Des All-Einen Segen über Euch Herr.
Betreffend der mir von Euch gestellten Aufgaben, möchte ich folgendes mitteilen:
Wie angewiesen nahm ich Verbindung zu dem als "Rahaler Handelshaus" bezeichnetem Handwerksunternehmen auf, als dessen Hauptinitiatorin sich Frau Lina Daran, ihrerseits Bürgerin der heiligen Stadt, herausstellte.
Während eines ausführlichen Gesprächs, zu dem ich sie vor einigen Tagen ins Rathaus eingeladen hatte, erörterte mir Frau Daran ihre Vorstellungen und Pläne hinsichtlich der Zukunft ihres Unternehmens, welche unter Anderem die Ausweitung ihrer Geschäfte wie auch Anstellung weiterer Kräfte einschließen. Gleichermaßen könnte auch ich im weiterem Verlauf dieser Unterredung unseren Standpunkt und vor allem Erwartungen im Hinblick auf die künftige Zusammenarbeit erfolgreich nahebringen.
Meinen Vorschlag die Präsenz ihres Handwerkerhauses zukünftig in das Händlerviertel Rahals zu verlegen, oder zumindest dort eine Zweistelle einzurichten, nahm Frau Daran durchaus positiv auf. Und nach einigen anfänglichen Schwierigkeiten konnte ich ihr ein überaus passendes und zweckmäßiges Objekt nahe der Stadtmitte anbieten mit welchem sie sich einverstanden erklärte.
Es ist davon auszugehen dass der Umzug des Handelshauses, wie geplant in Kürze erfolgen wird und Frau Darans Gesellschaft ihre Tätigkeit, von dem neuem Standort aus, weiter erfolgreich fortsetzt.
Obgleich sie sich derzeit sehr kooperativ gibt und unsere Meinung, der grundsätzlichen Handelsrichtlinien betreffend, zu teilen scheint, empfiehlt es sich langfristig betrachtet einen schriftlichen Vertrag mit dem Handelshaus abzuschließen. Insbesondere sollte dieser ein Verbot der Anwerbung von nicht dem Bürgerstand einer Reichsstadt zugehörigen Personen, sowie ein striktes Handelsembargo den Alumenischen Ketzern gegenüber beinhalten.
Zusammengefasst möchte ich bemerkten das ich eine gute Basis für künftige Zusammenarbeit zwischen Darans Handelshaus und der Stadtverwaltung Rahals sehe und sollten sich die Dinge weiter wie erhofft entwickeln, ihr Unternehmen einen erheblichen Beitrag zur Stadtversorgung und Wohlstand im Ganzen leisten könnte.
Als weiterer, logischer Schritt zur Neuetablierung einer funktionierenden und rentablen Wirtschaftsstruktur in der heiligen Stadt, sollte meiner bescheidenen Meinung nach, die Planung von künftig in regelmäßigen Abständen abgehaltenen „Jahrmärkten", in Angriff genommen werden.
Auch diese Initiative würde Frau Darans persönlichen Plänen sehr entgegenkommen und könnte allgemein, rasch zu wachsender Beliebtheit Rahals als wichtigstes Handelszentrum des Reichen beitragen.
Dies betreffend eröffnen sich mir mehrere Wirtschaftstrategien und Taktiken, den bisher sehr mageren Besucherandrang auf unseren Markt stark zu erhöhen.
So ließe sich durch das Treffen entsprechender Absprachen mit Frau Daran, recht einfach ein künstlich hervorgebrachtes Defizit auf den Märkten des Reiches herbeirufen, welchen wir uns geschickt zu Nutze machen können. Falls die bei ihr tätigen Handwerker bestimmte, von den Käufern sehr begehrte Waren und Rohstoffe, wie etwa Diamanterz und daraus hergestellte Erzeugnisse, eine Zeit lang zurückhalten, wird dieser Mangel an Angebot zwangsläufig zu einer gesteigerten Nachfrage und somit zu steigenden Preisen führen. Wenn ein solcher Prozess unmittelbar vor den, von uns organisierten, Jahr- und Rohstoffmärkten in Gang gesetzt wird und wir die zurückgehaltene Ware dann am festgesetzten Tage wieder zur freien Veräußerung freigeben, so würde es die Attraktivität unseres Marktes für den entsprechenden Zeitraum drastisch erhöhen.
Selbstverständlich könnten wir den Verkauf bestimmter Güter für die notwendigen Zeiträume einfach per Edikt gänzlich untersagen. Jedoch sollte auf diese Maßnahme nur mit Bedacht und möglichst selten zurückgegriffen werden, da wir somit nicht nur den Zorn der Händler auf uns ziehen sondern den ihrer kaufwilligen Kundschaft gleichermaßen und die bloße Durchsetzung eines Verkaufsverbots den Mannen der Stadtgarde große Mühen abverlangen würde.
Als angemessenen Tribut an die Stadt empfinde ich eine Beteiligung von 15 bis 25 Prozent am Erlös sämtlicher, während der Markttage verkauften Güter und Rohstoffe, und möchte Euch hiermit die Erhebung einer solchen Steuer anraten. Letztendlich wäre davon auszugehen das diese zusätzliche finanzielle Belastung nicht die Händler und Handwerker selbst zu trägen hätten, sondern sie durch einen Aufpreis auf ihre Verkaufsgüter sogleich an die Kunden weitergeben.
Möge der All-Eine Euch leiten,
Gez.
Adlatus