die Strafe des Emirs - das Kleid

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Hajifa Yazir
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die Strafe des Emirs - das Kleid

Beitrag von Hajifa Yazir »

Jeder Menekaner diente dem Emir mit all seinem Streben. Sein Wille war der Wille des Volkes und sein Streben diente einzig und allein dem Wohl aller Menekaner. So jedenfalls sah es die Theorie vor. Manchmal waren der Wunsch des Erhabenen und der Wunsch eines einzelnen Menekaners oder einer Naitfah durchaus fundamental verschieden. Dies war so ein Fall und diesmal traff es Hajifa.

Wie bei jedem Fest hatte sie gedacht, sie könnte sich sehr einfach und bequem herausstehlen aus diesem ganzem Schlamassel und hatte sich freiwillig als Wache gemeldet. Dann konnte man seine Rüstung tragen und mit einer sinnvollen Aufgabe herumstehen. Die anderen musste dort feine Kleider tragen, sich schminken und Duftwässerchen tragen, was irgendiwe ja ganz lustig war, aber Hajifa nie wirklich begeistert hatte. Natürlich erinnerte sie sich noch gut an die Unterrichtsstunde, bei der sie eine Stunde lang über ein schmutziges Kleid diskutiert hatte. Doch nicht mal diese wunderbare Erinnerung konnte sie jetzt noch aufheitern. Denn der Wille des Erhabenen war nun einmal verpflichtend für jeden Menekaner und für einen Janitschar sowieso.

Der Erhabene wollte sie in einem Kleid sehen, bezaubernd und schön wohl auch noch. Das konnte etwas werden. Er hatte da auch nicht mit sich reden lassen, was sie auch probiert hatte und welche Ausrede sie auch versucht hatte, Abbas war hart geblieben. Hajifa würde ein Kleid anziehen müssen und sollte auch noch tanzen. Als ob es nicht noch schlimmer werden könnte. Die Andeutungen die er gemacht hatte, waren auch nicht unbedingt aufmunternd. Normalerweise sollte man sich bestimmt nun freuen als Natifah. Hajifa aber konnte das nicht. Vor allem, weil sie die ganzen alten Männer, die Sahids Freunde waren, immer als eine Art "Onkel" gesehen hatte. Vor allem Imraan, Abbas oder auch der alte Amar.

So wurde dann aber doch pflichtschuldig für Suraya eine Nachricht hinterlegt.



Liebe Suraya,

der Erhabene verlangt von mir, dass ich ein Kleid tragen soll bei dem Wüstenklangball. Ich glaube er will auch, dass ich ein wirklich schönes und bezauberndes Kleid trage. Egal wie viel ich diskutiert habe, ich darf meine Rüstung nicht tragen!

Also ich hab meine einfachen Kleider, die sehr bequem sind, aber ich glaub ich brauch was richtig tolles! Deshalb brauch ich deine Hilfe! Ganz ganz gaaaaanz dringend![s]!!![/s]

Hast du vielleicht morgen Zeit, dass du mir hilfst? Ansonsten soll ich zum Basar, die haben wirklich an alles gedacht...

Mara mit dir,

Hajifa

p.s.: Ich bin wieder da!
Suraya Ayana Yazir

Beitrag von Suraya Ayana Yazir »

Salam Hajifa,

Schön das du den Weg wieder nach Hause gefunden hast. Umsomehr ist es mir eine Freude dich endlich mal in einem sauberen und adrettem Kleid zu sehen. Ich fertige dir ein wundervolles Stück und lege es für dich bereit.

Suraya
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Hajifa Yazir
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Registriert: Montag 16. Juni 2014, 01:36

Beitrag von Hajifa Yazir »

Der Brief von Suraya wurde mit einem breiten Lächeln, aber durchaus auch einer großen Portion Schiss, gelesen. Sie freute sich, dass ihre Cousine ihr etwas gezaubert hatte, aber was würde sie da erwarten?

Als sie damals nach Menek'Ur gekommen war, aufgewachsen nur mit Brüdern und Onkeln, da hatte sie immer von den schönen Kleidern geträumt, die die Natifahs in der Goldenen Stadt trugen. Meistens hatten sie praktische Kleidung getragen, während sie mit ihrer Karawane herumzogen. Am Ende hatte sie sich jedoch gegen die Welt der Kleider, der feinen Damen und den vielen Benimmregeln entschieden. Es war der bessere Weg gewesen für sie und mit Stolz dachte sie an all die vielen großen Krieger und Kriegerinnen, die sie kennengelernt hatte dabei.

Sahid etwa, der immer wie ein perfekter Janitscher auf sie gewirkt hatte und dem sie so viel zu verdanken hatte. Wie ein Vater oder Onkel war er gewesen, nachdem sie Kunde erhalten hatte, dass ihre leibliche Familie verstorben war. Aber auch Imraan, der weise, alte, kuchenvernichtende Maleem, von dem man so viel über Güte lernen konnte. Oder aber Abbas, der damals noch ein recht durchschnittlicher Sohn der Omar gewesen war. Er hatte sich die Zeit genommen und ihr den Weg der Kinder der Omar erklärt und mit ihr Liegestütz geübt, damit sie sich nicht immer drum herum mogeln musste bei den Übungen. Manchmal bedauerte sie es etwas, dass er nun der Emir war und keine Zeit mehr hatte einem jungen Mädchen auf ihrem Weg zum Erwachsenwerden zu helfen. So war das aber nun.

Natürlich hatte sie aber auch Khalida kennengelernt dadurch! Khalida! Die größte Heldin, die sie je getroffen hatte und die das menekanische Volk je vorzuweisen hatte. Jedenfalls war Hajifa davon fest überzeugt, auch wenn Khalida immer merkwürdig grummelig wurde, wenn es um die Heldenverehrung ging. Ein weiter Indiz für Hajifa, dass sie auf der richtigen Spur war! Wann immer sie Khalida ohne Rüstung sah, war das unheimlich befremdlich und merkwürdig. Etwas das einfach nur "falsch" wirkte.

Nun sollten sie aber alle in einem Kleid erscheinen! Alle! Wusste der Emir denn nicht, welcher Gefahr er sich damit aussetzte, wenn seine besten und größten Kriegerinnen ohne Rüstung erscheinen mussten? Was wenn ein Balron ihn fressen würde wie den armen Nabil?! Mit all diesen fürchterlichen Gedanken über den hilflosen und armen Abbas machte sie dann das Paket auf, in dem ihr Kleid war. Kurz setzte der Herzschlag aus und dann sah sie es!

Ein Traum in Pink! Verziert mit Golddraht und alles war passend hergerichtet. Schühchen zum Tanzen, ein wunderschöner Schleier und feinstes Tuch, wie sie es noch nie in ihrem Leben berührt hatte. Allerhöchstens mal gesehen, wenn Noelani, als Esra damals noch, ein besonders prächtiges Gewand trug. Was hatte Suraya da nur gezaubert für sie?!

Mit diesen Gedanken schmolz Hajifa langsam dahin und sah sich selbst bereits im Tanz auf dem Ball. Ach wie wunderbar das alles werden würde und wie prächtig. Summend machte sie sich danach an die Hausarbeit.

Für Suraya aber wurde noch eine Antwort hinterlegt. Eine Zeichnung von einem strahlend lächelnden Lama mit einem Blumenhut auf dem Kopf und einem großen "Dhabir" daneben.
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