kamen auf.

Julyana hatte zu der Fremden gerufen, doch der Kerl, welcher sich später als Silberklinge erwies, meinte wohl ihm würden die Rufe gelten.
Zugegebenermaßen, alle Regeln der Höflichkeit hatte sie nicht befolgt als sie ihm erklärte sie würde ihn nicht meinen, sie waren schließlich in Bajard und nicht in Varuna, doch es war kein Grund einen Streit zu beginnen...ein Streit, der rasch eskalierte.

Worte wurden ebenso wie Hiebe gewechselt, zwei mal war er schon am Boden gelegen, nicht ganz ohne dass July mit angefasst hatte, und einmal hatte er wohl auch beobachtet wie Alassea die ebenso gestürzte Ronya geheilt hatte.
War er deswegen der Meinung gewesen er musste sie ebenfalls zu Boden ringen?
Weil er, in seiner Vollplatte, die drei in Leder gehüllten Gefährtinnen ansonsten immer wieder bezwingen musste?

Die Schuldgefühle wurden stärker.

Welchen Grund er auch immer gehabt haben mochte, eine Schwangere zu Boden zu bringen war in Julyanas Augen ein Akt der gesühnt werden müsste, besonders wenn es sich um eine Schwester handelte!
Doch es war nicht an der Zeit gewesen...
Stattdessen bekam sie den Auftrag Alassea sicher nach Hause zu bringen, so nahm sie sie aus Kenshyns stützenden Armen, der zu Lager der Sturmkrähen aufbrach...

Ein kurzes, mildes Schmunzeln flammte auf ihren Zügen auf, fast schon als humorlos mochte manch einer es in so einer Situation bezeichnen, doch es war ihr erste Gedanke, ob der Mann, der gerade eine Belohnung von 50 Kronen auf Silberklinges Kopf auf die Liste der Söldner setzte, nicht soeben in der Gunst ihrer Schwester ein Stück nach oben gerückt war...

So kurz wie das Schmunzeln, so kurz diese Überlegung:
Ein leises Keuchen von links wurde mit der Alassea assoziiert, die noch vor Minuten auf ihr gestützt war.
nicht genug dass sie so den Weg zum Bajarder Hafen zurücklegen musste, nein, kurz vor diesem sprach auch noch der neue Bürgermeister mit dem Hauptmann der Bürgerwehr des Fischerdorfes.

Kurz davor, die beiden einfach zur Seite zu schieben, war sie gewesen, wohl der einzige Grund dass sie das nicht getan hatte, war der, dass sie dann die Hochschwangere hinter sich herschleifen gemusst hätte, was sicherlich auch nicht für deren Gesundheitsförderlich gewesen wäre.
Von dem Nervenkostüm ganz zu schweigen.
Deshalb wurden ein paar, seitens leicht besorgte, seitens schwache, Worte gewechselt, was möglich war hatte sie sogar selbst gesagt.
Diese...diplomatisch gewählten Worte die sie so sehr hasste, und von denen sie sich trotzdem wünschte sie schon eher benützt zu haben.

Wieder ein Windstoß.
Kurz ließ Julyana ihren Blick in der Kabine schweifen, auch über Taja, die da am Mast gelehnt stand.
Es war schon seltsam, dass sie stets da war, wenn sie eine Situation erlebte, die sie nur ungern alleine durchstehen wollte.
Das erste Mal war es bei ihrem Blutsritual passiert, dieses angenehme Gefühl, nicht alleine zu sein.

Dasselbe Gefühl kam in einem Schwall in ihr hoch, als sie Taja am Hafen angeritten entdeckte. Wohl das einzig tröstliche an der Tatsache, dass die ebenso gerade noch bewusstlos gewesene Julyana die ganze Zeit über ihre Schwester gestützt hatte.
Immerhin konnte sie jetzt den restlichen Weg zu Pferde bewältigen.
Die ganzen 15 Schritte.
Das letzte Abendteuer war nur noch der Abstieg über die Leiter gewesen, seitdem warteten die drei in der Kabine, dass das schaukeln des Schiffes endlich ein Enden finden möge.
Zumindest eine der drei...
Alassea

Beitrag von Alassea »

Die Nacht war grauenvoll und ihr tat Xinthra ernsthaft nur leid. Jene lag auf den Fellen neben ihrem grossen Bett die sie sich geholt hatte. Alassea nervte sie die halbe Nacht nur mit Fragen, ständig hörte man leise

Duhuuu? Xinthraa? Schläfst du schon?
Nein
Duhuu? Hast du auch so Durst?
Nein
Duhu? Ich hab jetzt alle Liegestellungen durch, mag nicht mehr liegen.
Dann geh doch etwas herum, wart ich helf dir.


Und noch so manches andere. Irgendwann wurde sie still. Vielleicht weil ihr nichts mehr einfiehl. vielleicht auch weil sie versuchte gegen die Wehen anzuatmen, was ihr kaum gelang. Sie spürte die Wehen wie Wellen kommen, erst ein leises ziehen vom Bauch richtung Rücken, das sich auf dem Weg vom Bauch zum Rücken verstärkte. Anstelle gegen zu atmen, hielt sie die Luft jedesmal an. Nach einigen Stunden stand sie auf und watschelte durch das Zimmer, die Hände am Rücken. Sie war vom Schlafmangel und den Schmerzen blasser als sie es von Natur her schon war. Zwischendurch setzte sie sich, um sich abzulenken, an den Tisch und versuchte etwas zu mischen, was sie aber schnell wieder aufgab.

Xinthra hatte Marel sanft in sein Zimmer getragen in sein Bett, er schlief so schön , dass beide ihn nicht die Nacht wachhalten wollten. Alassea versuchte bis zum Morgengrauen so leise wie nur möglich zu bleiben, bis sie endlich wegduselte und einen leichten unruhigen Schlaf schlief.
Serendo Radil

Beitrag von Serendo Radil »

Einige Tage waren nun wieder vergangen. Serendoi dachte oft an Alassea und ihrem Schicksal. Er dachte oft über das Ledi was sie ertragen musste nach.
Es wieder an der Zeit nach ihr zu sehen. Denn lang sollte es nicht mehr dauern, bis der jüngste Tag kam und ein neues Geschöpf das Tageslicht erblicken sollte.
Er sein Weg führte ihn zur Taverne aufr Lameriast, wo Ala.. derzeit ihr Nachtlager aufgeschlagen hatte. Doch fand er sie dort nicht auf.
Er dachte nicht lange nach und machte sich nun auf den Weg zu dem Lager der Gefährtinnen. In der Hoffnung, dass Alassea den Weg zu ihren Schwestern wieder gefunden hat.
...
Alassea

Beitrag von Alassea »

Elias!

Um sie herum alles dunkel, nur Elias stand da.

Bleib stehen du Schuft und begrüss wenigstens DEIN Kind!

Serendo war gerade dabei die ersten Schnitte durchzuführen. Alassea war weggetreten, immer flacher und schwacher wirkte ihr Atem.

Wie konntest du uns nur alleine lassen? Sieh zu was sie da tun um wenigstens das Leben unseres Kindes zu retten.


Die Dunkelheit schien tiefer zu werden, von weiit weg hörte sie Serendo, wie er Xinthra Anweisungen gab. Sie hörte auch wie Xinthra sagte das sie kaum noch atmen würde. Tief im Herzen glaubte sie sie würde sterben und genau das hielt sie Elias vor der da in der Dunkelheit klar und deutlich vor ihr stand und sie schuldbewusst anlächelte.

Grins nicht so dämlich, wärest du nicht so feige abgehauen wäre alles besser gelaufen. Manchmal möchte ich dich nur noch verfluchen. Es ist mir egal was du zu sagen hast.


Aus weiter Ferne hörte sie das leise krähen eines Babys.

Bin froh dich dennoch zu sehen, dann kann ich dir wenigstens mal sagen das ich mich hier von dir verabschiede, du hast mich verlassen ohne ein Wort zu sagen, aber ich werde darüber nicht mehr nachdenken. Ich muss für meine Kinder da sein, ob du das willst oder nicht.


Sie spürte wie es langsam warm um sie herum wurde und sie blickte wieder zu Elias.

Wenigstens habe ich den Mut nicht einfach aufzugeben, so wie du.

Mit diesen worten drehte sie sich um und wanderte mit einem sanften Lächeln auf den Lippen in die Wärme hinein.

Irgendwann Elias sehen wir uns wieder und dann mach dich auf tägliche Tritte gefasst. Deine Zeit war noch nicht, aber du wolltest sie. Meine Zeit ist ebenfalls noch nicht und wird es noch lange nicht sein.

Das Dunkle wich dem hellen Licht von Kerzen. Sie roch das Blut und aber auch den Geruch von Baby. Langsam drehte sie ihren Kopf und blickte in strahlend blaue grosse Augen, die auf sie gerichtet waren. Vorsichtig umschloss sie das Bündel um sich mit einer Hand und flüsterte gen Serendo und Xinthra ein aufrichtiges Danke.

Nach einiger Zeit richtete sie sich langsam auf, dank Serendo waren ihre Wunden nicht mehr vorhanden, die Schnitte nicht mehr zu sehen. Zwar zog es leicht im inneren, dennoch schlüpfte sie in ihre Stiefel und stapfte langsam, vorsichtig einen Fuss vor den anderen setzend mit ihrem Bündel im Arm uzm Feuer.

Dort waren schon einige Schwestern versammelt und lächelnd hielt sie das Bündel so das es alle sehen konnten.

Hiermit möchte ich euch
Leony Lusanna vorstellen
Serendo Radil

Beitrag von Serendo Radil »

Es war ein sehr schwieriges Unterfangen. Das Kind wollte nicht auf dem normalen Wege hinaus. Aus Alasseas Gesicht konnte man die Schmerzen lesen, welche die Ertragen musste.
So blieb nur eine Möglichkeit. Die junge werdende Mutter ruhig zu stellen und ihr Junges durch einen Schnitt, in der unteren Bauchgegend, heraus zu holen.
Serendoi war froh das er nicht alleine bei diesem Eingriff war. Alleine hätte er es wohl auch nicht geschafft. Xinthra wisch nicht von Ala. Und tat sie auch alles was ihr gesagt wurde.
Der Eingriff musste schnell gehen. Sonst würde sie zu viel Blut verlieren. Und auch Serendo's heilende Hände könnte nichts mehr für sie tun.
Messer und Nadeln von Keimen befreit begann er die zwei Schnitte zu setzen. Dann ging es rasch, doch auch sehr konzentriert und mit voller Aufmerksamkeit voran.
Die Schnitte waren gesetzt. Die Bauchdecke offen. Und das Kind war bereit das Tgeslicht zu erblicken.
Alles ging recht unkompliziert. Und auch Alassea verlor weniger Blut als der Druide es gedacht hatte.
Schliesslich brachte er das Junge Mädchen heraus. er überreichte es Xinthra und durchschnitt die Nabelschnur.
Der Rest war fast Routine. Er vernähte sorgsam die Wunde und benutzte einen Sud aus Fingerhutblüten , welcher die Blutung gerinnen ließ. Dann verbanden sie die Wunde.
Serendo legte schließlich seine Hände, ohne Druck auszuüben, auf ihren Bauch. Ruhig sprach er mit geschlossenen Augen.
Schenke ihr die Kraft. Führe sie wieder ins Leben.
Seine Stirn war von Schweiß überzogen.
Seine hände begannen mehr und mehr Wärme abzugeben. Welche auf Alassea überging. Er schenkte ihr einen Teil seiner Kraft.
So begann sich ihre eigene Melodie wieder mit mehr klang zu erfüllen und sich zu stärken.
Die Wunden begannen sich zu schliessen. Und auch sie begann wieder kraftiger zu atmen.
So war es, nach einem sehr gut verlaufenden Eingriff, geschafft.
Alassea überlebte den Eingriff wohl behaltent und ein neues Leben erblickte das Licht der Sonne.

Serendo schenkte Alassea ein freudiges und von Glück erfülltes Lächeln.
Seine Hände noch säubernd ging er schließlich aus dem Haus. Sich wohlverdienend eine Pfeife anzuzündete und etwas Ruhe suchend.

Ihm erfüllte es mit großer Freude. Gerne stand er Alassea, in ihre der Schwangerschaft und auch der Zeit der Trauer, bei.
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