Und da war die Zeit...

Geschichten eurer Charaktere
Gast

Und da war die Zeit...

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Ich stand die Nacht über da, starrte auf die leeren Straßen MenekUrs und zog meinen Schleier etwas fester über die Hälfte meines Gesichtes. Man glaubte manchmal gar nicht, wie die Kälte einem in die Knie zwingen konnte, sobald die Sonne nicht mehr zu sehen war. Doch ich hielt stand, das hielt ich immer, so dachte ich zumindest. Langsam drehte ich den Kopf zur Seite, betrachtete den Eingang des Palastes und ein müdes Lächeln schlich sich über meine Lippen, bis hin zu den Augen. Der Tag war heute wahrlich lang. Ich fragte mich, warum ich nun trotzdem hier stand und Wache hielt. Eventuell wollte ich mir Standhaftigkeit beweisen. Vermutlich genau das...

Ich erinnerte mich an die Nacht zuvor, in welcher ich mich durch die Sande kämpfte, versuchte das Geschenk für den Emir in Phiolen abzufüllen und ich mich bei jedem Schritt fragte, was ich mir dabei denken würde. Kurz danach überfiel mich zwar immer wieder dieser unbeschreibliche Rausch, der jeglichen Zweifel fort trieb, aber jetzt, wo ich hier so in der Kälte stand, dachte ich wieder darüber nach. Die Worte meiner Cousine, welche vermutlich gar nicht so schwerwiegend sein sollten, hämmerten sich dabei zusätzlich in meine Gedankenstränge. Ich schenke ihm was, was bei ihm nicht auf dem Bankfach verrottet. Ich musste schmunzeln, ihre direkte Art erheiterte mich, auch wenn sie im Zusammenhang mit der Thematik ein kurzes Senken meiner Mundwinkel einforderte.

Ich richtete den Blick in den klaren Himmel, streckte meine Hand in die Höhe und betrachtete zwischen den Abständen die Sterne, die mir entgegen blickten, so hell leuchtend, wie sie es immer waren, wenn die Kälte besonders aufdringlich schien.
  • Lieber Amar,
    ich habe mich wunderbar in der neuen Heimat eingelebt. Heimat ist, wo das Herz wohnt, nicht wahr? Ich denke das Meine hat bereits seinen Platz gefunden. ich fühlte mich lange nicht mehr so willkommen. Es schmerzt nur ein wenig, dass ich dich so selten zu Gesicht bekomme. Du fehlst mir, mein liebster Bruder, aber sei dir gewiss, ich werde dich nicht enttäuschen.

    Auch wenn ich die Traditionen wertschätze, mir die Aufgaben und Talente angeeignet habe, welche man von einer Frau erwartet, schlägt in meinem Herzen auch ein anderer Weg. Ich gehe langsam, mit feinen Schritten und hoffe wirklich, mein liebster Bruder, dass du das akzeptieren wirst und weiterhin stolz auf mich herab blicken kannst. Auch wenn ich im Krieg neben dir stehe und nicht in der Heimat sehnsüchtig warte.

    Und ich wünschte ich wäre nicht zu feige dir diese Zeilen zu reichen. Aber irgendwann, das nehme ich mir jeden Abend vor wenn ich das Papier beschreibe und es danach über einer Kerze verbrenne. Dann werde ich dir sagen, dass ich all das sein kann, was die alten Traditionen von mir erwarten und dann werde ich dir mitteilen, dass ich all das sein kann, dass ich all das bin und noch so viel mehr.

    Dann kann ich dir sagen, dass ich am heutigen Tage der Armee beigetreten bin und das ein weißhaariges Mädchen gefunden hab. Ich habe noch nie so ein wunderbares und niedliches Geschöpf gesehen, wie sie. Sie sieht aus wie eine kleine Elfe und ist zerbrechlich wie Porzellan. Ich will sie so gerne behalten, sie weiß nicht wo sie hin soll. Die Frage ist, ob sie Sahid länger akzeptiert als nötig. Du hättest ihre Augen sehen sollen, als sie erfuhr, das sie bleiben durfte. Ich habe lange nicht mehr so ein aufrichtiges, glückliches Gesicht gesehen.

    Und weißt du, was ich dir noch erzählen würde, Amar? Das ich so unglaublich verwirrt bin...

Ich zog mit der rechten Hand das Pergament aus der Tasche und warf einen flüchtigen Blick hinauf. Mit einem Schmunzeln warf ich es in die Feuerschale und richtete meine Augen einmal erneut über die Straßen und rannte los. Noch ein paar Runden, bis der Himmel sich schon wieder heller färbte und die Sonne sich ankündigte. Nur noch ein paar Runden, bevor ich vollkommen erschöpft von den letzten 24 Stunden in das Bett fiel, meine Arme um die zerbrechliche Fee schlang und sie hütete wie eine kleine Schwester und sie mir die Nähe gab, die ich zum Einschlafen brauchte.

Morgen würde ich es der Welt und dem Leben erneut zeigen. Denn die Zeit würde mir sicher beistehen, um mich - auch als Frau - zu beweisen. Du wirst schon sehen!
  • [img]http://www.fotos-hochladen.net/uploads/wuestesl3foi9enu.jpg[/img]
Gast

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Als ich in der Nacht meine Runden durch MenekUr zog, war die Stille besonders drückend. Ich hatte einen groben Kloß im Hals, als ich am Kasernenplatz vorbei zog. Ich blieb stehen und drehte nur langsam den Kopf in die Richtung des Ringes. Langsam, nur schleichend, bewegte ich mich auf den Kampfkreis zu und steuerte die hinterste Ecke an. Mit einem Seufzen ging ich in die Knie und strich mit den Fingern über das getrocknete Blut im Sand und das nächste Schlucken trug einen bitteren Beigeschmack mit sich. Ich konnte die rote Flüssigkeit meines Cousins förmlich schmecken und es widerte mich an.

So fiel ich nach hinten weg, und stützte mich mit meinen Unterarmen auf er platt getretenen Erde ab. Meine Augen wanderten in Richtung Himmel und Mond nahm mir durch seine Helligkeit fast schon wenige Sekunden die Sicht. Und so dachte ich darüber nach, was all das zu bedeuten würde und was die Zeit für mich vorgesehen hatte.
  • Lieber Amar,
    ich habe so viele Geschichten von dir gehört, deine Narben gesehen und es ist nichts im Vergleich zur Realität. Heute hat der Erhabene unseren Cousin Sahid geprüft. Ich weiß nicht weswegen und ich wünschte mir so sehr ich würde es begreifen. Denn heute war ich schwach.

    Ich werde vermutlich noch so oft versagen, so oft fallen, auf den Weg den ich gewählt hatte und du solltest wissen, dass ich dich brauche. Bitte halte mich nicht für egoistisch, ich möchte nur, dass du mir einen Schubs gibst, zwei oder vielleicht drei. Du sollst meine Steine nicht aus dem Weg räumen, das schaffe ich selbst, du sollst mir nur aufhelfen, wenn ich stürze, mein liebster Bruder.
    Und vielleicht, vielleicht irgendwann, werde ich dir meine Geschichten erzählen, zu meinen Narben, wer weiß nur ob ich ohne einen Stoß voran bis zu diesem Punkt gelange?

    Oh ja, heute war ich schwach und habe begriffen, dass der Weg den ich eingeschlagen habe, bei weiten spektakulärer ist, als der Alltag im Haushalt, das Werken in der Küche und die Pflege der Familie. Heute habe ich die Schattenseiten gesehen und dabei war ich noch nicht einmal wirklich involviert. Amar, heute war ich schwach. Aber nur heute... nur heute.

    Sag, glaubst du an das Schicksal? Mir hat Tamika die Karten gelegt und der Erhabene hatte recht, all das was dabei gesagt wird, lenkt einen eventuell unbewusst in eine Richtung, die man normalerweise nicht eingeschlagen hätte. Ich kann dir nicht sagen, was die Karten mir sagten, wenn du wüsstest was, würdest du mein Zurückhaltung verstehen. Aber ich habe mich in diesem Moment dafür entschieden, diesen gewiesenen Weg zu ignorieren. Wir schaffen uns doch alle unser eigenes Schicksal. Du dir deines, ich mir meines...
Ich lag noch eine ganze Weile einfach im Ring und starrte in den Himmel und um so mehr Zeit ins Land zog, um so weniger belastete mich der Vorfall von vor einigen Stunden. Ich hatte noch nicht geschlafen und doch hatte ich bereits den Punkt erreicht, wo das Geheimnis der Nachtruhe seinen Erfolg versprach. So erhob ich mich mit einem Ruck und rannte nach Hause, warf die Schuhe in die Ecke, flitzte die Treppen hinauf und schmiss mich, nachdem ich die Rüstung abgelegt hatte, auf Mariyah. Ich schlang die Arme um sie herum und erdrückte sie gänzlich mit meinem Gewicht, bis ich ins Land der Träume rauschte.

Und es war immer wieder der gleiche Traum...
Zuletzt geändert von Gast am Montag 8. September 2014, 16:48, insgesamt 3-mal geändert.
Gast

Beitrag von Gast »

Ich lag mit offenen Augen im Bett und starrte an die Zimmerdecke. Mein Herz raste und mein Körper war mit so viel Leben befüllt, dass ich gar nicht mehr wusste was Schlaf bedeutet. Latifa lag quer über mir drüber und ich versuchte mich irgendwie an Mariyah zu klammern. Aber schlafen funktionierte nicht. Eventuell war das alles doch ein Traum, wieso sollte man in einem Traum auch schlafen können.
Ich versuchte mich unter den Mädchen hervor zu zwängen und ging in den Garten, eventuell würde frische Luft etwas daran ändern, was in mir vor ging. Und dann reichte mir der Garten nicht aus und ich versuchte mich außerhalb des Viertels ein wenig zu bewegen.

Langsame Schritte führten mich nach Menek'Ur und ich mochte die Stadt so gerne, wenn keine Seele mehr auf den Straßen war und der kalte Wind um die Ecken pfiff. Allerdings trieben mich meine Beine nicht weit, denn vor dem Palast, bei der Statue Saajids, ließ ich mich auf die Bank sinken und richtete meine Aufmerksamkeit auf die Fassade des Palastes.
  • Lieber Amar,
    weißt du was heute geschehen ist? Ich kann es kaum in Worte fassen, vermutlich träume ich auch nur und es gilt als Ketzerei, wenn ich dir das nun schreibe. Also gehen wir mal davon aus, dass das kein Traum ist...

    Doch, doch, ein Traum. Amar, kannst du bitte kommen und mir einmal den Kopf wieder klar rütteln, denn ich begreife gerade nicht, was um mich herum passiert. Aber ich glaube, ich glaube nun an das Schicksal.

    Und weißt du was, Amar? Ich gebe nicht auf.
Ich lehnte den Kopf etwas mehr an und ließ die Augen über die Statuen wandern. Bei der ersten Statue im Westen blieb meine Aufmerksamkeit hängen. Und ich war noch immer der Überzeugung, dass Statuen bei Nacht etwas unheimliches hatten. Ich fühlte mich zerdrückt von den Blicken der Emire. Hatte ich etwas falsch gemacht oder etwa alles richtig?

Ich wünschte, dass mein Herz sich endlich beruhigen würde und ich nicht mehr das Bedürfnis hätte, die Augen weit aufgerissen zu lassen. Lass mich schlafen, Mutter, lasst mich schlafen Sonne und Sterne und lasst mich mein Glück begreifen.
Gast

Beitrag von Gast »

  • "Du kannst es nicht jeden recht machen, Noelani."
    "Aber ich kann es versuchen!"
Ich zog den Helm über den Kopf und schulterte den mit Steinen gefüllten Rucksack. Ich war voller Energie und war bereit jene zu verbrauchen. Mit einem Grinsen auf den Zügen rannte ich los, so weit mich meine Füße trugen. Ich kämpfte mich über den unebenen Weg, am Hauslosenviertel vorbei und über die Dünen, die bei Nacht ein etwas schauriges Bild abgaben. Man wusste durch die Dunkelheit nicht genau wo sie endeten, geschweige denn was einen dahinter erwartete. Das sollte ich aber erst ein paar Schritte später bermeken.
  • Lieber Amar,
    ich habe die Geschichten gehört, von Sahid, von der Familie, über den Krieg in Grenzwarth, über die Verluste und über all das Leid, welches unser Volk ertragen musste. Welches auch er ertragen musste, er und du. Es stimmt mich jedes Mal traurig wenn ich an diese Geschichten denke, obwohl es doch eigentlich gut gelaufen ist. Nur war der Verlust groß, in so vielen Hinsichten. Mir wird noch immer flau im Magen wenn ich an dein verbranntes Gesicht denke.

    Was ich nun schreibe, das wird dir nicht gefallen. Ich war in Rahal, vor einigen Tagen. Es ist erschreckend wie ignorant die Menschen sind. Ich hätte mich vermutlich auch in ihrer Garde bewerben können und es wäre niemanden aufgefallen. Ich hielt es aber für angebrachter mich erst einmal um zusehen. Es war eine riesige Stadt, aus dunklem Gestein und jeder Mensch den ich traf, lebte sein eigenes Leben. Man grüßte nicht, man sah einen nicht einmal an.
    Ich traf auch einen Letharen. Er starrte mich die ganze Zeit an und war voller Blut. Es war sein Eigenes, denn er trug ein Halsband, welches ihn wohl immer wieder Wunden am Hals aufriss. Wenn ich begriffen habe wieso, teile ich es dir sicher mit. Kenne deine Freunde, doch deine Feinde noch besser.

    Ich halte zur Zeit eine Kette in meinen Händen, Amar und du wirst nicht glauben von wem sie ist. Aus welchem Grund ich sie habe, ich glaube es selbst kaum. Gab es für dich einmal einen Moment, wo du dein Glück nicht fassen konntest und es fast schon weh tat?

    Es braucht keinen Janitschar und keinen großen Säbel, um einen Kampf aus zutragen. Wenn jeder Menekaner, unabhängig seiner Herkunft, zu einer einfachen Waffe greift und diese gemeinsam mit seinen Brüdern und Schwestern führt... ist alles möglich. Das Kreuzen der Dolch steht für Zusammenhalt.

    Kannst du dir so ein Glück vorstellen?
Ich rutschte die Düne hinunter und gab ein leises Krächzen von mir. Ich atmete erleichtert aus, als ich auf nichts traf. Erst als ich die kleine Laterne an meinem Gurt etwas höher hob, schlich sich die Farbe aus meinem Gesicht und die Begeisterung, das Grinsen, die Euphorie, starben ab. Ich befand mich in einem Nest aus Skarabäen, welche schliefen.

Ein Knoten zog sich in meinem Hals zusammen und ich erstarrte zu Stein. Ich musste überlegen, schnell. Schleichen und hoffen, dass sie nicht aufwachen würden und mir in den Rücken fallen? Angreifen? Es waren zwei Große und ein Kleiner, die sich wie Würmer aneinander pressten und seltsame Laute von sich gaben. So senkte ich für wenige Sekunden die Lider ab, atmete tief durch, einmal, zweimal und dann zogen seine Worte durch meinen Kopf. Aufgeben ist keine Option.

Ich zog den Bogen vom Rücken, in einer Geschwindigkeit, in welcher mich gar eine Schnecke überholt hätte und legte einen Pfeil an die Sehne. Das Knarzen des Holzes zog sich durch die Stille, als ich meinen rechten Arm nach hinten zog und den Bogen dehnte. Das rechte Auge kniff sich zu und versuchte durch das kleine Laternenlicht irgendetwas zu sehen und dann sauste er durch die Nacht, der Pfeil der über weitere Schritte entschied. Erstes Skarabäus, tot. Die Beiden anderen? Lebendig und bereit zum Töten.

Sie spuckten ihre feuerartige Substanz in meine Richtung und es war nicht möglich die Düne hinauf zu schellen, also rollte ich mich seitlich an jener entlang. Ich brauchte Abstand, ich müsste nochmal einen Pfeil einlegen können. Ich brauchte Zeit. Ich hatte sie nicht. So zog ich mein Schild vom Rücken und ein scharfes Geräusch entstand, als ich meine Klinge aus der Waffenscheide zog und in ihre Richtung rannte. Aufgeben ist keine Option. Die Euphorie, und der Kampfrausch, riss einen Schrei in die Nacht und meine Klinge zog sich durch die Luft. Mein Fehler war nur, als ich den Zweiten niederstreckte, nicht mehr an den Dritten zu denken.
Zu spät drehte ich mich um, schlug noch einmal zu, da ätzte sich die Substanz bereits über meinen linken Arm.

Ich fiel zurück in den Sand und nachdem der Schmerz nachgelassen hatte, formte sich wieder dieses Grinsen. Und vermutlich auch kurzzeitig der Gedanke, ob das hier gerade normal war.
Die nächsten Stunden betrachtete ich die Sterne und nicht einmal die Kälte der Nacht konnte mich dazu bewegen aufzustehen. Vermutlich weil meine Knochen müde waren und ich wusste, dass ich meinen Rucksack auch suchen müsse, der irgendwo auf der anderen Seite der Düne zu schwach wurde um mit mir weiter zu gehen.
Zuletzt geändert von Gast am Samstag 13. September 2014, 03:37, insgesamt 3-mal geändert.
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  • "Distanz ist der Abstand zwischen Herz und Verstand."
Ich blickte ihm aus dem Augenwinkel hinterher und kam mir an diesem Abend so vor, als wäre das unser erstes Gespräch gewesen. Was an und für sich natürlich nicht verkehrt war, aber wenn Unterhaltungen eine Temperatur mit sich trugen, schwank es an diesem Abend in Richtung Kälte. Es fehlten die Blicke, die Gesten, die andere Sachen aussagten und alles in allem war jedes Wort eine kurze Qual. Ich lächelte, es funktionierte und er brachte mich auch zum Lachen, doch wann war es nur die einfache Höflichkeit und wann kam es aus tieferer Seele? Lächerlich wie schwach mich das Ganze machte, ich hatte darauf keine Lust und ich verfluchte mich innerlich für diese Gedankengänge. Gedanken trieben ihn auf dieses Stück Erde? Mich trieb die Hoffnung an, ihm hier zu begegnen. Im Nachhinein belächelte ich mich dafür.

Ich wendete mich ab, zog wieder meine Schritte durch MenekUr. Ich hatte nicht vor so zu sein und ich nahm mir auch vor, dass das nie passieren würde. So versuchte ich die Schwäche aus zu stellen und das zu sein, was mein Traum war: Frei.
  • Lieber Amar,
    ich habe die letzten Tage die Sklaven des Hauses und Tooru beschimpft, ich war streng, ich habe mich durchgesetzt und mein schlechtes Gewissen habe ich verborgen, verborgen hinter der kalten Fassade, welche sich in dieser Zeit mein Gesicht nannte. Ich weiß gar nicht wie du das manchmal geschafft hast, ihre traurigen Gesichter und all das drum herum. Es hat mein Gewissen ein Stück weit zerfressen. Ich bin zwar nicht eingeknickt und habe meine Strenge zurück genommen, aber man sollte sich im nachhinein eigentlich nicht schlecht fühlen, wenn man Leute dazu belehrte, etwas richtig zu tun.

    Ich hoffe wir sehen uns bald wieder, Bruder, bräuchte ich doch in so vielerlei Dingen deinen Rat, den ich mir woanders nicht einholen möchte. Und in manchen Momenten ist deine Anwesenheit einfach notwendig, um einfacher atmen zu können.

    Aber an und für sich geht es mir gut. Ich lebe mich wunderbar ein. Das Treiben in der Armee lehrt mich, wenn auch meine Knochen und Muskeln mit mir streiten. Im Basar helfe ich Jazmyn wo ich kann, sie hat mir sogar ein paar Kleinigkeiten gefertigt, die ich dann im alatarischen Reiche anbieten kann. Lächeln, höflich sein und dann denke ich vielleicht nicht daran, was sie unserem Volk, dir, ihm, allen, angetan haben.

    Komm bald wieder, Amar.
Ich streckte mit einem Schmunzeln das Pergament in Richtung Himmel, ließ es vom Mond durchscheinen und zog tief Luft in meine Lungen. Dann faltete ich es zusammen, legte es zu den anderen Briefen die nie abgeschickt werden würden und war wieder zufrieden. Ich war bereit mich wieder zu Mariyah zu legen, mich an sie zu klammern und sie als Kissen zu missbrauchen. Und nach einer Weile drückte sich meine Hand um den Anhänger an meinem Hals, dass sich das Symbol in meine Haut presste und ich schlief ein.

Und am nächsten Morgen, da war der gestrige Tag vergessen.
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Ich schlug das Buch auf meinem Schoß langsam zu und hob den Blick an. Meine Augen wanderten über den mittlerweile dunklen Garten und ich war froh darum. Zwar reichte das Licht noch aus, welches vom Weg des Tempels seine Strahlen warf, aber es reichte nicht um meine Augen zu offenbaren. Ich wusste wirklich nicht, wann ich wegen einem Buch das letzte Mal so weinen musste. Also schnappte ich nach Luft, rieb mit mit dem Handballen über beide Augen und ließ wieder Ruhe in meinen Körper wandern.

Ob die Rothaarige wusste warum sie mir gerade dieses Buch gab? Warum es bei mir so eine Emotion auslöste? Das konnte doch nicht sein. Diese Zufälle in den letzten Wochen machten mir ehrlich gesagt nur noch Angst und trieben Unwohlsein in meinen Leib.

Ich lehnte mich mit den Rücken an die Mauer und streckte meine Beine über die Bank. Meine Augen klebten am Mond, der am Himmel thronte und meine Finger krallten sich in den Einband des Buches.
  • Lieber Amar,
    langsam forme ich Charakter und ich werde das, was ich einst werden wollte. Ich hege noch immer Interesse daran die Sitten und Normen zu beherzigen, die du mir beigebracht hast und doch kann ich dir sagen, dass mich das Leben hier doch noch zu einen anderen Wesen macht, was ich vielleicht vorher nicht war. Wie ein Edelstein, den man nun endlich beginnt zu schleifen.

    Erinnerst du dich noch, als wir über Heirat gesprochen haben und ich dir sagte, dass wenn ich die Wahl hätte, zu einem Ja oder Nein, dass ich immer Nein sagen würde, wenn es keine Liebe ist? Gut! Ich nämlich auch.

    Wenn du wieder nach Hause kommst, setze dich doch bitte einmal mit Hajifa auseinander. Damit sie glaubt, dass du wirklich existent bist. Denn diese Diskussion mit ihr zu führen, dass du keine lebendige Gestalt bist, bin ich etwas leid.

    Desweiteren herrscht nun wieder ein gewisser Konflikt zwischen Rahal und MenekUr, den es zu schlichten gilt, offensichtlich. Ich bin deswegen in vielerlei Hinsicht negativ gestimmt. Zum einen weil ich mir so vorkomme, als wäre ich Schuld an alledem, weil die ersten Worte die gesprochen wurden aus meinem Munde kamen und es sich darauf irgendwie aufbaute und zum Anderen, weil es ihm vermutlich gerade wieder den letzten Nerv kostet.

    Hajifa sagte, ich bin eh nur eine nette Nebenbeschäftigung. Ich war recht enttäuscht über diese Aussage. Als ich ihr dann erklärte, dass ich einfach alles tun werde was ich kann, um ihm das Leben zu erleichtern, war sie auf einmal ganz still. Ich denke, Amar, so oft wie er sich aufopfert braucht es doch eine Person, die das für ihn tut? Davon bin ich überzeugt und daran halte ich fest. Egal was ich bin.

    Ich werde dir bald wieder berichten!
Irgendwann schlief ich einfach auf der Bank ein und ignorierte die Kälte, die sich Nachts in meinen Körper schlich. Das Buch würde ich hüten wie meinen Schatz, denn es erinnerte mich daran was wir waren und sind.
  • Das perfekte Herz
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"Seht uns an. Es gibt hier und auch bei uns welche, die jene Diplomatien und dergleichen nicht begreifen. Diesen festen Vertrag, der zwischen diesem Reich und dem unseren entstehen soll. Wäre es Euch lieber würden wir hier stehen uns einer von uns würde nach unserem Aufeinandertreffen keinen Atemzug mehr tätigen?"
"Nein, das wäre unnütz. Was nützt Ihr mir tot?"
"Und das ist die Frage beim Ganzen, Lethra. Die, die solch Dinge tun, blicken über den Tellerrand und betrachten das große Ganze. Die, die das nicht begreifen, haben das noch nicht gelernt."


Ich betrachtete die Lethra eine ganze Weile. Irgendwas war seltsam an unserer Unterhaltung und ich wusste nicht was. Was ich allerdings begriff war, dass ich sogar eine Art Trauer in mir tragen würde, wenn ich sie einst auf dem Schlachtfeld dort hin schickte, wo sie dachte zu landen, wenn sie einmal nicht mehr ist. Es sind so viele Worte gefallen, in dieser Unterhaltung und ich wusste gar nicht mehr, wie das alles entstanden war. Aber ich bereute kein Wort was ich zu ihr sprach. Ich verabschiedete sie sogar mit einem Lächeln, welches nur noch zu einem Dreiviertel gelogen war.
Es war bestimmt Mitleid was ich mit ihr hatte, ganz sicher. Was auch sonst.

Ich drehte mich herum, ging wieder in das Gutshaus und wartet darauf, dass der Erhabene bereit war aufzubrechen, in Richtung Palast. Ich ließ ihn auch alleine gehen. Ich war nicht wirklich hier um ihn zu begleiten, ich sollte hier keine Diplomatien führen. So ließ ich ihn die Wege, die er alleine gehen konnte, auch alleine machen. Erst später am Abend folgte ich nach, wurde ebenfalls in den Palast geordert und stellte mich an den Rand.
Ich war nur dekorativ, auch wenn ich aufmerksam war, ging kein Wort über meine Lippen und so schnell wie die zwei Tage begonnen hatten, in diesem Reich, so schnell waren sie auch vorbei.

Als wir in MenekUr ankamen, kam es mir vor als wären wir Jahre weg gewesen. Dabei hatte sich nichts verändert, es war wie immer, die Hitze, der Sand, die Luft und auch die Art und Weise wie er und ich mit einander umgingen. Manchmal waren es nur Sekunden, die eine ganze Welt verändern konnten und manchmal begriff man selbst nicht einmal, wie das funktionierte.

Als ich kurz Zeit für mich hatte, versuchte irgendwelche Worte für meinen Bruder auf Papier zu bringen, merkte ich wie ich versagte. Ich konnte ihm nicht mehr schreiben, konnte ich doch so viele Dinge gar nicht mehr in wirkliche Worte fassen. Besonders das, was in kommender Zeit nun geschehen würde, es fiel mir unheimlich schwer, das zu realisieren. Und doch bekam ich das Lächeln nicht aus meinem Gesicht, was wohl bedeutete, dass meine Emotionen es bereits begriffen hatten.

Ob ich nun wider des Ratschlages meines Cousins handelte? Wenn man mein Leid nicht sehen durfte, sollte ich auch versuchen mein Glück zu verbergen? War ich bereit? Konnte ich das sein, was man erwartete? Ich wusste auf jeden Fall das Selbstzweifel nicht zu mir passten und so scheuchte ich die Fragen fort und zurück blieb nur noch dieses Lächeln und dieser Zettel, welchen ich unter dieser einen Tür hindurch schob.
  • Kannst du dir dieses Glück vorstellen?
Gast

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Menschen.
Lerne sie kennen.

Verträge.
Lerne sie zu nutzen.

Gedanken.
Lerne sie zu beherrschen.

Und dann traf sie wieder auf diese eine Wüstenfrau, schon wieder diese eine. Zuerst war sie sich nicht sicher gewesen, doch dann nach einigen Worten, einigen Sätzen die Gewissheit. Würde sie wieder zu ihrem Männchen rennen..würde es schon wieder Unruhe geben die jede Arbeit aufhalten, die Erfüllung jeder anderen Aufgabe unmöglich machen würde?
Die gesprochenen Worte sorgsam gewählt, die Reaktionen des Menschenweibchens sorgsam beobachtet..
Und anders als sie erwartet hatte wurde ihr ebenso mit einem Grad an ruhiger Offenheit begegnet.
Das Gespräch eine Aneinanderreihung vieler belangloser Äusserungen und doch..hier und da Informationen..Worte..der Ansatz eines Ausdrucks der sie nachdenklich werden ließ..

Die Menschen, ein Schritt auf ihrem Weg, und diese eine ein Anfang, womöglich ein lohnender, womöglich ein interessanter.

Zuhören, Beobachten, Anpassen,Nützlichkeit für Vaters Ziele
Zuletzt geändert von Gast am Donnerstag 9. Oktober 2014, 14:25, insgesamt 2-mal geändert.
Gast

Beitrag von Gast »

Manche Menschen tragen Masken zum Eigenschutz.
Sie schmücken sich mit diesen, meist selbstkreierten Gebilden und stellen sie zur Schau, um die verletzlichen Wesen dahinter zu verstecken. Sie selbst war nicht unbedingt so ein Fall, doch verstand sie die Logik dahinter.
Andere wiederum wussten nicht einmal, dass sie sich irgendwie in einer Maskerade befanden und das eigentliche ICH nur so selten zeigten, dass es langsam zu verschwinden begann. Auch dieses Dilemma konnte sie nachvollziehen, der Umstand hingegen war ihr fremd.
Sie selbst gehörte zu einer dritten Gruppe und die Marionettenmaske gehörte schlichtweg zu einem Teil ihrer Selbst, das vor... dass irgendwann entstanden war, als ihre Welt eine unbestimmte Zeit in Dunkelheit verschwand und aus den Schatten erneut definiert werden konnte.
Auch dies konnte sie verstehen, irgendwie war die Logik hier noch greifbar aber dass die einzige Maske, welche man mit sich trug, eine wortwörtliche Mundschutzmaske aus Leder war, während man sich stolz und ehrlich den Mitmenschen offenbarte, erschien ihr seltsam und schwer verständlich. Gleichermaßen übte dieses Verhalten, welches die junge, bildschöne Natifah an den Tag legte, eine dermaßen große Faszination auf das bleiche Gespenstermädchen aus, dass sie schon alleine deshalb nicht anders konnte, als sie zu kontaktieren.
Gut, der eigentliche Grund dahinter lag noch woanders...

Ich habe den Blick gesehen, einen nur, den Ihr ihm zugeworfen habt, sah die Freundlichkeit auf Eurem maskenlosen Gesicht sterben und habe realisiert, dass sich selbst Eure Bewegungen danach verändert haben. Außerdem sah ich sein Zucken und es sagte mehr, als Worte. Entweder seid Ihr die, die ihn äußerlich oder die, die ihn innerlich verletzte. Wir müssen reden...

Sie hatte den Brief so rasch beantwortet, dass das Gespenstermädchen mit einer Absage gerechnet hatte. Stattdessen aber kündete das Schreiben von einer freundlichen Zustimmung zur Begegnung und so kam es, dass sie keinen Tag später wieder einmal in das maskierte, schöne Gesicht ohne Maske blickte.

Sie strahlte. Ein inneres Glühen, wie ein feiner Schimmer, der sich durch Knochen, Fleisch und Haut nach außen bahnte und wie ein Götterkind in warmes, angenehmes Licht hüllte. Der Verdacht liegt nahe, dass ihn nicht jeder sieht oder einfach nicht alle Mitmenschen verstehen und definieren können. Doch damit lag die Eingangsfrage nahe...

"Wisst Ihr was Liebe ist, Natifah Noelani Banu?"

Sie wusste es.
Und das Gespräch sponn sich Stück für Stück aus Wahrheiten zusammen, da das Geistermädchen hier wenig zu verbergen hatte und die Wüstenblume schien auch hier keinerlei Sinn an einem Versteckspiel zu finden. Daher begann der Lernprozess und diesmal stach er ein klein wenig, als sich neue Erkenntnisse auftaten, mit welchen sie nicht gerechnet hatte. Das Kind Menek'Urs hatte keinen Grund zu lügen und sie verstand seine Logik soweit um zu ahnen, dass er auch nicht gelogen, sondern wie eigentlich immer nur einfach nicht alles gesagt und offenbart hatte. Zuletzt blieb nur das "Warum?" übrig. Warum hatte er einen Teil der Geschichte ausgespart...

"Wenn ich Euch einen Rat geben darf, kleine Blüte des Nordens..."

Maiglöckchen! Ich mag sie.

"Vielleicht aus dem selben Interesse heraus, aus welchem Ihr hier bei mir sitzt?"

Vielleicht aber eher höchst unwahrscheinlich.
Unmöglich dabei hinter seine Maske zu blicken, wenn doch just diese Maske, ähnlich wie in ihrem eigenen Fall, einfach nur Teil des Ganzen und kein Versteckspiel war.
Anders bei ihr, der Schönen, der Schimmernden.

"Ihr strahlt..."
Ein Lächeln unter dem Leder, welches jedoch die Augen erreichte und jene wie Sonnenstückchen wärmend leuchten ließ.

Als die Abschiedsfloskeln etwas später gesprochen wurden, wusste das Gespenstermädchen, dass es die Sonnenblume aus dem Lande des Sandes irgendwann wiedersehen wollte. Vielleicht aufgrund schönerer Hiintergründe.
Gast

Beitrag von Gast »

Auch wenn ich versuchte mich auf das Buch in meiner Hand zu konzentrieren, funktionierte das nicht so ganz. Immer wieder musste ich die Seite neu beginnen zu lesen, immer wieder von vorne und als ich am Ende war, wusste ich noch immer nicht, worum es eigentlich ging. Nach einer Weile gab ich es auf, griff zu meinem Krug und ließ den Duft einfach kurz nahe meiner Nase weilen. Die intensiven Kräuter Menek'Urs sollten mir, so war der Plan, wieder etwas mehr Konzentration und Ruhe schenken. Aber sie versagten. So trank ich, ein, zwei Schlücke, stellte das Ganze mit einem dumpfen Laut wieder ab und beschäftigte mich danach damit, mit den Fingerkuppen gedankenverloren über die Maserung des Tisches zu streichen.

Sie hatte mich das tatsächlich gefragt, diese Blüte aus dem Norden oder spezieller gesagt: Die Blüte aus dem Westen. Ich dachte nicht einmal wirklich, dass sie sich in Rahal mit Liebe befassten. Hochzeiten und dergleichen sollten nur ihren Zweck erfüllen, aber so wie sie sprach, ging all das über Zweck hinaus und widersprach theoretisch ihrem Lebensweg. Sie tat mir leid, sie befand sich in einem Käfig und hatte das Bedürfnis ihre Arme hinaus zu strecken, nach Dingen zu greifen die sie sonst nicht haben könnte und immer wieder schlug jemand gegen ihre Hand.

Zusätzlich war sie verwundert darüber, dass ich so offen zu ihr war, was mein Mitgefühl noch etwas ankurbelte. Spielen die Leute sich im alatarischen Reich alle gegenseitig etwas vor? Ich hatte zumindest keinen Grund mich zu verstellen, nicht vor ihr und auch nicht den Anderen, welche ich bereits in jenem Reiche traf. Sie sollen mich einschätzen wie sie wollen, hassen, mögen wie ich bin. Ich wollte nie ein falsches Wesen sein und das auch nicht vor ihr, dem hypothetischen Feind.

Also hörte ich ihr zu, in ihrer Qual, die sie versuchte hinter einer eisernen Maske zu verbergen. Ich hörte ihr zu, als wäre ich ihre Vertraute und verwarf jegliche distanzierte Höflichkeit, welche sonst in meinem Blick lag. Ich wollte ihr zeigen, dass sie offen zu mir sein konnte. Natürlich ist das recht fragwürdig, wenn man bedachte an welchen Gott sie dachte zu glauben. Aber sie war im Gegensatz zu den Letharen ein Wesen, welches Wege wählen konnte. Wer weiß was ihre Zukunft brachte und wie viel diese Unterhaltung dazu beisteuerte.

Das Gespräch zog sich in die Länge und ich merkte gar nicht wie die Zeit verging. Erst als die Sonne nicht mehr wirklich den Wald erhellte. drückte ich mich in die Höhe. Theoretisch hatte ich nichts zu befürchten, wollten ja alle irgendwie Frieden mit unserem Volke haben, aber mein Instinkt sagte mir, dass die Nacht nichts für mich wäre, nicht hier. So ging ich, ließ mich von ihr begleiten und die Worte, welche sie dabei zu mir sprach, ließen mich stocken.

Ich mag Euch.

Oh dieses verrückte, schwarzhaarige Mädchen. Eigentlich fühlte ich mich mit der Tatsache nicht wohl, dass ich immer mehr Gestalten aus jenem Reiche irgendwie, in irgendeiner Weise, zu schätzen wusste. Denn es würde mich zerreißen, wenn wir einst alle wieder die Klinge gegeneinander heben würden. Es kam so unglaublich große Trauer in mir auf, welche ich für jene Frau empfand. Sie lebte in einem Reich, wo sie sich gegenseitig zerfleischten, von Innen nach Außen und dann... noch diese Situation, dieses Leben, dieses Gefühl. Oh ja, ich mochte sie auch und ich hatte augenblicklich die Empfindung sie zu schützen. Doch ich wusste, wenn einst der Tag kommen würde, dann könnte ich das nicht.

Denn dann waren wir wieder zwei vollkommen Fremde...
Gast

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Ich stand vor dem Stapel an Briefen, wo noch nicht einer den Weg zu meinem Bruder fand. Meine Hand bettete sich auf dem Papier drückte es etwas hinunter um die Höhe zu reduzieren und mit einem Lächeln zog ich den Stuhl zurück, ließ mich nieder und griff zur Feder. Ein letzter Brief, für ihn, für mich.
  • Mein lieber Amar, mein wertgeschätzter Bruder,
    du wirst dich nicht an die Briefe erinnern, welche ich dir schrieb, denn ich habe sie dir alle nicht gegeben. Doch nun habe ich vor dies zu tun. Ich möchte dir mein Leben zeigen und ich möchte dir für all das danken, was du für mich warst und bist. Denn nur durch dich gehe ich nun diesen Weg, nur durch dich sitze ich nun hier und schreibe. Durch dich hatte ich den Mut Mutter zu verlassen.

    Durch deine Reisen wirst du die Aushänge noch nicht gesehen haben und ich hoffe du wirst diese Briefe auch davor lesen. Eventuell finde ich auch jemanden der fähig ist dich zu finden und dir all das zu bringen.

    Ich kam nach MenekUr für dich und gefunden habe ich das, was mein Leben ausmacht. Das erste Treffen meiner Zukunft machte ich auf offener Straße. Es waren hellblaue Augen die mir mit gewisser Distanz entgegen blickten und durch ihre Farbe eine gewisse Kälte entgegen brachten. Ich wusste bei den ersten Worten nicht einmal wer er war. Denke ich heute daran zurück, muss ich schmunzeln. Ich dachte an die Arroganz seiner Familie und daran, dass das keine Eigenschaften waren, die ich irgendwie wert schätzte.

    Doch das zweite Treffen zeigte mir das er anders war. Er war nicht wie Ghadir, die Strenge und das Unnahbare, es war bei ihm anders. Er trug sein Herz offen und er wusste auch eine Seele zu schätzen, die keinen bekannten Namen trug. Es war der Erhabene mit Herz und Verstand.

    Die Treffen mit mir und ihm waren seltsam. In manchen Momenten wirkte es vertraut und in anderen Augenblicken zeigte er mir seine kalte Schulter. Es gab Tage, da zürnte ich ihm, ohne das er es wusste und ich hasste jeden Moment, als ich ihm das nicht zeigen konnte und gerade als ich anfing die Gefühle zu verdrängen, welche sich in mein Herz schlichen, saß er vor mir und kündigte an er würde nun werben wollen. Ich hielt ihn für verrückt, wie konnte er bitte um mich werben?

    Mariyah und Jazmyn planten bereits Namen für unsere Kinder, wobei ich noch an alldem zweifelte. Ich redete mir ein, es sei eine Phase für ihn und da die nächsten Begegnungen von erschlagender Distanz zu Wohlwollen und zurück wechselten, brach in mir etwas und ich konnte mich nicht mehr entscheiden ob ich ihn hassen sollte oder lieben. Seine Reise nach Rahal hat es entschieden, denn das war der Moment in dem ich mich entschied.
    Der Moment in dem ich ihm verfallen war und ich kann dir mit Sicherheit sagen, dass ich andere Wege gegangen wäre, hätte er mich zurück gelassen, wie jeden Anderen in diesem Moment. Ich hatte nicht mehr vor nur ein Spielball zu sein.

    Das war ich jedoch nicht, mein lieber Bruder. Es war die Zeit in der das Schicksal für mich entschied und ich danach griff um es nie wieder los zu lassen. Und ich entschied mich für diesen Mann, ich entschied mich für Imraan Mukthaar, nicht für den Sohn der Omar, nicht für den Emir, ich entschied mich für Imraan, so wie er beschlossen hatte mich zu wählen.

    Und ich habe vor ihm eine gute Frau zu sein, Amar, ich werde all das sein was er braucht, was er wünscht und ihm all das geben, was meine Seele, mein Herz und mein Körper fähig sind zu erschaffen. Ich werde loyal sein und ich werde ihm folgen, wohin seine Wege auch führen werden. Und ich werde nicht seine Esra sein, ich werde seine Rani sein und ihm jeden Tag vermitteln, dass all das mehr ist, als nur Titel und Positionen.

    Ich möchte das du das alles weißt, Amar, weil ohne dich wäre ich nicht hier und ohne dich wäre ich nicht die Person, die ich heute bin. Ich möchte das du stolz auf mich bist, auf alles was ich tue, was ich tun werde und was ich sein möchte. Ich möchte die Frau des Erhabenen sein, ich will die die Säbelschwingerin sein, die in Kriegen an vorderster Front steht und welche der Feind fürchtet. Ich will eine gute Schwester sein, eine gute Cousine, eine gute Mutter, eine gute Frau, eine gute Kämpferin, eine gute Händlerin, Diplomatin...

    Das Leben hält noch so viel für jede Seele bereit und ich hoffe so sehr, dass du irgendwann wieder ein Teil davon bist.

    Noelani
Ich atmete einmal tief durch, ein weiteres Mal, bevor ich die ganzen Pergamente zusammen schnürte und sie einem Boten in die Hand gab. Er sollte sie Amar bringen, egal wo sich jeder gerade befand. Denn damit schloss ich mein altes Leben ab, denn von alldem was ich sein wollte, war es nicht mehr die kleine, unbeholfene Schwester.
Gast

Beitrag von Gast »

Die Zeit verstrich wie im Fluge - tatsächlich fühlte es sich so an, als würde meine Haut zunehmend weicher und blasser werden. Älter und faltiger. Wenn ich in das Wasser vor meinen Stiefelspitzen sah, sah ich einen alten ergrauten Mann. Nicht mich selbst stolz und streng, stark und ansehnlich! Es war wie ein Fluch, vor Jahren von einer Schwarzmagierin in mein von Feuer zerfressenes Fleisch gepflanzt. Wie konnte ich auch meinen, dass sie mir nur dieses Narbengeflecht zurückließ?

Je länger ich mein Spiegelbild im klaren Nass betrachtete, umso enttäuschter war ich von mir selbst. Je länger ich starrte, desto wütender wurde ich auf mich. Ich war alt geworden. Und dieses Wort "alt" auf der eigenen Zunge liegen zu spüren, schmeckte besonders bitter. Meine Hand lenkte ich ein Stück weit zu mir empor. Ich drehte sie, nahm meine raue Handinnenflächen und anschließend meinen vom Alter gezeichneten Handrücken in Augenschein. War das wirklich ich? Der strenge Amar, der sich vor nichts und niemanden fürchtete? Ich konnte mir meine Gedankengänge in diesem Moment nicht einmal selbst beantworten, kochte ich bereits vor tiefer Wut. Meine Hand krampfte wenig später und windete die Finger in die Innenfläche. Eine geballte Hand offenbarte sich meinem Augenpaar - geballter Zorn, welcher die Faust so versteifte, dass meine Adern anschwollen und diese sich blass unter meiner gespannten Haut hervor hoben. Ich war kein Mann der Andere aus Frohsinn und Glückseligkeit zu Tränen rührte. Ich war der Mann, der sich schon immer nahm, was er wollte. Jener, der Andere fürchten ließ und ihnen die Tränen aus Schmerz und Angst in die Augen trieb.
  • Du bist alt und schwach...

Meine Hand rauschte in das kalte Nass hinab, zerteilte mein Gesicht, wie ein Zweihänder einen menschlichen Schädel. Das Wasser spritzte herauf, benetzte mein glühendes Antlitz, doch konnte es mich nicht zur Besinnung lehren. Erst die Stimme, die meinen Namen rief, ließ mich wieder Luft holen und die Wut herunter schlucken.
  • Amar? Amar. Amar...

Ich drückte mich in den Stand zurück, straffte meine Schultern und wandte mich zu dem rufenden Boten um. Der Stapel zusammengebundener Briefe unter seinem Arm irritierte mich, besonders dann, als er mir diesen entgegen hielt.
  • Für Euch, Sohn der Wüste.

Das war doch ein schlechter Scherz? Ein ganzes Paket aus Stapeln von Briefen zusammengebunden!? Auf diese Idee konnten nur meine ­Rani's kommen, die der Annahme waren, ich hätte nichts Besseres in meinem Leben zu tun als Briefe zu öffnen und zu lesen. LESEN! Die Wut kochte noch in meinen Adern - und diese sorgte auch dafür, dass ich dem missmutig drein schauenden Boten die Lieferung aus der Hand riss.


Es vergingen Stunden des Nachsinnens und des Starrens auf die Briefe. Zumindest konnte ich mich zusammenreißen und sie aus der Ecke meines Zeltes in die Nähe meines Bettes legen, war ich noch immer von dieser Anzahl verwundert gewesen ... gar davon erschlagen worden! Dennoch fasste ich mir ans Herz und nahm mich dieser an, nur ... nach einigen Stunden, die mir wie rasende Herzschläge vorkamen.


Ich durchtrennte das Band, welches den Stapel zusammenhielt und fixierte. Dann griff ich unsicher zum ersten Couvert und öffnete es langsam. Ich sah die ersten Zeilen durch das Pergament schimmern und den Namen, der unter die Lettern gesetzt wurde. Meine Lider zuckten, legten sich resignierend über meine Augen und ließen meinen Blick in der Dunkelheit verlaufen. Meine Gedanken, mein Ich, war für diesen einen Augenblick in ­MenekUr - bei meiner Familie und meinen Freunden. Ich konnte sie spüren, als wäre ich ein Teil dieser Zusammenkunft gewesen. Zum Greifen nah! Der Duft, der mir unwillkürlich in der Nase aufstieg, ließ mich an meine bezaubernden Frauen denken. Jedoch war es der Brief zwischen meinen Fingern, der mich von den Erinnerungen losriss und mir die Augen wieder öffnete. Das Licht vor meinen Augen war schwach geworden, doch war ich Zeile um Zeile, Wort um Wort darum bemüht mich mit jedem Schriftstück zu befassen.

Ich konnte es noch nie leiden, wenn meine kleine Schwester wie ein Wasserfall sprach. Nun sind es Briefe, mehrere in einem Couvert gepackt. Verwundert hatte es mich nicht, dass sie ihre Worte nicht auf einer Seite niederschreiben konnte. Aber ich ­nahm mir die Zeit und die Geduld ihr auch hierüber meine Aufmerksamkeit zu schenken ...
Zuletzt geändert von Gast am Samstag 25. Oktober 2014, 01:24, insgesamt 1-mal geändert.
Gast

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Ich befasste mich tagtäglich damit Noelani´s Briefe zu lesen. Jeden Tag ein Brief, kurz bevor ich zu Bett ging.

Ich verstand ihre Zeilen, ihre Gedanken, welche sie mit jedem Brief versuchte mir näherzubringen. Ich war froh, dass es ihr gut erging. Dass sie in meiner Familie wohlauf war und ich mir keine Sorgen machen brauchte. Wenn ich darüber sinnierte, war ich doch wieder ein Stück weiter stolz auf mich. Stolz darüber, dass ich in meinem Leben nicht alles durch meine Entscheidungen bereuen musste. Meine Familie - Khalida, Jala, Noelani und mein Kind, sie waren mein Halt. Zum ersten Mal spürte ich wieder, wie lange ich überhaupt fort war. Wie lange ich schon auf Reisen war und meine Familie alleine ließ.

Der Schmerz in meinem Herzen wurde stärker, die Sehnsucht zu meiner Familie größer. Ich war ein miserabler großer Bruder, ein rücksichtsloser Ehemann. Unnahbar für sie und meine Frauen. Zu lange hatte ich mich damit ­beschäftigt meinen Aufgaben als Säbelschwinger nachzugehen. Gewiss strebte ich noch heute danach in die Fußstapfen meines Radeh zu treten und ein Hadcharim zu werden. Doch ­war es das wert meine Familie dafür zurückzulassen? Nein...

Als ich am frühen Morgen den letzten Brief in Händen hielt, spürte ich den kalten Schauer, der mir über den Rücken lief. Meine kleine Schwester würde heiraten und ich versäumte all das, was ich bei ihr miterleben wollte. Ich wollte ein Teil ihres Lebens sein und sie auf dem Weg des Erwachsenwerdens begleiten. Und nun hatte ich diesen Weg mit ihr gemeinsam zu gehen versäumt. Wenngleich im Hintergrund, als steter Beschützer und Berater in ihren Gedankengängen und Entscheidungen. Ich konnte und wollte auch nicht länger zulassen, wie ich den wichtigsten Teil in meinem Leben vernachlässigte und in Stich ließ.

Ich drückte mich vom Bett auf, klaubte die Briefe zu einem Stapel zusammen und legte sorgfältig meine Ausrüstung an. Akiir ließ ich währenddessen satteln und dem Jijkban ausrichten, dass ich die Expedition abbreche. Ein Weg würde sich finden, um meinen Platz in der Truppe wieder zu füllen.
Noch bevor ich auf meinem treuen Gefährten aufsattelte, winkte ich den berittenen Soldaten näher.

  • Richte meiner Fidah aus, das die Familie bald wieder vereint sein wird.

Ich sandte den Soldaten nach MenekUr aus und hoffte inständig nicht den wichtigsten Tag in Noelani´s Leben versäumt zu haben - die Eheschließung. Die Rückkehr in das Sonnenreich würde zwar dauern, eine Aufgabe stand noch bevor, doch war ich guter Dinge.

Bald fand auch die letzte Seele zurück, um die hinterlassene Lücke in meiner Familie wieder zu schließen.
Zuletzt geändert von Gast am Montag 27. Oktober 2014, 10:57, insgesamt 1-mal geändert.
Gast

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Ich zog den Kopf ruckartig zur Seite, als die Klinge Majdys gegen die Wand neben mir knallte. Ich blinzelte leicht, schnappte nach Luft und verfluchte ihn und mich. Eingerostet sagte er und ich merkte davon gar nichts. Als ich das dritte Mal im Sand landete und mir die Luft weg blieb, als sich die körnige Substanz in meinen Rachen zog und ein schweres Husten mir fast die Lunge heraus riss, wurde ich wütend auf mich selbst. Meine Finger krallten sich in den Boden und ich blickte mich um, ich wollte nicht aufgeben und erinnerte mich an die Worte des Emirs, welche er mir bei unserem ersten Kampf näher brachte. Behalte immer dein Schild bei dir.

Ich rollte mich über den Boden und nutzte die Zeit aus, die er damit zubrachte die Klinge wieder aus der Wand zu reißen und griff nach meinem Schild, welches ich irgendwann, irgendwo verloren hatte. Ich war schon so benommen, dass ich gar nicht mehr wirklich wusste was nun eigentlich passiert war. Das war ziemlich schlecht, so konnte ich nämlich keine Lehren aus dieser Sache ziehen, außer das blaue Flecken und Prellungen verdammt schmerzten. So zog ich mein Schild vor meinen Leib, als ich mich wieder in die Höhe gedrückt hatte und rannte wie ein Rammbock auf Majdy zu.

Gerade hatte er die Waffe befreien können und setzte sofort zur verteidigenden Haltung an. Er war wirklich gut, was hatte ich mir dabei nur gedacht?! Ich prallte ab, flog nach hinten weg und die Kraft verzog sich aus meinen Beinen. Ich hing mit den Armen am Geländer und hob die freie Hand empor, um ihm zu verdeutlichen das es genug sei. Er hörte ruckartig auf und lächelte mir herzlich zu. Ein schwaches Lächeln zeichnete sich dann sofort auch auf meinen Lippen ab. Ich konnte mich nicht entscheiden ob es eine gute Entscheidung war mit ihm zu üben oder ob ich mich dafür verfluchte. Sein Verhalten war fern von Schadenfreude und Arroganz, das machte es zumindest einfacher.

Ich griff nach seiner Hand, ließ mich wieder auf die Beine ziehen und sammelte mit taumelnden Schritt meinen Säbel auf. Ich wollte noch nicht aufhören. Ich wollte es mir beweisen, nur mein Körper wollte nicht so und das Schicksal anscheinend auch nicht. Während Majdy irgendwas redete, dass es für heute vielleicht reichen würde, bog ein Bote um die Ecke. Er starrte mich an, verbeugte sich dann vor mir und erhob die Stimme.

"Werte Blüte des Hauses Yazir! Ich bin hier um mitzuteilen, dass Amar, aus selbigen Hause alsbald in die Heimat zurückkehren wird."

Mir fiel die Klinge aus der Hand und das Schild bewegte sich ihr langsam nach. Ich starrte den Boten eine Weile lang einfach nur an und hob verspätet die rechte Hand in die Höhe. Ich hatte dich nicht verstanden, dachte ich, wiederhole dich, ich hatte es nicht verstanden! Und so wiederholte er sich, nachdem keiner etwas sagte. Ich sackte auf die Knie und drückte die Hände in mein Gesicht. Meine Schultern zuckten ein wenig, als ich, ohne es selbst kontrollieren zu können, zu weinen begann. Wie konnte es das Schicksal nur so gut mit mir meinen?

Ich ließ alles stehen und liegen und rannte, mit Dreck besudelt, mit Dellen und blauen Flecken, in die Richtung meines Hauses. Die Arme riss ich in die Höhe und beginn zu schreien:
  • Khalida, Jala!
Zuletzt geändert von Gast am Montag 27. Oktober 2014, 13:19, insgesamt 1-mal geändert.
Gast

Beitrag von Gast »

Ich stand eine ganze Weile auf der Terrasse unseres Hauses und stützte mit den Unterarmen auf dem Geländer. Mein Blick lag auf dem Sonnenaufgang welcher sich im Osten abzeichnete und langsam wieder Farbe über das Land warf. Meine Lippen spitzten sich etwas und die Lider senkten sich ab. Ich konnte nicht schlafen und war demzufolge müde, jegliches Licht drückte in meinem Kopf aber die Gedanken darin wurden nicht weniger.
Ich dachte an die Worte Amars, die er an mich richtete, die Dinge die er mir erzählte, über meine Cousine, über ihn, über Imraan. Ich fühlte mich regelrecht etwas verbittert, als ich einen abfälligen Laut von mir gab und mich von dem eigentlich so wunderbaren Schauspiel löste, was die aufgehende Sonne mit dem Sand vollzog.

Ich ging mir meine Rüstung anziehen und tat das, was ich eben immer machte, wenn sich die Gedankengänge in meinem Kopf nicht ausstellen wollten, ich ließ mich von Majdy in der Kaserne quälen. Er machte das gut, zumindest war ich mittlerweile in der Lage nach einem Kampf weiter zu machen, also verbesserte ich mich. Fortschritt, Fortschritt war immer gut und trieb mir auch wieder ein Lächeln in mein Gesicht. Ein Fehler, denn ich wurde kurz unaufmerksam und das Schild Majdys knallte gegen meinen Helm und ich flog zur Seite weg. Und als ich da so am Boden lag und dachte, dass sich meine Muskeln verabschiedet hatten und dem Schmerz Platz schafften, drangen die Worte meines Emirs in meinen Kopf.
  • "Stell dich nicht so an, steh auf."
Ich drückte mich wieder in die Höhe und griff mein Schild. Den Säbel konnten meine Augen nicht erfassen und so stürmte ich in Benommenheit auf meinen Gegner zu und unterstrich den Anfall von Wahnsinn mit einem lauten Schrei. Ein lauter Knall hallte über den Platz, als wir aneinander prallten und ich war wieder dabei mich zu konzentrieren und zu lernen.
Als ich dann das nächste Mal am Boden lag und kaum noch Luft bekam, weil mein Körper eben alles gegeben hatte, drehte ich meinen Kopf zur Seite und starrte zum Palast hin. Denn für heute war es wohl auch genug, denn Majdy verließ den Ring, nachdem er einmal meine Schulter tätschelte.

Ich würde mich beweisen, ihnen allen und diese Vergleiche ausmergeln.
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