[Quest] Zwischen Alb und Traum (Teilnahme erwünscht!)

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Aurea
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Registriert: Mittwoch 23. April 2014, 21:20

Beitrag von Aurea »

  • Die das Dunkel nicht fühlen, werden sich nie nach dem Lichte umsehen
Das Holz des Schiffrumpfes knarzte unter den anstürmenden Wellen und von oben hörte man das Knattern der Segel im Wind. Hier unten allerdings nahm man die Bewegung des Schiffes nur als vages Schaukeln war, ein leichtes Rumpeln. Sie schloss die Augen und lehnte den Kopf nach hinten an die Bretterwand. Ein Gefühl, dass einer der wenigen Erinnerungen viel zu ähnlich war. Sie schüttelte den Kopf und besann sich auf den Abend.

Nach den Übungen mit dem Regiment war sie ans Kloster zurückgekehrt, hatte in ihrer Kammer nach dem Buch gesucht, dass ihre Eminenz ihr gegeben hatte, und war gerade auf dem Weg zum Konzil, als ihr dieses beinahe in die Arme lief.
Sie hatte Merrik gerade das Buch gegeben, als schnelle Schritte sie aufhorchen ließen. Alayna kam angejagt als wäre eine ganze Horde Dämonen hinter ihr her. Nach einigen kurzen, abgehackten Worten war ihr die Situation klar, es war soweit. Es war keine Frage, wenn ihre Hilfe gebraucht wurde, dann würde sie sogar auf die Insel fahren. So sehr ihr der Gedanke auch sonst Angst machte. Sie war Geweihte, sie war eine Dienerin der Herrin Temora und wenn man sie rief, dann kam sie. Da mussten persönliche Unsicherheiten zurückstehen.

Die Überfahrt auf dem Hinweg verging wie im Fluge, sie war in Gedanken bereits bei Carlos, lauschte Alaynas atemlosen und etwas unzusammenhängenden Worten und versuchte sich bereits innerlich darauf gefasst zu machen, was nun auf sie zukommen würde. Ganz ohne Shala, welche sie bei dem Weg in den Geist des andren an die Hand nahm. Heute würde sie alleine wirken müssen.
In der eigenartigen Taverne angekommen – die Stange auf dem Podest, um welches die kleinen Tische und Sitzkissen angeordnet waren ließ sie doch verwirrt die Brauen zusammenziehen – sah sie sich um. Einige bekannte Gesichter, immerhin niemand Fremdes. Aber Merrik schien eigenartig. Es brauchte nicht lang ehe ihr klar wurde was da geschah und ihr schoss nur ein Gedanke durch den Kopf: ‚Nicht er auch noch‘ Hastig wurde er auf einige Kissen bugsiert und aus der merklichen Unruhe und Überforderung heraus rief sie leise die Herrin um ihren Schutz, ihren Beistand an. Sie fühlte bereits wie er sich um den jungen Magier zu schließen schien, da wurde er ihrem Zugriff entrissen – so mühelos dass es sie für einen Moment vollkommen sprachlos zurückließ. Wer hatte seinen Geist entrissen? Ihre Hände zitterten für einige Augenblicke. ‚Nein, reiß dich zusammen. Du bist hier als Geweihte, du hast eine Aufgabe, du darfst nicht versagen, es ist sonst niemand da außer dir‘. Die Gedanken schossen ihr durch den Kopf, ein tiefer Atemzug folgt. Für Merrik konnte sie gerade nichts tun, er war nicht erreichbar für sie.
Sie drückte sich hoch und strich mi einer beiläufigen Bewegung den Stoff des Rocks glatt. Carlos. Sie hörte sich seinen Bericht an, betrachtete besorgt das Mal auf seinem Rücken. Das war bei Herrn Salberg nicht der Fall gewesen, oder? Er hatte von einem Mal gesprochen, doch das hatte ihm jemand andres vor längerer Zeit zugefügt. Könnte das zusammenhängen? Wurde dieses Mal einfach von dem anderen überschrieben, unsichtbar? Sie konzentrierte sich, richtete ihren Geist auf die Herrin und auf den Mann vor sich.

  • Herrin Temora, Lichtbringerin,
    lass mich erkennen was sich deinem Licht zu entwinden sucht,
    schenke Linderung, lege schützende Schwingen um diesen Mann.

Erst nur vage, dann immer deutlicher breitete sich das Licht aus, ließ die Schatten deutlicher hervortreten und sie erkannte die eigenartigen Auswüchse des Males, welche Carlos selbst gar nicht recht zu berühren schienen, die Tentakel wichen ihm aus, beeinflussten ihn nicht und doch waren sie da, ein Fächer klerikaler Macht, fremder Macht. Kalter und dunkler Macht. Worte schossen ihr durch den Geist, bei denen sie nicht wusste ob sie sie selbst gedacht hatte oder ob sie ihr eingegeben wurden ‚Gezeichnet und gesegnet‘ und im selben Moment stieß etwas sie mit einem deutlichen Ruck von ihm fort. Das Licht erlosch so schnell wie es gekommen war und sie blieb mit klopfendem Herzen sitzen. Das Mal, die Kraft, die Alben, irgendetwas hatte ihn ihrem Zugriff entwunden, fast als würden sie ihn vor ihr schützen wollen.

Das Wissen wurde ausgetauscht, aus den Büchern zitiert und auch Merrik wurde untersucht, als er wieder zu sich kam – zum Glück nicht gezeichnet. Ihr wurde erst in diesem Moment bewusst wie sehr sie davor Angst gehabt hatte. Sie mussten Andrin finden, dann hätte er Spuk ein Ende. So ungern sie es zugab, sie schien keine Handhabe gegen die Alben zu haben und es würde vermutlich einfacher sein ihren Wünschen nachzukommen – zumal sie den Träumern, den Betroffenen Personen scheinbar keinen Schaden zufügen wollten. Sie nutzten nur Wege, die sie nicht gut heißen konnte. Das folgende Gespräch brachte wenig ein und immerwieder kreisten ihre Gedanken um die schiere Macht dieser Wesen. Was waren sie und was würde passieren wenn ihrem Willen nicht nachgekommen wird? Sie würde Carlos im Auge behalten müssen, das Werkzeug der Alben, den Bluthund.

Sie war sich sicher, dass es an ihm hing… bisher. Und sie würde tun was sie konnte um ihm zu helfen und damit auch allen anderen.
Zuletzt geändert von Aurea am Freitag 21. Februar 2014, 15:04, insgesamt 1-mal geändert.
Keylon Salberg

Beitrag von Keylon Salberg »

Keylon war nicht wirklich wohl bei der Sache. Eigentlich hatte er vorgehabt Sir Thelor oder den Oberst ein zu weihen das er eine, quasi Einladung bekommen hatte.
Aber beide vermochte er vor dem Treffen nicht ausfindig zu machen.
Hailey erzählte er erst gar nicht von dem Brief.
Er wusste wie sie sich verhalte würde. Wie eine Löwin... seine Löwin, wäre sie nicht bereit
gewesen ihn alleine gehen zu lassen. Zuviel Angst hatte sie davor ihn auf irgendeiner Weise zu verlieren und wäre sogar bereit ihr Leben dafür zu geben.
Keylo verzweifelte fast an ihre Starrsinn was das anging.

So ritt er an dem Abend nach Bajard, und wurde bereits am Stadttor von vier Personen aufgehalte.
Sie hatten auf ihn gewartet.
Vier ... und er war alleine. Aber es war Bajard... gut. Diese Tatsache war nicht gerade ein guter Mutmacher, aber was sollte schon passiere.
Bis auf die Tatsache das die vier Banditen? Piraten waren?
Und er gerade dabei war ein vernünftiges Pläuschen mit ihnen zu halte. Was er zugegeben niemals für Möglich gehalte hätte.
War doch alles Gut.

Zwei dieser ... Pirate stellten sich zwischen seine Gesprächspartner und ihm, um ungebetene Gäste von der Gruppe fern zu halten, dann setzte er sich mit den zwei Frauen an die Feuerstelle.
Sie wollte Informationen von ihm.
Inforationen... welche hatte er schon die für sie von Belang waren.
„Und was springt für mich dabei heraus?“ hatte er betont ruhig gefragt, doch als das Thema genannt wurde, wurde er doch Hellhörig.
Auch einige der ihren hatte diese Alpträume.
Und sie hatten Informationen. Informationen von denen er noch nichts gewusst hatte, und die ihn doch nicht kalt ließen.

Andran ... war wohl ein Rabendiener gewese der vor 250 Jahren lebte.
In der Kirche zu Varuna soll er ... auf Mysteriöse Weise zu Tode gekommen, oder verschwunden sein und hätte 9 Menschen mit sich in den Tod gerisen.
Er hatte den Tod betrogen und damit Krathor.
Irgendwie mischte er sich in die Träume von Menschen ein, und die Statuen die auch
Alben genannt wurden suchten ihn nun. .
Fakt jedoch war das die Alben immer rastloser und unnachgibiger wurden und inzwischen auch die Träumer in ihren Visionen angriffen, sie dabei jedoch wahrlich und schwer verletzten, und man fürchtete das am Ende der Tod für die Träumer stehen könnte.
Die Frage seiner Gesprächspartner war ob er glaube das Drakhon mit dieser Sache etwas
zu tun hatte, doch Keylon glaubte dies nicht.
Der Angriff des Rabendieners hatte andre ... privaterer Gründe gehabt.
Man warnte ihn noch. Schlug ihm vor er solle im Tempel nächtigen, oder zumindest seinen Freunden besheid geben, das man ihn da hin brachte, wenn er wieder träumte, dann trennte man sich für diesem Abend, mit dem Verspreche das man sich austauschen würde,
wenn es neue Erkenntnisse geben würde.

Neue Erkenntnisse ...
Für Keylon waren diese Informationen alle Neu, und er wollte schleunigst zum Kloster um diese dort mit zu teilen.
Als er jedoch am Kloster ankam war niemand zu gegen, und so ritt er ins Handelshaus zurück.
Amu hatte gerade Merrik Daske zu Besuch von dem Key wusste das auch er diese Träume
gehabt hatte, und so bat er jenen direkt um ein Gespräch.
Er erzählte alles was er inzwischen herausgefunden hatte, und nicht alles war für den Mann wirklich neu.
Er erklärte das man bald mit drei verschiedenen Gruppe nach Varuna reite würde um dem
Geheimis auf die Spur zu kommen, und Keylo bat der Gruppe beitreten zu dürfen.
Vielleicht war es ja gar nicht so schlecht wenn einige der Träumer dabei sei würde.
Sie würden vielleicht Andran oder die Alben anlocken. Zumindet war es ein Versuch wert.
Merrik versprach das er seine Bitte weiterleiten würde, dann verabschiedete man sich.
Keylon sah dem Mann noch nach dann seufzte er.
Die schwere Aufgabe die ihm jetzt zufiel?
Hailey zu erklären warum sie wieder im Handelshaus schlafen sollten.
Denn das Kloster war sehr viel Näher als zu ihrem neuem zu Hause.
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Carlos Viento
Beiträge: 282
Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:42

Beitrag von Carlos Viento »

Ihr Netzwerk funktionierte. Die Bruderschaft hatte in der Zeit in der er durchaus mit einer gewissen Stringenz durchgegriffen hatte, einige sehr brauchbare Knotenpunkte in alle Reiche knüpfen können. Schon vorher hatte er einige Fäden angespielt und vorab Informationen zu diesen Träumen herausgefunden. Jetzt spielte er wahrhaftig das Lied des Informationsflusses auf den Saiten des Netzes. Träumer in Rahal, Lichtenthal... wahrscheinlich sogar noch woanders, wenngleich nur zu vermuten. Ganze Arbeit von allen, allen vorran seiner Frau und seiner Hermana. Auch die anderen arbeiteten unnachgibig. Die eine sah es als Schalk, aber sie war ein verrückter Vogel. Die andere sah den Ernst, aber hielt sich vorerst im Schatten, unberührbar wie immer. Der Falke spähte, lauerte auf freier Fläche, lockte. Die Eule lauschte, drehte den Kopf in alle Richtungen. Der Pestbringer saß und wartete, er würde am Ende die groben Sachen erledigen, dessen konnte man sich sicher sein.

Es gab Anhaltspunkte, Varuna war einer davon. Und er würde mitgehen. Zwar hatten die Frauen ihm nahezu Ausgehverbot erteilt, aber ewig konnten sie ihn auch nicht an Cabeza ketten. Sicherlich hatten sie Recht, ihre Ränkespiele und Befragungen waren sicherer wenn ich nicht im Fokus erschien. Genügend Leute hätten ihn allein wegen dem Mal zu gerne auf einem Seziertisch oder schlimmeren, dennoch war es nicht seine Natur im seichten heimischen Gewässer zu warten. Gierig verschlang er alle Häppchen an Information die er kriegen konnte. Noch ein paar Häppchen mehr und er war wieder kräftig genug um sich mehr entgegenzustellen. Das wussten die Frauen auch. Dieser Salberg war geängstigt genug um sich anzuschliessen. Vielleicht würden sich weitere Träumer anschliessen, es wäre gut für sie, die Drohung der Alben stand immer noch im Raum.

Es war irgendwie seltsam... eine kleine Wende im Gefüge der Feindseligkeit aller. Reichsfeinde auf der einen und der anderen Seite mussten zusammenarbeiten. Mussten einander Informationen zuschieben, nur damit sie selber nicht noch weiter Opfer werden.
"Albenträume...hrrrrmmm, nich' joot." raunte er leise während er an seinem Getränk nippte, er verkniff sich viel den schweren Alkohol und beschränkte sich darauf seine grauen Zellen arbeiten zu lassen. Er lauerte. Weiterhin harrend auf die Information die ihm noch mehr Einblick in diesen vermaledeiten Krathordiener gaben. Vage Angaben. Verwischte Spuren, die aber nicht gänzlich ausgelöscht schienen. Irgendwo in Varuna war die letzte Spur. Am Ende arbeitet jeder zusammen wenn er eine Gruppe mit dem gleichen Schicksal findet. So waren sie alle trotz all der Unterschiede vereint. Es war der Zwang durch etwas höheres.

Nur noch ein paar mehr Kleinigkeiten. Ein paar Fäden mehr, es würden noch Fragen gestellt werden vor allem die Diener des Raben waren noch von Bedeutung und die nicht befragten Träumer. Dann.... dann würde er sich von der Kette lassen. Gestärkt durch die Informationen die ihm Häppchenweise serviert wurden. Ihn finden. Diesen Andrin finden. Er würde ihn den Alben liefern, komme was da wolle. Und das nicht nur für sich selbst....

Zuletzt geändert von Carlos Viento am Dienstag 25. Februar 2014, 16:30, insgesamt 1-mal geändert.
Gast

Beitrag von Gast »

Sie hatte sich zweimal mit Maria getroffen, jene Bewohnerin LaCabezas,
welche sie aufgesucht hat. Sie tauschten sich aus über die Träume, die
Vision. Alle Informationen sind wichtig, da waren sie sich einig.
Alle aus dem alatarischen Reich, welche jene Träume hatten sollten sich
treffen. Sie wusste von Neyla, Garius und Dazen. Alle wurden angeschrieben,
ebenso wie die Tetrarchin und Althan.
Am Ende diesen Tages saßen somit Neyla, Dazen, Aliyahna, Kysira, Menos
und sie selbst mit Maria an einem Tisch. Es wurde viel diskutiert, Möglich-
keiten erörtert ... sie standen auf der Stelle .. eine weitere Vision ... noch
einmal die Möglichkeit zu haben mit ihnen zu sprechen. Die Alben noch
einmal zu befragen ... nur ein Anhaltspunkt, irgendwas wo sie suchen sollten.
Sie standen auf der Stelle ... sie war ins lichte Reich geschlichen, hatte sich
Bücher kopieren lassen, sie hatte sich umgehört ... nichts ... sie war
hilflos ... wieso war sie nur so hilflos ... sie hasste diese Tatsache ...
Menos wollte nicht das sie nochmal diesen Alben gegnübersteht ... er hielt
sie für zu schwach ... zu schwach all das zu beenden ... zu schwach jene
zu schützen, die ihr wichtig waren ... sie musste irgendetwas finden ...
Gast

Beitrag von Gast »

Sie hatten lange darüber gesprochen wie es nun weiter gehen könnte.
Neyla, Alayna und Silea kamen dann auf den Gedanken, dass es
vielleicht hilfreich sei einen Raben nach seiner Meinung zu fragen.
Gesagt .. getan … Silea kannte nur einen einzigen … Drakhon Sokarth …
schauriger Kerl … aber welche Wahl hatten sie … Ein Schreiben wurde
unter seiner Tür durchgeschoben und nur einen Tag später fand sie
bereits die Antwort in ihrem Briefkasten. Sie werde abgeholt …
zur achten Stunde … kein Namen keine Anrede … typisch diese Raben …

Pünktlich zur achten Stunde pochte es an ihrer Türe. Diego stand davor…
überrascht hob sie eine Braue … er war es, der sie abholen sollte.
Das musste sie sich merken … Diego war also der Handlanger für diesen Raben …
„ Er kann Zerstreuung nicht gut leiden, genauso wenig wie Warten,
deswegen schickt er mich…“ Was sie in Wirklichkeit leide konnten wollte
sie lieber nicht so genau herausfinden …

Diego brachte sie zu seinem Haus in Grenzwarth und verließ sie bereits
nach dem Öffnen der Türe. Drakhon saß an seinem Schreibtisch und
begrüßte sie ehe er sie zum Tisch bat. Silea hatte das Bündel mit all den
Büchern und Abschriften dabei, welches sie jedoch nicht gleich enthüllte.
Sie begann recht einfach und fragte ihn über sein Wissen von Träumen
und Albträumen, sowie deren Wirkung auf Menschen aus.

“ Träume.. nun ja nicht verkehrt… Eure Art zu fragen ist interessant...
haltet ihr den Traum für etwas greifbares...Reales? Nun..betrachten wir
das Gesamtbild…sind träume die Begleiterscheinungen von schlaf...
einem Zustand der Regeneration... was für den Körper der schlaf ist
sollte für den Geist der Traum sein.. so könnte man annehmen.
Aber was die Auswirkungen auf den Körper angeht... Ihr kennt doch
sicher träume…in denen ihr..lauft. euch bewegt… und doch liegt ihr
morgens in eurem Bett..Warum ist dem so..was denkt ihr?“

„Weil mein Geist mir vorgaukelt zu laufen. Es ist ein Gedanke keine Tat.“
„ Und ist es kein Gedanke..der euch dazu bringt euren arm zu heben?
Nein .. eure Beine würden laufen eure arme sich heben wenn.. sie es
könnten.. doch wärend ihr schlaft.. setzt euer Körper einen Stoff frei..
der eure Muskeln lähmt.. gerade so viel das euer Gedanke keine Tat
wird.. was ihr alto denkt, was ihr träumt.. ist zumindest auf eure Bewegungen real..“

„ Was ist nun also im Falle von Albträumen? Man wacht auf und ist
ausgelaugt .. hat das Gefühl sich nicht erholt zu haben.“

„Nun der Albtraum an sich... ist der Versuch eures..Bewusstseins..
etwas zu verarbeiten..eine Anstrengung die sich durch träume von einer
emotionalen zu einer physischen Belastung..umwandelt.."

„ Lässt sich sowas steuern?
„ Es gibt Legenden über einige Priester die gelernt haben sich ihres
Traumes bewusst zu sein..“

„ Gibt es auch jene die sich Träumen anderer bewusst sind?“

Sein Kopf verlagerte sich ein Stück auf die Seite. Ganz genau …
es ging in die richtige Richtung …

„ Es ist möglich ..sowohl in Träume zu blicken als auch
ihren Verlauf zu beeinflussen.. für jeden der Gedanken zu manipulieren
vermag“

„ Und wer vermag jenes zu tun?“
„ Das ist eine schwierige Frage..Hochrangige Magier..
Priester..Dämonen..Die Liste ist ...lang...hält man sie so offen“

„ Wie steht es um Alchimisten?“
„ Ich bin mir sicher mit genug wissen können sie..Albträume hervorrufen..aber steuern..“
„ Sagen wir ... wir wissen nicht genau ob er noch Alchimist in erster Linie
ist ...Denn genau genommen ist er seit hunderten von Jahren tot.“

„ Wie kommt ihr dann darauf das ein toter dafür verantwortlich ist..“
„ Sagt euch der Name Andrin Rageth etwas? Oder der seiner damaligen Frau Selinia Rageth?“

Er schüttelte abermals verneinend den Kopf, deutete aber an das sie fortfahren solle.

„ Andrin Rageth war ein anerkannter Alchimist im 9. Jahre der neuen
Zeitrechnung. Er lebte mit seiner Familie in Varuna. Sie ... Selinia Rageth,
war eine angesehene Magierin. Eine Magierin die wohl zeitig ins Blickfeld
der Alben geriet. Wärend alle in der Familie einschließlich Andrin
erkrankten genoss sie ihr Leben in bester Gesundheit. Es wird vermutet,
dass ein magisches Amulett ihr dabei half der tödlichen Krankheit nicht
anheim zu fallen. Jenes Amulett war ebenso der Schlüssel zu einem
Dämonentor. Sie wurde verfolgt von vier Gestalten ... von Alben. Jene
Alben suchen zurzeit jene auf die Albträumen verfallen waren.
Albträumen die von jenem Andrin gesteuert werden der damals
verstorben sein sollte nur ...“


Sie öffnete das Bündel und schob ihm ein Buch zu.
Er fragte sie nach den Alben, doch wich sie gekonnt aus.
Sie wollte ihm nicht mehr als nötig anvertrauen.
Und so lenkte sie das Gespräch wieder um.

„ Was glaubt ihr wie dieser Andrin verschwinden konnte und all jene tot zurück lassen?“
„Haben sie von ihrem Tod..geträumt..?“
„ Darüber gibt es keine Aufzeichnungen. Diese Abschriften sind alles was
wir haben. Wir wissen dass dieser Andrin starke Schwächen nutzt und in
den Träumen verstärkt.“

„Ein weises vorgehen..“ *er nickte anerkennend* „Was wurde aus seiner Frau?“
„ Sie starb. Ihr Amulett ließ sie bei ihrer Flucht vor den vier Gestalten in
einem Geheimfach zurück. Schaut euch alles durch. Sagt mir was ihr davon haltet.“


Er beugte sich über das Bündel und blätterte nach und nach alle Seiten
durch ehe er den Blick wieder zu ihr anhob. Er fragte nach dem Amulett
und wollte wissen was damit nun passiert ist. Erneut lenkte sie das
Gespräch um. Nicht zu viele Informationen preisgeben … Sie wollte seine
Meinung zu der ganzen Geschichte, doch auch er war nicht dumm …
er antwortete schwammig … es sei verwirrend … kaum ein
Zusammenhang zu heute … Nun stellte Silea die entscheidende Frage:

Was ist er?

Doch wieder keine klare Antwort von ihm … es war frustrierend…

„ Alles was mit dieser Geschichte zu tun hat deutet auf Energie hin die
genutzt wird um bestimmte Personen oder Gegenstände am Leben zu
erhalten … Regale … Zettel … geliebte Menschen …Wer ist zu so etwas
fähig? Oder sollte ich fragen was?“

„ Nun da er kein Magier war.. würde ich es dem packt mit einem Dämon zuschreiben“
„ Welcher Dämon konnte so etwas leisten? Welcher Dämon würde einem
Menschen ewiges Leben versprechen ... für den Preis von ... Seelen anderer?“

„ Warum stellt ihr eine Frage.. deren Antwort ihr schon zu kennen glaubt“
„ Weil ich nicht hier wäre wenn mich eure Meinung nicht interessieren
würde. Wir stellen nur Vermutungen auf.“

„ Es wäre möglich das Krathor.. involviert ist jedoch ist er nicht der
einzige seiner Art.. Und mich würde überraschen wenn einer seiner
Diener fernab von uns handelt. Es ist aus meiner Sicht unwahrscheinlich
aber.. ich maße mir nicht an einschätzen zu können welche Wege Krathor einschlägt“

„ Warum erachtet ihr es als unwahrscheinlich?“
„ Nun ja...wäre dem so.. und er wäre an einem Fortbestand des Paktes
mit diesem Alchemisten..interessiert..was würde er mir als seinem Diener
dann wohl auftragen“

„ Und was wenn ihr einfach nicht beteiligt seid?“
„ Eine gute Frage.. er würde seine Interessen dennoch nicht durch mein
Handeln verletzen lassen“

„ Seid ihr denn in der Lage sein Bestreben zu durchkreuzen?“

Sie war sichtlich ungeduldig und wollte ihn reizen um Antworten zu erhalten.
Er schnalzte mit der Zunge. Ihm schien diese Frage nicht zu gefallen. Ziel erreicht …

„Verbindet die Träumer irgendetwas?“
„ Sie kommen aus dem lichten Reich, dem alatarischen Reich, LaCabeza
... Handwerker, Krieger ...Kurzum es verbindet sie nur eins... sie haben
eine tiefe Angst. Sie kann unterschiedlicher Natur sein. Ob es Angst vor
Versagen ist, Angst vor Verlust ... sie muss tief sitzen. Jene wird geschürt
... jeder spürt eine Anwesenheit. Jene die es intensiv spüren hören sogar
seine Stimme hin und wieder. Kein Magier kann etwas Genaues
wahrnehmen bei den Träumern. Selbst Templer können nur eine schwache
Präsenz spüren aber nichts Genaues. Niemand kann ihn aufspüren.“

„ Und nun ..sollen die Rabendiener es versuchen?“
„ Ich würde wohl kaum einen Rabendiener meine Gedanken oder Träume lesen lassen.“
„Was möchtet ihr dann?“
„ Lediglich eure Einschätzung eure Gedanken dazu. Wo könnte man nach
jemandem wie Andrin suchen außer in Varuna?“


„Kommt mit..Ich möchte euch etwas zeigen so es noch da ist.“

Sie war verwundert … was kam nun? „ Er kann Zerstreuung nicht gut
leiden, genauso wenig wie Warten, deswegen schickt er mich…“ schoss es
ihr wieder durch den Kopf … ob er sich nun eine Gemeinheit für sie hatte
einfallen lassen, weil es ihm endgültig reichte? Sie ritten eine Weile und
waren östlich von Rahal, als sie gen der Halbwüchsigen abbogen und
schließlich zwischen den Berghängen verschwanden. Er stieg von seinem
Pferd ab und streckte die Hand aus, ehe er sie zurückzog als hätte er sich
verbrannt. Verwundert sah sie sich um. Ein Berg … Gitter .. ein Eingang.

„Wenn ihr Orte sucht.. wo er sein könnte..sucht ihr die Nadel im
Heuhaufen. Einige Heiligtümer verbergen sich vor dem Auge.. andere..
entziehen sich durch Barrieren einer Untersuchung wie diese hier."


Sie versuchte vor zu treten um besser zu sehen und prallte gegen eine
unsichtbare Wand. Erstaunt schnappte sie nach Luft und hob die flache
Hand empor um über diese Wand zu streichen. Es kribbelte auf ihrer Haut
weswegen sie sich schnell wieder einen Schritt von jener entfernte.

„ Nun ja.. wir fanden darin jemand sehr alten.. vieleicht ist es der den
ihr sucht.. doch seine macht.. war..beachtlich“


Ihr Kopf ruckte zu ihm herum, die Augen geweitet!

„ Ihr habt Andrin! Ihr habt ihn die ganze Zeit ....!“

„Ich traf ihn nur einmal..“
„ Was für ein Zufall kann das schon sein! Jemand altes ...
mit beträchtlicher Macht! In einer Höhle gefunden..
Die ganzen Albträume ...“


Sie senkte die Stimme, da sie nun doch angst bekam, ob sie jemand hören konnte.

„Ist er da noch drin? Ich meine ... jetzt?“
„Was denkt ihr?“
„ Die Barriere wäre nicht mehr da wenn es anders wäre.“
„Nun ja zumindest ist etwas für ihn wichtiges darin..“
„ Ich sollte zurück ... ich muss ... ihr habt mir sehr geholfen ...“

Sie murmelte nur noch vor sich her, die Gedanken überschlugen sich
spürbar bei ihr. Sie nahm kaum noch wahr, was er ab da an zu ihr sagte…

„Nun dann viel Erfolg..bei dem was ihr nun noch vorhabt.. Ich hoffe..
ihr werdet diese Gefälligkeit bei Zeiten einmal erwiedern."


Sie nickte nur noch, hob die Hand und ritt eiligst gen Rahal …
Sie musste Alayna schreiben … der nächste Schritt … das Ende war greifbar!
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Carlos Viento
Beiträge: 282
Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:42

Beitrag von Carlos Viento »

Er war blass. Also noch ein verdammter Gefallen, vielleicht würde er nie eingefordert... vielleicht. Carlos glaubte nicht an die Vergesslichkeit von so mächtigen Wesen wie den Alben, die Nacht hatte sie wie angekündigt schlecht geschlafen, und er selbst... ebenso. Immer wieder nahm er sie in den Arm und tröstete sie. Was war er nur für ein Idiot sie einfach dahin mitzunehmen, er hätte ja ahnen können das sie sich wieder zu weit vorwagte, Yako hätte sich vor sie stellen sollen, statt vor Emilia. Er hätte ihr auch die Nadel gar nicht erst geben sollen, eins war jedoch klar: Nochmal würde ihm das nicht passieren.

Zurück zum Anfang. Die Expediton nach Varuna war stellenweise erfolgreich. Sie gruben den ehemaligen Bürgermeister aus, hier ein Hinweis. Genauso wie in seiner alten Behausung, wieder mehr. Ein alter Keller, ein Pentagramm und ein Bild, Schriftwerk nicht zu vergessen. Er wusste mehr über diesen verdammten Mistkerl und ihr ungeschick in der Höhle würde er noch bitter bereuhen. Das Medallion löste das Pentagramm aus, Riss in eine andere Sphäre. Es war eine unschöne Schlachterei, aber dafür hatte er ja seine Leute mitgenommen. Das Konzil untersuchte das Medallion, fanden etwas. Wollten Hilfe und Unterstützung... aye. Würden sie bekommen, nur das in Wahrheit sie die Hilfe waren, aus welchem Blickwinkel man es auch betrachtete, möglicherweise sahen das die Liedwirker nicht in ihrer sprichwörtlichen Arroganz. Möglicherweise war er das auf eine gewisse Weise auch, den Dämpfer dafür erhielt er gestern.
"La Familie, für immer und ewig." Das waren wohl die Worte die er an die Alben richtete um sein Ungeborenes und seine Gattin, nebst Tooru zu retten. Wie hätte er auch nein sagen können, er war nicht in Verhandlungsposition, und wie sehr er diesen Zustand hasste, konnte man ihm buchstäblich in diesem Moment ansehen. Immerhin gab es konkrete Spuren, in der Höhle hatte Andrin seinen neuen Körper empfangen. Die Rabendiener wussten mehr, Estenwald Südwestlich von Varuna. Er war nicht Sentimental... wenn er das nicht war, wieso griffen die Alben dann seine Frau an? Natürlich wusste er das sie tot war, aber wusste er auch das ein Stück in ihrem Machwerk überlebt hatte? Die Alben waren mächtig, aber alles wussten sie nicht, und bewerteten es folglich auch nicht. Das würde wohl an ihnen bleiben.

Der nächste Schritt oblag es wohl mit dem Konzil zu arbeiten...
"Verdammt, wie ick diese Voodoofichten hasse..." murmelte er halblaut zu sich selbst und notierte einige Eckpunkte. Natürlich würde er auch die anderen nicht aussen vor lassen. Sie brauchten ein Erfolgserlebnis, sie alle. Nicht niederschmetternd wie die Höhle, nichts was die Motivation an der Sache schmälerte. El Tiburón, Bluthund der See. Hätte er damals doch einfach die Klappe gehalten. Die anderen waren wertlos, nur er erwies sich für die Alben als der Einäugige König unter den Blinden. Treffender Vergleich, wo er doch nicht das ganze Bild vor Augen sah. Es würde nach und nach gesehen werden. Ein riesiges Puzzel, nur fehlten noch viele Teile. Er wischte sich über das bärtige Gesicht und nickte. Es gab noch viel zu tun.
Lucien de Mareaux

Beitrag von Lucien de Mareaux »

...
Zuletzt geändert von Lucien de Mareaux am Dienstag 3. Juni 2014, 17:58, insgesamt 1-mal geändert.
Lucien de Mareaux

Beitrag von Lucien de Mareaux »

Es war nicht das erste Mal, dass ich den Tod eines Menschen miterlebte. Vermutlich würde es auch nicht das letzte Mal der Fall sein. Wäre ich noch tätig, wie ich es mal gewesen war, ginge es mir vermutlich auch nicht ganz so nahe.

Das seltsame Vieh war mir von Anfang an nicht geheuer. Offenbar stand ich mit meinem Misstrauen dahingehend auch nicht alleine. Der Einzige, der direkt in die Vertrauensschiene glitt, war Earon. Mangelnde Erfahrung oder der unbedingte Wille nur das Gute zu sehen und das Schlechte zu ignorieren und zu verdrängen? Preisfrage. Wer sie beantworten konnte, gewann allerdings auch nichts dazu. Es spielte letztlich nur insofern eine Rolle, dass es Isaac das Leben kostete. Ich hatte noch versucht den Druiden in seiner Habichtsgestalt mit dem Dolch aus der Flugbahn rauszubringen, und wenn es einen gebrochenen Flügel (oder Arm) gekostet hätte, es wäre besser gewesen, als das was folgte. Wieso zur Hölle musste er sich auch auf das Vieh stürzen, dass schon - sogar für mich Unkundigen offensichtlich - die Energie, die es von Earon bekam regelrecht in sich aufsog wie ein trockener Schwamm das Wasser? Zu allem Überfluss änderte er noch einmal die Gestalt, war letztlich nicht mehr als ein.. Funken?

Ich musste mir eingestehen, dass es mir in der Zeit, die wir uns an dem Ritualplatz der Druiden aufhielten, so einiges zu schnell ging, um es recht zu erfassen, zumal es zwischenzeitlich drunter und drüber ging.

Das, was sich der Herold der Eluive nannte, entpuppte sich am Ende aber als nichts anderes als ein Alb, als einer derer, die angeblich die Muttergöttin suchten und angreifen wollten. Welches Ziel letzten Endes aber wirklich verfolgte, erschloss sich mir nicht zur Gänze. Zweifelsfrei wurde es vernichtet am Ende, allerdings nicht nur das Vieh, leider ebenso auch Isaac. Und damit war es bei weitem noch nicht vorbei oder getan. Irgendwas lungerte noch immer dort herum. Vielleicht war es der sogenannte Herold selbst und nur seine erbärmliche Hülle war dahingerafft. Mochte es in der Hölle verrotten, aus der es gekrochen kam.

Zuerst fiel „es" Yasme an. Sie war schon angeschlagen durch den Verlust, nun aber erwischte es sich ganz, Einflüsterungen, wie es schien, Bilder, was auch immer sie da sah. Ich vermutete im Nachhinein, dass es ihr ähnlich erging wie mir einige Zeit später selbst.

Die Schwestern und Brüder sahen die Notwendigkeit den Ort wieder zu einem zu machen, der Sicherheit bot. Just in dem Moment tauchten aus weiteren Rissen, die Erde unruhig, wie zuvor auch schon, Geschöpfe auf, die vermutlich schon lange dem Tode näher waren als den Lebenden. Erscheinungen, Geister, ich hatte gar nicht die Zeit sie alle zu erfassen, da sie auf alles losgingen, was sich bewegte - und das waren nun einmal so einige, die wir hier waren. Also mühte ich mich die Kreaturen auf mich zu ziehen. Allein war das allerdings ein verteufeltes Unterfangen und nicht immer gelang es mir so, wie ich es mir gewünscht hätte, aber wenigstens kam niemand ernstlich durch sie zu schaden.

Danach war Eile geboten. Der Kreis wurde geschlossen, ich sah zu, außerhalb davon zu stehen und behielt die Umgebung weiter im Blick, um einen weiteren möglichen Angriff abzuwehren, falls nötig. Es geschah aber nichts - zumindest nichts, was ich hätte sehen können.  

Ich hatte nur wieder das untrügliche Gefühl belauert zu werden. Das war auch da, bevor es Yasme erwischte und dann später wieder von ihr abließ. Kurz darauf bewegte sich irgendwas an meinem Fuß vorbei - glaubte ich. Beim zweiten Blick sah ich aber nichts mehr, auch der Tritt in die Richtung war völlig umsonst gewesen. Auch hier überlegte ich im Nachhinein, das sicher etwas da gewesen sein musste, aber nichts Greifbares. Dafür lief es mir kurz darauf eiskalt den Rücken runter und ich spürte, wie etwas versuchte mir in den Geist einzudringen. Das Gefühl an sich war mir nicht unbekannt. Ich kannte ähnliches, wenn meine Frau mir etwas mitteilen wollte, ohne dass es irgendwer mitbekam. Sie wusste indes aber auch, dass ich das hasste wie die Pest, weshalb sie nur im äußersten Notfall darauf zurückgriff. Gerade war sie allerdings beschäftigt, genauso wie alle anderen, den Ort wieder zu einem sicheren zu machen. Also ging ich nicht davon aus, dass sie es war, die da versuchte in meinen Gedanken herum zu fuschen und vermutlich etwas zu finden, was mir schaden konnte - oder irgendwem anders hier.

„Blumenwiese." Ich ließ den Dolch fallen und presste die Faust gegen meine Schläfe. Kaum ausgesprochen, kaum die Gedanken gezielt auf eine solche Blumenwiese gerichtet - und war es nur, um lang genug aufzuhalten, bis die anderen ihr Werk getan hatten, tauchte die Wiese vor meinem inneren Auge auf, selbst der Geruch stieg mir in die Nase. Ich wollte schon erleichtert aufatmen, als das Bild sich änderte, ebenso auch der Geruch - und noch etwas. Der Boden brach regelrecht unter meinen Füßen auf, zumindest sah es für mich so aus, das Empfinden zu stürzen ging damit einher und ich schlug kurz darauf, das Gleichgewicht verloren, auf den Knien auf, den Schild hatte ich fallen gelassen, um mich abzufangen. Die Tiefe allerdings hatte ich völlig falsch eingeschätzt, so dass der Aufprall durchweg als hart zu bezeichnen war. Zeit mich mit den Schmerzen in den Knien auseinander zu setzen, blieb mir allerdings nicht. Aus der Wiese wurde ein Schlachtfeld, auf dem ein regelrechtes Massaker stattgefunden hatte. Der Heftigkeit des Verwesungsgeruchs nach, der mir in die Sinne drang und mich überwältigte, lagen die Leichen dort mindestens schon vor zwei oder drei Wochen.

Mein Magen rebellierte in aller Plötzlichkeit und ich ließ mir mein Mittagessen nochmal rückwärts schmecken, bis ich nichts mehr herauswürgen konnte als bittere Galle. Erst da ließen die Eindrücke von mir ab, das Bild schwand, der Geruch an sich auch, haftete sich für mich aber nach wie vor in der Nase fest. Mir war schlecht.

Von dem, was die anderen in der Zwischenzeit taten bekam ich nicht einmal wirklich etwas mit. Und als ich dachte, es wäre vorbei, griff dieses Etwas erneut in meine Gedanken ein und hinterließ mir eine untrüglich, hässliche Botschaft. Genau kann ich mich an den Wortlaut nicht erinnern, aber es war wohl etwas, wie „Wir beobachten dich. Du bist der Nächste."

Ja, wenn es mehr nicht war. Ich konnte mich noch erinnern, dass ich aus schierem Trotz eine Herausforderung ausspuckte. Und wäre ich mir der Anwesenheit der anderen nicht so bewusst gewesen, wären die unflätigen Verwünschungen kurz darauf vielleicht noch gröber ausgefallen. Nicht, dass Minfay da schon vor Scham rot angelaufen wäre, aber ein bisschen Schwung gab es ja immer.

Was auch immer die anderen getan hatten in der Zwischenzeit. Es kehrte wieder Ruhe ein im Hain, und zwar jene Ruhe, die nichts mit der vorangegangenen unnatürlichen Stille zu tun hatte, sondern der üblichen, die die Natur so hergibt. Sie waren alle erschöpft, das war ihnen anzusehen. Ich fühlte mich umgekrempelt und einmal durchgewalkt, wie das beste Betttuch am Waschtag. Es war nur wenig, das ich hatte beitragen können - eigentlich, wie meist so gut wie nichts. Trotzdem hatte ich das Gefühl Meilen gerannt zu sein, mindestens das. Davon ab fühlte ich mich so richtig hundeelend.

Auf dem Heimweg sprachen meine Frau und ich kaum eine Silbe. Der Abend hatte eindeutig seine Nachwehen. Die Nacht sollte noch schlimmer werden - zumindest für mich.

Ich war erschöpft, müde, ausgelaugt, der Tee hatte immerhin den üblen Geschmack im Mund vertrieben, und auch der Geruch war wieder gewichen und zwar dem ganz üblichen Gerüchen, die in unserem Schlafzimmer zuhause waren. Majalin schlief bereits, ich dämmerte allenfalls vor mich hin, noch viel zu aufgewühlt, um richtig zu ins Land der Träume abzudriften. Irgendwann packte mich der Alb dann aber doch.
***
Die Umgebung war mir äußerst vertraut. Es war das Herrenhaus meines Vaters. Hier kannte ich jeden Winkel, jeden Schlupf, jeden Flur und jedes Zimmer in und auswendig. Mir war sogar nur zu bewusst, welchen Abend wir hatten. Ein Blick an mir hinab verriet mir alles. Die Livree, die ich trug, hatte ich nur an einem einzigen Abend getragen - das war der, an dem mein Vater ermordet wurde. Genau in dem Moment war mir sogar bewusst, dass ich träumte, aber das brachte mich sicher nicht dazu aufzuwachen. Da hieß es wohl eher, alles noch einmal zu durchleben, bis zu seinem Tod, bis zum Loch, bis… hoffentlich nicht noch länger.

Irgendjemand drückte mir ein Tablett mit Getränken und Süßspeisen in die Hände. „Schaff das rauf ins Privatgemach und trödele nicht herum." Mir fiel nicht einmal der Name ein von diesem Kerl. Oder hatte ich ihn nie gekannt? Ich war mir nicht sicher, aber ich leistete der Anweisung folge und machte mich auf den Weg ins Unvermeidliche. Obschon ich genau wusste, dass etwas davon, was auf dem Tablett stand - vermutlich sogar alles - vergiftet war, brachte ich es hinauf. Obwohl mir bewusst war, dass er und sein Besuch daran verrecken würden, und zwar elendig, klopfte ich an und stellte das Tablett auf den Tisch. Sie griff direkt nach einer der Pralinen, er nach dem Wein.

Ich wollte sie warnen, brachte aber keinen Ton über die Lippen. Als wäre die Befürchtung die Geschichte zu ändern noch weit größer. Ich sah zu, wie sie regelrecht verendeten, hörte die Tür sich öffnen, die anklagenden Worte. Sie packten mich und schliffen mich zum Kerker der Stadt, stießen mich ins Loch und da war ich wieder. Mitten in der Schwärze, der Geruch stieg mir in die Nase. Da war ich wieder, die kümmerliche Kreatur ganz in der Nähe, die darauf lauerte mich umzubringen, um selbst zu überleben. Auch hier wusste ich warum. Die Essensrationen reichten gerade einmal für ein kleines Kind, aber niemals für zwei, die wir waren. Und im nächsten Moment ging diese bemitleidenswerte Kreatur auf mich los. Hatte ich sie für schwächlich gehalten, weil sie schon eine ganze Zeit hier hausen musste, so irrte ich mich. Mir wurde bewusst, dass mir das auch bekannt sein müsste.

Der Gestank schlug mir entgegen, der an der Gestalt haftete, die Luft wurde mir dünn, als es die langen knochigen Finger um meinen Hals drückte und die Tritte, die es mir gleichzeitig verpasste, taten ihr übriges dazu. Da war sie wieder, die altbekannte Todesangst. Und was verlieh sie einem für Kräfte! Natürlich wehrte ich mich, mit allem, was ich hatte, konnte und war. Wer gab sein Leben schon gern freiwillig auf, auch wenn kaum eine Chance zur Flucht bestand.

Trotzdem, etwas war anders. Alles Empfinden im Traum wirkte stärker auf mich, als es das getan hatte, als ich es wirklich erlebte. Es war atemraubend, versetzte mich regelrecht in Panik, die kein rationales Handeln mehr zuließ. Etwas, das ich an sich gelernt hatte zu unterdrücken, aber hier wollte es mir nicht gelingen. Ich schrie, was unnötig Kraft kostete, schlug ungezielt um mich, was uneffektiv war, und ich hatte das Gefühl zu verlieren. Mir wurde schwarz vor Augen.

***
Ich saß im Bett, als ich zu mir kam, keuchend, schwer atmend, die eigene Hand am Hals. Erst da merkte ich, dass ich selbst zudrückte, ich Esel. Zur Hölle mit diesen…

Mein Blick irrte durch das Schlafzimmer, als der Eindruck bereits schwand beobachtet zu werden. Nur Maja war da, sah mich an ohne mich wirklich zu sehen. Ich war klatschnass geschwitzt, fühlte mich noch geräderte als vorher und hätte nichts gegen einige Galonen Schnaps einzuwenden gehabt. Alles war besser, als erneut zu schlafen, vor allem nüchtern. Besinnungslos war es schlecht mit aktivem Träumen. Vielleicht war das eine gute Option. Ich krächzte mir etwas zusammen, als ich mitteilen wollte, dass ich Durst hatte, und machte mich auf den Weg nach unten, heiser, hustend, vermutlich hatte ich auch so geschrien. Da blieb zu hoffen, dass der Junge einen gesunden Schlaf hatte und nicht davon wach wurde.

Mitten auf der Treppe hielt ich inne. Was war denn, wenn er nun selbst die schlechten Träume hatte? Offensichtlich war ja, dass das nichts damit zu tun hatte, ob man nun liedkundig war oder nicht. Andererseits, was konnte ihn denn wirklich vor so etwas schützen?
Zuletzt geändert von Lucien de Mareaux am Dienstag 3. Juni 2014, 19:37, insgesamt 1-mal geändert.
Gast

Beitrag von Gast »

Die Vorbereitungen hatten mich komplett eingenommen. Wahrscheinlich würde mein Leben nicht das letzte Mal so aussehen, nur ging es dieses Mal um mehr. Wir riefen Ihn nicht alle Tage zu uns, schon gar nicht angeführt von mir unter den wachsamen Blicken meiner Geschwister und der Grund des Rufes lag mir zumindest mehr am Herzen, als sonst.
Ich wusste nicht, ob ich zu viel oder zu wenig Zeit investiert hatte oder ob es gar nicht darum ging, alles perfekt zu machen. Mir war aber klar, dass nicht nur mein Dasein in Gefahr war, wenn etwas schief ging. Es war mehr wie ein Spinnennetz, an dessen seidenen Fäden einige Leben hingen und Schicksale. Nicht zuletzt Amagars, der nicht nur den Alben ausgeliefert wäre, wenn ich versagte, sondern auch Ihm. Und Garvin, dem ich mehr Sorge und Schmerz nicht zumuten wollte oder konnte, wenn ich nicht wieder nach hause kam. Scheitern war also keine Option – wieder einmal.
Von Zeit zu Zeit brandete die Verzweiflung über mich und ich saß Stunden entweder inmitten der vier Statuen der Alben in der Höhle oder aber in der Grabkammer und fragte mich, was ich noch tun konnte. Doch jedesmal folgte eine Welle von Sturheit und Trotz. Ich hatte in einer Nacht- und Nebelaktion etliche Dinge zur Höhle gebracht, nur um dann doch zu entscheiden, dass die Grabkammer der geeignetere Ort sei. In der Höhle lagen zu viele schlechte Erinnerungen. Schon beim Betreten stellten sich jedesmal meine Nackenhaare auf, als würde etwas dort lauern.
In der Gruft war das anders. Und niemand anderes hatte dort unerlaubten Zutritt. Und was mir viel wichtiger erschien: Hier waren wir zu dem geworden, was wir waren. Seine Diener. Sollte Sein Urteil also anders ausfallen und er die Bürgschaft einfordern, so schloss sich der Kreis immerhin dort, wo alles begonnen hatte.
Die alten Käfige waren noch stabil genug. Sie zu bewegen, war zwar kein leichtes Unterfangen, schon gar nicht für mich, aber die anderen hatten anderes zu tun und so rückte und zerrte ich, bis sie in Reih und Glied standen, um auf ihren Inhalt zu warten.
Erst als Ketten, Käfige, Säulen und Throne ihren Platz gefunden hatten, gönnte ich mir eine kurze Pause, bevor ich mich dem Ritualkreis widmete. Mehrmals fuhr ich jede einzelne Linie mit meinem Dolch und ordentlichem Druck nach, so lange bis sich die Konturen zu kleinen Kerben im Boden gebildet hatten.
Eine Weile lang betrachtete ich meine Arbeit, prüfte mit Wasser nach, ob das Symbol perfekt und meine Arbeit gründlich war und trocknete alles sorgfältig, säuberte den Ritualkreis erneut.
So musste es gelingen. Unser Blut würde ausreichen, um die Einkerbungen zu füllen und mit geeinter Kraft nach Ihm zu rufen.
Die Opfer würden ihr übriges tun und auch wenn es meiner Natur widerstrebte, war ich zufrieden mit dem Plan, der mir im Kopf herumschwirrte.
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