Das Leben im Waisenhaus

Alassea

Beitrag von Alassea »

Der Abend endete damit das Alassea weinend sich in die Felle kuschelte, sie war so leise das sie die Kinder die noch da waren nicht aufwecken konnte.

Sie war kurz in Bajard gewesen und dort am Hafen auf ein Mädchen gestossen, dass verwahrlost war. Die Haare waren verfilzt und das Mädchen deutlich unterentwickelt und unterernährt und zudem vor Dreck richtig gehend schon stank. Als es Alasseas kleine Stute sah fragte es gleich ob die lieb sei und ob sie sie streicheln könne. Natuerlich konnte das Mädchen das, denn Aleska die Stute war es gewohnt von Kinderhänden angefasst zu werden. Die Dame Xantia die dort auch herumstand fragte Alassea ob jene nicht für etwas Gold ein wenig Fleisch besorgen wolle. Das dann gleich versteckte Forderungen wie Unterkunft, Nahrung und Kleidung kamen stimmten Alassea etwas mürrisch. Sie hatte Xantia gesagt das sie ein Waisenhaus führe und keine Herberge. Von dem Gold das sie bekam konnte sie sich gut einige Nächte in die Herberge in Varuna niederlassen.

Nachdem Xantia weg war ging sie mit dem Mädchen, die sich als Sheldrea vorstellte, zum Waisenhaus, das Mädchen folgte ihr freiwillig oder besser gesagt, Alassea hatte sie auf die Stute gesetzt gehabt. Im Haus deutete alassea an das Shel dringend mal Baden müsse. Shel hatte ihr von ihrem Papa erzählt, dass sie vor ihm weggelaufen war. Als es darum ging das man nackt badete fragte Shel gleich ob sie denn auch tanzen müsse. Alassea verneinte dies eine leise Ahnung in sich aufkommen spührend. Die blauen Flecken am ganzen Leib des Mädchens bestätigten nur noch den Verdacht. Ein Klopfen oben lenkte sie ab und sie ging um aufzumachen. Aurian Lichtenfels war das und Alassea bat sie mit nach unten. Viel Zeit zu einer Unterhaltung blieb nicht wirklich.

Lise kam auch noch nach unten und Alassea sagte ihr das sie auch baden müsse. Nach einigem Hin und Her mit locken vom Kuchen zog sich Lise das Kleidchen aus und sprang mit Schwung in das Becken. Es Spritzte dabei und Shel murrte das Lise nicht sprizten solle. Lise reagierde direkt eher bissig, dass sie nicht gespritzt habe und das Shel lügen würde, dass sie dumm sie und so Dinge. Aurian bot sich an neben der Garde auch im Waisenhaus zu arbeiten. Aufgrund des Kleinkrieges das die Kinder führten kam Alassea nicht dazu weiteres mit Aurian zu besprechen. Lise sprang aus dem Wasser zog sich nass wie sie war das Kleidchen über und rannte nach draussen als Alassea sagte das sie und Shel as klären sollten ohne sich gegenseitig zu beleidigen.

Alassea ging Lise nach, wärend Aurian sich um Shels Haare kümmerte. Ruhig versuchte Alassea Lise klar zu machen as Shel's Vater Shel wohl sehr stark geschlagen habe und das sie keinen mehr habe aber Lise blieb stur und meinet nur immer sie wäre alleine, sie hätte niemanden mehr und Shel habe ja noch einen Papa und wäre nicht alleine. Traurig drehte sich Alassea um und ging wieder ins Haus. Lise war schon 6 Sommer alt und selbst das einfachste gesprochene wollte sie einfach nicht verstehen. Innen als sie den Kuchen aufgedeckt hatte und die Kinder am Tisch sassen ging es weiter mit dem Kleinkrieg. Lise meinte Shel wolle ihr Alassea wegnehmen und. Alassea wollte die beiden eigendlich den Kleinkrieg ausfechten lassen, aber sie hörte wie Lise in den Schlafsaal rannte und es reichte ihr einfach langsam.

Wieder ging sie Lise nach und wieder fruchtete nichts was sie sagte. Lise meinte nur Marel sei viel lieber und nicht so gemein wie Shel. Dann lief Lise entgültig weg und die Suche begann. Immer wieder rief man Lises Namen. Suchend hinkte Alassea bis zu den Bauernhöfen, bis knapp vor Rahal und durch Varuna. Elias lief durch die Wälder, Bajard und Berchgard. Alassea ging wieder zum Haus um sich um die anderen Kinder zu kümmern und erzählte ein wenig mit Shel. Sie erfuhr dabei auch das Shel's Vater wohl auch ihre Mutter umgebracht hatte und Shel ads auch noch mitbekommen habe. Kein Wunder das das Mädchen so zurückgeblieben wirkte und unterentwickelt. Wie alt mochte sie wirklich sein? 13? 14? Alassea wusste es nicht wirklich, sie hatte eher das Gefühl eine 6jährige vor sich zu haben.

Ein junger Bote kam irgendwann aus Berchgard und berichtete das Lise bei Alliestra sei und das man noch Besuch von zwei Herren von der Burg eisenwart zu erwarten habe. Alasseas Blick zur Uhr und die Nachricht die sie dem Boten darauf mitgab zu Xinthra und ronya waren das einzige was sie auf seine Nachricht hin tat. Auf Xinthra brauchte sie nicht lange zu warten. Sie kam kurz bevor die beiden Herren eintrafen. Jene wollten zu den Kindern vorgelassen werden, das Waisenhaus begutachten. Es störte sie nicht das sie sagte das die Kinder bereits schliefen. Sie wolletn die Kinder sehen. Sie hätten sorge um die Kinder weil eines zu Kriegszeiten durch die Welt rannte und eindeutig vom Waisenhaus sei. Sie meinten damit Lise. Alassea sagte ihnen klar und deutlich das die Kinder nicht mehr begafft würden wie die Affen im Zoo und sie nicht vorhabe fremde Männer um nachtschlafender Zeit das Haus begutachten liesse. Die Herren meinte sie hätten interesse an dem Haus. Alassea hob eine Augenbraue. Interesse? Das Haus tand nicht zum Verkauf. Ronya traf kurze Zeit später ein und Alassea atmete auf. Elias kam auch kurz danach. Die Herren hatten sich noch nicht einmal vorgestellt und erwarteten allen Ernstes das sie, die Leitung ds Hauses, sie einfach nur weil sie es wollten zu den Kindern vor lasse. Nur weil sie sagten sie wären auch Waisen? So schniede gekleidet und ordendlich waren _die_ niemals Waisen.

Entrüsstet verliessen die Beiden das Haus nicht ohne sie auch noch zu beleidigen. Sie bekam ausserdem noch mit wie einer der beiden meinte vor der Türe, der anblick des Hauses würde ihn anwidern und er würde mal mit dem Grafen über die Zustände des Hauses reden. Eine Weile sprachen Ronya, Xinthra, elias und sie noch, dann ging Elias sich umziehen und Xinthra wollte weiter reiten. Ronya und Alassea blieben alleine und endlich konnte Alassea Ronya richtig begrüssen und sich an sie lehnen. Ronya erzählte ihr das Leanne sie eine Schlampe genannt habe und das sie und Erinna nicht mehr Bajard betreten dürften. Sie freute sich als Niall wach wurde und Rona schien es ebenso zu freuen, sie wirkte gleich wieder so sanft und wie eine Mutter. Wie damals als Ronya das erstemal mit Niall gesprochen hatte und Alassea so auf den Gedanken kam das ronya einen Sohn bräuchte. Cathal kam vorbei, aber vorerst nur um Niall abzuholen, zum neuen Haus der Familie Llastobhar. Alassea versteifte sich als er Niall mitnahm. Lange noch sprachen Ronya und sie noch zusammen als Cathal wieder kam.

Er war wie sie und Ronya auch der gleichen Meinung das jeder der Krank war geheilt werden musste und es dabei keine rolle spielte wer oder woher derjenige kam. Alassea zeigte ihm die Briefe von Sonya Waidberg und berichtete ihn auch von Leannes beleidigungen. Er versprach da an höhere Instanzen sich zu wenden damit die Rufmorde aufhörten. Auch versprach er ihr sie mit auf einigen seiner Jagten mitzunehmen. Irgendwann konnte Alassea einfach nicht und brach nur noch in Tränen aus. Sie wollte einfach nicht mehr, sie konnte einfach nicht mehr. Sie erzählte ihm von ihren innerlichen Plänen, über die sie auch schon mit Ronya gesprochen hatte.

Nachdem Cathal weg war, sie sich bei ihm am Brustkorb ausgeweint hatte, ihr Labor ihm gezeigt hatte und sie dann noch etwas aufgeräumt hatte, verkroch sie sich unter die Felle und dachte über den Abend nach. Dabei begann sie so leise wie möglich um niemanden zu wecken wieder zu weinen.
Xinthra

Beitrag von Xinthra »

Müde zog sie ihr Schwert aus dem niederklappernden Skelett heraus, die Knochen verteilten sich am Fußboden und sie ergriff die Edelsteine, die es wohl als Augen an den entsprechenden Stellen trug, bevor sie mit einem gekonnten Tritt den Schädel zertrümmerte. Anschließend schleppte sie sich zurück nach Varuna, wo sie die Edelsteine versetzte. Nur noch ins Bett, murmelte Xinthra.. nur noch ins Bett.. und kaum war sie in ihrem Herbergszimmer angekommen und das Nachthemd übergeworfen, welches sie sich heute gekauft hatte, lag sie im Bett und wartete darauf, dass der Schlaf sie holte. All ihre Knochen schmerzten, doch ansonsten war sie frei von Blessuren geblieben.

Gerade hatte sie die Augen geschlossen, da klopfte etwas an ihre Tür. Wieder öffnete sie die Augen, hob ihren Kopf an und blickte zur Tür. Neben dem Bett auf dem Nachttisch lag ein Umhang, den sie sich über die Schultern legte und tapste dann mit nackten Füßen zur Tür. Doch die Verwunderung war groß, denn Alassea stand vor der Tür. Was machst du denn hier, meinte Xinthra und bat sie herein. Langeweile war die Antwort, aber wie kann in einem Waisenhaus es Langweilig sein, wurde erwidert. Wenn alle schlafen und man selbst nur noch wach ist und einen diese Leere übermannt, dann ist auch der Leiterin des Waisenhauses langweilig, meinte Alassea. Beide setzten sich an den Tisch und aßen eine Kleinigkeit, etwas Brot und einen Teller mit Kartoffeln und Erbsen. Dann begannen sie, sich gegenseitig Dinge zu erzählen. "Mir scheint es, als sei ich nicht für Liebe gemacht," meinte Xinthra und ließ dabei den Kopf hängen. "natürlich habe ich Freunde und Bekannte, aber die Leere, die Erinna in mir hinterlassen hat, ist sehr groß, doch habe ich diese Leere selbst zu verantworten" erzählte sie Alassea ihren Kummer. "Das habe ich auch einmal gedacht", war die Antwort drauf. "Einst war ich in Ronya verliebt, doch das wurde nicht erwidert" meinte sie noch. "ich dachte daraufhin, ich könne nicht lieben. Das war ein Irrtum."

Sie saßen noch lange auf den Stühlen und erzählten sich gegenseitig von ihren Erlebnissen und Geschehnissen und Xinthra war erstaunt darüber, wie viel Alassea schon erlebt hatte. Ihr eigenes Leben war bis vor wenigen Monaten recht Ereignislos gewesen, wenn man es mit dem Leben von Alassea vergleichte. "Ich hab da noch was für dich" meinte Xinthra und ging zu ihrer Kiste die am Boden stand. Sie förderte einen Beutel daraus hervor und reichte diesen an Alassea. Ihre Augen weiteten sich, als sie die vielen Reagenzien in dem Beutel entdeckte. "Ich denke du kannst damit was anfangen" meinte Xinthra dazu. "Danke sehr. Aber nun muss ich wieder gehen, die Kleinsten werden bald aufwachen und Hunger haben." und wollte mit diesen Worten aufstehen. Ein unangenehm klingendes Knirschen von Alasseas Bein und ein schmerzverzerrtes Gesicht ließ Xinthra glauben dass etwas nicht stimmte. "Ich glaub ich bin falsch aufgetreten.." keuchte Alassea und deutete auf ihr Knie. "Meinst du denn, du kannst noch laufen?" war die Frage, die mit einem Kopfschütteln beantwortet wurde. "Dann werde ich dich tragen. Muss ich auf etwas achten?" bot sich Xinthra an. "Ja, du musst den Gurt abmachen" bat sie ihre Helferin, der Gurt an ihrem Bein wurde daraufhin gelöst und abgenommen, danach schob Xinthra ihre Arme unter ihren Rücken und unter die Knie, Alassea legte ihre Arme um Xinthras Hals und lehnte ihren Kopf auf deren Brust ab.

Hinaus aus der Herberge, da wehte ein kühler Wind und das dünne Nachthemd, welches Xinthra trug vermochte nicht, diesen Wind abzufangen. Doch der Weg zum Waisenhaus war nicht weit. Nur die geifernden Blicke der Wachen hätte sie gern eben jenen zurückgezahlt. Aber irgendwie war sie auch selbst schuld, warum hatte sie sich nichts Wetterfesteres angezogen? Nach und nach bildete sich auf ihrem ganzen Körper eine dichte Gänsehaut, nicht zuletzt auch wegen des leichten Nieselregens der vom Himmel fiel.

Endlich erreichten sie das Waisenhaus, Xinthra legte Alassea auf die Felle nieder. "Brauchst du noch was?" fragte sie. "Ja, meinen Gurt und meine Salbe" sagte Alassea. Beide sprachen leise, um nicht die anderen Kinder zu wecken, sie zeigte auf einen Schrank und meinte "da ist die Salbe drin". Xinthra beugte sich über sie hinweg, öffnete den Schrank und fand die Salbe nach kurzer Zeit. Sie kannte die Salbe schon, sie war gegen die Schmerzen von Alasseas Knie. Ein guter Streich aus der Salbe und diese auf dem Knie verteilt, ließen deren Gesicht gleich viel entspannter werden. Vorsichtig deckte Xinthra sie zu und wünschte ihr dann eine gute Nacht. Doch sie blickte noch gegenüber hinter die Vorhänge, um zu sehen, ob vielleicht eines der Kinder schon wach sei. In der Tat, die beiden Säuglinge lagen dort, blickten um sich und dann in ihr Gesicht, als sie Xinthra erblickten. Vollkommen ruhig waren sie. Xinthra nahm beide nacheinander auf den Arm und streichelte sie ein wenig, in der Küche fand sie eine Flasche mit einem Aufsatz aus Stoff für so kleine Kindermünder. Sie wärmte etwas Milch auf, welche ihren Weg in die Flasche fand und ging wieder zu den beiden Kleinen. Jeder bekam eine halbe Flasche der warmen Milch zu trinken. Noch etwa eine halbe Stunde kniete Xinthra bei den zweien und schaukelte sie in den Schlaf. Auf leisen Sohlen verschwand Xinthra aus dem Waisenhaus, löschte die Lichter innen und außen und huschte wieder zurück zur Herberge. Die kalte Luft hatte sie nach der Zeit im Waisenhaus vergessen und so eilte sie, ihr Haar und das Nachthemd wehten in der Luft und der Wachposten an der Herberge konnte vielleicht sogar einen Blick auf ihren Hintern erhaschen, so er denn dorthin geschaut hat. Dieser garstige Wind, meinte sie als sie immer noch etwas frierend unter ihrer Decke verschwand. In dieser Nacht sollte sie jedoch niemand mehr stören kommen.
Alassea

Beitrag von Alassea »

Müde hob sie den Kopf, er schmerzte von dem starken Schmerzmittel in der Salbe. Langsam richtete sie sich auf als sie eine Kinderstimme vernahm. Amalie, war es die draussen an der Türe rüttelte. Vorsichtig machte Alassea die Türe auf und lächelte die Kleine sanft an. Ernst mit farblosen Lippen blickte das Mädchen Alassea an und meinte irgendwann ob es etwas zu Essen haben dürfe, weil Tante Alyssa ihr schon immer früh Morgends essen gemacht habe. Langsam tapste Alassea in die Kühe und machte ein Spiegeleikäsebrot für Amalie. Jene rührte das Brot nicht ein einziges mal an, schnupperte nur daran und meinte das sei ein komisches Brot und sie möge bitte Milch haben. Alassea fragte lieber nach welche Milch, da es im Haus ja auch Bananenmilch gab und Amalie sagte das sie nur Milch wolle mit nichts drin und das Tante Alyssa ihr so eine auch immer gegeben habe. Leise seufzte Alassea innerlich. Amalie würde sich noch schwer hier umgucken. Alassea bemerkte das Amalie das Brot nicht angerührt habe und meinte vorher noch das man jemanden nicht mit anderen vergleichen solle, weil jeder Mensch verschieden sei. Sie sagte ihr aber auch das ihr Sohn Marel gerne so ein Spiegeleikäsebrot möge und Amalie griff ihren Satz gleich auf in Bezug auf miteinander vergleichen. So du mir, so ich dir, war Alassea knappe freche Antwort. Innerlich dachte sie nur, das Lise an Amalie ihren Spass haben würde, beide waren zickig.

Sie wusste nicht mehr viel vom Tag, nur das sie noch mit Sheldrea spazieren war und auf Seraya traf und das jene ihr nach langem reden die Kniescheibe versuchte wieder richtig zu schieben. Alassea war schwarz geworden vor Augen aufgrund des Schmerzes. Ihr Knie war dick geschwollen und der obere Teil ihrer Kniescheibe war nach Links gerutscht, deutlich sichtbar. Er wurde vom Gurt noch in das Knie reingedrückt und Seraya versuchte diesen Schmerzpunkt zu lindern. Den Rest musste Rika machen. Alassea wünschte sie sich herbei aber sie wusste das sie wohl kaum Zeit haben würde. Nichts hielt sie mehr und sie sackte durch den starken Schmerz und der starken nachfolgenden Salbe in die Dunkelheit. Alassea merkte nicht wie Seraya sie in die Felle trug und sanft zudeckte. Alassea wurde erst wieder wach als Lise in ihre Arme stürzte, ungeachtet dessen das Alassea gar nicht wirklich mitbekam was um sie herum passierte

Seraya sagte das da zwei Frauen seien die sie unbedungt sprechen wollten und alassea rappelte sich schwankend mit lise im Arm auf. Ihre Welte drehte sich um sie aber sie biss die Zähne zusammen. Sie brauchte eine ganze Weile bis überhaupt die durchdringenden und doch verschwommenen stimmen für sie verständlich wurden. Gerade sass man in der Küche als Halungar klopfte und nach einer Heilerin für eine der Sturmkrähen verlangte. Er sprach von einem Wolf und das es der von den Sturmkrähen schlecht ginge. Innerlich dachte Alassea an ihre weichen warmen Felle, aber äusserlich bat sie Halungar ihr auf ihr Pferd zu helfen und ritt mit ihm zusammen los. An der Tür noch traf sie auf eine Frau die nach der Stelle der Amme fragte und unter Zeitdruck schickte Alassea sie gleich nach drinnen. Bei den Sturmkrähen wurden sie schon erwartet.

Kurz die Nachfrage wann der Wolfbiss gewesen war, dann die Verabreichung eines Trankes und das Schröpfen dann war sie auch schon wieder fertig. Die Sturmkrähe würde es ohne Folgen überleben. Halungar brachte sie nach Hause wo sie dann auch gleich erfuhr das Lise wiedermal weggelaufen war. Xantia und die Amme und auch alassea begannen sie zu suchen und innerlich kochte Alassea vor Wut. Warum rannte dieses Mädchen das so angeblich an ihr hing dauernd weg. Merkte sie nicht das es Alassea weh tat dauernd die Bauern und Nachbarn zu fragen ob man Lise gesehen habe? Merkte sie nicht das sie Alassea damit auch Schadete weil ihr Ruf eh schon im Keller war und noch tiefer sank? Elias kam Abends nach Hause und erfuhr gleich alles von der neuen Amme Shiera Nurali. Er selber begab sich Nahcts nochmal auf die Suche nach Lise und kümmerte sich danach um Alassea.

Von den Schmerzen waren ihre Wangen gerötet und ihre Augen glänzten als habe sie Fieber. Sie bettelte ihn regelrecht an Rika holen zu lassen und Lise zu finden.
Xinthra

Beitrag von Xinthra »

Eine jämmerliche Gestalt, die da vom Schiff stieg, ein Kleidchen am Leib das eher in den Sommer gepasst hätte, ebenso die Sandalen, die die Gestalt an den Füßchen trug. Das Kleidchen mag wohl mal Braun gewesen sein, doch war die Farbe vor Schmutz und anderen Flecken kaum mehr zu erkennen. Ihre beiden Zöpfe zeugten davon, dass sie wohl schon vor einiger Zeit geflochten wurden und seitdem nicht wieder gelöst, das Haar war wild und verfilzt, lange nicht gewaschen und auch darin befand sich Dreck. Kaum größer als eine 14jährige, tapste sie mit dem verstand einer 5jährigen auf dem Weg vor dem Pier herum, als sie hinter ihr eine Stimme vernahm, die ihr vollkommen fremd war. Erschrocken schwang das Mädchen herum, verlor den halt der Beine und plumpste auf den Po. Die weitberobte Person, die noch auf dem Pier stand, kichterte. "Lach nich du" meinte die Kleine, als sie wieder aufstand. Bei genauem hinsehen könnte man zwischen all dem Dreck vielleicht die blauen Flecken erkennen, die ihren Körper zierten.

Die fremde Frau sprach ein wenig mit dem Mädchen, doch das hörte schon gar nicht mehr richtig zu. Fasziniert blickte sie den Seeleuten beim Be- und Entladen ihres Schiffes zu und wie es dann langsam ablegte. Links von ihr vernahm sie Hufgetrappel. Ein Blick dorthin und sie sah ein Pferd, und auf dem Pferd saß eine junge Frau mit schneeweißen Haaren, die unter Einwirkung von Sonnenstrahlen silbern glänzten. Sheldreadrea rannte zu dem Pferd hin, blickte hoch zur Reiterhin und fragte leise "Ist das Pferd lieb, kann man das streicheln?" Ein Lächeln war die Antwort, ein Nicken. "Ja, es ist lieb, und ja du darfst es streicheln". Strahlend langte Sheldrea mit ihrer kleinen schmutzigen Hand an den Hals des Tieres. "Ohh so weich!" kicherte sie vergnügt.

Die junge Frau saß ab und wendete sich der anderen Dame zu, sie unterhielten sich etwas und Sheldrea durfte auf das Pferd aufpassen. Was war sie stolz! So stolz, dass sie es dem Pferd gleich mehrere Male erzählte. Und hinterher durfte sie sogar auf dem Pferd reiten, das war das größte. Die junge Frau, die sich als Alassea vorstellte, führte Sheldrea und die andere Frau, die sich als Xantia vorstellte, zum Waisenhaus. Xantia war aber bald wieder fort, um das Fleisch zu besorgen, um das Alassea sie gebeten hatte.

Baden sollte sie. Baden? Irritiert sah sie Alassea zu, wie diese ihre Hüllen fallen ließ und in das Wasser stieg. "Du bis ja nackt" meinte sie trocken. "Man badet ja auch nicht in Kleidung" erwiderte Alassea. "Hm.." der kleine Kinderkopf begann zu denken. Fix fand die rissige Kleidung ihren Weg auf den Boden und Sheldrea sich an den Rand des Beckens wieder. "Das is ja warm! Papa hat immer kaltes Wasser genommen!". Jedoch war ihr das warme Wasser ganz angenehm und so ließ sie sich dann hinein gleiten. Schnell färbte sich das Wasser in ihrer Umgebung leicht bräunlich, als es den Dreck von ihrer haut abwusch. Alassea reichte ihr einen Waschlappen mit einem seltsam duftenden Öl. "Das riecht ja" meinte sie und Alassea nickte nur. "Ja, das ist Rosen-Öl. erst etwas zurückhaltend, dann doch deutlicher ließ sie den Lappen über ihre Haut gleiten. Durch den Dreck der nun zum großen Teil abgewaschen war, wurden die blauen Flecken um so deutlicher sichtbar. Nicht nur im gesicht, an den Armen und Beinen hatte sie diese, sondern vor allem am Bauch, am Rücken und dort, wo man bei 14jährigen die Brust erwarten würde. Wenn bei Sheldrea so etwas überhaupt existierte, war es sehr klein und nahezu gar nicht ausgebildet.

Fröhlich kichernd planschte sie durch das warme Wasser. Sie sah, wie Alassea sich die Haare wusch. "Kannst du Zöpfe aufmachen?" fragte sie. Ihr Kopf juckte dann doch nach all der Zeit die die Haare nicht gewaschen worden waren und wo jetzt etwas Wasser daran gelangte. Vorsichtig versuchte Alassea, die verfilzten und verknoteten Zöpfe von Sheldrea zu lösen, nach einiger Zeit war das dann auch gelungen und sie tauchte ihren Kopf unter. Ein herrliches Gefühl durchströmte sie, als das Wasser durch die Haare griff und sie sachte voneinander löste und den Schmutz der zwischen ihnen lag, herausspülte.

Sie bemerkte nicht, dass Alassea in der Zeit das Becken verließ und jemand die Treppe herunter gekommen war. Eine Robe hatte sie sich übergeworfen und sprach mit einer weiteren fremden Frau. Sheldrea wagte es nicht, hervorzuschauen, und auch das andere Kind versteckte sich hinter Alassea. Anderes Kind? Wo war das nun hergekommen? Jedenfalls versprach Alassea Kuchen, wenn gebadet wurde. Eilig warf die kleine ihr Kleid in die Ecke und sprang ins Wasser hinein, es spritze und Sheldrea bekam etliche Spritzer ab. "Spritz doch nich so" beschwerte sie sich. Sie erntete eine rausgestreckte Zunge. "Ich spritz ja ganich" kam von dem Mädchen, welches in ihre Richtung blickte. "Tust du wohl, Lügerin" erwiderte Sheldrea darauf. Warum sollte sie das auf sich sitzen lassen? Das Mädchen hatte gespritzt und wenn auch nicht absichtlich. "Selbs Lügerin, du bis blöd!" bekam sie zurück. Sheldrea stieg aus dem Becken heraus und fragte Alassea nach einem Handtuch. Mit dem versuchte sie dann, sich abzutrocknen. Doch jedesmal wenn sie gerade ihren Rücken abgetrocknet hatte, spritzte Lise den wieder naß. "Hee lass das" protestierte Sheldrea, und auch Alassea ging dazwischen. Ohne sich abzutocknen zog sich das Mädchen ihr Kleid wieder an und rannte die Treppe rauf. "Ich gebe dir gleich etwas zum Anziehen" meinte Alassea dann und alle liefen die Treppe empor, Sheldrea, ihren Körper umwickelt mit dem Handtuch, folgte ihnen. Was sie bekam, duftete wie frisch gewaschen und sie fühlte sich sehr wohl in der Kleidung. An der Tür wartete indeß wieder diese Xantia, Alassea empfing sie und die beiden sprachen ein wenig. Diese fremde Frau, die vorhin gekommen war und sich wohl als Hilfe for Alassea angeboten hatte, kümmerte sich unterdessen darum, die Haare von Shel zu kämmen. Es zog sehr und Shel weinte auch ein bischen, aber nach einiger Zeit konnte die Bürste leicht durch das Haar streichen. Die Frau machte ihr eine lustige Hochsteckfrisur, ließ sie dann in die Küche und ging zu Alassea, um sich zu verabschieden. Shel unterdessen setzte sich an den Tisch in der Küche.

Doch die Blicke von dieser Lise, als beide am Tisch saßen, waren wie Blitze. Es fiel ein kurzer Schlagabtausch von Beschimpfungen und Vorwürfen. "Du willst mir Alassea wegnehmen!" schimpfte Lise. "Garnich wahr", entgegnete Shel. "Bin von Zuhause weggelaufen weil Papa so böse is und die Mama weggemacht hat" versuchte sie zu erklären. Aber Lise war das wohl egal. "Du hast noch einen Papa aber ich hab niemanden mehr! Du willst mir nur Alassea wegnehmen!". Alassea, die gerade die Dame verabschiedet hatte, kam genau im richtigen Moment in die Küche. Sheldrea saß traurig am Tisch und Lise war heulend im Schlafzimmer verschwunden. "Alasa, die sagt ich bin doof und eine Kuh" klagte sie.

Alassea lächelte Shel aufmunternd zu und ging dann ins Schlafzimmer, einige Augenblicke später knarrte wieder die Eingangstür. Die Stimme die daraufhin erklang, ließ Sheldrea erzittern. Hatte ihr Vater sie gefunden? Blitzschnell versteckt sie sich unter dem Tisch, dabei stieß sie den Stuhl um. Mucksmäuschenstill hockte sie unter dem Tisch, als die Tür sich öffnete und sie nur ein paar Stiefel erkannte. Doch plötzlich sprang die Tür des Schlafzimmers auf, Lise rannte heraus, durch die Beine des Mannes, aus der Küche heraus. Kurz später konnte man die Haustür zuschlagen hören. Lise war weggerannt.

Beide, der Mann und Alassea, verließen das Haus und suchten nach Lise. Unter dem Tisch kauernd bemerkte Shel, wie müde sie war und suchte im Schlafzimmer einen Platz für sich. Fell? Da lag Fell? Keine harte Bank? Vorsichtig betastete Shel ihre Lagerstatt. Ganz weich war es, weich und flauschig. Sie kuschelte sich darauf zusammen und schlief fast sofort ein.

Am folgenden Tag, sie wachte gerade auf, da hörte sie Lises Stimme aus der Küche. Erst wollte sie gar nicht aufstehen, doch Alassea war auch da, und so tapste sie dann doch in die Küche um sich dem Frühstück zu widmen. Das Gepräch der beiden handelte wohl von ihr und Lises Verhalten. Shel verhielt sich still und aß ihr Brot. Alassea versuchte Lise wohl zu erklären, dass Shel im Grunde auch keine Eltern mehr habe, da ihr Vater böse war.. aber das interessierte sie alles nicht. Shel beobachtete unterdessen ein kleines Gesicht, das sich an das Küchenfenster reckte und hineinblickte. "Kuckma da is wer" meinte sie zu Alassea und hüpfte zu dem Fenster hin, winkte dem Gesicht. Der Junge verlor jedoch den halt und fiel auf die Wiese. "Der is hingefallen ich geh ma kucken ja?" sagte sie Richtung Alassea, die wieder mit Lise sprach. Deren Gesichtsausdruck lag irgendwo zwischen wütend, beleidigt und traurig. Shel huschte aus dem Haus heraus, zu dem Jungen. "Was machstn du da" meinte sie und blickte zu ihm runter, der immer noch auf dem Boden lag. Sie reichte ihm eine Hand um sich daran hochzuziehen und bemerkte dann die Beule an seinem Kopf "Komm mit dann kuckt sich das Alasa ma an." und deutete auf die Beule. Doch der Junge blickte etwas vorsichtig. "Ist das hier nicht da Waisenhaus, werden da nicht Kinder verkauft an die Menekaner?" Shel runzelte die Stirn. "Was is ein Menekaner?" fragte sie.. eine Antwort bekam sie nicht. Aber nach einer Zeit hatte sie den Jungen überredet, mitzukommen und so standen sie dann in der Vorstube. "ICH WILL KEIN HAUSARREST HABEN!" konnte man Lise in höchsten Tönen brüllen hören.

Ein wenig unterhielten sich die beiden, als Alassea durch die Küchentür kam und sich den beiden zuwandte. Es dauerte nicht lange, da kam auch Lise hinzu. Sie würdigte Shel keines Blickes sondern ging sofort zu dem Jungen hin und sprach mit ihm, als sei er schon ihr Freund geworden. "Gehen wir raus spielen" meinte sie dann und rannte vor. Alassea blickte seufzend hinterher. Sie konnte Lise mit ihrem Bein einfach nicht hinterherlaufen. Doch dann geschah ein Wunder. Einige Augenblicke später kam Lise wieder rein und meinte "Alassea ich hab dich soo lieb ganz doll und ich werd auch den Hausarrest machen" ein sanftes Lächeln ging von Alassea aus. Sogar kam sie auf Shel zu, die beiden vertrugen sich. Und wieder war ein Tag vorbei.

(Mehr gibts morgen)
Shiera Nurali

Beitrag von Shiera Nurali »

Langsam und kraftlos ging Shiera von Bord des Schiffes.
Auch wenn es nur einige TAge gewesen waren,die sie auf See verbracht hatte,war es ihr wie eine nicht enden wollende Ewigkeit vorgekommen.
Immer,wenn man in der Ferne eine Insel erblickte,hoffte sie,das endlich angelegt wurde,aber immer waren sie weitergefahren.
Dann endlich waren sie angekommen und erleichtert ging sie von Bord,nachdem sie noch einen Brief zum Austragen angenommen hatte.

Raschen Schrittes ging sie,um die Stadt zu erkunden,in der sie angelegt hatten.
Und vielleicht würde sie auch wieder eine Anstellung auf einem Hof finden.
Das war es schiesslich,was sie erlernt hatte.
Auch mit Kindern konnte sie gut umgehen,hatte sie doch 4 jüngere Geschwister,denen sie lange Zeit nahe gestanden und die sie mit aufgezogen hatte.

Sie fragte in der Taverne nach einer Arbeit oder einem Bauernhof und wurde an das Waisenhaus vermittelt,daß derzeit eine Amme suchte.
Auch erklärte man ihr freundlich den Weg dorthin und schon bald sah mal Shiera in die Kutsche steigen und in Varuna gen Waisenhaus laufen,in der Hoffnung,eine Anstellung zu finden...
Shiera Nurali

Beitrag von Shiera Nurali »

Als sie das Waisenhaus endlich gefunden hatte,blieben ihr nur wenige Worte mit der Besitzerin,da diese dringend weg mußte.
Nur die Türe bekam sie noch geöffnet,damit sie ihre Arbeit schon mal beginnen konnte.
Sie betrat ddas Haus und sah sich suchend um,schliesslich hörte sie aber Stimmen,denen sie folgte.
Sie betrat eine Küche,in der zwei Erwachsene und ein Mmädche saßen und sich unterhielten.
Rasch stellte sie sich vor und erklärte,weshalb sie da war.

Das kleineMädchen zog sich nach einer Weile in das nebenzimmer zurück,welches wohl als Schlafsaal diente und auch die Besucher gingen alsbald,so daß Seraya sich ein wenig umsah und die zwei Buben entdeckte,die im Nebenzimmer lagen und quenglig waren vor Hunger.

Rasch suchte sie Milch und erhitzte sie,um sie den beiden anschliessend zu füttern.
Als die kleinen Satt waren,nahm sie sie nacheinander auf den Arm,damit sie ihr Bäuerchen machen konnten und so keine Blähungen kriegen konnten.
Schliesslich wechselte sie noch die Windeln,was beide Kinder nicht mehr mitbekamen,da sie schon wieder selig schlummerten.

Als Alassea dann kam,berieten sie noch,welches ihre Aufgaben sie in zukunft verrichten würde und was ihr an Lohn zustand je Woche.
Dann gesellte sich noch ein Mädchen zu ihnen und so wurde es noch ein recht vergnüglicher Tag,da sie nun vollauf damit beschäftigt war,sich um die kleinen die wach waren zu kümmern.

Auf jeden Fall war Shiera gespannt,was die Zuklunft wohl noch bringen würde...
Alassea

Beitrag von Alassea »

Nachdem Herr Sohran weg war und sie noch immer verdattert die Beutelchen verstaut hatte, seufzte sie müde durch. Langsam trottete sie zum Schlafraum und zog eigendlich wie immer sachte die Türe auf. Ihr blick fiehl zu dem Vorhang hinter Amalie und ein trauriger Schatten zog durch ihr Gesicht. Sie verstand das Mädchen nicht. Was musste sie noch tun um dem Kind zu zeigen das sie es gut mit ihr meinte?

Leise atmete sie scharf durch als sie sich zur anderen Seite drehte und der Schmerz ihres noch immer schmerzenden Knies sich durchfrass wie der damalige Dolch. Egal was sie tat es war falsch und sie erntete nur Worte wie

Bei Tante Alyssa .... Tante Alyssa hat...

Und so weiter. Sie war nicht Tante Alyssa und sie würde jene auch niemals ersetzen können. Keines der Kinder hatte sich bisher jemals beschwert, im Gegenteil, sie waren froh jemanden zu haben, Essen auf dem Tisch zu haben und warme Felle die zu 13 Lagen übereinander zu einem Fellbett gelegt waren. Keines der Kinder hatte jemals gesagt sie wären zu Hart, oder würden kratzen. Shieras Worte das Amalie jene als hart und kratzend empfinde und sich unbedingt ein Bett wünsche schmerzten irgendwie. Das Amalie dauernd und ewig bei allem was Alassea in den kleinen und doch grossen Kinderaugen falsch machte die Erztemplerin erwähnte, was jene besser machen würde und anders, taten ihr ein Stück weit weh.

Sie konnte noch so viel versuchen dem Kind Liebe entgegen zu bringen, es wurde abgelehnt. Wenn die anderen Kinder versuchten Amalie näher zu kommen, das Kind lehnte es strickt ab. Langsam drehte sie sich wieder zu dem Vorhang hinter dem Amalie lag und mit verweintem Gesicht schlief. Die zwei Schritte dorthin waren eine Höllenqual für Alassea. Sie musste sich wie auch schon seit einigen Tagen, regelrecht dazu zwingen, ein Bein vor das andere zu setzen. Leise knirschten ihre zusammengepressten Zähne und sie hatte Mühe nicht aufzuschreien als sie sich hinkniete um Amalie eine Strähne aus dem warmen schlafenden Gesicht zu streichen.

Sie erinnerte sich an das was sie zu Shiera gesagt hatte und der Gedanke der bei ihr damals durch den Kopf schoss. Sie hatte zu Shiera gesagt das wenn Amalie sich ein Bett wünsche, könnte sie im Keller schlafen, da stünden zwei für Patienten. Sie hatte auch gesagt das Betten zuviel Platz wegnähmen. Drei Betten füllten eine Wandseite aus, dahingegen brauchte es 6 mal 13 Felle um dies zu tun. Nur weil Kind sich ein Bett wünschte konnte sie nicht andere Kinder in der Küche oder im Vorraum schlafen lassen. Schwerfällig richtete sie sich auf und ging in die Küche. Für den Gang brauchte sie fast Zehn Minuten.

Äpfel. Seit wann wurde man nur von Äpflen den ganzen Tag über satt? Kein Wunder das das Kind nicht auf den Rippen hatte und so zerbrechlich wirkte wie Glas. Gut wenn das Kind nur den immer Äpfel wollte sollte es jene bekommen, die anderen würden dann zwar das Kind vermutlich eh noch weniger leiden mögen, weil Extrawünsche gab es in dem Haus nicht. Jedes Kind wurde mit der gleichen warmen Liebe aufgenommen und behandelt, keiner wurde bevorzugt oder benachteiligt. Und sie konnte noch immer nicht durch Wände und Türen gucken, schliesslich wohnte sie mit ihrer Familie mit bei den Kindern weil sie sich kein eigenes Haus leisten konnte mit Praxis. die Patienten wurden im Keller versorgt.

Sie hatte bei Sorcha im Arm gelegen und nur noch geweint. Ihr wurde alles zuviel. Der Druck von einigen aus Varuna, die Schmerzen, die Kinder und schlussentlich noch Amalie. Sie konnte einfach nicht mehr. Alliestra hatte sie auch kaum mehr richtig gesehen. Jene war wohl sehr beschäftigt in Berchgard und hohen Rat zu Varuna. Shiera tat ihr bestes um zu helfen und sie war eine sehr grosse Hilfe und Elias tat auch alles was er konnte, aber dadurch wurden die Dinge leider nicht weniger. Sie ahnte das Amalie weglaufen würde und sie dachte bei sich das jenes Kind entweder von ihren Eltern oder von jener Alyssa mehr als verwöhnt und verzogen worden war, dabei dachte sie aber eher an die Eltern des Kindes, denn in einem Kloster wurde man nicht zum Gut hin erzogen sondern, so dachte sie, eher zur Demut, Geistlichkeit, Mitleid, Gerechtigkeit und was es sonst noch so gab.

Sie hatte versucht Amalie zu trösten, als jene direkt an der Tür gestanden hatte und umgeworfen wurde als Alassea jene öffnete, doch das Mädchen wich vor ihr zurück als wäre sie ein Monster und das war ein Stich im Herzen. Die Worte danach von dem Kind taten nicht minder Weh. Sie war selber nur 1,49 Gross, kaum grösser als ein 8 oder 10 Jähriges Kind und Amalie hatte gesagt sie würde die Kinder nicht beachten und sie nicht sehen weil ihre Augen höher waren. Sie hatte gesagt das sie zum Orden der Temora müsse und das Amalie ja mit könne und vielleicht Alyssa oder Sanjana sehen würde, doch das Kind vernahm die Worte entewder nicht oder stellte sich auf Trotzkopf.

Leise seufzte sie und blieb die restliche Nacht am Küchentisch sitzen, sie traute sich nicht aufzustehen, sie wollte nicht nochmal durch die Hölle gehen bis zu ihrem eigenen kleinen Fell das sie dicht bei den Kleiderschränken hatte um keinem der Kinder Platz wegzunehmen.
Alassea

Beitrag von Alassea »

Eine Weile stand sie vor dem offenen Fenster und betrachtete einfach nur dauernd das Fenster und das Schränkchen. Erst Shieras Ruf das Amalie fort sei schreckte sie auf. Langsam nickte sie, denn das hatte sie geahnt gehabt. Innerlich machte sie sich Vorwürfe, was hatte sie denn nur Falsch gemacht? Sie hatte doch nur gesagt das Alyssa nunmal nicht im Waisenhaus lebte und das sie selber nunmal nicht Alyssa sei und das sie nicht mit anderen verglichen werden wolle.

Was konnte sie dafür wenn Amalie hinter der Türe stand und wohl lauschte. Sie musste doch nicht in ihrem eigenen Haus klopfen bevor sie ein Zimmer betrat oder doch? Sie war so unendlich müde und doch raffte sie sich auf mit einem lieben Gedanken.

Mühsam mit viel Überwindung schwang sie sich auf das Pony und ritt zu Emma auf den Hof. Sie wollte ganz frische Milch holen, weil Amalie sowas doch mochte. Dort erfuhr sie dann das Amalie auf dem Hof war und sich wohl auch schon einen Schlafplatz ausgesucht habe und gerne dortbleiben wolle, zumindes hörte es sich so an. Emma sagte auch das wenn Amalie dableiben wolle sie jene gerne adoptieren wolle.

Innerlich schuettelte Alassea nur noch den Kopf. Scheinbar war jeder andere Mensch besser nur sie nicht. Wozu sollte sie noch weiterhin ein Waisenhaus führen? Langsam mit der Milch im Arm trottete sie zum Waisenhaus zurück, niemand sah ihre Tränen auf dem blassen Gesicht, jeder Schritt eine Höllenqual voller Schmerz im Knie.

Erst Andiera und jetzt Amalie. Ohne das es jemand merkte ging sie in den Keller und warf sich schluchzend auf eines der Betten dort das für Patienten dort war. Sie war einfach am Ende und wollte langsam einfach nicht mehr. Alexas Hilfe, die Gespräche mit ihr taten ihr gut, sie gab ihr das Gefühl verstanden zu werden. Jeden Tag schuftete sie für diese Kinder, jeden Tag betete sie das das Essen reichen würde und es auch sättigen würde. Jeden Tag bettelte sie richtiggehend darum irgendjemanden begleiten zu dürfen in die Höhlen und als Heilerin dabei etwas verdienen zu können. Als Alexa ihr das Kleid nähte und am Morgen eine grosszügige Spende in die Hand drückte, musste Alassea an sich halten um nicht zu weinen.

Jetzt wurde ihr sogar angeboten einen Raum zu nutzen im Handelshaus bei Bajard um nicht mehr im Keller kranke zu behandeln und vor allem nicht mehr vor den Kindern. Entlich schien es ihr als würde ein wenig Glück mit Alexa in das Haus hereinkommen und das Eluive ihr zwei wundervolle Menschen geschickt hatte. Shiera und Alexa waren ein Segen zur richtigen Zeit.
Shiera Nurali

Beitrag von Shiera Nurali »

Weggelaufen war sie also.
Shiera verstand die Welt nicht mehr.
Aber sie würde es akzeptieren müssen,wenn Emma das Kind wirklich adoptieren wollte.
Aber ob es etwas brachte,so ein verstocktes Kind zu adoptieren?
Nun,zumindest würde sie nicht mehr teilen müssen,weder die Erwachsenen noch das Essen.
Kopfschüttelnd begann sie,Socken und Kleider zu stopfen,die beim Toben und arbeiten immer wieder abgenutzte Stellen aufwiesen.
Wieso das Kind weglief zu ihr vollkommen unbekannten,wo sie hier schon niemanden an sich herangelassen hatte,war ihr schier ein Rätsel.
Aber wer konnte schon in das Hirn so eines Balges schauen,wenn sich dieses vor allem und jedem verschloß.
Freude würde Emma keine an ihr haben,wenn sie alles immer wieder mit Alyssa verglich.
Aber wenigstens wußten sie jetzt,daß sie ein Dach über dem Kopf hatte.
Einzig die vielen Fragen von Alassea konnte sie nicht beantworten.
Sie hatte das Kind erst ein paar mal gesehen und immer wa die kleine rasch wieder ins Bett verschwunden,zu wenig Zeit,um sie beurteilen und kennen zu können.
Aber eigentlich hatte sie noch kein Kind wie dieses erlebt,daß die Krankheiten von anderen so perfekt zu ignorieren wußte und kein Verständnis zeigte,wenn es einem nicht gut ging.
Konnte eine sechsjährige so egoistisch sein?
Anschliessend nickte sie sich nur selbst zu.
Dieses Kind war entweder total egoistisch oder vom bösen besessen,wie es eine Besucherin die ATage erst angedeutet hatte.
Wenn sie wirklich besessen war,war es besser,wenn sie kein weiteres Unglück über das Waisenhaus brachte.
Sie hatten andere Sorgen,da konnten sie sich nicht noch um Amalie kümmern,die ja anscheinend eine neue Heimat gefunden hatte,wenn die Adoption durchging.
Sie hatte nur zwei möglichkeiten.
Entweder lernte sie,Rücksicht auf andere zu üben oder sie würde irgendwann in der Gosse enden...
Shiera Nurali

Beitrag von Shiera Nurali »

Langsam ging das Leben im Waisenhaus wieder seinen normalen Gang und Shiera lebte sich gut ein.
Ihre Anfänglichen Ängste,sie würde nicht mit den Kindern klarkommen,waren verflogen.
Die,die da waren,kamen gut mit ihr und sie mit ihnen zurecht,so daß es ein recht harmonisches Miteinander war.

Als Shiera grade in der Küche dabei war,Apfelmus zu kochen,hörte sie,wie eines der kleineren Kinder leise quängelte und ging nach hinten,um anch ihm zu sehen.
Der kleine Bub lag in seinem Bettchen und seine Windel war feucht.
Sanft hob Shiera ihn aus dem Bett und trug ihn raus,um ihm eine frische Windel zu verpassen,ohne die anderen zu wecken.
Als sie ihm eine neue angezogen hatte,hatte sie eine Idee.
Sag mal kleiner,kennst Du eigentlich den Garten schon?Nein,komm ich zeige ihn Dir,mit allem,was er bietet.

Rasch hob sie den kleinen auf und ging mit ihm in den Garten,wo sie ihn auf die verschiedenen Tiere aufmerksam machte.
Schau,das da ist eine userer Kühe.Das sind die Tiere,deren Milch Du immer trinkst,damit Du gross und stark wirst..
Ein leises glucksen war zu hören und Shiera fuhr fort mit dem Rungang.Dort haben wir unser Huhn,das uns mit Eiern und Federn versorgt...und das da sind unsere Schafe...aus deren Wolle machen wir unter anderen die Kleider für DIch und die anderen Kinder...
Als letztes ging sie mit ihm zu dem Pony und setzte ihn,während sie ihn gut festhielt,auf den Rücken des Ponys.
Das hier ist unser Pony.Auf dem kann man herrlich reiten,wenn man erst gross genug ist.. Unendlich vorsichtig griffen die kleinen Hände in die Mähne und hielten sich dort fest,während das Pony still dastand,als ob es das natürlichste auf der Welt sei,ein kleines Behindertes Kind auf seinem Rücken zu tragen.
Sanft hob sie den kleinen wieder runter und ging mit ihm zu den Apfelbäumen und erklärte ihm auch noch,wofür diese da waren.
Anschliessend ging sie mit dem kleinen ins Haus,wo er mit sichtlichem genuß einen Teller Apfelmus gefüttert bekam.
Müde von seinem Ausflug,drohte er schon wieder einzuschlafen und so trug sie ihm wieder in den Schlafsaal und legte ihn in seine Felle,wo sie ihm noch einen Gute-Nacht-Kuss auf die Stirn hauchte.

Anschliessend ging sie wieder raus,um den Topf zu spülen und das restliche Apfelmus zu verpacken.
Während sie draussen in der Küche arbeitete,wurde indessen Sheldrea wach und redete ein wenig mit dem kleinen,der noch mit dem Einschlafen kämpfte.
Sanft fuhr ihr der Duftdes Apfelmuses in die Nase und verwundert kam sie nach draussen,um dem Duft auf den Grund zu gehen.
Was riecht hier so lecker? Darf ich mal probieren?
fragte sie sogleich,als sie die Küche betreten und die Schlafsaaltüre hinter sich geschlossen hatte.
Natürlich darfst Du Probieren,ich hab das Apfelmus ja für Euch gemacht.
Lächelnd holte Shiera das Mus aus dem Schrank und stellte es Sheldrea hin,die es sogleich kostete und mit grossem Genuß aufaß.
Anschließend unnterhielten sie sich darüber,was man wohl benötigt,um ein Fest zugunsten des Waisenhauses aufzuziehen.
Sheldrea war sofort davon begeistert und auch die idee,das ganze mit Spielen abzurunden,gefiel ihr zusehends.
Rasch schrieben sie mal auf,was dafür benötigt würde,als Sheldrea plötzlich nachfragte,ob es ihrer Alasa noch immer so nachginge,daß Amalia weggelafen sie.
Als Shiera das bejahte,machte Sheldrea den Vorschlag,Alassea mal zu zeigen,wir Dankbar sie ihr waren für alles und schlug vor,ihr eine grosse Torte zu backen.Lächelnd hörte sich Shiera den Vorschlag an und war einverstanden.
Rasch holten sie das grosse Kochbuch heraus und sammelten die Zutaten zusammen.Eier,Milch,Honig und Mehl brauchen wir las Shiera in rascher Reihenfolge vor.
Shekdrea kletterte auf die Anrichte und suchte in den Hängeschränken anch den genannten Sachen. Haaaalt....nicht so schnell...bin doch kein rennpferd,,,.
Mit diesen Worten wühlte Shel in den Schränken und reichte Shiera nach und anch alles runter.
Anschliessend klopfte Shiera die Eier auf und Shel durfte die restlichen zutaten reinmischen.
Vergnügt mischte und knetete Sheldrea den Teig,während sie sich weiter mit Shiera unterhielt.
Eine Aufschrift muß aber auch drauf wehcselte sie von jetzt auf gleich das Thema. Und ergänzte rasch Ich bin für Alasa ist die Beste!
Als der Teig fertig war,heizte Shiera den Ofen an und stellte den Teig rein,damit er gut durchbacken konnte und freute sich über die Idee mit der Aufschrift.Eine gute Idee,das amchen wir.Was sollen wir denn als Aufschrift nehmen?Schokolade oder was anderes?
Zufrieden lächelte Sheldrea Schokolade - Du schreibst es auf ein Blatt Papier und ich schreib die Buchstaben auf die Torte...

Schmunzelnd ging Shiera einen Bogen Papier holen und schrieb die gewünschten Worte auf das Papier.Anschliessend legte sie das Papier so hin,daß Shel die Buchstaben gut sehen konnte.
Mit viel Geduld zeichnete sheldrea die einzelnen Buchstaben ab,so daß man hinter her in verschieden grossen Buchstaben lesen konnte:

AlaSseA iSt die BeSTe!

Deutlich konnte man erkennen,daß die Schrift mit viel Liebe aufgebracht und von Kinderhand geführt worden war.
Lächelnd und mit ihrer Arbeit zufrieden,ließen sie die Torte auf dem Tisch stehen,so daß Alassea sie direkt sehen mußte,wenn sie ins Haus kam.

Müde von dem ungewohnten tun,verabschiedete sich Sheldrea anschliessend,um ein wenig Mittagschlaf zu halten,während Shiera die Küche aufräumte und draussen im Garten wieder Schafwolle scheren ging...
Alassea

Beitrag von Alassea »

Den Kuchen verteidigte sie mit einem Grinsen im Gesicht, sie wollte das Elias ihn sieht bevor ihn irgendjemand isst. Man merkte das Amalie weg war, die Kinder waren alle fröhlicher, keines zog eine Fluppe oder weinte weil sie aus dem Schlafraum geschickt worden waren. Der Besuch des Grafen war nicht spurlos am Haus vorbei gezogen.

Gestern morgen kippte sie einfach mal um. Lise hatte unendlich viele Fragen gestellt, und es war einfach zuviel alles die letzten Tage gewesen. Zuerst versuchte sie zu verheimlichen das es nicht das erstemal war das sie sich am Boden wieder gefunden hatte, aber Shiera konnte man wohl einfach nicht belügen.

Die Vermutung die dann aufkam erschreckte sie zuerst heftig.

Du bist schwanger

Hatte Shiera mit einem breiten Grinsen zu ihr gesagt. Sie und schwanger? Bei der Frage wann sie das letzte mal ihren Mondfluss hatte verwunderte sie erst.

Vor über einem Jahr

Hatte sie geantwortet. Dann fiehl es ihr siedenheiss ein. Durch die Arbeit im Haus, den Stress mit den Kindern und anderen Leuten, hatte sie voellig vergessen den Trank zu brauen und uz trinken. Den den sie damals gemacht hatte als sie verhindern wollte schwanger zu werden, nachdem ihr erster Sohn starb. Sie hätte den Trank erneuern muessen, jedes Jahr musste sie ihn erneuern.

Sie musste zugeben, ein wenig hatte sie es geahnt, aber sie hatte von sich geschoben, sich sicher gefühlt in ihrer Annahme das eh nichts passieren würde. Jetzt galt es nur noch Elias zu sagen das er Vater wurde. Marels Gesich brachte sie die ganze Zeit über zum tiefen Grinsen. Sie hatte ihm erklärt woher ein Baby kommt und vor allem wieso, natuerlich nicht so ausführlich wie Sheldrea es versuchte. Sie hatte Marels Hand genommen und bei sich auf den flachen Bauch gelegt.

Ich fühl da nichts!

Hatte er gesagt und sie musste da schon an sich halten nicht leise zu lachen.

Ja noch nicht, aber warte mal ein paar Monde ab kleiner Schatz.

Skeptisch hatte er sie angesehen und sie versuchte ihn sanft an sich zu ziehen. Shiera hatte sie zusammen mit Sheldrea und Lise ins Bett gelegt und Marel kuschelte sich an sie. Sanft hatte sie einen Arm um ihn gelegt und schlief eine Weile so mit ihm ein. Sie dachte vorher noch eine Frage die sie ihm gestellt hatte.

Du denkst doch jetzt nicht etwa das ich dich dadurch weniger lieb habe oder?

Der kleine Mann hatte den Kopf geschuettelt. Nein sie hatte Marel weiterhin so lieb wie immer. Sicher fühlte sie sich im Herzen warm wenn sie daran dachte das wieder etwas in ihr wuchs, aber es kam auch eine Menge Angst hinzu, verdrängte und vergessene Bilder. Die erst Schwangerschaft damals war schon nicht leicht gewesen und damals war sie vom Körperbau kräftiger gewesen, dicker, zwar auch noch schlank, aber sie hatte da noch den Kinder-Jugendspeck gehabt.

Jetzt galt es aber erstmal Elias es schonend beizubringen, was sie auch tat als er von der Arbeit heimkam. Naja was hiess schonend. Sie sah ihn an und sagte nur

Na Vater Elias? Guck nicht so, du hast richtig gehört, du wirst Papa, so richtig Papa. Ja nun guck nicht wie eine Kutsche, wir bekommen ein Baby.
Alassea

Beitrag von Alassea »

Seit sie auf Gerimor lebte, war die letzte Nacht wohl eine ihrer ruhigsten. Tief und fest schlief sie bis in den späten Morgen hinein. Kein Rüsstungsgeklappere, kein Ausrufen der Zeit mitten in der Nacht und kein rythmisches mettallisches gestampfe von irgendwelchen Wachen. Sie überhörte in dieser lauten Stille der Insel Lameriast sogar die beiden Babys.

Nach dem Beben gestern in Varuna war sie es entgültig leid. Schnell waren Felle eingepackt und die Kinder auf die Arme und an den Rockzipfel genommen. So reiste man vorerst nach Lameriast und sie wusste, hier wollte sie nicht mehr weg. Hier gab es kein hin und her zwischen Varuna und Rahal. Hier gab es ausser ihr niemanden der ihr Vorschriften machte.

Wärend Shiera sich um Hof und Kinder kümmerte, reiste Alassea mit Elias zurück nach Gerimor und packte in zwei Kisten sorgsam die Waisenhauseinrichtung zusammen, was zu fest genagelt war mussten die Baumeister wohl herausreissen, dabei hoffte sie das nichts zu Bruch ging. Das Haus neben dem Bauernhof von Shiera wollte sie dann kaufen, sobald das Waisenhaus verkauft war. Ein Angebot hatte sie schon bekommen, es musste dieses einmal nur der Preis dessen stimmen, damit sie im neuen Haus gleich wieder einen Keller und Garten bauen lassen konnte.

Zwischendurch bei dem Einpacken wurde ihr zwar wie jeden Morgen schlecht und schwindelig, aber Elias war ja bei ihr und das war für sie das wichtigste. Seit sie gestern fest beschlossen hatten dass sie so schnell es geht umziehen würden, war aller Elan in ihr aufgeweckt. Man konnte richtig merken wie sie unter dem Glaubenskram zwischen Rahal und Varuna gelitten hatte und das sie innerlich immer nur eines gewollt hatte :

Weg

Ronya und sie sprachen noch in der Nacht lange und Alassea konnte seit langer Zeit wieder befreit lächeln.
Alassea

Beitrag von Alassea »

Sie war gerade zurück zum Bauernhof um zu berichten wie schoen ruhig es auf dieser Insel war, als sie schon von Weiten wiedermal Gebruell hörte von Lise

ICH WILL NICHT.......

Den Rest vom Satz hörte sie nicht mehr. Auf dem Absatz drehte sie sich um und ging weiter weg. In Gedanken wusste sie nur eines, sie brauchte Urlaub und das dringendst.

Sie wanderte erstmal viele Stunden lang, als es dunkel war rollte sie sich wie früher unter einen Baum. Auf einen hoch wollte sie nicht riskieren, nicht das sie dem Baby schadete wenn sie doch herunterfallen würde. Am anderen Morgen rappelte sie sich etwas steif auf, und wanderte weiter bis sie an einen Strand kam. Dort blieb sie dann erstmal und blickte lange Zeit einfach nur auf das Meer.
Sheldrea

Beitrag von Sheldrea »

Es kam der Umzug am Tag nach dem Beben in Varuna. Die frisch bezogene Farm roch schon ein wenig nach Zuhause, wohl lag das an den Fellen, die man mit herüber genommen hatte. Auch einige der Möbel waren anders.

Shel hatte große Freude dabei, Shiera bei der Feldarbeit zur Hand zu gehen, auch wenn sie im Umgang mit der Sense recht ungeschicht war, zumindest bei der ersten Benutzung mähte sie nicht den Weizen um sondern sich selbst, indem sie die Sense um sich schleuderte und kurz nach deren loslassen auf den Hosenboden setzte. Die Sende indess hieb im Karottenbeet einigen der dort wachsenden Karotten die Köpfe ab.

Lise war auch da, und mal wieder hatte sie etwa auszusetzen. Ich will aber in Varuna bleiben, ich will aber zu Alassea, aber sie ist ja nie da, sie ist ja immer nur weg. Shel entdeckte einige fertige Karotten und hüpfte fröhlich zu deren Ernte. Da passierte das unfassbare.

"Du bist ja verrückt" klang es aus Lises Mund.

Verrückt? Hatte sie das nicht schon einmal gehört? Ja.. hatten die blöden Freunde ihres Vaters sie nicht immer so gerufen, sie so genannt, wenn man über sie mit ihrem Vater sprach? Hol doch mal die Verrückte her, hatte es geheißen. Verrückt war ein schlimmes Wort für sie und es trieb ihr die Tränen in die Augen. Karotte und Sichel fanden ihren Weg auf den Boden und Shel ihren auf die Felle.

Nach einer Weile dann hörte sie, wie Shiera und Lise ins Haus kamen. Aber anstatt sich zu entschuldigen keifte Lise weiter. Warum keifte sie schon wieder? Shiera hätte schlecht über ihre Eltern gesprochen? Wie hatte Lise über Shel gesprochen? Über ihre Eltern? Das war alles egal, Lises Stolz war ja verletzt und da musste man erst einmal keifen. Wieder flogen die Türen und wer konnte es erahnen, Shiera war es, die Shel zu trösten versuchte.

Aber so trautig sie auch war, nachtragend war sie noch nie und so war der Unmut über das Wort schnell verflogen. Begeistert erntete sie wieder vom Feld, Lise indeß hockte im Futtertrog bei den Hühnern. Zum Essen, welches Shel für die drei bereitet hatte, erschien sie auch nicht. Nach dem Essen dann wurde sie schläfrig und kuschelte sich unter die Felle.

Hier fiel ihr dann erst auf, dass sie Alassea heute noch gar nicht gedrückt und das allmorgentliche Küsschen gegeben hatte. Wo war sie eigentlich hin? Wo war ihre kleine Freundin mit dem großen Herzen und dem liebevollen Lächeln? Shiera sagte, sie mache Urlaub. Urlaub? Wo denn? In Varuna? In Bajard? Wo sonst könnte man besser Urlaub machen als auf dieser herrlich ruhigen, neuen Insel, wo des Nachts das einzig Hörbare das Streichen des Windes durch die Bäume war? Irgendwie glaubte Shel nicht daran. Vielleicht machte sie Urlaub von der alleswollenden Lise, die lieber schrie als nachgab, wenn sie etwas nicht bekommen sollte.

Abends war dann noch Alliestra da, Lise hockte auf ihrem Schoß wie auf einem Thron und benahm sich gewissermaßen auch wie so jemand. Ich will aber in Varuna leben, warum sind wir nicht nach Berchgard, warum, ich will, wieder forderte sie nur. Shel blickte nur stumm auf die drei, und als Lise entdeckte dass sie wach war, blieb das natürlich nicht unerwähnt. Vielleicht wollte sie sich ja rühmen damit, entdeckt zu haben, dass Shel lauschte. Doch die blieb ganz ruhig. Und auch als das Gespräch wieder auf das beleidigende Wort kam, Lises schmerzender Kopf war wichtiger, und keine wirkliche Entschuldigung ward gesprochen. Warum entschuldige sich Lise dafür, dass Shel dieses Wort nicht postiv, sondern nur negativ behaftet kannte? Warum entschuldigte sie sich nicht einfach dafür, das Wort gesagt zu haben?

Lise schlief, Shel hatte sich von ihr abgewandt, Alliestra war gegangen, Shiera werkelte noch auf dem Feld herum. An die Wand blickend dachte Shel an Alassea. Was, wenn sie wegen Lise nicht mehr wiederkommen würde? Eine kleine Träne bildete sich in ihrem rechten Auge, ein Kloß bildete sich in ihrem Hals der ihr das Atmen und Schlucken erschwerte.

Sie vermisste Alassea sehr.
Alassea

Beitrag von Alassea »

Fast schon liebevoll sortierte sie die Samen in kleine Taschen. Dieser Hof und das Leben darauf tat ihr gut. Wenn die Kinder schliefen und Shiera sich um die Kleinsten kümmerte, arbeitete sie selber auf dem Hof und genoss es richtig. Seit sie dort lebten wirkte sie im ganzen frischer. Die Landluft tat ihr einfach nur gut, der frische Seewind und diese Stille. Abgesehen von Lises Gebruell, dem Schreien der Babys war es unglaublich friedlich still auf der Insel.

Nachts kuemmerte sie sich um Lises Gehirnerschuetterung die langsam, aber stetig, abnahm und irgendwann ganz abgeklungen war. Sie wechselte die Kühlen Umschläge und mischte heimlich leichtes Kopfschmerzmittel in die Milch oder das Wasser. Unten im Labor hatte sie zwei Nächte und Tage lang getüftelt bis sie eine Möglichkeit fand dem Pulver den Geschmack zu entziehen, so das man es gar nicht mehr im Getränk herausschmecken konnte.

Wenn eines der Kinder schlecht schlief, eines der Babys oder Lise oder gar Shel, dann trug sie sie zu sich runter in den Keller ohne sie zu wecken und legte sie zwischen sich und Elias. Fast sofort als wenn sie es im Schlaf spüren würden, das sie in Sicherheit waren, schliefen die Kinder dann ruhiger. Morgends gab es meistens ein defitiges kraftspendendes Frühstück und Mittags Milch und dicke Brote auf dem Feld. Es gab viele Gründe um zu lachen und ihr glockenhelles Lachen hörte man weithin, aber es war nicht unangenehm es zu hören.

Manchmal stand sie einfach nur still wie zu einer Statue erstarrt mitten auf dem Feld und blickte in weite Ferne. Der frische Wind zog dabei an ihren weissen-silbrig schimmernden Haaren und die kindlich grossen tiefblauen Augen wirkten wie in sich selber entrückt. Leise summte sie dabei klar wie eine kleine Glocke.

Ja die Zeit auf der Insel veränderte sie richtig, leichtes Rosé bildete sich auf ihren sonst blassen Wangen. Ihr Wesen schien wieder fröhlicher. Sie dachte selten noch an Varuna, und nur dann wenn sie dorthin musste um beim alten Haus nach dem Rechten zu sehen, damit sich dort keine Spinnen einnisteten oder gar Ratten.
Antworten