Ein stumpfer Aufschlag, sie wurde nach vorne gedrückt, fiel vor. Der Rücken taub, warmes Blut dass den Rücken hinablief, unglaubliche Schmerzen die sich entfachten …
Viola öffnete die Augen jappsend und starrte die Decke an, das Gesicht etwas verzogen. Ihre Narbe schmerzte leicht, es tat immer noch weh wenn sie sich zuviel bewegte. Sie hätte auf Sven hören sollen, die Narbe einreiben dass sie geschmeidig bleiben würde. Sie sah sich kurz um, sie war alleine. Neben ihr der leere Platz den Erinna gelassen hatte, sie seufzte leise, sie vermisste sie sehr und sie sah es nicht so streng wie der Rest des Clans. Erinna hatte etwas getan, was dem Clan nicht gefallen hatte, war ihren Gefühlen gefolgt … und selbst wenn es eine andere Frau gewesen war; war es so verwerflich? Viola hatte dieses Thema nie angesprochen, sie kannte die Einstellung der Tiefländer und sie wusste dass sie in dieser Hinsicht gegen eine Wand reden würde und schlechte Stimmung wollte sie vermeiden. Sie rümpfte kurz die Nase, sie stank nach Schweiß. Sie wollte nicht wissen wie viel sie diese Nacht wieder geschwitzt hatte. Langsam richtete sie sich zum Sitzen auf und blinzelte in die Dunkelheit, und streckte sich sachte. Alvis fehlte ihr in solchen Momenten aber sie wollte nun auch nicht hinab zu ihm, wollte nicht den schlafenden Argos wecken. Sie seufzte leise, Wandel … ja das geschah derzeit wieder, soviel änderte sich. Ihre eigenen Gefühle schienen sich nun gänzlich entschlossen zu haben, nicht mehr auf den Kopf zu hören und so schön das manchmal auch war, es war auch auf der anderen Seite manchmal mehr als schmerzlich.
Sachte erhob sie sich zündete eine der Kerzen im Zimmer an und trat zum Spiegel. Da sah sie ihr Ebenbild an, splitternackt, eine erwachsene Frau. Sie fühlte sich zum ersten mal seit Ewigkeiten wirklich wie das, was ihr da entgegenstarrte und das machte sie so nachdenklich. Sie hatte viel nachgedacht, etwas was sie gerne tat die letzten Tage. Hatte nachgedacht über ihr Leben, über den Clan, ihre Familie, ihre große Liebe. Soviel geschah die letzte Zeit, alles unterbewusst und doch nahm sie es immer mehr wahr. Die lange Zeit die sie Auri nicht mehr gesehen hatte, die Frau, der sie sich früher beinahe täglich anvertraut hatte. Es war auch ein Seltsames mit ihrer Mutter und auch ihrem Vater. Sie hatte ihre Mutter nur noch ab und an gesehen, und doch, sie fühlte dass immer mehr etwas wuchs zwischen ihr und den beiden … Distanz? Nein das konnte schlecht sein, wie distanzierte sich doch nicht von ihren Eltern? Sie schüttelte den Kopf und doch, da war immer etwas, etwas sehr Kleines was Viola selbst nicht so recht zuordnen konnte. Doch geschah nicht nur solcherlei, auch war die Familie gewachsen, Freias Mutter hatte den Weg zum Clan gefunden und Viola sah mit Freuden, wie es ihrer Mutter immer besser zu gehen schien. War das vielleicht einer der Gründe? Hatte sie Angst dass sie immer weiter zurückwich in ihrer Gunst? Sie sah das Spiegelbild an, es starrte zurück, keine Reaktion, kein Nichts. Sie schüttelte den Kopf, sie sollte aufhören soviel nachzudenken, es brachte doch nichts.
Sie trat leise zu den Fellen und legte sich schlafen. Veränderungen gehörten zum Leben, nur mussten sie alle immer so schnell kommen?
Das Ende, Strafe, Qualen und eine Wiedergeburt
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Viola Ser´Rhal
Wärmende Dunkelheit, all das umgab sie gerade. Sie lag eingehüllt in ihre Felldecke da, den Kopf eingezogen und ebenfalls unter dem weichen Fell vergraben. Die Luft hier unten war etwas muffig und warm, aber es spendete etwas Geborgenheit. Hailey lag neben ihr, schlief … doch es war nicht das, was sie im Moment benötigte. Die Hünin hatte selbst genug eigene Sorgen und sie war … sie war nicht sie beide. Sie beide … zwei Gestalten die so oft in der Nacht bei ihr gelegen waren. Erinna und ihre Mutter. Letztere lag krank in den Fellen und sie brauchte Ruhe, es war fast Ironie. Jetzt wo sie in Grimwould war, durfte sie nicht zu ihr weil es ihr nicht gut ging, und wenn es ihr gut ging, dann vergrub sie sich in Arbeit. Viola machte ihrer Mutter keine Vorwürfe, nicht einen einzigen. Es waren schwere Zeiten und da war für einen Einzelnen kein Platz.. Erinna … Erinna schien ihr so weit und fern wie nie zu sein. Im Söldnerlager der Krähen war sie nicht mehr, in Bajard konnte sie auch nicht aufgefunden werden und im Umland war keine Spur von ihr. Sie vermisste sie, sehr sogar. Ihre Nähe, abends an sie geschmiegt zu sein. Bei Hailey war es ähnlich und doch ganz etwas anderes.
Und dann, ja dann war da noch er. Alvis. Ihr Herz verkrampfte sich bei dem Gedanken. Wie lange schon? Nicht ein Lebenszeichen war von ihm zu sehen, keiner wusste wie es ihm ging … er war fort, wie weggefegt. Doch es hatte seine Spuren hinterlassen, deutliche Spuren. Ihr Herz schmerzte jeden Tag, die Gefühle die sie für ihn entwickelt hatten, wurden immer stärker, und wenn sie nur an ihn dachte, kamen ihr die Tränen. Sie wollte stark sein, sie wollte sich nichts anmerken lassen, aber es zerfraß sie.
Sie schlang ihre Beine an ihren Körper, und blinzelte an sich hinab. Erwachsen … ein erwachsener Körper. Sie kniff die Augen zusammen, unterdrückte die Tränen die ihre Augen befüllten und ihren Weg über die Wange suchten. Sie wünschte sich in den letzten Tagen immer mehr, wieder wie früher zu sein. Wieder ein Kind, keine Erwachsene Frau die stark zu sein hatte. Sie wollte wieder das kleine Mädchen sein, dass den Kopf in den Nacken legen musste um zu ihrer Mutter aufzusehen, sie wollte wieder das kleine Mädchen sein, dass den trotzigen Blick aufsetzte wenn es etwas nicht verstehen wollte. Sie wollte wieder …. Sie wollte wieder endlich sein, was sie doch eigentlich war. Sie wünschte sich nichts sehnlicher als einzuschlafen und wieder an der Stelle zu erwachen, als sie als junges Mädchen ohnmächtig wurde. Sie kniff die Augen fester zusammen, ihre Lider schmerzten schon und sie wünschte sich in diesem Moment nichts sehnlicher als einen Dolch in ihrer Hand. Doch sie lag stumm da, die Tränen vergießend.
„Ich will wieder ich sein …“
Und dann, ja dann war da noch er. Alvis. Ihr Herz verkrampfte sich bei dem Gedanken. Wie lange schon? Nicht ein Lebenszeichen war von ihm zu sehen, keiner wusste wie es ihm ging … er war fort, wie weggefegt. Doch es hatte seine Spuren hinterlassen, deutliche Spuren. Ihr Herz schmerzte jeden Tag, die Gefühle die sie für ihn entwickelt hatten, wurden immer stärker, und wenn sie nur an ihn dachte, kamen ihr die Tränen. Sie wollte stark sein, sie wollte sich nichts anmerken lassen, aber es zerfraß sie.
Sie schlang ihre Beine an ihren Körper, und blinzelte an sich hinab. Erwachsen … ein erwachsener Körper. Sie kniff die Augen zusammen, unterdrückte die Tränen die ihre Augen befüllten und ihren Weg über die Wange suchten. Sie wünschte sich in den letzten Tagen immer mehr, wieder wie früher zu sein. Wieder ein Kind, keine Erwachsene Frau die stark zu sein hatte. Sie wollte wieder das kleine Mädchen sein, dass den Kopf in den Nacken legen musste um zu ihrer Mutter aufzusehen, sie wollte wieder das kleine Mädchen sein, dass den trotzigen Blick aufsetzte wenn es etwas nicht verstehen wollte. Sie wollte wieder …. Sie wollte wieder endlich sein, was sie doch eigentlich war. Sie wünschte sich nichts sehnlicher als einzuschlafen und wieder an der Stelle zu erwachen, als sie als junges Mädchen ohnmächtig wurde. Sie kniff die Augen fester zusammen, ihre Lider schmerzten schon und sie wünschte sich in diesem Moment nichts sehnlicher als einen Dolch in ihrer Hand. Doch sie lag stumm da, die Tränen vergießend.
„Ich will wieder ich sein …“
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Viola Ser´Rhal
Krieg, Schreie, Berchgard. Es hatte alles so schnell begonnen. Im ersten Moment saß sie völlig ruhig am Feuer, im nächsten Moment kam der Ruf, alle Claner sollten zu den Waffen greifen und sich rüsten, Berchgard sei von Rahal besetzt. Es war also soweit, der Krieg war gekommen. Sie hatte inständig darum gebetet dass alles nur eine kleine Anspannung zwischen den Reichen sei, doch nun war der Tag also gekommen. Sie legte sich ihre Rüstung an, befestigte alle Teile, schnallte sich den Köcher um und zückte ihren Bogen.
Viel war geschehen, viele Spähereien, sie hatten die Lage ausgekundschaftet und nun stand sie hier, es schien ihr wie eine Ewigkeit her zu sein, als sie aufbrach, doch waren es in Wirklichkeit nur einige Stunde vergangen. Nun standen sie alle bewaffnet nahe Berchgard. Bewaffnete, Schützen und Krieger, Magiere und Freiwillige hatten sich zusammengefunden, es war alles bereit für den Sturm gegen die Belagerer. Viola hatte ihren Helm auf, und das hatte einen guten Grund. Sie hatte sich wenige Minuten zuvor würgend übergeben, es war alles zuviel. Die Schreie, die Atmosphäre, der Gedanke dass dies vielleicht der letzte Tag sein konnte, all das machte ihr zu schaffen. Ihr Gesicht unter dem Helm war kreidebleich und ihr Blick war fast wie verschleiert, sie lauschte mehr den Worten Falks. Und dann; ja dann setzten sie sich in Bewegung.
Sie hatten das Schlachtfeld erreicht und in der Ferne konnte man bereits die Raher erkennen, wie sie auf den Überresten des Stadttores von Berchgard standen und ihnen mit gezückten Waffen entgegenkamen. Der Kampf hatte begonnen. Viola zückte ihren Bogen, spannte einen Pfeil ein und schoss, sie schoss einen Pfeil nach dem anderen, versuchte sich auf ein Ziel zu konzentrieren. Durch ihre Hand fielen zwei der Kämpfer zu Boden, sie zückte den nächsten Pfeil, gab sich keinerlei Mühe. Um sie herum tobte der Kampf, überall Schreie, der Geruch von Schweiß und etwas anderem, Undefinierbaren lag in der Luft. Sie starrte konzentriert vor; jeder Feind der starb, war einer weniger der sie töten konnte. Ihr Denken stumpfte ab, alles stumpfte ab. Auf diesem Schlachtfeld zählte nur das töten, wenn man tötete, lebte man. Und sie wollte leben. Der nächste Pfeil bohrte sich in die Seite eines Kriegers, ließ ihn fallen und aufschreien. Doch dann sah sie plötzlich, wie drei Gestalten auf sie zukamen, allesamt konzentriert die Klingen erhoben. Viola weitete ihre Augen, ihre Beine verkrampften sich und ihre Hand wollte zitternd nach einem weiteren Pfeil greifen, doch sie griff ins Leere. Sie starrte vor, sah wie zwei der drei Angreifer ihre Klinge hoben und dann; dann war es vorbei. Sie spürte einen kräftigen druck unterhalb ihrer Brust, sah an sich hinab und auf ein Schwert, welches ihre Brustpanzerung durchdrungen hatte. Mit einem schmatzenden Laut wurde es wieder herausgezogen und vor Viola verschwamm alles, alles wurde nebelig, sie spürte noch sie sie taumelte und zurückfiel. Die Angreifer wendeten sich von ihr ab, ihr Kopf wurde immer schwerer, die Zeit schien sich in die Ewigkeit zu dehnen. Sie bekam nichts mehr mit, das Schlachtfeld um sie herum gab keine Geräusche mehr von sich. Irgendwann spürte sie nur ein kräftiges Ziehen und als sie die Augen öffnete sah sie Falk, wie er sie mit sich zog, die Schlacht war verloren … aber sie lebte.
Wie viele Stunden vergangen waren konnte Viola nicht sagen. Sie saß im Lazarettzelt, angelehnt an die Zeltplane. Man hatte sie dort abgesetzt. Viola hatte immer noch den Helm auf, starrte geradeaus, starrte ins Leere. Ihre Hand drückte auf die Stelle unter der Brustplatte, es tat nicht weh, es war mehr ein unangenehmes Drücken was sie verspürte. Um sie herum war geschäftiges Treiben, überall eilten Heiler umher, welche sich um die Verwundeten kümmerten, so gut es ihnen möglich war. Viola bekam von alledem nur wenig mit, sie starrte vor, die Lippen fest aufeinander gepresst. „Du hättest sterben können … du hättest sterben sollen. Der Hieb wurde für tödlich gehalten …“ Die Bilder des Schlachtfeldes überkamen sie erneut, sie spielte alles noch einmal in ihrem Kopf ab, nur diesesmal fielen ihr all die Details auf, die ihr Verstand im Unterbewussten wahrgenommen hatte. Sie sah die Verwundeten, sah die Toten, sah das Leid, sah das verwüstete Berchgard in der Ferne, hörte die Schreie der Menschen die von den Mauern geworfen worden waren, hörte das laute Schreien der Rahaler … . Ihr wurde schlecht und die Wunde schmerzte. Sie hatte den Tod ins Auge gesehen und sie hatte all dies überlebt. Sie zitterte am ganzen Körper, sie wollte sich zusammenrollen, sie wollte nicht mehr. Sie kniff die Augen zusammen. Sie wollte wieder in Grimwould sein, sie wollte wieder Klein sein, sie wollte das alles nicht. Irgendwann spürte sie, wie man sie anhob und auf eine der Liegen legte um sie zu behandeln. Ihr wurden Fragen gestellt aber sie antwortete nicht, sie sprach nicht … sie wollte nicht sprechen. Sie wollte all das Leid nicht. Sie blieb noch den gesamten Abend stumm, selbst als man sie behandelte. Der Schock saß in ihr. Sie wusste sie würde alles weiter erleben, alles noch mal durchmachen, denn sie war ein Clansschwert, wie würde kämpfen, für den Clan. Und vielleicht würde sie all das auch überleben.
Viel war geschehen, viele Spähereien, sie hatten die Lage ausgekundschaftet und nun stand sie hier, es schien ihr wie eine Ewigkeit her zu sein, als sie aufbrach, doch waren es in Wirklichkeit nur einige Stunde vergangen. Nun standen sie alle bewaffnet nahe Berchgard. Bewaffnete, Schützen und Krieger, Magiere und Freiwillige hatten sich zusammengefunden, es war alles bereit für den Sturm gegen die Belagerer. Viola hatte ihren Helm auf, und das hatte einen guten Grund. Sie hatte sich wenige Minuten zuvor würgend übergeben, es war alles zuviel. Die Schreie, die Atmosphäre, der Gedanke dass dies vielleicht der letzte Tag sein konnte, all das machte ihr zu schaffen. Ihr Gesicht unter dem Helm war kreidebleich und ihr Blick war fast wie verschleiert, sie lauschte mehr den Worten Falks. Und dann; ja dann setzten sie sich in Bewegung.
Sie hatten das Schlachtfeld erreicht und in der Ferne konnte man bereits die Raher erkennen, wie sie auf den Überresten des Stadttores von Berchgard standen und ihnen mit gezückten Waffen entgegenkamen. Der Kampf hatte begonnen. Viola zückte ihren Bogen, spannte einen Pfeil ein und schoss, sie schoss einen Pfeil nach dem anderen, versuchte sich auf ein Ziel zu konzentrieren. Durch ihre Hand fielen zwei der Kämpfer zu Boden, sie zückte den nächsten Pfeil, gab sich keinerlei Mühe. Um sie herum tobte der Kampf, überall Schreie, der Geruch von Schweiß und etwas anderem, Undefinierbaren lag in der Luft. Sie starrte konzentriert vor; jeder Feind der starb, war einer weniger der sie töten konnte. Ihr Denken stumpfte ab, alles stumpfte ab. Auf diesem Schlachtfeld zählte nur das töten, wenn man tötete, lebte man. Und sie wollte leben. Der nächste Pfeil bohrte sich in die Seite eines Kriegers, ließ ihn fallen und aufschreien. Doch dann sah sie plötzlich, wie drei Gestalten auf sie zukamen, allesamt konzentriert die Klingen erhoben. Viola weitete ihre Augen, ihre Beine verkrampften sich und ihre Hand wollte zitternd nach einem weiteren Pfeil greifen, doch sie griff ins Leere. Sie starrte vor, sah wie zwei der drei Angreifer ihre Klinge hoben und dann; dann war es vorbei. Sie spürte einen kräftigen druck unterhalb ihrer Brust, sah an sich hinab und auf ein Schwert, welches ihre Brustpanzerung durchdrungen hatte. Mit einem schmatzenden Laut wurde es wieder herausgezogen und vor Viola verschwamm alles, alles wurde nebelig, sie spürte noch sie sie taumelte und zurückfiel. Die Angreifer wendeten sich von ihr ab, ihr Kopf wurde immer schwerer, die Zeit schien sich in die Ewigkeit zu dehnen. Sie bekam nichts mehr mit, das Schlachtfeld um sie herum gab keine Geräusche mehr von sich. Irgendwann spürte sie nur ein kräftiges Ziehen und als sie die Augen öffnete sah sie Falk, wie er sie mit sich zog, die Schlacht war verloren … aber sie lebte.
Wie viele Stunden vergangen waren konnte Viola nicht sagen. Sie saß im Lazarettzelt, angelehnt an die Zeltplane. Man hatte sie dort abgesetzt. Viola hatte immer noch den Helm auf, starrte geradeaus, starrte ins Leere. Ihre Hand drückte auf die Stelle unter der Brustplatte, es tat nicht weh, es war mehr ein unangenehmes Drücken was sie verspürte. Um sie herum war geschäftiges Treiben, überall eilten Heiler umher, welche sich um die Verwundeten kümmerten, so gut es ihnen möglich war. Viola bekam von alledem nur wenig mit, sie starrte vor, die Lippen fest aufeinander gepresst. „Du hättest sterben können … du hättest sterben sollen. Der Hieb wurde für tödlich gehalten …“ Die Bilder des Schlachtfeldes überkamen sie erneut, sie spielte alles noch einmal in ihrem Kopf ab, nur diesesmal fielen ihr all die Details auf, die ihr Verstand im Unterbewussten wahrgenommen hatte. Sie sah die Verwundeten, sah die Toten, sah das Leid, sah das verwüstete Berchgard in der Ferne, hörte die Schreie der Menschen die von den Mauern geworfen worden waren, hörte das laute Schreien der Rahaler … . Ihr wurde schlecht und die Wunde schmerzte. Sie hatte den Tod ins Auge gesehen und sie hatte all dies überlebt. Sie zitterte am ganzen Körper, sie wollte sich zusammenrollen, sie wollte nicht mehr. Sie kniff die Augen zusammen. Sie wollte wieder in Grimwould sein, sie wollte wieder Klein sein, sie wollte das alles nicht. Irgendwann spürte sie, wie man sie anhob und auf eine der Liegen legte um sie zu behandeln. Ihr wurden Fragen gestellt aber sie antwortete nicht, sie sprach nicht … sie wollte nicht sprechen. Sie wollte all das Leid nicht. Sie blieb noch den gesamten Abend stumm, selbst als man sie behandelte. Der Schock saß in ihr. Sie wusste sie würde alles weiter erleben, alles noch mal durchmachen, denn sie war ein Clansschwert, wie würde kämpfen, für den Clan. Und vielleicht würde sie all das auch überleben.