Ende Schwalbenkunft 259
…..nach vielen Gesprächen und langem hin und her hatten wir alle endlich eine Richtung gefasst in welche wir gehen wollten. Wir brüteten sehr lange an den ersten Entwürfen welche wir in einigen Tagen unserem Schiffsschreiner übergeben wollten damit dieser die Feinheiten auszeichnen konnte und sich ein erstes, eigenes Bild machen konnte. Die Mannschaft war noch nicht fest eingegliedert und so packte ein jeder – welcher unserem Ziel gemein war – an und tat was er konnte. Und das war nun erst einmal das sammeln von den Wichtigsten Utensilien, Utensilien die benötigt wurden um jenes prachtvolle Weib irgendwann in den Armen der See sehen zu können. Im Gegensatz zu der Mannschaft der alt Herren hatte sich die unsere darauf geeinigt ein Schiff zu bauen welches Vielfältiger war. Es war in vielen verschiedenen Lagen einsetzbar und vor allen Dingen ein Schiff welches auch mit einem geringen Anteil an Mannschaftmitgliedern manövrierfähig wäre. Aye, wir hatten ein Schiff das zu uns passte. …...
Anfang Cirmiasum 259
….es zog sich länger als eigentlich gehofft bis jeder seinen Teil zusammen hatte und man das Projekt weiter angehen konnte, aye. Dazwischen hatte sich Claude auch noch sein Finger abgeklemmt und gerade er, welcher dem Schreiner so gut zur Hand ging fehlte. Also konnten das Skelett nun erst zurecht gelegt werden um es dann nach und nach an Gestalt gewinnen zu lassen. Es wurde gehobelt, gesägt, geklopft....aye gesungen und natürlich auch getrunken. Die Mannschaft war keinesfalls träge, auch wenn ich selbst zumeist in irgendwelchen Gesprächen hing und Geschäftlichem nachgehen musste. War es doch auch an mir die Bruderschaft weiter in die Bahnen zu lenken und den Schiffen früher oder Später einen Sinn zu geben.....
Mitte Cirmiasum 259
….Das Skelett, da stand es und wenn ich die Augen schloss konnte ich sehen wie es mit dem vollverkleideten Rumpf an immer mehr Schönheit gewann. Aye es würde ein Prachtweib geben.
Ich, keine Frau von Traurigkeit, viel mehr von Tatendrang, hatte mir selbst am heutigen Tage in den Kopf gesetzt mit anzupacken. In den nächsten Tagen würde einer der Bergsöhne hier erscheinen, gerade als ich doch den Schmied am Anker hatte war ich interessiert etwas über die Metalle zu hören und wer weiß ob es sich nicht gar begeben könnte das sie einst das Mythrill in den Schiffsbau integrieren könnten. Kommt Zeit kommt Rat, sagt man doch so.
Mein Rücken jedenfalls benötigt am heutigen Abend mit Nichten eine bessere Behandlung und ich hoffe das man sanft mit ihm umgeht!
Ende Cirmiasum 259
….verdammter Hahnenschlägel, waren wir doch wieder in Verzug durch einen Sommersturm welcher über die Rampe in der Werft das Wasser ans Schiff gedrückt hatte. Aye die Götter meinten es nicht gut mit uns, wobei doch alles so glatt erschien zu Beginn. Nun es wird weiter geh'n. Vorerst müsste das Holz jedoch wieder etwas antrocknen damit man die Feuchtigkeit nicht schon im Skelett einschließen würde – so die Worte des Schreiners. Sein Holz, seine Arbeit – Er wird’s wissen.
Die Finger glitten über das schwere Buch und nur hier und da wird sie eine der Seiten erwischen welche schon beschriftet vor ihr lagen. Nach einer Weile wird sie abermals den Plan auspacken und ihn vor sich niederlegen – ein tiefer Atemzug mag erklingen. Noch immer war kein Ende in sicht und die Beben hatten es weniger gut gemeint als gehofft. Das Boot welches zu dem Schiff führte war abgesoffen und die Legado trieb am Anker haltend vor den Riffen herum – man konnte nur hoffen dass der Anker seinen Halt hat. Es waren noch die Feinheiten die fehlten, die Kanonen, die Seile mussten noch zurecht gezurrt werden und das ein oder andere Segel korrigiert. Auch war die Gallionsfigur noch nicht angebracht worden und das Ruder hatte nicht die gewünschte Größe. Der Smutje musste auf seine Küche warten und die Mannschaftszimmer waren auch noch nicht fertig. Alles in allem waren sie in keinster Weise auslauffähig – zur Zeit zumindest. Was eine beschissene Lage, auf der Insel gefangen und keine Möglichkeit abzuhauen. Selbst bei der Namenlosen war das Schiff im Wasser versackt, aber man war drauf und dran eines zu fertigen damit man wieder hinaus kann – Rettung war in naher Sicht, vielleicht.
Isa, sie war nun an der Reihe die Gespräche mit Dolgan zu klären und die Kanonen abzuholen – falls sich dieser nicht auch schon in sein Kapuff zurückgezogen hat. Vorerst würde wohl alles einmal ruhen müssen, wird es wohl....bis die Insel sich beruhigt hatte – bis sich alles beruhigt hatte. Schlechte Nachrichten in schlechten Zeiten – darauf kann man verzichten.
Das zerfledderte Buch wird wohl weiter auf ihrem Schoß ruhen, die Rumflasche zu sich ziehen wird sie einen weiteren Schluck jenes nehmen und die Augen für einige Augenblicke schließen. 'Morgen wird es weiter geh'n aye...solange der Schlaf mir gegönnt sei.' murmelt sie, den Finger zwischen den Seiten behaltend ein kurzes Nickerchen haltend.