Von Feuern und den entstehenden Schatten..

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Gast

Von Feuern und den entstehenden Schatten..

Beitrag von Gast »



Die Arme noch völlig erschöpft von den ganzen Arbeiten in Sturmouve, streckte sie sich genüsslich vor einem der Feuer in der Umgebung Bajard's.
Gewohnheiten sollte man nicht ändern, und ab und zu auch eher zu alten zurückfinden.
So hatte sie also einige Tage den warmen und sicheren Platz im Hause Neralons verschmäht, hatte ihm eine Nachricht hinterlassen, und war in die vertraute Umgebung zurückgekehrt.


Wenn du mich suchst,
ich bin in Bajard.
L.


Jeden Abend wartete also ein anderes der knisternden Holzscheite auf sie.., jeden Abend konnte man anderen Menschen und Erzählungen begegnen, Tieren die sich unerwartet nah an einen heran trauten, und manchmal sollte man auch völlig erholsam schlafen.

Dass sie heute Nacht ausgerechnet von Heinrik träumte, war so nicht angedacht gewesen und langsam hatte sie es auch satt, dass er sich bis in das Unterbewusstsein schlich, sie immer wieder aufsuchte und einholte.
Die zufälligen Begegnungen machten es auch nicht besser.., und auch von Temora hatte sie mehr erwartet als ein solches Schicksal.

Als sie das nächste Mal erwachte, war es leider noch nicht wieder Morgens, so wie sie sich erhofft hatte, doch eine Frauenstimme hatte ihre Aufmerksamkeit erhalten, und so war sie früher oder später aus dem Traum der Vergangenheit aufgeschreckt und hatte sich aufmerksam umgesehen.
Auch eine Männerstimme war zu hören, rau, fordernd.. nicht mehr so jungs wie die der Frau.
Dann konnte sie plötzlich einen der beiden erkennen.
Eine recht kleine, junge Frau, die Haare strähnig an der Stirn und zu den Seiten bis zu den Schultern reichend.
Ihre Hand wanderte zu ihren eig'nen wild durcheinander liegenden, feuerroten Wellen... sie waren trocken.
Das sie schwitzte und scheinbar irgendetwas sie hinter sich herzog, ließ die Kriegerin aufschrecken und sie erhob sich sogleich.

''Hey!''
, rief sie hinüber.
''Brauchst du Hilfe??'',fügte sie etwas lauter hinzu.
Das blonde Mädchen riss den Kopf herum und sah aus panischen Augen zu ihr, doch entgegnete sie nichts.
Noch schnell den Schwertgurt umgebunden ging sie zielstrebigen Schrittes auf die beiden zu.., und nachdem sie näher gekommen war erkannte sie auch die andere Gestalt.

Die schwarze Kaputze verdeckte das meiste seines Gesichtes, doch ein grauer Kinnbart lugte hervor.
Sie hatte keine Ahnung wer er war, doch die Tatsache dass er das Mädchen am Arm gepackt hatte, gefiel ihr nicht.
Die dunkle Robe die er trug zuckte unter seinen Bewegungen und er versuchte den Blondschopf weiter mit sich zu ziehen.

''Habt ihr die Wörter verschluckt, oder was ist los?''
, herschte sie die beiden an.
Der Blick den sie dafür erntete, ließ ihr einen kalten Schauer über den Rücken laufen, das Mädchen hingegen schüttelte lautlos den Kopf.
-Geh!- 'schienen ihre Augen ihr zuzurufen, doch tatsächlich hatte sie schon vorher entschieden, sich nicht von der Stelle zu rühren.
Fast als hätte er den Gedanken des Mädchens vernommen, vernahm man die tiefe und fast unheilvolle Stimme.
''Nein, sie wird nicht gehen.., aber vielleicht möchte das lose Mundwerk uns begleiten?''

Lym verengte die Augen.

''Loses Mundwerk??, weil ich jemanden, offensichtlich zu schwachem helfen möchte?''
''Doch besser eine große Klappe, als so ein Grobian!! Lass sie los''
, sprach sie und griff nach ihrem Schwertknauf.
''Dass du eine Dunkelheit in dir trägst, spürte ich bereits als du noch nicht ganz bei uns warst,
doch wenn man sie zu sehr hinaus lässt..,
muss man auch mit den Konsequenzen leben.
Sie wird mich heute begleiten, doch ich werde sicher nicht vergessen, dass du es warst, die mich versuchte davon abzuhalten.''


Noch während sie zu verstehen versuchte, was er ihr sagen wollte,
hatte er die Kaputze etwas angehoben und suchte den Blick der Rothaarigen.
Sie konnte kaum die Augenfarbe des Fremden erkennen,
denn eine Taubheit in ihren Beinen und der Blick, der sich immer weiter verschleierte,
lenkten die Aufmerksamkeit zu sehr auf ihren eigenen Körper.
-Was tat er mit ihr?-
Sie taumelte.., und unsanft landete sie auf ihrem Rücken.
Der Aufprall erschütterte ihre Lungen und nur schwerlich konnte sie nach einigen Augenblicken einen Atemzug tun.
Dass sie nichts sehen konnte ließ sie einen Moment in Panik geraten, ehe sie aber tatsächlich das Bewusstsein verlor und auf dem kälter werdenden Boden zurückblieb, bis der berobte Mann sicher davon gekommen war.



Zuletzt geändert von Gast am Montag 26. Dezember 2016, 16:35, insgesamt 1-mal geändert.
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Christo
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Beitrag von Christo »

Müde.. er war es wieder einmal... Müde.

Wenn es nach seiner reinen und spontanen Lust gegangen wäre, hätte er die junge Frau dort am Feuer bei Bajard ignoriert. Wäre mit seiner Beute weitergezogen nachdem er die störende Dame ausser gefecht gesetzt hatte und wäre nun mit den Gedanken nichtmehr zu ihr zurück gekehrt. Doch ihm wahr auf dem Weg zurück in sein Heim, seinen unwilligen Gast noch am Arm eingefallen das er dieses Gesicht kannte.

Adoran... er war es Müde... dieses Adoran.


Sicher war sich Fames nun wahrlich nichtmehr ob er sie mit dem Regiment oder nur einem Gardisten in Verbindung brachte, doch so oder so würde das vermutlich Probleme mit sich bringen. Wie immer wenn er es mit Adoran zutun hatte, würde es so oder so niemanden Interessieren wenn er da im Schlapptau hatte. Wenn doch jemand fragen würde... dann so oder so um ihm nicht zu glauben.

Ein Schlag... ein zweiter Schlag... KNACK

Nein es wollte und wollte nicht in seinen Schädel kommen woher er dieses Gesicht kannte, somit war es klar wie der kalte Nachthimmel über ihm was zutun ist. Außerdem... jetzt wo er einige Zeit mit seinem erwählten Opfer alleine gewesen war, konnte er den Eindruck nicht leugnen das er irgendwie dieses Dunkelheit in ihr _befreien_ wollte nachdem er gerade erst Krathor geopfert hatte.

Nicht Heute.... so ein Hunger und so Müde also... nicht Heute.


Mit nun einem gebuckelten Sack auf dem Rücken statt einer Frau an der Hand, einige tiefe weinrote Flecke im Stoff, welche sogar etwas tropften, ging es in die große Stadt des alatharischen Reiches. Durch die Straßen gen des großen Tempels des finstren Schutzpatronen, kurz davor eine kleine Straße abbiegend und in das unnauffällige Wohnhaus hinnein. Den Keller hinnab, ein paar der selbst gemachten Fettkerzen anzündend, ließ er seine Gedanken beim Schwingen von Metzgerbeil freien Lauf und überdachte diese Gedanken tiefergehend beim Schneiden mit dem Fleischermesser.

Mal sehen was er tun würde...
sehen was getan werden musste...
tun was er musste um krathorischen Frieden zu bringen und zu haben.


In dieser Nacht war es die Ruhe eines warmen Bades und des weichen Bettes für ihn, während unten die eisige krathorische Ruhe penetrant vom Tropfen des Blutes immer wieder gestört wurde.
Gast

Beitrag von Gast »



Als sie mit der Beule am Hinterkopf erwachte, funkelten unzählige Sterne am Himmel um die Wette.
Der düstere Kerl musste längst über alle Berge sein, und nun, da sie wieder bei klarem Verstand war, konnte sie sich auch an die unheilvollen Augen erinnern.
Der wütende Ausdruck darin, sie konnte die Gedanken kaum von jenem ablenken, war ihr ins Gedächtnis gebrannt.
Irgendetwas in ihrem Inneren ließ das Durcheinander im Kopf immer wieder dorthin wandern.

Früher hatte Heinrik immer gesagt, Er könne das Dunkle in ihr spüren, und sie solle es mit aller Macht zurückhalten.
Doch da war es gewesen, es war aufgeflammt und hatte sich einen Moment um sie geschlungen, wie eine Schlange um ihr Opfer.
Überraschenderweise hatte sie es genossen und sich hinein fallen lassen.
Es war eine kalte Wut in ihre Augen getreten, ließ das Atmen wie einen eisigen Hauch erscheinen und hatte sich einen Moment in ihrer Brust breit gemacht.
Es war die Wut auf ihr Leben, die Wut auf den glattgestriegelten und blöden Regimentler,
der ihr einmal soviel bedeutet hatte, und es auch noch tat.
Verdient hatte Er es nicht. Was auch immer aus Ihm geworden war..
Zu ihr hatte Er stets gesagt sie solle sich nicht verbiegen, doch was auch immer dieser Möchtegern darstellen wollte,
Er selbst war Er damit auch nicht mehr!!
Nicht mehr der Heinrik welcher sich die Hände schmutzig machte, nicht mehr grob und ungehobelt interessant.
Langweilig, glatt gestrichen und am Rockzipfel edler Damen hängend, machte Er sie wütend.
Der Puls an ihrem Handgelenk schien die Haut hinauf zu heben, so sehr pulsierte er und tobte.
Der komische Hut und der feine Umhang erinnerten sie nur noch daran, dass Er nicht mehr der von Früher war.
Vielleicht hatte sogar sie selbst ihn so weit getrieben, bei Temora, dann war sie vielleicht selbst Schuld dass er sich in diesem neuen, ach so tollem, gold - rotem Licht sah?
Mit einer Schere zerschneiden müsste man diese Fetzen und ihm die klobigen Stiefel und sein Lederwams wieder in die Hand drücken.
Doch sie musste aufhören an den Idioten zu denken, längst betrachtete Er eine andere mit dem Blick, welcher für sie bestimmt sein sollte.


Leise durchatmend, kehrten die Gedanken zum Fremden zurück, welcher das Mädchen unsanft am Arm gepackt hatte.
Ein wenig hatte Er sie an sich selbst erinnert.
Vielleicht hätte Er sie einfach direkt mitnehmen sollen, weg von den bekannten Gesichtern, welche sich eh einen Dreck um sie scherten.

Als in der Nähe am Feuer, einer Stelle, welche sie selbst lange Zeit als Treffpunkt genutzt hatte, ein Pärchen begann laut zu lachen, und danach auch noch anfing sich abzuknutschen, konnte sie es sich keine Sekunde verkneifen...

''Habt ihr kein Zuhause??
Entweder ihr verschwindet oder seid gefälligst leiser!!''

brach das längst vergessene Feuer aus ihr heraus.
Die beiden Köpfe fuhren herum, doch konnte man an ihren zugekniffenen Augen merken, dass sie nichts erkennen konnten.
Trotzdem standen sie auf, und verließen das Feuer an der Handwerkszunft.

''Besser ist es!''
, fügte sie an, bevor man die beiden nicht mehr sehen konnte.

Sie war allein.
Im benachbarten Wald konnte man die tiefe Stimme einer Eule vernehmen.
Genau das was sie wollte, Ruhe, allein sein, Rum.. doch.. wollte sie allein sein?
Vielleicht würde sie den dunklen Kerl bald wiedersehen, und vielleicht auch schon früher als angenommen.
Dann könnte sie Ihn auch direkt bitten, ob sie Ihn begleiten durfte.


Warum auch immer sie sich auszumalen vermochte, dass sie bei dieser Entscheidung eine Wahl treffen könnte.


Neralon Manaris
Beiträge: 54
Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:42

Beitrag von Neralon Manaris »

Wenn du mich suchst,ich bin in Bajard.
L.


Natürlich war sie nicht auf ewig mein Gast, auch wenn ich mir irgendwann sicher mal erhofft hatte das diese ruhelose Seele zumindest einen Ort finden könnte der ihr Zuhause wurde.

Vielleicht war auch eher Bajard dieses Zuhause.

Zumindest kam Sie imer wieder in diese Stadt oder davor was es einfacher für mich machte, hier und da mal nach ihr zu sehen.

Es gab unterschiedliche Orte von denen man die verschiedenen kleinen Feuerstellen beobachten konnte.
Tatsächlich konnte ich sie eine Nacht dort sehen und beobachten.
Das Junge Päarchen das sie gerade verscheucht hatte, hatte wohl gerade erst sein Glück gefunden.
Ein Glück welches ihr wohl verwehrt blieb.

Naja sollte sie wirklich wieder mit dem Speichellecker Heinrik versucht haben anzubändeln, kann ich mir gut vorstellen das sie Wütend war.
Ich konnte eh nicht verstehen wie irgendwer irgendwas an diesem Schauspieler fand aber auch, das stand auf einem anderen Blatt geschrieben.

Rückblickend auf all diese Zeit war das wohl wirklich Lymeria.
Ihr hitziges Temprament, ihre Kraft und ihr Durchsetzungsvermögen aber da war auch immer diese Unsicherheit, sicherlich ihrer Vergangenheit geschuldet aber sie war da.

Welche Richtung sie gehen würde könnte nur die Zukunft zeigen.
Ich würde der Schatten bleiben der ich war und hier und da nach ihr sehen.
Sollte sie mich brauchen und nach mir rufen wäre ich da und würde ihr helfen.
Solange ging sie diesen Weg den nur sie gehen konnte.
Gast

Beitrag von Gast »


Dass es sie in diese Richtung treiben würde hatte sie schon lange geahnt.
Die dunklen Ranken in ihrem Inneren hatten sich längst um sie gewunden, sich zugezogen, sie aber nicht erstickt, nein - Sie hatten sie bestärkt, ihr die Kraft, die sie hatte vor Augen geführt.
Sie hatten den Zorn in ihr entfacht und geschührt.

Das Feuer loderte hinauf und auch ihr Blick richtete sich gen Himmel.
Wie sie ihn liebte, den nachtschwarzen Himmel, mit den kleinen Funkeln welche sie in eine Richtung zu ziehen vermochten.
Die einzig wahre Liebe galt dem Schwarz.
Der Schwärze und der Dunkelheit.

Die vor langer Zeit vertrauten Götter hatten sie verlassen, ihr die wichtigsten Menschen genommen, oder sie an andere weitergegeben.
Sie wusste das Er sie nicht so im Stich lassen würde.

So saß sie am Nachmittag auf beiden Knien vor dem Altar und betete in Gedanken vor sich hin.

> Bitte brenn mich aus, unter meiner Haut.
Mach, dass ich neu beginnen kann.
Ich lösche alles aus,
und stehe aus der Asche wieder auf.<

Als sie sich erhob, wusste sie, er hatte eine Pranke auf ihre Schulter gelegt, denn sie spürte die aufsteigende Kraft in sich.
Er würde sie bestimmt aufnehmen.. und sie würde ihm treu ergeben sein.



Mit ihren Rachegedanken und dem Hass gegenüber vergangenen Erinnerungen,
würde sie sich eines Tages auseinander setzen.




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