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Noelia Valentis
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Veränderungen

Beitrag von Noelia Valentis »

Als sie am Morgen ihre Augen aufschlug griff ihre Hand ins Leere. Blinzelnd sah sie auf seine Seite hinüber als ihr einfiel, dass er bereits aufgebrochen war. Noch ehe der Morgen richtig graute hatte er sich leise aus dem Bett geschlichen um sich anzuziehen und seine Sachen zu packen. Er verabschiedete sich mit einem liebevollen Kuss und dieser sanften Berührung seiner Hand auf ihrer Wange, die ihr so viel bedeutete. Eine noch so kleine und zarte Berührung und doch war es an jenem Tag am Strand, die erste gewesen die sie von ihm erhielt. Sie zog die Decke höher, schmiegte ihren Kopf gegen das Kissen, welches noch immer nach ihm roch und seufzte leise. Er fehlte ihr jetzt schon…
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Mit geschlossenen Augen atmete sie durch. Alles hatte sich verändert, nichts war mehr wie es einst war und doch bereute sie nichts. Ihr Gewissen plagte sie noch immer. Als sie Loco gestern davon erzählte das sie in Adoran war hatte er allen Grund wütend darüber zu sein. Sie war dumm und naiv gewesen. Was hatte sie sich davon versprochen? Was erwartet? Ihrem Gewissen hatte es nicht geholfen und sie fürchtete dadurch alles nur noch schlimmer gemacht zu haben. Sei’s drum, sie konnte es nicht mehr ändern.

Als Loco am Strand vor ihr stand und sich ihr öffnete, sie ansah und eine Antwort erwartet hatte, konnte sie ihm nicht antworten. Hin und her gerissen fühlte sie sich. Durcheinander war sie. Er hatte ihr ganzes Leben auf den Kopf gestellt und sie verstand noch immer nicht wieso. Er drehte sich um und wollte gehen, der Moment in dem sie spürte das sie ihn nicht ziehen lassen konnte. Sie wusste, wenn er jetzt gehen würde, würde sie ihn nie wieder sehen und diesen Gedanken ertrug sie einfach nicht.

Nun war sie hier, in seinem Bett und vermisste ihn. Ein Schmunzeln legte sich auf ihre Lippen als sie an den frühen Abend dachte. Wie er seine Arme unterhalb ihres Hinterns legte, nur um sie über die Schulter zu legen und dann, samt ihrer Kleidung in seine Wanne zu werfen. Auch wenn der Versuch ihn dazu zu ziehen gescheitert war, ihre Rache würde noch kommen. Böse war sie deswegen nicht. Dieser Blick als er sie ansah und ihre Augen sich trafen. Keine Mauer, kein Verstecken. Dieser Moment war so echt und ehrlich das sich ihr Magen kribbelnd zusammen zog. Was machte dieser Kerl nur mit ihr?

Sein Wort halten... So hatte er ihr versprochen, dass wenn er zurück käme sich beide einen schönen Abend machen würden. Die letzten Abende waren doch immer recht turbulent und sie hatten wenig Zeit für sich aber gestern... Wieder erklang ein Seufzen bei der Erinnerung daran. Viel zu schön um schon vorbei zu sein. Zu schön um Tage darauf zu warten, dass ein ähnlicher folgen würde. Seine Lippen auf ihren, an ihrem Hals, seine Hände...
Lille würde sicher alles wissen wollen, nach dem sie gestern noch zu Besuch kommen wollte und Gott sei dank klopfte. Leise lachte sie auf, zog die Luft tief durch die Nase. Sie musste aufstehen. Je länger sie hier liegen bleiben würde, desto schwerer würde es. Zu gern gab sie sich der Träumerei der letzten Nacht hin. Eine Nacht die viel zu früh ein Ende nehmen musste. Aber er würde wieder kommen, zurück zu ihr und sie würde hier, wie versprochen, auf ihn warten.

Als sie in den Wohnraum trat fiel ihr Blick direkt auf den Tisch und das Pergament das dort lag. Ihr Herz machte einen Satz, war es von Loco? Im vorbei laufen griff sie danach und lies sich auf die Bank sinken... und schon lag sie wieder... Es war von ihm! So wie sie seine Worte las konnte sie seine Stimme hören. Er würde sie genau so vermissen wie sie ihn. Lächelnd faltete sie das Pergament zusammen und verstaute es in ihrer Tasche. So viel Gefühl lag darin, dass sie es bei sich haben und nicht achtlos herum liegen lassen wollte.

Sie drückte sich hoch, um sich im Keller frisch zu machen ehe sie Lille einen Besuch abstatten ging.

Ob sich ein Weg lohnt, erkennst du erst,
wenn du losgegangen bist. Ob eine Sache
gelingt, erfährst du nicht, wenn du darüber nachdenkst, sondern wenn du es ausprobierst. Man sollte nicht an dem zweifeln, was man tut, sondern darüber nachdenken, was man will.
Ohne Angst vor dem, was daraus werden
könnte. Einfach geschehen lassen.
Zuletzt geändert von Noelia Valentis am Mittwoch 26. November 2014, 21:58, insgesamt 2-mal geändert.
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Garius Evanthis
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Registriert: Donnerstag 18. Juli 2013, 05:51

Beitrag von Garius Evanthis »

“Wir lieben dich, mein Sohn.“ Wurden die Worte von den schmalen Lippen seiner Mutter gesprochen. Das gewohnte, herzliche und mütterliche Lächeln, im Hintergrund sein Vater, der die massiven Hände auf den Schultern Garius´Mutter gebettet lies. Ein Bild, bei dem er sich von jedem Künstler gewünscht hätte, es festzuhalten.
Die hölzernen Mauern seines alten Zuhauses wurden plötzlich dunkler, es macht sich ein ungutes Gefühl breit. Seine Beine fühlten sich schwer an und das Bildnis, wurde nunmehr einem Bildnis von Puppen gleich. Seine Mutter öffnete den Mund, doch es drang kein Laut von ihren Lippen, stattdessen verdrehten sich die Augen zu dem weiß des Apfels und dickflüssiges Blut begann von ihren Lippen und aus ihrer Nase zu rinnen. Unter Vaters Händen tränkte sich das Leinen der Mutter in Blut, während die harten, bärtigen Züge leblos wurden und er am Ende nicht mehr wie eine erhängte Leiche da stand. Ein höllischer schriller Schrei dröhnte plötzlich in seinem Ohr, er riss die Augen auf.


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Flach und beschleunigt ging seine Atmung, als er nur schwer in die Realität zurückfand. Er konnte nur dunkel die Umrisse der Gemächer erkennen, während die Bilder mit einem schweren Kloß im Hals vor seinen inneren Augen nachhallten. Es dauerte mehrere Lidschläge, bis er fähig war, einen klareren Gedanken zu fassen, doch eine Ruhe kehrte nicht ein. Mit der Linken wusch er sich kalten Schweiß von der Stirn, während er mehr und mehr die Schmerzen der Erkältung in seinem Hals wiederfand. Er spürte die Nähe von Noelias Kopf, neben ihrer Hand, auf seiner Brust, darunter sein pulsierendes Herz. Der Anblick ihrer schönen, ruhenden Gestalt, lies ihn etwas ruhiger werden, doch er musste raus.

Oftmals hatte er sich nachts aus dem Bett geschlichen, nicht nur bei ihr, sondern auch bei vielen anderen Frauen, die er im Gegensatz zu Noelia, nur für eine Nacht behielt. So schob er seinen Leib langsam unter dem ihrem heraus, ihren Kopf bettete er vorsichtig auf dem Kissen. Sicherlich würde sie es nur als nächtlichen Gang zum Abort oder dergleichen wahrnehmen.

Die Beine protestierten kurz, als er sich von der Bettkante in den Stand drückte und er spürte die Wirkungen des geschwächten Kreislaufes. Er kam nicht umhin, das Zittern der Finger ignorieren zu müssen, es war auch in der Vergangenheit nichts Ungewohntes.
In einer einfachen Hose und den alten Mantel gekleidet, stapfte er hinaus, die nackten Füßen auf dem kalten Stein vollkommen lautlos.
Wie er die Türe öffnete, kam ihm schon der vertraute, weniger angenehme Geruch der Insel entgegen, aber auch die wesentlich, angenehmere feuchtwarme Luft. Es war nie wirklich ruhig auf Cabeza, nahm er auch in der Nacht die ausgelassene Feierlaute wahr, die meisten von Minfays über die Insel klangen.

Er zog den Flachmann aus dem Mantel und genoss den warmen Brand des Alkohols, der den Schmerz der Erkältung in der Kehle vergehen lies. Er empfing auch die Erleichterung, mit der sich der Körper mehr und mehr mit dem Genuss des Alkohols entspannte. Es war schwer zu leugnen, dass der regelmäßige Konsum des Alkohols nicht gesund sei, aber es interessierte ihn nicht.
Mit einem Griff in die Brusttasche zog er dann auch ein metallenes Etui heraus, aus welchem er auch sogleich das Tabakröllchen in den Mund beförderte, nur um es dann mit einem Schwefelholz zu entzünden. Natürlich förderte der Rauch das schmerzhafte Kratzen im Hals und entlockte ihm ein schweres Husten. Etwas mehr Alkohol würde wieder entsprechend Ölen.

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So stand er da und ließ den Blick aus den dunklen Augen über seine neue Heimat schweifen. Es ging ihm gut, ja, so gut wie schon lange nicht mehr. Die Menschen, die er kennenlernte, nannte man selbst Kameraden. Sklaventreiber, Mörder, Piraten, aber es waren ehrliche Menschen. Sie sagten einem, was sie dachten, man wusste woran man ist und er genoss die Zeit beim feiern, beim dummschwätzen, auch wenn es in anderen Regionen Gerimors oft Ärger bedeutete, so würde er hinter all diesen Bastarden stehen.

Etwas, was weniger einfach zu händeln war, war das, was in seinem Bett lag. Ja, Feoras hatte recht, als er zu ihr sagte, dass er sie nur ins Bett bekommen will, doch war der damalige Gedankengang, sie wieder wegzuschicken, niemals ausgesprochen worden. Es war besser so, am Ende würde es ihn vielleicht nur seine Eier kosten und heute war sie immerhin hier? Ein Umstand der ihn zufrieden machte. Sie war ein ordentliches Mädchen, ein Mädchen, das man zu lieben lernte, darüber hinaus noch gut im Bett und nicht auf den Kopf gefallen war. Doch es war nicht so einfach. Er selbst war lange nicht mehr der Kerl, der sich ohne Hintergedanken ewig an eine gebunden hätte, warum auch? So sehr, wie die Kerle als Arschloch beschimpft wurden, genauso viele Huren gab es auch unter den Frauen.

Ja, sie hatte zu ihm gesagt, das sie ihn lieben würde und es war etwas, das ihn im ersten Moment unsicher werden ließ. War es so einfach? Vor einigen Jahren, hatte er es sich so ersehnt, von einer anderen Frau, aber er hatte es ersehnt und heute? Heute wollte er sich nicht öffnen, heute wollte er immer eine gewisse Distanz waren, um am Ende doch die Mauer aus Gleichgültigkeit und Kälte nicht fallen lassen zu müssen. So war man verwundbar und er wusste, was es hieß, ehrlich zu sein, Gefühle zu zeigen, versucht ein ordentlicher Mann zu sein, nur um danach einen verbalen Tritt in die Eier zu bekommen.

Nein, er wollte sie nicht verletzen. Ja, er war ein verdammtes Arschloch, ein Hurenbock und er stand dazu, aber trotz allem, konnte und wollte er diese Frau nicht verletzen, warum? Mit einem tiefen Atemzug quoll der Qualm der Zigarette aus der rotzigen Nase, zog er den Schleim hörbar durch die Kehle, nur um ihn vor sich auf den Boden zu spucken. Er war noch nicht soweit, als das er sich diese Frage hätte beantworten können.

Ja, sicherlich, sie war etwas Besonderes. Er war hin und hergerissen, zwischen den Blicken in die Zukunft und der Angst vor Nähe. Aber genauso, wie er sich die Gedanken machte, so fühlte er sich gut, wenn er an die Liebe dachte, die ihm diese Frau zukommen ließ. Sie stand hinter ihm, sie wollte ihm eine gute Frau sein, das wusste er und spürte er. Sie akzeptierte ihn, seine Macken, seine Ausfälle, seine Sprüche, aber auch seine Freiheit. Und ja… er genoß ihre Anwesenheit, ihre Nähe, ihre Berührungen. Als er sagte, sie solle bei ihm einziehen, war es keine Lüge.
Sie sollte zu ihm gehören. Sie sollte sein Mädchen sein und so wurde ihm klar, dass er genau um jenen Umstand in der Vergangenheit gekämpft hatte.

Der letzte Gedankengang, das letzte Geräusch, das Zischen der Zigarettenglut im Kanal, ein letzter Schluck aus dem Flachmann, dann wollte er wieder hinein.

Es gibt kaum ein beglückenderes Gefühl, als zu spüren, dass man für andere Menschen etwas sein kann.

Dietrich Bonhoeffer
Zuletzt geändert von Garius Evanthis am Freitag 5. Dezember 2014, 16:02, insgesamt 2-mal geändert.
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Noelia Valentis
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Beitrag von Noelia Valentis »

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Erst spät am Vormittag, oder war es doch schon Mittag, wachte Noelia auf. Ihre Hand griff ins Leere. Langsam öffnete sie erst das eine, dann das andere Auge, als würde eines nicht genügen um sich davon zu überzeugen das er schon aufgestanden war. Sie zog sein Kissen dichter zu sich und zog seinen Duft tief durch die Nase ein. Ob er überhaupt Schlaf gefunden hatte? Die Erkältung schien ihn ganz schön erwischt zu haben und sie war sich nicht sicher, ob die letzte Nacht förderlich für seine Heilung war. Verschmitzt schmunzelte sie, vielleicht nicht förderlich aber verdammt schön.

Noelia legte ihre Hände hinter ihren Hinterkopf und sah zur Decke. Ein leises Seufzen bahnte sich ihren Weg durch ihre Nase. Sie hatte gespürt das er anders war am Vorabend doch wusste sie nicht wieso. So lange die anderen anwesend waren würde sie nichts heraus finden. Er gab ihr nicht einmal eine Antwort darauf, wieso er wieder in Adoran gewesen ist. Insgeheim wusste sie es längst. Ihr Verdacht sollte kein Verdacht bleiben. Kaum das die anderen weg waren und sie allein bei Minfay saßen, erzählte er ihr von seinem Besuch bei Feo.

Immer wieder hörte sie ihn leise sagen "Er hat gesagt, früher oder später wird's mir genauso gehen, wie ihm. Hm. Unrecht hat er nicht. S' kann immer'n anderer kommen, eh? Das is' ja das normalste der Welt." Die Worte trafen sie dort wo sie nicht getroffen werden wollte. Was hätte sie ihm darauf sagen können? Ja er hatte Recht, sie hatte Feo für ihn verlassen. Sie hatte Feo damals gesagt das sie bei ihm bleiben und mit ihm alt werden würde. Sie glaubte es sei genau das was sie sich wünschte, bis Loco in ihr Leben trat. Sie wollte ihm doch von all dem noch gar nichts erzählen...

Immer wieder gab es lichte Momente, in der er sie an seinem Leben teil haben lies. In der er ihr zeigte was sie ihm bedeutete. Er hatte ihr gesagt, dass er sich verliebt hat, die Worte die er ihr nieder schrieb, ehe er einige Tage verreist war... dank ihr gab es wieder etwas mehr wofür es sich zu Leben lohnt. Wenn ihre Blicke sich trafen und er den Schleier über seinen Augen fallen lies, so dass sie bis in die tiefsten Abgründe hinab blicken konnte. Aber so wie es diese Augenblicke gab, gab es auch Momente in denen der Schleier dichter wurde, in denen sie spürte wie er förmlich vor seinen Gefühlen und der Angst die er damit verband, weg lief.

Der Abend in der Wohnung, als er von einem Kind sprach und sie ihm direkt fragte was so schwer ist ihr zu sagen, dass er sich eine Zukunft mit ihr vorstellen kann. Erst Distanz, dann diese Nähe die Noelia so liebte. Genau diese Distanz war es, die sich am Vorabend breit machte, nur wegen diesem Besuch bei Feo. Ihr war gleich klar, dass es eine dumme Idee war, die zu nichts bringen würde aber sie lies ihm die Entscheidung frei. Sie wusste, dass er sich nicht davon abbringen lassen würde, wenn er sich erst einmal etwas in den Kopf gesetzt hatte. War er nicht bei ihr genau so hartnäckig gewesen?

Sie wusste, es würde ihn überrollen und völlig überfordern aber sie musste es ihm sagen. Sie griff seine Hand und legte sie an ihre Brust, so wie er es damals tat, als sie in Adoran am Strand standen. Als sie ihre Augen schloss um sich auf ihn zu konzentrieren, sich an jede einzelne Berührung von ihm zu erinnern, sein Lachen, sein Schmunzeln, die Art wie er sie ansah... da begann ihr Herz schneller zu schlagen.
Ja, sie war zuvor mit Feo zusammen gewesen. Aber sie wusste wie lange es gedauert hatte, bis sie jene zu lies. Bis sie sich eingestand das sie Gefühle für ihn hatte. Etwas wofür sie ihm wohl auf immer dankbar sein würde. Doch bei Loco war es anders... Ihr Herz schlug nur für ihn so schnell.

"eigentlich ist es ganz einfach, du musst nur verstehen das ich dich liebe Loco, ohne Angst davor zu haben" Sie lies ihr Herz reden und wie sie ihre Worte hörte war es, als stand sie selbst daneben, als stiller Beobachter. Sie waren gesagt, die Worte die sie noch für sich behalten wollte. Worte von denen sie wusste, dass sie ihn verschrecken könnten und doch schien sie ihn damit genau dort erreicht zu haben wo sie erhofft hatte.

Er streckte seinen Handrücken aus um ihr liebevoll und so sanft über ihre Wange zu streicheln, dass sie sich wünschte, der Moment würde nie wieder vergehen. Ein einzelner Kuss, der das Feuer in ihnen zum lodern brachte. Was machte dieser Kerl nur mit ihr?

Sie löste ihre Hand von ihrem Kopf und fuhr über die leere Bettseite. Alles war gut zwischen ihnen. Sie war gerne sein Mädchen und sie fühlte sich von Tag zu Tag heimischer. Wie schön es war, in seinen Armen einzuschlafen oder wenn er sich fest an sich heran zog. Ihr Leben war im Wandel, sie hatte sich verändert. Doch diese Veränderung machte ihr keine Angst, sie war glücklich hier zu sein. Es gab kein Ort an dem sie lieber wäre.

Noelia atmete tief durch und schälte ihren nackten Körper aus den Laken um aufzustehen. Wenn sie hier weiter liegen bleiben würde, würde sie sich nur weiter den Kopf zerbrechen. Sie machte sich frisch und zog sich an. Als sie nach oben kam erzählte ihr Pablo etwas von einem Boten, der etwas abgegeben hatte. Ein Bote? Ihre Braue fuhr in die Höhe. Sie öffnete ihren Briefkasten und sah hinein. Sie kannte diese Schrift, doch diesmal war das Pergament nicht an sie adressiert "für Loco"...

Mit dem Pergament in der Hand machte sie sich auf, um sich an den Strand von Cabeza zu setzen. Die selbe Stelle an der sie damals mit Loco saß. Gedankenverloren blickte sie aufs Meer hinaus, den Brief in ihrer Hand. Was er wohl von ihm wollte? Teilte er ihm wieder irgendwelche Nettigkeiten über sie mit? Sie musste ihm das Schreiben bringen, auch wenn ihr Kopf ihr etwas anderes sagte. Sie war immer ehrlich zu ihm gewesen und sie wollte jetzt nicht mit Lügen anfangen. Sie erhob sich, befreite sich von den Sandresten und ging nach Hause. Das Schreiben legte sie gut sichtbar für Loco hin, so dass er es nicht übersehen konnte wenn er nach Hause kam.

Sie hingegen musste hier raus. Sie musste auf andere Gedanken kommen. Welch Glück das ihre Tasche immer gepackt war und sie nun dafür nicht mehr nach Adoran musste. Etwas Übung würde ihr und ihren Gedanken nicht schaden und so machte sie sich auf um das nächste Schiff nach Bajard zu erreichen.
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Noelia Valentis
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Beitrag von Noelia Valentis »

Die Nacht hatte Einzug über La Cabeza gehalten. Bis auf die kleine Kerze auf dem Tisch hatte sie keine weitere entzündet. Mit angewinkelten Beinen passte sie genau auf die Bank, die Loco in seiner Wohnung stehen hatte. Ihr Kopf ruhte auf einem seiner Hemden, den Blick starr zur Decke gerichtet. Sie wusste das es besser war ihn ziehen zu lassen. Sie respektierte das er allein sein wollte um die Wut nicht an ihr auszulassen. War nicht auch das Liebe? Dem anderen die Freiheit zu lassen die er brauchte?

Sie würde hier warten, sie wäre immer da wenn er sie brauchen würde. Sei es für ein offenes Ohr, ein ehrliches Wort oder einfach nur ihre Nähe, die sie ihm schenken konnte um ihm das Gefühl zu geben das alles in Ordnung sei. Die Sorge in ihrem Herzen konnte sie dennoch nicht abstellen. Stunde um Stunde verging, ohne das die Tür sich öffnete oder sie sein Brummen hörte.

Noelia schloss ihre Augen... Sie war so glücklich hier bei ihm zu sein. Nicht nur er war schlecht mit Worten. Wie oft fehlten ihr die passenden Worte wenn sie ihm gegenüber stand. Er war so anders aber genau das liebte sie so an ihm. Man konnte keine Schublade aufmachen und ihn hinein stecken. Sie hatte bisher keine gefunden die passen würde. Für sie war er perfekt, gleich was andere sagten oder ihre Blicke ausdrückten. Was wussten sie schon? Sie hatten nicht den leisesten Schimmer was sich hinter diesen Augen verbarg. Wie es sich anfühlt, wenn er seine starken Arme um sie legt.

Noch nie hatte sie interessiert was andere dachten. Sie passte doch auch in keine Schublade. Kaum einer hinterfragte was es mit ihr auf sich hatte. Wieso eine Frau wie sie ein Schwert führte. Was ihr Hautbild zu bedeuten hatte. Nein, sie trug es nicht einfach nur weil es ihr gefiel, es hatte Bedeutung, weil sie ihm Bedeutung gab. Sie wünschte, sie könnte seine Hand greifen, sie fest halten, ein sanfter Druck... Sie auf ihrer Brust ablegen und ihre Augen schließen. Sie wünschte, er könnte sehen was sie sah, wenn sie ihn betrachtete. Das er fühlen könnte, was sie fühlte wenn er sie berührt. Einmal nur, sollte er sich mit ihren Augen sehen und verstehen wieso sie sagt, "es ist anders".

Sie würde ihr Leben für ihn lassen, wenn sie musste. Er gehörte an ihre Seite, so wie sie an die seine. Gehörte nicht dazu, für den anderen da zu sein? Ihm den Rücken frei zu halten? Ihn zu stärken wenn er alleine nicht mehr die Stärke aufbringen konnte, die er braucht? Ob er irgendwann verstehen würde, dass er bei ihr auch Schwäche zeigen konnte, ohne Angst haben zu müssen, sie könne sie gegen ihn benutzen. Müsste sie vorher vielleicht verstehen, dass es keine Schande war Schwäche zu zeigen? Loco war ihre Schwäche...

Ein leises Seufzen durchbrach die Stille. Sie drehte sich zur Seite, ihr Blick fixierte die lodernde Kerze. Sie hatten alle Zeit der Welt. Und sie freute sich auf jeden Tag, der noch mit ihm kommen würde. Jetzt aber hoffte sie, dass er ohne größere Schäden endlich nach Hause kommen würde.

Die Müdigkeit übermannte sie. Ihre Lider fielen immer wieder zu, gleich wie sehr sie sich versuchte dagegen zu wehren. Ihre Sehnsucht war es, die sie ins Land der Träume abtreiben lies...

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Noelia Valentis
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Beitrag von Noelia Valentis »

"Womit habe ich dich nur verdient"...

Sie hatten den ganzen Abend miteinander verbracht, die Nacht Arm in Arm geschlafen und selbst am morgen wollten sie sich nicht gleich voneinander trennen. Nun war er fort... Geschäfte. Noelia nutzte die Zeit um es sich in ihrem Bad gemütlich zu machen. Schmunzelnd sah sie zu der Hängematte die Loco ihr dort gespannt hatte. Direkt über dem Wasser... Sie liebte es darin zu liegen.
Wie viel Zeit hatte sie damals, in ihrem Haus in Adoran, in der Hängematte verbracht? Weit mehr als in ihrem Bett. Mit der Hängematte hier verband sie andere Erinnerungen, schöne Erinnerungen und so beschloss sie, es sich erst einmal dort gemütlich zu machen.
Loco würde erst spät nach Hause kommen, sie hatte alle Zeit der Welt. Hinaus um herum zu streunern wollte sie heute ohnehin nicht.

Ein Bein lies sie aus der Matte hängen, konnte ihr Fuß so immer wieder durch das warme Wasser gleiten. Sie hing ihren Gedanken nach. Bald schon würde das Jahr zu Ende gehen. Ein weiteres Jahr in ihrem Leben, ein Jahr ohne die Fesseln die ihr angelegt wurden. 8 Jahre war es nun her, dass sie sich von diesen gelöst hatte. War es sein Brief, der ihr die Erinnerung zurück holte? Seine Worte über seine Vergangenheit und das nicht alles gut gewesen ist, was dort passiert war... Sie störte sich nicht daran. Sie liebte diesen Menschen so wie er war. So wie er zu ihr war, heute, hier und jetzt.

Sie hatte auch Fehler gemacht oder waren es keine Fehler? Viel zu früh schon musste Blut an ihren Händen kleben, Blut das sie oft in der Nacht aus ihrem Schlaf riss. Immer wieder hörte sie das Geräusch wie die Luft aus seinen Lungen wisch, ihre Mutter die panisch in der Tür stand. 4 Jahre die ihr Leben prägten und sie zu dem werden lies was sie heute war. Als sie damals Lille wieder zusammen geflickt hatten und sie ihre Narben sah... ein Verdacht... ihr Verhalten später als Nel zu Besuch kam.. eine Bestätigung?

Sie hatten sich angefreundet, sie hatten ihre Vergangenheit miteinander geteilt. Ja, Noelia hatte die Chance sich zu Rächen, dem ein Ende zu bereiten und zu wissen das dieser Mistkerl für immer verschwunden ist. Sie hatte gelernt mit all dem um zu gehen. Er hatte ihr so viel genommen, sie würde sich nicht noch ihr Leben nehmen lassen. Bis vor einem halben Jahr dachte sie noch, sie hatte alles was sie brauchte um glücklich und zufrieden zu sein. Zu leben, so wie sie es wollte. Sie hatte nicht gemerkt, dass er ihr etwas ganz entscheidendes genommen hatte.

Erst durch Feo lernte sie sich dahingehend zu öffnen und nun wo sie Loco hatte, nun spürte sie was es bedeutet zu Leben. Ein Leben ohne Liebe... undenkbar. Sie hatte ihr Herz verschlossen. Sie wollte nie wie ihre Mutter sein. Nie Gefahr laufen, dass sie irgendwann ihr eigenes Interesse über das ihrer Kinder stellen würde. So abhängig zu sein, dass nichts anderes eine Rolle spielt. Das eigen Fleisch und Blut?

Heute wusste sie, dass sie nicht wie ihre Mutter war und nie werden würde. Sie hatte ihr Herz geöffnet und sie hatte sich Hals über Kopf in ihn verliebt. Jeden Tag den sie mit ihm verbrachte spürte sie, dass sie nie wieder ohne ihn sein wollte. Er war ihr Gegenstück... Er war genau wie sie. In so vielen Dingen waren sie sich so verdammt ähnlich. Der Unterschied war, dass sie ihre Mauer bereits durchbrochen hatte und er noch Zeit dafür brauchen würde. Sie kannte ihn, wie kein anderer hier ihn kannte und sie wusste um die Bedeutung seiner Worte in seinem Brief.

Er hatte sie verdient! Für sie war er perfekt, genau das was sie wollte und um nichts auf der Welt wieder her geben würde. Sie hob die rechte Hand und fuhr sich ihr Ohr entlang. Ein sanftes Lächeln umspielte ihre Lippen als sie an die Worte dachte, die er ihr am Vorabend zugehaucht hatte. Sie fühlte sich so sicher und geborgen in seinen Armen. Hier konnte ihr niemand etwas anhaben, auch nicht ihre Vergangenheit und die Erinnerungen die immer wieder mal durch brachen.

"Zusammen zu einem Felsbrocken werden"... Die schlechten Gedanken waren gewischen... Ihr Herz klopfte als sie an ihren Mann dachte. Sie hatten keine Geheimnisse, sie konnten sich alles sagen und deutlicher wie je zu vor spürte sie, dass war genau das was sie wollte. Für immer an seiner Seite sein...
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Noelia Valentis
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Beitrag von Noelia Valentis »

 Liebe mich dann,
wenn ich es am wenigsten verdient habe,
denn dann brauche ich es am meisten.

Als sie am morgen erwachte wollte sie gar nicht aufstehen. Wie so oft war Loco vor ihr wach geworden und sicher schon oben am arbeiten. Sie spürte jeden Muskel, jede Faser... alles Schmerzte und ihr Kopf pochte wie verrückt. Sie streckte ihre rechte Hand nach seinem Kissen aus und umklammerte es fest. Mit geschlossenen Augen vergrub sie ihr Gesicht darin. Wie gut er roch...

Sein Duft, seine Stimme, sein Knurren, seine Berührung, ein Blick von ihm. Sie hatte sich verloren, verloren in ihm. Für nichts auf der Welt würde sie dieses Leben wieder eintauschen wollen. Damals als sie Feo gegenüber saß und er ihr sagte "du liebst ihn nicht"... der Moment in dem sie über diese Worte nach denken musste und fühlte das er sich irrt. Tage und Wochen sind vergangen und ihre Liebe wuchs Tag für Tag weiter an.

Wenn man jemanden so sehr liebt, wie sie es tat, fühlte man mit ihm. Liebe ist kein Gefühl das alleine präsent ist. Sorge, Vertrauen, Angst, Schmerz, Sehnsucht, Leidenschaft... sie könnte ewig so weiter machen doch im Augenblick spürte sie nur einen Bruchteil von all dem. Sie dachte an den vergangenen Abend. Noch immer ärgerte sie sich darüber, dass ihr Bajard raus gerutscht war. Sie wollte es Lille nicht erzählen. Sie wollte es Loco überlassen. Ein Moment unachtsam und schon waren Worte gesprochen die sie nicht mehr rückgängig machen konnte. Sie hätte sich ihr so gerne erklärt aber Lille winkte ab, sie wollte nichts hören.

Noch während sie überlegte wie sie es Lille dennoch erklären konnte und Loco gestehen würde, was ihr passiert ist klingelte es. Als Lille nach einer gefühlten Ewigkeit nicht wieder nach unten kam und der Durst sie plagte ging sie hinauf. Gekeife, gezicke... Lille rechts in ihrer Küche, Loco links an der Tür. Noelia schluckte ihre Worte hinunter, griff sich ein Glas und schenkte sich selbst den Schluck Wasser ein. Als sie zur Treppe ging sah sie Loco an, ihre Lippen formten "rede in Ruhe mit ihr" und da lies sie sie auch schon allein. Die beiden so zu sehen schmerzte sie, sie wusste wie wichtig Loco für Lille war und umgekehrt. Sie war die erste gewesen die er ihr hier auf der Insel vorgestellt hatte.

Nel versuchte sich anzuziehen, Adriana half ihm dabei, als lautes Poltern und Geräusche nach unten traten. Natürlich hatte sie Angst, natürlich sorgte sie sich und so eilte sie hinauf. Der Blick der sie traf war keiner der Blicke die sie sonst erhielt. Kein Blick in dem man versinken und sich fallen lassen konnte. Seine Worte hatten die Wirkung die er wollte und so schob sie sich an ihm vorbei und lief zum Strand.

Ihre Schuhe kamen irgendwo neben ihr, im Sand, zum liegen. Ihr Herz raste. Sie wusste das er es nicht so meinte. Sie kannte ihn inzwischen viel zu gut. Wie sagte er erst vor ein paar Tagen "ich hasse es, dass du mich so gut kennst". Er hasste es nicht, es war genau das wieso sie zusammen waren. Sie kannten einander, sie liebten einander und sie wollten beide das gleiche... zusammen wachsen zu einer Einheit. Sie zog seinen Brief hervor und lass immer und immer wieder die Zeilen

"egal was ich sage, was ich tue, vergesse niemals was du für mich bist"...

Nun wo sie hier so lag und über all das nach dachte spürte sie, dass ihr Körper wieder begann gegen sie anzukämpfen. Wieso konnte sie es nicht zu lassen? Als sie im Bad vor ihm stand und er ihr nicht ins Gesicht schauen konnte. Sie ihm erklären musste, wieso sie Lille davon erzählt hatte da spürte sie wie mit Wort um Wort ihre Fassade zu bröckeln begann. Nur einmal waren die Dämme gebrochen, damals als Feo ihr unterstellt hatte, sie hätte etwas mit Loco und sie solle gehen. Der Abend an dem er ihren Worten weder Gehör noch Glauben schenkte. Sie war kraftlos, sie konnte nicht dagegen angehen und so lies sie an jenem Abend ihren Gefühlen freien lauf.

Vor Loco hatte sie keine Geheimnisse. Jedes Gefühl hatte sie ihm offenbart. Hatte sie noch so große Angst ihn damit erschlagen zu können traute sie sich und öffnete sich ihm. Sie hatte es nie bereut. Wenn ihre Dämme gebrochen wären... sie wusste nicht ob er damit umgehen konnte. Damit würde sie ihm zeigen wie verletzlich sie sein konnte. Ein Gefühl das sie stets verbarg, das ihr allein gehörte. Wie damals, wenn sie nachts alleine in ihr Kissen weinte, weil ihre Mutter sich einen Dreck um ihre Tränen, ihren Schmerz, scherte.
Loco war nicht ihre Mutter und kaum das seine Wut verblasst war ging er auf sie zu und schloss seine Arme um sie. Sie wusste wie viel Kraft ihn dieser Schritt jedes mal kostete. Über Schatten springen... würde sie es auch schaffen?

Sie wollte sich ihm hingeben, mit Haut und Haaren. Sie wollte den Rest ihres Lebens an seiner Seite verbringen und ihm jenes Geschenk machen über das sie vor zwei Tagen gesprochen hatten. Sie würde ihn immer lieben und sie wusste, gerade in den Momenten wo es ihm nicht gut ging, wo Wut, Schmerz oder Erinnerungen ihn heimsuchten da brauchte er sie am aller meisten. Sie würde ihn nie im Stich lassen und gleich was für Steine ihnen in den Weg gelegt werden würden, wie schwer es an manchen Tagen sein mochte, sie würde immer hinter ihm stehen. Eine Einheit... Noelia & Loco...

[URL=http://www.bilder-upload.eu/show.php?file=b5d735-1418669103.jpg][img]http://www.bilder-upload.eu/thumb/b5d735-1418669103.jpg[/img][/URL]
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Noelia Valentis
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Beitrag von Noelia Valentis »

Schicksal ist,
wenn sich zwei Menschen finden,
die sich nie gesucht haben

Jeden Tag sah sie in den Briefkasten von sich und Loco aber noch immer keine Nachricht aus Bajard. Je mehr sie darüber nach dachte, desto besser gefiel ihr der Gedanke. Sie würde überall mit ihm hin gehen, sie würde auch hier auf La Cabeza mit ihm bleiben aber es simmte schon, die Wohnung war einfach zu klein für sie. Für das was ihre Zukunft bereit halten würde. Die Möglichkeiten die sich Loco in Bajard bieten würden, er mischte wirklich gute Tränke und so viele Menschen könnten davon profitieren.

Sie hatte sich hier eingelebt, sie fühlte sich hier wohl. Lille war längst nicht mehr nur eine Freundin von Loco sondern auch ihre eigene. Sie würde diese Freundschaft nie einfach aufgeben. Die Kleine brauchte sie, zumindest sagte es ihr Gefühl. Sie brauchte auch Loco und sie würde immer ein wichtiger Teil beider Leben sein.

Lachend stand sie in der Küche, als sie auf das Essen vor sich hinab sah. Es war verbrannt. Wenn sie für vieles ein Händchen hatte aber nicht fürs Kochen. In den ganzen Jahren in denen sie auf sich selbst gestellt war, kam sie durchaus durchs leben. Sie war nicht wählerisch. Sie aß was sie bekommen konnte und wenn kein Geld für etwas zu Essen in einem Gasthaus übrig war, erlegte sie sich etwas. Das hier, dass konnte sie keinem vorsetzen. Das Lachen wurde leiser, doch das Schmunzeln auf ihren Lippen blieb. Sie würde nie den Blick von Loco vergessen, als er hörte das sie nicht kochen kann.

Wozu hätte sie es aber auch lernen sollen? Sie kam gut durchs Leben, sie dachte nicht an einen Mann oder an Familie. Zumindest nicht bisher... Gedankenverloren versuchte sie das Schwarze von ihrem Essen zu befreien. Wie so oft schweiften ihre Gedanken schnell zu ihm. Egal was sie tat, egal wo sie war, er war immer ein Teil von ihr, immer bei ihr. Sein Lachen war so präsent, seine Stimme, das kehlige Brummen. Er musste nicht mit ihr in einem Raum stehen. Selbst jetzt wo er geschäftlich fort war, war es als sei er ganz dicht bei ihr. Sie vermisste ihn, in jedem Moment den sie nicht mit ihm verbringen konnte aber um so mehr freute sie sich auch ihn wieder zu sehen, wenn er nach Hause kam.

Wenn sein Mundwinkel sich hob und er ihr dieses Lächeln schenkte, das nur ihr galt. Er war verrückt, er hatte seine Macken und Fehler... Es war nicht so als würde sie sich jene schön reden und so tun als wären sie nicht da. Nein. Sie akzeptierte sie, denn sie gehörten zu ihm wie all der Rest. Ein Blick von ihm, ein Kuss von ihm, eine sanfte Berührung oder das Gefühl in seinen Armen einschlafen zu dürfen, waren Belohnung genug. Was Baltar wohl sagen würde, wenn er sie heute sehen könnte? Er fand sie hatte nicht nach Adoran gepasst. Dahingehend konnten er und Loco sich die Hand geben.

Da taucht er aus dem Nichts einfach auf um ihr, ihr Gold aus der Tasche zu ziehen und ehe sie sich versah hat er ihr ihr Herz gestohlen. Kein Tag wollte sie mehr ohne ihn sein. Wenn sie je einen Mann gesucht hätte, wäre er es gewesen aber sie musste ihn nicht suchen, er war plötzlich einfach da. Dieses Kribbeln im Bauch wenn sie an ihn dachte. Sie war angekommen. Sie hatte ihren Anker gefunden, ihr Gegenstück und das er genau so fühlte machte ihr Glück perfekt. Mit ihm konnte sie ihre Vergangenheit hinter sich lassen, sich auf die Zukunft konzentrieren.

"Wenn dir der Mensch begegnet, mit dem du deine Vergangenheit vergisst, bedeutet er deine Zukunft"
Zuletzt geändert von Noelia Valentis am Freitag 19. Dezember 2014, 08:01, insgesamt 1-mal geändert.
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Noelia Valentis
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Beitrag von Noelia Valentis »

So viele Wochen waren ins Land gezogen, Tage und Nächte und noch immer wachte sie jeden morgen neben diesem wundervollen Mann auf. Keinen Tag hatte sie bereut, jenen Schritt gegangen zu sein. Keinen Tag wollte sie ihn mehr missen. Sie ergänzten sich einfach perfekt. Ja, er hatte seine Macken aber sie kannte jene und sie wusste wie sie mit ihnen umgehen musste. Sie liebte ihn genau so wie er war, mit jeder Kante, mit jedem Fehler, denn das waren die Dinge die ihn doch ausmachten.

Sie hatten sich in Bajard inzwischen gut eingelebt. Ihr Haus... ein schönes Gefühl. Sie war nicht mehr einfach nur Gast in seiner Bude, es war ihr Haus. Hier lebten sie gemeinsam. Hier war genügend Platz für eine Zukunft, für ihre Zukunft.
Gefühle fielen ihm noch immer nicht sehr leicht. Es waren die kleinen Gesten die ihr immer wieder zeigten, dass auch er sie liebt. Ein Blick von ihm, eine Berührung, dieses verschmitzte Lächeln, ein Kuss der ihr deutlich zeigte "du gehörst zu mir"... es gab viele Momente.

Die letzten Wochen waren sie gemeinsam viel unterwegs gewesen. Loco war ihr eine große Hilfe wenn es darum ging ihre Fähigkeiten zu verbessern. Er passte immer auf sie auf, hatte die passenden Tinkturen dabei und von niemanden lies sie sich lieber ihre Wunden versorgen als von ihm. Doch auch ihm kam es zu Gute, eine erfahrene Kriegerin an seiner Seite zu haben. So konnte auch er seine Fähigkeiten verbessern und ausbauen. Sie ergänzten sich eben in allen Belangen...

War es Schicksal, dass sie sich getroffen hatten? Noelia dachte oft über diese Frage nach. Manchmal, wenn sie nachts wach lag und ihn ruhig neben sich atmen hörte. Ein kurzer Blick zur Seite und ihr Herz schlug höher. Sie liebte ihn... sie konnte kaum in Worte fassen wie sehr. Wenn sie zurück dachte wie alles anfing... Zufall?
Er hatte ihr die Augen geöffnet, ihr gezeigt wo sie hin gehört und diese unglaublichen Gefühle in ihr geweckt.
Er gab ihr alles was sie brauchte und noch viel mehr. Vieles merkte er gar nicht. Vielleicht weil er dem nicht so viel Bedeutung beimaß wie sie aber es gab viele Kleinigkeiten die ihre Beziehung so besonders machte. Besonders... ja das war sie.

Sie war angekommen... nie wieder würde sie von seiner Seite weichen. Es war ihr egal was andere dachten. Es war ihr egal das Feo sagte, sie würde schon bald die Schnauze von ihm voll haben, es war ihr egal ob andere dachten Loco würde ihr nie treu sein... sie wusste es besser. Nur sie und Loco verstanden was sie beide verband und was sie hatten.

Ob sie bald wieder in ihrem eigenen Bett, in Bajard schlafen würden? Es fehlte ihr... ihr Bad fehlte ihr aber das wichtigste hatte sie zum Glück an ihrer Seite... Loco.
Manche Menschen berühren dein Herz - andere deine Seele
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Noelia Valentis
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Beitrag von Noelia Valentis »

Endlich zu Hause… die erste Nacht im eigenen Haus schien ihr noch wie ein Traum und doch schlief sie so gut wie lange nicht mehr. Das schöne große Bett, die weichen Decken, die Kissen, Loco auf dessen Brust, sie ihren Kopf bettete um seinem Herzschlag zu lauschen. Ein Geräusch das sie nie wieder missen wollte. Gleich wie es ihr auch ging, wenn sie es schlagen hörte war alles vergessen. Wenn sie manchmal des nachts wach wurde und sie einer, jener selten gewordenen Träume, heim suchte, schmiegte sie sich dicht an seinen Körper, legte ihren Kopf an seine Brust und beruhigte ihr eigenes Herz, mit seinem Herzschlag.
So verrückt und chaotisch er auch sein mochte, er war ihr Ruhepol, ihr Anker. Bis sie ihn kannte, dachte sie immer, sie sei aufbrausend und frech aber im Vergleich zu ihm, war sie wohl die brave. Was nichts machte, denn so ergänzten sie sich gut. Was sie nicht war, war eines dieser schüchternen, kleinen Mauerblümchen. Sie war eine Frau die wusste was sie wollte, die sagte was sie wollte und stets offen und direkt war – Dinge die Loco wohl an ihr zu schätzen wusste. Neben all den anderen Dingen.

Als sie am Morgen wach wurde, war Loco schon bei der Arbeit. Es war einiges liegen geblieben in der Zeit, in der sie unterwegs waren. Die Aufträge waren wichtig um hier in Bajard Fuß zu fassen aber auch wichtig für ihn. Auf nackten Füßen schlich sie sich nach oben und blieb im Türrahmen zum Labor stehen. Ein sanftes Lächeln umspielte ihre Lippen als sie ihn dort, so konzentriert, sitzen sah. Sein offenes Haar, das unbändig über die Schulter fiel, die Augen leicht zusammen gekniffen, völlig vertieft in sein Tun. Sie könnte ihn stundenlang einfach nur betrachten… Ein leises Räuspern, um auf sich aufmerksam zu machen, sie wollte ihn nicht verschrecken. Er hob den Kopf und als er sie erblickte, legte sich auch auf seine Züge dieses Lächeln, welches sie so liebte. Er streckte die Hand nach ihr aus. Eine Geste, der sie direkt nach ging. Sie senkte ihren Kopf und legte ihre Lippen für einen kurzen Kuss auf die seinen. Als sie den Kopf hob, konnte sie die Liste sehen, er hatte wahrlich viel zu tun. Sie wollte ihn gar nicht zu lange von der Arbeit fern halten aber ihr war klar, wenn sie hier bleiben würde, könnte sie kaum ihre Finger bei sich lassen und für das Geschäft wäre das nicht förderlich. Sie würde also etwas nützliches tun und seine Vorräte etwas aufstocken.

Noelia löste sich von Loco und ging nach neben an, wo sie ihre Vorräte gelagert hatten. Wenn sie ohne ihn los zog würde sie die ein oder andere Tinktur mehr brauchen. Sorgfältig und vorsichtig wie immer, füllte sie sich die ein oder andere Flasche ab, auch frische Bandagen fanden den Weg in ihre Tasche. Ihre Ausrüstung stand stets, gepflegt im Keller bereit. So wie ihr Lehrmeister es ihr beigebracht hatte. Noch ein kurzer Blick zu Loco, ehe sie mit einem verschmitzten Grinsen in den Keller ging. Die Haare zu einem Zopf geflochten zog sie ihre Ausrüstung über und schulterte ihre Tasche. „Bis heute Abend Süßer…“ rief sie ihm ins Labor, ehe sie auch schon durch die Haustür verschwand.

Zu Hause ist dort, wo das Herz eine Heimat findet
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