Wie viel Geschehnisse konnte ein Kind von 8 Jahren ertragen? Wie viel Leid konnte ein kleines Kinderherz aushalten?
„Der Zeitraum Kindheit ist nicht die Vorbereitung auf das Leben, sondern das Leben selbst.*“
Wuerde man dies auf Antares zu sprechen so hatte der kleine Junge wohl ein Leben gefuehrt wie es bisher nur Erwachsene taten. Die grossen Veraenderungen kamen wohl als man ihn von seiner Großmutter mitnahm. Hinein in eine Welt die so gar nicht mehr kunterbunt war. Natuerlich gaben ihn seine Eltern Liebe, Geborgenheit und Waerme und doch konnten sie ihn vor vielen nicht beschuetzen. Das kleine Gesicht nun verborgen an der Schulter seiner Mutter, welche ihn eng umschlungen und sanft wiegend im Arm hielt. Zu Anfangs war die Entfuehrung fuer Tari noch wie ein grosses Abenteuer, jedoch erst als sich Gefuehel wie Angst, Sehnsucht und Schmerz mit einschlichen, wusste er das es kein Spass mehr war.
Er sah wie Personen, die er nicht alle kannte, sich Gewaltsam einen Weg in seinen Kerker bahnten. Unter einem Nebel von Furcht, merkte er kaum wie der Graf ihn beschuetzend in den Arm nahm und ihn in seinen Umhang huellte. Tari verstand einfach nicht das „Wieso“ und „Warum“. Wieso hatte man ausgerechnet ihn entfuehrt? Er war doch nur ein ganz normaler kleiner Junge der davon traeumte spaeter einmal ein beruehmter Ritter zu werden, so wie Onkel Artuhr und Papa. Warum wollte man ihn haben? Er hatte doch gar keinen Nutzen. Die wahren und wirklichen Hintergruende verstand klein Tari natuerlich nicht.
Er Verstand nur das sich seine Mama und Onkel Graf grosse Sorgen um ihn gemacht hatten und innerlich hatte er selbst Angst das seine Mama ihn noch boese sein wird, weil er einfach mit einer Fremden mitgegangen war.
Der Blick seiner Bersteinfarbenen Augen hoben sich auf Lina und er sah wie traenen feucht ihre Augen schimmerten. Seine Mama hatte wegen ihm geweint, die Erkenntnis traf ihn noch haerter, als die damalige Feststellung das er Gefangen war. Er wollte doch das seine Mama nie wieder weinte und nun, nun, war er daran Schuld.
Das kleine Kinderherz verkrampfte sich und am liebsten haette auch er geweint. So schlang er nur die kleinen duennen Aermchen um seine Mamí und drueckte sie ganz fest an sich. Als wolle er alles wieder gut machen was er angestellt hatte. Nie wieder, so nahm er sich fest vor, wuerde er mit einer fremden Person mitgehen, egal wie freundlich und nett sie auch war. Auch wollte er nur noch den Kuchen seiner Mama essen und nichts mehr annehmen was ihn unbekannte Personen gaben.
Die Kinderhand hob sie an und strich ueber das Haar seiner Mama, welche ihn mit einem Seeligen Laecheln anschaute. „ Mami darfst nicht Weinen, Tari macht so was nicht wieder. Ganz dolles Versprechen Mama.“ Als Antwort darauf drueckte ihn Lina wieder fest an sich, als habe sie Angst ihn noch einmal zu verlieren.
(*Peter Rosegger)
Tari's Entführung
-
Rafael de Arganta
Wieviele Stunden... Tage inzwischen gar, waren es in denen Rafael, Tari suchte.
Er hoffte inständig die Entführer mochten den Streit zwischen ihm und dem Grafen Glauben schenken und so den Jungen vielleicht laufen lassen.
Er wollte nicht einmal darüber nachdenken was geschehen würde, wenn Tari nicht mehr auftauchte.
Sicher, er war nicht einmal sein eigener Sohn, aber doch konnte das Gefühl das in ihm tobte nicht anders sein, wäre er es.
Seine Gedanken kreisten um Angelina, als er von dem Gebirgszug den er gerade untersucht hatte herabstieg.
Was musste sie für Ängste ausstehen.
Tari war ihre lebendige Erinnerung an Kelan. Ihn zu verlieren würde für sie mehr bedeuten als wohl nur ein Kind zu verlieren.
Verbissen stieg er wieder auf sein Pferd, das unwillig schnaubte, und ritt weiter.
„Temora gib das es ihm gut geh. Halte deine schützende Hand über ihn.“ Murmelte er leise, um den nächsten Gebirgszug an zu steuern.
Vielleicht gab es hier eine Höhle die man noch nicht kannte.
Durchgefroren, die Finger bereits steif vor Kälte versuchte er Meter um Meter hinauf zu klettern.
Nur um irgendwann auf halber Höhe zu erkennen das es nicht mehr weiter ging.
Eine Gebirgskante versperrte jedes weiter hinauf kommen und der eiskalte Wind der hier wehte hatte ihm die Letzten Kräfte gekostet.
Ernüchtert machte er sich an den Abstieg und fluchte leise, als es zu Guter Letzt auch noch anfing zu regnen.
Rafael war am Ende seiner Kräfte.
Er fror, war durchnässt und unendlich müde und nur ungern gestand er sich ein das er eine Pause brauchte.
Er wollte heim. Nach Hause zu Angelina.
Aber wenn er daran dachte wie sie ihn wohl voller Hoffnung erwarten würde, und er mit leeren Händen ankommen würde... zog sich alles in ihm zusammen.
Es tat ihm leid. So unendlich leid.
Der Gedanke das Tari irgendwo alleine, verängstigt im Dunkel sitzen würde, darauf wartete das er vielleicht käme um ihn heraus zu holen ... und jetzt Angelina, sie würde sicher fast wahnsinnig sein vor Angst um ihren Sohn ...
Er schob sich das tropfnasse Haar aus dem Gesicht, lenkte dann sein Pferd in Richtung Haus, das er nach einiger Zeit erreichte.
Aus dem Fenster drang Licht. Also war Angelina zu Hause.
So schnell es seine Klammen Finger zuliessen sattelte er das Pferd ab, dann ging er zum Haus, wo er ganz entgegen seinen Gewohnheiten anklopfend eintrat und bedröppelt wirkend im Eingangsreich stehen blieb, als er sah wie Angelina am Feuer hockend sich sofort erhob.
„Es tut mir leid...“ begann er.
Er hoffte inständig die Entführer mochten den Streit zwischen ihm und dem Grafen Glauben schenken und so den Jungen vielleicht laufen lassen.
Er wollte nicht einmal darüber nachdenken was geschehen würde, wenn Tari nicht mehr auftauchte.
Sicher, er war nicht einmal sein eigener Sohn, aber doch konnte das Gefühl das in ihm tobte nicht anders sein, wäre er es.
Seine Gedanken kreisten um Angelina, als er von dem Gebirgszug den er gerade untersucht hatte herabstieg.
Was musste sie für Ängste ausstehen.
Tari war ihre lebendige Erinnerung an Kelan. Ihn zu verlieren würde für sie mehr bedeuten als wohl nur ein Kind zu verlieren.
Verbissen stieg er wieder auf sein Pferd, das unwillig schnaubte, und ritt weiter.
„Temora gib das es ihm gut geh. Halte deine schützende Hand über ihn.“ Murmelte er leise, um den nächsten Gebirgszug an zu steuern.
Vielleicht gab es hier eine Höhle die man noch nicht kannte.
Durchgefroren, die Finger bereits steif vor Kälte versuchte er Meter um Meter hinauf zu klettern.
Nur um irgendwann auf halber Höhe zu erkennen das es nicht mehr weiter ging.
Eine Gebirgskante versperrte jedes weiter hinauf kommen und der eiskalte Wind der hier wehte hatte ihm die Letzten Kräfte gekostet.
Ernüchtert machte er sich an den Abstieg und fluchte leise, als es zu Guter Letzt auch noch anfing zu regnen.
Rafael war am Ende seiner Kräfte.
Er fror, war durchnässt und unendlich müde und nur ungern gestand er sich ein das er eine Pause brauchte.
Er wollte heim. Nach Hause zu Angelina.
Aber wenn er daran dachte wie sie ihn wohl voller Hoffnung erwarten würde, und er mit leeren Händen ankommen würde... zog sich alles in ihm zusammen.
Es tat ihm leid. So unendlich leid.
Der Gedanke das Tari irgendwo alleine, verängstigt im Dunkel sitzen würde, darauf wartete das er vielleicht käme um ihn heraus zu holen ... und jetzt Angelina, sie würde sicher fast wahnsinnig sein vor Angst um ihren Sohn ...
Er schob sich das tropfnasse Haar aus dem Gesicht, lenkte dann sein Pferd in Richtung Haus, das er nach einiger Zeit erreichte.
Aus dem Fenster drang Licht. Also war Angelina zu Hause.
So schnell es seine Klammen Finger zuliessen sattelte er das Pferd ab, dann ging er zum Haus, wo er ganz entgegen seinen Gewohnheiten anklopfend eintrat und bedröppelt wirkend im Eingangsreich stehen blieb, als er sah wie Angelina am Feuer hockend sich sofort erhob.
„Es tut mir leid...“ begann er.