Tod

Aurelia Florentine Vilnet

Beitrag von Aurelia Florentine Vilnet »

Als ‚er’ durch ihre Augen die wuchtige Gestalt Zhertos’ sah, wusste ‚er’, dass dies ein bedeutender Moment sein würde. Tage nun hatte ‚er’ gebraucht, um sich von jenem Vorfall zu erholen, als der Turm des Mondes zu einem Blumenmeer wurde und überall kleine Waldbewohner der Macht des Turmes und deren Bewohner trotzten, als wollten sie mit dem vor Kraft strotzenden Leben den allgegenwärtigen Geschmack des Todes im Turm verhöhnen.
Diese Demütigung durfte und konnte ‚er’ nicht dulden. ‚Er’ hatte noch nie Zweifel verspürt und die Hilflosigkeit, die ‚ihn’ am diesen Tag überfiel, nagte an seinem kränklichen von Kra’thor geformten Selbstbewusstsein.
Die mühsam aufgebaute Kontrolle über den Verstand der jungen Frau bröckelte, drohte wie ein Kartenhaus auseinander zufallen.
Die panische Angst, die ‚ihn’ überfiel, ließ ‚ihn’ mit seinen peitschenartigen mentalen Fühlern das Bewusstsein der jungen Frau umschlingen, zerquetschte das zarte Strukturgefüge ihrer Psyche.
Nur mit Mühe entfloh ‚er’ dem Albtraum, stürzte sich in einen tiefen Schlaf, um neue Kräfte zu sammeln.

Neue Kräfte, die ‚er’ nun beim Anblick von Zhertos entfesseln sollte....

‚Er’ spürte die Angst, die Aurelia überfiel, als sie das vertraute Gesicht von Zhertos erkannte. Die vier kiemenartigen Schnitte an seinem Hals verliehen dem wachsam und boshaften Blick des Kriegers haifischartige Züge. Lockend warf ‚er’ sein Netz hinaus und allzu willig ging die junge Frau in seine Falle. Für einen kurzen Moment sog ‚er’ genießerisch den Duft der Freiheit ein, als ‚er’ spürte, wie ‚er’ zusehends die Kontrolle über seinem Wirtskörper erlangte.
Ein Zittern überfiel den mageren Körper der jungen Frau, ehe ‚er’ ein Kribbeln in ihren Fingern spürte... Nein!... Nun waren es ‚seine’ Finger.
Er genehmigte sich nur kurz ein stilles Kichern, ehe seine Präsenz das Bewusstsein der jungen Frau einlullte, beschwichtigend auf sie einredete, um ihr Vertrauen für sich zu gewinnen.
Gleichzeitig ließ ‚er’ sie den Weg zum Waldfriedhof einschlagen. Dort wo die Essenz Kra’thors am Stärksten präsent war und wo ‚er’ letztendlich länger die Kontrolle über ihren Körper beibehalten würde.
Zu ‚seiner’ Zufriedenheit folgte Zhertos sehr bereitwillig ‚seinen’ eingeschlagenen Pfad, bis sie an einem dunklen Ort im Wald gelangten, den die meisten Lebenden mieden- einem Ort, an dem die seelenlosen Toten durch Kra’thors Macht nie wieder zur Ruhe finden würden- ihre gepeinigten willenlosen Körper für ewig dazu verdammt rastlos umherzuwandeln.
Als sie den Waldfriedhof erreichten, spürte ‚er’ erneut, wie die Macht Kra’thors in ‚ihn’ überging.
Ein Schaudern durchzog den dünnen Frauenkörper, ließ die dürre Gestalt Aurelias zugleich vor Schmerz und Ekstase aufbäumen.
‚Er’ wusste, dass er sich beeilen würde. Die Angst der jungen Frau würde irgendwann nachlassen, und schließlich würde er sich wieder zurückziehen und die unglaublich kraftzerrende Bewusstseinskontrolle aufgeben müssen.

Aber vorher würde ‚er’ seinen Einfluß erweitern und dieser Zhertos- er war ein Prachtexemplar von einem skrupellosen Individuum, das jetzt schon bereitwilliger dem Totenfürst diente als sein oftmals bockender Wirtskörper. ‚Er’ hatte es sofort bemerkt, nachdem Aurelia dreimal knapp dem Tod entrann- einmal ließ dieser unglaublich zähe Krieger sogar ‚ihn’ gehörig alt aussehen.
Dieser Zhertos... ein Rohdiamant, der nur darauf wartete geschliffen zu werden.

Und so begann das Schauspiel, das ‚sein’ Meisterwerk werden sollte...

Und so sprach die geisterhaft verzerrte Stimme in Zhertos' Ohr:

„Die edelsten Fürsten, die mächtigsten Arkanen, die weisesten Eremiten können ‚ihm’ nicht trotzen. Und irgendwann wird ‚er’ auch deine Seele verschlingen, dich zu einem geistlosen Untertan machen. Ein willenloses Etwas, ein unterschwelliger Bestandteil ‚seines’ Seins auf ewig verdammt und für die zukünftigen Myriaden geknechtet.
Möchtest du.... möchtest du... möchtest du?“


Drängend hallte die verführerisch klingende Stimme in Zhertos' Schädel wieder, säte Zweifel und ließ direkt danach Hoffnung aufkeimen:

‚Er’ gibt dir die Möglichkeit, ‚seine’ Gunst zu erlangen, dir das Leben zu verdienen
‚Er’ schenkt dir Zeit solange du ‚ihm’ Seelen darreichst, wird ‚er’ gefällig auf dich herabschauen und dir im Gegenzug 'Zeit' gewähren...
Denke über die Worte nach, Zhertos.... denke darüber nach... denke darüber nach...“


Die letzten Worte echoten im Zhertos Ohr, überlagerten sich, verbanden sich zum Schluß zu einem unwirklichen Raunen, ehe die Stille einsetzte und nichts als Leere hinterließ.

Ein Vakuum, das nur durch das rohe Verlangen nach Seelen gestillt werden konnte.
Erschöpft zog er sich wieder in eine Ecke von Aurelias Bewusstsein zurück, ließ die junge Frau wieder die Kontrolle über ihren Körper gewinnen.
Die lange Rede hatte ‚ihm’ alles abverlangt und nun würde er wieder ruhen und lauern...


Auszug aus [url=http://www.alathair.de/forum/viewtopic.php?t=26435]"Szenen vor dem Friedhof" (klick)[/url]
Aurelia Florentine Vilnet

Beitrag von Aurelia Florentine Vilnet »

Sie erinnerte sich noch zu gut an den Tag, als sie durch eines der Portale stolperte, die 'Tante' in ihrer Unachtsamkeit aus Versehen offen gelassen hatte. Und bevor sie sich versah, hatte sich das Portal auch schon hinter ihr geschlossen, nichts weiter als einen dünnen Nebelschleier an der Stelle hinterlassend, wo sich zuvor noch der Sphärenriss befand.
Eine fremde Welt tat sich vor ihr auf, so wild und exotisch in ihren Eigenheiten- die Insel Lameriast, deren Boden sie das erste Mal in ihrem Leben beühren durfte.
Ein Anflug von Hilflosigkeit machte sich in ihr breit, als sie durch die dunklen Kavernen der Höhle irrte, in die das Portal sie gebracht hatte.
Unsichere Schritte, verstohlene Blicke und die bedrückende Angst vor den riesigen bedrohlichen Wesen, die im Dunkeln um sie herum tappten, während die junge Frau im Schutz der vielen Felsen ihren Weg nach draußen suchte.

Ihr Herz stand beinahe still, als sie plötzlich um eine Ecke bog und auf all die gerüsteten Gestalten stieß. Verwirrte Blicke wurden ausgetauscht, während sich Misstrauen in den wenigen unmaskierten Gesichtern einschlich und eine bedrückende Stille sich über die kleine Menschenansammlung legte.

Doch der Zweifel, der so schnell aufkeimte, wurde nur allzuschnell durch ein freundliches Nicken und ein herzliches Lächeln erstickt.
Die junge Frau atmete erleichtert auf, als die Gruppe anscheinend mehr damit beschäftigt war, sich neu zu sortieren, als zu hinterfragen, wie die junge Frau in die dunklen Höhlen gelangen konnte.

Und einer der tapferen Recken bot ihr gar an, sie zum Festland zurückzugeleiten.
Er stellte sich am Pier als Leonar vor, ehe er eilig davonhuschte, als behage ihm ihre Gesellschaft nicht.
Und seitdem ging ihr der Name nicht mehr aus dem Kopf, bis zu dem Tage, als sie ihn schwer verwundet am Boden liegen sah.

Inmitten des Blutbades trotzte er dem Tod, auch wenn sein Körper durch den vorhergehenden Kampf stark geschwächt war. Zu gern hätte sie nun die Seele aus seinem Leib gerissen und ihre Wange an die wundersame Essenz seines Daseins geschmiegt, ehe sie in einem Akt der Liebe und Verehrung zu ihm seine Seele auf den Weg zum Totenreich geschickt hätte.
Doch mit all den Anwesenden rund um sie herum hätte das Risiko der Enttarnung den Nutzen weit überstiegen.

Zerknirscht und nachdenklich zog sie sich in jener Nacht wieder in den Turm von 'Tante' zurück, versteckte sich mehrere Stunden lang in den düsteren Gängen des Turmverlieses, um klare Gedanken zu fassen.


Das mühsam unterdrückte Husten endete in einem erstickten Röcheln, als die magere Gestalt nach Luft japste, ehe es in den weitverzweigten Katakomben wieder still wurde. Auch das leise Wimmern und Schluchzen verebbte nach einiger Zeit und das Schaben von Metall auf Stein verriet die schlurfenden Schritte der jungen Frau, die sich in den stockdunklen Gängen auch ohne die Hilfe von Licht zurechtfand.
Es würden vorerst ihre letzten Tage sein, die sie im Turm ihrer 'Tante' verbringen sollte. Zielstrebig bog sie an einigen Verzweigungen des Tunnelssystems ab, ehe sie eine kleine modrig riechende Zelle erreichte, deren feuchte moosbewachsene Felsmauern nicht gerade eine heimische Atmosphäre vermittelten. In einer Ecke der Zelle stand eine schlampig zusammengeschusterte Pritsche- mit Stroh und einem dünnen Laken überzogen.
Einen schweren Seufzer ausstoßend, wischte sich die junge Frau mit dem Handrücken über die feuchten Wangen, während der Rotz so gar nicht damenhaft wieder hochgezogen wurde.

"Wir werden heute hier ausziehen, mein Kleines." flüsterte die Stimme in ihr und sogleich erfolgte ein verstehendes Nicken der jungen Frau, als akzeptiere sie willenlos den Anweisungen der fremden Macht.

Schnell wurden die allernötigsten Dinge zusammengerafft- ein halb verfallener Kamm, einige frische Kleidungsstücke sowie das kleine Bündel mit Waschzeug, das sie sich nun unter die Schulter klemmte.

"Wir werden Leonar aufsuchen..." hallte es in den Gängen wieder, schon lange nachdem die junge Frau ihre Zelle verlassen hatte.

"... und ihn ins Verderben stürzen."




[url=http://www.alathair.de/forum/viewtopic.php?t=26561]Auszug aus: "Grosse Verwirrung und wer ist die andere?" (klick)[/url]
Zuletzt geändert von Aurelia Florentine Vilnet am Montag 12. November 2007, 20:34, insgesamt 1-mal geändert.
Vikko Allago

Wachstum und Stillstand

Beitrag von Vikko Allago »

Wachstum und Stillstand

Vikko ließ den Blick über die Landschaft schweifen. Seine stahlblauen Augen schienen mehr in nach Innen gerichtet zu sein, als die Umgebung wirklich wahrzunehmen. Der kalte Wind, welcher um die Turmspitze wehte, zog an seiner Kleidung und seinen blonden Haaren, die nun noch etwas zerzauster aussahen als sonst. Und genau wie der Wind wehten die Gedanken an ihm vorbei, vieles beschäftigte ihn in diesem Moment und nur weniges, was wirklich wichtig war.

Wachstum. Alles um ihn herum schien sich zu entwickeln. So taten es Gerimor und Rahal, so taten es Aurelia und die Gemeinschaft des Raben. Niemand schien still zu stehen, nein, im Gegenteil. Alles hastete voran und selbst das Land in dem Vikko nun lebte hatte einen Entwicklungsprozess durchlaufen. Gerimor war gewachsen, ebenso wie Rahal offenbar seine Macht hat spielen lassen, um sich zu etwas größerem zu erheben. Seine Cousine war auf dem besten Wege, es Rahal gleich zu tun. Die anfängliche Sorge um seine letzte Blutsverwandte ist dahin und er betrachtet ihre Entwicklung mit immer größerem Interesse und immer größer werdendem Stolz. Der Rabe hatte weise gewählt und vor allem hatte er viel gewählt. Die Gemeinschaft war gewachsen. Der Turm wurde vollendet und schien die Diener nur so anzuziehen. Sicherlich ein löblicher Vorgang und sicherlich auch etwas, das Vikko im Auge behalten würde.

Vikko riss sich von diesen Gedanken los und huschte die Treppen hinab in das Arbeitszimmer um dem Wind zu entfliehen. Die Nacht war noch fern und so wollte er sich mit seinen Studien befassen, die ihn nun schon seid Wochen beschäftigten.
Der menschliche Körper war so faszinierend, er scheint ein Meisterwerk zu sein, aber mit so offensichtlichen Schwächen, dass es dem jungen Mann gerne einmal ein Kopfschütteln abverlangt. Langsam richtete er sein Sichtfeld auf die Zeichnungen von Knochen, Muskeln und allerlei anderer für Vikko interessanter anatomischer Merkmale. Die rechte Hand machte eine sicherere und schnelle Handbewegung, als er die Feder aufnahm, um einige Notizen zu verfassen.

Er saß Stunden an seinem Schreibtisch.
Stunden in denen er den anderen Gedanken verdrängte, der auf der Turmspitze kurz angeklungen war.

Stillstand. Er hatte das seltsame Gefühl auf der Stelle zu treten. In all der Zeit, die er nun auf Gerimor verweilt, war er fast dauerhaft mit Spielen beschäftigt, die den ein oder anderen erfreulichen Ausgang hatten, wie zum Beispiel die Pest. Er hatte viel Arbeit investiert und versucht seine Netze eng zu spinnen. Vieles war ihm gelungen und so wurde er entlohnt. Der Richter selbst, schien ihn für einen Moment berührt zu haben und hat ihm neue Möglichkeiten offenbart, neue Wege und neue Spiele.
Aber mit diesem schritt voraus begann der Stillstand. Vikko hatte das Gefühl seine Möglichkeiten nicht auszunutzen, eben diese neuen Spiele nicht zu spielen. Alles wuchs, nur er trat auf der Stelle.


Er legte die Utensilien beiseite und lehnte sich zurück. Sein Blick fiel auf die Decke und seine Arme verschränkten sich hinter dem Kopf. Welches Spiel wird dieses unsägliche Gefühl von Stillstand in ihm vertreiben?

Er wusste es nicht.
Vikko Allago

Von Sterblichkeit und Macht

Beitrag von Vikko Allago »

Von Sterblichkeit und Macht

Vikko betrachtete sich im Spiegel. Seine Augen wiesen dunkle Ringe auf, sein Gesicht war etwas eingefallen und sein Haar verfilzte langsam. Sein sonst so gepflegter Bart wucherte förmlich in seinem Gesicht und unterstrich so das minderwertige Gesamtbild des jungen Mannes. Die langen Nächte ohne Schlaf sah man ihm deutlich an und auch sein Geist war bei weitem nicht mehr so wach wie sonst, selbst seine Augen hatten den Glanz verloren. Etwas in ihm zerrte an ihm und zog ihn nach unten. Des Nachts wurde er von lebhaften Träumen geschüttelt, die sein Bewusstsein nicht aufnehmen konnte und am Tag wurde er von einer Lethargie ergriffen, die es ihm versagte den Turm zu verlassen, obwohl tief in seinem Herzen der Tatendrang brannte.
Er rieb sich das Gesicht und wandte sich von seinem Spiegelbild ab und richtete den Blick aus dem Fenster auf die Raben, welche unentwegt den Turm umkreisten.

Was passierte nur mit ihm? Ist er in der Gunst seines Herren gefallen?

Der Tod, einst sein größter Feind, nun sein stärkster Verbündeter, schien sich derzeit aus seinem Leben zurückzuziehen. Keine nennenswerte Ernte war in letzter Zeit von dem blonden Manne eingefahren worden und die Gelegenheiten die sich ihm geboten haben, sind ihm durch die Finger geglitten. Wie ein Fluch der ihn heimsuchte. Nur wer oder was und vor allem warum lief es derzeit so schlecht? Hat Kra'thor selbst seine Finger im Spiel oder war dort jemand anderes am Werk?
Es fehlte ihm einfach an Spielen, an Herausforderungen, Gefahr, Nervenkitzel und vor allem Kontrolle.

Hatte er sich auf seinen Lorbeeren ausgeruht? Wurde er unvorsichtig?

Es schien, als sei er wirklich an einen Punkt gekommen, an dem sein Weg in einer Sackgasse steckt. Seid dem Tag, an dem Kra'thor seine Leistungen honoriert hatte, war es, als könnte er keinen Finger mehr rühren. Hatte die Macht ihn gelähmt?
Er hatte das Gefühl, dass all die Fäden die er gesponnen hatte nun durchtrennt waren, als hätten sich die Puppen gegen ihren Puppenspieler erhoben.

Seine trockenen Lippen wurden kurz von seiner Zunge befeuchtet und seine Gedanken kreisten um all diese Dinge, all diese Dinge, die mit ihm geschahen. Aber auf die zentrale Frage kam er erst nach Stunden des Selbstmitleides und des Hasses auf sich selbst. In dem Moment aber, in dem er sich die Frage vor Augen führte blitze der alte Vikko wieder auf.

Was bedeutet das Geschenk, welches er erhalten hatte für mich? War es ein Geschenk oder eine Aufgabe?

Natürlich. Wie konnte er so blind gewesen sein. Macht bedeutet Schuld. Der, der Macht erhält schuldet sie dem, der sie ihm gegeben hat. Ein Bürgermeister erhält Macht von seinen Bürgern und schuldet ihnen so den Schutz für das Dorf.
Ein Diener des Raben erhält Macht vom Raben selbst und schuldet ihm größere Gaben. Es war so einfach. Der Richter schenkte ihm einen Haufen Macht und wollte jeden Deut dieser Macht wieder eingezahlt bekommen. Er ist kein Freund, er ist ein Geschäftspartner und will jede Leihgabe mit Zinsen zurückgezahlt bekommen.

Vikko musste laut Lachen. Wie er es hasste Schulden zu haben.
Zuletzt geändert von Vikko Allago am Sonntag 2. Dezember 2007, 19:57, insgesamt 1-mal geändert.
Vikko Allago

Träume

Beitrag von Vikko Allago »

Träume

Vikko fiel in vollkommene Schwärze. Die weichen schwarzen Federn nahmen ihn wieder in ihren Schutz umhüllten ihn und bedeckten ihn vollkommen. Wieder kamen die Gefühle in ihm auf, die er immer verspürte, wenn er seinen Traum träumte, doch mischte sich dieses Mal auch Erleichterung mit ein, denn es war wieder soweit, sein Bewusstsein konnte diesen Traum aufnehmen, sein Meister schenkte ihm wieder seine Aufmerksamkeit.
Er wurde tiefer in das Bett aus Federn gezogen und sie schlossen sich enger um ihn, wanderten in seine Lungen und wurden so in seinen Körper aufgenommen, bis er sich nicht mehr rühren konnte. Er war wie gelähmt, wie gefesselt, doch er nahm keinen Anstoß daran, im Gegenteil, es brachte ihm ein Hochgefühl, welches er schon seid Wochen nicht mehr erlebt hatte.
Dann explodierte die Schwärze um ihn herum, die Federn wirbelten umher und veränderten das Bild, welches sich vor seinen Augen zeigte.


Er stand auf einer freien Fläche, die Sonne ging dunkelrot vor ihm unter, sie schien in ihren letzten Zügen zu sein und gab so den Blick auf eine sternenlose Nacht frei. Vikkos Blick schweifte umher als plötzliche brennendes Papier vom Himmel regnete, als sei ein Buch in großer Höhe in Flammen aufgegangen. Die Seiten landeten auf seinem Körper, verbrannten ihn aber nicht, nein, jedes Stück Asche, jede Flamme, die auf seinen Körper traf, schenkte ihm ein Prickeln, wie von Macht.
Der kehlige Schrei eines Raben zerriss die Stille und der Kopf des Dieners fuhr herum, aber er konnte den Raben nicht sehen, anstelle des nachtschwarzen Vogels zog ein Adler seine Kreise. Der Schrei des Raben ertönte wieder und just in diesem Moment schoss ein Pfeil am Ohr des jungen Mannes vorbei, er zerschnitt die Luft in einer unglaublichen Geschwindigkeit und traf direkt den Adler. Das Tier schien einen qualvollen Tod zu sterben, als er schreiend gen Erdboden trudelte.
Als der Schrei des Adlers verstummte und sein Körper hart auf dem Boden aufprallte, verspürte Vikko eine Kälte in seinem Herzen, die er in dieser Intensität bisher nur einmal erlebt hatte.
Sie entlockte ihm ein geisterhaftes Lächeln.
Sie rief Erinnerungen wach.
Sie war es, die er gesucht hatte.
Sie war es, die ihm seinen Weg zeigte.


Die Augen des in knochengrau gehüllten Mannes öffneten sich.
Der Rabe hatte ihn vor eine neue Aufgabe gestellt.
Die Vorbereitungen konnten beginnen.
Aurelia Florentine Vilnet

Beitrag von Aurelia Florentine Vilnet »

Ein hohler Ton begleitete den Aufprall der Wurst am Boden. Wie ein Wurfgeschoss hatte sie das Stück Fleischerzeugnis in die Richtung des dümmlich aussehenden Bauern geworfen und ehe dieser sich versah, hatte sie auch schon ihre mentalen Fühler nach dem Bewusstsein des Mannes ausgestreckt, um seine Bewegungen zu lähmen und eine eventuelle Flucht zu erschweren. Der Mann krümmte sich unter den imaginären Bauchschmerzen, die sie ausgelöst hatte, als ihr purer Wille das schwächere Bewusstsein des Bauern wie im Würgegriff umklammert hiel. Im gleichen Moment bereitete sie den nächsten Schritt ihres Angriffes vor., indem sie den natürlichen Fluss von eluives Lied zu einem Trichter formte, der Krathors dunkle Präsenz in das Stück Wurst fokussieren sollte. Mit Genuss beobachte sie die sich verdichtenden Energien Krathors, die allmählich in der Wurst gesammelt wurden, bis sie das Stück Fleischerzeugnis in einer explosionsartigen Entladung zum Aufplatzen brachten. Gleichzeitig nahm die Präsenz des Totenfürsten langsam Gestalt an, als hervorsprießende Wucherungen sich langsam zu kleine verunstaltete Glieder formten, die nur entfernt an Arme und Beine eines Menschen erinnerten. Der zitronengroße Knubbel, der mehr eine Parodie als ein Abbild eines Menschenkopfes darstellte, wuchs mit ungezügelter Geschwindigkeit aus der Mitte der Wurst heran, bis er wie eine reife Melone an einer Stelle aufriss und ein maulähnliches Gebilde formte, woraus geleeartige Blutklumpen hervorquollen, die beim Aufprall auf dem Boden sofort die Erde verätzten und nur schwarze verkohlte Flecken an derselben Stelle hinterließen.
Das unheilige Wesen, das sie aus der Wurst geformt hatte, setzte sich auch sogleich unter unbeholfen wirkenden wackeligen Schritten in Bewegung. Mit jedem Schritt gewann sein Gang an Sicherheit und Zielstrebigkeit, bis aus den schlurfenden Schritten ein schneller Trab wurde, der sich zum Schluss in einen reißenden Galopp wandelte. Die letzten Schritte, die den verdutzt dreinblickenden Bauern vom untoten Wurstungeheuer trennten, überwand das Wesen mit einem beherzten Sprung in Richtung seines Opfers. Getroffen von der Wucht des Wesens fiel dieser rücklings zu Boden- der viskose blutige Schleim aus dem geifernden Maul verunstaltete das Gesicht des Bauern augenblicklich zu einer verkohlten Kratze.

Ein heller Todesschrei hallte durch die sternenklare Nacht...
Leonar Torin

Beitrag von Leonar Torin »

Es war schon einige Zeit vergangen seitdem die kalte Hand des Todes an ihm Zerrte und die Dunkle Hand Aurelias sich an seiner Seele schmiegen wollte. Die Bindung zwischen Leonar Torin und Farina Sonnental ließ nach aber dies sollte nicht das Ende sein. Die Knappschaft bei Lady Llasthobar hatte er begonnen und seine Freizeit belief sich auf hin und her laufen zwischen der Bruderschaft und der Dornenfeste um ständig weiter zu machen. Wie das Zahnrad der Mühle des nun Toten Bauern lief auch Leonars Leben momentan. Er muss immer weiter….

Das letzte Mal als er Aurelia sah lief sie weinend davon. Diese Plötzliche Liebeserklärung hatte ihn ernsthaft irritiert und in der Geschichte zwischen ihm und Farina sehr gestört. Dennoch plagte ihn ein schlechtes Gewissen. Lady Llasthobar lehrte ihm den Umgang mit Recht und Unrecht in tiefste Genauigkeit und besonders den Umgang mit Frauen. Letzterndes musste Sir Rolosin Vadebor die Rolle einer Frau übernehmen und mit ihm den Umgang Proben.

Vielleicht sollte Leonar die Dame Aurelia aufsuchen und sich auch bei ihr Aufrichtig entschuldigen. Die Suche begann…
Zuletzt geändert von Leonar Torin am Donnerstag 20. Dezember 2007, 09:18, insgesamt 1-mal geändert.
Aurelia Florentine Vilnet

Beitrag von Aurelia Florentine Vilnet »

In einem unerbittlichen Ringen zwang die stärkere Präsenz die Schwächere nieder, ließ sie hilflos in einer eisigen Umklammerung umherzappeln. Wäre der ungleiche Zweikampf dieser beiden Präsenzen, der auf rein mentaler Ebene im Kopf der jungen Frau stattfand, nicht so ganz und gar unweltlich gewesen, hätte man in diesem Moment vielleicht sogar das höhnende Gelächter des Siegers durch das leere Zimmer hören können.

Der sanfte, melancholische Blick der jungen Frau verschwand
endgültig aus den edlen, härter gewordenen Zügen. Die meereblauen Augen, die nun von dunklen Augenringen umrahmt wurden, verloren endgültig den warmen, mitfühlenden Schimmer, den man für gewöhnlich von ihr gewohnt war.

'Er', der Keimling des Totenfürsten, hatte endlich die Freiheit für sich gewonnen und den Status erreicht, an dem 'er' sich wie eine Blütenknospe aus dem Boden erheben würde. Direkt nach dem Sieg schickte der Keimling sich an, 'seine' mentalen Fühler in das komplette Bewusstsein der jungen Frau zu schlagen.

Der Zweikampf, der im Unterbewusstsein der jungen Frau gewütet hatte, forderte ebenfalls seinen Tribut, denn zahlreiche Erinnerungen an das Geschehene fielen dem blinden Wüten des Keimlinges zum Opfer, als 'er' die Präsenz der kleinen Aurelia mit seiner brutalen Überlegenheit niederschmetterte und in einen entfernten Winkel ihres Untersbewusstseins verbannte.

Ein selbstzufriedenes Schmunzeln schmiegte sich an die Mundwinkel der jungen Frau, als sie sich gewahr wurde, dass 'sie' selbst nun Aurelia Florentine war- die Saat des Totenfürsten, die sich zu einer zarten Knospe verwandelt hatte.

Und bald würde 'sie' 'ihre' Umwandlung komplettieren und in die freie Welt hinausziehen, um im Auftrag des Totenfürsten das menschliche Wissen über Seelenwanderungen zusammenzutragen...

Als 'ihr' zwei geeignete Objekte in den Sinn kamen, flüsterte sie ersterbend leise und voller lusterfüllter Sehnsucht deren Namen:
"'Leonar' ...
'Farina'..."

Zuletzt geändert von Aurelia Florentine Vilnet am Samstag 29. Dezember 2007, 10:04, insgesamt 2-mal geändert.
Vikko Allago

Feuer und Tod

Beitrag von Vikko Allago »

Feuer und Tod

Vikko verharrte in seiner Position. Er war zur Bewegungslosigkeit gezwungen, jede Bewegung schmerzte jeder Atemzug war eine Qual. Die verbrannte Haut spannte über den Muskeln, drohte bei jeder Gelegenheit zu zerreißen und ein brennender Schmerz begleitete jede Sekunde, als würde das Feuer immer noch brennen.

Wirklich nicht viel war von der alten Gestalt des Körpers übrig geblieben. Kein Haar zierte mehr auch nur die kleinste Körperstelle, das Gesicht entstellt und die Hände waren kaum noch dieser Bezeichnung würdig.

Ewige Dunkelheit lag über ihm. Die einzigen Bewegungen waren die seines Geistes, welcher immer noch bereit zum Kampf war, welcher immer noch den unbeugsamen Willen aufbrachte und ihn so am Leben hielt. Es war kein klammern an weltliche Dinge, nein, es war vielmehr das Verlangen diese eine Tat zu vollenden, diesen einen Schritt noch zu gehen.
Es war die Lust nach Rache, die Lust, diesen überheblichen Mann in seine Schranken zu weisen, ihm wieder gegenüberzutreten und ihm dann ebensolche Qualen zu bereiten, die er erleiden musste.

Seine Gedanken kreisten um sein Schicksal. Er würde nie wieder die Augen öffnen, nie wieder eine Waffe in die Hand nehmen und sie in einem geschickten Streich gegen seinen Gegner führen können. Es lag nun ein Fluch auf diesem Leib, ein Fluch den nur das Feuer bringen kann.

Frustration und Ärger wechselten sich stetig ab und jeder Plan den er schmiedete wurde vorerst wieder fallen gelassen. Immerhin konnte er seine alten Fäden nicht mehr ziehen, sie waren durchtrennt. Mit einem einzigen Streich, hatte der Magier Vikkos Arbeit von Monaten zerstört. Es ärgerte ihn, dass er wieder von vorne anfangen musste, dass er sich nicht auf das Spiel mit den Menschen verlassen konnte, die er bereits in seinen Bann gezogen hatte. Er musste tatsächlich wieder beginnen andere zu umgarnen. Vorausgesetzt er würde Leben.

Das Leben war ihm zwar längst nicht mehr so wichtig wie früher und das Wissen, ein treuer Diener des Herren gewesen zu sein, in wessen Reich er vielleicht einkehren würde, machte den Gedanken an den Tod sehr schmackhaft. Doch es war zu einfach. Es war zu einfach nun seinem Herren gegenüber zu treten und im Totenreich einen Platz an seiner Rechten einzunehmen.
Die Herausforderung fehlte und er liebte Herausforderungen. Ein neues Spiel würde beginnen, auch wenn er seinen Herren dadurch vielleicht etwas verstimmt, war er doch erpicht darauf, dieses Spiel anzunehmen, auf sich zu setzen und seinen Gewinn zu verdoppeln.

Wären die Lippen dazu in der Lage gewesen, Vikko hätte gelächelt. Wären die Augenlider dazu in der Lage gewesen, sie hätten sich geöffnet und den Blick auf ein Paar äußerst Rachsüchtiger Augen freigegeben. Wäre sein Körper nur in der Lage gewesen, seine Gedanken in die Tat umzusetzen.

Der Diener des Raben war gefesselt, verbannt in seinen eigenen Körper, welcher nur noch an einem dünnen Lebensfaden hing.
Zuletzt geändert von Vikko Allago am Donnerstag 17. Januar 2008, 19:27, insgesamt 1-mal geändert.
Aurelia Florentine Vilnet

Beitrag von Aurelia Florentine Vilnet »

Der widerliche Schwefelduft vermischt mit dem Geruch von verbranntem Fleisch tränkte die stickige Kelleratmosphäre mit dem Geschmack des Todes. Majestätisch anmutig schritt sie langsam die Treppe herab, bis die Finsternis im Kellergewölbe sie vollständig in ihre Umarmung schloss.
Nicht mehr als eine hauchdünne Berührung ließ sie zu, als ihre Fingerspitzen langsam das steinerne Treppengeländer herabglitten. Die Kälte, die sie umfing, verursachte unweigerlich in ihren feingliederigen Fingern ein wohliges Kribbeln- bereitwillig und anschmiegsam gab sie sich der Kälte hin, kostete mit einem angeekelten aber zugleich auch faszinierten Atemzug vom Odor des Todes, der der Kellerluft einen schweren Beigeschmack verlieh.
Mit den Fingerkuppen betastete sie vorsichtig ihre eigene Schläfe, um die düstere Umgebung durch einen Dunkelsichtzauber besser wahrnehmen zu können.
Die wenigen aufgestellten Betten, die wohl mehr verlegenheitshalber den kargen Kellerraum zierten, waren allesamt unbesetzt... bist auf eines.
Selbstsicher lenkte sie ihre kleinen Schritte in Richtung des kümmerlich wirkenden Körpers, der schlaff auf dem Bett ruhte.
Innerlich machte sich der erste warnende Hinweis in Form von einem unbewussten Herzrasen bemerkbar, als die Umrisse der Gestalt immer deutlicher in ihr Sichtfeld rückte.
Es waren ihr vertraute Umrisse, die sie nur allzu gut kannte, auch wenn nicht mehr viele Fragmente ihres alten Bewusstseins in ihr übrig geblieben waren.

‚Vikko’ whisperte sie hauchdünn, ohne das nachfolgende unkontrollierte Zähneknirschen noch rechtzeitig unterdrücken zu können.

Ihr einst so stolzer und unnahbarer Cousin hatte nun kaum mehr Ähnlichkeiten mit einem menschlichen Wesen. Eher erinnerte er sie an einem mumifizierten Leichnam- solche, die man für gewöhnlich tiefer in den Katakomben aufbewahrte, weil man ihre Körper entgegen den Gesetzen der Natur für längere Zeit konservieren wollte.

‚Ein solch erbärmlicher Anblick’. Ein mattes, schmales Lächeln zierte ihre Mundwinkel, ehe sie zielstrebig ans Bett trat, um mit sanfter Behutsamkeit seinen Brustkorb zu berühren, der sich bei jedem flachen Atemzug nur widerwillig hob und wieder senkte.
Ein ehemals begehrenswertes Gefäß, welches jetzt nicht mehr als eine zerschundene Zusammensetzung aus verkohltem Fleisch und gebrochenen Knochen war.

‚Im Namen des ewigen Fürsten werde ich dich erlösen und deine Seele vor seinem Gericht stellen.’ Zwar wurden die Worte tonlos ausgesprochen, doch konnte sie ihnen kaum eine gewisse Genugtuung absprechen, die in ihrer leisen Stimme mitschwang.
Locker hielt sie die schlangenförmige filigrane Klinge in der Rechten, bereit und begierig darauf, die Spitze der Waffen mitten in sein kaltes Herz zu stoßen. Das Herz das nie auch nur einmal für sie geschlagen hat...
Ein letztes Mal fuhr sie mit der mageren Hand über Hals und Nacken, fächerte ihr langes blondes Haupthaar über die schmalen Schultern.

‚Wir sehen uns im Totenreich, Seele...’ ein fast lustvoll klingendes Stöhnen leitete den finalen Stoß ein, der das ärmliche Dasein ihres Cousins beenden sollte und es doch nicht tat, weil sie die Klinge mit aller Kraft im letzten Moment noch zur Seite lenkte, so dass diese haarscharf am Vikkos Bauch entlangschrammte, um sich dann mit Leichtigkeit in das weiche Futter der Matratze zu bohren.

Nicht etwa Zweifel oder gar Unsicherheit hatten den Todesstoß aufgehalten, sondern ein leises kraftloses Stöhnen, das aus einem der vielen Hinterzimmer in ihr Ohr drängte.
Mit der bluttriefenden Klinge in der Rechten, begab sie sich gemächlich zur Quelle des Geräusches, stieß unzählige angelehnte Türen auf, um dann letztendlich zur Lebendkammer zu gelangen- die Kammer, wo man menschliche Wesen aufbewahrte, die man zu Versuchszwecken benötigte.
Eine schmächtige Person lag ausgestreckt in der Mitte der Zelle, scheinbar bewusstlos und völlig hilflos auf ihr nahendes Ende wartend.
Für einen Moment zog sie ihre dünnen Brauen zusammen, um diese ihre Stirn zerfurchten zu lassen, ehe ihr im anderen Moment schlagartig bewusst wurde, was vor sich ging.

‚Du mieser Schweinehund...’ liebevoll ausgesprochene Worte, die klangvoll durch den Raum schallten.

Vikko wollte es also tatsächlich versuchen....

Mit einem schwermütigen Seufzer begnügte sie sich damit, ihre Zungenspitze gierig über die flache Kante ihrer Klinge gleiten zu lassen.
Und die Enttäuschung ließ auch nicht nach, als das Blut ihres Cousins ihre Mundwinkel herabrann...
Aurelia Florentine Vilnet

Beitrag von Aurelia Florentine Vilnet »

Verstörte Seelen...

Gepeinigte Leiber...

Schmerz war das Bindeglied zwischen Körper und Geist. Kein anderes Gefühl konnte so intensiv, befriedigend und befreiend sein wie Schmerz.

Die junge Frau ließ sich tiefer in den Thron aus Stein sinken. Die kalte raue Oberfläche des Granits fühlte sich angenehm an.
Vor sich aus ausgebreitet - ein rissiges Stück Pergament und ein kleines Glässchen Tinte- die Zusammenstellung an Schreibutensilien wurde durch eine Feder komplettiert.

Sie wollte eigentlich etwas über Schmerz schreiben, doch dies würde Hochwürden sicherlich nicht gefallen.
Überhaupt fiel ihr kein guter Anfang an, mit dem sie die ersten Zeilen ihres Aufsatzes beginnen sollte.


"Gerechtigkeit ist, wenn jeder Mensch einen schmerzvollen, grausamen Tod stirbt..."


Sie schüttelte den Kopf. Nein- dies sollte sie lieber nicht in den Aufsatz bringen- es könnte Hochwürden auf falsche Gedanken bringen.


Sie sollte vielleicht subtiler vorgehen- die Grundzüge des Temoraglaubens untergraben und für ihre eigenen Zwecke nutzen.
Es hatte keinen Zweck Zweifel zu säen- vielmehr wäre es sicherlich sinnvoller, wenn sie die schon vorhandene Überzeugung der Streiter für ihre Zwecke nutzt.

Dann kam schließlich der rettende Gedanke.

So ergriff sie die Feder und setzt zum ersten Satz an:

Gerechtigkeit ist...


...wenn Hühner, Kühe und Lämmer ihr Leben geben müssen, indem wir ihr Fleisch zu saftigen Filets und Würsten verarbeiten umgewandeln.
Wir machen aus den Eiern Omlett und backen Kuchen draus, obwohl vielleicht eines Tages kleine Hühnerkinder daraus schlüpfen könnten. Wir schlachten junge Kälber, damit die Kalbsleberwurst immer ganz frisch schmeckt. Wir rupfen die Federn der Hühner und Enten, um aus ihnen Kissen und Daunenjacken zu machen. Wir scherren das Fell der Schafe, um die Wolle zu geschmeidigen Wollhemden zu verarbeiten.
Die Lachse und Forellen der Bächer enden als leckere Fischstäbchen auf unseren Tellern. Die Bäume der Wälder roden wir, um aus dem Holz Tische und Stühle zu schreinern. Das Reichtum der Berge schöpfen wir aus, um aus Erz Rüstungen und Waffen zu schmieden, sowie das dem Granit der Steinbrüche Häuser und Burgen zu bauen.

All dies hört sich nach parasitärer Grausamkeit an. All dies klingt nach einer Verrohung unserer Zivilisation. Doch ist dies der unausweichliche Lauf der Natur.

Die Menschen sind Kinder der Natur, die Teil des ewigen Kreislaufes sind. Wird unser Leben beendet, so wird unsere sterbliche Hülle wieder in den ewigen Kreislauf zurückkehren.

Dies ist die Wahrheit, vor der wir unsere Augen kaum verschließen können. Nur wenn wir die Wahrheit mit offenen Armen empfangen und sie zu lieben schätzen, können wir Gerechtigkeit walten lassen. Aus diesem Grunde müssen wir ein Teil unserer Selbst aufgeben für etwas, das größer ist als wir.

Wir müssen die Furcht in unseren Herzen mit Mut verbannen.

Wir müssen Licht dorthin führen, wo Dunkelheit herrscht.

Wir müssen Leben nehmen, um Leben zu bewahren.


Gerechtigkeit können wir nur walten lassen, wenn wir in unseren Herzen die Wahrheit tragen.
Zuletzt geändert von Aurelia Florentine Vilnet am Samstag 1. August 2009, 16:52, insgesamt 2-mal geändert.
Rabeya Travier

Beitrag von Rabeya Travier »

Sie hatte nicht viel erwartet von der jungen Köchin der Bruderschaft. Doch als ihre Augen jene Zeilen erfassten kräuselte ihre Stirn sich in lauter kleine Falten.
Die Worte waren sorgsam gewählt, anders wie sie es eigentlich von Aurelia erwartet hatte.
Nicht stupide und auf eine gewisse weise Naiv.
Nein irgendwie waren jene Worte von etwas anderem geprägt. Die tiefe der Worte hatten irgendwie etwas seltsames, was sie gar nicht erfassen konnte.

Sie öffnet und schloss einige male ihre vernarbte Hand. Die Narben schmerzten heute mehr als sonst. Das Dunkle und das Böse was darin saß machte ihr mehr als nur ein bisschen zu schaffen.

Den Brief kurz zusammenfalten und wieder öffnen, lass sie ihn erneut.
Und kurz darauf nochmals.
Es lies ihr keine Ruhe, jene Worte waren anders, es wurde etwas beschrieben womit sie nicht gerechnet hatte...

Aber was war es?
Aleksi

Beitrag von Aleksi »

Der zerbrochene Dolch

Vikko betrachtete seinen aktuellen Körper. Immer noch kratzte ein Schatten von Wut hinter seiner Stirn, wenn er an den Tag dachte, an dem er dieses Opfer bringen musste. Lukan Linari, der Arkorither, hatte es tatsächlich geschafft ihn zur Strecke zu bringen und nur mit größter Not konnte er sich selbst, bzw. seine Schwestern ihn retten. Es war der Tag, an dem Vikko Kra'thor eine Seele entriss, nämlich die Seine. Vielleicht war dies auch der Tag, an dem er einen Fluch auf sich genommen hatte.
Seine Freunde und Kontakte verschwanden, niemand erkannte ihn mehr und der, da noch andauernde, Kampf gegen diesen kleinen Narren, diese zweite Seele in seinem Leib, schwächte ihn. Er konnte nie wieder zu voller körperlicher Stärke aufsteigen, konnte nicht mehr die alten Talente nutzen, die er damals in seinem Geburtskörper erlernt hatte. Doch hat jede Medaille zwei Seiten. Die geistigen Fähigkeiten nahmen zu und so wurde seine Macht wieder einmal vervielfältigt.
Er ließ den Blick über Bajard wandern und wandte sich dann um. Seine Schritte führten ihn an einen Ort, der nur wenigen Eingeweihten bekannt ist und den Vikko in letzter Zeit eigentlich zunehmend gemieden hat. Die anderen Diener seines „Herrn“ entsprachen zum Großteil nicht den Anforderungen, die Vikko an sie stellen würde, doch war es unbestreitbar, dass an diesem Ort seine eigene Macht mit am größten war.
Er kam mit einem besonderen Ziel und in den letzten Tagen hatte er sich mehr als einmal Gedanken darüber gemacht, wie er sein Ziel erreichen könnte, wie er vielleicht sogar nochmal Kra'thor eine Kleinigkeit entreißen könnte – wenn es denn nötig wäre. Er hoffte es natürlich nicht, denn es würde die Arbeit, erstens, ungemein schwieriger machen, zweitens, es würde länger dauern und, drittens, mag er es einfach nicht, wenn etwas nicht so läuft wie er es sich denkt.
Er kontrollierte die Gewölbe der Diener Kra'thors und ging jeden Gang ab, jede Nische wurde kontrolliert und jedes unnütze, untote Wesen wurde zerstört – zumindest bis die Hand Kra'thors wieder diesen Boden berührt und die Kraft zurück in die toten Leiber fahren lässt.
Nachdem er de Ort gründlich geprüft hatte und sich ziemlich sicher war, dass er zu dieser Stunde allein in den Gewölben war bereitete sich Vikko für sein Vorhaben vor. Der diamantene Dolch, der schon so vielen den Tod gebracht hatte und gerade zu vor Energie strahlte, das nun wieder dunkelrote Armband aus Knochen und ein Haar der gesuchten Person, welches er in einem unbeobachteten Moment an sich genommen hatte, wurden, nachdem er sich in die Mitte des blutigen Pentagramms gesetzt hatte, vor sich platziert. Er ging tief in sich und sammelte alle Willenskraft die er aufbringen konnte. Nur gut, dass er es in der Zeit, in der er nicht auf Gerimor verweilte, geschafft hatte, diese kleine, störende, zweite Seele aus seinem neuen Körper verbannen konnte, denn sie würde das kommende Ritual deutlich erschweren. Er nahm den Dolch zur Hand und vollführte einen dünnen Schnitt in seiner linken Handfläche, er nährte damit das Pentagramm und begann mit einem tonlosen Sing-Sang. Ein Gebet, eine Bitte, nein, eine Forderung nach Informationen, nach einer Einsicht, die ihm zeigte, wo er die Person finden konnte, nach der er Ausschau hielt.
Er war einst in ihren Gedanken gewesen, kannte sie besser als wohl fast jeder Mensch auf dieser Existenzebene, aber auch sie hatte eine andere Bindung zu ihm gehabt und mehr von ihm gesehen, als er es eigentlich hätte erlauben dürfen, doch genau das reizte ihn, genau das machte sie so suchenswert.
Der Dolch wurde in die linke, blutende Hand verlagert und die rechte Griff nach dieser zweiten Verbindung, die er zu ihr hatte, dem Haar von Lythiana Cronor. Er entließ die Kraft die in ihm pulsierte in das Pentagramm und griff dabei auch auf Reserven zurück, die er in seinem Dolch, sowie in seinem Knochenarmband gesammelt hatte und fokussierte sie, lenkte sie auf den einzigen Gedanken, der in diesem Moment in seinem Geist sein Unwesen trieb.

Die Suche hatte begonnen!

Vor seinem geistigen Auge rasten Bilder vorbei, die so schnell und verschwommen waren, dass er nicht im Stande war sie zu deuten, nicht ein Detail konnte er aktiv aufnehmen, doch war er sich sicher, dass er sie nicht verfehlen würde, wenn sie denn in irgendeiner Form in seinem Suchbereich war.
Stunde um Stunde verbrachte er in dieser schemenhaften Welt, diesem Fokus, der nur diesem einen Zweck diente und doch konnte er sie nicht finden. Immer mehr Kraft entließ er aus sich und seiner Seele und seine Reserven in Dolch und Armband wurden auch immer weniger. Es schien beinahe, als sei sie vom Erdboden verschluckt. Er wollte sich das Zugeständnis nicht machen, die Möglichkeit nicht einmal in Betracht ziehen, dass Sie vielleicht schon in eine andere Welt übergegangen ist und so suchte er und suchte und suchte. Es war kein Eifer mehr, keine schlichte Neugier oder der Beweis für sich selber, dass er sie finden könnte, nein, vielmehr war er Besessen.
Doch mit einem Mal rissen die Bilder ab, die Schemen waren vorbei geflogen und hatten nichts anderes als eine tiefe, schwarze Leere hinterlassen – er war gescheitert. Er konnte sie einfach nicht finden, er konnte ihr einfach nicht habhaft werden, aber er spürte, dass er noch Kraft hatte, Kraft um an einem anderen Ort weiter zu suchen. Das Totenreich Kra'thors.
Er verblieb in diesem Dämmerzustand und sammelte nochmals all seine Kräfte, zog die Kraft aus Dolch und Armband in sich hinein, bündelte sie und versuchte einen Zugang zum heiligen Reich seines „Herrn“ zu erlangen, einen Zugang der ihm mehr erlaubte als die täglichen Spielchen mit belebten Körpern und Illusionen, mehr als nur eine harmlose Forschung – er war bereit seine Seele auf die Suche zu schicken und zumindest Klarheit über den Verbleib seiner alten Freundin zu erlangen.

Und so tauchte er ein in diesen geweihten Ort, die Schwindende Kraft dabei missachtend.

Ein Bild formte sich nicht, als er diese Grenze überschritt, es war eher ein Gefühl. Es war als würde man einen unendlichen Raum betreten, in dem man zwar die Präsenz andere spürte, aber sie niemals erreichen könnte. Er fühlte sich beobachtet.
Weiter trieb ihn seine Suche, er erforschte dieses Gefühl, versuchte Details wahrzunehmen und sich in diesem Wirrwarr zu orientieren. Aber er konnte sich nicht auf einen seiner Sinne verlassen, dieses Mal konnte er nur seinen Instinkten folgen, die ihn durch diese fremde Welt führten.
Dann schien es, als würde ihm ein Durchbruch gelingen. Er konnte etwas wahrnehmen, etwas, dass ihm sehr bekannt vor kam. Endlich, er hatte sie gefunden. Er strebte zu diesem Ort, der weiterhin im Nichts lag, aber dennoch irgendwie eine Position hatte. Eine Welt voll Paradoxa, voll von unerforschtem Gebiet und ein Ort von dem es eigentlich keine Wiederkehr gibt.
Weiter und weiter näherte er sich diesem bekannten Gefühl und versuchte geistig nach ihm zu greifen, doch irgendetwas schien Ihm diesen Ort zu entziehen, ihn immer, kurz bevor Vikko ihn erreichen konnte, beiseite zu schieben es anders zu platzieren und die gesuchte Seele für sich behalten zu wollen. Verzweifelt und besessen vom Erfolg konnte Vikko nicht anders, als dieses Spiel mit zu spielen – irgendwann musste er doch schneller sein!
Doch die Erkenntnis kam viel zu spät. Seine Kraft war aufgebraucht und er spürte einen deutlichen Ruck an seiner Seele, seinem Geist und in diesem Moment überkam ihn ein Moment der Klarheit.
Dieses Etwas war nicht Kra'thor, nicht Kra'thor verweigerte ihm den Zugriff zu Lythiana, da war etwas anderes, etwas, dass er nicht definieren konnte und dieses Etwas verschleierte für Vikko auch, ob die Seele Lythianas nun schlussendlich im Totenreich verweilt oder doch noch unter den Lebenden weilt.
Diese Klarheit überkam ihn, als er den wahren Zugriff Kra'thors spürte.
In dieser Welt war er mehr als nur ein Schatten, mehr als nur ein Dämon der gerne ungleiche Geschäfte eingeht, er war – allgegenwärtig. Es überwältigte Vikko innerhalb eines Wimpernschlags und das letzte was sein Geist noch aktiv wahrnehmen konnte war ein Gedanke, ein fremder Gedanke:

"Begleiche deine Schulden, Vikko Allago!"


Ein lautes Bersten hallte durch die Gewölbe der Diener Kra'thors, als der diamantene Dolch in 2 Teile zerbrach, das Knochenarmband in seine einzelnen Glieder zerfiel und sich alles vor ihm auf dem Boden verteilte. Der einst mächtige Diener des Seelenfressers kippte wie ein nasser Sack hinten herüber. Seine Augenlider waren geöffnet und gaben den Blick auf komplett weiße Augäpfel frei. Jedem wird bei diesem Anblick eines klar werden: Dieser Leib wurde vollständig von seiner Seele getrennt – auf ewig.
Zuletzt geändert von Aleksi am Donnerstag 1. Oktober 2009, 12:42, insgesamt 1-mal geändert.
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Neroith
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Registriert: Freitag 31. Oktober 2008, 04:44

Beitrag von Neroith »

Schwerfällig. Gepeinigt von den Strapazen der Jagt in seiner schweren
Kettenrüstung, polterte er die Treppen hinunter. Dämonen. Diese
unberechenbaren Geschöpfe. Ein weiteres Mal hatten sie ihm gezeigt,
dass sie ihre wertvollen Knochen nicht kampflos hergeben wollten.
Natürlichen waren sie schließlich gefallen. Doch einem dieser garstigen
Geschöpfe war es gelungen an seinen Geist zu treten. Die Willenskraft des
Erwählten für einen Moment zu brechen und seinen markerschütternden
Schrei in Neroiths Verstand zu platzieren. Merkwürdige Bilder schossen dann
durch seinen Kopf. Die Umgebung erstrahlte mit jedem Wimpernschlag
anders. Als würden grüne, gelbe, blaue und rote Sonnen ihre Lichter
abwechselnd auswerfen. Er musste sich nun erst einmal wiederfinden.
Seinen Geist öffnen und den Willen seines Herren erfahren. Im Gebet würde
er sich rasch wieder ordnen können. Beim durchschreiten der Gänge löste
er die Rüstungsteile und warf sie achtlos in die Ecken. Später würde er sie
wieder an sich nehmen und reinigen.
Kurz vor den heiligen Hallen Krat'thors bedeckten nur noch ein schweiß-
gebadetes Hemd und eine lederne Hose den Leib Neroiths. Er wollte sich
gerade an eine der mächtigen Säulen lehnen. Für einen Moment inne halten
um mit mehr Kraft die letzten Schritte bis zum Altar antreten zu können,
als er einen leblosen Körper in der Mitte ihres Ritualkreises erblickte.

Achtsam näherte er sich dem Leichnam, erspähte das zerfallende Arm-
band und die Dolchfragmente. Dann drehte er den Torso und gab so den
Blick auf seines Bruders Gesicht frei.
Für einen Moment schloss er seine Augen, versuchte ihn erfassen zu
können. Seine Anwesenheit zu spüren, doch alles was er vernahm war
die Leere des Raumes. Er blickte ihm dann tief in die weißen Augen. Seine
Seele war gegangen. Das Band, welches Körper und Geist zusammenhielt
gerissen. Er verschwendete keinen Moment mit der Trauer. Ohne Zweifel
musste Krat'thor ihn aus dieser Welt gerissen haben. Niemand sonst
würde eine Seele so Rückstandslos entreißen können wie der Gott der
Seelen selbst.
Für einen Augenblick begann der Erwählte zu lächeln. Ein kurzer Anflug
der Freude für die seinen Bruder. Er würde es nun besser haben.
Endlich von den weltlichen Fesseln befreit zu sein und den Platz an
des Rabens Seite einzunehmen war die erstrebenswerteste Ehre in seinen
Augen.
Neroith nahm die Armbandfragmente an sich. Auch den zerbrochen Dolch
umhüllte er behutsam mit einem Stück seines Hemdes und richtet
sich dann auf. Er würde einem der Jungerwählten den Körper überlassen.
Er wusste, dass viele von ihnen noch nicht die Kraft hätten selbst leben zu
nehmen und ein solcher Fundus wertvoll für erste eigene Neugierigkeiten
sei. Auch wenn es die Gebeine eines nahen Bruders waren. Er hätte es
selbst vermutlich nicht anders getan.
Zuletzt geändert von Neroith am Samstag 3. Oktober 2009, 12:40, insgesamt 6-mal geändert.
btw. : Ruhm und Ehre der Eisenwart!

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