Nachts sind nicht alle Katzen grau! [Geisterpanther-Quest]

Antworten
Der Erzähler

Nachts sind nicht alle Katzen grau! [Geisterpanther-Quest]

Beitrag von Der Erzähler »

"Sie" kamen mit der Nacht und dem plötzlich hereinbrechenden Nebel, der sich träge von Rahals zwielichtiger Hafenbucht aus in die Straßen schon. Vorbei an den Vierteln, in welchen das ebenso undurchsichtige Volk hauste. Er streckte die weißgrauen Zungen lang und länger, bis jene bereits durch die Handwerksgassen und in die Oberstadt drängten. Irgendwo darin weilten "sie", die blassen Schemen, welche beobachteten und irgendwie zu prüfen, abzuwägen schienen.
Der ein oder andere Bürger verspürte ihren Blick im Nacken, kurz nur und auch jene, die sich geschwind umdrehten, fanden nichts am Fenster, außer den Hauch des Nebels. Manchmal drang ein Geräusch aus den Nebelbänken hervor, ein dunkles, warnendes Grollen, leise nur aber dennoch durchdringend und so drohend, dass die meisten Menschen, welche es vernahmen kurz mit stockendem Atem innehielten und sich steif umsahen. Doch irgendwo war da noch etwas in dem Gegrolle, es klang seltsam vertraut und jene Kinder des All-Einen, die an der Oberfläche und in der Stadt verweilten, würden gar eine gewisse, diffuse Nähe in jenem tiefen Knurren erkennen können.
Doch auch ihnen zeigten sich die Schemen nicht gänzlich, wichen mit dem Nebel auf eigene Pfade, schienen etwas zu suchen und gingen weiter auf die Pirsch, bis ganz Rahal zur frühen, dunkelsten Morgenstunde von feinem Küstennebel bedeckt schien. Die einzige Ausnahme bildete der massive, stattliche Tempel, der selber wie der dunkelste aller Schemen oder ein stolzes, schwarzes Tier in der Nacht zurückstarrte.

Erst das Zwielicht riss jene Nebeldecke und mit den ersten Sonnenstrahlen war der Spuk offenbar verschwunden. Man hätte doch auch einfach von einer unruhigen, eher herbstlich anmutenden Schauernacht und verflogenenen Geistergedanken sprechen können, wären da nicht hier und da die Spuren in morastigerem Boden zu finden. Spuren von weichen fünfzehigen Tatzen.


Bild
Alguien Apuesto

Beitrag von Alguien Apuesto »

Früh am Morgen wankte er von einer nächtlichen Saufrunde kommend zum Hafen um mit Einsetzen der morgendlichen Flut auf einem auslaufenden Schiff zu stehen und unter Genuss der frischen Seeluft auszunüchtern.
Die kaltfeuchte Luft kümmerte seinen, von Alkohol geheizten Körper wenig, zumindest glaubte er das und würde sehr wahrscheinlich später für seinen Leichtsinn bezahlen müssen.
Doch gerade in diesem Moment wankte er einfach fröhlich wankend, mit offenen Mantel und einer halbleeren Rumflasche in der Hand durch den nebligen Hafen. "Verfluchchchde Klabbbaudersubb`n!" brummelte er und hob die Hand vor seine Augen, nur um festzustellen, dass der Nebel dicht wie ein Segeltuch war. Grummelnd wankte er weiter als er plötzlich ein leises Kratzen vernahm. Als kurz darauf ein kehliges Grollen aus dem dichten Nebel erklang fuhr er erschrocken herum und langte unter seinen Mantel. "Verschwwinnneee Du Döln!" bei den Worten schüttelte er mehrmals den Kopf um diesen klar zu bekommen. Die Sache war ihm ganz und garnicht geheuer. Erst dieser verlängerte Herbst ohne richtigen Winter, dann diese vermaledeite Koboldsuppe und jetzt auch noch ein tollwütiger Hund.
Aufgewühlt blickte er sich weiter um und versuchte ruhig zu atmen um sich seine abergläubische Furcht nicht anmerken zu lassen. Furcht, so hatte ihm einmal ein Gelehrter gesagt, würde die Tiere nur noch angriffslustiger machen. Langsam wich er weiter in Richtung des Hafens zurück. Als nach einigen Minuten angestrengten Lauschens nichts zu vernehmen war setzte er seinen Weg fort und versuchte betont fröhlich zu pfeifen. Dabei hoffe er, dass das Tier ihm nicht weiter folgte. Die letzten Meter zum Schiff konnte er sich kaum noch beherrschen um nicht loszurennen. Als er schließlich erleichtert dem Steuermann erreichte half er so schnell er konnte beim Ablegen und atmete erst auf, als das Boot langsam Fahrt aufnahm. Seine Rumflasche landete nach ein paar beherzten Schlucken zur eigenen Aufmunterung leer in den Fluten und er ging wankend zu einer der Taurollen um darauf schließlich einzuschlafen.
Der Erzähler

Beitrag von Der Erzähler »

Auch am zweiten und dritten Abend wollte keine Ruhe einkehren im Westen Gerimors. Des Nachts hielten die Geräusche immer wieder Einzug, drangen an die Ohren der Bewohner des Alatarischen Reiches. Und so werden auch erste Berichte bei der Stadtwache eingehen über die nächtliche Ruhestörung. Angst, das Haus zu verlassen, hätte man, weil man denkt es hätten sich bösartige wilde Tiere in die Stadt oder Siedlungen verirrt. Die Berichte wichen natürlich voneinander ab und doch war immer ein Detail gleich: das Gefühl, in der Dunkelheit in den Gassen nicht allein zu sein, wenn man aus den schummrigsten Ecken das leise Grollen vernahm. Manche würden gar berichten, etwas gesehen zu haben, Schemen im Nebel, der immer mit der Dämmerung aufkam und sich zwischen den Häusern entlang schlich.
Benutzeravatar
Korlay Bruchsteig
Beiträge: 1486
Registriert: Samstag 18. Juni 2011, 04:44

Beitrag von Korlay Bruchsteig »

Die Reichsgarde zeigt in den letzten Tagen eine höhere Präsenz als man es gewohnt wäre. Gerade in den Abendstunden scheint sich die Zahl der Wachen verdoppelt zu haben, welche ihre Patroulien laufen und die Intervalle dieser scheinen sich verkürzt zu haben.

Sollte einer der Gardisten auf die vermuteten Wildtiere in der Stadt angesprochen werden, so wird dieser entgegnen das es keinen Grund zur Sorge gäbe, Wildtiere konnten keine in der Stadt gestellt werden.

*Im Büro sitzend, vors ich hin brummend wird ein leeres Pergament betrachtet. Nach einigen Augenblicken des Starrens greift die rechte Hand zur Feder und befreit diese aus ihrem Tintenbett um sogleich kratztend einige Wörter auf das Pergament zu bringen*

Macht und Stärke mit den Mitgliedern des Tempels,

in Bezug auf die Angst einiger Bürger, welche der Meinung sind des Nachts von Tieren verfolgt zu werden, welche sich wohl im Nebel verborgen halten und dem Umstand das die Wachmanschaften dahingehend keinen Bestätigung liefern können, bittet man euch sich diesen Nebel etwas genauer anzusehen, selbstredend stellt man euch sofern benötigt den entsprechenden Schutz. So teilt mir doch bitte mit ob sich der Tempel dieser Sache annehmen kann und wann man dies tun wird.

Möge des Herren Segen stetig mit Seinen Dienern sein.


Bruchsteig

Hauptmann der Reichsgarde


*Etwas Wachs wird unter die Unterschrift getröpfelt, ehe der Siegelring sich in das Wachs hinein treibt, ehe es erkaltet und in der feinen Form eines Siegels zurück bleibt. Das Schreiben wird einem Gardisten ausgehändigt, mit dem Befehl es unverzüglich an den Tempel zu bringen. Der Blick folgt dem Gardisten nach, als dieser mit einem Jawohl das Büro verlässt. Und ein weiteres Schreiben wird aufgesetzt*

Macht und Stärke mit euch Maestra Taruval,

in Bezug auf die Angst einiger Bürger, welcher der Meinung sind des Nachts von Tieren verfolgt zu werden, welche sich im wohl im Nebel verborgen halten. Und dem Umstand das die Wachmannschaften dahingehend keine Bestätigung liefern können, hat man sich an den Tempel gewandt damit dieser sich den Nebel genauer ansieht, ebenso würde man es als zuträglich ansehen wenn der Orden den Tempel dahingehend unterstützen könnte. So teilt mir doch bitte mit ob man den Tempel dahingehend unterstützen kann.

Möge des Herren Segen stetig mit den Mitgliedern des Ordens sein.

Bruchsteig

Hauptmann der Reichsgarde
Kheldairon

Beitrag von Kheldairon »

Mit einem feinen Runzeln auf der Stirn liest er die Worte des Hauptmannes und wirft darauf einen Blick aus der Pforte des Tempels. Erwartender weise sah er nichts. Kurz warf er einen Blick auf den Altar und begab sich in die Katakomben des Tempels.
Eine Abschrift des Schreibens schickte er mit einem Boten des Tempels in das Axorn. Das Original legte er der Clerica auf den Tisch. In den Abendstunden verließ er dann den Tempel um im dichten Nebel zu verschwinden, so dieser erneut auftreten würde. Sobald die Tempelwachen ihn aus dem Blick verlieren, können sie noch eine Weile das leise Rasseln seiner Kettenrüstung hören, die er wohl unter seiner Robe trägt. Scheinbar schwer gerüstet begibt sich der Templer hinaus in den Nebel um sich auf die Suche nach klerikalen Wirken oder Spuren dessen zu machen. Würde er eine Spur dessen finden?
So er bis zur Kommandantur kommt, würde er dem Hauptmann noch einen Brief einwerfen


Des All-Einen Segen mit euch Hauptmann Bruchsteig,

ich habe euren Brief an die Clerica und das Axorn weiter geleitet
und werde mir den Nebel selbst ansehen, so dieser erneut auftritt.

Seine Pranke schützend über euch

Vicarius Kheldairon
Benutzeravatar
Tar'xyr
Beiträge: 306
Registriert: Montag 11. August 2014, 23:36

Beitrag von Tar'xyr »

Viele Tage des Darbens in der Zitadelle, schien er es sich zur Aufgabe gemacht zu haben, das literarische Archiv der Quuypoloth zu erfassen und zu vervollständigen. Hier und da kratzte die Feder kreischend über das Pergament und sein sonst so unerschütterlich anmutender Fokus wechselte zunehmend und schleichend in Zerstreuung. Erst hier und dort ein einfacher Schreibfehler, dann das Absetzen der Feder und ein Augenblick des in sich Kehrens, um den noch soeben gefassten Gedanken fortzuführen.

Doch er war verloren. Der rote Faden zu einem Knäuel geworden, schob sich der Blick Zeile um Zeile wieder nach oben, um die soeben verfassten Sätze zu verstehen. Schließlich rutscht der Blick auch vom ersten Wort ab und richtet sich abwesend in den Raum. Die blutroten Augen - völlig ermattet starren sie in die Luft, kein Zwinkern, keine Regung - nur Leere.

Doch dann…

Schmerz! Unbändiger Schmerz, der die Leere in seinem Kopf ausfüllt. Die knochige Hand verkrampft sich zu einer Faust, die Feder bohrt sich durch das Pergament. Erst noch ein Zucken des rechten Augenlides, beginnen sich zunehmend skurril anmutende Fratzen in sein Gesicht zu brennen. Ein dissonantes, unkontrollierbares Kreischen entweicht seiner Kehle und wird wohl jedes nicht-letharische Geschöpf im Umfeld als Katalysator des Schmerzes missbrauchen. Dem Schmerz verfallen, scheint er der Gegenwart völlig entrückt.

Wollte Alatar ihn für ein Versagen bestrafen? Möglich! Doch führt Schmerz zu Zorn und Zorn zu Stärke. Vielleicht würde dieser Schmerz auch in eine Vision führen - wie es, wenn auch in abgeminderter Form, nicht selten ein Vorbote einer größeren Aufgabe war.



[img]http://up.picr.de/27759113pp.jpg[/img]
Zuletzt geändert von Tar'xyr am Montag 19. Dezember 2016, 02:16, insgesamt 4-mal geändert.
Benutzeravatar
Kolgrin Feuerklinge
Beiträge: 142
Registriert: Montag 14. November 2016, 21:11

Beitrag von Kolgrin Feuerklinge »

löschen bitte
Zuletzt geändert von Kolgrin Feuerklinge am Sonntag 18. Dezember 2016, 23:57, insgesamt 1-mal geändert.
Kheldairon

Beitrag von Kheldairon »

Nachdem er den Nebel einige Zeit durchwanderte starrte ihn aus diesem heraus ein funkeldes Paar Augen an. Als er bereits versuchte sich auf dieses zu konzentrieren wurde er gestört. Ein Diener des Raben sprach ihn an und scheinbar spürte auch er etwas. Nach einem kurzen Gespräch entschloss man sich, ein Ritual durchzuführen um ein Wesen aus diesem Nebel heraus zu zwingen und Antworten zu fordern. Ein Ort clericaler Tiefe? Dafür kam in Rahal nur ein Ort in Frage. Der Tempel oder genauer der Vorplatz, da der Nebel den Tempel zu meiden schien.
Drakhon zeichnete einen Ritualkreis und danach versanken beide in Anrufungen ihrer Götter, sich auf die Umgebung konzentrierend. Ein Ruck durchfuhr ihn und sein Kopf drehte sich unweigerlich gen Osten, in Richtung des Berges Nilzadan. Doch was er spürte konnte er nicht wirklich fassen, nicht greifen, dazu war es einfach zuviel, was ihn überkam.
Nachdem sie das, was sie spürten besprochen hatten, beschloss man in den kommenden Tagen ein weitaus größeres Ritual zu versuchen um noch mehr Antworten zu erfahren, doch für den Augenblick zog er sich in die Katakomben zurück und dachte noch einige Stunden über das gefühlte nach, bevor er dem Hauptmann einen weiteren Brief zukommen lies. Danach würde er sich wohl mit dem Tempel des Axorns in Verbindung setzen.*


Kheldairon hat geschrieben:
Des All-Einen Segen mit euch Hauptmann Bruchsteig,

ich habe zusammen mit Herrn Sokarth ein Ritual durchgeführt um
mehr über den Nebel und die darin verborgenen Entitäten herauszufinden.
Was der Nebel auch ist, er ist eindeutig clericalen Ursprunges und
eindeutig zu mächtig und groß um das Wirken eines einfachen Clericers zu sein.
Er ist scheinbar göttlichen Ursprunges. Doch konnten weder Herr Sokarth
noch ich eine Spur von Beteiligung von Alatar oder Kra’thor in ihm ausmachen.
Ebenso scheint es in diesem Nebel mehr als eine Entität zu geben.
Was sie auch sind, sie haben sich unseren tieferen Blick entzogen.
Wir werden in den kommenden Tagen ein größeres Ritual vorbereiten
um mehr über ihn herauszufinden.
Anzumerken ist, dass ich auch bei diesem Ritual, in dem wir versuchten
eine der Entitäten aus dem Nebel zu ziehen, keine bedrohliche Präsenz spürte.
Wen auch immer die Drohgebärden aus dem Nebel gelten, sie betreffen
nicht uns.

Dies ist meine erste, grobe Einschätzung und ich muss noch über vieles
Nachdenken und einige Theorien prüfen.
Die Garde sollte dennoch aufmerksam bleiben, falls der Nebel meine
Sinne getrübt hat oder ich einer Fehleinschätzung unterliege.

So sich neues ergibt, werde ich die Garde umgehend informieren.

Ich bitte euch, die Informationen an die Bruderschaft und den Statthalter Rahals weiterzuleiten.

Seine Pranke schützend über euch

Vicarius Kheldairon

Bild
Zuletzt geändert von Kheldairon am Montag 19. Dezember 2016, 00:43, insgesamt 1-mal geändert.
Benutzeravatar
Varcuvius
Beiträge: 445
Registriert: Montag 4. Januar 2016, 00:04

Beitrag von Varcuvius »

Die Nachbarschaft im Tempelviertel schien nach Anbruch der Dunkelheit keinen Fuß mehr vor die Tür zu setzen. Das hinderte sie aber nicht daran, immer wieder neugierige Blicke durch ihre Fenster auf die kaum erkennbaren Straßen zu werfen, um beim ersten Grollen gleich zurück zu zucken. Zu allem Überfluss schwebte in besagter Nachbarschaft am heutigen Abend auch noch eine kleine widernatürliche Wesenheit, die aus mattgrauem Licht zu bestehen schien, an einigen der Fenster vorbei und flog so hoch oben durch die Gassen dieses Viertels. Wer es genauer verfolgt haben mag, sah das Irrlicht dann durch das vielleicht einzige offene Fenster dieser Straße in einer Wohnung verschwinden.


Spät in der Nacht erreicht die Garde dann ein Brief:



Seine Pranke über dem Reich,

ich habe den Nebel in den letzten Tagen auf der Liedebene untersucht. Oder besser gesagt, zu untersuchen versucht. Mir sind hierbei keine Unnatürlichkeiten aufgefallen, was mich zu der Annahme führt dass es sich hier entweder um keine Manipulation des Liedes handelt, oder aber sie so geschickt gewirkt wurde, dass ich sie nicht als unnatürlich wahrnahm. In jedem Fall ist dies bloß als ein Hinweis meinerseits zu verstehen und besitzt keine Allgemeingültigkeit. Die Masetra und die Magi des Ordens werden womöglich mehr in Erfahrung bringen können.

Es steht außer Frage, dass ich in dieser Sache, wie üblich, meine Fähigkeiten in den Dienst des Reiches stelle. So Rückfragen bestehen oder meine Mithilfe gewünscht wird, zögert nicht mir dieses zukommen zu lassen.

Macht und Stärke
Varcuvius
Der Erzähler

Beitrag von Der Erzähler »

Die Schatten des Abends wurden länger, streckten sich und wuchsen zu einer dunklen Nachtschwärze zusammen, die die heilige Stadt rasch verschluckte. Auch in dieser Nacht wollten die Schemen, nun immer klarer als beinahe durchsichtige, stetig schwach wabernde, geisterhafte Panther zu erkennen, nicht ruhen.
Ja, sie suchten, doch scheinbar weder Mensch noch Letharf oder Rashar?
Sie begehrten, doch war es weder Futter, noch die Jagd oder anderes Leben!
Und sie forschten, erkundeten, spürten nach... nach einem namenlosen Ziel.

Vielleicht vernahm er ihr Rufen und sah eine Möglichkeit?
Oder war es gleich zu Beginn sein Wunsch etwas von Nutzen daraus zu schaffen? Unter Umständen sah er nun einfach die rechte Zeit gekommen?
Es ist schwer, göttlichen Willen stetig nachzuvollziehen, doch eines war recht deutlich: Dass die Pantherwesen alles von ihm klerikal Berührte nicht bedrohten, war durchaus bewusst und so konnte es wahrscheinlich kein Zufall sein, dass gerade Tar'xyr, ein junger Templer, dem Glauben verschrieben und zugleich ein Kind des All-Einen, eine weisende Vision erhielt.

Schatten im Axorn.
Nicht jene, in welcher ein Teil des Vaters die Zukunft webt, sondern jene bleichen, farblosen Schatten, die an blinde Flecken erinnern, an blinden Gehorsam - blinde Schatten... und sie breiten sich aus, verschlucken und vollenden ein Nichts?
Im letzten Moment wandelt sich das Bild und zeigt lebendige Schatten, Schemen in ihm wohlgefälliger Form, die Rahal durchstreifen und ein Ziel suchen, einen Sinn oder gar eine Aufgabe?
Ein weiteres Mal verschwimmt die Vision und zeigt eine weite Fläche, ein Raum für eine Weihe vielleicht oder ein Gebet gar, das Ganze wirkt sakral, weit und viele Augen richten sich auf die Mitte der Halle, wo ein Gegenstand beinah wie auf dem Präsentierteller platziert wurde.
Ein Schritt, noch einer und weitere folgen, ehe dieses Objekt von Kopf und Augen recht eingeordnet werden kann... ein Instrument, eine Flöte!


Mit jener Erkenntnis reißt die Vision.
Es ist alles gesagt, Taten müssen nun folgen!
Benutzeravatar
Tar'xyr
Beiträge: 306
Registriert: Montag 11. August 2014, 23:36

Visionen

Beitrag von Tar'xyr »

Ganz offenbar wollte Alatar seine zurückgebliebene, zerbrechlich wirkende Hülle nicht strafen. Eine der vielen Prüfungen auf dem Weg zur Vollkommenheit stand tatsächlich an. Auch wenn er für solche Gedanken in diesem Moment des Schmerzes wenig empfänglich war – Er hätte sich auch jedem anderen Schicksal bereitwillig ergeben.

Dem Diesseits gänzlich fern, ergreift eine Vision von ihm Besitz. Wie in Trance greifen seine knochigen Hände nach den flüchtigen Pantherschemen - das Fell umschmeichelt seine Finger, doch dann zerrinnt es zwischen ihnen wie Sand. Die Augen zucken unter den geschlossenen Lidern und wirken, als müssten sie eine Flut an Eindrücken bewältigen.

Leere wurde zu Schmerz,

Schmerz formte eine Vision

und es folgte Stille.

Langsam gaben seine Lider wieder den benommenen Blick frei, ehe sich sein fremdelndes Augenmerk auf das durchstoßene Pergament richtete. Was auch immer es mit dem Pergament auf sich hatte, er befasste sich nicht weiter damit – vergaß es noch im selben Moment.

Fragen blieben. Doch wie es seinem Wesen entsprach, dachte er nicht lange über eine Antwort nach, sondern begab sich ohne weitere Vorbereitungen nach Rahal um Antworten zu erhalten. Für ihn hatte es nie eine andere Aufgabe gegeben.


[img]http://up.picr.de/27785439el.jpg[/img]
Zuletzt geändert von Tar'xyr am Donnerstag 22. Dezember 2016, 01:16, insgesamt 1-mal geändert.
Benutzeravatar
Tar'xyr
Beiträge: 306
Registriert: Montag 11. August 2014, 23:36

Beitrag von Tar'xyr »

Eine Vision Alatars ist kein Geschäft des Alltags. Einerseits stellten die Geisterpanther keine Bedrohung dar, anderseits musste es einen Grund geben, dass sich Alatar herabließ, einen seiner Diener mit dieser Aufgabe zu betrauen.

Ob dieser Kontroverse war es kein Leichtes, die Vision und die sich daraus ergebenden Konsequenzen richtig zu deuten. Und Tar’xyr begriff es als Gabe Alatars, die es nur richtig zu behandeln galt. Zuerst jedoch musste ein Weg gefunden werden, wie man sich das Gehör jener Erscheinungen verschafft. Als Schlussfolgerung aus den zugetragenen Berichten und aus seiner Vision, ergab sich für ihn, dass diese Erscheinungen klerikalen Ursprungs sind und sie durchaus ein Bewusstsein für ihr Umfeld haben. Mit Worten konnte man sie ganz eindeutig nicht erreichen. Und so war die einzig logische Schlussfolgerung, dass sie auf die Laute einer Flöte reagieren mussten.

Sollte es denn nun eine einfache Flöte sein, die den Kontakt zu den geisterhaften Pantherwesen herstellt? Dann wäre es einem Jeden möglich sich den Schlüssel zu dieser Gabe zugänglich zu machen. So einfach konnte es nicht sein. Dennoch musste es ausgeschlossen werden.

Die Zeit war kein drängender Faktor und bot somit Raum für einen fundierten Feldversuch. Gemeinsam mit seinen Geschwistern und den herbeigerufenen Panthern machte er sich auf den Weg nach Rahal - auf die Suche nach den nebelhaften Wesen.

Sein Schützling, Zyd’arak, der angehende Junglethoryx [Catulus], begleitete den Tross mit seinem musikalisch wahrhaft grässlichen Flötenspiel. Genau wie die Panthereskorte hatte es jedoch keinerlei Wirkung auf die Geisterpanther - Kein Erfolg ist auch ein nützliches Ergebnis und in diesem Falle schließlich sogar ein beruhigender Umstand, da der Schlüssel nun offenbar nur einem erlesenen Kreis zugänglich ist. Oder vielleicht auch Keinem? Die gesegnete Flöte wurde Zyd’arak gereicht und sogleich wurde die Stille wieder gebrochen. Gefolgt von mehreren Erkenntnissen:

An Zyd’arak war kein Lethurax [Barde] verloren gegangen, diesbezüglich zeigte sich der angehendene Junglethoryx uneingeschränkt maximal beschränkt. Ein nicht überraschendes Ergebnis, gilt das Leben eines Letharen, der gezielten Prägung seiner Stärken. Auch wenn er es mit keinem Wort würdigen würde, sah Tar’xyr diese Stärken in seinem Schützling. Und er war gereift - wo früher seine unangemessene Redseligkeit einen Teil seines Verhaltens ausmachte, ergriff er diese Aufgabe ohne eine Frage zu stellen. In menschliche Dimensionen übertragen war dies ein gewaltiger Vertrauensbeweis.

Aber vielmehr das sich unter Tar’xyrs verschlingender Aufmerksamkeit erwartete Ergebnis stellte sich ein: Die Panther reagierten auf das Flötenspiel – Sie spitzten die Ohren und folgten dem Flötenspieler. Die gesegnete Flöte zeigte Wirkung. Zumindest für einige Augenblicke, denn dann verloren die Geisterpanther die geschaffene Verbindung wieder.

Ob des schwachen Segens, den Tar’xyr dem Instrument auferlegt hatte, ein folgerichtiger Ertrag, er hatte ohnehin schon weitere Pläne…


[img]http://up.picr.de/27937223wh.jpg[/img]
Zuletzt geändert von Tar'xyr am Freitag 6. Januar 2017, 14:45, insgesamt 1-mal geändert.
Antworten