Was es heißt zu dienen

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Kelzon Tinen

Was es heißt zu dienen

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Was es heißt zu dienen

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Kelzon Tinen



Ganz sanft berührten seine Finger das Pergament seines in Balronleder gebundenes und reich mit Gold verzierten Buches in das er fortan all seine Erfahrungen Träume und Wünsche hineinschreiben wollte. Die Kerzen die er aufgestellt hatte, um sich ein wenig Licht zu spenden in der drückenden Dunkelheit der Grabkammer formten groteske Schattenfiguren die ihn zu verschlingen versuchten. Doch er ließ sich nicht verschlingen, diesmal nicht. Schon oft hatte er den Entschulss gefasst sein Leben in Schriftform zu verfassen, doch oft war es schon gescheitert, doch diesmal hatte er den Willen alles Erlebte fest zu halten.
Lange überlegte er und betrachtete die ersten geschriebenen Lettern die er bisher zu Papier gebracht hatte. Eine Überschrift: "Was es heißt zu dienen" viel war es nicht, doch würde noch viel folgen, denn so einiges hatte der Mann mittleren Alters schon in seinem Leben mitgemacht. So viel Tod, so viel Blut und Leid hatte er gesehen, doch es brach seinen Geist nicht entzwei. Im Gegenteil es hatte ihn im Glauben an den einzig wahren Herren Kra'thor gestärkt und seine Hingabe zu ihm wurde mit jeder Seele die er ihm opferte Stärker und Stärker.

Das Buch hatte ihn ein Vermögen gekostet, extra nur für seine Lebensgeschichte war es gefertigt worden, doch irgendwie schien es ihm noch fremd zu sein und die richtigen Worte hatte er auch noch nicht gefunden. Sie mussten besonders sein, so wie es die Verzierung und der Einband des Buches waren. Er griff zur an der Kerze vorbei und umschloss mit seinen langen Fingern einen Holzbecher, aus dem edelsten Holz was man in ganz Alathair bekam. Darin befand sich einw underbarer tropfen aus seiner alten Heimat. Der Wein roch herrlich und man wollte ihn sofort mit einem Schluck trinken und seinen edlen Geschmack ins ich auffangen um ihn niemals zu vergessen. Kelzon nippte nur kurz daran, irgendwie schmeckte er ihm nicht sonderlich gut, jedenfalls heute nicht. Eing uter Wein kann nur gut sein wenn sein Genießer auch mit sich im reinen ist und das war er dieser Tage ganz und gar nicht. Eine neue Dienerin war in ihre Reihen gestoßen. Würdig ja, aber so undurchsichtig. Kelzon dachte immer er habe eine gute Kenntnis von Menschen und durchschaue sie schon bei ihrem ersten Wortwechsel, aber dieses Färulein war anders. Sie schien gleichzeitig anziehend und abstoßend zu wirken. Ihre manchmal unbeholfene blinde Art machte ihn wütend, aber weckte auch Mitleid in ihm. Kelzon schüttelte den Kopf als ihm das Wort Mitleid im Geiste umherschwirrte. "Mitleid, was für eine Bedeutung sollte dies für einen Diener schon haben?" flüsterte er zu sich selbst und begann abermals die Feder in die Tinte zu tunken und setzte an.

Doch er schrieb nicht, sein Kopf war leer, voller Dunkelheit und Finsterniss umgab seinen Geist. Dann plötzlichv iel ihm ein, was wenn dieses Buch an einen Ungläubigen gelangte. Es würde die ganze Gemeinschaft der Diener in Gefahr bringen. Nervös sah er sich im Raum um. Ich muss es verstecken und für jeden unerreichbar machen, zu gefährlich waren solche Schriften. "Nein heute noch nicht, ein andermal befreie ich meinen Geist von all den Ereignissen die ich erlebte" murmelte er und legte die Feder beiseite. Kelzon versprach sich erst ein stabile kleine abschließbare Truhe zu besorgen und ein geeignetes Versteck zu finden, um sein Werk vor neugierigen Augen zu schützen. Mit einem Zug leerte er den Wein und schloss dass Buch ruckartig, was die Kerzen zum Flackern brachte. Lange saß er noch an seinem Tisch und sah den Kerzen zu wie sie herunter brannten. Als das Wachs drohte auf den Tisch zu tropfen holte er tief Luft und machte dem Dasein der Kerze ein Ende. Unter stöhnen und ächzen erhob Kelzon sich, er fühlte sich so matt und ausgelaugt an, wie schon lange nicht mehr. Schlaf, ja schlaf war es was er jetzt brauchte und morgen wollte er sich auf die Suche nach einem geeigneten Gefäß und Versteck für seine Lebensgeschichte machen. Schnell schlief er ein, als er sich ausgezogen hatte, doch seins Schlaf war mehr als unruhig und wiedereinmal würde er am Morgen ausgelaugter aufwachen als am Tage zuvor. Lange würde sein Wirt, sein Körper das nicht mehr billigen, er musste seinen Kopf befreien und seine Erlebnisse niederschreiben um sie zu verarbeiten. Der nächste Tag sollte endlich Erlösung bringen und Ordnung in das Chaos seines Geistes schaffen.
Zuletzt geändert von Kelzon Tinen am Mittwoch 1. September 2010, 16:23, insgesamt 1-mal geändert.
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Erster Eintrag 07. Searum im Jahre 253

Heute habe ich ein perfektes Versteck gefunden. Gut geschützt und für fast jeden unerreichbar. Ich bin so stolz auf mich selbst, das es schon fast anrüchig wirkt, aber das ist mir gleich. Mir ist es auch gleich was die anderen Diener von mir halten. Joanna und Lyseria, diese beiden sind mir ein Dorn im Auge. Ich kann kaum glauben was mir dieses Miststück von Joanna vorwirft, ich solle die jungen Diener nicht so behandeln. Pah als wären sie damals mit mir anders umgegangen. Vielleicht sollte ich mich einfach bei ihnen entschuldigen um sie in Sicherheit zu wiegen und wenn die Zeit gekommen war und sie es am wenigstens erwarten würde, dann lasse ich sie aufliegen und stelle sie bloß. Ja das sollte ich machen! Ach wie herrlich doch mein Versteck ist.

Sein Blick viel auf den aufgeschlitzten Zombie neben ihm, sein Bauchraum war völlig befreit von jeglichen Gedärmen, brauchte diese Kreatur sie ja nicht mehr, alleine der Wille des Herren würde ihn wieder zum Leben erwecken. Anstrengend war es nur den bauchraum jedes Mal wieder zu verschließen, aber die Mühe gab sich Kelzon um seinen Schatz zu behüten. Es war perfekt, das Buch in einem Untoten zu verstecken der in der Grabkammer umher wandelte, dort würde es wahrscheinlich nie jemand vermuten. Doch hatte er sich schon überlegt seinen Untoten ständig zu wechseln, so werden die frisch verheilten Narben am Bauchraum nicht weiter auffallen, wenn er mehrere dieser niederen Untoten als Versteck benutzte. Ein Lächeln zierte seine Lippen, und am liebsten hätte er sich selbst dafür auf die Schulter geklopft, dass er so einen wunderbaren Einfallsreichtum besaß.

Ja ich sollte ihnen weiterhin den unkontrollierten Schwächling vorspielen, das wiegt sie in Sicherheit und sie rechnen nicht damit, wenn ich mir einen Plan ausdenke um sie zu Fall zu bringen. Wie dem auch sei, ich habe keine Lust mehr mir darüber Gedanken zu machen. Kommen wir nun zu dem eigentlich warum ich mir die Mühe mache hier rein zu schreiben.

Tief tunkte er die Feder in das bereit gestellte Fässchen Tinte.

Was heißt es zu dienen? Das ist eine schwierige Frage, dennoch werde ich versuchend sie zu beantworten. Der Herr und Meister Kra'thor selbst gejagt und geächtet von den Ungläubigen versteckte sich seither, unbekannt sein Aufenthaltsort, aber dennoch so präsent, das ich seine Macht in mir spüre, die stetig wächst und meinen Körper stählt.
Unter ihm zu dienen ist keine leichte Aufgabe, nein wirklich nicht, er verlangt viel, gibt er zwar auch viel dafür, doch die ständige Gefahr der man sich aussetzt, dieses ständige wandeln zwischen mehreren Gesinnungen, ich weiß manchmal nicht ob ich mich darin nicht verliere. Oft geht mit mir die Vernunft durch, weil ich gar nicht mehr weiß wer ich eigentlich bin und woher ich komme. Vergessen und unbedeutend ist es für mich geworden. Nur er weiß er ich bin und zu was ich fähig bin, alle anderen denken ich sei der Schönling, der Unkontrollierte wahnsinnige, doch bin ich das doch nur um nicht wirklich wahnsinnig zu werden. Mir fällt es manchmal sehr schwer das viele Leid und den Tod ständig ins Gesicht lachen zu müssen, es belastet mich ungemein und es ist wahrlich nicht leicht dem Richter zu gefallen, scheint er so abstinent und doch so nah zu sein. Unerreichbar für uns, aber umso mehr fordert er, was wir Diener zu erfüllen haben. Ich hoffe nur er wird meine Gebete erhören und mich bald für meine Taten belohnen, so viel habe ich schon geopfert, es muss bald soweit sein. Geduld, ja Geduld muss ich haben, dann wird es nicht mehr so unerträglich sein.
Ich kann mich noch erinnern, als mein eigenes Leben an seidenem Faden hing. Schon zwei Mal durfte ich Gast der Letharen sein. Gast wie unbedeutend und ungefährlich dies klingt, doch in der Gefangenschaft der Letharen zu sein heißt zu Leiden und Schmerzen zu ertragen.


Der Diener blickte auf seinen linken Unterarm, wo eine Letharenrune schwach leuchtete unter der Haut und schwelgte kurz in Erinnerung wie er an sie gekommen war. Dann setzt er fort und wild kratzte die Feder über das Pergament.

Ja die Letharen kannten kein Erbarmen, dennoch waren sie schlau genug zu erkennen dass wir die Diener ein mächtiger Verbündeter sein würden. Ich habe dieses Bündnis angefangen. Habe ich mich doch geopfert für die Gemeinschaft und wer dankte es mir? Niemand, aber was Solls, so ist es eben. Doch der erste Besuch war alles andere als erheiternd, so übernahm ich doch Lynfairs Überreste und befahl ihr mich zu befreien, doch die beiden Letharen wehrten sich heftig. Selbst als dieser Letharf in meine Zelle kam und ich ihn fast überwältigte wurde nicht belohnt, nein ich wurde brutal misshandelt und zum Sterben zurück gelassen. Doch ich bin stark, ich sie brachen mich nicht und ich verlor nicht dem Mut, das muss sie beeindruckt haben und sie dazu bewogen mich auszusuchen ihr Kontakt mit den Diener zu sein. Ich bekam diese Rune auf meinem Arm, welch Schmerzen ich aushalten musste, damit sie mir dieses Ding einpflanzen konnten. Sie formten diese Rune aus einem seltsamen Metall und zischten ihre widerlich Klingenden laute um sie zu aktivieren. Mein Arm wurde aufgeschnitten und glühend vom Feuer wurde sie eingesetzt, kurz vor der Ohnmacht war es auch schon vorbei. Ich kann gar nicht sagen wie ich diese Schmerzen ausgehalten habe und nicht daran zerbrochen bin, doch Meister ich bin stark für dich, ein guter und treuer Diener bin ich!


Kurz hielt er inne und tunkte Gedankenverloren die Feder in das Tintenfass um weiter schreiben zu können.

Auch war ich es der Saviras Befreiung in Gang setzte, ich war es der die Letharen darum bat sie aus den Klauen der Eisenwart zu befreien. Doch dankte man mir dafür? Nein, aber ich weiß das ich es getan habe und das ich stolz darauf sein kann, so viel schon für die Gemeinschaft getan zu haben.
Die Verhandlungen fruchteten und heute haben wir ein Bündnis zwischen den Alatargläubigen und unserer kleinen aber starken Gemeinschaft. Gut das Drakhon und der Rest natürlich auch so stark dafür einsetzten das dieses Bündnis zustande kam. Ich hoffe es währt noch ewig, bis das Reich der Lebenden endlich vernichtet werden kann, dann brauchen wir dieses Bündnis nicht mehr, dann werden sie baden in ihrem Blut. Ja baden sollen sie in ihrem Leid!


Er ballt die Faust und schien für einen Moment abgelenkt zu sein, dann kam ihm die Weihe von Tharek und Amon in den Sinn und ein Lächeln zierte seine mitunter sehr strengen Züge.

Ja Tharek und Amon, zwei wirklich gute Diener unseres Herren und ich habe sie geweiht, zusammen mit den anderen. Wie amüsierend es doch war, sie dazu zu bringen sich selbst hinzurichten um als Diener wieder ins Leben zurück geholt zu werden.

Plötzlich fing er laut an zu lachen und die Freudentränen ließen die Tinte etwas verwischen.

Tharek - ich musste mich beim Ritual ziemlich zurück halten um nicht plötzlich laut los zu lachen. Wie ungeschickt er sich anstellte, er blutete wie ein abgestochenes Schwein, weil er es nicht schaffte den Dolch richtig anzusetzen und sich den ganzen Körper aufschlitzte. Dennoch war der Herr ihm gnädig und ab diesem Tage standen sie beide in seiner Gunst.

Immer noch lachend ließ er die Tinte trocknen und schloss das Buch. Die Feder wurde mit einem Tuch sauber gewischt und fein säuberlich in seinem Schreibtisch verstaut, ebenfalls das Tintenfass.
Dann erhob er sich mitsamt Buch und legte es in eine kleine Truhe die er sich bei einem Schmied gekauft hatte, zwei Mal drehte er das Schloss herum, dann ging er auf den Zombie zu der leblos und mit offenem Bauchraum am Boden lag. Vorsichtig legte er die Truhe dort hinein und notdürftig verschloss er den Bauchraum nicht Nadel und Faden. Dann legt er seine beiden Hände auf die Nähte und sprach: "Kra’thor heile diese Wunden deines Untoten Dieners, er soll mir als Versteck für ein wichtiges Gut dienen." Der Diener mittleren Alters ließ seine Macht in den Zombie fließen und die Wunde verschloss sich und haucht ihm die Macht Kra’thor in den Körper. Mit einem stöhnen erhob sich das Untote Versteck seines Tagebuches und Kelzon befahl ihm hier solange zu verweilen bis er ihm etwas anderes befahl. Er bedeckte sein Antlitz mit einer Maske und der Kapuze seiner Robe und als er hinaus trat schloss er auch die Tür zu seinem Zimmer zweimal ab.
Zuletzt geändert von Kelzon Tinen am Dienstag 7. September 2010, 15:10, insgesamt 1-mal geändert.
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Eintrag vom 28. Lenzing im Jahre 254

Das Ritual hatte begonnen. Die stickige Luft und der Staub in der Grabkammer konnte einem das atmen erschweren, doch man gewöhnte sich mit der Zeit daran und lernte es sogar zu schätzen.
Voller Konzentration und Demut standen die Diener aufgereiht um den aus Blut geformten Ritualkreis. Jeder so Individuell, doch alle mit dem gleichen Ziel, den Dämonen Krathor zu huldigen, ihn zu preisen und seine unerbittliches Verlangen nach Seelen zu stillen.
Ich stand regungslos da, wie bei jedem Ritual und stimmte mich auf das Kommende ein. Ich sah mich um und die hohen Erwartungen der Diener standen ihnen ins Gesicht geschrieben. Das Verlangen ihrem Herren und Meister gerecht zu werden, auf die ein oder andere weise trieb sie immer wieder dazu, sich zusammen zu finden und ihm zu ehren Rituale abzuhalten. Doch dieses Riual sollte etwas ganz besonderes werden. Ich konzentrierte mich und schloss die Augen. Die Stimme des Ritualführers drang nur leise an mein Ohr. Ich betete im stillen zu ihm, den wahren Herren dieser Welt. Plötzlich wurde meine Konzentration gestört. Die Erde unter meinen Füßen fing an zu erzittern und seltsame Geräusche drangen an mein Ohr. Da öffnete sich eine Spalte in der Mitte des Ritualkreises, ich könnte nicht ausmachen was dort drin geschah, ich spürte nur die Hitze die aus dem Spalt drang, ein untoter Diener riss sich daraus hervor und versuchte einen meiner Brüder zu schnappen, seinen Körper unserer Mitte zu entreissen. Sofort waren meine Glaubensgeschwister in der Nähe des betroffenen und halfen ihm, redeten auf den untoten Diener ein, befahlen ihm los zu lassen. Diese ungeheuere Macht die ich in diesem Augenblick spürte ist unbeschreiblich. Der untote Diener ließ von ihm ab und zerfiel in seine Einzelteile die nun im Ritualkreis lagen. Dann wieder ein beben und erzittern der Katakomben und ein weiterer Untoter Diener, diesmal wesentlich mächtiger und beeindruckender kam zum Vorschein. Er versuchte wieder einen der unsrigen zu entreissen und ihn in die Spalte zu ziehen, doch mit vereinter Kraft und befehlendem Ton konnte dies verhindert werden. Noch etliche male wiederholte sich der Vorgang und ich fragte mich insgeheim ob wir etwas falsch gemacht hatten, ob wir seinen Zorn auf uns gelegt hatten. Waren wir seiner unwürdig, würde er uns alle vernichten und unsere Seelen fressen? Ich verpürte Angst, Angst um mein Leben, ich wollte noch nicht sterben. Dies ließ ich die anderen natürlich nicht wissen. Tief verborgen in mir schürte sich diese Angst, doch nach außen hin blieb ich hart und versuchte mir nichts anmerken zu lassen. Wenn sie bloß alle wüssten was für ein Feigling ich doch in Wirklichkeit bin, keiner würde mir mehr vertrauen wollen. Diese Schwächen mussten im verborgenen Leben und würden niemals das Licht der Welt erblicken, nur der Äußere Schein würde allen zuteil werden die mich kennen, oder noch kennen lernen. Doch dann vergaß ich jegliche Angst und Ehrfurcht und Demut machte sich in mir breit. Ich zückte meine Dolch und streifte mein Gewand am linken Arm zurück. Etliche Narben aus diversen früheren Ritualen erinnerten mich jedesmal daran, das ich sein treuer Diener war und immer sein werde. Leise murmelte ich Gebete in der Hoffnung er würde sich endlich zeigen. Dann Schnitt ich eine Wunde in mein Fleisch. Es brannte und schmerzte nur kurz. Meine Gedanken waren ganz bei ihm. Krathor würde kommen dessen war ich mir ganz sicher. Das warme Blut floss an meinem Unteram entlang und tropfte auf den kalten und staubigen Boden der Grabkammer. Die Zeit schien still zu stehen, jegliche Geräusche blendete ich aus und dann bebte die Erde erneut. Eine Gestalt schemenhaft und für den aussenstehenden gar schrecklich anzusehen war für uns eine Freude und ich kniete vor ihm nieder. Er war gekommen! Ich konnte meinen Augen kaum trauen, er stand direkt vor uns. So prachtvoll und stark. So machtvoll und einschüchternd. Kein Außenstehender hätte unsere Bewunderung und Gefühle für diesen Dämon verstanden, aber das brauchten sie auch nicht, solange sie alle den Tod fanden und wir ihre Seele in seinem Namen opfern konnten war mir dies egal.
Ich wischte jeglichen Gedanken aus meinem Kopf, genoss den Anblick meines ich meine unseres Herren und Meisters und senkte schlieslich mein Haupt vor ihm. Ich kann es immer noch nicht glauben das er sich uns offenbarte, denn kurz vorher hegte ich ja noch den Gedanken unwürdig zu sein und dann erschien uns Krathor, welch Ehre uns zuteil wurde, kann man nicht in Worten beschreiben. Seine dämonischen Augen betrachteten uns der Reihe nach, er schien nicht erfreut zu sein. Sein Blick hielt inne als er den Sprecher des Rituals ins Auge fasste. Seine Klauen streckten sich nach ihm aus und umschlangen seinen Körper. Die Stimme ließ das Blut in meinen Adern gefrieren und brachte meine Ehrfurcht zur Ekstase. "Ihr beschwört mich und habt ihn nicht hier?" fragte er wütend. Wir fragten ihn wen er sich wünsche, welche Seele er zu verspeisen gedachte und er antwortete prompt und seine dämonische Stimme brannte in meinen Ohren: "Ich verlange einen Mann, sein Name ist Faolan Tianarch, bringt ihn mir und ihr werdet alle belohnt werden!" Die Stimme Krathors war verklungen, doch in den Gesichtern der anderen Diener konnte ich es herauslesen, sie sahen in ihrem Kopf genau die gleichen Bilder und Visionen die ich nun wahr nahm. Bilder von Zerstörung, aber auch von großer Macht und einer Auferstehung zu neuer Größe und Stärke. Ich sah eine verbrannten Stadt,dann verschwanden die Bilder und meine Sicht wurde wieder klarer und ich sah fragend zu meinen Glaubensgeschwistern. Das Abbild Krathors verschwand mit einem dämonischen Gelächter in den Tiefen der Erde und der Spalt schloss sich. Die Stimmen meiner Brüder und Schwestern wurden laut. Alt Varuna und wir sollen den Alka entführen, hörte ich heraus und meine Gedanken schienen sich im Kreis zu drehen. Das neue Oberhaupt den Ahad und Alka sollen wir entführen. Für unmöglich hielt ich es und die Diskussionen entbrannten unter uns. Ein Plan musste her! Ein Treffen von einer mächtigen Dienerin war schon vor geraumer Zeit mit dem Alka vereinbart worden, als hätte sie es vorausgesehen. Man würde Pläne schmieden, sich beraten und das Treffen abwarten um das Vertrauen des Alkas und seiner Mitstreiter zu erlangen, nur so konnte man den Alka dazu bringen einem blutigen Ritual der Rabendiener beizuwohnen und den Leibhaftigen Krathor zum Aufstieg zu verhelfen. Seine Macht schien sich gemehrt zu haben, allen Zweifeln die ich zu Anfang hatte waren wie weggeweht und ich fasste neuen Mut und neue Kraft um mich dieser Aufgabe stellen zu können. Mein Leben würde ich für ihn geben, denn er ist mein Herr und Meister!



Zwei neue Gesichter erblickte ich als ich die Treppen hinabstieg zum Ritualkeller. Das Ritual hatte bereits begonnen und sie schienen Krathors würdig zu sein, denn sie überlebten das doch recht blutig und brutale Ritual. Doch ich ärgerte mich ein wenig, hätte ich dem doch gerne von Anfang an beigewohnt. Ich tat meinen Ärger kund, doch sollte dieser nicht lange im Vordergrund stehen, wichtigere Aufgaben wurden uns zuteil. Das Treffen mit dem Alka sollten heute statt finden und ich vergrub meinen Ärger tief in mir, wo schon so etlicher Ärger hin verschwand der dort die Zeit überdauerte, doch wie immer ließ ich mir nur kurz etwas anmerken und schluckte es dann hinunter wie eine aus Höflichkeit eckelhaft schmeckende Mahlzeit.
Wir brachen nicht gemeinsam auf, ich ging vor, denn den Neuen sollte ja noch gezeigt werden wie sich sich in der Grabkammer zurecht fanden. Ich wollte nicht zu spät kommen, ich hasste es unpünktlich zu sein. Doch die anderen holten mich schnell ein. Wie sie das wohl immer schafften fragte ich mich immer wieder. Wohl sollte ich meine anmutigen Schritte überdenken, denn zum schnellen vorankommen wäre eine andere Gangart vielleicht klüger gewesen. Nunja wie dem auch sei, man begleitete uns in den Palast Rahals und wir wurden netterweise sogar angekündigt. Da waren sie, alle Oberhäupter und wichtige Personen ganz Rahals und in ihrer Mitte der von Krathor geforderte Alka. Wir wurden aufgefordert uns zu setzen und nahmen dankend an. Meine Schwester übernahm das Wort und stellte sich vor. Der Alka nickte kurz und stellte seinerseits die Anwesenden vor. Ich sprach nur meinen Dank aus und nickte höflich und lauschte den Worten aufmerksam. Es sollte ein neues Bündnis zwischen uns und dem Reiche Rahals geschlossen werden. Eine hitzige Diskussion entbrannte. Ich bekam Kopfschmerzen von den vielen Worten die durcheinander gesprochen wurden, das war alles keine Einigkeit, längst verjährte Taten und vergangene Bündnisbrüche wurden bemängelt und von beiden Seiten vorgeworfen. Doch der Diskussionw urde einhalt geboten, man solle sich doch auf das eigentliche konzentrieren und zu einem Ergebniss kommen. Ein Oberhaupt der unsrigen sollte gewählt werden um einen Ansprechpartner zu haben in Zeiten der Zusammenkunft und Gesetzesbrüche. Dann war da noch Ritterin Anastasia Swynedd, die uns hasste, so hatte ich den Anschein. Sie schien uns überhaupt nicht zu trauen und jeglicher Versuch sie vom Gegenteil zu überzeugen scheiterte kläglich. Wenn sich jemand uns in den Weg stellen sollte, dann wäre sie das, doch auch sie musste sich dem Alka beugen, denn er schien das Bündnis durchaus zu wollen und auch alle anderen schienen uns jedenfalls nicht feindlich gesinnt zu sein. Es wurde ein neuer Pakt beschlossen, ein neues Büdnis sollte entstehen, doch zuerst sollten wir einen Vertrauensbeweis erbringen. Ein Stich in das Herz des lichten Reiches war geplant und wir sollten mitwirken und unsere Macht zur Verfügung stellen. Dann war das Treffen auch schon vorbei und wir verabschiedeten uns gegenseitig höflich, aber dennoch mit einer gewissen Zurückhaltung. Der Grundstein des Vertrauens war gesetzt worden, nun galt es diesen Turm des Vertrauens Stück für Stück aufzubauen und nicht wieder zum Einsturz zu bringen. Bei jedem Kompliment und Dank den ich an diesem Abend für den Alka, oder einen der anderen Hochrangigen Rahals übrig hatte, dachte ich an unser Ziel, Krathor zu neuer Macht zu verhelfen.
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