Tod

Vikko Allago

Tod

Beitrag von Vikko Allago »

Tod

Der Tod. Das Ende. Die Angst vor diesem Etwas hat sein Leben lange geprägt, hat ihn lange beeinflusst, doch diese Zeit ist vorbei. Diese Tage sind gezählt.
Der Rabe selbst hat ihn erwählt, der Rabe selbst hat ihm diese Angst genommen, der Rabe und nun Amarissa. Mit dem Ende ihrer Liebe ist etwas in ihm gestorben, etwas in ihm hat sich gewandelt, der letzte Funken ist in ihm erloschen. Nichts hält ihn noch hier außer Zwei Versprechen. Der Burgherr, der Mann dem er sein Blut gegeben hat und der Rabe, dem er den Rest seines Seins versprochen hat, dem er all seine Mittel gibt.
Sie war mit ihm auf den Turm gestiegen, sie hatte es ihm offenbart und in diesem Moment den kleinen Teil zerstört, der nurnoch wegen ihr lebte, der letzte Skrupel, das letzte Zögern.
Er fühlte sich seltsam Frei und gleichzeitig leer, er fühlte sich seltsam erleichtert und sein Blick wurde klar.
In diesem Moment erkannte er was seine wahre Bestimmung war, in diesem Moment erkannte er, dass sein Leben nie einen Verlauf nehmen wird, den er sich in den jungen Jahren erwünscht hatte.
Es wurde viel 'besser'. Das Gefühl von Macht durchflutete ihn und er schien erst in diesem Moment begriffen zu haben wofür er erschaffen wurde und er schien erst jetzt zu erfassen, was die Auswahl des Rabens für ihn bedeutete.

Mit der Liebe starb die Angst. Mit der Liebe starb Vikko. Mit dem Tod erwachte der Diener zu voller Größe. Mit dem Tod erwachte das Wissen.

Tod.

Nichts schien ihm ferner als dieses Etwas und war doch so nahe. Nach einigen Momenten die er in Gedanken bei Amarissa war, wandte er sich dem Tor der Burg zu und ein kaltes Lächeln erschien auf seinen Zügen.
Jetzt erkannte er den wahren Sinn des Lebens.

Dienen.

Jetzt erkannte er die einzige Gestalt die in seinem Leben zählte.

Der Rabe.

Und jetzt wusste er was wirklich zählt.
Zuletzt geändert von Vikko Allago am Dienstag 24. Juli 2007, 03:30, insgesamt 2-mal geändert.
Vikko Allago

Blasse Haut

Beitrag von Vikko Allago »

Blasse Haut

Vikko wusste nun worauf es ankam.

Er hielt die Fäden fester, bemühte sich um Neue und leitete das Spiel immer mehr so wie er es wollte, lenkte seine Puppen und entwand sich, zwar nur langsam, seiner Eigenen Seile, die ihn zum Werkzeug machten.
Nun brach langsam die Zeit an, in denen man ihn als Partner oder Gefahr ansehen musste. Er machte sich jedoch keine Illusionen, noch war er nichts weiter, als ein Händler, nichts weiter als ein Diplomat in eigener Sache, mit dem Gewand eines Legionärs oder eines Bibliothekars, denn
nur selten erschien er als das was er wirklich war, als Diener des Raben, als eine der vielen Hände des Richters.

Auf einer seiner Reisen brachte der Zufall ihm etwas neues. Der Zufall ließ ihn das erste Mal eine seiner größten Schwächen, aber auch Stärken fühlen und das so deutlich, dass es ihn frustrierte und ihn fast das Wesentliche aus den Augen verlieren ließ, zumindest für eine Weile.

Vikko saß auf den Zinnen der Burg und dachte über diesen Zufall nach. Er entsinnte sich wieder an den Tag bei Rahal, an den Tag, an dem er vier Männer dabei beobachtete, wie sie eine Person abpassten, die komplett in das Nachtschwarz Rahals gehüllt war.
Welche Narren, dachte Vikko bei sich, als er wieder daran dachte.
Er war sich nicht sicher, aber die junge Frau, die sich selbst das Winterkind nannte, wie er später herausfinden würde, behauptete, er hätte einen maßgeblichen Teil dazu beigetragen die Männer zu vertreiben.
Ein Lächeln huschte über Vikkos Gesicht, als er daran dachte. Ihm war es nach den ersten gewechselten Worten eigentlich völlig gleich, ob ja oder nein, denn die Neugierde kitzelte ihn und er wollte mehr über diese Frau herausfinden. Sie gab sich so, wie er es eigentlich immer zu pflegt tun. Sie maskierte ihr Gesicht, offenbarte kaum etwas von sich und achtete auf die kleinsten Anspielungen die er gemacht hatte.

Was sollte er nur von ihr halten? Was machte sie eigentlich so interessant?

Sie ließ diese Fragen offen und verschwand plötzlich ohne ein weiteres Wort zu verlieren. Etwas das Vikko zwar nicht gefiel, sie aber wieder interessanter machte. Zu welchem Typ Mensch gehörte sie? Hatte sie wirklich Geheimnisse oder spielte sie sich nur auf?

Zufälle, schoß Vikko der Gedanke durch den Kopf. War die Frau aus Bajard mit der blassen Haut, dieselbe gewesen? Kein Hinweis, nur ihre Haut, aber etwas ließ Vikko an diesem Tag zu dem Schluss kommen, dass genau dieses junge Mädchen, wollte er fast sagen... diese junge Frau es sein musste: Das Schlafmittel.
Er zog einen Mundwinkel hoch bei dem Gedanken. Sie war wirklich kühn und traute sich einiges: Ohne das Gesicht zu verdecken jemand offen zu vergiften, unter den Augen von mindestens 3 Personen, war wirklich ein gewagter Schritt, doch welch Zufall, dass auch hier einer in schwarze Gewandungen gehüllt war.

Genau wie die Zwei die ihm nun vor einigen Stunden begegnet waren. Wieder beide Geheimnisvoll, doch nur eine sprach mit ihm und irgendwie machte sich nicht Interesse sondern Trotz in dem jungen Diener breit. Diese Menschen in Schwarz gefielen ihm nicht, sie lenkten seinen Fokus ab und durch die Kleidung erschwerten sie ihm den Weg zu dem Winterkind.

Er lächelte kühl. Vikko hatte beschlossen den Zufällen ein Ende zu bereiten, endlich seine Neugier zu stillen, um seinen Blick wieder klar auf seine Aufgaben lenken zu können und dabei halfen ihm hoffentlich zwei seiner neuen Bekanntschaften.

Gibt es überhaupt Zufälle?
Zuletzt geändert von Vikko Allago am Dienstag 24. Juli 2007, 03:31, insgesamt 3-mal geändert.
Vikko Allago

Schwarz

Beitrag von Vikko Allago »

Schwarz

Schwarze Roben, wie er sie hasste, wie sie ihn seid Tagen den Verstand raubten und schon wieder traf er auf eine von denen. Er saß nachdenklich in der Taverne zu Rahal und plötzlich erschien sie in Form einer kleine Gestalt, die sich in seine Nähe setzte.
Er konnte den Blick nur schwer von ihr abwenden, konnte nur schwer seine Neugier beruhigen, doch etwas anderes mischte sich in seine Gefühle. Zorn. Zorn auf dieses Getue, Zorn auf dieses Schweigen, Zorn, auf alles das, was er von sich selbst in ihnen erkannte.

Er krallte sich förmlich in das Glas und er fühlte sich, alleine durch die Präsenz dieser Person, in die Enge getrieben, wie enttarnt und bloß gestellt. Nur langsam konnte er sich dazu durchringen, sich seiner Neugierde zu stellen, jeder Zentimeter den er sich ihr näherte, schien ihm wie eine Qual und ließ ihn immer zweideutiger empfinden.
Er sprach sie an, sie reagierte nicht, er setzte sich neben sie, sie reagierte nicht, er redete auf sie ein, sie reagierte nicht, er beleidigte sie, lobte sie, mutmaßte über sie und schwieg mit ihr.
Sie reagierte nicht!

Der Zorn nahm immer mehr Überhand und wandelte sich schließlich in Resignation und Frust. Die Neugierde war für einen Augenblick verschwunden und hinterließ eine Leere die er nicht begriff, die er nicht im Stande war zu fassen.

Langsam wanderte dann sein Blick erst auf die Narbe, dann auf sein Knochenarmband und in diesem Moment flammte etwas in ihm auf, die Leere war für einen Moment gefüllt und sein Verstand für diesen Augenblick nicht von den nachtschwarzen Roben geblendet.
Es blitze in seinem Geist auf, der Gedanke verdrängte alles und er wusste wieder wer er war.
Er war Vikko Allago, Diener des Raben und er wusste worauf es ankam, er wusste was seine Aufgabe war, er wusste einfach alles was er wissen musste und besann sich darauf, dass diese Nacht, die sich um ihn gelegt hatte, nichts weiter war, als eine Illusion, als eine Verirrung seiner selbst.

Und so erhob er sich, wandt sich zum Thresen und setzte sich auf einen Hocker, bestellte ein Wasser und erfrischte nun auch seinen Körper.
Nach einige Minuten, die er gebraucht hatte um sich wieder vollkommen zu fassen, erhob er sich und wollte aus der Taverne gehen.
Sein Fuß glitt aus, sein Körper war nicht darauf gefasst und so schlug er hinten herüber. Es gab ein dumpfes Geräusch, als erst sein Kopf auf den Hocker, dann sein Körper auf dem Boden ankam.

Schwarz wurde ihm vor Augen und er entglitt seinem Bewusstsein.

Vollkommene Schwärze umfing ihn und nichts, rein garnichts drang zu ihm durch. Bis es einen Riss in der Dunkelheit gab und er Sichselbst gegenüberstand. Nackt, schutzlos, hilflos, bewegungslos. Unruhe umfing seinen Geist und er spürte etwas seltsames, wie als würde ihm etwas genommen werden.
Dann fiel er und fiel, wie von einer hohen Klippe, bis sich sein Körper in das weiche, schwarze Bett aus Feder fiel und ihn sanft auffing. Ein Lächeln huschte über die Züge der Traumgestalt, als er dieses Szenario erkannte.
Er drang, wie jedes Mal tiefer in dieses Bett hinein, wurde von den Federn umschlossen und das Gefühl von Schutz und Macht durchströmte ihn wieder, nicht wie bei dem letzten Traum, den er in Rahal hatte.
Immer tiefer drang er ein, immer weniger wurden die Emotionen, die er noch wenige Momente zuvor hatte. Wärme umspülte ihn und er fühlte sich in den Federn frei, von Angst und von Zwang. Er sog die Federn durch die Lungen immer tiefer in sich auf.
Doch plötzlich legte sich ein nachtschwarzer Schleier um ihn. Schmerz durchzuckte sein Gesicht wie ein harte Schlag, ein Schlag aus dem Nichts. Sein Hals schnürrte sich zusammen und sein Magen verkrampfte sich, dann raste ein Licht auf ihn zu, er hob schützend die Arme und rang um Selbstbeherrschung. Panik. Tod.


Licht.

Er schreckte hoch und erblickte sein eigenes Blut, er rang um Fassung und sein Mund war weit geöffnet, wie in einem stillen Schrei.

"Wirt!"

erklang neben ihm eine Stimme. Sofort klärte sich sein Blick und er richtete seinen Augen auf den Sprecher. Er spannte sich an und Zorn durchflutete ihn, wie eine unaufhaltsame Woge. Hass wollte er es nennen, denn der Sprecher trug eine nachtschwarze Robe.
Wieder hatte er den Schleier vor Augen, den er eben noch in seinem Traum gesehen hatte.
Er erhob sich und stand wackelig da, die Bewusstlosigkeit, hinterließ ihre Spuren.

Den nächsten Wortwechsel bekam er kaum mit, doch errinerte er sich an das kurze Gefühl von Kühle. Seine Gedanken wirbelten weiter umher und er sann darüber nach, was wohl noch alles geschehen mag, was geschehen ist.
Als er dann die drei Schwarzberobten am anderen Ende des Raumes sah, beschloss er, hier und jetzt sich selbst zu erforschen.

Er setzte sich auf einen Stuhl, faltete die Hände, schloss die Augen und murmelte ein leises Gebet an den Raben, ein Hilferuf eines seiner Diener.

Ich tausche meine Dienste gegen deine Macht. Ich tausche die Seelen die ich sammle gegen deinen Schutz. Ich bin dein Diener.
So gebe mir einen Teil deiner Macht und öffne meine Augen.


Kaum hatte er dieses Gebet zuende gesprochen versank er in sich selbst. Eine Art Trance, eine Art Traum. Ja, es war ein Traum. Wie immer offenbarte sich ihm alles im Traum.

Er schwamm in Schwärze. Wurde gepackt. Wurde nach Unten gezogen.
Passivität. Tiefe Schwärze. Wehrlosigkeit. Getrunkene Nacht. Hilflosigkeit. Umspülende Düsterniss. Neugier. Blendende Lichlosigkeit. Zorn...... Nichts.
Alles drang in ihm hoch, wie ein Strom durch sein Herz, wie ein Strom durch seinen Geist, wie ein Strom durch seinen Körper. Er erhascht nun einen Blick auf die schwarze Klaue, die er schon im Keller Eisenwarts gespürt hatte, die ihm die Emotion genommen hatte und auf die Treppe verteilt hatte. Die Kralle die ihn seid dem Tag immer in einem lockern Griff hatte. Die Kralle die seine Hand führte. Diese Kralle umklammerte seine Beine und zog ihn nach Unten. In der Düsterniss rauschten Gesichter an ihm vorbei, Gesichter aus seinem Leben. Gesicht um Gesicht, Begegnung um Begegnung immer weiter drang er in die Tiefe, immer klarer wurde ihm sein Weg, immer deutlicher wohin er führen wird und immer seltsamer das Gefühl, welches ihm umgab.
Dann schleuderte ihn die Kralle aus der Nacht in die Bibliothek. Von der Bibliothek in die Burg. Von der Burg nach Bajard. Von Bajard nach Rahal. Von Rahal in seinen Geist.
Er stand in seinem Geist und kleine dunkle Blasen umflogen ihn langsam, zerbrechlich.
Jede Blase die ihn berührte, platzte sofort und Gefühle flossen aus ihnen hinaus, bei jeder ein anders.
Hass. Zorn. Neugier. Macht.Frust.Ärger.Freude.Trauer..... immer mehr Blasen platzten und immer mehr Gefühle flossen wie schwarzes Blut aus ihnen heraus. Der kleine Raum seines Geistes füllte sich und er schien in den Gefühlen zu ertrinken, dann


Schreckte er auf, zog laut wie ein Ertrinkender Luft ein, seine Atmung ging danach schnell, unregelmäßig und krampfhaft. Sein Körper war gezeichnet von seinem Erlebniss, sein Geist benebelt und kaum etwas drang an ihn heran, er war erneut an diesem Tag in eine Art Bewusstlosigkeit verfallen und nur noch Schlaglichter erschienen vor ihm.

Eine Stimme.
Schmerz.
Fackellicht.
Schritte.
Stechen.
Wärme.
Ruhe.
Schlaf.
Zuletzt geändert von Vikko Allago am Dienstag 24. Juli 2007, 03:32, insgesamt 4-mal geändert.
Dracon Alando

Beitrag von Dracon Alando »

Eine Stimme
Hey! soll ich einen Heiler rufen ?
Sagte Dracon zu Vikko als er ihn in der Taverne zu rahal auf den
Stuehlen liegen sah. Jener war bleich, hatte schwarze Augenringe,
und seine Pupillen waren irgendwo hinter den oberen Augenliedern verschwunden. Er rüttelte an ihm bis dieser dann erwachte und ihn ansah.
Hey! soll ich einen Heiler rufen ?
Meinte Dracon erneut.

Schmerz
Vikko flüsterte nur etwas in seinem Wahn und Dracon sah einen Moment lang den Schmerz in seinem Gesicht ehe dieser wieder das Bewusstsein verlor. Dracon musterte die Umgebung und ihm viel auf das hier und da
etwas Blut an Tisch und Stuhl klebte. Sogleich zog er Vikko die Kapuze nach hinten worauf er es sehen konnte. Blut tropfte von seinem Hinterkopf zu Boden.

Fackellicht
Er blickte sich kurz hektisch im Raum um.
Vikko Er und der Besoffene Wirt waren die einzigsten die noch anwesend waren. Sogleich stellte er die Stuehle auf Seite, griff Vikko mit den Unterarmen jeweils im Genick und den Kniekehlen. Und ging mit ihm Richtung Ausgang der Taverne. Die Türe aufgetreten schritt er die Gassen Rahals entlang die nur durch Flackernde Fackellichter schwach
erhellt wurden.


Schritte
Dracon schnaufte schwer mit ihm in den armen. Er trug in dem Moment das Gewicht eines Kameraden in beschlagener Lederrueste, sowie das komplette Gewicht seine Plattenpanzers. Dracon dachte er müsse gleich Vikko fallen lassen so schwer hatte er zu Schleppen, doch es war nicht mehr weit noch zwei Gassen und dann wären sie daheim.
Er riss sich unter starken schmerzen zusammen um die letzten paar Meter auch noch zu schaffen...


Stechen
Daheim angekommen legte Dracon Vikko vor den Kamin auf weichen Bärenfellen ab, ein paar Kissen unter die Beine und Kopf stopfte er noch hektisch. Er schnauft kurz durch vor Erschöpfung ehe er sich hektisch wieder aufrichtete und die schlafende Amarissa aus ihren Träumen holte.
Bring mir Wasser, Verbände, Eine Nadel und Faden und ein Rasiermesser!
Jene rieb sich gerade noch die Augen, als sie von ihrem Bett aus Vikko vor dem Kamin liegen sah sprang sie in ihrem Nachthemd auf und eilte die Treppe hinunter. Dracon ging wieder zu Vikko rüber, griff hektisch suchend in seine Umhängetasche und holte zwei Fläschchen heraus.
Er drehte Vikko auf die Seite der recht flach und hektisch atmete und tastete die Verletzung ab. Dracon wusste was zu tun ist. Er schüttete sich etwas von dem einen Fläschchen auf die Handfläche und verrieb dies auf der Platzwunde von Vikko. Amarissa war mittlerweile wieder da und reichte ihm den das Rasiermesser. Es dauerte nicht Lange da hatte Dracon Vikko schon ein schönes Loch aus Vikkos Haaren um die Wunde herum geschnitten.
Heute bin ich mal der Schneider!
Meinte Dracon nur zu Amarissa, worauf sie ihm Nadel und Faden gab.
Dracon setzte einige geschickte Stiche und vernähte die Wunde.
Wieder schmierte er sich die Flüssigkeit auf die Hand aus dem Fläschchen und schmierte sie auf die zugenähte Wunde.
Geschickt wickelte er Vikkos Kopf noch mit Verbänden ein, es sah fast wie ein Turban aus.
Dracon überprüfte die Vital funktionen von Vikko
Seine Atmung wurde wieder langsamer und kräftiger, sogleich zog er Vikko dan die Lederrueste aus und untersuchte ihn nach weiteren Verletzungen.

Wärme
Doch war dem nicht so und Amarissa brachte zwei Felldecken womit sie Vikko zudeckte. In der zeit schürte Dracon noch den Kamin an so das es richtig warm im Zimmer wurde.


Ruhe
Dracon richtete Vikko etwas auf als er merkte das er wieder bei Bewusstsein war Flößte er ihm einen seiner guten ''Universal Belebungstränken'' ein.

Schlaf
Nachdem er Vikko noch klar gemacht hatte das dieser sich in Sicherheit
befände und das alles wieder gut werden würde schloss dieser mit erleichterten Gesichtsausdruck die Augen und schlief ein.


Amarissa legte sich auch wieder hin als Dracon ihr sagte das er wachen würde. Dracon rutschte sich den Stuhl vom Schreibtisch zurecht und zog sich eine Truhe vor diesen. Drauf gesetzt und Beine hoch dachte er sich wer ihm das den angetan hat...... Ihm war außerdem klar das es eine lange Nacht für ihn werden würde.
Zuletzt geändert von Dracon Alando am Mittwoch 16. Mai 2007, 04:31, insgesamt 1-mal geändert.
Vikko Allago

Grabkammer und Kerker

Beitrag von Vikko Allago »

Grabkammer und Kerker

Seine Wunden heilten langsam und seine Kraft kehrte zurück. Er sprach kurz mit Loreen und fasste dann einen Entschluss, denn er musste dem Traum erkennen, er musste ihn fassen und die Botschaft erkennen. So begab er sich in die Grabkammer, in das Heiligtum Kra'thors. Er schritt durch die kühlen, feuchten Gänge, bis er dann an einigen schwarzen Flammen vorbei schritt, einen Hebel betätigte und dann nach wenigen Metern vor ihm stand.
Eine gesichtslose Statue inmitten eines Pentagrammes gemalt aus Blut, gezeichnet mit dem machtvollsten Elexir, welches diese Welt je erblickt hatte.
Er kniete sich nieder sprach ein stilles Gebet und wandte sich einem der Steinstühle zu, die dieses Pentagramm umgaben. Er ließ sich auf diesen Stuhl fallen und gab sich seinen Gedanken hin, tauchte in sie ein und erforschte sie. Sie drehten sich nur um die schwarzen Blasen, seines Traumes, um die Gefühle, die in ihnen gefangen waren und doch so schnell ausbrechen konnten, die ihn umflossen und ihn zu ertränken suchten.
Ein Kopfschütteln folgte nach ein paar Minuten, denn er fand keinen Sinn in diesem Bild, erspürte nicht die Nachricht in ihnen. Selbst an diesem heiligen Ort kam er der Spur keinen Deut näher, geschweige denn, dass er einen Weg fandt dieses Rätsel zu lösen.
Mehrere Stunden saß er da , seine Augen suchten immerwieder die Statue, zeichneten mit dem Blick das Pentagram nach und den Kreis, der es umschloss und genauso drehten sich seine Gedanken im Kreis. Er konnte kaum bestimmen wie lange er dort saß, die Düsterniss des Kellers bot ihm keine Anzeichen auf Tageszeit und sein Zeitgefühl hatte er bereits nach den ersten Gedanken verloren.
Vielleicht nach Minuten, vielleicht nach Stunden, vielleicht aber schon nach dem ersten Tag, erhob er sich schritt wieder auf die Statue zu, neigte vor ihr sein Haupt, setzte sich dann im Schneidersitz vor sie, in das Pentagram, in die Stille.
Sein Haupt senkte er vor seinem Herren, schloss die Augen, legte die Hände gefaltet in den Schoß und rührte sich nicht mehr. In dieser Abgeschiedenheit versuchte er es erneut, versuchte er seinen Gedanken nachzujagen, um sie vielleicht zu greifen und zu ordnen, sie zu packen und ihnen das Geheimniss, welches sich in ihnen befinden musste zu entreißen.
Vor seinen Augen hatte er immerwieder diese Blasen, immerwieder diesen Traum und immerwieder durchströmten ihn die Gefühle die er hatte.

Hass. Zorn. Neugier. Macht.Frust.Ärger.Freude.Trauer.

Er versuchte sie zu ergründen, doch waren sie so ungreifbar wie Wasser...schwarzes Wasser.
Er versuchte sie zu ergründen, doch waren sie zu tief um sie zu durchtauchen.
Er versuchte sie zu ergründen, doch waren sie zu groß, als das er sie umschließen konnte.

Dann wanderten seine Gedanken an einen anderen Ort und er spürte die Ruhe, die Erholung die ihm diese Prozedur, die er vor Stunden, vor Tagen begonnen hatte, bis sie ihn schließlich einfach die Gedanken raubte.
Es war tiefer als Schlaf, nur Traumlos, es war erholsamer als Ruhe, nur stiller, es war erhaben.

Vikko schritt die Gänge zurück. Immernoch waren sie kühl und feucht, doch dieses Mal ging er sicheren Schrittes, vollkommen erholt und aufrecht. Seine Wunde war zwar nicht verheilt, aber sie machte ihm keine Probleme mehr.
Dann erblickte er die Sterne über ihm und machte sich auf den Weg nach Varuna. Die kühle Luft auf dem recht kurzen Weg erfrischte ihn und so wurden seine Schritte schneller. Nach wenigen Minuten erreichte er die Bibliothek, in der Loreen noch bei einiger Arbeit beschäftigt war.
Er hatte kaum die Veränderungen der Stadt wahrgenommen, doch kehrten diese Dinge in seinen Geist zurück, als Loreen von den letzten Tagen berichtete. Von dem Drachen und dem Schwert, von den Flammen und den Schlange, von allem was er in diesen drei Tagen verpasst hatte.
Drei Tage, er hätte nicht damit gerechnet, dass er solange fort war, aber es wunderte ihn nur wenig, so erholt wie er sich fühlte.

Nur zwei Tage später, ging er nach Bajard.
Nach einigen Ereignissen dort, die er zwar mit wohlwollen zu Kentniss nahm, ihn aber schlussendlich langweilten drang die Information an sein Ohr, dass ein Paldin von Rahal entführt worden sei.
Das allerdings weckte sein Interesse... und seinen Unmut. "Diese Diletanten, schafften es nichteinmal eine Person im Stillen zu entwenden." Dachte er bei sich und ging schnellen Schrittes zu den Toren Rahals. Dort angekommen traf er die Ahad. Die Ahad, die auch schon bei Silberhands Folterung zugegen war, sowie am Vorabend noch mit ihm gesprochen hatte. Mit wenigen Schritten war er bei ihr und sprach über die Entführung, sprach davon, dass sie ihre Männer besser schulen sollte, sprach davon, dass man mehr Acht geben müsste, er belehrte sie förmlich.
Innerlich wogten die Gefühle wieder, umspülten ihn und ließen ihn Zorn empfinden, Zorn über diese Schlamperei, Zorn über diese Diletanten. Lernte Rahal denn niemals?
Dann brach dieser Zorn durch, in nur einem sachlichem Satz, in nur einer Provokation...
Wenige Minuten fand er sich im Kerker zu Rahal wieder. Lächelnd. Belustigt. Bestätigt. Er schaute sich um und stellte fest, dass ein Ausbruch unmöglich war, doch offenbarte ihm dieser Zustand etwas anderes.

Ein Spiel.

Ein Spiel, dass er bereit war zu spielen, ein Spiel, dass ihm zum Schluss aus der Zelle führen würde und ihn vielleicht Informationen bringt, die er suchte und vielleicht sogar noch mehr.
Er lächelte kühl. Er konnte warten, er konnte verharren, so ließ er sich nieder. Im Schneidersitz, senkte sein Haupt, faltete die Hände im Schoß und versank in sich selber.
Zuletzt geändert von Vikko Allago am Dienstag 24. Juli 2007, 03:33, insgesamt 1-mal geändert.
Lythiana Cronor

Beitrag von Lythiana Cronor »

Dumpf fielen die Türen des Rahaler Gefängnisses hinter ihr zu. Sie hatte die Nachricht erhalten und war der Bitte nachgekommen. Doch noch war sie sich nicht sicher, ob sie diese Entscheidung bereuen sollte oder nicht – ihre Gedanken bedurften dringend der Ordnung.
Rasche Schritte führten die Arkoritherin fort aus Rahal und hin zu einem Ort, von dem sie sich vollkommene Ruhe versprach – der Bibliothek des Ordens. Kühle Luft, der Geruch gleichsam kostbarer wie alter Bücher und Stille umfingen sie. Niemand sonst war anwesend, die Festung im ganzen schien verwaist – perfekte Arbeitsbedingungen. Zielsicher griff die Maga zu einem relativ dünnen Buch, welches augenscheinlich von noch nicht allzu vielen Händen berührt worden war, und begann zu lesen....

Die ersten zögernden Sonnenstrahlen tasteten sich bereits über den Horizont, als Lythiana die Bibliothek schließlich verließ. Gerötete Augen und fahle Gesichtsfarbe waren nur einige Anzeichen, die mehr als deutlich auf eine wahrlich arbeitsreiche Nacht hinwiesen – und doch spielte ein zufriedenes Lächeln um den Mund der Arkoritherin. Die Nacht war in mehr als einer Hinsicht zufrieden stellend verlaufen. Ein fachliches Problem hatte sich lösen lassen – sie würde den Bruder schon bald zu sich zitieren um ihre These endgültig zu verifizieren – und gleichzeitig hatten sich die zuvor aufgewühlten Gedanken wie von selbst beruhigt und geordnet.

Mittlerweile war sie sich sicher, dass der Besuch Vikko´s im Gefängnis kein Fehler gewesen war. Sicher, sie hatte ihre Identität preisgeben müssen – doch hätte es keinen Sinn gemacht, weiter gegen die überaus zutreffenden Beobachtungen des jungen Mannes anzureden. Ganz abgesehen davon war auch ihr etwas über ihn bekannt, dass ihn auf gewisse Weise in ihre Hand gab – und so für erneutes Gleichgewicht sorgte. Sein Pech war es gewesen, ausgerechnet mit der Person zu sprechen, die dem knöchernen Armband um sein Handgelenk die richtige Bedeutung zu geben wusste. Ironie des Schicksals... und gleichzeitig ein schmerzhafter Stich für Lythiana. Erinnerungen waren mit dem Knochenarmband verbunden, süße wie bittere...gleichsam eine Flut von Gefühlen, mühsam zurückgehalten. Sei es drum – sie hatte sich weder in Vikkos Gegenwart damit auseinandersetzen wollen, noch wollte sie es jetzt. Der angebotene Handel war da doch eher einen Gedanken wert....Den Namen des Winterkindes also wollte er, aus persönlichen Gründen, wie er sagte. Wusste er, was er da von ihr verlangte? Vermutlich nicht. Doch war sein Gegenangebot großzügig genug, um sie das Angebot nicht sofort verwerfen zu lassen. Sorgfältiges Vergleichen von Risiko und Nutzen waren notwendig, genaues Bedenken der möglichen Konsequenzen.... daher hatte sie sich eine Bedenkzeit ausgebeten. Über kurz oder lang würden sie wieder zusammen treffen und dann würde sie sich entschieden haben. Ein leichtes Schmunzeln huschte bei diesem Gedanken über das Gesicht der Arkoritherin. Es versprach, spannend zu bleiben...
Vikko Allago

Das Spiel

Beitrag von Vikko Allago »

Das Spiel

Das Spiel hatte begonnen. Vikko saß nun in der Grabkammer und war sich nicht sicher ob er gewonnen oder verloren hatte, rückblickend war es ein Desaster und eine Befreiung, ein Verlust und ein großer Gewinn. Er war sich wahrlich nicht sicher, doch erkannte er neue Seiten des Spiels und neue Möglichkeiten, doch mit ihnen verbunden waren neue Gefahren und ein hohes Risiko.

Der Alka hatte ihn nicht bestraft, offenbarte aber, dass er es Eisenwart anrechnete, was Vikko verbrochen hatte. Dieser Narr. Dieser vollkommene Narr. Die einzige Gemeinschaft, die auf seiner Seite stand hatte er öffentlich in den Schmutz gezogen.
Er schob dieses Thema aber von sich, es gab wesentlich interessantere Dinge, als ein Duell, einen Paladin oder eine beleidigte Ahad.
Das Spiel. Das Spiel, welches er im Kerker begonnen hatte und an diesem Abend nun sein Ende gefunden hatte. Sylvana, wie sie sich selber nannte, wurde über eine Templerin in den Kerker beordert. So sie ihn besuchte, würde sie sich offenbaren müssen, denn nicht jeder erhielt Zutritt in den Kerker, nicht jeder einfache Bürger, für den sie sich ausgab.
Als sie kam, war er sich sicher, dass sein Gefühl ihn nicht trügte, dass sein Gedächtnis ihm nicht den Dienst versagt hat. Sie war eine Arkoritherin. Und nun begann das Spiel erst wirklich, nun war die Zeit gekommen, diesen nachtschwarzen Schleier abzulegen, in dem er Ihr den Namen entriss, der ihm diesen Schleier auferlegt hatte, die Frau aus Rahal, das Winterkind, das blasse Mädchen ohne Worte und ohne Bewegung.
Er handelte mit Lythiana, so war ihr wirklicher Name, um diesen Namen, bot ihr ein Geschäft an, welches sie nicht ausschlagen konnte, denn seine Dienste waren einfach zu verlockend, denn er bot ihr für den Namen, der den Schleier brechen sollte, seine uneingeschränkten Dienste an, zwar nur für einen Auftrag, doch war es eine Menge.
Doch dann geschah etwas unvorhergesehenes. Sie kannte das Armband, sie kannte die Bedeutung, sie kannte nun sein größtes Geheimnis und sie kannte nun seine Bestimmung und seinen Weg.
Der einzige Fehler den Vikko begangen hatte, war zu falschen Zeit die falsche Frau zu treffen. Das Gefühl von Ärger schlich sich wieder in seinen Geist, als er sich in der Grabkammer an dieses Treffen erinnerte. Aber schlussendlich konnte es ihm egal sein, so sie es nur einem erzählen würde, dürfte sich der Rabe auf Zwei Seelen freuen.
Der Handel war getroffen, doch erbat sie Bedenkzeit. Er konnte sie spielend gewähren, denn immerhin saß er zu der Zeit noch im Kerker.
Dann kam der Tag der Verhandlung. Der Tag der Freilassung. Der Tag des Wiedersehens.
Wieder saß er einfach abwartend in der Taverne zu Rahal, als Lythiana sie betrat, ihn erblickte, ihn begrüßte und mit ihm sprach. Nach wenigen belanglosen Worten kamen sie zum Thema und langsam offenbarte sich der Verlust immer mehr, denn sie bestand auf einen Pakt beschlossen durch Blut, auf einen Eid, den Vikko nicht brechen könnte, den er nicht brechen dürfte. Er würde Vikko binden.
Etwas regte sich in dem Diener des Raben, etwas widerstrebte ihm, diesen Pakt einzugehen, doch etwas anderes trieb ihn an, etwas das er als den Schleier erkannte, die Aussicht ihn endlich loszuwerden, ihn endlich vollkommen abzulegen.
Also schritten sie aus der Taverne heraus, gingen durch den Wald und kamen dann an einen ruhigen Ort, der Lythiana zusagte. So sprachen sie über den Pakt und legten den Wortlaut fest.
Ein Lächeln huscht über Vikkos Lippen als er daran dachte, wie der Wortlaut war, wie er ihn umgehen könnte und wie er seine Unvollständigkeit ausnutzen könnte.
Denn immerhin verbot er ihr nur, den Namen des Winterkindes gegen den Orden einzusetzen. Und er musste einen Dienst leisten, der nicht gegen seine Schwüre verstieß. Immerhin konnte er so den Dienst etwas lenken, den Rahmen bestimmen und ihn so einschränken.


Nun war der Augenblick gekommen. Er stand da, den Dolch in der Hand, den Ärmel hochgekrämpelt, den Arm erhoben, den Blick auf selbigen gerichtet, für einen Moment schien es still zu werden, dann zog er den Dolch behände über die Haut, direkt unter die dünne Narbe, die von einem anderen Schwur herrührte, von einem weitaus wichtigerem Schwur, den Schwur an Kra'thor.
Das Blut lief in einem dicken Tropfen die Haut herunter und traf dann auf das Armband, welches diesen Tropfen förmlich in sich aufnahm. Er schaut auf, zu Lythiana, zu seinem Pakt, zu seiner Mitspielerin. Er konnte sich nicht gegen den Gedanken wären, dass sie ihm in diesem Spiel wohl etwas mehr abverlangt hatte, als er gewollt hatte.
Sie tat den ihren Teil, des Blutpaktes und dann kam der Name. Der Name, der Schleier, die Freiheit.

Kelaino Synn, als diese Worte an sein Ohr drangen regte sich in ihm was. Er tauchte ab in sich selbst, drang in sich vor, fand sich wieder in dem schwarzen Bett und wieder spürte all jene Gefühle, die er immer in seinem Traum empfand, die ihn immer durchflossen, ihn durchfluteten. Dieses Mal war er wieder vollkommen, wieder so wie Kra'thor ihm ihn gegen hatte, ohne den Schleier, mit freier Sicht auf die Dinge, mit freien Gedanken, mit vollem Bewusstsein...

Seine Augen und sein Körper schienen von Außen wohl für einen Bruchteil einer Sekunde, in der dieser Traum an ihm vorbeizog, zu zittern, dann war alles vorbei. Er war frei, die nachtschwarze Blindheit war verschwunden und ist dem Gefühl von Kontrolle gewichen.
Die nächsten Momente und Worte waren nur Geplänkel und er erinnerte sich nur langsam wieder, was er mit diesem Name noch vorhatte.

Ein Spiel

Und er war es bereit zu spielen, dieses Mal wollte er aber mehr Gewinn als Verlust aus ihm herausschlagen und so die Schulden wett zu machen, die er bei Lythiana erlitten hatte.

Er erhob sich von dem steinernen Stuhl in der Grabkammer und stellte sich vor die gesichtslose Statue, die inmitten des Pentagrammes stand, krämpelte das zweite Mal an diesem Abend den Ärmel hoch und zückte den Dolch.
Schnitt die Narbe auf, tiefer als das letzte Mal, kühler als das letzte Mal, entschlossener als das letzte Mal.
Die Worte ronnen ihm von den Lippen und er sprach leise zu der Staute, zu sich selbst, zu Kra'thor:

Ich tausche meine Dienste gegen deine Macht. Ich tausche die Seelen die ich sammle gegen deinen Schutz. Ich bin dein Diener.
So erneuere ich meinen Schwur und gehe deinen Weg. Zeige mir meine Schwächen und ich werde sie tilgen. Zeige mir meine Stärken und ich werde sie nutzen. Zeige mir meinen Weg.


Er schloss die Augen und sah schwarze Blasen.
Er schloss die Augen und sah den Schatten der Nacht.
Er schloss die Augen und sah den Tod.
Zuletzt geändert von Vikko Allago am Dienstag 24. Juli 2007, 03:33, insgesamt 1-mal geändert.
Wijay Loreen

Beitrag von Wijay Loreen »

Mancher Kinder Spieltrieb sollte nicht unterbunden werden, das war nachweislich wichtig für die geistige Entwicklung. Doch als Vikko ihr von der faszinierenden Frau erzählt hatte, der Geschichte, welche ihm widerfuhr und das Spiel, welches der Orden mit Vikko trieb hielt sie es nur für all zu verlockend, ihm anzuraten, den Spieß umzudrehen.

"Zunächst erwecke den Eindruck, die Arkorither könnten mit dir ihr Spiel treiben. Diesen Eindruck lässt du so lange währen, bis du die Gelegenheit hast, den Spieß umzudrehen. Irgendwann werden sie schon bemerken, wen sie hier vor sich haben und spätestens dann wissen sie, dass sie ein gefährliches Spiel spielen."

Es war wirklich faszinierend mitanzusehen. Die Arkorither gegen die Diener des Raben. Obgleich es keine offene Feindschaft war, es war ein Spiel, das man gegeneinander spielte, vermutlich eine Notwendigkeit. Obgleich man ja auch selten sah, dass Tigerjunge und Löwenjunge miteinander spielen würden.

Was die Arkorither betraf so waren sie doch hauptsächlich nach Macht aus. Sie wollten sie um jeden Preis erringen. Ein Umstand der Loreen so ungelegen nicht kam. Sie bargen wissen. Im Falle eines Bundes, den man eingehen könne, schließlich hatte ja auch sie Verbindungen zu dem Orden, könne man Wissen tauschen. Vermutlich käme das beiden zu Gute.

Ein Bruder fasste den Plan einen Turm zu errichten, eine Forschungseinrichtung zum Studieren toter Körper. man stelle sich jetzt vor, man tausche sich gegenseitig aus, mit dem Ergebnis, dass beide Seiten profit daraus ziehen würden. Ihre Macht konnten sich die Arkorither behalten, Machtgier war sowieso eine Schwäche, der Loreen nicht nachgeben wollte. Ihr Streben nach Wissen und einer Form der Vollkommenheit war ihr oberstes Ziel geworden, Ihren Weg dahin mit Schmerz, Leid und Tod zu ebnen war ihre Art, diesen zu beschreiten. Vikkos Spiel würde hier gewiss viel helfen.

Abgesehen von der Tatsache, dass scheinbar Glaubensschwestern gewisse Bindungen zu den Arkorither pflegten, was die Sache nicht unbedingt erschwerte, konnte es noch interessant werden. Man würde sehen - die Zeichen deuten - abwarten was geschehen möge.
Vikko Allago

Beitrag von Vikko Allago »

Die Abrechnung - Teil 1: Der Traum

*Vikko stand in seiner Heimatstadt, ließ den wachen Blick umher wandern. Alles sah so aus, wie damals, als er den Ort verlassen hatte, alles ging, wie immer, seinen gewohnten Gang.
Er setzte sich nun langsam in Bewegung, ohne es zu merken, führten seine Füße ihn zu seinem alten Heim, zu dem Haus, dass er damals verlassen hatte, das Haus an dem er geboren wurde. Seine Beine trugen ihn um das Haus herum in den Garten, auch hier war keine Veränderung zu spüren, nur die Stille, die so untypisch schien, die wie ein Bann über diesem Ort lag.
Das Haus raste nun auf ihn zu, er wurde durch die Wand gezogen und fand sich inmitten einer riesigen Blutlache wieder, vor seinen Füßen lagen zwei Leichen.
Vater.
Mutter.
Und er hatte den Dolch in der Hand, an welchem immer noch Blut prangte, welches an der Schneide langsam herab lief, bis es seine Hand erreichte. Der dicke, dunkle Tropfen Blut, der langsam seine Hand herabrann, traf nun auf das Knochenarmband, welches er seltsamerweise, an seinem rechten Handgelenk trug.
Ein schwarzer Wirbel nahm in Plötzlich gefangen und er fiel in unsagbare Tiefe. Nichts umgab ihn, bis er nackt in einem Bett aus schwarzen Federn landete, den Ruf des Richters vernahm. Dieser Ruf zog an seinem Herzen, riss an seinem Verstand und das Armband brannte auf seiner Haut, dann schien alles in weißem licht zu explodieren und...*


...er erwachte aus seinem Traum. Er runzelte die Stirn und wurde nachdenklich. "Was war das für ein Traum?" formte sich die Frage in seinem Kopf, doch wenige Augenblicke später, erkannte er was geschehen war.

Der Rabe hatte ihm soeben einen Auftrag gegeben!

Die Zeit seiner Eltern war abgelaufen und er war es, der es ihnen nahe legen sollte.
Kilyan Carnova

Beitrag von Kilyan Carnova »

*hust*
Zuletzt geändert von Kilyan Carnova am Sonntag 24. Juni 2007, 19:43, insgesamt 1-mal geändert.
Vikko Allago

Beitrag von Vikko Allago »

Die Abrechnung - Teil 2: Das Blut

Der Wind rauschte um seine Ohren, ließ seine Haare herumwirbeln und es noch ungekämmter erscheinen, als es ohnehin schon war. Die weiße Gischt spritzte ihm ins Gesicht und versprach Abkühlung von der heißen Mittagssonne, die auf ihn herunter brannte. Hinter ihm verschwand gerade die Küste Gerimors und so auch der Blick auf das Dorf Bajard, doch war sein Blick starr nach vorn gerichtet, in die Zukunft, auf seine Aufgabe.

Vikkos Gedanken kreisten um seinen Zeitplan, denn immerhin hatte er sich für nur 7 Tage abgemeldet und wollte diese Zeit nicht überschreiten. So hatte er sich früh aufgemacht und für die Aufgabe selber nur wenige Stunden eingeplant. Er war sich unsicher, ob er es schaffen würde, doch wenn nicht, so würde Gerimor wohl noch ein oder zwei Tage länger auf ihn warten müssen.
Immer wieder tauchte der Traum in seinem Geist auf, das Zeichen Kra'thors, die Zeit seiner Eltern zu beenden und ihre Seelen dem Dämonen zu übergeben.
Ein eisiges Lächeln stand auf seinen Zügen, als er daran dachte sich ein Stück mehr in die Gunst seines Herren zu stellen, hier war kein Platz für melancholische Gefühle, kein Platz für seine Vergangenheit. Er war fest entschlossen, keine Schwäche zu zeigen, er war sich bewusst, dass sein Herr dies nicht dulden würde und so nahm er diesen Befehl an, wie jeden anderen

Sein Blick wanderte nun umher und er beobachtete aufmerksam die Arbeit der Matrosen, die ihm schon seid Beginn der Reise aus dem Weg gingen, ob dies an seinem Auftreten oder an der Arbeit dieser Männer lag, wusste er nicht und um ehrlich zu sein war es ihm auch völlig gleichgültig.
Doch interessierte ihn es schon, wie sie reagieren würde, falls sie erfahren, welch einen Fahrgast sie transportieren.
Seine Tarnung als Bibliothekar hatte er bewusst nicht genutzt, um keine Hinweise nach Varuna zu legen, ebenso hatte er die Farben der Burg auf Gerimor gelassen und ist im Grau der Knochen auf das Schiff gegangen. Er wollte keine Maskerade, dies war reine Pflichterfüllung und hatte nichts mit seinen Aktivitäten auf Gerimor zu tun. Ebenso hatte er alle Gedanken an Nayeena und den Schattenlord aus seinem Geist verbannt, um nicht abgelenkt zu werden.

Die Sonne sank herab und beendete den ersten Tag auf See. Vikko ging in seine Kajüte, legte sich hin und schloss die Augen. Alles wird seinen Gang gehen, da war er sich sicher.

Die Schiffsreise verlief ereignislos und so konnte er, schneller als gedacht und trotzdem etwas unter Zeitdruck, seinen Fuß, das erste Mal seid Wochen, wieder auf den Boden seiner alten Heimat setzen, die er aus Abenteuerlust und brennender Neugier verlassen hatte.
Zurück brachte ihn der Tod, den er über einen Teil dieses Landes bringen wollte... musste. Die Vergangenheit, die er damals zurückgelassen hatte, kam wieder in ihm auf, doch verbannte er sie mit dem Gedanken an die Zukunft.

Eine Stunde vor Mitternacht kam er an seinem gewähltem Ziel an. Etwas abseits des Dorfes stieg er aus der Kutsche aus, bat dem Kutscher drei Stunden zu warten und ging dann los.
Fast schien die Zeit für Vikko still zu stehen, als er sicheren Schrittes auf das Dorf zuging.
Wie von selbst, zog er den linken Ärmel hoch, zog mit dem Dolch die Narbe nach, die entstanden war, als er seinen Pakt mit dem Richter besiegelt hatte und weihte den Dolch so mit seinem Blut und mit dem Bund, zwischen Diener und Herr.
Das Armband wechselte das Handgelenk, um so dem Zeichen möglichst nahe zu kommen. Mit einem sich ständig wiederholendem Gebet, ging er zielstrebig durch das Dorf, welches wie ausgestorben in der Stille lag, niemand war mehr auf den Straßen, niemand war mehr wach, es war einfach der perfekte Augenblick, als ob der Richter selbst, ihn für Vikko gewählt hätte. Das Haus baute sich vor ihm auf.
Er klopfte nicht, denn er wusste das Haus war nie verschlossen.
Er sprach nicht, sondern betete still.
Er zögerte nicht.
Eine Mischung aus Überraschung, Verwirrtheit und Qual stand auf den Zügen seiner Eltern, als diese mit durchtrennter Kehle wieder zurück ins Bett sanken. Sie haben keinen Laut von sich gegeben und ihr Blut hatte sein Armband und seinen Dolch, seine Kleidung und seine Haut besudelt. Kein Ekel, sondern ein absolutes Gefühl von Macht durchströmte ihn, immer wieder klang das Gebet in seinem Kopf und Vikko schien in eine Art Trance gefallen zu sein.
Das Blut tropfte langsam von seinem Dolch und der Tropfen traf auf die glatte Oberfläche, der Blutlache, die sich auf dem Boden gebildet hatte, die im Dunkel der Nacht wie ein schwarzer Spiegel zu sein schien.
In dem Moment, als der Tropfen die Oberfläche brach, als die Wellen, dieses Bild zerstörten, legte sich ein Hebel in Vikkos Geist um und er ging zielstrebig aus dem Haus heraus. Zum nächsten Hin und als er die Tür öffnete, flog ein Gedanke durch seinen Kopf.
“Mehr.“
Vikko wollte mehr.
ER wollte mehr.
Wie ein Schatten, wie verdeckt von der Schwinge des Raben ging Vikko von einem Haus zum nächsten und nie war mehr, als ein Röcheln aus dem Inneren zu hören.
Kein Schrei. Kein Betteln. Kein Kampf.
Das Gebet an den Dämon dröhnte in jeder Sekunde in seinem Kopf und entließ ihn nicht aus seiner Trance, erst als auch der letzte Bewohner des Dorfes leblos zu seinen Füßen lag, war der Bann gebrochen. Er konnte wieder einen klaren Gedanken fassen, konnte er sein Werk bewundern. Er hatte 27 Erwachsene, 23 Kinder und 6 Greise, dieser Nacht an Kra'thor gesandt.
Seine Kleidung war von oben bis unten befleckt und sein Armband zeigte keine Stelle mehr, an der etwas von der grauen Knochenfarbe zu sehen war.
Vikko und mit ihm der Tod verließen das Dorf, seine Arbeit war mehr als getan und doch würde noch eine Seele hinzukommen, dachte sich Vikko, denn wie sollte er dem Kutscher sein Erscheinungsbild erklären?
Im Dorf hinterließ er seine Vergangenheit, sie war gestorben.

Vikko hoffte, der Rabe würde sein Geschenk annehmen
Vikko Allago

Der Blutpakt

Beitrag von Vikko Allago »

Der Blutpakt

*Diesen Abend konnte man eine in komplett Knochengrau gehüllte Person in die Grabkammer huschen sehen. Als sie ihr Ziel erreicht hatte, verlangsamter er sein Tempo und ging in fast andächtigen Schritten die Gänge entlang, betätigte die Geheimtür, folgte dem Gang nach links und bog, dann erneut links ein. Nun blieb er stehen, betrachtete die Statue, das Blutpentagram und die Stühle, die selbiges umgaben. Langsam setzte er sich wieder in Bewegung, betrat das Pentagram und ging vor der Statue in die Knie. Leises Gemurmel war zu hören, als der Diener des Dämonen, den man Kra'thor nannte, seine Begrüßung von sich gab.
Dann zog er langsam seinen Dolch und betrachtete seine linke Hand. Eine Narbe prangte auf ihr, ein Zeichen eines alten Blutpaktes. Er führte langsam die scharfe Schneide, des diamantenen Dolches exakt über diese Narbe und trennte sie auf. Die Wunde öffnete sich das zweite Mal in seinem Leben, doch dieses Mal sprach er andere Worte, dieses Mal war es kein Eid, dieses Mal war es eine Bitte. Viel mehr eine Frage.*


Ich tausche meine Dienste gegen Deine Macht. Ich tausche die Seelen die ich sammle gegen Deinen Schutz. Ich bin Dein Diener.
So gebe mir einen Teil Deiner Macht und öffne meine Augen.
Sende mir ein Zeichen; sende mir Deinen Rat; Soll dieser Blutpakt weiterhin in deinem Namen geleistet werden oder entbindest Du mich von ihm. Ich bin Dein Diener und werde folgen.


* Das Blut lief langsam seine Hand hinab und traf auf das Armband, einst war es grau, doch nun, war es von seiner Reise geprägt, gefärbt, in einem dunklen Rot. Wieder nahm das Knochenarmband das von ihm geopferte Blut auf.
Er konnte nur warten, warten auf das Urteil, welches der Richter über ihn und den Bluteid fällen würde.*
Vikko Allago

Böses Erwachen

Beitrag von Vikko Allago »

Böses Erwachen

*Vikko steht auf den Zinnen der Burg Eisenwart, sein Blick schweift umher und versucht alles wahrzunehmen was seine Augen ihm zugestehen. Ein Schatten nähert sich, erst langsam dann immer schneller und mit jedem Meter den er sich ihm nähert, nimmt er klarere Formen an, wird zu einer Klaue, krallenbesetzt und vollkommen schwarz. Riesig groß legt sie sich um seinen ganzen Körper und scheint ihn zu erdrücken, dann wird die Schemengestalt von seiner linken Hand eingesogen. Ein höllisches Brennen legt sich auf die Narbe in seiner Hand und Vikko kommt es vor, als würde die Dunkelheit die Narbe aus seiner Haut brennen.
Betäubt vom Schmerz beobachtet Vikko wie der Schatten seinem Körper entfährt und ihn von den Zinnen reißt, er schleudert ihn in Richtung Rahal, vor die verschlossenen Tore. Verwirrung macht sich in Vikko breit, doch dann hört er ein Knarren, die Tür öffnet sich langsam und ein Lichtschein fällt in sein Gesicht, welcher ihn...*


...aus seinem Traum hochschrecken ließ. Erneut hatte er diesen Traum und erneut ging sein Atem schnell und sein Körper war mit Schweiß bedeckt. Als sein Blick sich wieder etwas geklärt hatte, schaute er hinab auf seine linke Hand. Sie war unversehrt, keine Narbe zierte mehr seine Handinnenfläche und der Schmerz, den er bei der Heilung verspürt hatte, klang nurnoch dumpf in seinem Kopf nach.
Er war der Weisung seines Herren gefolgt, hatte die Burg verlassen und sich in Richtung Rahal bewegt. Die Entzündete Wunde und das erste Träumen dieses Traumes war für ihn das sicherste Zeichen gewesen diesen Schritt zu tun.
Doch was war seid diesem Tag geschehen. Die Tore Rahals hatten sich ihm nicht geöffnet, nein, im Gegenteil, sie waren fest verschlossen, warfen ihn sogar hinaus. Der Diplomat persönlich verwies ihn, der Alka wollte ihn nicht in Rahal. Nun stand Vikko einer Herausforderung gegenüber, er wusste, dass die Burg ihn töten würde, so sie ihn in die Finger bekommen, er wusste, dass der Alka ihn töten würde, wenn er ihn ohne Erlaubnis in Rahal aufgreifen würde. Alles schien verfahren und so wandte er sich in seiner Not an Lythiana. Er sah den einzigen Weg, den Pfad den ihm der Richter gewiesen hat, nur über sie beschreiten zu können, doch was würde ihn das kosten? Welches Netz würde sich um ihn schlingen? Würde er aus dieser Situation entfliehen können oder an der Aufgabe seines Herren scheitern?

Ein kalter Griff legte sich um ihn und Vikko wusste in diesem Moment, dass er schon zu tief in dieser Sache gefangen war, um nun wieder umzukehren.
Und so fasste er den Entschluss, die Aufgabe zu lösen oder seinem Untergang entgegen zu treten....allein.
Lythiana Cronor

Beitrag von Lythiana Cronor »

Es war weit nach Mitternacht. Schwere, von Regen kündende Wolken hatten sich vor den Mond geschoben, sodass die Dunkelheit fast vollkommen war. Einzig eine einsame Laterne neben der Tür zum Turm der Maestra sowie durch die Fensteröffnungen scheinendes Kerzenlicht trotzten der Finsternis.

Im Inneren des Turmes tigerte Lythiana unruhig durch ihr Schlafzimmer. Kaum mehr als drei Schritte, dann war die jenseitige Wand erreicht, sie drehte sich um, marschierte zurück, drehte sich wieder um... Jede Bewegung, jeder Schritt kündete von Anspannung. Der Gesichtsausdruck der Maga hatte sich deutlich verfinstert, der Blick ruhte starr auf dem Boden.

Der Brief war übermittelt worden - und sie hatte die Rechnung erhalten. Wie es ihr gelungen war, eine angemessene Entschuldigung über die Lippen zu bringen, war ihr selbst eher schleierhaft. Doch was wäre die Alternative gewesen? Nein, es gab keine akzeptable Alternative. Und so... beugte sie sich, widerwillig, aber formvollendet. Die Erinnerung daran sorgte selbst jetzt, Tage später, dafür dass die Bestie hungrig aufheulte und an seiner Kette zerrte. Lythiana jedoch war nicht gewillt, diesem Drängen nachzugeben... nein. Kontrolle war alles, Kontrolle bedeutete - momentan - ihr Leben.

Und Kontrolle war es auch, welche sie über Vikko erlangen würde. Ein amüsiertes Lächeln huschte bei diesem Gedanken über das ausgezehrte Gesicht der Maga. Sie hatte ihre Rechnung erhalten, er würde seine erhalten. Der Preis war nicht mehr verhandelbar, war von Vikko im Voraus akzeptiert worden - ohne dass er ihn überhaupt kannte. Nun galt es nur noch, ihm die Rechnung zuzustellen....
Vikko Allago

Graue Strähnen und ein Handel

Beitrag von Vikko Allago »

Graue Strähnen und ein Handel

Vikko ging noch einmal das Gespräch im Geiste durch. Die weichen Felle im Keller der Bibliothek hüllten ihn ein und er genoss die Ruhe, die ihm dieser Ort schenkte.

Was war geschehen?

Nun, Sie, Lythiana Cronor, stand für seiner Tür und brachte die Rechnung, wie sie es so schön ausgedrückt hatte. Doch hatte sie sich maßgeblich überschätzt, denn sie dachte Vikko steht zu seinem Wort, sie dachte, er wird jede Bedingung die sie ihm nennen wird akzeptieren müssen.
Leider musste er sie eines besseren belehren.
Sie konnte dem nicht wiedersprechen, sie konnte nur Verhandeln und so begann der muntere Wortwechsel.
Das Ergebnis schien doch höchst interessant zu sein, denn Vikko stand nun in ihren Diensten für einen nicht zu verachtenden Zeitraum. Dieses geschäftliche Verhältnis beinhaltete, da war sich der Diener des Raben sicher, vor allem viel Drecksarbeit, viele Dinge, die unter seinem Niveau waren, vielleicht aber auch den ein oder anderen Auftrag, der ihm mehr Einblicke in den Orden versprachen, mehr Einblicke in eine Gemeinschaft, die zwar in der Öffentlichkeit steht, aber über die fast nichts bekannt ist.
Er entschied sich, dass es ein guter Handel war!

Was wird geschehen?

Der Anhänger des Herrschers über das Totenreich war sich in diesem Punkt nicht sicher. Sicher war nur eins, dass es eine große Herausforderung für ihn sein wird und vor allem eine sehr große Gefahr für ihn barg. Er war sich nicht sicher, ob seine derzeitigen Mittel dafür reichen würden, aber er war sich eines Vorteiles sicher, denn Lythiana schien von falschen Schlüssen auszugehen, so glaubte sie mit Sicherheit ihn in einem Netz gefangen zu haben, ihn den Diener des größten Herren bezwungen zu haben, unter Kontrolle zu haben.
Doch Kontrolle ist so eine Sache, sie wird geschenkt und nicht erzwungen, denn nur wenn der Kontrollierte seine Macht an den Kontrollierenden abgibt, aus freien Stücken, ist es wirkliche Kontrolle. Alles Andere ist Manipulation, alles Andere ist nichts weiter als ein gut eingesetztes Gift. Wenn aber der Schein von Kontrolle erzeugt wird, was ist dann? Wer kontrolliert dann wen? Wer bekommt dann was er will?
Ein interessanter Gedanke dem Vikko wohl noch mehrere Stunden nachging.

Er schloss nun langsam die Augen. Diese Nacht wird ihn wohl ein angenehmer Schlaf bevorstehen, denn es hatte sich einiges Ergeben und er konnte wiedermal nur abwarten. Der Alka schuldete ihm noch ein Antwortschreiben und Lythiana würde mit ihm Kontakt aufnehmen, wenn sie ihr Spiel mit ihm weiterspielen wollte.

Langsam begann er einzuschlafen, doch ein letztes Bild hatte er noch deutlich vor Augen:
Eine Spinne, die zusammengerollt in einem fremden Netz liegt. als jedoch die Besitzerin des Netzes sich ihr nähert, spannt sich die kleine zusammengerollte Spinne an, springt auf und jagt der größeren, das brennende Gift in den Körper....

*Er fällt tief, in ein Bett aus schwarzen Federn. Kühl liegen sie auf seiner Haut. Schutz implizieren sie seinem Geist. Er atmet sie ein, nimmt sie tief in sich auf, begierig auf mehr, begierig, begierig, begierig. Er lechzt förmlich nach ihnen, das Gefühl von Macht durchströmt ihn mit jeder Feder mehr. Sie füllen seine Lungen, seinen Körper, seinen Geist und er taucht ab in vollkommene Schwärze.
Bilder blitzen in dieser Dunkelheit auf, die keinen Zusammenhang zu haben scheinen, sie entbehren jeglicher Logik und keines brennt sich in sein Gedächtnis ein, nur das Letzte, ein ihm wohl bekanntes Bild dringt bis in sein Bewusstsein.
Eine Spinne, zusammengerollt im fremden Netz. Nur etwas ist dieses Mal anders. Dieses Mal klebt die Spinne fest, dieses Mal will die größere ihr Gift in den Körper spritzen.
Vikkos Geist wird mit dem Gefühl von Gefahr durchflutet, er fühlt, dass er selbst festklebt, dass er selbst die Spinne ist.
Eine schwarze Feder fällt vom Himmel herab, bedeckt die kleine Spinne und...*


...Vikko erwacht aus seinem Traum. Er schreckt nicht auf, sondern hat die Augen weiterhin geschlossen, er sieht das Bild noch vor seinem innerem Auge.

Er wird auf die Hilfe seines Herren vertrauen müssen.
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