Und da war die Zeit...
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Gast
"Du musst viel härter werden, Noelani."
"Wir sollten ein gutes Beispiel sein."
"Setz dich durch."
"Ich kann dir nicht mehr vertrauen."
"Du warst mir mal die Liebste aller Natifahs."
Ich hatte mal ein Buch gelesen, wo irgendwo, in welchem Zusammenhang auch immer, der Satz aufkam, dass es an der Spitze recht einsam sei. Dieser Gedankengang stieß mir recht bitter auf und die Tatsache, dass ich mich nun den zweiten Tag mit diesem Mädchen herum schlagen musste, machte es nicht besser. Es war der erste Tag auf MenekUr der mir den Gedanken in den Kopf drängte, einfach weit zu laufen. Ich hatte Kopfschmerzen und ich war des Redens müde. Wenn ich daran dachte, dass ich diese dramatischen Situationen ein Leben lang haben musste, hätte ich schreien können. Aber das tat ich dann ja als Tooru kam und versuchte ein gutes Wort für die Person einzulegen, die mich seit Wochen beleidigte, mich und andere. Die Person, für welche ich mich einsetzte, überall und meinen eigenen Ruf hinten an stellte.
Ich wollte meine Zeit nicht mehr damit verschwenden, das durften nun andere machen. Ich habe getan was ich tun konnte, der Rest lag ab jetzt in anderen Händen und ich hoffte inständig, das würde auch so bleiben.
Zeitgleich musste ich mich damit abfinden, dass die Distanz zu Imraan nun die nächsten Tage wohl größer wurde. Ich wollte mit einem guten Beispiel voran gehen, wir wollten das. Nur war es an Tagen wie heute eine regelrechte Qual. Aber was sollte es auch werden. Ich hätte mich beschweren können, zürnen können und entweder hätte er versucht mich zu beruhigen oder aber es wäre in Richtungen gelaufen, die ich nicht losreißen wollte. Ich wollte mit dieser Thematik einfach nichts mehr zutun haben. Also erzählte ich nichts und versuchte ihm nun auch aus dem Weg zu gehen. Wenn er reden wollte, würde er wohl kommen und ich konnte meine derzeitige Wut woanders auslassen. Schlechte Charakterzüge, nichts was ich ihm zeigen wollte, aber vermutlich irgendwann zeigen musste.
Und dann, wollte ich Hadcharim werden? Natürlich wollte ich das aber ich würde mich wohl nie erdreisten mich dort hin zu stellen, und danach zu gieren, als wäre das eine Sache, die man kriegt, weil man es eben will. So sagte ich Mariyah, dass ich nicht hingehen würde. Denn wenn die Mutter wollen würde, dass ich das werde, dann würde es wohl geschehen. Ich wollte es nicht greifen, wie eine Banane auf dem Basar, wenn ich einkaufte. Es hatte für mich zu viel Wert. Ich wünschte mir allerdings für mein Volk, welches zu dieser Stunde in der Akademie erscheinen würde, dass sich darunter vielleicht eventuell einer finden würde, dem diese Ehre zu Teil wird. Ich lehnte ab.
Und als ich in der Nacht nicht schlafen konnte, weil meine Gedanken mich umbrachten, kontrollierte ich ob mein Bruder wach war. Er war es nicht und so griff ich mir einige Kleider, stieg in meine Rüstung und ritt in die Wüste und noch weiter. Denn jeder Atemzug fühlte sich zur Zeit beengt an.
"Wir sollten ein gutes Beispiel sein."
"Setz dich durch."
"Ich kann dir nicht mehr vertrauen."
"Du warst mir mal die Liebste aller Natifahs."
Ich hatte mal ein Buch gelesen, wo irgendwo, in welchem Zusammenhang auch immer, der Satz aufkam, dass es an der Spitze recht einsam sei. Dieser Gedankengang stieß mir recht bitter auf und die Tatsache, dass ich mich nun den zweiten Tag mit diesem Mädchen herum schlagen musste, machte es nicht besser. Es war der erste Tag auf MenekUr der mir den Gedanken in den Kopf drängte, einfach weit zu laufen. Ich hatte Kopfschmerzen und ich war des Redens müde. Wenn ich daran dachte, dass ich diese dramatischen Situationen ein Leben lang haben musste, hätte ich schreien können. Aber das tat ich dann ja als Tooru kam und versuchte ein gutes Wort für die Person einzulegen, die mich seit Wochen beleidigte, mich und andere. Die Person, für welche ich mich einsetzte, überall und meinen eigenen Ruf hinten an stellte.
Ich wollte meine Zeit nicht mehr damit verschwenden, das durften nun andere machen. Ich habe getan was ich tun konnte, der Rest lag ab jetzt in anderen Händen und ich hoffte inständig, das würde auch so bleiben.
Zeitgleich musste ich mich damit abfinden, dass die Distanz zu Imraan nun die nächsten Tage wohl größer wurde. Ich wollte mit einem guten Beispiel voran gehen, wir wollten das. Nur war es an Tagen wie heute eine regelrechte Qual. Aber was sollte es auch werden. Ich hätte mich beschweren können, zürnen können und entweder hätte er versucht mich zu beruhigen oder aber es wäre in Richtungen gelaufen, die ich nicht losreißen wollte. Ich wollte mit dieser Thematik einfach nichts mehr zutun haben. Also erzählte ich nichts und versuchte ihm nun auch aus dem Weg zu gehen. Wenn er reden wollte, würde er wohl kommen und ich konnte meine derzeitige Wut woanders auslassen. Schlechte Charakterzüge, nichts was ich ihm zeigen wollte, aber vermutlich irgendwann zeigen musste.
Und dann, wollte ich Hadcharim werden? Natürlich wollte ich das aber ich würde mich wohl nie erdreisten mich dort hin zu stellen, und danach zu gieren, als wäre das eine Sache, die man kriegt, weil man es eben will. So sagte ich Mariyah, dass ich nicht hingehen würde. Denn wenn die Mutter wollen würde, dass ich das werde, dann würde es wohl geschehen. Ich wollte es nicht greifen, wie eine Banane auf dem Basar, wenn ich einkaufte. Es hatte für mich zu viel Wert. Ich wünschte mir allerdings für mein Volk, welches zu dieser Stunde in der Akademie erscheinen würde, dass sich darunter vielleicht eventuell einer finden würde, dem diese Ehre zu Teil wird. Ich lehnte ab.
Und als ich in der Nacht nicht schlafen konnte, weil meine Gedanken mich umbrachten, kontrollierte ich ob mein Bruder wach war. Er war es nicht und so griff ich mir einige Kleider, stieg in meine Rüstung und ritt in die Wüste und noch weiter. Denn jeder Atemzug fühlte sich zur Zeit beengt an.
Zuletzt geändert von Gast am Sonntag 9. November 2014, 01:02, insgesamt 2-mal geändert.
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Gast
Mein Sajneen hatte es zwar verstanden, dass ich mich in die Höhlen verkroch, aber um so später der Tag wurde, um so schlechter fühlte ich mich. Also drehte ich irgendwann um, ging den Weg zurück und betrat wieder sandiges Land, welches in jenem Moment von einem Sonnenuntergang überflutet wurde. Eine Schönheit die ich sicherlich in manchen Augenblicken mehr zu schätzen wusste. Ungerührt lief ich nach Hause. Das machte mich eigentlich am glücklichsten, das Laufen und so waren auch lange Wege kein Problem, ich betrachtete es eher als eine Art Prüfung, welche die Mutter mir gab. Das alles war mit Sicherheit eine Prüfung und doch fragte ich mich wieso, wieso gerade jetzt?
„Ich bin wieder da!“ Rief ich, als ich über die Schwelle schritt und aus meinen mitgenommen Metallstiefeln schlüpfte. Ich hörte bereits Sahid rufen, auch wenn ich genaue Worte nicht verstand. So machte ich mich daran die Rüstung auszuziehen, mich zu baden und mein Leib in Kleider zu hüllen. Als ich danach das Resultat im Spiegel betrachtete, fragte ich mich immer wen ich da sah. Ich erinnerte mich zeitgleich an Taisha, welche mir sagte, sie würde mich lehren wie eine Frau aus dem Hause der Omar sein sollte. Ich war mir so sicher, dass sie das nur gut meinte, aber im Zusammenhang mit gewissen Dingen fragte ich mich doch jedes Mal, jedes verdammte Mal vor diesem Spiegel, ob ich etwas falsch gemacht hätte.
So zog ich den Schleier vor mein Gesicht, übte mich in einem höflichen Lächeln und zog dann wieder die Treppen hinab. Bevor ich allerdings in die Küche ging und mich zum Abendessen dazu gesellte, versuchte ich mein Glück an der Tür meines Bruders. Einmal klopfen, noch ein weiteres Mal und ich begriff er würde auch beim dritten Mal nicht öffnen, weil er vermutlich nicht da war. Ich nahm mir auch jedes Mal vor, dass es das letzte Mal wäre und die Zeiten vergangen sind, in denen ich die kleine, unbeholfene Schwester war, die sich bei ihm ausweinte.
Die nächsten Tage wurden ruhig. Ich sagte kaum ein Wort, benahm mich wie man es erwartete und fiel nicht sonderlich auf. Aber um so mehr Herzschläge klangen, um so mehr Zeit verstrich und umso mehr Stürme über die Durrah zogen, um so mehr riss es an meinem Herzen. Ich musste mir eingestehen, dass ich seine Abwesenheit nur schwer ertrug und es mir vor kam, als würde ich nicht ordentlich funktionieren, so er nicht in der Nähe ist. Als wäre ich eine Kutsche und man hätte mir die Räder genommen oder die Pferde oder den Kutscher, oder das Holz. Ich mochte mich für diese Schwäche nicht und noch weniger mochte ich es, dass all jene, die mir lieb und teuer waren, es natürlich auch bemerkten. Diese Blicke, diese Worte, ich konnte es nicht ertragen.
Callista wollte meine Hand halten, mir eine Freundin sein, die ich sicherlich gerne angenommen hätte, allerdings wollte ich nicht weinen. Ich wollte mich an die Worte meines Cousins halten und stark sein. Man dürfe außen nicht sehen wie mein Empfinden war. Also blieb ich stark, ließ ihre Hand unbeachtet und lächelt nur, nickte. Lächeln und Nicken hatte ich mir die letzten Tage gut angeeignet. Und wäre nicht Tooru gewesen, hätte ich dieses Spielchen auch noch eine Weile weiter gespielt.
Am Abend drückte mir Tooru einen Kuss auf die Stirn, nachdem sie mir Sonnenblumen aus dem Norden schenkte. Sie redete davon, dass sie bei mir am richtigen Ort wären. Eine Geste die für sie vermutlich beträchtlich wenig Wert hatte, zumindest im Gegensatz zu der Bedeutung, welche ihr ihr zuschrieb. Denn mir liefen die Tränen übers Gesicht, ich fluchte vor mich her und gab meiner Verzweiflung freien Lauf. Meine Cousinen waren vollkommen überfordert, rückten immer näher und leisteten Beistand, versuchten mit Worten irgendwas zu verbessern, mit Gesten zu trösten. Doch meine Gefühle wollten es nicht. Ich war so egoistisch, ich brauchte ihn hier, bei mir und alles was ich hatte waren meine Erinnerungen.
Das Ganze wäre vermutlich weniger dramatisch, wenn nicht alle so reden würden als wäre er tot. Diese Tatsache gepaart damit, dass ich versuchte es mir und zeitgleich den Anderen recht zu machen und versagte, machte mich labil. Ich hatte jeden Tag ein flaues Gefühl im Magen, als würde ich brechen müssen und eigentlich war mein Magen viel zu leer dafür. So mussten die Worte einer 'Wilden', die für mich gar keine mehr war, erst wieder dafür Sorge tragen, dass mein Verstand wieder mitspielte und ich nach vorne blickte. Denn ich wollte nur die Frau eines Mannes sein, die liebt und geliebt wird und das aus tiefster Seele und tiefstem Herzen. Mir waren Ränge nicht wichtig, Positionen, Bestimmungen, Augenfarben... Ich wollte einfach nur sein und ich versuchte eben das zu tun: Einfach nur zu sein.
Und so ging die Zeit und ich würde warten, auf den zweiten Teil meiner Seele.
„Ich bin wieder da!“ Rief ich, als ich über die Schwelle schritt und aus meinen mitgenommen Metallstiefeln schlüpfte. Ich hörte bereits Sahid rufen, auch wenn ich genaue Worte nicht verstand. So machte ich mich daran die Rüstung auszuziehen, mich zu baden und mein Leib in Kleider zu hüllen. Als ich danach das Resultat im Spiegel betrachtete, fragte ich mich immer wen ich da sah. Ich erinnerte mich zeitgleich an Taisha, welche mir sagte, sie würde mich lehren wie eine Frau aus dem Hause der Omar sein sollte. Ich war mir so sicher, dass sie das nur gut meinte, aber im Zusammenhang mit gewissen Dingen fragte ich mich doch jedes Mal, jedes verdammte Mal vor diesem Spiegel, ob ich etwas falsch gemacht hätte.
So zog ich den Schleier vor mein Gesicht, übte mich in einem höflichen Lächeln und zog dann wieder die Treppen hinab. Bevor ich allerdings in die Küche ging und mich zum Abendessen dazu gesellte, versuchte ich mein Glück an der Tür meines Bruders. Einmal klopfen, noch ein weiteres Mal und ich begriff er würde auch beim dritten Mal nicht öffnen, weil er vermutlich nicht da war. Ich nahm mir auch jedes Mal vor, dass es das letzte Mal wäre und die Zeiten vergangen sind, in denen ich die kleine, unbeholfene Schwester war, die sich bei ihm ausweinte.
Die nächsten Tage wurden ruhig. Ich sagte kaum ein Wort, benahm mich wie man es erwartete und fiel nicht sonderlich auf. Aber um so mehr Herzschläge klangen, um so mehr Zeit verstrich und umso mehr Stürme über die Durrah zogen, um so mehr riss es an meinem Herzen. Ich musste mir eingestehen, dass ich seine Abwesenheit nur schwer ertrug und es mir vor kam, als würde ich nicht ordentlich funktionieren, so er nicht in der Nähe ist. Als wäre ich eine Kutsche und man hätte mir die Räder genommen oder die Pferde oder den Kutscher, oder das Holz. Ich mochte mich für diese Schwäche nicht und noch weniger mochte ich es, dass all jene, die mir lieb und teuer waren, es natürlich auch bemerkten. Diese Blicke, diese Worte, ich konnte es nicht ertragen.
Callista wollte meine Hand halten, mir eine Freundin sein, die ich sicherlich gerne angenommen hätte, allerdings wollte ich nicht weinen. Ich wollte mich an die Worte meines Cousins halten und stark sein. Man dürfe außen nicht sehen wie mein Empfinden war. Also blieb ich stark, ließ ihre Hand unbeachtet und lächelt nur, nickte. Lächeln und Nicken hatte ich mir die letzten Tage gut angeeignet. Und wäre nicht Tooru gewesen, hätte ich dieses Spielchen auch noch eine Weile weiter gespielt.
Am Abend drückte mir Tooru einen Kuss auf die Stirn, nachdem sie mir Sonnenblumen aus dem Norden schenkte. Sie redete davon, dass sie bei mir am richtigen Ort wären. Eine Geste die für sie vermutlich beträchtlich wenig Wert hatte, zumindest im Gegensatz zu der Bedeutung, welche ihr ihr zuschrieb. Denn mir liefen die Tränen übers Gesicht, ich fluchte vor mich her und gab meiner Verzweiflung freien Lauf. Meine Cousinen waren vollkommen überfordert, rückten immer näher und leisteten Beistand, versuchten mit Worten irgendwas zu verbessern, mit Gesten zu trösten. Doch meine Gefühle wollten es nicht. Ich war so egoistisch, ich brauchte ihn hier, bei mir und alles was ich hatte waren meine Erinnerungen.
Das Ganze wäre vermutlich weniger dramatisch, wenn nicht alle so reden würden als wäre er tot. Diese Tatsache gepaart damit, dass ich versuchte es mir und zeitgleich den Anderen recht zu machen und versagte, machte mich labil. Ich hatte jeden Tag ein flaues Gefühl im Magen, als würde ich brechen müssen und eigentlich war mein Magen viel zu leer dafür. So mussten die Worte einer 'Wilden', die für mich gar keine mehr war, erst wieder dafür Sorge tragen, dass mein Verstand wieder mitspielte und ich nach vorne blickte. Denn ich wollte nur die Frau eines Mannes sein, die liebt und geliebt wird und das aus tiefster Seele und tiefstem Herzen. Mir waren Ränge nicht wichtig, Positionen, Bestimmungen, Augenfarben... Ich wollte einfach nur sein und ich versuchte eben das zu tun: Einfach nur zu sein.
Und so ging die Zeit und ich würde warten, auf den zweiten Teil meiner Seele.
- Ich liebes dieses Fleckchen
Aber es ist unheimlich ohne dich.
Mein müdes Herz schlägt so langsam.
Und unsere Herzen singen nicht so viel,
wie wir wollten das sie es tun.
Zuletzt geändert von Gast am Freitag 14. November 2014, 21:44, insgesamt 1-mal geändert.
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Gast
Ich stand auf einem Feld und um mich herum war es still. Die Bäume bewegten sich zwar im fast erschlagenden Wind, aber es ging kein Laut in mein Ohr. Ich musste mein Kopftuch festhalten und meine Augen versuchten irgendwas wichtiges wahr zu nehmen. Mein Blick fiel also auf meine Stiefel, ich trug meine Rüstung und überall klebte Dreck an ihnen. Als ich genauer hinsah, verwandelte sich der ausgedorrte Boden und ich stand in Asche. Die Klinge in meiner Hand zerbröselte und fiel zu Boden, bedeckte diverse Kadaver, welche nun auf einmal den Boden bedeckten und ich realisierte wo ich war. Es war ein Schlachtfeld, auch wenn ich den Ort von jenem nicht kannte, das Land nicht zuordnen konnte.
Die Welt um mich herum starb und in Mitten von jener stand eine Gestalt, zu weit entfernt um ausmachen zu können, um wen es sich handelte und doch das Einzige, was hier noch zu leben schien. Die Natur war gestorben, der Boden atmete seinen letzten Zug und die Asche erstickte jede weitere Hoffnung. So rannte ich einfach los, in die Richtung jener Gestalt, streckte meine Hand nach ihr aus und mir kam es vor, als wäre ich bereits zehn Mal so weit gerannt, wie sie entfernt war. Doch ich erreichte sie nicht.
Schlagartig blieb ich stehen, die Gestalt nun unverhofft wenige Schritte vor mir. Ich erkannte ihn bereits an seinem Rücken, seine Rüstung, seine Statur. Meine Hand streckte sich zu ihm hin, griff ihn an der Schulter. Ich wollte etwas sagen, doch die Geräusche schienen noch immer aus zu sein. So drehte ich ihn herum, als wäre er eine Puppe und dann stand er vor mir, durchbohrt von Pfeilen und klingen, der Blick leer. Meine Hände zogen sich zurück und er fiel leblos zu Boden. Ein Schreien durchzog meine Kehle.
Ich rückte in die Höhe und blickte mich panisch um. Meine Hände krallten sich kurz in die Bettdecke und ich realisierte, dass es ein Traum war. Das alle diese Reise so dramatisierten, erschaffte in meinem Kopf und in meinem Herzen ein unwohles Gefühl. Doch es war alles in Ordnung, es war nur ein Traum. Ich drehte den Kopf langsam zur Seite, betrachtete Mariyah die vor sich her schlief und rollte mich dann aus dem Bett und verließ das Zimmer.
Meine rechte Hand wanderte kurz zu meiner Kette und der Daumen strich über die Erhebungen. Es war unglaublich wie sehr er mir fehlte und doch konnte ich zu diesem Gedanken nur noch bedauernd lächeln, statt Tränen zu lassen. Die Träume machten es nur so unglaublich anstrengend. So versuchte ich mich abzulenken, tanzte ein wenig durch den unteren Bereich des Hauses, der in der Nacht so ruhig war, als würde keiner hier leben und summte vor mich her und irgendwann, während dieser unnötigen Handlung, kam mir eine Idee. Ich ließ mich an der Theke nieder und atmete einmal tiefer durch.
Die Welt um mich herum starb und in Mitten von jener stand eine Gestalt, zu weit entfernt um ausmachen zu können, um wen es sich handelte und doch das Einzige, was hier noch zu leben schien. Die Natur war gestorben, der Boden atmete seinen letzten Zug und die Asche erstickte jede weitere Hoffnung. So rannte ich einfach los, in die Richtung jener Gestalt, streckte meine Hand nach ihr aus und mir kam es vor, als wäre ich bereits zehn Mal so weit gerannt, wie sie entfernt war. Doch ich erreichte sie nicht.
Schlagartig blieb ich stehen, die Gestalt nun unverhofft wenige Schritte vor mir. Ich erkannte ihn bereits an seinem Rücken, seine Rüstung, seine Statur. Meine Hand streckte sich zu ihm hin, griff ihn an der Schulter. Ich wollte etwas sagen, doch die Geräusche schienen noch immer aus zu sein. So drehte ich ihn herum, als wäre er eine Puppe und dann stand er vor mir, durchbohrt von Pfeilen und klingen, der Blick leer. Meine Hände zogen sich zurück und er fiel leblos zu Boden. Ein Schreien durchzog meine Kehle.
Ich rückte in die Höhe und blickte mich panisch um. Meine Hände krallten sich kurz in die Bettdecke und ich realisierte, dass es ein Traum war. Das alle diese Reise so dramatisierten, erschaffte in meinem Kopf und in meinem Herzen ein unwohles Gefühl. Doch es war alles in Ordnung, es war nur ein Traum. Ich drehte den Kopf langsam zur Seite, betrachtete Mariyah die vor sich her schlief und rollte mich dann aus dem Bett und verließ das Zimmer.
Meine rechte Hand wanderte kurz zu meiner Kette und der Daumen strich über die Erhebungen. Es war unglaublich wie sehr er mir fehlte und doch konnte ich zu diesem Gedanken nur noch bedauernd lächeln, statt Tränen zu lassen. Die Träume machten es nur so unglaublich anstrengend. So versuchte ich mich abzulenken, tanzte ein wenig durch den unteren Bereich des Hauses, der in der Nacht so ruhig war, als würde keiner hier leben und summte vor mich her und irgendwann, während dieser unnötigen Handlung, kam mir eine Idee. Ich ließ mich an der Theke nieder und atmete einmal tiefer durch.
- Liebster Ranim,
deine Reise dauert nun bereits zwei Wochenläufe an und eventuell werden es noch weitere zwei, oder vier, oder sechs. Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass mein Herz nicht komplett ist ohne dich. Das ich hoffe, dass es dir gut geht und das man sich gut um dich kümmert, wenn ich auch glaube, dass du das ganz gut alleine kannst. Ich will dir mit diesen Zeilen ein wenig Heimat schicken, dir ein wenig berichten.
Ich war bei Aaminah, ich habe mich entschuldigt für das Kleid und wir haben unsere Dispute beigelegt. Der Grundstein ist gelegt und ich bin so unglaublich froh, hat mir jene Auseinandersetzung doch wahrlich zu schaffen gemacht. Ich habe bei ihr einige Dinge für den Palastkeller bestellt, welchen ich zur Zeit einrichte. Sie hat eine wunderbare Vorstellungskraft, wie jede Weberin auf MenekUr. Es wird mit Sicherheit wunderschön. Auch habe ich ein Kissen für dich bestellt, damit du auch unten einen Platz dein Eigen nennen kannst. Ich denke es wird dich sicherlich freuen, wenn ich versuche jede Weberin MenekUrs in die Dekoration der Hallen des Palastes einzuweihen.
Desweiteren hat die Dame Majalin Mareaux nach langer Zeit die Seifen, Öle und Düfte fertig bekommen, die ich bei ihr für jedes Haus bestellt hatte. Ich habe nun größere Bündel verteilt, ohne allerdings meinen Namen hinunter zu setzen. Aber ich glaube die Freude der Natifahs war auf meiner Seite. Ein lächelndes Gesicht ist mehr Wert als hundert Danke-Sagungen.
Der Apfelbaum in der Oase ist auch gewachsen und kann nun geerntet werden. Das Volk ist wohl sehr dankbar. Ich habe dem Druiden den Dank MenekUrs gesendet, ich hoffe du wirst mir das verzeihen.
Sonst ist es eigentlich recht ruhig, zumindest im meinem Hause und auch im Palast. Ich mache zur Zeit viel alleine, die anderen Seelen scheinen alle recht beschäftigt. Aber du kennst mich, ich finde immer irgendeine Beschäftigung. [s]Ich würde allerdings lügen, würde ich sagen mir..[/s]
Ich freue mich sehr darauf, wenn du wieder hier bist, Ranim. Doch es soll gleich sein wann, die Hauptsache ist, ich kann noch einmal in deine Augen sehen.
Ich schlage mich durch, Liebster, Tag für Tag und ich hoffe inständig, dass du wohl auf bist und meine Liebe und meine Gebete dich erreichen.
[s]Komm bald zurück.[/s]
Das all das, was du mit dieser Reise erreichen musst und willst, funktioniert.
In Liebe
Zuletzt geändert von Gast am Samstag 22. November 2014, 13:02, insgesamt 1-mal geändert.
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Gast
Ein bisschen Henna. . .
So standen wir alle da, sie hatten alle ihre Arme um mich gelegt und ich habe versucht mit den Meinen sie zu greifen. Natürlich war das bei so vielen Natifahs nicht machbar, aber zumindest konnte ich jede irgendwie berühren, sei es drum, dass es sich dabei nur um eine Fingerkuppe handelte. Ich war glücklich meine Freundinnen und meine Familie noch kurz bei mir zu haben, sie zu berühren. Denn ich wusste das wäre in Zukunft zumindest nicht mehr so üblich. So standen wir also noch eine Weile zu Acht da und ich versuchte mir das Weinen zu verkneifen. Das schaffte ich natürlich nicht, selbst davor schon nicht, als die Hennafarbe an meinen Leib gebracht wurde und jeder von ihnen noch ein paar Worte sagte. Ich war schrecklich nahe am Wasser gebaut, wenn es um wahre Freundschaften und Familie ging, handelte es sich um Kampfverletzungen, vergoss ich nur selten eine Träne.
Aber am meisten hatte mich an diesem Abend Tooru berührt. Sie wusste nicht wirklich was man mit der Farbe machte, folglich wusste sie auch nicht was sie malen sollte. Sie gab sich wirklich große Mühe und jeder war auch dafür, dass sie ihren Platz kriegen sollte. So wie sie auch ihren Platz in der Familie hatte und auch in meinem Herzen und denen der Natifahs, die diesen Abend mit mir teilten. So malte sie und malte und wir alle standen oder saßen da und betrachteten ihr Werk. Nach einer Weile erhob sie nur leise die Stimme. "Das ist meine Katze..." und mir kamen sofort die Tränen. Ich wusste was sie damit verband und auch wenn das vermutlich weniger passend war, war ich dankbar für diesen Teil ihrer Selbst. Sie war eine gute Seele, sie hatte mich noch nie wirklich enttäuscht und sie gehörte für mich dazu. so auch ihre Malerei.
Ich war froh darum, dass jene sich an einer Stelle befand, die am Hochzeitstage nicht jeder sehen würde. Denn es würde das Verständnis fehlen, das Verständnis welches ich für jedes Geschöpf Eluives hatte und besonders für sie. Ich würde ihre Geste in meinem Herzen tragen, auf ewig und ich schämte mich nicht dafür ihr diesen Wert zu geben. Güte, Warmherzigkeit, Freundschaft, Vergebung waren alles Dinge die uns die Allmutter lehrte und sicherlich nicht nur, um sie Menekanern gegenüber zu hegen, nein, auch für diese eine Nordländerin war es Wert so zu empfinden. Ich dankte ihr also für ihre Katze, mit Wort und mit Seele.
Langsam füllte sich meine Haut und wurde zu einem Gemälde. Jeder einzelne Strich war die Unterschrift dafür meine Familie nun alsbald zu verlassen und mich in meine Neue einzugewöhnen. Ich freute mich auf meinen baldigen Mann und auch auf all die Seelen um ihn herum, die mich bereits vor Wochen warmherzig willkommen hießen. Und ich freute mich auf den Tag der Tage, an welchem ich endlich offiziell zu dem Mann gehörte, den mein Herz so liebte, dass es fast schon weh tat.
So standen wir alle da, sie hatten alle ihre Arme um mich gelegt und ich habe versucht mit den Meinen sie zu greifen. Natürlich war das bei so vielen Natifahs nicht machbar, aber zumindest konnte ich jede irgendwie berühren, sei es drum, dass es sich dabei nur um eine Fingerkuppe handelte. Ich war glücklich meine Freundinnen und meine Familie noch kurz bei mir zu haben, sie zu berühren. Denn ich wusste das wäre in Zukunft zumindest nicht mehr so üblich. So standen wir also noch eine Weile zu Acht da und ich versuchte mir das Weinen zu verkneifen. Das schaffte ich natürlich nicht, selbst davor schon nicht, als die Hennafarbe an meinen Leib gebracht wurde und jeder von ihnen noch ein paar Worte sagte. Ich war schrecklich nahe am Wasser gebaut, wenn es um wahre Freundschaften und Familie ging, handelte es sich um Kampfverletzungen, vergoss ich nur selten eine Träne.
Aber am meisten hatte mich an diesem Abend Tooru berührt. Sie wusste nicht wirklich was man mit der Farbe machte, folglich wusste sie auch nicht was sie malen sollte. Sie gab sich wirklich große Mühe und jeder war auch dafür, dass sie ihren Platz kriegen sollte. So wie sie auch ihren Platz in der Familie hatte und auch in meinem Herzen und denen der Natifahs, die diesen Abend mit mir teilten. So malte sie und malte und wir alle standen oder saßen da und betrachteten ihr Werk. Nach einer Weile erhob sie nur leise die Stimme. "Das ist meine Katze..." und mir kamen sofort die Tränen. Ich wusste was sie damit verband und auch wenn das vermutlich weniger passend war, war ich dankbar für diesen Teil ihrer Selbst. Sie war eine gute Seele, sie hatte mich noch nie wirklich enttäuscht und sie gehörte für mich dazu. so auch ihre Malerei.
Ich war froh darum, dass jene sich an einer Stelle befand, die am Hochzeitstage nicht jeder sehen würde. Denn es würde das Verständnis fehlen, das Verständnis welches ich für jedes Geschöpf Eluives hatte und besonders für sie. Ich würde ihre Geste in meinem Herzen tragen, auf ewig und ich schämte mich nicht dafür ihr diesen Wert zu geben. Güte, Warmherzigkeit, Freundschaft, Vergebung waren alles Dinge die uns die Allmutter lehrte und sicherlich nicht nur, um sie Menekanern gegenüber zu hegen, nein, auch für diese eine Nordländerin war es Wert so zu empfinden. Ich dankte ihr also für ihre Katze, mit Wort und mit Seele.
Langsam füllte sich meine Haut und wurde zu einem Gemälde. Jeder einzelne Strich war die Unterschrift dafür meine Familie nun alsbald zu verlassen und mich in meine Neue einzugewöhnen. Ich freute mich auf meinen baldigen Mann und auch auf all die Seelen um ihn herum, die mich bereits vor Wochen warmherzig willkommen hießen. Und ich freute mich auf den Tag der Tage, an welchem ich endlich offiziell zu dem Mann gehörte, den mein Herz so liebte, dass es fast schon weh tat.
- [img]http://www.fotos-hochladen.net/uploads/1h1rzgdlyms.jpg[/img]
Zuletzt geändert von Gast am Donnerstag 4. Dezember 2014, 12:28, insgesamt 1-mal geändert.
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Gast
Langsam ging ich auf ihn zu und traute mich kaum meinen Kopf anzuheben. Ich hörte das Getuschel, er sei so alt geworden, sie machten sich alle Sorgen und ich hatte nach diesen Visionen nicht einmal den Mut ihn wirklich anzusehen. Nur sein Lächeln bewegte mich dazu, all das eventuell für wenige Zeit zu verdrängen. Also stand ich nun vor ihm, wusste nicht welche Worte ich sagen sollte, welche Gesten die Richtigen wären und hätte er mir all diese Fragen mit seinem Treiben nicht abgenommen, wer weiß wie das Ganze dann verlaufen wäre. Er beugte sich vor, legte beide Arme um mich herum und zog mich an sich heran. Vor allen anderen und ich hatte für wenige Sekunden vergessen wer er war, wer ich war und so hob ich auch meine Arme an, schmiegte sie um meinen Mann und vergrub mein Gesicht in seiner Brust. Ich war so schwach gewesen und fühlte mich um so jämmerlicher in seinen Armen. Auch wenn er doch der hätte sein sollen, für den ich nun stark sein musste. Er flüsterte mir leise beruhigende Worte zu und in diesem Moment tat die Liebe fast schon weh, welche ich für ihn empfand. Meine Fingerkuppen drückten sich mehr in den Stoff seines Umhanges und weitere Worte wurden gewechselt.
Und als ich sein altes, faltiges Gesicht betrachtete und mit den Daumen über seinen grauen Bart strich, fiel mir auf wie groß die Zuneigung zu jenem Manne doch war. Denn es machte mir nichts aus, wenn ich aber daran dachte was geschehen könnte, wie er am morgigen Tage aussähe oder ob er dann überhaupt noch stehen, laufen oder reden beherrschte, wurde mir schlecht. Ich vertraute allerdings auf sein Wort, denn nichts anderes konnte ich tun. Er sagte 'Alles wird gut' und ich dachte daran wie oft ich diesen Satz die letzten Stunden von mir gab und das ich nie wusste, ob ich ihn ernst meine. Vermutlich ging es ihm genauso. Ich hatte bei jedem Wort Angst, dass es eines der Letzten ist, welche ich mit ihm sprach und so versuchte ich sie so gut zu wählen wie möglich. Irgendwie war aber alles nicht genug.
Ich ließ ihn alleine und beim Abschied merkte ich, wie er mir nachsah. Ich konnte mich nicht umdrehen, denn dann wäre ich zurück gerannt und er wäre mich nicht los geworden und außerdem hätte er dann wieder die Tränen gesehen, die mein Gesicht hinab liefen. Die Vorstellung das er sterben würde, brachte mich Stück für Stück auch ein wenig dem Tod näher. So hatte ich mir die ersten Tage der Ehe nicht vorgestellt und doch versuchte ich alles um ihm beizustehen. Ich konnte ihn nicht verlieren. Nicht wegen solch Dingen. Ich war stets bemüht das Volk näher aneinander zu bringen, habe gar die Häuser besucht und schon so viele Gespräche geführt. Ich wusste nicht ob die Zeit ausreichte, doch ich wusste das es versucht werden musste. Um so mehr ich den Berg allerdings hinab lief, um so mehr wurde mir auch klar, dass ich nicht wusste wie.
Ich wusste nicht wie...
Und als ich sein altes, faltiges Gesicht betrachtete und mit den Daumen über seinen grauen Bart strich, fiel mir auf wie groß die Zuneigung zu jenem Manne doch war. Denn es machte mir nichts aus, wenn ich aber daran dachte was geschehen könnte, wie er am morgigen Tage aussähe oder ob er dann überhaupt noch stehen, laufen oder reden beherrschte, wurde mir schlecht. Ich vertraute allerdings auf sein Wort, denn nichts anderes konnte ich tun. Er sagte 'Alles wird gut' und ich dachte daran wie oft ich diesen Satz die letzten Stunden von mir gab und das ich nie wusste, ob ich ihn ernst meine. Vermutlich ging es ihm genauso. Ich hatte bei jedem Wort Angst, dass es eines der Letzten ist, welche ich mit ihm sprach und so versuchte ich sie so gut zu wählen wie möglich. Irgendwie war aber alles nicht genug.
Ich ließ ihn alleine und beim Abschied merkte ich, wie er mir nachsah. Ich konnte mich nicht umdrehen, denn dann wäre ich zurück gerannt und er wäre mich nicht los geworden und außerdem hätte er dann wieder die Tränen gesehen, die mein Gesicht hinab liefen. Die Vorstellung das er sterben würde, brachte mich Stück für Stück auch ein wenig dem Tod näher. So hatte ich mir die ersten Tage der Ehe nicht vorgestellt und doch versuchte ich alles um ihm beizustehen. Ich konnte ihn nicht verlieren. Nicht wegen solch Dingen. Ich war stets bemüht das Volk näher aneinander zu bringen, habe gar die Häuser besucht und schon so viele Gespräche geführt. Ich wusste nicht ob die Zeit ausreichte, doch ich wusste das es versucht werden musste. Um so mehr ich den Berg allerdings hinab lief, um so mehr wurde mir auch klar, dass ich nicht wusste wie.
Ich wusste nicht wie...
- Wir haben uns geschworen,
dass man sich niemals im Stich lässt, niemals im Stich lässt.
Und du hast gar nichts mehr im Griff, stehst im Regen...
Doch ich seh dich, ja du drehst dich und ich kann dich nicht erreichen.
Zu weit oben, goldener Käfig. Muss dich irgendwie erreichen.
Solang es noch geht...
Es tut weh dich all das so zu sehen, ich mach' mir Sorgen...
Warum hört man uns denn nicht?
Zuletzt geändert von Gast am Dienstag 9. Dezember 2014, 14:38, insgesamt 1-mal geändert.
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Gast
Die Palastdienerin starrte mich einfach nur an als Majid den Raum verließ. Sie wusste nicht so recht was sie sagen sollte, weil all das was sie von sich geben würde, vermutlich auch falsch gewesen wäre. So stierten wir uns gegenseitig an und ab und an hob ich die Braue, denn wollte ich doch irgendwie mit meiner Mimik etwas aus ihr heraus locken. Aber sie schüttelte nur schnell den Kopf, ging an mir vorbei und wischte den Tisch ab, zum gefühlt zehnten Mal. Diese wischenden Bewegungen und das Geräusch des Wassers in der Schüssel, wenn sie den Lappen auswusch, trieben mich dann allerdings in den Wahnsinn und ich riss die Arme in die Höhe und meckerte los. So durfte sie sich meine Wut anhören, vor der mein Rais Efendi geflohen war. Das war recht gut, denn wäre sie nicht gewesen, hätte ich wohl meine Beine in die Hand genommen und wäre ihm nach gelaufen. Denn ich war noch lange nicht fertig mit meinem Wutausbruch. Was fiel diesem Kerl ein? Erneut! Er machte mich so rasend mit seiner Art und ich fragte mich wirklich, was manche Natifahs daran fanden.
Nachdem ich mich bei der Dienerin entschuldigt hatte, ihr den restlichen Abend frei gab und ihr ein feines Tuch aus Seide schenkte, beruhigte sich mein Gewissen auch wieder und ich konnte sie ziehen lassen. Ich ging hinab in meine, unsere Räumlichkeiten, stellte fest das er wieder nicht da war und atmete einmal tiefer durch. Ich kochte ein paar Dinge vor, die er sich zu Gemüte ziehen konnte, wenn er wieder nach Hause kam und verließ dann wieder die heimischen Hallen. Ich war noch zu aufgebracht um zu schlafen und so zog ich in tiefster Nacht meine Rüstung über und schlich mich aus dem Garten hinaus in die Durrah. Bei Nacht war es so angenehm. dass jeder sich nähernde Wüstenfeind wie Musik in meinen Ohren klang. So durften die Skarabäen und irgendwann die Untoten ihr Leben lassen und meine Wut mindern.
Ich wusste nicht einmal was mich so ärgerte. Das er Recht hatte und ich es nicht einsehen wollte, aus Prinzip um mein Geschlecht zu verteidigen oder aber das ich eben nur ich war und nie wirklich viel Wert mit meinen Worten haben konnte. Er zeigte mir auf, wie er das gerne mal tat, wie wertlos mein Geschlecht und meine Existenz eigentlich war und das traurige daran war, dass es mich verletzte und ich dann tatsächlich darüber nachdachte. Er wusste genau wie er zu sprechen hatte, um mit Worten einen große Art an Folter zu vollrichten. Und so schlug ich nur noch kräftiger gegen die Untoten im Grab der Ahnen, welche mir entgegen kamen, schrie meine Wut hinaus und versuchte das zu tun, was ich am besten konnte...
Es war fast schon Morgen, als ich erledigt ins Bett fiel und zuvor noch an einigen Ecken und Kanten mit den Zehen gegen knallte. Ich moserte über die Einrichtung und wer das so hingestellte hatte und blähte nur noch die Wangen auf, denn das war ja ich. Und so schimpfte ich mich in den Schlaf, wie ein kleines Mädchen und zog meinen Leib zusammen und umklammerte mit Beinen und Armen ein großes Kissen.
Nachdem ich mich bei der Dienerin entschuldigt hatte, ihr den restlichen Abend frei gab und ihr ein feines Tuch aus Seide schenkte, beruhigte sich mein Gewissen auch wieder und ich konnte sie ziehen lassen. Ich ging hinab in meine, unsere Räumlichkeiten, stellte fest das er wieder nicht da war und atmete einmal tiefer durch. Ich kochte ein paar Dinge vor, die er sich zu Gemüte ziehen konnte, wenn er wieder nach Hause kam und verließ dann wieder die heimischen Hallen. Ich war noch zu aufgebracht um zu schlafen und so zog ich in tiefster Nacht meine Rüstung über und schlich mich aus dem Garten hinaus in die Durrah. Bei Nacht war es so angenehm. dass jeder sich nähernde Wüstenfeind wie Musik in meinen Ohren klang. So durften die Skarabäen und irgendwann die Untoten ihr Leben lassen und meine Wut mindern.
Ich wusste nicht einmal was mich so ärgerte. Das er Recht hatte und ich es nicht einsehen wollte, aus Prinzip um mein Geschlecht zu verteidigen oder aber das ich eben nur ich war und nie wirklich viel Wert mit meinen Worten haben konnte. Er zeigte mir auf, wie er das gerne mal tat, wie wertlos mein Geschlecht und meine Existenz eigentlich war und das traurige daran war, dass es mich verletzte und ich dann tatsächlich darüber nachdachte. Er wusste genau wie er zu sprechen hatte, um mit Worten einen große Art an Folter zu vollrichten. Und so schlug ich nur noch kräftiger gegen die Untoten im Grab der Ahnen, welche mir entgegen kamen, schrie meine Wut hinaus und versuchte das zu tun, was ich am besten konnte...
Es war fast schon Morgen, als ich erledigt ins Bett fiel und zuvor noch an einigen Ecken und Kanten mit den Zehen gegen knallte. Ich moserte über die Einrichtung und wer das so hingestellte hatte und blähte nur noch die Wangen auf, denn das war ja ich. Und so schimpfte ich mich in den Schlaf, wie ein kleines Mädchen und zog meinen Leib zusammen und umklammerte mit Beinen und Armen ein großes Kissen.
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Gast
In dieser Nacht zog ich noch meine Runden. Ich war nicht wirklich müde und ich liebte es wie groß die Straßen geworden waren und wie lang die Wege. Es war so eine wunderbare Ruhe. Ruhe in dieser wunderbaren Stadt, welche sich auf mich übertrug. Denn wer dachte es ist einfach die Frau des Emirs zu sein, der hatte sich geirrt. Das musste ich in den letzten Tagen mit bitterem Beigeschmack feststellen. Denn die Dinge mit denen man sich befasste, waren auf einmal vollkommen anders. Es ging nicht mehr darum wo gegessen wurde oder wann man zur Jagd aufbrach. Es ging auch nicht um ein schönes Kleid oder ein lustiges Vergnügen mit den Cousinen, es war vollkommen anders. Mein Mann hatte recht, ich hatte mir das anders vorgestellt und kam mir vor ein paar Tagen noch so vor, als wäre ich mit dem Kopf einmal auf Sandstein aufgeknallt.
Nun, als ich vor dem Kasernenplatz stand und der kalte Wind mir meinen Turban fast vom Kopf riss, stellte ich fest das ich eigentlich mit allem zurecht kam. Ich wusste nun, dass mir die Kleider zurecht gelegt wurden, dass man mich von vorne bis hinten bediente und auch das ich Gespräche führen musste, in welchen man mich früher nicht einmal beteiligt hätte. Ich hörte mir die Sorgen der Natifahs an, versuchte Lösungen zu finden, band meine neue Familie mit ein und nebenher versuchte ich noch irgendwie das zu sein, was ich eigentlich sein wollte: Eine Ehefrau. So verzweifelte ich ab und an an der Einrichtung, ließ hier und da etwas richten und gab dann wieder gänzlich auf. Aber nach und nach, mit jedem Schritt, gewöhnte ich mich an mein neues Leben und ich gewöhnte mich auch daran meinen Emir kaum für mich zu haben. So war jede Nacht eine Wonne für mich, in welcher wir erschöpft nebeneinander lagen und es einfach zeigte, dass es dieses Bündnis gab.
Und als ich also an der Kaserne stand und zu den Bänken dort blickte, zerfiel meine militärische Distanz im Angesicht des Nichts und ein warmes Lächeln zog sich über meine Züge. Ich erinnerte mich an die Worte, die mir gesagt wurden. Du bist wirklich bedingungslos in diesen Mann verliebt...Ich glaube jene fielen, weil ich meine Hand wie aus Reflex immer einmal über sein Kissen strichen, wenn ich mich an den Tisch setzte. Eine Sache die mir nicht einmal aufgefallen war, doch wurde sie am heutigen Tage kommentiert. Ich nickte zu mir selbst, denn sie hatte recht. Und so waren es die Orte in Menek'Ur und in meinem Herzen, die mich jede Sekunde genau an jenes Gefühl heran trieben.
Ich sah diese Bank am Kasernenplatz, wo er noch vor nicht all zu langer Zeit saß. zusammengesackt an seinem Schild und mit grauem Haar. Ich wusste zu diesem Zeitpunkt nicht einmal wirklich ob es an dem Alter lag oder einfach daran weil es so war, aber er sah so unglaublich traurig aus, dass es mir die Seelen zerriss. Er suchte nach sich selbst, nachdem der er einmal war oder dachte zu sein und ich saß nur da und hatte meine eigenen Sorgen im Kopf. Jetzt wo ich Zeit hatte darüber nachzudenken und selbst wieder Ruhe fand, kräuselten sich kurz meine Lippen. Ich wusste manchmal nicht ob ich ihm das Glück geben konnte, welches er brauchte, doch wusste ich erneut das ich es den Rest meines Lebens versuchen würde.
So setzte ich mich auf die Bank, stellte mein Schild vor mir ab und stützte wie er meine Arme auf dem Rand und sah in den Ring. Wieder überkam die Stadt ein kalter Windzug der Nacht und ich stellte ein weiteres Mal fest wie sehr ich das Land und alles darauf liebte. Und eigentlich, eigentlich sollte es doch genau so sein. So bettete ich meine Wange auf meinen abgestützten Armen und wartete mit halb offenen Augen auf den Sonnenaufgang.
Nun, als ich vor dem Kasernenplatz stand und der kalte Wind mir meinen Turban fast vom Kopf riss, stellte ich fest das ich eigentlich mit allem zurecht kam. Ich wusste nun, dass mir die Kleider zurecht gelegt wurden, dass man mich von vorne bis hinten bediente und auch das ich Gespräche führen musste, in welchen man mich früher nicht einmal beteiligt hätte. Ich hörte mir die Sorgen der Natifahs an, versuchte Lösungen zu finden, band meine neue Familie mit ein und nebenher versuchte ich noch irgendwie das zu sein, was ich eigentlich sein wollte: Eine Ehefrau. So verzweifelte ich ab und an an der Einrichtung, ließ hier und da etwas richten und gab dann wieder gänzlich auf. Aber nach und nach, mit jedem Schritt, gewöhnte ich mich an mein neues Leben und ich gewöhnte mich auch daran meinen Emir kaum für mich zu haben. So war jede Nacht eine Wonne für mich, in welcher wir erschöpft nebeneinander lagen und es einfach zeigte, dass es dieses Bündnis gab.
Und als ich also an der Kaserne stand und zu den Bänken dort blickte, zerfiel meine militärische Distanz im Angesicht des Nichts und ein warmes Lächeln zog sich über meine Züge. Ich erinnerte mich an die Worte, die mir gesagt wurden. Du bist wirklich bedingungslos in diesen Mann verliebt...Ich glaube jene fielen, weil ich meine Hand wie aus Reflex immer einmal über sein Kissen strichen, wenn ich mich an den Tisch setzte. Eine Sache die mir nicht einmal aufgefallen war, doch wurde sie am heutigen Tage kommentiert. Ich nickte zu mir selbst, denn sie hatte recht. Und so waren es die Orte in Menek'Ur und in meinem Herzen, die mich jede Sekunde genau an jenes Gefühl heran trieben.
Ich sah diese Bank am Kasernenplatz, wo er noch vor nicht all zu langer Zeit saß. zusammengesackt an seinem Schild und mit grauem Haar. Ich wusste zu diesem Zeitpunkt nicht einmal wirklich ob es an dem Alter lag oder einfach daran weil es so war, aber er sah so unglaublich traurig aus, dass es mir die Seelen zerriss. Er suchte nach sich selbst, nachdem der er einmal war oder dachte zu sein und ich saß nur da und hatte meine eigenen Sorgen im Kopf. Jetzt wo ich Zeit hatte darüber nachzudenken und selbst wieder Ruhe fand, kräuselten sich kurz meine Lippen. Ich wusste manchmal nicht ob ich ihm das Glück geben konnte, welches er brauchte, doch wusste ich erneut das ich es den Rest meines Lebens versuchen würde.
So setzte ich mich auf die Bank, stellte mein Schild vor mir ab und stützte wie er meine Arme auf dem Rand und sah in den Ring. Wieder überkam die Stadt ein kalter Windzug der Nacht und ich stellte ein weiteres Mal fest wie sehr ich das Land und alles darauf liebte. Und eigentlich, eigentlich sollte es doch genau so sein. So bettete ich meine Wange auf meinen abgestützten Armen und wartete mit halb offenen Augen auf den Sonnenaufgang.
- Man kann immer nur die Scherben sehen,
wenn grad ne Welt zusammen bricht.
Doch mit jedem Schritt zurück,
wird aus den Scherben eine Welt für sich.
Den jede kleinste Scherbe macht das Mosaik zu dem was es ist.
Jede kleinste Falte in deinem Gesicht sagt wer du bist.
...sagt wer du bist.
Zuletzt geändert von Gast am Freitag 19. Dezember 2014, 13:22, insgesamt 1-mal geändert.
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Gast
Als ich am Morgen so dasaß und mir irgendwie klar wurde, dass Briefe beantworten und dergleichen eine regelrechte Routine am Vormittag waren, dachte ich auch über viele andere Dinge. Meine Bewegungen durch den Garten wurden verlangsamt durch meinen Geist, welcher mich die letzten Tage ziemlich in den Wahnsinn trieb. So stoppte ich ganz, senkte mein Haupt ab und bettete beide Hände auf meinen Bauch. Ein gleichmütiges Lächeln im Gesicht tragend. Eigentlich war nämlich alles vollkommen in Ordnung, vollkommen in Ruhe, vollkommen klar. Und als ich das realisierte, warf die Sonne einen schmalen Strahl über das Grün des Palastes und ich schloss die Augen. Ich dachte an meinen Glauben, an die Mutter und ich war dankbar für den Weg, den sie mir gab. Auch wenn die Dinge vielleicht nicht so waren, wie sie auf den ersten Blick schienen.
Als ich jung war, da dachte ich an die große Liebe und daran, dass das Leben nur daraus besteht einen Mann zu haben, ihn bedingungslos zu lieben und ihm das Leben so leicht wie möglich zu machen. Ich dachte nicht an Kummer oder Streitigkeiten oder an andere Schattenseiten. Ich wollte früher eine Prinzessin sein und meinen Prinzen finden, wie es in diesen Geschichten einst erzählt wurde, die mir meine Mutter immer vor las und wo Amar immer nur mit schüttelnden Kopf daneben stand. Ich traute diesen romantischen Vorstellungen und Geschichten und hielt daran fest. Ich vertraute sogar noch darauf, als mir Mariyah bereits erzählte, dass es wahre Liebe nicht gibt und es letztendlich irgendwann nur eine Routine werden würde.
Und dann, dann traf ich meinen Prinzen und das im wahrsten Sinne. Ich habe mich sofort in seinen Augen verloren und diese bedingungslose Liebe, welche ich sonst nur aus Büchern und Erzählungen kannte, entwickelte sich. Ich wollte für diesen Mann genau das sein, was ich als kleines Mädchen auch sein wollte. Die perfekte Frau, gehorsam, nicht hinterhältig, gewillt ihm im allen beizustehen. Genauso wurde es auch, ich wollte am liebsten der ganzen Welt von meinem Glück erzählen. Jedoch brachte Glück auch immer einen faden Beigeschmack mit sich.
Wenn die rosaroten Farben sich aus dem Blick schoben und man die Schattenseiten betrachtete. So dachte ich über die Ehe nach diversen Wochen ein weiteres Mal nach. Ich erinnerte mich an den Seelenbund, an das was ich fühlte und an das was ich bereits ertrug. Mir war weiterhin vollkommen klar, dass ich diesen Mann liebte wie keinen Zweiten und doch war es anders. Irgendwann wurde es ein gewohntes Gefühl, er gehörte dazu und doch war ich nicht mehr vernarrt wie ein kleines Mädchen in ihren Prinzen. Ich wurde irgendwann zu der, die ich einfach sein sollte. Die Frau des Emirs. Ich lächelte und tat noch immer all das, um meinen Mann unter die Arme zu greifen, ich war ihm eine gute Frau, ergeben und vertraut. Doch habe ich mittlerweile begriffen, wer den Emir heiratet, der heiratet nicht einen Mann, sondern ein ganzes Volk und so fing es irgendwann an, dass ich meine Hingabe für Dinge nicht nur noch ihm widmen wollte. Ich legte meinen rosaroten Blick ab und blickte der Realität ins Auge.
Oh ich liebte das menekanische Volk und jede Person darin, von einem Hauslosen bis hin zu den Wesiren. Ich wusste nicht wo ich mit meinen Ideen und Wünschen anfangen sollte und so konzentrierte ich mich erst einmal darauf den Neuaufbau der Familie Masari zu unterstützen wo ich konnte. Ich wusste aber auch, dass meine Wege nun andere waren als vor meiner Hochzeit. So hielt ich mich aus manchen Gesprächen gänzlich heraus, lächelte höflich, gab hier und da einen kurzen Beitrag ab und schwieg wieder.
Ich musste neutral sein, immer, bei jedem. Das fiel mir am Anfang unheimlich und vermutlich war ich bis jetzt noch nicht perfekt darin. Aber ich war bemüht, ich wollte niemanden bevorzugen, niemanden benachteiligen. Ich versuchte als Vorbild Imraan zu nehmen, er tat das bis jetzt ganz gut. Umso öfter ich das tat, um so leichter fiel es mir. Es stärkte mich auch darin, dass ich langsam diese übertriebenen, ausgeprägten Emotionen für alles und jeden ablegte. Ich fügte mich dem was man erwartete. Ich engagierte mich selbst damit und konnte zufrieden sein.
Blut war schon immer dicker als Wasser. Auch wenn ich in manchen Momenten sicherlich auch meinem geliebten Cousin, der wie ein Bruder für mich wurde, Sahid, oftmals vor die Füße spuckte mit meinem Verhalten. Er und ich wussten allerdings mit voller Sicherheit, dass ich zu ihm aufsah und ihn verehrte wie mich selbst. Ihn und auch alle anderen meiner Familie. Ich schätzte ihre Art zu leben, die Vorgehensweisen, ihre vielleicht nicht immer verständlichen Handlungen. Ich wusste keinen Ort dieser Welt, wo ich mich glücklicher fühlte als in ihren Reihen. Und auch meine neue Familie liebte ich so sehr, dass es manchmal fast schon weh tat. Majid und Abbas wurden mir die besten Freunde, auch wenn ich dem Rais Efendi so oft gerne die Kehle umdrehen würde und dann war da noch Taisha, die mir wie eine Schwester wurde. Wenn man so will, war sie meine Mariyah im Omarhaus.
Aber hier war es am stärksten zu merken, welche Schattenseiten das Glück hatte. Denn ich wusste in manchen Momenten nicht was ich sagen sollte, zu manchen Themen. Wie ich mich verhalten sollte, in manchen Momenten oder wie ich mich geben konnte, als Frau des Emirs. Ich gab Dinge von mir, die ich als Yazir nie gesagt hätte, ich verschwieg Dinge, die ich als Yazir sicherlich gesagt hätte. Ich merkte, trotz dieser Zuneigung und der Dicke meines Blutes, dass ich eben eigentlich nicht mehr zu hundert Prozent für mich lebte. Ich weiß nicht ob diese Tatsache mich erschreckte oder eher mehr die, dass ich das nicht störend fand. Weil mein Mann sagte es mir einst: Ich habe mir dieses Leben ja ausgesucht. Es war nur amüsant. Denn ich glaube jeder der nur betrachtet denkt, dass es alles nur eine Freude ist und Spaß, denn die Schatten sieht keiner gern, wenn er redet.
Ich wollte nicht nur eine perfekte Frau sein und ein erträgliches Familienmitglied, nein, ich wollte eine Kämpferin sein, ich wollte das man stolz auf mich ist, egal welches Geschlecht mir die Mutter schenkte. Ich wollte mächtig sein, wollte alleine ziehen dürfen ohne das man sich sorgte. Und nun sah ich mich an. Ich hab so selten eine Klinge in der Hand, dass es mich jeden Tag aufs Neue schmerzte, wenn ich meine Waffen aus dem Schrank nahm, in der Hand drehte und versuchte nicht zu vergessen wie es funktionierte.
Ab und an schlich ich mich in der Nacht auf den Übungsplatz, machte das was mir möglich war. Immer mit einer Palastwache im Rücken die jeden meiner Schritte beobachtete. Ich fühlte mich verfolgt, manchmal sogar wenn niemand da war. Ich wurde paranoid und doch konnte ich es nicht ganz aufgeben. So ging ich auch weiter zu Truppenübungen, versuchte ab und an an Jagten teil zu nehmen. Ich wollte das kochende Blut in meinen Adern fühlen, wenn sich meine Klinge durch einen widerspenstigen Leib zog. Wenn eine Faust auf mich zuraste und die Sekunde in der man zwischen Panik und Selbstvertrauen hin und her sprang. Dieses Gefühl wenn der Drache einem Feuer entgegen warf und man danach mit seiner Klinge den letzten Atemzug aus jenem Wesen nehmen konnte.
Aber es ist weniger geworden, deutlich weniger und ich kam mir vor als würde ich meinen geliebten Wüstenskorpion verraten. Und jedes Mal wenn ich mein Schild sah, welches einst meine Cousine Khalida, die Sekban, die Hadcharim, in der Hand hielt, trieb es mir wieder die Motivation in den Leib. Doch dann, dann klopfte meistens mein neues Leben an und ich schloss die Schranktür wieder. Doch vergessen war es nicht, mein Ziel. Der Grund meines Seins.
Ich hatte mir dieses Leben ausgesucht, das ist richtig und ich bereute auch keinen Schritt den ich ging. Ich nahm Tiefschläge hin, habe vieles ertragen und bin nun stolz das zu sein, was ich war. Ich kannte die guten Seiten, die Schlechten und habe mich mit allem angelegt, mich allem hingeben. Bin gefallen, aufgestanden. Um letztendlich nun im Palastgarten meiner Heimat zu stehen, der Sonne zuzusehen wie sie Bilder über das grüne Gras zog und zu begreifen, dass das Leben zwar nicht immer so ist wie man es sich als kleines Mädchen erträumt, aber das es des lebens Wert ist.
Die Ehe
Als ich jung war, da dachte ich an die große Liebe und daran, dass das Leben nur daraus besteht einen Mann zu haben, ihn bedingungslos zu lieben und ihm das Leben so leicht wie möglich zu machen. Ich dachte nicht an Kummer oder Streitigkeiten oder an andere Schattenseiten. Ich wollte früher eine Prinzessin sein und meinen Prinzen finden, wie es in diesen Geschichten einst erzählt wurde, die mir meine Mutter immer vor las und wo Amar immer nur mit schüttelnden Kopf daneben stand. Ich traute diesen romantischen Vorstellungen und Geschichten und hielt daran fest. Ich vertraute sogar noch darauf, als mir Mariyah bereits erzählte, dass es wahre Liebe nicht gibt und es letztendlich irgendwann nur eine Routine werden würde.
Und dann, dann traf ich meinen Prinzen und das im wahrsten Sinne. Ich habe mich sofort in seinen Augen verloren und diese bedingungslose Liebe, welche ich sonst nur aus Büchern und Erzählungen kannte, entwickelte sich. Ich wollte für diesen Mann genau das sein, was ich als kleines Mädchen auch sein wollte. Die perfekte Frau, gehorsam, nicht hinterhältig, gewillt ihm im allen beizustehen. Genauso wurde es auch, ich wollte am liebsten der ganzen Welt von meinem Glück erzählen. Jedoch brachte Glück auch immer einen faden Beigeschmack mit sich.
Wenn die rosaroten Farben sich aus dem Blick schoben und man die Schattenseiten betrachtete. So dachte ich über die Ehe nach diversen Wochen ein weiteres Mal nach. Ich erinnerte mich an den Seelenbund, an das was ich fühlte und an das was ich bereits ertrug. Mir war weiterhin vollkommen klar, dass ich diesen Mann liebte wie keinen Zweiten und doch war es anders. Irgendwann wurde es ein gewohntes Gefühl, er gehörte dazu und doch war ich nicht mehr vernarrt wie ein kleines Mädchen in ihren Prinzen. Ich wurde irgendwann zu der, die ich einfach sein sollte. Die Frau des Emirs. Ich lächelte und tat noch immer all das, um meinen Mann unter die Arme zu greifen, ich war ihm eine gute Frau, ergeben und vertraut. Doch habe ich mittlerweile begriffen, wer den Emir heiratet, der heiratet nicht einen Mann, sondern ein ganzes Volk und so fing es irgendwann an, dass ich meine Hingabe für Dinge nicht nur noch ihm widmen wollte. Ich legte meinen rosaroten Blick ab und blickte der Realität ins Auge.
Das Volk
Oh ich liebte das menekanische Volk und jede Person darin, von einem Hauslosen bis hin zu den Wesiren. Ich wusste nicht wo ich mit meinen Ideen und Wünschen anfangen sollte und so konzentrierte ich mich erst einmal darauf den Neuaufbau der Familie Masari zu unterstützen wo ich konnte. Ich wusste aber auch, dass meine Wege nun andere waren als vor meiner Hochzeit. So hielt ich mich aus manchen Gesprächen gänzlich heraus, lächelte höflich, gab hier und da einen kurzen Beitrag ab und schwieg wieder.
Ich musste neutral sein, immer, bei jedem. Das fiel mir am Anfang unheimlich und vermutlich war ich bis jetzt noch nicht perfekt darin. Aber ich war bemüht, ich wollte niemanden bevorzugen, niemanden benachteiligen. Ich versuchte als Vorbild Imraan zu nehmen, er tat das bis jetzt ganz gut. Umso öfter ich das tat, um so leichter fiel es mir. Es stärkte mich auch darin, dass ich langsam diese übertriebenen, ausgeprägten Emotionen für alles und jeden ablegte. Ich fügte mich dem was man erwartete. Ich engagierte mich selbst damit und konnte zufrieden sein.
Die Familie
Blut war schon immer dicker als Wasser. Auch wenn ich in manchen Momenten sicherlich auch meinem geliebten Cousin, der wie ein Bruder für mich wurde, Sahid, oftmals vor die Füße spuckte mit meinem Verhalten. Er und ich wussten allerdings mit voller Sicherheit, dass ich zu ihm aufsah und ihn verehrte wie mich selbst. Ihn und auch alle anderen meiner Familie. Ich schätzte ihre Art zu leben, die Vorgehensweisen, ihre vielleicht nicht immer verständlichen Handlungen. Ich wusste keinen Ort dieser Welt, wo ich mich glücklicher fühlte als in ihren Reihen. Und auch meine neue Familie liebte ich so sehr, dass es manchmal fast schon weh tat. Majid und Abbas wurden mir die besten Freunde, auch wenn ich dem Rais Efendi so oft gerne die Kehle umdrehen würde und dann war da noch Taisha, die mir wie eine Schwester wurde. Wenn man so will, war sie meine Mariyah im Omarhaus.
Aber hier war es am stärksten zu merken, welche Schattenseiten das Glück hatte. Denn ich wusste in manchen Momenten nicht was ich sagen sollte, zu manchen Themen. Wie ich mich verhalten sollte, in manchen Momenten oder wie ich mich geben konnte, als Frau des Emirs. Ich gab Dinge von mir, die ich als Yazir nie gesagt hätte, ich verschwieg Dinge, die ich als Yazir sicherlich gesagt hätte. Ich merkte, trotz dieser Zuneigung und der Dicke meines Blutes, dass ich eben eigentlich nicht mehr zu hundert Prozent für mich lebte. Ich weiß nicht ob diese Tatsache mich erschreckte oder eher mehr die, dass ich das nicht störend fand. Weil mein Mann sagte es mir einst: Ich habe mir dieses Leben ja ausgesucht. Es war nur amüsant. Denn ich glaube jeder der nur betrachtet denkt, dass es alles nur eine Freude ist und Spaß, denn die Schatten sieht keiner gern, wenn er redet.
Die Gabe
Ich wollte nicht nur eine perfekte Frau sein und ein erträgliches Familienmitglied, nein, ich wollte eine Kämpferin sein, ich wollte das man stolz auf mich ist, egal welches Geschlecht mir die Mutter schenkte. Ich wollte mächtig sein, wollte alleine ziehen dürfen ohne das man sich sorgte. Und nun sah ich mich an. Ich hab so selten eine Klinge in der Hand, dass es mich jeden Tag aufs Neue schmerzte, wenn ich meine Waffen aus dem Schrank nahm, in der Hand drehte und versuchte nicht zu vergessen wie es funktionierte.
Ab und an schlich ich mich in der Nacht auf den Übungsplatz, machte das was mir möglich war. Immer mit einer Palastwache im Rücken die jeden meiner Schritte beobachtete. Ich fühlte mich verfolgt, manchmal sogar wenn niemand da war. Ich wurde paranoid und doch konnte ich es nicht ganz aufgeben. So ging ich auch weiter zu Truppenübungen, versuchte ab und an an Jagten teil zu nehmen. Ich wollte das kochende Blut in meinen Adern fühlen, wenn sich meine Klinge durch einen widerspenstigen Leib zog. Wenn eine Faust auf mich zuraste und die Sekunde in der man zwischen Panik und Selbstvertrauen hin und her sprang. Dieses Gefühl wenn der Drache einem Feuer entgegen warf und man danach mit seiner Klinge den letzten Atemzug aus jenem Wesen nehmen konnte.
Aber es ist weniger geworden, deutlich weniger und ich kam mir vor als würde ich meinen geliebten Wüstenskorpion verraten. Und jedes Mal wenn ich mein Schild sah, welches einst meine Cousine Khalida, die Sekban, die Hadcharim, in der Hand hielt, trieb es mir wieder die Motivation in den Leib. Doch dann, dann klopfte meistens mein neues Leben an und ich schloss die Schranktür wieder. Doch vergessen war es nicht, mein Ziel. Der Grund meines Seins.
Ich hatte mir dieses Leben ausgesucht, das ist richtig und ich bereute auch keinen Schritt den ich ging. Ich nahm Tiefschläge hin, habe vieles ertragen und bin nun stolz das zu sein, was ich war. Ich kannte die guten Seiten, die Schlechten und habe mich mit allem angelegt, mich allem hingeben. Bin gefallen, aufgestanden. Um letztendlich nun im Palastgarten meiner Heimat zu stehen, der Sonne zuzusehen wie sie Bilder über das grüne Gras zog und zu begreifen, dass das Leben zwar nicht immer so ist wie man es sich als kleines Mädchen erträumt, aber das es des lebens Wert ist.
Zuletzt geändert von Gast am Mittwoch 14. Januar 2015, 16:50, insgesamt 1-mal geändert.
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Als ich am Abend vor den Stufen stand, die mich hinunter in die Schlafgemächer führten, zu meinem Mann, musste ich eine Weile verweilen. In meinem Hals zog sich alles zusammen und mein Herz begann zu rasen. Ich war eigentlich recht glücklich darüber, dass er Zuhause war und ich die Nacht nicht alleine verbringen musste, aber der Beigeschmack des Todes, der über unserem Hause lag, machte das Ganze etwas zäh. So wartete ich, bis die Kälte mir in die Knochen kroch und ich, wenn ich nicht anfrieren wollte, unter die warme Decke musste. Also bog ich ein in den Schlafbereich und da lag er, mit offenen Augen und starrte an die Decke. Nur langsam schlich ich mich dazu, bettete meinen Kopf auf seine Brust und atmete tief durch.
Es war nicht so, dass mich das Ganze bewegte weil ich Anisah so nahe stand, ich kannte sie nicht einmal. Mein Herz wurde davon gequält, das er darunter litt, auch wenn er es kaum zeigte. Also lag ich einfach da, leistete Beistand mit Anwesenheit und verkniff mir irgendwas dazu zu sagen. Ich streich ab und an über seine Brust, drückte hier und da ein Küsschen auf und sonst waren wir einfach nur da. Was sollte man auch schon groß sagen. Außer das mir in diesem Moment klar wurde, dass es mich im Leben wohl immer mehr verletzen würde wenn er litt, als wenn ich in jener Position wäre, brachte einem dieses Trauerspiel gar nichts. Man konnte froh sein es nicht alleine zu durchleben, aber sonst. Das Leben war nicht anders.
Ich hatte mich daran gewöhnt, die Abende im Palast, wo man mit der Familie ganz normal redete, als wäre man nicht aus hohem Hause, wo man einfach über seinen Tag sprach, witzelte und derlei, retteten immer mal wieder manche Situationen, die einen eventuell sonst in den Wahnsinn getrieben hätten. Es wirkte so alltäglich, so familiär. In diesen Runden mit der Familie vergas man wenige Sekunden diese Maske die man tragen musste und war man selbst. Ich brauchte das und ich redete mir ein, jeder von ihnen brauchte das ebenso. Und als ich am Abend bei meinem Mann, meinem Emir lag, merkte ich das ich auch das brauchte und hoffte inständig, dass ich ihm irgendwie eine Hilfe war, wenn mir auch keine passenden Worte zu dieser Situation einfielen und ich nur Beistand mit Anwesenheit leisten konnte.
Es war nicht so, dass mich das Ganze bewegte weil ich Anisah so nahe stand, ich kannte sie nicht einmal. Mein Herz wurde davon gequält, das er darunter litt, auch wenn er es kaum zeigte. Also lag ich einfach da, leistete Beistand mit Anwesenheit und verkniff mir irgendwas dazu zu sagen. Ich streich ab und an über seine Brust, drückte hier und da ein Küsschen auf und sonst waren wir einfach nur da. Was sollte man auch schon groß sagen. Außer das mir in diesem Moment klar wurde, dass es mich im Leben wohl immer mehr verletzen würde wenn er litt, als wenn ich in jener Position wäre, brachte einem dieses Trauerspiel gar nichts. Man konnte froh sein es nicht alleine zu durchleben, aber sonst. Das Leben war nicht anders.
[img]http://img3.fotos-hochladen.net/uploads/mukkinoelle2iqzfem3o57.jpg[/img]
Sobald man das Haus verließ, hatte man wieder diesen höflichen Ausdruck im Gesicht und niemand konnte sehen wie man eigentlich litt. Das war aber auch so, wenn man eben nicht das Pech hatte wen verloren zu haben. Ein Omar konnte nicht mit traurigem Gesicht herum laufen oder mit beleidigter Fratze. Man musste immer ein Bild präsentieren, welches nicht für seltsame Gedankengänge beim Volk sorgen könnte. Man musste sagen was gefordert war, musste handeln wie es am besten wäre. Man war zu achtzig Prozent das was man sein sollte und zwanzig Prozent war man man selbst. Um so höher der Titel, also je wichtiger man wurde, um so höher gingen auch die Prozentzahlen. Es war ein Tribut den man zahlen musste und den jeder von uns sicher gerne zahlte, manche mussten es, andere haben es erwählt um dafür bei dem Mann zu sein den sie liebten.Ich hatte mich daran gewöhnt, die Abende im Palast, wo man mit der Familie ganz normal redete, als wäre man nicht aus hohem Hause, wo man einfach über seinen Tag sprach, witzelte und derlei, retteten immer mal wieder manche Situationen, die einen eventuell sonst in den Wahnsinn getrieben hätten. Es wirkte so alltäglich, so familiär. In diesen Runden mit der Familie vergas man wenige Sekunden diese Maske die man tragen musste und war man selbst. Ich brauchte das und ich redete mir ein, jeder von ihnen brauchte das ebenso. Und als ich am Abend bei meinem Mann, meinem Emir lag, merkte ich das ich auch das brauchte und hoffte inständig, dass ich ihm irgendwie eine Hilfe war, wenn mir auch keine passenden Worte zu dieser Situation einfielen und ich nur Beistand mit Anwesenheit leisten konnte.
Zuletzt geändert von Gast am Donnerstag 29. Januar 2015, 13:40, insgesamt 1-mal geändert.
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Gast
Am Morgen stand ich vor dem großen Spiegel, der mich komplett zeigte. Ich bettete meine Hände auf meinen Bauch, den man mittlerweile deutlich sehen konnte. Aber nicht nur das, sondern auch die Müdigkeit in meinen Augen. Ich fühlte mich krank, ausgelaugt und schwach. So wirkten meine Arme auch nicht mehr wie die, die sie einmal waren. Ich hatte das Gefühl nicht einmal mehr zu wissen, wie man ein Schwert überhaupt hält und dieser Gedanke ließ meine Schultern deutlich absinken. Ich war verloren in der Schwangerschaft. Ich wusste nicht das dieses große Geschenk soviel Tribut forderte. Den ich bereit war zu geben, doch war ich vollkommen unzufrieden. Denn ich wurde das, was ich nie sein wollte. Eine ruhige Frau, die nie das Haus verließ und am Abend darauf wartete, dass ihr Mann nach Hause kam. Erneut zog sich meine Hand über meinen Bauch und dann merkte ich einen paar Lippen auf meiner Stirn. Er weckte mich aus den Gedanken, verabschiedete sich und ging seinem Alltag nach. Zum ersten Mal war ich neidisch auf meinen Mann.
Und Neid war es auch, welchen ich empfand, als ich Imraan, Abbas und Thahida im Ring beobachtete. Ich ließ es mir nicht anmerken, behielt eine höflichen Gesichtsausdruck auf den Zügen, aber es nagte ungemein an mir. Selbst noch Tage danach. Es war nicht der Neid auf irgendeine Person in jenem Ring, sondern der Neid auf die Situation selbst. Jeder entwickelte sich in diesem Kampf weiter. Der Emir als Lehrer, Abbas in seiner Ausbildung, Thahida in ihrer Erfahrung. Jeder lernte etwas, ging seinen Weg weiter. Aber ich, ich bin stehen geblieben. Während alle anderen rannten, fühlte ich mich so als würde ich stehen. Still, wie eine Uhr wo ein Rädchen nicht mehr funktionierte. Und wenn ich mit rennen wollte, gab es mindestens eine Hand die mich davon abhielt. Früher die Hände der Anderen, heute mittlerweile sogar meine Eigenen. Sie hielten mich fest, an den Füßen, an den Beinen, überall. Denn für das was vor mir lag, musste ich stehen bleiben. Es war in dem Fall allerdings gleich ob es das Wert war, das war es sicherlich, man fühlte sich trotz allem in Watte gehüllt. Watte durch die keiner dringen darf und wo man nur zusehen konnte, wie das Leben so spielt.
Es sind nur die Abende, die mich wieder lächeln ließen und das Glück hervorriefen, welches ich am Tage vergebens suchte, als der Rest seinem Werk nachging und ich mich darum bemühte mich nicht zu schädigen. Denn dann war Imraan da, legte seine Lippen auf meine Stirn und ließ den Rest unwichtig erscheinen. Das Glück das wir erwarteten und das Wissen wofür diese Einöde, die ich noch ein paar Monde erleben musste, vertrieben die negativen Gedanken. Das Problem war halt nur, wenn er nicht da war...
Und Neid war es auch, welchen ich empfand, als ich Imraan, Abbas und Thahida im Ring beobachtete. Ich ließ es mir nicht anmerken, behielt eine höflichen Gesichtsausdruck auf den Zügen, aber es nagte ungemein an mir. Selbst noch Tage danach. Es war nicht der Neid auf irgendeine Person in jenem Ring, sondern der Neid auf die Situation selbst. Jeder entwickelte sich in diesem Kampf weiter. Der Emir als Lehrer, Abbas in seiner Ausbildung, Thahida in ihrer Erfahrung. Jeder lernte etwas, ging seinen Weg weiter. Aber ich, ich bin stehen geblieben. Während alle anderen rannten, fühlte ich mich so als würde ich stehen. Still, wie eine Uhr wo ein Rädchen nicht mehr funktionierte. Und wenn ich mit rennen wollte, gab es mindestens eine Hand die mich davon abhielt. Früher die Hände der Anderen, heute mittlerweile sogar meine Eigenen. Sie hielten mich fest, an den Füßen, an den Beinen, überall. Denn für das was vor mir lag, musste ich stehen bleiben. Es war in dem Fall allerdings gleich ob es das Wert war, das war es sicherlich, man fühlte sich trotz allem in Watte gehüllt. Watte durch die keiner dringen darf und wo man nur zusehen konnte, wie das Leben so spielt.
Es sind nur die Abende, die mich wieder lächeln ließen und das Glück hervorriefen, welches ich am Tage vergebens suchte, als der Rest seinem Werk nachging und ich mich darum bemühte mich nicht zu schädigen. Denn dann war Imraan da, legte seine Lippen auf meine Stirn und ließ den Rest unwichtig erscheinen. Das Glück das wir erwarteten und das Wissen wofür diese Einöde, die ich noch ein paar Monde erleben musste, vertrieben die negativen Gedanken. Das Problem war halt nur, wenn er nicht da war...
- "Nein ich lass dich nicht raus,
ich lass dich nicht gehen.
Und ich weiß, ich tu' mir gerade weh!
Doch ich trag' dich unter meiner Haut,
ich behalt' dich unter meiner Haut.
Ganz egal wie lange es brennt,
ganz egal was jetzt noch kommt..."
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Gast
Ich blickte ihm eine Weile hinterher und für einen kurzen Moment wurde alles in meinem Blick verschwommen. Nicht etwa weil mir übel war oder irgendein anderes Gefühl der letzten Monde mich heimsuchte, sondern weil ich vermutlich merkte, dass nach und nach irgendwas in mir abstumpfe. Aber dann dachte ich an diese blauen Augen und meine Schultern senkten sich ab, jegliche Maskerade und jegliche steife Haltung bröckelten von mir ab. Zurück blieb der schnelle Herzschlag und dieses naive, kindliche Lächeln in meinem Gesicht. Meine rechte Hand hob sich nur langsam an, legte sich an die blaue Kette an meinem Hals und ließ die Finger ab und an über die einzelnen Glieder wandern. Auch wenn mir Mariyah sagte, dass es doch nur Schall und Rauch ist, was manch einer Liebe nennt, wollte ich diese Worte nicht so wirklich ernst nehmen, wenn ich an ihn dachte. Ich hatte mir gewünscht, dass ich diesen mädchenhaften Empfindungen noch eine Weile länger nachgehen konnte, doch dann wurden jegliche Gedanken zerstört, als die Informationen des Krieges in das Reich getragen wurden.
Ich betrachtete die Töchter der Masari, wie sie verstört auf dem Platz standen und ich hatte bereits wieder Mitleid, als klar wurde, dass sie zum ersten Mal das Schlachtfeld erblickt hatten. Konnte ich mich allerdings gar nicht lange mit diesem Gedanken befassen, denn dann berichtete Khalida bereits von der Gefangennahme unseres Rais Efendis und Cihans. Ruckartig kochte die Wut in meinem Leib empor und ich verfluchte es, an die Straßen, die Häuser und an die Mauern gebunden zu sein. Nicht das ich die Situation hätte retten können, aber es hätte wohl weitaus mehr gebracht mitzuwirken, als nun hier zu stehen und die Verwundeten und Geschockten zu belächeln und ihnen zu sagen, dass es gute Arbeit war. Aber andererseits war es gut, dass ich nur wütend war. So verdrängte ich die Emotionen, die aufkamen.
In der Nacht saß ich im Garten des Palastes, starrte in den Himmel und wartete, dass die Zeit verging. Ich wartete darauf, dass es Tag wurde und wieder Nacht, wieder Tag und ich irgendwann wieder die sein konnte die ich war. Es war ein Geschenk und ein Fluch zu gleich. Ich liebte sie bereits jetzt, so sehr, dass es mir im Herzen weh tat, doch bat ich sie auch jede Nacht ein weiteres Mal darum, sich zu beeilen. Und ich dachte an Abbas und meine Mundwinkel senkten sich deutlich ab. Denn so unbeobachtete konnte man auch zeigen, wie das Ganze an der eigenen Emotion riss. An diesem Abend schwor ich mir, dass ich sie alle niederstrecken würde, sobald die Zeit für mich gekommen war. Ich war die Freundlichkeit leid.
Erst als er sich langsam neben mir niedersetzte, seine Hand auf Meine bettete, dachte ich nicht mehr weiter darüber nach, denn dann blieb die Zeit wie immer für wenige Sekunden einfach stehen.
Ich betrachtete die Töchter der Masari, wie sie verstört auf dem Platz standen und ich hatte bereits wieder Mitleid, als klar wurde, dass sie zum ersten Mal das Schlachtfeld erblickt hatten. Konnte ich mich allerdings gar nicht lange mit diesem Gedanken befassen, denn dann berichtete Khalida bereits von der Gefangennahme unseres Rais Efendis und Cihans. Ruckartig kochte die Wut in meinem Leib empor und ich verfluchte es, an die Straßen, die Häuser und an die Mauern gebunden zu sein. Nicht das ich die Situation hätte retten können, aber es hätte wohl weitaus mehr gebracht mitzuwirken, als nun hier zu stehen und die Verwundeten und Geschockten zu belächeln und ihnen zu sagen, dass es gute Arbeit war. Aber andererseits war es gut, dass ich nur wütend war. So verdrängte ich die Emotionen, die aufkamen.
In der Nacht saß ich im Garten des Palastes, starrte in den Himmel und wartete, dass die Zeit verging. Ich wartete darauf, dass es Tag wurde und wieder Nacht, wieder Tag und ich irgendwann wieder die sein konnte die ich war. Es war ein Geschenk und ein Fluch zu gleich. Ich liebte sie bereits jetzt, so sehr, dass es mir im Herzen weh tat, doch bat ich sie auch jede Nacht ein weiteres Mal darum, sich zu beeilen. Und ich dachte an Abbas und meine Mundwinkel senkten sich deutlich ab. Denn so unbeobachtete konnte man auch zeigen, wie das Ganze an der eigenen Emotion riss. An diesem Abend schwor ich mir, dass ich sie alle niederstrecken würde, sobald die Zeit für mich gekommen war. Ich war die Freundlichkeit leid.
Erst als er sich langsam neben mir niedersetzte, seine Hand auf Meine bettete, dachte ich nicht mehr weiter darüber nach, denn dann blieb die Zeit wie immer für wenige Sekunden einfach stehen.
- Ist das der Zerstörer oder der Schöpfer?
Mit der Glut des Hasses schwenken wir die Schwerter
Ist das unser Schicksal oder unser Wille?
Wir werden kämpfen bis dieser heiße Wind unsere Flügel nimmt
Es ist wie das Spiel mit Bauklötzen
Ich mauere mit Steinen vorsichtig
Es ist wie das Spiel mit Bauklötzen
Ich sehe meinen leeren Baukasten an
Du brichst meine Mauer arglos mit schmutzigen Händen.
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Gast
Und am Ende der Woche...
...da stolperte eine Palastangestellte den Tempelweg empor. Immer wieder rudertes sie mit den Armen, damit der Körper nicht gänzlich das Gleichgewicht verlor. Hinter ihr rannte eine Wache mit, welche ebenfalls reichlich überfordert wirkte und mit seiner Rüstung ein kleines Konzert erschaffte, als er den Berg erklimmte, um die Bedienstete einzuholen. Oben angekommen, fernab von ruhigem Atem, wartete die Wache draußen, während die Bedienstete im Inneren die Prehaatim rief. Eventuell war ihr Verhalten für den Tempel etwas unpassend, doch würde man ihr dies eventuell, durch die Aufregung, nachsehen. Und so war es die Priesterin selbst, die nach einigen Worten an vorderster Front rannte und die Bedienstete und den Wachmann hinter sich ließ. Ein reges Gerenne, den Weg entlang, die Palasttreppen empor, durch den Thronsaal, bis hin zum Eingang der Räumlichkeiten der hohen Familie.
Und ich lag da, ohne das ich wirklich realisierte was um mich herum geschah. Diese Schmerzen waren nicht auszuhalten. Ich glaube ich hatte mindestens zwei Bedienstete mit meinem Geschrei verscheucht, die Andere hielt meine Hand, oder ich hielt eher ihre und brach ihr durch den Druck jeden Finger. Mir war so heiß, es schmerzte so und erst als Callista den Raum betrat, fühlte ich mich wohler. Wenn es auch keine Worte waren, welche ich ihr entgegen bringen konnte, sondern lediglich ein weiterer Aufschrei, der meinen Kopf zurück in das Kissen trieb. Aus dem Augenwinkel nahm ich wahr, wie die Prehaatim die Bedienstete zur Seite schubste, kurz meine Hand griff und ein paar Worte sprach. Dann verschwand sie auch schon wieder und ich fühlte mich kurz verloren. Meine Hand griff ins Leere und irgendwann wieder die Hand eines Anderen. Welche war mir egal, ich realisierte es nicht. Die Schimpfworte die ich allerdings über die Anwesenden warf, diese bekam ich mit, wenn ich es auch nicht so recht begriff. Aber dieser Schmerz war so unglaublich, dass ich mich fragte ob eine Klinge in der Wade beim Dauerlauf nicht angenehmer wäre.
Und so versuchte ich irgendwie den Anweisungen meiner Freundin zu folgen, während mich nach ein paar Stunden die Kraft langsam zu verlassen schien. Ich wusste nicht wirklich wie lange ich dort lag, allerdings nahm ich an lange, denn die eine Bedienstete, die meine Hand hielt, kniete mittlerweile neben dem Bett. Eventuell trauerte sie aber auch nur ihrer Hand hinterher. Ich kann nicht mehr! Jammerte ich. Noch ein bisschen. sagte sie. Und so ging es weiter und weiter. Und dann, dann drang ein Schrei an mein Ohr. Einer, welcher mich noch mehr motivierte und irgendwann, ich glaube noch ein paar Stunden später, mit mehr Erschöpfung im Leib und den trockensten Hals meines Lebens, hörte ich den zweiten Schrei und irgendetwas von Callista. Ich nahm an sie sagte irgendwas von wegen 'Fertig' aber ich lächelte sie einfach nur dümmlich an.
Erst als man mir dann meinen kleinen Jungen und mein kleines Mädchen, unseren kleinen Jungen, unser kleines Mädchen, in die Arme legte, verging jeglicher Schmerz in meinem Körper und jegliche Schwäche und ich lächelte so, wie ich noch nie zuvor lächelte, denn so etwas wunderschönes hatte ich zuvor noch nie gesehen. Diese kleinen Hände, die sich gegen meine Haut drückten und die Augen, die kaum offen waren. Die Tränen schossen mir in die Augen. Wie konnte etwas nur so vollkommen sein. Und während ich das dachte, schwach vvon der Stundenlangen 'Arbeit', betrachtete ich meine, unsere, Kinder und rechnete einen weiteren Tag in meinem Leben dazu, der zu den Schönsten zählte.
...da stolperte eine Palastangestellte den Tempelweg empor. Immer wieder rudertes sie mit den Armen, damit der Körper nicht gänzlich das Gleichgewicht verlor. Hinter ihr rannte eine Wache mit, welche ebenfalls reichlich überfordert wirkte und mit seiner Rüstung ein kleines Konzert erschaffte, als er den Berg erklimmte, um die Bedienstete einzuholen. Oben angekommen, fernab von ruhigem Atem, wartete die Wache draußen, während die Bedienstete im Inneren die Prehaatim rief. Eventuell war ihr Verhalten für den Tempel etwas unpassend, doch würde man ihr dies eventuell, durch die Aufregung, nachsehen. Und so war es die Priesterin selbst, die nach einigen Worten an vorderster Front rannte und die Bedienstete und den Wachmann hinter sich ließ. Ein reges Gerenne, den Weg entlang, die Palasttreppen empor, durch den Thronsaal, bis hin zum Eingang der Räumlichkeiten der hohen Familie.
Und ich lag da, ohne das ich wirklich realisierte was um mich herum geschah. Diese Schmerzen waren nicht auszuhalten. Ich glaube ich hatte mindestens zwei Bedienstete mit meinem Geschrei verscheucht, die Andere hielt meine Hand, oder ich hielt eher ihre und brach ihr durch den Druck jeden Finger. Mir war so heiß, es schmerzte so und erst als Callista den Raum betrat, fühlte ich mich wohler. Wenn es auch keine Worte waren, welche ich ihr entgegen bringen konnte, sondern lediglich ein weiterer Aufschrei, der meinen Kopf zurück in das Kissen trieb. Aus dem Augenwinkel nahm ich wahr, wie die Prehaatim die Bedienstete zur Seite schubste, kurz meine Hand griff und ein paar Worte sprach. Dann verschwand sie auch schon wieder und ich fühlte mich kurz verloren. Meine Hand griff ins Leere und irgendwann wieder die Hand eines Anderen. Welche war mir egal, ich realisierte es nicht. Die Schimpfworte die ich allerdings über die Anwesenden warf, diese bekam ich mit, wenn ich es auch nicht so recht begriff. Aber dieser Schmerz war so unglaublich, dass ich mich fragte ob eine Klinge in der Wade beim Dauerlauf nicht angenehmer wäre.
Und so versuchte ich irgendwie den Anweisungen meiner Freundin zu folgen, während mich nach ein paar Stunden die Kraft langsam zu verlassen schien. Ich wusste nicht wirklich wie lange ich dort lag, allerdings nahm ich an lange, denn die eine Bedienstete, die meine Hand hielt, kniete mittlerweile neben dem Bett. Eventuell trauerte sie aber auch nur ihrer Hand hinterher. Ich kann nicht mehr! Jammerte ich. Noch ein bisschen. sagte sie. Und so ging es weiter und weiter. Und dann, dann drang ein Schrei an mein Ohr. Einer, welcher mich noch mehr motivierte und irgendwann, ich glaube noch ein paar Stunden später, mit mehr Erschöpfung im Leib und den trockensten Hals meines Lebens, hörte ich den zweiten Schrei und irgendetwas von Callista. Ich nahm an sie sagte irgendwas von wegen 'Fertig' aber ich lächelte sie einfach nur dümmlich an.
Erst als man mir dann meinen kleinen Jungen und mein kleines Mädchen, unseren kleinen Jungen, unser kleines Mädchen, in die Arme legte, verging jeglicher Schmerz in meinem Körper und jegliche Schwäche und ich lächelte so, wie ich noch nie zuvor lächelte, denn so etwas wunderschönes hatte ich zuvor noch nie gesehen. Diese kleinen Hände, die sich gegen meine Haut drückten und die Augen, die kaum offen waren. Die Tränen schossen mir in die Augen. Wie konnte etwas nur so vollkommen sein. Und während ich das dachte, schwach vvon der Stundenlangen 'Arbeit', betrachtete ich meine, unsere, Kinder und rechnete einen weiteren Tag in meinem Leben dazu, der zu den Schönsten zählte.
››Wenn wir wahren Frieden in der Welt erlangen wollen, müssen wir bei den Kindern anfangen.‹‹
[img]http://www.bilder-upload.eu/upload/825f5c-1428061681.jpg[/img]
[img]http://www.bilder-upload.eu/upload/825f5c-1428061681.jpg[/img]
Zuletzt geändert von Gast am Samstag 4. April 2015, 17:45, insgesamt 3-mal geändert.
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Gast
Als es angefangen hatte und sich die Palastdamen um Noelani kümmerten, wurde er, obwohl er der Erhabene war, der Räumlichkeiten verlassen. Es brachte Unglück und war gegen die Traditionen des heiligen Reiches, wenn der Ehemann bei der Geburt seiner Kinder an der Seite seiner Frau weilte. Er würde nur eine Wand entfernt sein, gegen eine verschlossene Tür starren und sich trotzdem fühlen, als wäre er meilenweit entfernt. Er hasste es so hilflos zu sein, doch würde er die Geburt in die Hände seiner Mara legen. Im Schlafgewand saß er im Familiensaal und wippt mit dem Oberkörper immer wieder vor und zurück, während ihn Mustafa und Isam anstarrten, dann wieder Blicke wechselten und doch wieder die Wand gegenüber anstarrten. Den Emir unruhig zu sehen war ein seltener Anblick und nicht wirklich willkommen. Man konnte die Aufregung natürlich trotzdem verstehen.
Inzwischen hatte er sich mit beiden Händen so oft an die Glatze gegriffen und diese entlang gerieben, dass ihm der gänze Schädel inzwischen rot glühte. Es war lieb gemeint und sicherlich auch ein herzlicher Akt, so man ihm nun allerlei Köstlichkeiten anbot und ihn damit ruhigstellen wollte. Imraan winkte ab: Kuchen konnte jetzt auch nicht helfen!
Kein Ort konnte ihn lange für sich halten, so steuerte er sein Büro an, um dort die neuesten Schreiben zu studieren, spazierte im Palastgarten entlang und einige Male stand er sogar auf der Wehrmauer und inspizierte dort die Wüste. Am liebsten wäre er jagen gegangen und hätte seinen Kindern das erste Geschenke dargebracht. Jedoch konnte wohl keiner abschätzen, wann die beiden das Licht der Welt erblicken würden, so musste er geduldig sein und tat das, was man ihm beigebracht hat. Eine Konzentrationsübung der Hadcharim, in der er sich in tiefe Meditation begab und sich der eigenen kleinen Herausforderungen stellte mögliche Komplikationen und Zweifel aus den Gedanken zu räumen. So saß des nachts ein Emir auf dem Dach des Palastes in Richtung Nordosten gewandt. Die Augen geschlossen, die ganze Mimik ruhig, auch wenn es unter seinen Augenlidern reghaft huschte. Endlich kamen auch die beiden Palastwache zur Ruhe, die ihm die ganze Zeit hinterher liefen, vormals huschten auch deren Augenpaare seinen Bewegungen nach.
Zwischenzeitlich hatte sich auch eine Ruhe über den Palast gelegt und es liefen auch gar nicht mehr so viele hibbelige Gestalten aufgeregt durch den Palast. Er spürte wenige Momente später darauf eine Hand auf seiner rechten Schulter, die ihn letztendlich aus seiner Meditation riss, so dass er nun seitlich aufsah und die Gestalt musterte. Mustafa nickte ihm zu und zeigte ein breites Lächeln; "Sie wären jetzt da." Erklang die Stimme, als wäre jemand zu Besuch angereist. Es hielt ihn nicht mehr lange auf seinem Hinterteil, als er förmlich emporsprang und sofort sämtliche Treppen hinabeilte und manche schlichtweg übersprang. Er machte erst halt, als er vor der Türe stand, die die letzte war, die zwischen ihm und seiner eigenen kleinen Familie stand. Nochmals sah er hinter sich in die treuen Gesichter der Bediensteten und der Prehaatim, von einigen erfolgte ein festes Nicken, dann schob er auch schon vorsichtig die Türe auf und betrat den Raum, schob einen Vorhang zur Seite, um dort seine Frau zu erblicken, die seine beiden Kinder auf den Armen liegen hatte. Fortan würde es viele erste Male geben, das erste Mal, dass eines der Kinder auf seinen Arm ruhen sollte, der erste Schritt, das erste Wort. Er verharrte ruhig und traute sich nicht die Stimme zu erheben. Das leise Quängeln und neugierige Brabbeln der zwei Sonnenscheine sollte einziges Geräusch bleiben. So schlich er zu Noelani herüber, der er einen Kuss auf die Stirn drückte und freudig auflächelte, dann schob er seinen rechten Arm unter den Leib des Jungen, um ihn darauf betten zu lassen, die linke Hand eilte sogleich unter das kleine Köpfchen und fuhr dort streichelnd mit den Fingerkuppen entlang.
Er sah in diese kleinen Augen, die die Welt noch entdecken wollten und wusste, dass er für beide ohne jedes Zögern durch die Hölle und wieder zurück gehen würde, koste es, was es wolle. Sie waren die Zukunft und sie waren auch sein Vermächtnis für die Menekaner. Sein Herz schlug ihm bis zum Hals und so wusste er, dass es nun noch mehr seiner Liebe teilen musste, doch das war er gewohnt, denn sein Herz gehörte ihm schon lange nicht mehr alleine.
- Callista Anisa Ifrey
- Beiträge: 1108
- Registriert: Dienstag 29. Juli 2014, 20:36
Sie schrie förmlich den Diener des Palastes und die Wache an, wie konnte man nur so langsam den Berg wieder runter trotten wie die beiden. Sie selbst rannte trotz ihrem engen Rockes so schnell, dass sie das Gefühl hatte, ihre Füße berührten kaum den Boden.
Das der Palastdiener beinahe über seine Füße stolperte und die Rüstung der Wache so laut klapperte das sie wahrscheinlich gleich auseinanderfiel nahm sie dabei garnicht wahr. Und als sie endlich die Palasttreppe hinaufspurtete war es ihr auch egal.
Sie war hier und gleich würde sie ihrer Freundin beistehen können. Ihre Tasche mit allem was sie brauchte, hatte sie vor Wochen schon im Palast deponiert und so rief sie schnell noch einer der Dienerinnen zu ihr warmes Wasser und Seife zu bringen. Bevor sie neben der schreienden und schwitzenden Noelani sich niederkniete.
Sie hatte ihre sonstige Zurückhaltung völlig vergessen als sie die Dienerinnen die sich mit ihr um die Esra kümmerte mit immer neuen Befehlen überhäufte und das nicht gerade in ihrem normalen freundlichen Tonfall.
Erst als sie die Hand ihrer Freundin hielt und ihr leise Worte des Segens zumurrmelte und spürte wie sie sich immer weiter entspannte nun wo sie da war. Wurde auch sie ruhiger und konnte ihre Gedanken sammeln.
Die Stunden folgen förmlich an ihr vorbei und immer wieder musste sie Noelani motivieren neu zu pressen. Zwei Kinder auf die Welt zu bringen war nicht so einfach wie nur ein einzelnes. Sie musste dafür sorgen, dass ein Kind etwas weiter oben im Bauch liegen blieb und dem anderen genug Raum gab um hinaus zu schlüpfen. Und als sie mit den Fingern das erste Köpfchen umfassen konnte. Holte sie den Sohn des Erhabenen auf die Welt.
Mit leicht Blut verschmierten Fingern malte sie ihm das Zeichen des Segens mit hellem Henna auf die Stirn und küsste die Stelle seines Herzens als er anfing zu schreien. Bevor sie ihn an die auserwählte Dienerin weitergab.
Nun war erst die Hälfte geschafft und als sie auf den Schwamm ein wenig des Stärkungstrank tröpfelte und ihn Noelani an die Lippen hielt um jene und ihre Kehle zu befeuchten wusste sie, dass neben ihrem starken Willen auch jenes ihrer Freundin nun helfen würde auch das zweite Kind zur Welt zu bringen. Und sie betete inständig zur Mara, dass es kein Sohn sein würde. Denn sie wusste, dass würde im späteren Leben der beiden Kinder nur zu Problemen führen. Ein Thronfolger, das war perfekt.
Als sie eine Stunde später das kleine Mädchen in ihren Armen hielt und mit einem Glücksgefühl im Herzen ihr das Symbol des Segens aufmalte hauchte sie ihr leise zu als sie ihr Herz zum ersten Schrei küsste. "Du wirst die schönste Natifah werden die Eluive jemals erschaffen hat und ich werde immer für dich und deinen Fadrim da sein solange ich atme und darüber hinaus."
Das der Palastdiener beinahe über seine Füße stolperte und die Rüstung der Wache so laut klapperte das sie wahrscheinlich gleich auseinanderfiel nahm sie dabei garnicht wahr. Und als sie endlich die Palasttreppe hinaufspurtete war es ihr auch egal.
Sie war hier und gleich würde sie ihrer Freundin beistehen können. Ihre Tasche mit allem was sie brauchte, hatte sie vor Wochen schon im Palast deponiert und so rief sie schnell noch einer der Dienerinnen zu ihr warmes Wasser und Seife zu bringen. Bevor sie neben der schreienden und schwitzenden Noelani sich niederkniete.
Sie hatte ihre sonstige Zurückhaltung völlig vergessen als sie die Dienerinnen die sich mit ihr um die Esra kümmerte mit immer neuen Befehlen überhäufte und das nicht gerade in ihrem normalen freundlichen Tonfall.
Erst als sie die Hand ihrer Freundin hielt und ihr leise Worte des Segens zumurrmelte und spürte wie sie sich immer weiter entspannte nun wo sie da war. Wurde auch sie ruhiger und konnte ihre Gedanken sammeln.
Die Stunden folgen förmlich an ihr vorbei und immer wieder musste sie Noelani motivieren neu zu pressen. Zwei Kinder auf die Welt zu bringen war nicht so einfach wie nur ein einzelnes. Sie musste dafür sorgen, dass ein Kind etwas weiter oben im Bauch liegen blieb und dem anderen genug Raum gab um hinaus zu schlüpfen. Und als sie mit den Fingern das erste Köpfchen umfassen konnte. Holte sie den Sohn des Erhabenen auf die Welt.
Mit leicht Blut verschmierten Fingern malte sie ihm das Zeichen des Segens mit hellem Henna auf die Stirn und küsste die Stelle seines Herzens als er anfing zu schreien. Bevor sie ihn an die auserwählte Dienerin weitergab.
Nun war erst die Hälfte geschafft und als sie auf den Schwamm ein wenig des Stärkungstrank tröpfelte und ihn Noelani an die Lippen hielt um jene und ihre Kehle zu befeuchten wusste sie, dass neben ihrem starken Willen auch jenes ihrer Freundin nun helfen würde auch das zweite Kind zur Welt zu bringen. Und sie betete inständig zur Mara, dass es kein Sohn sein würde. Denn sie wusste, dass würde im späteren Leben der beiden Kinder nur zu Problemen führen. Ein Thronfolger, das war perfekt.
Als sie eine Stunde später das kleine Mädchen in ihren Armen hielt und mit einem Glücksgefühl im Herzen ihr das Symbol des Segens aufmalte hauchte sie ihr leise zu als sie ihr Herz zum ersten Schrei küsste. "Du wirst die schönste Natifah werden die Eluive jemals erschaffen hat und ich werde immer für dich und deinen Fadrim da sein solange ich atme und darüber hinaus."
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Gast
Und so gingen die Tage ins Land. Wir wechselten uns ab mit dem Schlafen, manchmal hatten wir auch ein paar Herzschläge für uns, konnten ein paar Minuten Mann und Frau sein aber eigentlich wussten wir genau, dass es nun an der Zeit war für wen anders zu leben. Er wusste das noch besser als ich, er tat es als Emir auch bereits über Jahre. Aber seitdem wir unsere Kinder hatten, kam uns unsere Existenz so geringfügig vor. Sie waren anstrengend, oh ja das waren sie und trotzdem vermisste man sie sofort, sobald man einen von ihnen nicht mehr im Arm hielt. Es war wie ein Traum und jedes Mal wenn man in die Augen dieser wunderbaren Geschöpfe blickte, verlor man sich darin.
Wenn ich daran dachte, wie einst eine meiner Tanten vor uns saß und so von ihren Kindern schwärmte und ich das vollkommen übertrieben fand, konnte ich es jetzt wunderbar nachvollziehen. Mir kam es auch so vor, als wäre ich dadurch meinem Mann noch näher gekommen, als das sowieso schon der Fall war. Die Liebe war intensiver, sie war anders. Er war nicht nur mein Mann, sondern eben auch der Vater meiner Kinder, er war meien Familie. Irgendwie waren wir eins geworden, ein kleines Uhrwerk, welches nicht mehr laufen würde, sobald man ein Rädchen entfernt.
Und als ich am Abend nach Hause kam, es war heute mein Abend, entdeckte ich Imraan mit einem Bündel in der Hand, so wie einem zugeschlagenen Buch auf dem Schoß. Beide schliefen so friedlich, dass es mir ein unbeschreibliches Lächeln in die Züge trieb. Leise nahm ich das Buch von ihm fort, legte es auf dem Tisch und holte eine Decke, um den Beiden die Kälte der Nacht etwas zu nehmen. Zwei Küsse, jeweils einen pro Stirn, bevor ich mich entfernte und noch versuchte ein wenig Chaos zu beseitigen, was Kinder eben so machten.
Dabei dachte ich daran, was ich einst sein wollte. Daran wie ich meinem Bruder davon erzählte und daran, wie ich mich entwickelt hatte. Und alles in allem war ich unglaublich zufrieden. Ich liebte mein Leben und diejenigen, die es mit mir teilten und das bis zum bitteren Ende. Und ich konnte dieses Glück kaum fassen.
Wenn ich daran dachte, wie einst eine meiner Tanten vor uns saß und so von ihren Kindern schwärmte und ich das vollkommen übertrieben fand, konnte ich es jetzt wunderbar nachvollziehen. Mir kam es auch so vor, als wäre ich dadurch meinem Mann noch näher gekommen, als das sowieso schon der Fall war. Die Liebe war intensiver, sie war anders. Er war nicht nur mein Mann, sondern eben auch der Vater meiner Kinder, er war meien Familie. Irgendwie waren wir eins geworden, ein kleines Uhrwerk, welches nicht mehr laufen würde, sobald man ein Rädchen entfernt.
Und als ich am Abend nach Hause kam, es war heute mein Abend, entdeckte ich Imraan mit einem Bündel in der Hand, so wie einem zugeschlagenen Buch auf dem Schoß. Beide schliefen so friedlich, dass es mir ein unbeschreibliches Lächeln in die Züge trieb. Leise nahm ich das Buch von ihm fort, legte es auf dem Tisch und holte eine Decke, um den Beiden die Kälte der Nacht etwas zu nehmen. Zwei Küsse, jeweils einen pro Stirn, bevor ich mich entfernte und noch versuchte ein wenig Chaos zu beseitigen, was Kinder eben so machten.
Dabei dachte ich daran, was ich einst sein wollte. Daran wie ich meinem Bruder davon erzählte und daran, wie ich mich entwickelt hatte. Und alles in allem war ich unglaublich zufrieden. Ich liebte mein Leben und diejenigen, die es mit mir teilten und das bis zum bitteren Ende. Und ich konnte dieses Glück kaum fassen.
Ich will eine gute Schwester sein, eine gute Cousine, eine gute Mutter, eine gute Frau, eine gute Kämpferin, eine gute Händlerin, Diplomatin...
[img]http://abload.de/img/kinderppbop.jpg[/img]