Die kleinen Ängste

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Gast

Die kleinen Ängste

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Das kleine Mädchen
Liegt im Bett
Sagt: "Mami, bitte nicht!"
Doch Mami lächelt
Wie immer
Schließt die Türe, löscht das Licht

Wieder alleine
Mit den Schatten
Sie ist mucksmäuschenstill
Doch sie kriechen um
Ihr Bett herum
Da kann sie machen, was sie will

Die kleinen Ängste
Das kleine Grauen
Sie will vergessen, wie das ist
In tote Augen zu schauen
Die kleinen Ängste



Kichern und Gackern…
Stöhnen und ächzen…

Um sie herum tobte ein Krieg der verschiedensten Geräuschkulissen, ohne dass sie einen Einfluss darauf nehmen konnte, was sie hören wollte und was nicht.

Dunkle Nacht, an realen Geräuschen war nur ihr eigener Atem zu hören.
Hin und wieder das rascheln der Decke, wenn sie sich bewegte, und doch ging es in ihrem Kopf vor sich…

Unter dem Bett kroch er hervor.
Es war ein bekanntes Schauspiel und doch ergreifend, wie beim ersten Mal.
Wabernd, flirrend im Schatten der alles verschluckenden Dunkelheit.
Schwarz ist nicht gleich Schwarz, wenn man lernt die verschiedenen Töne zu unterscheiden.


Was sie konnte.
Sie wusste was normale, nächtliche Dunkelheit war und was das Alptaumgespinst ihres Verstandes hervor brachte.
Sie kannte ihn.
Oft schon hatte sie ihn gesehen, aber nie verstanden, warum er da war.
Mehr interessiert und mit einer gewissen Neugier betrachtete die blasse junge Frau das wabernde Etwas, das durch den Schatten floß.
Wie Honig auf hellem Holz, der sich seinen Weg bahnt, nur eben nicht hell, sondern dunkel.

Was er wollte…
Wo er her kam…
Wieso er da war…

Fragen, die sie bisher nicht gestellt hatte, deren Antworten sie fürchtete.
Musste sie ihn fürchten?
Bisher hatte er nichts getan, außer existent zu sein.
Vielmehr, existent und für sie sichtbar.
Als würde er genau wollen das sie ihn sah. Das sie ihn beobachtete….




Die kleinen Ängste
Kinderträume
Dunkle Keller, alte Stiegen
Und verschlossene Räume

Die kleinen Ängste
Das große Zittern
Wenn Nachts unterm Bett
Die Bestien Menschenfleisch wittern

Die kleinen Ängste
Kindheitsängste
Wir haben sie längst vergessen
Doch sie kommen zu uns zurück
Die kleinen Ängste

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Zuletzt geändert von Gast am Dienstag 7. Oktober 2014, 17:33, insgesamt 1-mal geändert.
Gast

Beitrag von Gast »

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War das nur die Illusion
oder ist das schon
die Hoffnung die dort starb?

Ich hab so viele Fragen
doch statt etwas zu sagen
schweigen wir zwei uns ins Grab.
Die Dämme brechen lautlos.

Das Wasser steht uns bis zum Hals.
Wir leugnen stur die Kälte
ein Aufschub, bestenfalls.
Das Ende naht.

Mit schweren Schritten
raubt es uns die Sicht
auf das, was uns zerbricht.
Sind deine Augen feucht
oder spiegeln sie die Sonne
ihr gleißend helles Licht?



Sie saß im Bett.
Die Beine hochgezogen, die Knie erhoben und die Arme auf die Knie gelegt.
Die Kerze flackerte, gab unruhiges, inkonstantes Licht von sich.
Sie hatte immer eine Kerze oder ein Öllicht an, immerhin konnte sie ihn so sehen.

So musste sich ein Monolog mit einem Gott anhören, anfühlen. Ein Gebet, ohne das man eine Antwort erwartete.

„Was willst du von mir?“, die Eingangsfrage. Und es folgte mal wieder keine Antwort.
Wabern, flackern, flirren.
Ein leises seufzten entrann ihrer Kehle. Der Schatten verschwand einen Moment, tauchte in einer anderen Silhouette auf.
Eine schmale, zierliche Mädchengestalt huschte über den Boden, die Wände.
„Ich weiss…"
Sie legte den Kopf leicht schief und blieb eine Weile stumm.
Der Schatten begann, sich ruckartig zu bewegen, als wäre er eine Puppe am Faden.
Er verhöhnte sie!
Und er wusste es….
„Hör auf damit“, zischte sie.
Ein gackerndes Lachen erklang, nah an ihrem Ohr.
Er war immer bei ihr.
Wo Licht ist, ist auch immer der Schatten…


Kenne deine Ängste….

Sie hatte keine Angst. Nicht vor ihm. Nicht davor, das er jemanden verletzen könnte.
Sie hatte niemanden, für den es sich lohnen würde, Angst zu empfinden.
Angst war eine lästige Angewohnheit.
Vorsicht, ja…
Intuition, auch…
Aber Angst? Reine, blanke Angst, die einen lähmt, die sich in jede einzelne Faser des Bewusstseins und des Unterbewusstseins bohrte?
Nein, sie empfand keine.

Sie hatte ihn immer mit Neugier empfangen. Respekt hatte sie vor ihm, kannte sie doch seine Ziele und Absichten nicht.



Kenne deine Ängste….
Denn sie kommen immer zu dir zurück….



Der Schatten hatte die gewählte Gestalt behalten, fast wirkte es so, als wolle er sie provozieren.
„Ich hätte nicht so ehrlich sein sollen“, sinnierte die kleine blasse vor sich hin.
„Auf der anderen Seite war es gut. Ich will sie besser kennen lernen“
Der Schatten tobte an den Wänden um sie herum, ruckte und zuckte in seinen Bewegungen immer wieder, um sie weiterhin daran teilhaben zu lassen, dass er genau wusste, was sie tat.
„Hör auf damit“, raunte sie genervt, und sah ihm nach.
Plötzlich verschwand er.
Das konnte nichts Gutes bedeuten. Immer wenn er verschwand kam ein neuer Stich, den er für sie parat hatte.
Abwarten.

Prätorianerburg….
Maiglöckchen….
Baum des Todes….

Langsam nickte sie ein, den Klang von hellen Zwillingsglöckchen in den Ohren.
Gast

Beitrag von Gast »

Das Ende der Welt ist nicht weit fort
von ihrem Zimmer unterm Dach.
Nachts kommt ein harter Wind von dort
der lässt sie frösteln, hält sie wach.

Durch einen Riss am Himmel
sieht sie wie die Zeit vergeht.
Sieht das Chaos, sieht die Sterne
und wie schnell die Welt sich dreht.

Die Tage werden enger
die Wege länger.
Es wird nichts mehr kommen
ihr Abstieg hat begonnen.
Sie sieht nicht mehr hin.

Ein Leben wartet
irgendwo da draußen auf sie.
Eines, das all die Mühen lohnt.
Sie sagt, sie sucht es Morgen
und manchmal glaubt sie, was sie sagt.

Ein Leben wartet
irgendwo da draußen auf sie.
Eines, das über allem thront.
Sie sagt, das nimmt die Sorgen
und manchmal glaubt sie, was sie sagt


Leises knacken, hervorgerufen durch die eigenen Stiefel. Der Wald, nicht weit entfernt von da, wo sie eigentlich hin gehörte…
Tat sie das?

Der Kopf schwirrt…
Die Hand fehlt…
Halt verloren, fall, mein Kind, fall.
Der Blick ist starr. Guckst du durch mich durch Mädchen?

Die Hand legt sich auf die Brust, auf das Stück freie, hässlich-blasse, Haut.
Sie war wieder hell… Normalfarben.
Kein Anzeichen war geblieben.

Dummheit oder Mut?
Lauschende Augen….

Der Weg dauert, nur wenige Momente für den Hin- und Ewigkeiten für den Rückweg.
Du wirst sterben mein Kind…

Ist das nicht die Ironie des Lebens?
Man wird geboren um zu sterben. Die Frage, die einzig und allein Bedeutung für viele hat ist das wie.
Sterbe ich an Altersschwäche?
Nein mein Kind!

Bajard kommt näher, die ersten Laternen geben ihr flackerndes, unstetes Licht ab, produzieren Schattenspiele.
Schatten…
Dummheit!
Es war Dummheit. Wie konnte sie glauben, einzig und allein durch ihren Willen bestand zu haben?
Vor einem solchen?
Schmerz… keine Luft zum Atmen, kein Atem um zu sprechen. Antworten bleiben aus, kommen stattdessen aus einem anderen Mund.
Puppenspielerin….

Todesengel, blond… Spiel dein Spiel und werde deine Rolle.
Was ist die meine?
Was ist die des Glöckchens ohne Präfix?

Wo ist die Hand, die dich hält, dir Halt gibt?
Gast

Beitrag von Gast »


Kleines Schwesterchen…
Durchdringende Blicke…

„Ihr“ Schatten hatte sich seitdem nicht mehr blicken lassen.
War das sein Ziel gewesen?
War sie einem Hirngespinst nachgelaufen? Nein!
ER zeigte es ihr bei jedem Treffen. Zeigte ihr, was es gab, wer die wahre Kontrolle hatte.
Kontrolle über sich selber, eine Fusion, wer war der Herr und wer der Knecht?
Oder verteilten sich die Rollen auf beide?

Wolf … oh Wolf…

Küken…Glauben, sie hätten so viel Zeit… Aber sie täuschen sich…
Nein!
Wieder ein unausgesprochener Widerspruch. Konnte sie nicht… Mund halten….
Warum sollte sie nicht sagen was sie wollte? Was hielt sie ab?
Sie beneidete das Glöckchen, um die Tatsache, mit Worten jonglieren zu können, Worte die sich auch in ihrem Kopf drehten, aber nie den Weg herausfanden.

Es sollte gut sein.
Lauschendes Auge… Die Metapher schien dem weiß-bezopften nicht zu gefallen.
Etwas, das man opfern konnte…
Opfern. Aber war das nicht ein Grundgedanke der Metapher?
Was opfert man in so einem Moment? Mit so einem Gegenstand?


Spieglein, Spieglein an der Wand…


Ein sanftes Lächeln legte sich auf die bleichen Züge

Immer mehr Sinneseindrücke sammelten sich. Menschen, für mehr als nur einen flüchtigen Moment den Lebensweg kreuzten.
Mehr als nur ein Nicken, mehr als ein einfaches Wort des Grußes.

Menschen, die einen auf gewisse Art und Weise beeindruckten. Deren Auftreten so war, das man sich einfach an sie erinnerte.
Abgesehen von den… neuen Bekannten…. Dem neuen Weg… Dem unbekannten….

Arroganz war nur Augenscheinlich.
Noch ein Grund, warum sie sich von Menschen so gerne fern gehalten hatte.

Wieder huschte ein kurzes Lächeln auf ihre Züge

Der streunende Kater war ihr angenehme Gesellschaft gewesen. Bücher… Das Buch vom Glöckchen, die Bücher von der Magistra und dem Magus…
Auch wenn beide Gestalten sie auf ihre Art und Weise gefordert hatten, was zwar nicht wirklich schlimm war, aber immer und immer wieder trat diese Unsicherheit auf.


Vielleicht konnte sie wirklich noch viel dort lernen?
Nicht nur Wissen erweitern…

Braunhaarige Schönheit…
Eine Idee machte sich in ihrem Kopf breit.


Spieglein, Spieglein an der Wand…
Gast

Beitrag von Gast »


Der Verstand fragt sich, warum man Dinge tut, die im ersten Moment wie eine riesengroße Dummheit aussehen.
Erst im Nachhinein wird einem Bewusst, was man da in die Wege geleitet hat, was das Risiko darstellt und nach einer Nacht schlafen, sieht das ganze gar nicht mehr so verlockend aus, wie noch am Vorabend.

Sie lief rastlos durch den Handwerkskeller des Hauses, in das Marlon sie aufgenommen hatte.
Die Schritte ließen kleine Geräusche erklingen, die ihre Unruhe durch den ganzen Raum trugen.

Nervosität hatte ihren Magen und ihr Herz ergriffen, auch wenn es rein logisch gesehen, keinen Grund dazu gab.
Aber wenn sie eines gelernt hatte, dann, dass man aufpassen musste, mit wem man sich einlässt.
Und zum aktuellen Zeitpunkt konnte sie noch gar nicht abschätzen, WAS alles wirklich auf sie zukommen würde.
Unplanbar…
Genau das machte sie nervös.
Menschen sind Wesen, die immer für Situationen sorgten, die einen selbst in die Bredouille brachten.
Abgesehen von den Momenten, in denen sie das ganz von alleine tat.
Wie das erste Treffen mit ihm!


Wer hat Angst vor’m schwarzen Mann?


Eines stand für sie fest.
Sie hatte vielleicht Dumm reagiert, wollte sich beweisen, aber hatte es –natürlich- nicht geschafft.
Versagt.
Aber dieses Versagen war kein Endgültiges. Es war eher… ein Auftakt.

Beim zweiten Treffen war sie schon vorsichtiger geworden, sie verspürte eine Anspannung, die völlig abseits von der sonstigen Anspannung innerhalb einer Menschengruppe war.
Aber beim zweiten Treffen hatte er kein Interesse, sie zu prüfen, sondern an diesem Abend musste das Zwillingsglöckchen leiden.
Es tat ihr leid, sie so zu sehen, aber helfen konnte sie wirklich nicht.
Das musste das Glöckchen alleine durchstehen.
Wer weiß was ihm sonst noch eingefallen wäre?

Prüfungen würden beiden bevorstehen. Einfach weil sie die jüngsten waren, die, die noch beweisen mussten, ob sie würdig waren.
Fressen oder gefressen werden…


Wer hat Angst vor’m schwarzen Mann?


Dieser Kinderreim war noch auf jemanden anderes anwendbar.
Warum zog es sie im Moment nur so zu berobten?

Sie sagte, sie wolle etwas lernen und er griff zu Kriegstaktiken?

„Lerne dich besser auszudrücken“, murmelte sie im Gang vor sich hin.

Sie war der Bittsteller. Die Verzichtbare. Auf allen Ebenen.
Die Frage, die sie also für sich beantworten musste war: Wie ändert man das?

Bittsteller würde sie noch eine ganze Weile lang bleiben, sie wusste selber, das sie noch viel zu lernen hatte.
Nur musste es irgendwas geben, was dafür sorgte, dass sie nicht lediglich als verzichtbare Nervensäge betrachtet wurde.

Die ersten Fäden waren gesponnen.

-Lerne, wie du dein Auftreten optimieren kannst
-Lerne, wie du dich schützen kannst
-Lerne, deine Nervosität unter Kontrolle zu halten
-Lerne, Worte zu nutzen, die ihren Sinn nicht verfehlen
-Lerne, eine Position im Hack- und Stechgefüge der Welt einzunehmen
-Lerne die Menschen kennen

Braunhaarige Schönheit…
Blonde Schlange…
Strenger Mentor…
Er…


Wer hat Angst vor’m schwarzen Mann?
Zuletzt geändert von Gast am Montag 10. November 2014, 09:48, insgesamt 1-mal geändert.
Gast

Beitrag von Gast »

„ Ich bevorzuge tiefsinnige Gespräche... ein wohle Nacht. ….“

Sie hatte noch lange ins Leere gestarrt.
Er hatte sie mit diesem Satz einfach sitzen lassen. Gut, es war spät und eigentlich war sie auch hundemüde.
Aber diesen Satz verstand sie nicht. War das ein Kompliment an den Abend?
Er hatte das Buch angenommen und das Gespräch war durchaus interessant gewesen. Auch wenn sie kaum glauben konnte, dass er eine Abneigung teilte.

Sie stieg an dem Abend in die Kutsche und lies das Konvent hinter sich.
Was sie jedoch nicht abstellen konnte, waren die Gedanken, die sich um Teile des Gespräches drehten.
Naja, eigentlich um mehrere Gespräche.
Die Hilfe, die sie ihr angeboten hatte, die braunhaarige Schönheit.
Die Aufgaben die daraus folgen mussten...

Außerdem ein Teil Sorge bezüglich kommender Gespräche.
Bald würde sie ihm wieder begegnen. Derjenige, der die Fäden wirklich in den Händen hielt. Sie würde sich vor ihm rechtfertigen müssen.
Gleichwohl ob ihrer Gedankengänge als auch ob ihrer bloßen Existenz.


Ist das Glas halb voll oder halb leer?


Eigentlich war die Bezeichnung ‚Puppenspielerin‘ eher eine blumige Zukunftsvision.
Vielleicht im Kleinen… Vielleicht nur beim Glöckchen… war es mal gelungen. Gleichwohl, ohne es vorher zu wissen, oder wirklich geplant zu haben.
Zukunftsweisend?
Mit Sicherheit.
Zumindest… würde sie die nächsten Treffen überleben.
Eine realistische Selbsteinschätzung war schwer. Sie wusste selber um ihre Makel, aber sie wusste nicht, was die Zukunft noch bringen würde. Tod oder Erfahrung…


Ist das Glas halb voll oder halb leer?


Wie viele Gesichter ein Wesen hat…
Wie viele Gesichter man kennen lernt? Wohl so viele, wie das Wesen bereit ist zu zeigen. Oder wie weit man sich mit dem Gegenüber auseinander setzt. Wie tief kann man graben, ehe man auf Wasser stößt?
Wie tief kann man graben, ehe man die Knochen ans Licht bringt?
Wie weit kann man gehen?


„ Komm raus, komm raus, wo immer du auch steckst ….“


Je mehr sie sich mit den Menschen ihrer Umgebung beschäftigte, je mehr wurde ihr bewusst, dass genau das ihr Ziel war.
Das erste Buch war nur der Anfang. Ein Auftakt.
Es würde mehr folgen, ein gewisser Forschungsgeist hatte sie erfüllt.
Reaktionen…
Man konnte so viel Beobachten, war man in der Lage, die Anzeichen zu erkennen.

Schärfe die Sinne, wie die Katze ihre Krallen. ..


Ist das Glas halb voll oder halb leer?

Es würde sich zeigen!
Gast

Beitrag von Gast »

„Du machst mir Angst, das gefällt mir. Viel mehr als der Wanderer oder sonst jemand. ….“
Wirre Gedankenfetzen, Unruhiger Schlaf.
Es klackerte, und geckerte um sie herum, und doch war nichts zu sehen.

Die Kribbel-Krabbel-Spinne
kriecht ins Wasserrohr
dann kommt der Regen und spült sie wieder vor
dann kommt die Sonne, trocknet das Wasser ein
und die Kribbel-Krabbel-Spinne
kriecht wieder ins Rohr hinein.


Eine kleine Kindermelodie, so tief verdrängt und doch wieder an die Oberfläche gekommen.
Die Kerze flackerte vor sich hin, und sie beobachtete die Lichtreflexe, die er projizierte.

Kaum, das die Augen zu fielen, manifestierte sich ein neuer Gedankengang, der sie aus der Ruhe der Nacht herausholte.
An Schlaf war nicht zu denken. Nicht im Moment


„ Du redest wie der Wanderer. ….“

Was bringt den Verstand zum Zerbrechen?
Neugierde war geweckt worden.

Meister, Meister gib mir Rosen,
Rosen auf mein weißes Kleid,
stech‘ die Blumen in den bloßen
unberührten Mädchenleib.


Was kann ein Mensch ertragen, bis sich Teile seiner Persönlichkeit abspalten?
Was kann ein Mensch ertragen, bis er mit sich selber kämpfen muss?

Sie musste beobachten.
Sie musste einfach.

Sie würde sich die richtigen Fragen überlegen müssen, würde lernen müssen, zu unterscheiden.


„Interessant, du siehst in mir ein Experiment.“
”Du bist interessant”
„Das sind Experimente auch.“
”Wenn du es möchtest, sieh es so”


Was lernt man aus dem Schicksal der anderen?
Es nicht so zu machen wie vorgelebt?
Dann sollte sie schreiend weglaufen.
Aber nein, nein, das konnte sie nicht. Sie wollte vor allem nicht.
Glaube daran, glaube fest mein Kind.
Zu viel Neugier, zu viel Interessantes. Sie fühlte sich wie ein Kind in einem Süßigkeitenladen.
Überall lauerte die Verführung.
Lerne du die Menschen kennen….

Ob Abschreckend oder vermeidlich lieblich, jedem war ein gewisses Mal eigen.
Ein gewisses, dass uns alle gleich werden lässt, aber dennoch so unterschiedlich.

Sieh, das Gute liegt so nah…
Gut.. Eine Relationsfrage. Was ist gut, und was schlecht?
Keine Grundsatzdiskussionen, die würde sie, wahrscheinlich, noch oft genug führen müssen.
Zumindest, wenn sie den Plan einhielt, den sie sich vorgenommen hatte.

Sahnebonbon… Süss, klebrig, schlecht für die Zähne, aber so verführerisch…
Was war ihr Sahnebonbon?


[URL=http://www.directupload.net][img]http://s14.directupload.net/images/141113/rclv3g2o.jpg[/img][/URL]
Zuletzt geändert von Gast am Donnerstag 13. November 2014, 10:11, insgesamt 2-mal geändert.
Gast

Beitrag von Gast »

Horrificus, die Puppenspielerin

Dieses Mal war, nach dem Treffen in der Kammer, kein Denken daran, direkt nach Hause zu gehen. Nach Hause…

Sie lief durch den Wald, anfangs noch vorsichtig, tastend, um ja nicht in eine Unebenheit des Bodens zu treten, später aber Zielstrebig, wenngleich das Ziel unklar war.
Luft, Bewegung. Es wurde kalt…

Ewige Schönheit… Was für eine Verschwendung.
Gut, sonderlich schön war sie ja jetzt schon nicht, was sollte sie ewig so aussehen wollen?

Gedanken weg schieben. Nächster…

„Du machst mir Angst, du machst mich menschlich“
„Du bist undurchschaubar“ – war sie das wirklich? Sie hielt sich selber für sehr durchschaubar.
Den Sinn und Zweck des ganzen galt es zu ergründen.
Die Wirkung eines Menschen ließ sich so leicht beeinflussen.
Was nun wirklich in Frage stand, und was sie für sich selber ergründen musste war, was wollte sie für die Zukunft?
Wobei… eigentlich sollte sie jetzt noch nicht zu genau über die Zukunft nachdenken.
Immerhin stand noch eine Prüfung aus. Ein liebevoll zurecht gelegter Monolog, den sie abspulen wollte, beim überreichen des Prüfungsfragmentes.

Auch wenn die Spannung weiter bleiben würde, immerhin war er nicht da gewesen.
Ganz neutral betrachtet, würde sie an dem nicht viel ändern können. Bestand sie die Anforderungen, würde sie sich erst tiefergehend mit ihren weiteren Zielen auseinander setzen.
Bestand sie die Anforderungen nicht, hatte sich das so oder so erledigt.

Das Hack- und Stechgefüge innerhalb der kleinen Gemeinschaft wurde langsam auch interessanter.
Eine recht kleine Gruppe von Kreaturen, welche ihr eigenes Gefüge hatten, abseits von allem Weltlichen. Je mehr sie kennen lernte, umso interessanter wurde es zu beobachten.


Horrificus, die Puppenspielerin

Sie hatte es sich nicht selber ausgesucht. Positionen und Bezeichnungen wurden vergeben, ohne dass sie einen aktiven Einfluss auf das ganze hatte oder hätte haben wollen.
Man sucht sich seine Gesprächspartner aus, im Regelfall, und entscheidet nach persönlichen Vorlieben, nach eigenen Zielen und nach Interesse.
In diesem Falle aber, steht alles das hinten an.
Ein skurriler Vergleich wäre eine Blumenwiese.
Bunte Blumen, alle von anderer Farbe und Gestalt, und doch im Kern das gleiche, unabdingbar und unbestreitbar. Blumen!
So musste sie in diesem Zusammenhang durchaus bestätigen, dass sie eine junge Pflanze war, noch keine voll entwickelte Blüte, nicht was die Grundlage der Existenz angeht, die bevor steht.
Kein schöner vergleich, aber ein passender… irgendwie…
Gast

Beitrag von Gast »

Das Ende...
Ist nicht immer der Tod.

Tod, Wasser, ertrinken. Worte die nicht mal an ihrem Verstand kratzten, sondern einfach ungeachtet verhallten.
Das Herz schlägt langsamer, bis der letzte Schlag wie ein letztes aufbäumen erscheint.
Stille, Dunkelheit, grinsende Fratzengschemen, die garstig lachen, kichern, geckern.

Es ist das Ende....

Insoweit kann man behaupten, sie war tot. Kein Leben mehr, kein Fünkchen von dem, was der Mensch gemeinhin als Existenz bezeichnet.
Wie lange?
Keine Ahnung, zwischen umkippen, letztem Atemzug und dem ersten, neuen Atemzug war Zeit vergangen.
Wie viel konnte sie nicht sagen, es spielte auch keine Rolle.

Er war in sie eingetaucht, hatte sie getötet und wiederbelebt. Hatte ein Spiel nach seinen Gunsten gespielt und sie zu seinem Werkzeug gemacht.
Die gespielte Puppe...


Die Panik hatte sie erstarren lassen, der Schatten hatte sein Übriges getan.
Ehre oder nicht... Erwählt oder nicht....
Essentielle Fragen, ehe man entweder nichts mehr tun brauchte und konnte oder eben weiter machte.

Er hatte für sie entschieden. Hatte sie wieder geholt, ihr den ersten neuen Atemzug eingepflanzt.
Wie eine ertrinkende hatte sie röchelnd nach Luft geschnappt, die Augen zeigten kaum etwas mehr, als das weiße.
Er war wieder aus ihr heraus gegangen, hatte sie sich selber überlassen. Eine gewisse Leere hinterlassen, wenngleich etwas anders war als früher.
Nicht nur, dass sie gestorben war, für ihn, für diesen Weg, sondern es hatte sich etwas verändert.
Etwas war geblieben. Undefinierbar, aber als etwas, das beständig blieb.
Etwas neues, und doch so vertrautes.

Kaum war diese Erkenntnis getroffen, war sie auch schon wieder alleine.

Das Herz pochte in einem unsteten Rhythmus, ganz als wäre es aus dem Takt des Lebens gekommen.
Es fühlte sich seltsam an.

Wer jemals so etwas gespürt hat, wer fühlen konnte, wie sehr sein eigens Herz aus dem Takt gekommen ist, der weiß, wie beängstigend es sein kann.
Angst....

Er kannte sie. Wusste was sie war, wer sie war, was sie beschäftigte. Innerlich ein anderes Bild, als nach außen.
Er hatte es getan. Ihr inneres nach außen gekehrt, allen gezeigt, wie viel Angst sie eigentlich hatte. Wie viel davon verdeckt war.

Auch wenn sie ihn diesem Moment, keinen der Anwesenden wirklich wahr nahm, keinen davon ansah, wusste der letzte Fetzen im Hinterstübchen des Verstandes, das sie anwesend waren.
Sie waren da.
Sahen ihr beim Sterben zu... Wussten sie es?

Letztlich war es egal.
Schwester....

Fern vom Turm schlägts Mitternacht
Jemand hat es wohl bedacht
Wie das Pendel niederschwingt
Das mit scharfer Klinge singt

Fest gebunden liege ich
Auf dem groben Eichentisch
Dort der Rabe schwarz wie Teer
Schaut mit leeren Augen her
Und krächzt sein heiseres Nimmermehr


Wir sind vereint, Kind...
Jetzt wirst du mich nicht mehr los... nie mehr....NIE MEHR....
Genießt du es?
Kind, genieße es, nimm es an und kämpfe nicht dagegen an. Du kannst nicht dagegen kämpfen, akzeptiere es, nimm es hin.

Ohne mich bist du nichts....
weniger als nichts....


Jenseits dieses Raums
Jenseits dieses Traums
Dehnt sich ein dunkles Land
Auf schwarzem Thron ein Dämon
Die Nacht genannt



[URL=http://www.directupload.net/file/d/3812/6r3o2us3_jpg.htm][img]http://fs1.directupload.net/images/141120/temp/6r3o2us3.jpg[/img][/URL]
Zuletzt geändert von Gast am Freitag 21. November 2014, 18:44, insgesamt 1-mal geändert.
Gast

Beitrag von Gast »


„Ein Streit mit Euch, wäre sicher nicht Laut.... Aber man würde Narben davon tragen....“

Die Erkenntnis, die sich dahinter verbirgt ist, dass es Leute gibt, die einen genauso Beobachten, wie man selber beobachtet.
Ein Gespräch über Emotionen, sie konfrontierte zwischendurch gerne damit.
Kalte Analysen, Emotionsfrei, weil man ja eben Emotionen beobachtet, die wohl einfach falsch klangen, zumindest in den Ohren der Hörer.

Manchmal kann man lernen, wenn man zusieht. Und manches bleibt einem auf Distanz einfach verborgen.
Wie viel ihr wirklich verborgen blieb? Woher sollte sie das wissen?

Komm mein Kind, ich zeig es dir....
Ich kann dir lehren..... Du musst es nur wollen.....


Lehren....
Sie hob die Hände und rieb sich über die Schläfen.
Lehren.... lernen..... alles nichts wert...oder doch?


Die Gesamtheit der ihr entgegen gebrachten Art, zeigten, das man sie entweder für Dumm oder inkonsequent hielt. Oder was auch immer man in ihr sah.
Interessierte es sie?
Letztlich.... ein klein wenig vielleicht.
Immerhin ist der Mensch ein Rudeltier, dass, selbst wenn es ein schwarzes Fell hat, immer noch eben ein Schaf ist, und nicht aus seiner Natur kann.
Welch doppelte Moral...

„Vielleicht zieht es uns deshalb mehr zu unseresgleichen... als wir ahnen...“

Möglicherweise hatte er sogar recht.
Immerhin war das... abgesehen von dem zweiten Nesthäckchen ... eines der wenigen offenen und recht ehrlichen Gespräche, die nicht dazu dienten, den anderen zu belehren oder ihm Wissen zu entlocken, dass man sein eigen nennen will.

Erschreckender weise....


Es wird gesagt
wenn jemand in den Leben tritt,
Dann damit du etwas lernst,
was du nicht weißt.
Bevor man fragt
Erscheint ein Mensch,
der Antwort gibt
und er ahnt kaum
welchen Dienst er dir erweist....



Dummes Kind..... Falscher Weg....ich kann dich lehren..... Sag nur ja.... nur einfach ja....
Gast

Beitrag von Gast »


Rauch und Spiegel...
Verschleiern und Definieren...

So viele Worte hallten in ihrem Kopf herum, Worte die provoziert hatten, Worte die die Neugier geweckt und sie noch weiter angefüttert hatten, dass sie sich selber so zügeln musste....
Worte die verletzt hatten, den Stolz gekränkt.
'Nichts Wert sein', war ein Gefühl, dass sie kannte, wenngleich sie sich mit Emotionen doch recht schwer tat.
Was muss und was kann ein Mensch erdulden? Was bekommt man einfach nicht mit, wenn man nur Beobachter ist?

[URL=http://www.directupload.net][img]http://s7.directupload.net/images/141129/79zfqbby.jpg[/img][/URL]


Spieglein, Spieglein, an der Wand....
Was siehst du, wenn du den Spiegel zerbrichst? Welche Facetten zeigt dir dein Bild, gebrochen in viele kleine Einzelstücke?
Was verheimlichst du? Vergräbst es tief in dir drin?
Welcher Wolf steckt im Schafspelz?

Wer lediglich beobachtet, stellt sich bewusst und bereitwillig als Aussenseiter hin.
Nicht das Zentrum des Geschehens zu sein, bedeutete, etwas nicht zwangsläufig an sich heran kommen zu lassen. Auf der anderen Seite, bedeutete es auch, Zusammenhänge nur schwer verstehen zu können.
Nur bedingt nachvollziehen und fast gar nicht auf Anhieb erkennen zu können.

Zwei Dinge....

1.Schöne, Wortgewandte Menschen scheinen weniger Probleme damit zu haben, beobachtet zu werden
2.Weniger vom.... äußerlichen Glück verfolgte, geben eher ihren Emotionen nach.

Sie genoss so manches Gespräch, in beiden Gemeinschaften.
Offenheit und Ehrlichkeit waren zwar nicht zwangsläufig die omnipräsentesten Angewohnheiten, aber man konnte viel zwischen den Zeilen lesen.
Irgendwie jedenfalls.
Das brachte neue Theorien und neue Thesen auf.
Dinge die auf ihrer „Zu erledigen Liste“, ihre Plätze gefunden hatten.

Die Silberne Zunge... Ein Ausdruck, der sie zum grinsen brachte. Warum klappte es dort unten und wieso nicht generell?
Um das, was sie zu versuchen gedachte, anzufangen, musste sie Fehler in den Griff bekommen. Nur wie?
Wie springe ich über meinen Schatten, wenn ich nicht einmal weiß, wo freie Fläche zum landen ist?

Glaubst du nicht, mein Kind, ich wäre da?

Penetrant...
Aufdringlich, nicht weg zu schütteln....

Rauch und Spiegel....
Lass mich dein Rauch sein.....

Nein, nein, nein, verschwinde, ich schaff das schon alleine

Du bist nichts ohne mich, habe ich dir das nicht oft genug gesagt?

Verflucht.
Gut, weg, spazieren, sonst was.
Sie musste sich so oder so noch Gesprächen stellen, aber gleichzeitig auch welche Einfordern.

Magier. Eine Kunst der Manipulation, des Unsichtbaren, manchmal Sichtbar werdendem. Schlaue Köpfe, nur manchmal mit Scheuklappen versehen. War das nicht jeder auf gewisse Art und Weise?
Welche Scheuklappen man selber trägt, findet man wohl erst heraus, wenn man mit der Nase auf etwas gestoßen wird.

Neid und Eifersucht.... Bisher völlig ignoriert, fanden nun doch den Weg zu der kränklichen Schwarzhaarigen.
Neid und Eifersucht? Auf was?
Fragen über Fragen und dieser nie enden wollende Strom an neuen Informationen, Eindrücken, Wünschen und.... neuen....
Unsinn!
Gast

Beitrag von Gast »

...
Zuletzt geändert von Gast am Donnerstag 29. Januar 2015, 19:10, insgesamt 1-mal geändert.
Gast

Beitrag von Gast »


Schnelle Bewegungen und Reaktionen wurden eingefordert.
Lehrstunde bei einem Letharen und einem Magier. Skrupellose Kreaturen, alle beide.
Respekt hatten sie verdient, keine Frage, und doch war es jedes Mal ein irgendwie mulmiges Gefühl.

Es knackte, als die Nase unter ihrem Hinterkopf nachgab und brach.
Das Kinn lädiert, die Nase gebrochen, aber was musste er ihr die Klinge an den Hals halten?
Nah…. So nah….

Nicht nur der Lethar feierte und fächerte ihre Wut an, sondern auch er….
Er tobte, wütete, ließ seinem Zorn und seinem Hass freien Lauf. Sie hatte keine Zeit zum Nachdenken, wollte sich aus dem Griff des Magus befreien, der zweifellos seine Boshaftigkeit besser und effektiver unter Kontrolle hatte als sie.
Weg, also wollte sie sich aus dem Halt der Klinge heraus drehen, als der Energieschub von ihm über die Klinge auf ihre Haut fuhr und jede kontrollierte Bewegung ein Ende fand.
Zuckend lag sie auf dem Boden, das Herz machte einige extra Hüpfer, um zu beweisen das es noch schlug. Ein leises ächtzen konnte sie sich nicht verkneifen.
Jetzt hatten beide einmal auf dem Boden gelegen. Erst der Magus, dessen Kinn die Kante des Schildes ab bekommen hatte, und jetzt sie, durch die Energieentladung des Magiers.
Immerhin…. Ein kleiner Sieg.

Der zweite Mann, der auf dem Boden endete. Der Phönix musste nach einer unangenehmen Begegnung mit ihrem Knie auch erst einmal das Weite suchen, und doch wurde sie nicht aus der Strafe schlauer.
Nicht in solchen Momenten. Nicht wenn sie sich selbst in Bedrängnis oder Gefahr sah.



Langsam wird die kleine groß, kleinere Impulse, mehr brauchte es nicht, um ihr ganzes Gefüge durcheinander zu bringen.
Wie einfach so manches ging, und sie konnte sich nicht mal mehr daran erinnern, wenn sie wieder zu sich kam….
Herrlich, sooo einfach…..
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