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Wer ist wer – und wer bin ich?
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Askan Fiete Sturmlicht





 Beitrag Verfasst am: 13 Feb 2018 13:22    Titel:
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Dilemma

Ich schlug die Augen auf, kaum dass sie das Schlafzimmer verlassen hatte, blieb aber liegen und lauschte auf die sich entfernenden Schritte, die die Treppe hinauf nahmen. Meine Hand hatte sich ganz von selbst auf die noch warme Stelle im Bett geschoben, als sie sich noch anzog. Mit dem Verlassen des Bettes hatte sie mich bereits geweckt, ich mich nur weiterhin schlafend gestellt, um zu sehen, ob sie mich weckte. Sie tat es nicht. Sie ging.

Etwa eine halbe Stunde nach ihr verließ ich selbst das Haus. Meine Knie schmerzten furchtbar bei jeder Treppenstufe, egal ob hinauf oder hinunter. Der Alkohol war noch immer spürbar, so dass ich irgendwo aus den Tiefen meiner Tasche ein Pülverchen herausholte und es in mich rein kippte, noch auf der Schwelle der Haustüre. Es schmeckte scheußlich bitter und im ersten Moment hatte ich den Drang einfach auf den Pflasterstein vor mir zu kotzen. Für einen flüchtigen Augenblick machte der Würgereiz den ganzen Scheiß vergessen, aber das hielt nicht allzu lange an.
Ich lehnte mich an die Haustüre hinter mir und sah zum Tor hinüber. Bestimmt war sie dort hinaus. Das war halt ihr Weg. Nachgehen oder nicht? Nein. Nein, lieber nicht.

Ich stieß mich von der Türe ab und schlurfte das kurze Stück nach Hause. Mir war kalt, elend vom Restalkohol und dem Pülverchen, und noch viel elender von dem Gespräch vorm Schlafen gehen. So fühlte sich also ein hundsmiserables schlechtes Gewissen an. Auf die Erfahrung hätte ich gerne verzichtet. „Selbst eingebrockt, Fiete, ganz selbst eingebrockt,“ schimpfte ich leise mit mir selbst, als ich mir zuhause angekommen in der Küche einen Tee aufsetzte. Kamille mit Fenchel. Mir war so ungemein übel, und ich war mir nicht mal sicher, ob das wirklich von Alkohol und Pülverchen herrührte. Aber immerhin merkte ich inzwischen, dass das böse A nachließ und das Pülverchen seine Wirkung tat.
Als das Wasser aufgekocht war, kippte ich einen Löffel voller Kräuter hinein und sah ihnen gedankenverloren beim Treiben zu.

    Das Gewissen

    Ich war deine leise warnende Stimme, tief im Innern. Du hast mich einfach überhört, hast gemeint, sie wird das nehmen, wie bei all den anderen Gesprächen zuvor und lediglich nicken, lächeln, es danach beiseiteschieben. Hast du es gesehen, wie sie reagiert hat? Und ich habe es dir vorher zugeflüstert, aber du wollest nicht hören. Und jetzt? Was willst du machen? Dass es ungeschehen gemacht werden kann, geht nicht, das weißt du. Also was willst du tun? War das gestern nicht genug Ärger im Allgemeinen? Schau dir mal deine Knie an. Schau dir an, was es in dir ausgelöst hat! Quälst dich gern in einem Rutsch selbst, ne? Dann ist’s rum, ne? Das hier wird nicht so schnell rumgehen. Das kannst‘ vergessen, Fiete. Weil du nicht auf mich gehört hast! Weil du mich immer gerne überhörst!
    Sie ist auch nicht dein einziges zu lösendes Problem, wenn auch das Wichtigere! Aber du wirst’s auch der erzählen müssen, oder nicht?

    ‘Pitsch.‘

Hoffnungsloser Kampf

“Schnauze!“ Ich drückte die Hände an meine Schläfen und kniff die Augen zu, spürte den Boden unter meinem Körper. Ich musste gestürzt sein, hatte es selbst aber gar nicht mitbekommen. So viel zur Theorie, ich verlöre die Kontrolle nicht über mich, wenn sie hochsprudelten wie die buchstäbliche junge, kraftvolle Quelle eines Bachs. Bestimmt hatte ich die Magistra mit meinem Ausruf geweckt, so eine Scheiße. Für einen Moment fühlte ich mich wie ein kleiner grüner Junge, wie ein Kind, mir war nach flennen zumute, ertrinken im Selbstmitleid. Im nächsten Augenblick hätte ich am liebsten meinen Dolch geschliffen und wollte losgehen, jemanden umbringen. Die Demütigung am vergangenen Abend hatte Askan nicht vergessen und gärte in ihm, in mir, und warf schweflige Blasen.

Nur mühsam kam ich wieder auf die Beine, verdammte Knie, verdammtes Weibsbild. Ich griff nach dem fertigen Tee, seihte nur noch rasch die Kräuter darin ab, und sah zu, dass ich vor den warmen Kamin kam. Tatsächlich fürchtete ich, dass ich mich sonst wieder lang legte. Ich spürte schon, wie die Kontrolle sich erneut zu verpissen drohte.

    Mordgelüste

    Setz der Schlange ein Ende. Ach, was sag ich! Beiden! Verdammte Kuttenträger! Ich hab dir gesagt, die taugen für nichts außer dem Sarg! Egal, wo du ihnen begegnest! Die werden dich immer gängeln und fertig machen. Du bist so ein verdammter, jämmerlicher, kleiner Wurm. Nichts bekommst du mal anständig hin.
    Hättest dich mal an die Regeln gehalten! Dann müsstest du dir jetzt nicht Rabans Gejanke anhören! Bring sie einfach alle um die Ecke, dann ist Ruhe! Alle vier!

    ‘Plitsch.‘

Sanfte Umarmung

Leise. Still. Komm her. Gib nicht auf. Ja, halt dich ruhig fest. Weine. So ist gut. Ich weiß, du schaffst das. Hast ein gutes Herz. Kleine schwarze Flecken hat jeder auf der Seele. Mach‘ dir nicht zu viel daraus. Alles wird wieder gut. Ich bin ja bei dir. Immer. Du wirst niemals allein sein. Auch nicht, wenn sie geht.

    Vewirrung

    “Ma? Sie darf nicht geh’n, hörst du?“ Ein Flüstern nur, dann schlief ich vor dem Kamin ein, erschöpft, ohne noch wirklich zu wissen, wo ich mich befand, unruhig, aufgelöst, durcheinander und von den vielen Stimmen ganz wirr.


Zuletzt bearbeitet von Askan Fiete Sturmlicht am 13 Feb 2018 13:28, insgesamt 2-mal bearbeitet
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Askan Fiete Sturmlicht





 Beitrag Verfasst am: 14 Feb 2018 17:16    Titel:
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Hoffnung

Hoffnung. Hoffnung. Hoffnung!
Hoffnung war Gift für die Seele und fürs Herz, Gift für alles, was einem wichtig war. Zu keiner Zeit war mir danach gewesen Hoffnung zu schüren. Wollt nur ein wenig Frieden und nette Zeit schenken. Was beim Dunkel, Hölle und Verdammnis war daran falsch? Was daran falsch zu verstehen?! Beim Rost am Dolch des Verräters! Was dachte die sich? Was hatte ich mir dabei gedacht?

Ach am Ende war ich’s eh gewesen. Wie immer. Wer auch sonst?


    Unbändiger Zorn, tief schwelender Hass

    Erstaunlicherweise blieb ich ganz bei mir. Keiner der anderen tauchte auf, holte mich da heraus, drängte sich vor und übernahm das Ruder. Es gab nicht einmal einen Moment, wo ich auch nur annähernd spürte, wie sich Askan einzumengen versuchte, oder Rabban, oder Ma, oder, oder, oder.
    Alles, was ich spürte war Zorn und Hass, und ich wusste nicht einmal zu sagen, gegen wen sich das gerade richtete. Gegen mich selbst? Naheliegend, gegen Rot, oder anderes Rot, oder gegen Schwarz?

    Anstatt den eigenen Mordgedanken zu folgen, würde bestimmt wieder Hoffnung wecken, wenn, war ich heimgegangen und hatte mich ins Zimmer eingesperrt. Ich saß vor meinem Tisch, den Dolch in der Hand und spielte mehrere Szenarien durch. Allesamt endeten ziemlich blutig, oder auch ziemlich tot, manche auch ziemlich elendig verreckend.
    Irgendwann verging das brennende Gefühl in der Brust und hinterließ eine Leere, die ich lange nicht mehr gespürt hatte.

    „Das hast du verkackt. Aus und vorbei, Fiete.“ Still und heimlich stellte sich die Erkenntnis ein, dass irgendwas in mir zerbrochen war.
    Kehre zu den Regeln zurück. mahnte eine leise Stimme, die ich just nicht zuzuordnen vermochte. Die Regeln. Hoffnung, getötet. Leere. Ja, vielleicht sollte ich das tun. Zu den Regeln zurückkehren. Hätte ich ihnen nicht den Rücken gekehrt, wäre alles so viel einfacher. Dann gäbe es all den Ärger nicht. Ich ließ den Dolch auf den Tisch fallen, und nahm das kleine Fläschchen Gift in die Hand, das vor mir stand. Ich schüttelte die Flasche und sah dem kleinen Strudel im Inneren zu, bis dieser verging. Alle die ablenkenden Gedanken schob ich beiseite und begann mit meiner selbst auferlegten Arbeit. Es war rum, nicht mehr zu retten, und mir fehlte der Elan noch irgendwas retten zu wollen, mich noch annähernd damit zu befassen. Drauf geschissen. Schön war’s. Vorbei war’s. Schützende Leere. Dann tat es wenigstens nicht so weh.
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Askan Fiete Sturmlicht





 Beitrag Verfasst am: 17 Feb 2018 11:12    Titel:
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Mitleid

Allein sein war der Dämon. Immer, wenn ich gerade einige Stunden für mich alleine hatte, fing ich an im Kreis zu laufen, oder irgendwohin zu laufen, Hauptsache laufen. Dabei war ich schwer bemüht nebenbei auch einen Bogen zu laufen, um ein gewisses Haus. Manchmal geriet der Bogen etwas kleiner, die Finger zuckten, und ich begann schneller zu laufen. Was eine Hühnerkacke!
Da kam’s dann wieder hoch. Sie tat mir leid, ich fühlte mich schuldig dran, und bei Licht besehen, war ich’s ja auch.
„Halte Abstand“, hallte es mir dann in den Ohren, mahnenden Tons, nebst der Klarheit darüber, was geschähe, wenn nicht. Klarheit über vielerlei Dinge, die dann geschähen. Es machte mich verrückt, ja, verrückt! Wahnsinnig! Und es gefiel mir alles überhaupt nicht. Wieso musste alles so schwierig sein?

    Ungläubigkeit

    Da sagte sie zu mir, sie könne das nicht. Beängstigend. Ich konnte das auch nicht so ganz glauben. Vielleicht wollte ich es auch nicht. Im ersten Moment dachte ich, es schlösse sich eine Türe. Im Zweiten machte irgendwas in mir einen Satz. Im dritten Moment wusste ich mal gar nicht, was ich sagen sollte, also glotzte ich sie, glaube ich, nur reichlich dümmlich an. Sollte auch nicht das einzige Mal an dem Tag bleiben. Irgendwie war das so einer dieser Tage, wo es mir mal mehrfach die Sprache verschlug. Bekam gar nicht mehr zusammen, wieso nochmal gleich. Wusste nur noch, dass es sich gut anfühlte.

    Gleichzeitig stellte ich fest, dass das weniger gute Thema mich noch eine Weile begleiten würde. Ein Grund war die Anglerin. Ein anderer das Thema an sich. Und dann fragte ich mich, ob sowas erzählt werden sollte, wenn dann Besuch kam von der Begleitung. Irgendwie sträubte es sich mir innerlich dagegen. Ging doch keine Sau was an!
    Tja, aber dafür, dass es keine Sau was anging, mischte sich ein rosa Schweinchen ganz schön ein und benahm sich, als wäre es kurz vor der Schlachtung und eigentlich das Opfer. Naja, Opfer. Also im übertragenen Sinn. Beim Schweinchen war ich mir aber nicht so sicher!

Lange Nächte

Bei allen Göttern, Seraphen, Fabelwesen und Höllenkreaturen, hatte ich einen Muskelkater! Mir tat alles weh! Ich konnt‘ noch immer nicht still sitzen, aber laufen war auch ’ne Qual. Bei jedem verdammten Schritt hör ich mich ächzen. Als wär ich ‘nen alter Sack!
Egal, das war’s wert gewesen. Aber sowas von! Und solang das klappte, dem tollen Thema zum Trotz, war’s noch nicht hoffnungslos. Da war es das Wort. Hoffnung. Und zack! Schon kommt’s Grummeln wieder hoch. Irgendwie war’s so’n Ding mit der Hoffnung. Kannst nicht ohne sie, aber mit ihr geht’s auch nicht. Kommt bekannt vor? Ja, komisch…

Versteh übrigens überhaupt nicht, wieso die da alle nicht drüber reden wollen, über das andere Thema. Peinlich, wurde da gesagt, wäre es. Pff. Natürlichste der Welt. Stellen sich wieder alle was an. Ist fast wie am Anfang, als ich ankam. Wo sie alle so taten, als wären sie alle ganz brave Mädchen, die von Sauereien keine Ahnung hätten und ganz pikiert taten, wenn man’s offen ansprach.
Völlig unnötige Aufregung ums Ganze. So sieht’s aus.
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Askan Fiete Sturmlicht





 Beitrag Verfasst am: 25 Feb 2018 17:41    Titel:
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Ein Hund und seine Regeln

Was machte einen guten Verlierer aus? Die Einsicht und der Versuch das Beste draus zu machen? Vielleicht auch, es still zu schlucken und irgendwie weiter zu machen? Sich zu fügen und damit irgendwie umgehen?

Hab verloren. Etwas Wichtiges. Ich weiß, es war wichtig. Nein, nicht etwas. Mehr als nur eins, mehr als nur etwas. Viel mehr. Vertrauen, Freiheit, Jemanden und mich selbst. Ich bin ein Hund an einer Kette.

Das war es. Unverzeihlich. Verrat war und ist immer unverzeihlich. Gab Leute, die starben für verübten Verrat. Ich spüre, wie Askan sich wieder vordrängen möchte, wie er die Hand nach dem Gift ausstrecken will, nach dem Dolch, nach allem, was ein Ende bereitet. Er ist mehr als bereit dazu. Mir würde es Türen schließen. Wäre dem nicht so, ich ließe ihm freie Hand. Ich werde auf ihrem Grab den schönsten Tanz tanzen. Tanzen, tanzen, tanzen.
Es ist lange her, dass ich das Brennen in der Brust gefühlt habe. Sehr lange. Das letzte Mal starb mein Onkel. Unverzeihlich.

Natürlich. Es ist wie immer. Schuld und Schande trage allein ich. Niemand sonst. Der Hund ist es gewohnt dafür herzuhalten und nichts anderes bin ich. Ein Hund. Ein Hund an Ketten gelegt, mit einem Stachelhalsband, damit er wenigstens noch ein wenig bissig bleibt, aber auch gemaßregelt werden kann, wenn er es übertreibt.
Ein räudiger Hund. Geprügelt und unterworfen, mit eingeklemmten Schwanz, zusammengerollt in einer Ecke liegend. Ein Kettenhund.

So viele um einen herum, und trotzdem allein, einsam. Was bleibt ist die Flucht in die Regeln. Regeln, die ein toter Mann aufgestellt hatte. Regeln, die, wie ich anerkennen muss, Sinn haben und wahr sind. Regeln, die ich nie hätte aus den Augen verlieren sollen. Regeln. Ich frage mich, ob ich mich richtig entschieden habe. Ob es das wert ist, ob ich das will, ob es mich wirklich rettet.
Vielleicht sind es auch restlos alle Regeln, die mich retten. Sie haben mich bis hierher gebracht. Haben mich immer am Leben gehalten, frei, zügellos und mich sein lassen, wie ich bin.
Jetzt bin ich ein Hund. Ich habe Regeln gebrochen, sie abgetan, als Unsinn deklariert. Das rächt sich nun. Es ist wie die Rache eines toten Mannes. Ich spüre das Brennen wieder in meiner Brust, fühl mich schwach und verloren. Die Umarmung brachte nicht die ersehnte Wärme. Wir hatten uns am Ende nicht mal mehr etwas zu sagen, so wirklich. Oder nur ich nicht?
Wo hab ich sie verloren? Wo mich?
Ich verstehe das alles noch immer nicht. War immer ehrlich und stelle fest, wurde im Gegenzug dafür logen. Aber ich bin Schuld, es ist meine Schande. Ich bin falsch, kaputt, nicht richtig. Also zurück zu den Regeln. Sie schützen mich. Schützen andere. Vor mir. Ich bin nicht gut. Für niemanden, nicht einmal für mich selbst.
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Askan Fiete Sturmlicht





 Beitrag Verfasst am: 03 Apr 2018 14:10    Titel:
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Vom heimischen Nestbau

So ist das mit den Vögelchen. Sie fangen nun an sich ihre kleinen Nester zu bauen, die kleinen Eierchen zu legen, Küken auszubrüten, sie zu füttern und zu nähren, bis sie flügge werden. Ich hatte nun auch ein kleines Vögelchen. Das will ein bisschen umsorgt sein, gut aufgehoben und vor allem gut unterwiesen werden. Ich war doch sehr überrascht gewesen, als es vor mir stand und hatte erst gedacht, diese alte Hexe hätte es auf mich gehetzt. Hoffe noch immer, dass ich mich da nicht täusch‘ und es mir wohlgesonnen ist und mich nicht verpfeift, aber bislang wart es den Anschein.
Macht aber nix, wenn doch, hab ja mehrere Unterschlüpfe. Muss nur vorsichtig sein und gucken, dass es die andern nicht grad raus kriegt.

Klug ist es, das Vögelchen. Gewitzt und pfiffig ist es. Begreift schnell und ist neugierig. Und es hat ‘ne Gabe. Ein Segen und Fluch, sagt es selbst. Recht hat es, verflucht nochmal!

    Von der Kraft

    Schon wieder gestritten. Karten lügen eben nie, allen Zweiflern zum Trotz. Grauenhaft. Nix war so wahr wie die Karten und was sie zu erzählen hatten. Verflucht.
    Ich war des Streitens so müde. Es machte mich wütend, es wurmte mich, es erschöpfte mich. Uns. Wie auch immer. Jetzt schien wieder alles gut, aber ich wusste, an sich war es nicht geklärt, ich wusste, es würde wieder und wieder und wieder und wieder hochkommen. Ganz so wie die Scheiße sich im Plumpsklo stapelte, bis es geleert werden musste, damit es einem nicht wieder am Arsch klebte. Stank bis zum Himmel, das Ganze.

    Es zwang mich vor allem dazu die Klappe zu halten, denn ich wusste, darüber zu reden, würde es wieder aufkochen, wieder überschwappen lassen, wieder zu Streit führen, wieder Ärger bringen, wieder Frust, wieder Tränen. Manchmal, wenn ich Zeit für mich hatte und alleine war, fragte ich mich, ob wir uns gut taten. Ich wünschte es mir so sehr, hatte aber das Gefühl, dass sie mehr unter mir litt, als dass ich gut für sie war.
    Für mich war sie es, bestimmt. Der Wahnsinn war so schön leise geworden, ganz ganz leise, nur ein Murmeln, ein Flüstern, wie ein leises Plätschern unter der Wasseroberfläche, so angenehm leise. Ich musste mir eingestehen, ich hatte Angst vor dem Tag, an dem sie für sich beschloss, dass es genug war. Oder ich beschloss, dass es genug war, weil ich es nicht mehr ertragen konnte, sie so zu sehen.

    Jetzt war es erstmal wieder gut. Ich hoffte, es würde es auch bleiben. Hab mich dabei erwischt sogar gebetet zu haben, als wenn das helfen täte. Gebe nicht auf. Kommt gar nicht in Frage.
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Askan Fiete Sturmlicht





 Beitrag Verfasst am: 04 Apr 2018 09:29    Titel:
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Überraschung und auch keine

Solang ich fröhlich bin, ist sie es auch. Keine Überraschung. Das hatte ich früher schon beobachtet. Und solang ich fröhlich bleibe, ist auch alles gut. Aber irgendwie ist der Glaube daran verloren gegangen, dass es mehr ist als Oberflächlichkeit. Hinterlässt ein hässliches Gefühl, das ich zu verstecken versuche, denn solang ich gut gelaunt bin, ist alles gut.

Fiete, das nimmt unschöne Züge an. Du bist wirklich nicht gut für sie.

    Ich werde da sein, sobald ich kann,
    aber ich bin damit beschäftigt
    die zerbrochenen Stücke meines Lebens
    zu flicken, welches ich vorher hatte.

    (Muse, Unintended)

Was bleibt, ist der Versuch es doch irgendwie hinzubekommen, denn so wirklich aufgeben möchte ich nicht. Und gestern stand sie da, in der neuen Bleibe und schlug mir vor ein Zimmer für mich einzurichten. Krieg bis heute noch nicht überein, was ich da alles gefühlt hatte. Da hatte sie mich doch ganz kalt erwischt, überrascht, und es mich so ein bisschen überrollt, so dass ich gar keine große Regung zeigen konnte dazu. Ja gut, da war auch das Bier dran Schuld, und dass ich so müde war. Aber eben nicht nur. Götter, wie könnt‘ ich das Mädel denn nich‘ lieben? (Auch wenn sie echt komische Sachen lecker fand, wie Hörner, ekliges Essen und so.)
Und es tut mir im Herzchen weh, wenn sie leidet wegen mir. Keine Ahnung, wie ich das alles wieder gut machen soll, wie besser.


    Verkannte Gefahr

    Kleiner Bruder, der du bist, hast du ganz verkannt, wem du gegenübersitzt, und dabei hast du dich noch gewundert, wie eine Stimmung so schnell wechseln kann, wie aus Fröhlichkeit bitter böser Ernst wurde, danach wieder die Albernheiten durchschlugen, als wäre nichts gewesen. Hast nicht aufgepasst, hast keine Angst gezeigt. Keine Angst heißt, du hast die Gefahr übersehen, oder sie verkannt, hältst die Gefahr für kleiner, als sie ist. Willst lernen, was verbotenes Wissen ist. Ich wette, ich weiß warum. An mir liegt‘s nicht. Was versprichst du dir davon? Mehr Abenteuer? Spannung? Ist dir dein Leben so wenig wert und so langweilig?
    Etwas Persönliches von dir in meinen Händen, damit dein Leben. Wirklich? So einfach? Leichtsinnig.
    Verstehst so wenig, kleiner Bruder. Ist’s Naivität oder was ist es, was dich reizt? Denk gut nach, bevor du wählst. Sehr gut. Ist kein Zuckerschlecken, der Weg, den du vor Augen hast.

    Und du, kleiner Mann, du musst dich noch einer kleinen Göre rückversichern. Schau zu, dass du etwas in der Hand hast, bevor sie dich über’s Ohr haut. Nicht so leichtgläubig sein. Sonst muss ich mich darum kümmern, und du weißt wie das endet. Mit Blut, so rot, so rot!
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Askan Fiete Sturmlicht





 Beitrag Verfasst am: 12 Jul 2018 18:17    Titel:
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Alleingang

Vielleicht kennt das jemand. Manchmal ist die Zeit da, wo viel Nähe zu viel des Guten ist. Wenn jemand, so wie ich, sein ganzes Leben lang auf sich allein gestellt war, nie eine Beziehung zu jemand anderem gepflegt hatte, sich stets nur auf sich selbst verlassen musste, das Wort Familie eben nur ein Wort war, hatte er so seine Gewohnheiten angenommen. Die ließen sich auch nur schwer ablegen.
Ich genoss die Zeit mit meiner Spina, auch die mit dem Briske, oder die mit der kleinen Drabarni, aber ich merkte auch zunehmend, wie die Luft mir wieder etwas eng wurde. Oder anders beschrieben: Es war in etwa so, als hielten sich viele Menschen in ein und dem selben Raum auf, so wie früher im Nest in Siebenwacht, die Luft zum Atmen hatte inzwischen etwas Abgestandenes, Muffiges, Schweißiges, Schlechtes. Kurz gesagt, ich musste raus.

Das hieß mit Sicherheit nicht, dass ich meine Spina verließ, oder die neugewonnene Familie. Die war mir inzwischen wirklich sehr teuer geworden. Ich brauchte lediglich etwas Zeit für mich zum Verschnaufen und Durchschnaufen. Also hatte ich mich verzogen. Ich war nicht einmal sehr weit gekommen. Da gab es so ein altes Zimmer, wenig Einrichtung, etwas dunkel, für manche ein ungastlicher Ort, für mich perfekt. Ein Bett, ein Tisch, ein Hocker, eine Truhe für ein paar Klamotten. Reicht.
Hier verbrachte ich meine Tage, entweder drinnen oder draußen auf der Bank, kritzelte mein Notizbuch mit dies und das voll, was ich in der vergangenen Zeit schmählich vernachlässigt hatte. Darüber hinaus hatte ich noch ein wenig zusätzliches Pergament dabei und kümmerte mich noch um weitere liegen gebliebene Schreibarbeit.


    Aufbruchsstimmung

    Am Rande hatte ich sogar mitbekommen, dass die Parno Rani wen suchte, und ich wollte mal sehen, ob ich mich nicht daraufhin bei ihr meldete. Ich wollte sowieso mal bei ihr vorbei. Nach dem Durchatmen. Solange musste es einfach noch warten.
    Aber eines, das musste ich wahrlich und wahrlich noch niederkritzeln. Das durfte ich auf gar keinen Fall vergessen. Und beizeiten musste ich auch noch einen Besuch abstatten, um mehr zu erfahren. Gab bestimmt Neuigkeiten, die zu hören sich lohnten. Immerhin hatte ich mich schon ein Weilchen rar gemacht. Da ging die Überlegung auch schon los, ob ich nicht doch bald wieder Spina-Luft schnuppern wollte.

    Ach, was sollt’s denn! Ich grabschte meine Papiere zusammen, stopfte alles etwas unliebsam in das Notizbuch rein, das danach aus allen Nähten platzen wollte, ging nach oben ins Zimmer und räumte die Truhe aus. So viel lag da eh nicht drin. Aber Zeit wurde es, mich langsam mal wieder auf den Rückweg zu machen. So ganz allein, für längere Zeit, das war auch nichts mehr, irgendwie. Dafür vermisste ich sie alle doch zu sehr. Seltsam wie sich alles verändert hatte. Seltsam, aber auch gar nicht mal so schlecht!
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