[…]
Hin und wieder stell' ich fest,
daß ich nicht mehr lachen kann
Über Sachen die ich früher lustig fand
Hin und wieder merk' ich auch,
daß ich keine Menschen brauch'
und lieber ganz alleine bin
[…]
Wie in Trance setzte sie ihren Weg fort, erst mal zurück Richtung Bajard. Zwar wusste sie nicht, was sie dort sollte, doch ihre Füße schienen das dringende Bedürfnis zu haben sich zu bewegen. In Bajard war es so ruhig wie zuvor auch. Nur Xaleander und ein anderer Mann kreuzten ihren Weg. Sie wand das Gesicht zur entgegen liegenden Seite. Es sollte niemand sehen wie verheult sie war. Doch ließ es sich nicht vermeiden, dass alles andere an ihr wohl befremdlich wirken würde. Ihr Gang war schlurfend – sie schaffte es kaum die Füße vom Boden abzuheben. Warum auch? Der Form halber erwiderte sie den Gruß, jedoch ohne ihren eh schon langsamen Gang zu unterbrechen.
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Doch der Schmerz ist zuckersüß
und irgendwie auch so vertraut
ich hab' mich dran gewöhnt
So fehlt zur letzten Konsequenz
einmal mehr das bißchen Mut
und die paradoxe Wut darüber
wird im Traum ertränkt
von der beschissenen Leichtigkeit des Scheins
[…]
Altbekannte Gefühle von Trauer und Verlust keimten in ihr auf. Auch wenn sie es besser wusste, und eigentlich gerade dazu keinen Grund hatte, fühlte sie sich in dem Moment so schrecklich verraten. Alles was sie investiert hatte, schien ihr in diesem Moment verloren zu sein. Sie machte sich keine Gedanken um das Gold und die Mühen die im Haus steckten. Aber all das investierte Vertrauen und Nähe rächten sich nun bitter. Sie kannte diesen Schmerz zu gut. Hatte sie doch gehofft nie wieder so etwas durch zu machen. Es machte sie sogar wütend. Jedoch richtete sich ihre Wut nicht gegen Bravan, sondern nur gegen sie selbst, dass sie so ein Trottel war, mehr zu erwarten als sie eigentlich sicher hatte. Hätte sie doch nur ihre Gefühle aus dem Spiel gelassen, den Moment genossen und dann einfach damit abgeschlossen. Doch es war ihr nicht gelungen – sie wollte immer mehr dieser schönen Momente und vertraute auch darauf diese in Zukunft zu haben. Und nun? Nun musste sie es irgendwie schaffen, die Erinnerungen daran zu verdrängen – damit der Schmerz nachlassen würde.
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Hin und wieder wird mir klar,
daß alles anders geworden ist,
als es scheint, daß es früher einmal war
Hin und wieder spüre ich,
daß ich die Sonne nicht mehr mag,
weil ich das helle Licht nicht mehr ertrag'
[…]
Die ganze Nacht über zog sie ziellos durch die Gegend – die Wege von Gerimor entlang. Sie getraute sich nicht stehen zu bleiben oder zurück zu blicken. Es war beinahe unerträglich ironisch als sich die Sonne am Horizont langsam ihren Weg bahnte und alles für kurze Zeit in ein rot-goldenes Licht tauchte. Das Licht brannte unangenehm in den gereizten und aufgequollenen Augen, so dass sie vom Weg abbog und den Schutz des dichten Waldes suchte.
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Doch der Schmerz ist zuckersüß
und irgendwie auch so vertraut
ich hab' mich dran gewöhnt
So fehlt zur letzten Konsequenz
einmal mehr das bißchen Mut
und die paradoxe Wut darüber
wird im Traum ertränkt
von der beschissenen Leichtigkeit des Scheins
[…]
Ohne dass sie es bemerkte hatte ihre Schritte sie wieder zurück nach Bajard geführt. Noch war es äußerst ruhig in dem Fischerdorf. Was ihr nur recht war, sie wollte niemanden begegnen. Ihr Weg führte sie ins Wehrgebäude. Wie auch immer es nun weiter gehen würde, sie brauchte Abstand von all dem hier. In der Wehr war sie von ihm umgeben, in das gemeinsame Haus wollte sie auch nicht zurück. Hatte sie doch für ihn dort ihre Mühen rein gesteckt in ihrem naiven Glauben dass man sich noch lange Zeit nahe sein würde. Sie hätte damit leben können, ihn nie als festen Partner zu haben. Es hätte vielleicht noch etwas gedauert, bis sie all ihre Gefühle ins richtige Maß gezügelt hätte. Doch in der Gewissheit diese Nähe nun verloren zu haben, wollte sie das Haus fürs erste nicht mehr aufsuchen. Auch die Wehr musste sich mit ihrer Abwesenheit abfinden. So verfasste sie mit unsicherer Hand das Schreiben, während noch einige Tränen auf das Papier fielen. Das schreiben hinterlegte sie noch, ehe sie dann das Wehrgebäude und Bajard in Richtung Norden verließ.
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Wie ein Quadrat in einem Kreis,
eck' ich immer wieder an
obwohl ich doch schon lange weiß,
daß ich niemals ändern kann
was sich niemals ändern wird,
weil das Schlechte immer bleibt
und doch die Sonne wieder scheint,
scheißegal was auch passiert
Immer wieder stell ich fest,
daß das hin und wieder immer
öfter ständig ist
[…]
[Liedtext: Wizo: Quadrat im Kreis]