Tatsächlich waren die verschiedenen Halsketten und die Edelsteinfassungen von den Letharen fertig. In unterschiedlicher Stärke und Hexenstahlkonzentration zeigten auch die verschiedensten Edelsteinfassungen an den Ketten das Versuchsstadium für das Experiment an. Man wusste nicht genau welche Form sich bewähren würde. Welche Kette genug Hexenstahl barg um die Wirkung der Schattenzeichen, auf die man sich inzwischen geeinigt hatte, zu verschleiern und wenig genug um die Wirkung des Schattenzeichens gestärkt von der Energie im Edelstein nicht zu unterdrücken. Nachdenklich sah sie auf die dunklen, violetten Edelsteine die der Meisterschmied der Letharen für die verschiedenen Fassungen zurecht geschliffen hatte. Dem Zweck entsprechend war die Wahl angemessen, obwohl man sie grundästzlich sicher als ungewöhnlich Auswahl betitelt hätte. Sowohl die Ketten als auch die Steine, natürlich noch getrennt voneinander, brachte sie somit zur nächsten Ordensbesprechung mit. Ein wenig spät, sie war aufgehalten worden, verabschiedete sich bereits der erste Arkorither als sie eintraf. Eine sehr lange Weile besprach man sich noch, ehe am Ende jeder der noch anwesenden Arkorither eine der Ketten und den zur Fassung gehörenden Edelstein mit sich nahm. Sacht strich sie mit den Fingerspitzen über die verschiedenen Facetten 'ihres' Steines und sondierte seine Beschaffenheit eingehend. Wirklich gut geschliffen, er passte sicherlich perfekt in die Einfassung. Ein Pergament heran ziehend schrieb sie flüchtig einige Punkte auf die das Schattenzeichen erfüllen sollte. Das würde wirklich nicht einfach werden. In den folgenden Tagen übte sie mit immer komplizierter werdenden Zeichen. Die Windungen der Sigillen erschienen ebenso verworren wie die Gedankengänge dazu. Erst nach gefühlten tausend Zeichen wurde es besser und ging ihr etwas leichter von der Hand.
Nach und nach ging auch das 'Ausbrennen' der magischen Symbole wie selbstverständlich von statten. Es wurde langsam Zeit das Schattenzeichen in den Edelstein zu bannen und sie beschloss Eska, die ebenfalls ein Amulett und den passenden Stein im Besitz hatte, eine Nachricht zu senden. Von ihr wusste sie, dass man in derselben Stunde die zugehörige Lektion vermittelt bekommen hatte und sie hatten schon früher erfolgreich zusammen gearbeitet. Pergament und Tinte standen ohnehin auf ihrem Schreibtisch bereit, so war beides schnell herangezogen. Kratzend fuhr die breitere Spitze der Feder über das Pergament und füllte Zeile um Zeile. Ein wenig Sand, um die Tinte zu trocknen, dann wurde das Schriftstück gefaltet und in einem Umschlag mit ihrem Namen und einer Flasche Rotwein in der Burg hinterlegt. Gewiss würde sich die Ordensschwester zeitnah melden. Bis dahin würde sie weiter üben und das eigene, geplante Zeichen gänzlich perfektionieren. Weitere Ansätze hatten sich bisweilen noch immer nicht offenbart und sie war gespannt was die anderen Ordensmitglieder für ein Schattenzeichen für die ihnen zugeteilten Steine und Ketten ersonnen hatten. Nachdenklich legte sich der Blick sodann wieder auf den dunklen Edelstein und sie begann erneut über mögliche Verbesserungen des Schattenzeichens zu grübeln. Am Ende musste es sich perfekt in den Edelstein einfügen...