Tod
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Vikko Allago
Stille Gebete
Stille Gebete
*Eine verhüllte Gestalt, wie vom Schatten begleitet, suchend der Blick, kniete sich nieder. Vor ihr erhebt sich, einsam, die Gestalt seines Herren. Er schien ihn zu betrachten, hatte aber kein Gesicht, schien ihn zu hören, hatte aber doch keine Ohren. Die Gestalt seines Herren, nur ein Abbild und doch Symbol für seine Kraft. So kniete der Diener. Stunde um Stunde verrann, Silbe um Silbe verließ seinen Mund. Immer wieder, immer wieder, immer wieder, in der Hoffnung er würde ihn erhöhren.
Ich tausche meine Dienste gegen Deine Macht. Ich tausche die Seelen die ich sammle gegen Deinen Schutz. Ich bin Dein Diener.
So gebe mir einen Teil Deiner Macht und öffne meine Augen.
Die Gunst hat sich scheinbar gegen mich gestellt. Ich ersuche deine Hilfe, ich ersuche deine Macht, ich ersuche deine Weisheit, ich ersuche deinen Schutz.
Stehe mir bei während der Aufgabe die vor mir liegt, öffne meine Augen.
Weise mir den Weg, lenke mich auf deinem Pfad, auf das ich dich nicht enttäusche, auf das ich mein Ziel erreichen kann.
Öffne meine Augen. Öffne meine Ohren. Öffne meine Fesseln. Öffne meinen Geist. Öffne mir das Tor zur Macht.
Die Macht, die ich brauchen werde. Die Macht, die nur du mir geben kannst.
Ich bin dein Diener, ich werde folgen.
*Eine verhüllte Gestalt, wie vom Schatten begleitet, suchend der Blick, kniete sich nieder. Vor ihr erhebt sich, einsam, die Gestalt seines Herren. Er schien ihn zu betrachten, hatte aber kein Gesicht, schien ihn zu hören, hatte aber doch keine Ohren. Die Gestalt seines Herren, nur ein Abbild und doch Symbol für seine Kraft. So kniete der Diener. Stunde um Stunde verrann, Silbe um Silbe verließ seinen Mund. Immer wieder, immer wieder, immer wieder, in der Hoffnung er würde ihn erhöhren.
Ich tausche meine Dienste gegen Deine Macht. Ich tausche die Seelen die ich sammle gegen Deinen Schutz. Ich bin Dein Diener.
So gebe mir einen Teil Deiner Macht und öffne meine Augen.
Die Gunst hat sich scheinbar gegen mich gestellt. Ich ersuche deine Hilfe, ich ersuche deine Macht, ich ersuche deine Weisheit, ich ersuche deinen Schutz.
Stehe mir bei während der Aufgabe die vor mir liegt, öffne meine Augen.
Weise mir den Weg, lenke mich auf deinem Pfad, auf das ich dich nicht enttäusche, auf das ich mein Ziel erreichen kann.
Öffne meine Augen. Öffne meine Ohren. Öffne meine Fesseln. Öffne meinen Geist. Öffne mir das Tor zur Macht.
Die Macht, die ich brauchen werde. Die Macht, die nur du mir geben kannst.
Ich bin dein Diener, ich werde folgen.
Zuletzt geändert von Vikko Allago am Mittwoch 25. Juli 2007, 00:21, insgesamt 1-mal geändert.
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Wijay Loreen
Die Spinne, die Schlange und der Rabe
Immer wieder las sie die Seiten, die im Keller lagen. Vikko hatte sich da ja etwas Interessantes aufgehalst. Er stand in der Schuld der Arkorither, und umgekehrt schuldeten diese ihr noch etwas. Man denke an die Sache mit den Drachenschuppen, man denke an den Hinweis um den Verbleib einer Schwester.
Es war seine Sache, und Loreen würde sich keineswegs darin einmischen, besonders da ihr der Arkoritherorden äußerst suspekt war. Was waren sie denn schon, außer Werkzeuge, obgleich mächtige Werkzeuge waren sie nur Mittel zum Zweck.
Gewiss, die Beziehungen zu dem Orden waren eingeschlafen, und im augenblick genoss Loreen die Ruhe vor dem Sturm, der Varuna heimsuchen würde. Was konnte sie denn schon von den Arkorithern wollen? Zumindest derzeit spielte all das keine große Rolle, zumal sie die Zeit lieber nutzte, um sich zu sammeln und die Sachlage genau zu beäugen.
Chaos brach auch ohne ihre Hilfe aus, und wenn der Rabe sie anrief wäre sie sofort zur Stelle. Sie war fleißig genug in den letzten Monaten, dass sie sich diese Ruhe gönnen konnte. Schon bald würde sie genug Arbeit haben.
Sie hinterließ im Regal genau vor dem Kellereingang für Vikko eine Nachricht.
"Gib auf dich acht und erstatte mir Bericht. Die zeit mag es zeigen, doch jeder Nachteil kann uns zum Vorteil gereichen. Spiele dieses Spiel mit und gib den Spinnen das Gefühl, du wärst die Fliege. Einst wirst du die Schlange sein, welche die Spinne verschlingt"
Immer wieder las sie die Seiten, die im Keller lagen. Vikko hatte sich da ja etwas Interessantes aufgehalst. Er stand in der Schuld der Arkorither, und umgekehrt schuldeten diese ihr noch etwas. Man denke an die Sache mit den Drachenschuppen, man denke an den Hinweis um den Verbleib einer Schwester.
Es war seine Sache, und Loreen würde sich keineswegs darin einmischen, besonders da ihr der Arkoritherorden äußerst suspekt war. Was waren sie denn schon, außer Werkzeuge, obgleich mächtige Werkzeuge waren sie nur Mittel zum Zweck.
Gewiss, die Beziehungen zu dem Orden waren eingeschlafen, und im augenblick genoss Loreen die Ruhe vor dem Sturm, der Varuna heimsuchen würde. Was konnte sie denn schon von den Arkorithern wollen? Zumindest derzeit spielte all das keine große Rolle, zumal sie die Zeit lieber nutzte, um sich zu sammeln und die Sachlage genau zu beäugen.
Chaos brach auch ohne ihre Hilfe aus, und wenn der Rabe sie anrief wäre sie sofort zur Stelle. Sie war fleißig genug in den letzten Monaten, dass sie sich diese Ruhe gönnen konnte. Schon bald würde sie genug Arbeit haben.
Sie hinterließ im Regal genau vor dem Kellereingang für Vikko eine Nachricht.
"Gib auf dich acht und erstatte mir Bericht. Die zeit mag es zeigen, doch jeder Nachteil kann uns zum Vorteil gereichen. Spiele dieses Spiel mit und gib den Spinnen das Gefühl, du wärst die Fliege. Einst wirst du die Schlange sein, welche die Spinne verschlingt"
Zuletzt geändert von Wijay Loreen am Mittwoch 25. Juli 2007, 01:28, insgesamt 1-mal geändert.
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Vikko Allago
Kranke Gedanken
Kranke Gedanken
Vikko lag in der Heilerstube, soweit er während des Transportes beurteilen konnte, befand sie sich nicht weit von der Bibliothek entfernt. Seine Gedanken kreisten, wie so oft, um die letzten Tage und Geschehnisse.
Er hatte sich unerwartet doch bei Loreen angesteckt. Ein Fluch wollte den Weg zu seinen Lippen finden, erstarb jedoch im Hals. Wie konnte er nur so unvorsichtig sein? Warum hatte er nicht bemerkt, dass es die Pest war?
Nungut, er konnte es nicht mehr ändern und er würde immerhin ein paar neue Orte in Varuna kennenlernen, ebenso würde er die Arbeit der Heilerin studieren können. Irgendwie fand er es bemerkenswert, dass diese unwissenden Heiler, so schnell ein Gegenmittel gefunden haben, immerhin hatte Loreen wirklich viel Arbeit in den Veränderten Erreger gesteckt.
Er rollte sich auf die Seite und starrte an einen Punkt an der Wand. Was würde der junge Diener des Raben als nächstes tun? Gut, zu Anfang würde er erstmal gesund werden. Aber was wird dann folgen? Die letzten Wochen waren sehr ereignisreich und auch wenn er sich während der tobenden Pest lange ausruhen konnte, so wird, und da war er sich sicher, es bald wieder viele kleine Überraschungen geben, die Lythiana ihm bereiten wird.
Er brauchte einen Ausgleich, etwas, dass ihn neben den Diensten bei der Magierin, etwas ablenkte, ihm aber gleichzeitig etwas mehr Wissen und Macht bescheren konnte.
Langsam schloss er die Augen und beruhigte seine Atmung, die immer noch etwas rasselte. Der Schlaf streckte wieder seine Tentakeln nach ihm aus und wurde fast durch die aufkommende Euphorie, die in Vikko aufzuckte, zurückgeschlagen, doch besann er sich darauf, dass er nur im Schlaf die Möglichkeit hatte Kra'thor zu begegnen.
Sein letzter Gedanke galt dem Totenreich und dessen Herr.
Vikko lag in der Heilerstube, soweit er während des Transportes beurteilen konnte, befand sie sich nicht weit von der Bibliothek entfernt. Seine Gedanken kreisten, wie so oft, um die letzten Tage und Geschehnisse.
Er hatte sich unerwartet doch bei Loreen angesteckt. Ein Fluch wollte den Weg zu seinen Lippen finden, erstarb jedoch im Hals. Wie konnte er nur so unvorsichtig sein? Warum hatte er nicht bemerkt, dass es die Pest war?
Nungut, er konnte es nicht mehr ändern und er würde immerhin ein paar neue Orte in Varuna kennenlernen, ebenso würde er die Arbeit der Heilerin studieren können. Irgendwie fand er es bemerkenswert, dass diese unwissenden Heiler, so schnell ein Gegenmittel gefunden haben, immerhin hatte Loreen wirklich viel Arbeit in den Veränderten Erreger gesteckt.
Er rollte sich auf die Seite und starrte an einen Punkt an der Wand. Was würde der junge Diener des Raben als nächstes tun? Gut, zu Anfang würde er erstmal gesund werden. Aber was wird dann folgen? Die letzten Wochen waren sehr ereignisreich und auch wenn er sich während der tobenden Pest lange ausruhen konnte, so wird, und da war er sich sicher, es bald wieder viele kleine Überraschungen geben, die Lythiana ihm bereiten wird.
Er brauchte einen Ausgleich, etwas, dass ihn neben den Diensten bei der Magierin, etwas ablenkte, ihm aber gleichzeitig etwas mehr Wissen und Macht bescheren konnte.
Langsam schloss er die Augen und beruhigte seine Atmung, die immer noch etwas rasselte. Der Schlaf streckte wieder seine Tentakeln nach ihm aus und wurde fast durch die aufkommende Euphorie, die in Vikko aufzuckte, zurückgeschlagen, doch besann er sich darauf, dass er nur im Schlaf die Möglichkeit hatte Kra'thor zu begegnen.
Sein letzter Gedanke galt dem Totenreich und dessen Herr.
Zuletzt geändert von Vikko Allago am Donnerstag 6. September 2007, 15:20, insgesamt 2-mal geändert.
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Vikko Allago
Heile die Wunden, denn die Zeit tut es nicht – Teil 1
Heile die Wunden, denn die Zeit tut es nicht – Teil 1
Vikko verließ die Burg der Arkorither, er schaute sich um und entschied, noch einen Abstecher nach Bajard zu machen. Dort angekommen, setzte er sich in die Ecke des kleinen Bereichs vor der Taverne und lehnte sich entspannt an die Wand hinter sich. Er war vollkommen in knochengrau gekleidet und trug, wie immer wenn er in Bajard war, die Maske, die jegliche Regung seines Gesichts bedeckte, außer die Augen.
Er versank in seinen Gedanken und erforschte, was passiert war, was dies für Wunden waren, die das Gespräch mit Lythiana in ihm offen gelegt haben. Er hatte die Erinnerungen an seine „verschollenen Monate“ längst tief in sich vergraben und hatte seid, er einen Fuß in die Burg Eisenwart gesetzt hatte, nicht mehr an sie gedacht. Doch sie, die Maestra des Ordens, riss die alte Wunde auf, legte diese Gedanken wieder offen und führte sie ihm förmlich vor Augen. Zorn durchfuhr ihn für einen Moment, doch zwang er diesen beiseite und widmete sich der Aufgabe.
Die Aufgabe, die er sich nun selber stellte:
Finde sie wieder! Entdecke die verschollenen Monate! Bringe sie zurück in dein Gedächtnis!
Die verschollenen Monate, so nannte er sie bei sich, die Zeit die in seinem Gedächtnis fehlte, diese verdammten zwei Monate, auf die sein Bewusstsein nicht mehr zugreifen konnte. Er rief in sich die letzte Erinnerung vor und die erste Erinnerung nach den Monaten wieder wach.
Was war dazwischen passiert? Wo war sein Bruder und wo war seine Ausrüstung? Warum konnte er sich nur verschwommen an ihre Ziele erinnern? Waren es wirklich ihre Ziele gewesen oder hatte er den Namen Bajard damals nur aufgeschnappt und sein Unterbewusstsein hat ihm eine falsche Erinnerung vorgegaukelt? Was war dazwischen passiert?
Fragen die er sich nicht beantworten konnte. Frustration machte sich in ihm breit und er bemerkte, warum er diese Fragen vergraben und warum er diese Wunde einfach nur verdeckt hatte. Nur Frust weckten sie und bereiteten ihm das schlimmste Gefühl, welches der junge Diener des Raben sich heute vorstellen konnte. Kontrollverlust.
Seine Gedanken wurden kurz von anderen Anwesenden unterbrochen und er beobachtete wieder eine Weile, wie er es so oft getan hat in Bajard. Eine Beschäftigung, die ihm seid je her Ruhe gespendet hat und so verließen ihn die schmerzhaften Erinnerungen und er glitt wieder in alte Schemata ab: Achte auf deine Haltung. Bewege dich bewusst. Wäge deine Worte ab. Nimm jedes Detail auf. Halte alles im Blick. Verliere nicht den Überblick.
Stunden vergingen und er nahm sogar noch an einer kleinen Spielerei von Loreen Teil, aber in seinem Hinterkopf schwirrten immer diese Fragen, auch wenn sie nicht bewusst da waren, so war er doch unkonzentriert und erwischte sich immer wieder dabei, nicht mehr bei der Sache zu sein. Also verschwand er nach Varuna und betrat den äußert ruhigen Keller, in dem er seid schon so langer Zeit wohnte und sich verbarg.
Es war schon seltsam, was alles in diesem Gespräch zwischen ihm und Lythiana zur Sprache kam und er wiederholte still fast jedes Wort, welches gesprochen wurde. Er schüttelte etwas den Kopf, irgendwie war dieses Gespräch anders als die anderen oder hatte er sich das nur eingebildet?
Wirr schossen ihm die Gedanken durch den Kopf, doch blieb er schlussendlich immer an den verschwundenen zwei Monaten hängen.
Er wusste, er konnte wohl kaum mehr konzentriert arbeiten, wenn er dieses Problem nicht langsam in den Griff bekommen würde.
Er würde diese Wunde selber heilen.
Vikko verließ die Burg der Arkorither, er schaute sich um und entschied, noch einen Abstecher nach Bajard zu machen. Dort angekommen, setzte er sich in die Ecke des kleinen Bereichs vor der Taverne und lehnte sich entspannt an die Wand hinter sich. Er war vollkommen in knochengrau gekleidet und trug, wie immer wenn er in Bajard war, die Maske, die jegliche Regung seines Gesichts bedeckte, außer die Augen.
Er versank in seinen Gedanken und erforschte, was passiert war, was dies für Wunden waren, die das Gespräch mit Lythiana in ihm offen gelegt haben. Er hatte die Erinnerungen an seine „verschollenen Monate“ längst tief in sich vergraben und hatte seid, er einen Fuß in die Burg Eisenwart gesetzt hatte, nicht mehr an sie gedacht. Doch sie, die Maestra des Ordens, riss die alte Wunde auf, legte diese Gedanken wieder offen und führte sie ihm förmlich vor Augen. Zorn durchfuhr ihn für einen Moment, doch zwang er diesen beiseite und widmete sich der Aufgabe.
Die Aufgabe, die er sich nun selber stellte:
Finde sie wieder! Entdecke die verschollenen Monate! Bringe sie zurück in dein Gedächtnis!
Die verschollenen Monate, so nannte er sie bei sich, die Zeit die in seinem Gedächtnis fehlte, diese verdammten zwei Monate, auf die sein Bewusstsein nicht mehr zugreifen konnte. Er rief in sich die letzte Erinnerung vor und die erste Erinnerung nach den Monaten wieder wach.
Was war dazwischen passiert? Wo war sein Bruder und wo war seine Ausrüstung? Warum konnte er sich nur verschwommen an ihre Ziele erinnern? Waren es wirklich ihre Ziele gewesen oder hatte er den Namen Bajard damals nur aufgeschnappt und sein Unterbewusstsein hat ihm eine falsche Erinnerung vorgegaukelt? Was war dazwischen passiert?
Fragen die er sich nicht beantworten konnte. Frustration machte sich in ihm breit und er bemerkte, warum er diese Fragen vergraben und warum er diese Wunde einfach nur verdeckt hatte. Nur Frust weckten sie und bereiteten ihm das schlimmste Gefühl, welches der junge Diener des Raben sich heute vorstellen konnte. Kontrollverlust.
Seine Gedanken wurden kurz von anderen Anwesenden unterbrochen und er beobachtete wieder eine Weile, wie er es so oft getan hat in Bajard. Eine Beschäftigung, die ihm seid je her Ruhe gespendet hat und so verließen ihn die schmerzhaften Erinnerungen und er glitt wieder in alte Schemata ab: Achte auf deine Haltung. Bewege dich bewusst. Wäge deine Worte ab. Nimm jedes Detail auf. Halte alles im Blick. Verliere nicht den Überblick.
Stunden vergingen und er nahm sogar noch an einer kleinen Spielerei von Loreen Teil, aber in seinem Hinterkopf schwirrten immer diese Fragen, auch wenn sie nicht bewusst da waren, so war er doch unkonzentriert und erwischte sich immer wieder dabei, nicht mehr bei der Sache zu sein. Also verschwand er nach Varuna und betrat den äußert ruhigen Keller, in dem er seid schon so langer Zeit wohnte und sich verbarg.
Es war schon seltsam, was alles in diesem Gespräch zwischen ihm und Lythiana zur Sprache kam und er wiederholte still fast jedes Wort, welches gesprochen wurde. Er schüttelte etwas den Kopf, irgendwie war dieses Gespräch anders als die anderen oder hatte er sich das nur eingebildet?
Wirr schossen ihm die Gedanken durch den Kopf, doch blieb er schlussendlich immer an den verschwundenen zwei Monaten hängen.
Er wusste, er konnte wohl kaum mehr konzentriert arbeiten, wenn er dieses Problem nicht langsam in den Griff bekommen würde.
Er würde diese Wunde selber heilen.
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Vikko Allago
Teil 2 – Amnesie
Heile die Wunden, denn die Zeit tut es nicht – Teil 2 – Amnesie
Vikko übeflog erneut das Pergament, welches auf dem Tisch lag. Er konnte sich nicht erinnern wie oft er das schon getan hatte, wie oft er die Zeilen, Linien und Makierungen schon auf sich wirken lassen hatte. Etwas verschloss sich ihm, der Weg war noch nicht gefunden.
Amnesie
Es gibt verschiedene Arten dieses Gedächtnisverlustes, viele Wege, wie das Unterbewusstsein einem den Weg zu seinem Wissen verschließt.
Er wusste von mindestens einer Person, die sein Schicksal teilte, doch erkannte er auch die prägnanten Unterschiede.
Einer dieser Wege, so scheint es, ist ein traumatisches Erlebnis, welches auslöst, dass das Gedächtnis selbiges löscht, nein, verdrängt. Es ist offenbar eine Überreaktion des Geistes auf dieses Erlebnis.
Er runzelte die Stirn. Sicher war, dass er mit seinem Bruder in der Kutsche saß und auf Grund eines Unwetters entstand ein großer Erdrutsch, welcher die Kutsche herumwirbelte und, zumindest Vikko, aus der Kutsche schleuderte. Er verlor seinen Bruder und war von nun an auf sich allein gestellt. Er kratzte sich am Kinn und fügte etwas fügte einen Kommentar an die Zeilen.
Ist es möglich, dass das Ereignis selbst nicht verdrängt wird, sondern nur die Zeit danach?
Er konnte es sich nicht vorstellen, aber trotzdem war dies eine sehr interessante Frage. Wenn es möglich war, dann könnte es sein, dass der Verlust seines Bruders das Ereignis war, die Phase danach aber verdrängt wurde aufgrund seines „emotionalen Zustandes“. Er musste unwillkürlich den Kopf schütteln. Diese Vorstellung war für ihn heute etwas so unmögliches, dass er kaum Verständis dafür aufbringen konnte, trotzdem war es möglich.
Es stellt sich nun die Frage, in wie weit sich die obere Form der Amnesie, sich von der Amnesie der zweiten Testperson unterscheidet.
Ein unregelmäßig auftretende, punktuelle Amnesie. Hier scheint nur das Ereignis verdrängt oder gelöscht zu sein ohne den Verlust, eines gewissen Zeitrahmens danach.
Jedes Mal wenn Vikko diese Zeilen las, kam er nicht umher es wirklich verwirrend zu finden. Auch entfuhr ihm fast jedes Mal ein Schnauben, immerhin kannte er die Testperson und er konnte sich nicht vorstellen, dass sie so oft einer Situation gegenübersteht, die eine Überreaktion des Geistes hervorruft.
Lange starrte er die Aufzeichnungen an und kam dann zu dem Entschluss, beide differenziert zu erforschen. So übertrug er die spezifischen Merkmale auf ein eigenes Pergament.
1. Ereignisbezogene, temporale Amnesie
2.Chronische Aussetzer des Gedächtnis, ohne erkennbaren Grund
Ein interessiertes Glitzern lag in seinen Augen, aber es war ihm bewusst, wie viel Arbeit er noch vor sich hatte. So räumte er die Pergamente ein und widmete sich wieder seinen alltäglichen Arbeiten.
Vikko übeflog erneut das Pergament, welches auf dem Tisch lag. Er konnte sich nicht erinnern wie oft er das schon getan hatte, wie oft er die Zeilen, Linien und Makierungen schon auf sich wirken lassen hatte. Etwas verschloss sich ihm, der Weg war noch nicht gefunden.
Amnesie
Es gibt verschiedene Arten dieses Gedächtnisverlustes, viele Wege, wie das Unterbewusstsein einem den Weg zu seinem Wissen verschließt.
Er wusste von mindestens einer Person, die sein Schicksal teilte, doch erkannte er auch die prägnanten Unterschiede.
Einer dieser Wege, so scheint es, ist ein traumatisches Erlebnis, welches auslöst, dass das Gedächtnis selbiges löscht, nein, verdrängt. Es ist offenbar eine Überreaktion des Geistes auf dieses Erlebnis.
Er runzelte die Stirn. Sicher war, dass er mit seinem Bruder in der Kutsche saß und auf Grund eines Unwetters entstand ein großer Erdrutsch, welcher die Kutsche herumwirbelte und, zumindest Vikko, aus der Kutsche schleuderte. Er verlor seinen Bruder und war von nun an auf sich allein gestellt. Er kratzte sich am Kinn und fügte etwas fügte einen Kommentar an die Zeilen.
Ist es möglich, dass das Ereignis selbst nicht verdrängt wird, sondern nur die Zeit danach?
Er konnte es sich nicht vorstellen, aber trotzdem war dies eine sehr interessante Frage. Wenn es möglich war, dann könnte es sein, dass der Verlust seines Bruders das Ereignis war, die Phase danach aber verdrängt wurde aufgrund seines „emotionalen Zustandes“. Er musste unwillkürlich den Kopf schütteln. Diese Vorstellung war für ihn heute etwas so unmögliches, dass er kaum Verständis dafür aufbringen konnte, trotzdem war es möglich.
Es stellt sich nun die Frage, in wie weit sich die obere Form der Amnesie, sich von der Amnesie der zweiten Testperson unterscheidet.
Ein unregelmäßig auftretende, punktuelle Amnesie. Hier scheint nur das Ereignis verdrängt oder gelöscht zu sein ohne den Verlust, eines gewissen Zeitrahmens danach.
Jedes Mal wenn Vikko diese Zeilen las, kam er nicht umher es wirklich verwirrend zu finden. Auch entfuhr ihm fast jedes Mal ein Schnauben, immerhin kannte er die Testperson und er konnte sich nicht vorstellen, dass sie so oft einer Situation gegenübersteht, die eine Überreaktion des Geistes hervorruft.
Lange starrte er die Aufzeichnungen an und kam dann zu dem Entschluss, beide differenziert zu erforschen. So übertrug er die spezifischen Merkmale auf ein eigenes Pergament.
1. Ereignisbezogene, temporale Amnesie
2.Chronische Aussetzer des Gedächtnis, ohne erkennbaren Grund
Ein interessiertes Glitzern lag in seinen Augen, aber es war ihm bewusst, wie viel Arbeit er noch vor sich hatte. So räumte er die Pergamente ein und widmete sich wieder seinen alltäglichen Arbeiten.
Zuletzt geändert von Vikko Allago am Donnerstag 6. September 2007, 15:19, insgesamt 1-mal geändert.
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Vikko Allago
Teil 3 – Vorbereitungen
Heile die Wunden, denn die Zeit tut es nicht – Teil 3 – Vorbereitungen
Vikko betrachtete die Utensilien, die vor ihm lagen. Ein Dolch, sein Siegel und ein kleine Schale, in der ein paar kleine Kohlen vor sich hin schwelten. Ein stilles Nicken folgte, als er erneut den Zustand der drei Dinge Kontrollierte und sie dann in die Mitte des Pentagrams trug, dort ließ er sich nieder und setzte sich in den Schneidersitz, die drei Gegenstände fanden ihren Platz direkt vor ihm, wo sie schnell Griffbereit waren.
Vorbereitung ist alles; Halte dir immer eine Sicherheit in der Hinterhand; Bewahre die Kontrolle und schärfe deinen Dolch.
Lythiana hatte angeboten, sich die Amnesie Vikkos anzuschauen, sie auf magischem Wege zu erforschen und vielleicht sogar zu brechen, je nach dem wie sie beschaffen sei. Der Diener des Raben konnte sich die Gelegenheit nicht nehmen lassen, doch durfte er auch nicht unvorsichtig werden, denn sonst würde vielleicht Wissen an diese Frau dringen, welches ihr ermöglicht die volle Kontrolle über ihn zu übernehmen.
Er nahm nun das Siegel zur Hand und legte es mit der geprägten Seite direkt auf die Kohlen. Seinen linken Ärmel schob er bis über den Ellenbogen nach oben und nahm dann den Dolch zur Hand, der zu einem ständigen Begleiter geworden war.
Die zwei dünnen, parallel verlaufenden Narben, die die Oberseite seines linken Unterarmes schmücken, wirkten matt im fahlen Lichtschein der wenigen Kerzen, die ihn umgaben. Langsam wanderte der Dolch zur oberen der Zwei. Der Schnitt ebenso präzise wie entschlossen geführt, trennte selbige erneut auf. Wieder floss das Blut; wieder bahnte es sich den Weg hinab in Richtung seines Handgelenkes, in Richtung des Armbandes aus Knochen, hinab in Richtung des Symbols für seine Dienerschaft.
Wie ein Schwamm schien das Armband die dunkelrote Flüssigkeit in sich aufzunehmen, fast begierig, als würde es vor dem Verdursten stehen, trank es das Blut. Genau in diesem Moment schloss Vikko die Augen und begann Vikko mit einem leise Gesprochenen Gebet. Mit jedem Wort wurde seine Stimme lauter, mit jeder Silbe schien er immer mehr in Trance zu geraten und so bemerkte er nicht, wie seine rechte Hand den blutigen Dolch fest umklammerte und seine Linke in Richtung des Siegels wanderte. Sie schien fast einen eigenen Willen zu haben, geleitet von Ihm, durch und durch von der Kraft Kra'thors beseelt.
Die Finger legten sich um die oberste Stelle des Siegels. Sein Körper erstarrte für einen Moment, nicht aufgrund der Hitze, nicht aufgrund der Schmerzen, nein, es lag etwas ehrfürchtiges in dieser Haltung, als würde der Körper nur auf ein bestimmtes Zeichen warten, seine Handlung fortzusetzen und es kam.
Ein kleiner Tropfen Blut, der offenbar nicht von dem Armband aufgenommen wurde (oder wurde er von dem Armband abgegeben?), wanderte in Richtung des Siegels. Er tropfte, von der Haut zwischen Zeige- und Ringfinger, direkt auf die Oberseite des Siegels.
Die Augen öffneten sich ruckartig und die Spannung in seinen Muskeln schien zu explodieren.
Der Dolch wurde fallen gelassen, die rechte Hand zuckte nach Hinten, wo sie die Haare beiseite zerrten, die Linke holte förmlich aus und versenkte das Siegel in der Haut.
Ein Schmerzensschrei gellte durch den Raum und das Siegel fiel klirrend zu Boden. Sein Körper kippte langsam nach links. Vikko schien wie gelähmt, doch sein müder Geist formte noch einige letzte Gedanken, bevor er in Ohnmacht fiel.
Ich werde merken wenn sie andere Türen öffnen will, als die, um die ich sie gebeten habe. Sie wird es versuchen. Sie soll es versuchen! Ich bin vorbereitet!
Vikko betrachtete die Utensilien, die vor ihm lagen. Ein Dolch, sein Siegel und ein kleine Schale, in der ein paar kleine Kohlen vor sich hin schwelten. Ein stilles Nicken folgte, als er erneut den Zustand der drei Dinge Kontrollierte und sie dann in die Mitte des Pentagrams trug, dort ließ er sich nieder und setzte sich in den Schneidersitz, die drei Gegenstände fanden ihren Platz direkt vor ihm, wo sie schnell Griffbereit waren.
Vorbereitung ist alles; Halte dir immer eine Sicherheit in der Hinterhand; Bewahre die Kontrolle und schärfe deinen Dolch.
Lythiana hatte angeboten, sich die Amnesie Vikkos anzuschauen, sie auf magischem Wege zu erforschen und vielleicht sogar zu brechen, je nach dem wie sie beschaffen sei. Der Diener des Raben konnte sich die Gelegenheit nicht nehmen lassen, doch durfte er auch nicht unvorsichtig werden, denn sonst würde vielleicht Wissen an diese Frau dringen, welches ihr ermöglicht die volle Kontrolle über ihn zu übernehmen.
Er nahm nun das Siegel zur Hand und legte es mit der geprägten Seite direkt auf die Kohlen. Seinen linken Ärmel schob er bis über den Ellenbogen nach oben und nahm dann den Dolch zur Hand, der zu einem ständigen Begleiter geworden war.
Die zwei dünnen, parallel verlaufenden Narben, die die Oberseite seines linken Unterarmes schmücken, wirkten matt im fahlen Lichtschein der wenigen Kerzen, die ihn umgaben. Langsam wanderte der Dolch zur oberen der Zwei. Der Schnitt ebenso präzise wie entschlossen geführt, trennte selbige erneut auf. Wieder floss das Blut; wieder bahnte es sich den Weg hinab in Richtung seines Handgelenkes, in Richtung des Armbandes aus Knochen, hinab in Richtung des Symbols für seine Dienerschaft.
Wie ein Schwamm schien das Armband die dunkelrote Flüssigkeit in sich aufzunehmen, fast begierig, als würde es vor dem Verdursten stehen, trank es das Blut. Genau in diesem Moment schloss Vikko die Augen und begann Vikko mit einem leise Gesprochenen Gebet. Mit jedem Wort wurde seine Stimme lauter, mit jeder Silbe schien er immer mehr in Trance zu geraten und so bemerkte er nicht, wie seine rechte Hand den blutigen Dolch fest umklammerte und seine Linke in Richtung des Siegels wanderte. Sie schien fast einen eigenen Willen zu haben, geleitet von Ihm, durch und durch von der Kraft Kra'thors beseelt.
Die Finger legten sich um die oberste Stelle des Siegels. Sein Körper erstarrte für einen Moment, nicht aufgrund der Hitze, nicht aufgrund der Schmerzen, nein, es lag etwas ehrfürchtiges in dieser Haltung, als würde der Körper nur auf ein bestimmtes Zeichen warten, seine Handlung fortzusetzen und es kam.
Ein kleiner Tropfen Blut, der offenbar nicht von dem Armband aufgenommen wurde (oder wurde er von dem Armband abgegeben?), wanderte in Richtung des Siegels. Er tropfte, von der Haut zwischen Zeige- und Ringfinger, direkt auf die Oberseite des Siegels.
Die Augen öffneten sich ruckartig und die Spannung in seinen Muskeln schien zu explodieren.
Der Dolch wurde fallen gelassen, die rechte Hand zuckte nach Hinten, wo sie die Haare beiseite zerrten, die Linke holte förmlich aus und versenkte das Siegel in der Haut.
Ein Schmerzensschrei gellte durch den Raum und das Siegel fiel klirrend zu Boden. Sein Körper kippte langsam nach links. Vikko schien wie gelähmt, doch sein müder Geist formte noch einige letzte Gedanken, bevor er in Ohnmacht fiel.
Ich werde merken wenn sie andere Türen öffnen will, als die, um die ich sie gebeten habe. Sie wird es versuchen. Sie soll es versuchen! Ich bin vorbereitet!
Zuletzt geändert von Vikko Allago am Donnerstag 6. September 2007, 15:24, insgesamt 2-mal geändert.
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Lythiana Cronor
Und sie hatte es versucht. Während Lythiana, nach höchstens 2 Stunden unruhigem Schlaf, hellwach im Bett lag und den tiefen Atemzügen ihres Gefährten lauschte ließ sie die Geschehnisse des Abends Revue passieren. Zu ihrem großen Erstaunen hatte Vikko den angebotenen Tee widerstandslos getrunken – obgleich ihm klar gewesen sein musste, dass dies nicht ohne Wirkung auf ihn bleiben würde. Auch gegen die Anwesenheit von Adeptus Linari hatte er sich nicht gewehrt. Überaus aufschlussreich...
Vikkos Vorsichtsmaßnahme hatte sie eher amüsiert als abgeschreckt. Er glaubte doch wohl selbst nicht, dass er eine Arcomaga auf diesem Wege davon abhalten konnte, die Türen zu öffnen die sie öffnen wollte? Sie würde ihren Willen bekommen, daran bestand kein Zweifel.
Bald schon hatten sie sich in den Keller der Festung zurück gezogen um mit der Prozedur zu beginnen. Es war nicht das erste Mal – doch waren die Versuche davor kaum mehr als Spielereien gewesen. Die Arkoritherin ließ sich fallen. Die Realität um sie herum zog sich bereitwillig zurück, bis sie kaum mehr war als ein sachtes Flimmern im Hintergrund. Vage bekam sie noch mit, wie Lucan einen Dolch in seine Hand beschwor – er misstraute Vikko selbst jetzt noch. Nichts anderes hatte sie erwartet...
Vikkos fehlende Erinnerung erwies sich als von einer kaum erwähnenswerten Barriere geschützt. Kein Hindernis für sie – für ihn jedoch, trotz oder gerade auf Grund ihrer Simplizität, kaum zu durchdringen. Die nächste Stunde verging wie im Rausch. Erinnerungen, Gefühle und Gedanken, die nicht die ihren waren, erfüllten sie, ließen sie nach mehr lechzen und gleichzeitig ob des Gefühls der Ohnmacht innerlich aufschreien. Der Wunsch nach mehr, unterstützt von Neugier, siegte – und so wandte sie sich nach einiger Zeit einer jener Türen zu, die ihr eigentlich verschlossen bleiben sollten. Das Siegel wurde gebrochen...
Vikkos Vorsichtsmaßnahme hatte sie eher amüsiert als abgeschreckt. Er glaubte doch wohl selbst nicht, dass er eine Arcomaga auf diesem Wege davon abhalten konnte, die Türen zu öffnen die sie öffnen wollte? Sie würde ihren Willen bekommen, daran bestand kein Zweifel.
Bald schon hatten sie sich in den Keller der Festung zurück gezogen um mit der Prozedur zu beginnen. Es war nicht das erste Mal – doch waren die Versuche davor kaum mehr als Spielereien gewesen. Die Arkoritherin ließ sich fallen. Die Realität um sie herum zog sich bereitwillig zurück, bis sie kaum mehr war als ein sachtes Flimmern im Hintergrund. Vage bekam sie noch mit, wie Lucan einen Dolch in seine Hand beschwor – er misstraute Vikko selbst jetzt noch. Nichts anderes hatte sie erwartet...
Vikkos fehlende Erinnerung erwies sich als von einer kaum erwähnenswerten Barriere geschützt. Kein Hindernis für sie – für ihn jedoch, trotz oder gerade auf Grund ihrer Simplizität, kaum zu durchdringen. Die nächste Stunde verging wie im Rausch. Erinnerungen, Gefühle und Gedanken, die nicht die ihren waren, erfüllten sie, ließen sie nach mehr lechzen und gleichzeitig ob des Gefühls der Ohnmacht innerlich aufschreien. Der Wunsch nach mehr, unterstützt von Neugier, siegte – und so wandte sie sich nach einiger Zeit einer jener Türen zu, die ihr eigentlich verschlossen bleiben sollten. Das Siegel wurde gebrochen...
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Vikko Allago
Teil 4 – Blut
Heile die Wunden, denn die Zeit tut es nicht – Teil 4 – Blut
Vikko hustete leicht und erneut war etwas Blut auf dem Tuch, welches er vor seinen Mund gehalten hatte. Nur einige Tropfen kamen noch aus seiner Lunge, also hatte er den Großteil der Flüssigkeit, die sich in seiner Lunge angesammelt hatte, abgehustet.
Sein Körper war immer noch geschwächt und seine Bewegung noch lange nicht so sicher, wie sie vor der Prozedur einmal waren, sein Geist jedoch arbeitete wieder in den schnellen Bahnen, die er gewohnt war.
Was war geschehen?
Lythiana hatte seinen Geist durchforstet, hatte einen Weg gefunden, der dem Diener des Raben verschlossen geblieben war.
Beunruhigend? Vielleicht. Zufrieden? Teilweise.
Die Erinnerung war wieder hergestellt, doch er hatte nicht damit gerechnet, dass sie seine Warnung missachten würde, er hatte nicht damit gerechnet, dass sein “Vertrauen“ in sie unberechtigt war. Aber was ihn am meisten überraschte, war der Fakt, dass sein Siegel - sein Schutz - so heftige Folgen haben würde. Er stand dem Tode so nahe, wie er es noch nie erlebt hatte, selbst die Pest hatte ihn nicht so an seine Grenzen getrieben wie es sein eigener Fluch getan hatte. Eigentlich machte ihn das Stolz, dass er in der Lage war so etwas zu erschaffen, doch trieb es ihm auch Frust in den Leib. Er war unvorsichtig gewesen, hatte die Situation nicht ausreichend analysiert und nicht alle Folgen bedacht, die sein Tun verursachen könnte, er hatte die Kontrolle verloren.
Durch seine Brust fuhr ein leichter stechender Schmerz, als wolle sein Körper diesen Gedanken noch einmal bekräftigen. Doch rief er ihm auch noch einen anderen Gedanken wach. Er würde vielleicht eine ähnliche Expedition in ihren Kopf unternehmen, auch wenn er wenig Lust darauf hatte, sich erneut in eine Situation zu begeben, wie er es bei Loreen erlebt hatte und wahrscheinlich nicht genug Wissen über solcherlei Dinge besaß, um der Maestra eine wirkliche Hilfe zu sein oder wie sie es getan hatte, zu einer Erinnerung Zugriff zu bekommen, die er eigentlich nicht sehen sollte, doch konnte er ihr das Unbehagen und die Furcht vor Augen führen, die in ihm aufkamen, als er ihr den Weg in seine Gedanken öffnete.
Er musste Lächeln und es war ein Lächeln voll Vorfreude und Sadismus. Er lehnte sich zurück und schloss die Augen. Der Schmerz in seiner Brust ließ langsam nach, sodass er sich wieder etwas entspannen konnte.
Seine Gedanken schweiften ab und kamen wieder bei der Erinnerung an, die Lythiana in ihm geweckt hatte, die verschollenen zwei Monate, waren Heimgekehrt und er würde sie sich nicht mehr nehmen lassen.
Das Gefühl einer Jagd, das Gefühl einer wohl bekannten Macht. Die dröhnende Stimme in seinem Kopf. Schnell vorbeiziehende Tage und Nächte und der Finale Akt der Tötung, der Finale Akt, der scheinbar nicht von ihm durchgeführt wurde.
Die linke Hand führt den Dolch und die Zeit schien für einen Moment still zustehen, als sich die Klinge tief in das Fleisch seines Opfers gräbt. Das warme, nasse Gefühl des Blutes auf seine Hand. Euphorie. Ein tiefer Atemzug und der metallische Geruch des Lebenssaftes. Das Ende.
Ja, er spürte alle diese Gefühle, er durchlebte sie jedes Mal und er fand Gefallen an ihnen, denn es war sein Herr, der ihm damals schon begegnet ist, es war sein Herr, der sein erstes Geschenk von Vikko erhielt und es war sein Herr, der den jungen Mann nach Bajard geführt hatte.
Kra'thor, ich bin dein Diener!
Vikko hustete leicht und erneut war etwas Blut auf dem Tuch, welches er vor seinen Mund gehalten hatte. Nur einige Tropfen kamen noch aus seiner Lunge, also hatte er den Großteil der Flüssigkeit, die sich in seiner Lunge angesammelt hatte, abgehustet.
Sein Körper war immer noch geschwächt und seine Bewegung noch lange nicht so sicher, wie sie vor der Prozedur einmal waren, sein Geist jedoch arbeitete wieder in den schnellen Bahnen, die er gewohnt war.
Was war geschehen?
Lythiana hatte seinen Geist durchforstet, hatte einen Weg gefunden, der dem Diener des Raben verschlossen geblieben war.
Beunruhigend? Vielleicht. Zufrieden? Teilweise.
Die Erinnerung war wieder hergestellt, doch er hatte nicht damit gerechnet, dass sie seine Warnung missachten würde, er hatte nicht damit gerechnet, dass sein “Vertrauen“ in sie unberechtigt war. Aber was ihn am meisten überraschte, war der Fakt, dass sein Siegel - sein Schutz - so heftige Folgen haben würde. Er stand dem Tode so nahe, wie er es noch nie erlebt hatte, selbst die Pest hatte ihn nicht so an seine Grenzen getrieben wie es sein eigener Fluch getan hatte. Eigentlich machte ihn das Stolz, dass er in der Lage war so etwas zu erschaffen, doch trieb es ihm auch Frust in den Leib. Er war unvorsichtig gewesen, hatte die Situation nicht ausreichend analysiert und nicht alle Folgen bedacht, die sein Tun verursachen könnte, er hatte die Kontrolle verloren.
Durch seine Brust fuhr ein leichter stechender Schmerz, als wolle sein Körper diesen Gedanken noch einmal bekräftigen. Doch rief er ihm auch noch einen anderen Gedanken wach. Er würde vielleicht eine ähnliche Expedition in ihren Kopf unternehmen, auch wenn er wenig Lust darauf hatte, sich erneut in eine Situation zu begeben, wie er es bei Loreen erlebt hatte und wahrscheinlich nicht genug Wissen über solcherlei Dinge besaß, um der Maestra eine wirkliche Hilfe zu sein oder wie sie es getan hatte, zu einer Erinnerung Zugriff zu bekommen, die er eigentlich nicht sehen sollte, doch konnte er ihr das Unbehagen und die Furcht vor Augen führen, die in ihm aufkamen, als er ihr den Weg in seine Gedanken öffnete.
Er musste Lächeln und es war ein Lächeln voll Vorfreude und Sadismus. Er lehnte sich zurück und schloss die Augen. Der Schmerz in seiner Brust ließ langsam nach, sodass er sich wieder etwas entspannen konnte.
Seine Gedanken schweiften ab und kamen wieder bei der Erinnerung an, die Lythiana in ihm geweckt hatte, die verschollenen zwei Monate, waren Heimgekehrt und er würde sie sich nicht mehr nehmen lassen.
Das Gefühl einer Jagd, das Gefühl einer wohl bekannten Macht. Die dröhnende Stimme in seinem Kopf. Schnell vorbeiziehende Tage und Nächte und der Finale Akt der Tötung, der Finale Akt, der scheinbar nicht von ihm durchgeführt wurde.
Die linke Hand führt den Dolch und die Zeit schien für einen Moment still zustehen, als sich die Klinge tief in das Fleisch seines Opfers gräbt. Das warme, nasse Gefühl des Blutes auf seine Hand. Euphorie. Ein tiefer Atemzug und der metallische Geruch des Lebenssaftes. Das Ende.
Ja, er spürte alle diese Gefühle, er durchlebte sie jedes Mal und er fand Gefallen an ihnen, denn es war sein Herr, der ihm damals schon begegnet ist, es war sein Herr, der sein erstes Geschenk von Vikko erhielt und es war sein Herr, der den jungen Mann nach Bajard geführt hatte.
Kra'thor, ich bin dein Diener!
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Vikko Allago
Die Macht die mich durchströmt.
Die Macht die mich durchströmt.
Vikkos Finger kribbelten. Dieses Gefühl wanderte langsam höher, durchfuhr erst seinen Arm, dann verteilte es sich im kompletten Brustkorb, hinab in die Beine und hinauf in Hals und Kopf. Sein ganzer Körper schien unter Spannung zu stehen, doch wollte sie nicht entweichen, im Gegenteil, der Leib des jungen Mannes konnte sich keinen Millimeter von der Stelle rühren, nicht einmal die Augenlider waren in der Lage auch nur ansatzweise zu Zucken.
Sein Geist stand im krassen Gegenteil zu dieser Starre, die Gedanken rasten förmlich durch seinen Kopf, verschwammen aber durch die Geschwindigkeit und hinterließen nur Gefühle. Gefühle von Kälte und Macht.
Macht.
Dieses Gefühl wurde immer deutlicher, immer heftiger umklammerte es sein Herz und schien ihn gar nicht mehr loslassen zu wollen. Ein Hauch von Erinnerung mischte sich unter all das Treiben im Geiste des Dieners. Wie ein unterschwelliges Gift, welches nur eine Nuance an Geschmack im Wein hinterlässt, wie eine Andeutung in einem Gespräch, die nur von wissenden und aufmerksamen Menschen vernommen wird.
Der Waise auf Wunsch bemerkte es, er, der Seinen Weg bis zu diesem Augenblick gefolgt ist, erkannte diese Erinnerung, er erkannte diese Kraft und es war vollkommen. Vollkommenes Glück, vollkommene Ehre und vollkommene Bereitschaft.
Nun da er wusste, dass er nicht schlief, da er wusste, dass seine Gebete erhört wurden, trank er das Gefühl von Macht förmlich, er sog es begierig in sich ein und wollte soviel wie nur möglich aufnehmen.
Es war Wirklichkeit. Sein Herr beehrte ihn mit seiner Anwesenheit.
Der Schwall nahm ab. Vikko versuchte sich daran zu klammern, dieses Gefühl aufrecht zu erhalten, doch entwich es ihm, entzog sich seinem Einfluss und mit jedem Herzschlag entfernte es sich von ihm. Maßloser Zorn wirbelte auf und wütete im Kopf des blonden Mannes. Er konnte es nicht fassen, warum sein Herr sich ihm scheinbar entzog.
Die graue Gestalt musste blinzeln. Seine Umgebung zeichnete sich wieder klar vor seinen Augen ab. Der Blick wanderte langsam nach unten, dort wo die linke Hand auf dem Folianten ruhte. Um sich herum flackerten die Kerzen des Pentagrams, auch die Kühle des Kellers holte ihn nun ein und machte ihm so deutlich, dass dieses Schauspiel definitiv sein Ende gefunden hat.
Ein leiser Seufzer entwich seinen Lungen und er teste die Bewegunsfähigkeit seines Körpers. Seine Glieder waren allesamt etwas steif, als ob er hier Stunden gestanden hätte. Mit Sicherheit konnte er nicht sagen, wie lange es genau war und auch die Erinnerung, warum er in das Pentagram getreten war und den Folianten berührte lag in einem verschwommenem Nebel.
Abrupt wandte er sich der großen metallenen Doppeltür zu und entschwand aus dem Ritualraum.
Was hatte dies wohl zu bedeuten? Wurden seine Gebete nach Macht wirklich erhört oder war dies nur eine Demonstration Seiner Macht?
Ein Lächeln stand auf dem Gesicht Vikkos, als er den Keller verließ.
Die Neugier übernahm wieder die Kontrolle.
Vikkos Finger kribbelten. Dieses Gefühl wanderte langsam höher, durchfuhr erst seinen Arm, dann verteilte es sich im kompletten Brustkorb, hinab in die Beine und hinauf in Hals und Kopf. Sein ganzer Körper schien unter Spannung zu stehen, doch wollte sie nicht entweichen, im Gegenteil, der Leib des jungen Mannes konnte sich keinen Millimeter von der Stelle rühren, nicht einmal die Augenlider waren in der Lage auch nur ansatzweise zu Zucken.
Sein Geist stand im krassen Gegenteil zu dieser Starre, die Gedanken rasten förmlich durch seinen Kopf, verschwammen aber durch die Geschwindigkeit und hinterließen nur Gefühle. Gefühle von Kälte und Macht.
Macht.
Dieses Gefühl wurde immer deutlicher, immer heftiger umklammerte es sein Herz und schien ihn gar nicht mehr loslassen zu wollen. Ein Hauch von Erinnerung mischte sich unter all das Treiben im Geiste des Dieners. Wie ein unterschwelliges Gift, welches nur eine Nuance an Geschmack im Wein hinterlässt, wie eine Andeutung in einem Gespräch, die nur von wissenden und aufmerksamen Menschen vernommen wird.
Der Waise auf Wunsch bemerkte es, er, der Seinen Weg bis zu diesem Augenblick gefolgt ist, erkannte diese Erinnerung, er erkannte diese Kraft und es war vollkommen. Vollkommenes Glück, vollkommene Ehre und vollkommene Bereitschaft.
Nun da er wusste, dass er nicht schlief, da er wusste, dass seine Gebete erhört wurden, trank er das Gefühl von Macht förmlich, er sog es begierig in sich ein und wollte soviel wie nur möglich aufnehmen.
Es war Wirklichkeit. Sein Herr beehrte ihn mit seiner Anwesenheit.
Der Schwall nahm ab. Vikko versuchte sich daran zu klammern, dieses Gefühl aufrecht zu erhalten, doch entwich es ihm, entzog sich seinem Einfluss und mit jedem Herzschlag entfernte es sich von ihm. Maßloser Zorn wirbelte auf und wütete im Kopf des blonden Mannes. Er konnte es nicht fassen, warum sein Herr sich ihm scheinbar entzog.
Die graue Gestalt musste blinzeln. Seine Umgebung zeichnete sich wieder klar vor seinen Augen ab. Der Blick wanderte langsam nach unten, dort wo die linke Hand auf dem Folianten ruhte. Um sich herum flackerten die Kerzen des Pentagrams, auch die Kühle des Kellers holte ihn nun ein und machte ihm so deutlich, dass dieses Schauspiel definitiv sein Ende gefunden hat.
Ein leiser Seufzer entwich seinen Lungen und er teste die Bewegunsfähigkeit seines Körpers. Seine Glieder waren allesamt etwas steif, als ob er hier Stunden gestanden hätte. Mit Sicherheit konnte er nicht sagen, wie lange es genau war und auch die Erinnerung, warum er in das Pentagram getreten war und den Folianten berührte lag in einem verschwommenem Nebel.
Abrupt wandte er sich der großen metallenen Doppeltür zu und entschwand aus dem Ritualraum.
Was hatte dies wohl zu bedeuten? Wurden seine Gebete nach Macht wirklich erhört oder war dies nur eine Demonstration Seiner Macht?
Ein Lächeln stand auf dem Gesicht Vikkos, als er den Keller verließ.
Die Neugier übernahm wieder die Kontrolle.
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Aurelia Florentine Vilnet
Die Sonne hatte gerade ihren Zenit überschritten und wenige Sonnenstrahlen überwindeten mühsam die Wolkendecke, um sich durch die dichten Baumkronen des Waldes zu drängen. Die junge Frau, die zweifellos das Leben nur von seiner unbeschwerlichen Seite her kannte, beschleunigte voller Vorfreude ihre Schritte, um die letzten Meter zum Dorf halb rennend, halb hüpfend zurückzulegen. Sie war nun fast vier volle Tage unterwegs gewesen, um einige handwerkliche Erzeugnisse des Dorfes in der nahen großen Stadt gegen allerlei Werkzeug, die das Dorf benötigte, einzutauschen. Doch nun knurrte ihr Magen schon fürchterlich und die Wegzerrung, die sie von zuhause mitgenommen hatte, war schon längst aufgebraucht. Aber das war auch nicht mehr wichtig, denn bald würde sie in der heimischen Stube sitzen und Mamas warme wohlduftende Eier-Pfannkuchen mit Austernpilzen zu kosten bekommen....
Nur noch wenige Schritte...
Zu unbekümmert waren die Gedanken der jungen Frau, denn sonst hätte sie das vertraute Vogelgezwitscher im Wald wohl vermisst, oder der sich andeutende Geruch von Blut und verwesendem Fleisch in der Luft, der erste Heerscharren von am Himmel kreisenden Aasfressern zu sich lockte, hätte ihr ausgeglichenes Gemüt mit einem leisen Zweifel oder Misstrauen auf die Probe gestellt.
Mit einem glückseligen Lächeln auf den Lippen schweiften ihre Gedanken ab...
Das Paar eindringlich und doch fürsorglich dreinblickende blaue Augen und die lange blonde Mähne ihres Cousins waren die wenigen Eindrücke, die ihr noch von Vikko verblieben waren. Sie wusste nicht wieso, aber ihr Herz raste und schlug wie wild, wenn sie jedes Mal an die glücklichen Momente ihrer Kindheit dachte, die sie mit Vikko und Veli verbringen durfte. Mit einem stummen Seufzer verbannte sie die Tagträume sofort wieder, denn insgeheim nahm sie sich vor, weniger albern zu sein und mehr Reife auszustrahlen- Mädchenträume hatten definitiv keinen Platz mehr in ihrem Leben.
„Ob sie wohl für ihn ewig das junge Mädchen blieb?“
Ein penetrantes Krächzen hoch am Himmel ließ sie aufschrecken. Die letzten Meter zum Dorf waren überwunden und neugierig hob sie den Blick empor, die Nase nachdenklich kräuselnd. Die kleinen schwarzen Punkte am Himmel, die sie zuvor erblickt hatte, stellten sich nun als Schwärme von Krähen heraus, die bedrohlich ihre Kreise immer dichter und tiefer über dem Dorfplatz zogen. Die Straßen und Pfade im Dorf selbst waren wie ausgestorben. Keine Menschenseele schien sich am heutigen Tage dem sonst so geschäftigen Treiben hingeben zu wollen.
Hie und da erspähte sie getrocknetes Blut am Boden, das manchmal Linien bildete und sich von Haus zu Haus zog, als hätte ein verwundetes Tier die Spuren hinterlassen.
Wie erstarrt blieb sie kurz stehen, um ihre eigenen Gedanken zu sammeln. Der eben noch verspürte Hunger wurde längst von einer sich verstärkenden Übelkeit verdrängt. Eher widerwillig zwang sie sich, ihren Weg zum Dorfzentrum fortzusetzen und nicht gleich auf der Stelle in den nahen Wald zu flüchten. Und dann waren da noch ihre Eltern... sie musste unbedingt wissen wie es ihnen ging!
Kaum traute sie sich, einen Blick in manch eine Strohbehausung zu werfen, deren Türen speerangelweit offen standen. Der Geruch von getrocknetem Blut ließ sich jetzt nicht mehr aus ihrer Nase vertreiben. Der fahle Geschmack von Eisen in der Luft brachte sie mehrmals fast dazu, vor sich auf den Boden zu erbrechen und das ständige Würgen war umso unerträglicher, als die ätzende Magensäure langsam ihre Speiseröhre hoch kroch und höllisch brannte.
Mit entgeistertem Blick stolperte sie endlich vor ihr Elternhaus. Angestrengt versuchte sie in das spärlich mit Lichtstrahlen beleuchtete Innere des Hauses zu starren.
Hatte sie etwa erwartet ihre Eltern lebend wieder vorzufinden?
Hätte sie in diesem Moment irgendeine Hoffnung gehegt, so wären diese jäh zerstört worden. Alles was sie im Haus vorfand waren die fast mit chirurgischer Präzision verstümmelten Leichen ihrer Eltern. Sie spürte den warmen Geschmack ihres eigenen Blutes, als sie sich die Unterlippe aufbiss. Etwas in ihr war gestorben und zurück blieb nur der melancholische teilnahmslose Blick einer jungen Frau, die nun das Leben in all seinen Facetten kennen lernen durfte.
Wie ein Häufchen Elend kauerte sie sich in eine finstere Ecke des Hauses, die Beine dicht an sich gezogen. Hass und Trauer, Furcht und Schmerz überfluteten ihre Gedanken den ganzen Tag über.
Wie versteinert verharrte sie an Ort und Stelle bis die Dunkelheit angebrochen war. Kaum beachtete sie die Krähen, die sich nun langsam auch ins Haus wagten, um sich an den Leichen ihrer Eltern zu laben. Vielleicht hatte eines der Aasfresser gerade ein Stück Fleisch aus den leblosen Körpern gerissen, vielleicht hatte es aber auch nur ein Auge herausgepickt oder womöglich war es sogar eine Sehne, die durchtrennt wurde. Das leise Schaben eines Schnabels an den blanken Knochen der Leichen ließ sie immer wieder aufs Neue erschaudern. Unheilvoll unterbrachen diese nicht zuordnungsbaren Laute die nächtliche Stille und dokumentierten ein Festmahl, das nur von dem gelegentlichen Schluchzen einer jungen Frau unterbrochen wurde.
Sie brauchte eine halbe Ewigkeit, um mit einer alten Schaufel und zum Schluss auch mit ihren bloßen Händen eine Kuhle zu graben, die groß genug für alle toten Dorfbewohner sein würde. Und trotz ihrer völlig zerschundenen Hände blickte sie mit einer Spur Zufriedenheit zurück auf ihre Arbeit. Alle Menschen, die sie kannte, lagen nun in der Grube, die sie mit lockerer Erde wieder zuschüttete. Nur ihre Cousins Vikko und Veli waren wohl noch am Leben, und die kindliche Naivität und Unschuld in ihr wich einer gewissen Entschlossenheit- eine Entschlossenheit, ihren Cousin Vikko und die Mörder ihrer Eltern zu finden...
Nur noch wenige Schritte...
Zu unbekümmert waren die Gedanken der jungen Frau, denn sonst hätte sie das vertraute Vogelgezwitscher im Wald wohl vermisst, oder der sich andeutende Geruch von Blut und verwesendem Fleisch in der Luft, der erste Heerscharren von am Himmel kreisenden Aasfressern zu sich lockte, hätte ihr ausgeglichenes Gemüt mit einem leisen Zweifel oder Misstrauen auf die Probe gestellt.
Mit einem glückseligen Lächeln auf den Lippen schweiften ihre Gedanken ab...
Das Paar eindringlich und doch fürsorglich dreinblickende blaue Augen und die lange blonde Mähne ihres Cousins waren die wenigen Eindrücke, die ihr noch von Vikko verblieben waren. Sie wusste nicht wieso, aber ihr Herz raste und schlug wie wild, wenn sie jedes Mal an die glücklichen Momente ihrer Kindheit dachte, die sie mit Vikko und Veli verbringen durfte. Mit einem stummen Seufzer verbannte sie die Tagträume sofort wieder, denn insgeheim nahm sie sich vor, weniger albern zu sein und mehr Reife auszustrahlen- Mädchenträume hatten definitiv keinen Platz mehr in ihrem Leben.
„Ob sie wohl für ihn ewig das junge Mädchen blieb?“
Ein penetrantes Krächzen hoch am Himmel ließ sie aufschrecken. Die letzten Meter zum Dorf waren überwunden und neugierig hob sie den Blick empor, die Nase nachdenklich kräuselnd. Die kleinen schwarzen Punkte am Himmel, die sie zuvor erblickt hatte, stellten sich nun als Schwärme von Krähen heraus, die bedrohlich ihre Kreise immer dichter und tiefer über dem Dorfplatz zogen. Die Straßen und Pfade im Dorf selbst waren wie ausgestorben. Keine Menschenseele schien sich am heutigen Tage dem sonst so geschäftigen Treiben hingeben zu wollen.
Hie und da erspähte sie getrocknetes Blut am Boden, das manchmal Linien bildete und sich von Haus zu Haus zog, als hätte ein verwundetes Tier die Spuren hinterlassen.
Wie erstarrt blieb sie kurz stehen, um ihre eigenen Gedanken zu sammeln. Der eben noch verspürte Hunger wurde längst von einer sich verstärkenden Übelkeit verdrängt. Eher widerwillig zwang sie sich, ihren Weg zum Dorfzentrum fortzusetzen und nicht gleich auf der Stelle in den nahen Wald zu flüchten. Und dann waren da noch ihre Eltern... sie musste unbedingt wissen wie es ihnen ging!
Kaum traute sie sich, einen Blick in manch eine Strohbehausung zu werfen, deren Türen speerangelweit offen standen. Der Geruch von getrocknetem Blut ließ sich jetzt nicht mehr aus ihrer Nase vertreiben. Der fahle Geschmack von Eisen in der Luft brachte sie mehrmals fast dazu, vor sich auf den Boden zu erbrechen und das ständige Würgen war umso unerträglicher, als die ätzende Magensäure langsam ihre Speiseröhre hoch kroch und höllisch brannte.
Mit entgeistertem Blick stolperte sie endlich vor ihr Elternhaus. Angestrengt versuchte sie in das spärlich mit Lichtstrahlen beleuchtete Innere des Hauses zu starren.
Hatte sie etwa erwartet ihre Eltern lebend wieder vorzufinden?
Hätte sie in diesem Moment irgendeine Hoffnung gehegt, so wären diese jäh zerstört worden. Alles was sie im Haus vorfand waren die fast mit chirurgischer Präzision verstümmelten Leichen ihrer Eltern. Sie spürte den warmen Geschmack ihres eigenen Blutes, als sie sich die Unterlippe aufbiss. Etwas in ihr war gestorben und zurück blieb nur der melancholische teilnahmslose Blick einer jungen Frau, die nun das Leben in all seinen Facetten kennen lernen durfte.
Wie ein Häufchen Elend kauerte sie sich in eine finstere Ecke des Hauses, die Beine dicht an sich gezogen. Hass und Trauer, Furcht und Schmerz überfluteten ihre Gedanken den ganzen Tag über.
Wie versteinert verharrte sie an Ort und Stelle bis die Dunkelheit angebrochen war. Kaum beachtete sie die Krähen, die sich nun langsam auch ins Haus wagten, um sich an den Leichen ihrer Eltern zu laben. Vielleicht hatte eines der Aasfresser gerade ein Stück Fleisch aus den leblosen Körpern gerissen, vielleicht hatte es aber auch nur ein Auge herausgepickt oder womöglich war es sogar eine Sehne, die durchtrennt wurde. Das leise Schaben eines Schnabels an den blanken Knochen der Leichen ließ sie immer wieder aufs Neue erschaudern. Unheilvoll unterbrachen diese nicht zuordnungsbaren Laute die nächtliche Stille und dokumentierten ein Festmahl, das nur von dem gelegentlichen Schluchzen einer jungen Frau unterbrochen wurde.
Sie brauchte eine halbe Ewigkeit, um mit einer alten Schaufel und zum Schluss auch mit ihren bloßen Händen eine Kuhle zu graben, die groß genug für alle toten Dorfbewohner sein würde. Und trotz ihrer völlig zerschundenen Hände blickte sie mit einer Spur Zufriedenheit zurück auf ihre Arbeit. Alle Menschen, die sie kannte, lagen nun in der Grube, die sie mit lockerer Erde wieder zuschüttete. Nur ihre Cousins Vikko und Veli waren wohl noch am Leben, und die kindliche Naivität und Unschuld in ihr wich einer gewissen Entschlossenheit- eine Entschlossenheit, ihren Cousin Vikko und die Mörder ihrer Eltern zu finden...
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Aurelia Florentine Vilnet
Sanft umschmeichelte der Wind das umliegende Grün, ließ Baumkronen flüstern und Grashalme sich biegen, zerzauste etwas ungehaltener einige Sträucher und strich schleichend vorbei an zahlreichen Büschen. Inmitten dieser artenreichen und vor Leben strotzenden Fauna ruhte eine junge Frau mit blonden langen Haaren. Ihre vornehmen, weichen Züge täuschten nur gerade so über ihre gebrechliche Statur hinweg. Den dürren Beinen sowie ihrem schmalen Becken mochte man kaum zutrauen, dass sie die wenn auch geringe Last ihres schmächtigen Oberkörper zu tragen vermochten. Eines ihrer leicht abgemagerten Hände war auf dem Wiesenboden gestützt, während die freie Hand versuchte die vom Wind verrutschen Strähnen neu zu ordnen.
Sie war Aurelia, die gerne ihren blassen, eher kränklich wirkenden Teint mit zerpflückten Blüten bedeckte. Chrysanthemen, Orchideen und Mohnblüten, die den Höhepunkt ihrer Schönheit mit ihrer vollen Entfaltung erreicht hatten und nun verwelken würden, um schließlich zu Staub zu zerfallen.
Ihr gefiel der Gedanke, dass das Leben nicht ewig währte, sondern dass der Tod eine unausweichliche Folge eines erfüllten Lebens sein würde. Und gerne verglich sie sich mit der weißen Rose, die zwar von vielen wegen ihrer Schönheit und Eleganz bewundert, doch aufgrund ihrer Dornen nur von den Wagemutigsten gepflückt wurde.
Sie war die weiße Rose... trotz ihrer Schönheit zerbrechlich und vor allem nicht ohne Makel...
Die junge Frau würde nicht ewig auf der Wiese verweilen und die vorbeiziehenden Händler und Bauern bei ihren Tätigkeiten beobachten, denn bald musste sie sich auch schon auf die Suche machen- auf die Suche nach dem Mörder ihrer Familie und ihrem geliebten Cousin Vikko.
Sie verspürte schon seit einiger Zeit keinen Hass mehr, denn nur noch die Gleichgültigkeit hatte Platz in ihrem Herzen. Alles würde irgendwann vergehen und so wunderte es sie kaum, dass ihr Herz beim Gedanken an ihren Cousin nicht mehr schneller schlug.
Aurelia Florentine Vilnet, das fröhliche unbekümmerte Mädchen, starb in jener schicksalsträchtigen Nacht, als ihr Dorf abgemetzelt wurde...
Zuletzt geändert von Aurelia Florentine Vilnet am Samstag 27. Oktober 2007, 10:22, insgesamt 2-mal geändert.
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Aurelia Florentine Vilnet
Das Knochenband
Unsicher fasste sie die ersten Schritte in die dunklen Katakomben, zu denen das Armband sie geführt hatte. Das warme Flackern der Fackeln, die zu beiden Seiten in gleichmäßigen Abständen an der Wand hingen, täuschten nicht über die allgegenwärtige Präsenz des Todes in diesen Hallen hinweg, die die modrigen Gerüche in der Luft und die feuchten kalten Gemäuer vermittelten.
Das Knochenband an ihrem dünnen Handgelenk knackte leise, als wollte es ihr vermitteln, dass der Weg, den sie nun eingeschlagen hatte, der Richtige war. Vielleicht hätte der Gedanke daran, dass das Armband gänzlich aus den Überresten menschlicher Wesen bestand, in ihr ein Gefühl der Übelkeit und des Unbehagens verursacht.
Doch aus einem unerfindlichen Grund war dem nicht so. Ein inneres Bedürfnis in ihr zwang sie dazu, sich aus den Leichenteilen eine Erinnerung zu schaffen, bevor sie die Körper an jenem Tage schließlich allesamt im Boden der Heimat verscharrte.
Das Knochenband, das aus den Ringfingerknochen ihrer Mutter zusammengefügt war, wurde lediglich von einem getrockneten Stück Dünndarm ihres Vaters zusammengehalten, das sie zur Härtung und zur Festigung in eine Salzlake .eingetaucht hatte, um es dann schließlich zu einer festen Sehne ziehen zu können.
Sie hatte so etwas noch nie getan, doch stets machte sich ein vertrautes Flüstern in ihrem Unterbewusstsein bemerkbar, gab ihr Anweisungen, schenkte ihr Trost und flößte ihr Zuversicht ein.
Das Knochenband war die einzige von Mutter und Vater verbliebene Erinnerung.
Sie fragte sich, welche dunkle Macht ihr das Gefühl gab, sich in dieser Umgebung so heimisch zu fühlen und weshalb sie sich ihm so willig fügte.
Einmal tief durchatmend setzte sie ihren Gang ins Ungewisse fort, tauchte immer tiefer in die Dunkelheit des Verlieses, bis ihre undeutlichen Umrisse gänzlich in der Schwärze der Katakomben verschwanden....
Sieben Nächte waren seit ihrer Ankunft in Bajard vergangen und auf ihrer Suche nach Vikko war sie noch keinen Schritt vorangekommen.
Tagsüber erkundigte sie sich rastlos nach ihrem Cousin, während sie sich nachts auf den Waldfriedhof in Varuna zurückzog, der ihre dauerhafte Bleibe geworden war. Auf den kalten moosbewachsenen Steingräbern ruhte sie, starrte mit ihren eindringlichen blauen Augen zum Firmament empor, bis ihre Augen vor Müdigkeit zufielen. Manchmal kam es auch vor, dass sie sich wie im Trance in dunklen Verliesen und Katakomben verlor, stundenlang in einem Labyrinth aus Tunneln und Gängen umherirrte, um dann am nächsten Morgen mitten im Nirgendwo zu erwachen.
Sie spürte in sich ein förmliches Verlangen nach der Gesellschaft des Todes. Mehrmals schon sehnte sie sich danach, die eigenen Pulsadern aufzustechen, um endlich mit Mutter und Vater vereint zu sein. Die mangelnde Zuversicht und eine unterschwellige Stimme in ihr waren die einzigen Gründe, die sie daran hinderten, ihre Pläne in die Tat umzusetzen.
Aurelia verspürte eine Einsamkeit, die nicht durch die Gesellschaft Lebender getilgt werden konnte.
Sie entzog sich dem Leben, um ihre Aufmerksamkeit dem Tod zu widmen.
Unsicher fasste sie die ersten Schritte in die dunklen Katakomben, zu denen das Armband sie geführt hatte. Das warme Flackern der Fackeln, die zu beiden Seiten in gleichmäßigen Abständen an der Wand hingen, täuschten nicht über die allgegenwärtige Präsenz des Todes in diesen Hallen hinweg, die die modrigen Gerüche in der Luft und die feuchten kalten Gemäuer vermittelten.
Das Knochenband an ihrem dünnen Handgelenk knackte leise, als wollte es ihr vermitteln, dass der Weg, den sie nun eingeschlagen hatte, der Richtige war. Vielleicht hätte der Gedanke daran, dass das Armband gänzlich aus den Überresten menschlicher Wesen bestand, in ihr ein Gefühl der Übelkeit und des Unbehagens verursacht.
Doch aus einem unerfindlichen Grund war dem nicht so. Ein inneres Bedürfnis in ihr zwang sie dazu, sich aus den Leichenteilen eine Erinnerung zu schaffen, bevor sie die Körper an jenem Tage schließlich allesamt im Boden der Heimat verscharrte.
Das Knochenband, das aus den Ringfingerknochen ihrer Mutter zusammengefügt war, wurde lediglich von einem getrockneten Stück Dünndarm ihres Vaters zusammengehalten, das sie zur Härtung und zur Festigung in eine Salzlake .eingetaucht hatte, um es dann schließlich zu einer festen Sehne ziehen zu können.
Sie hatte so etwas noch nie getan, doch stets machte sich ein vertrautes Flüstern in ihrem Unterbewusstsein bemerkbar, gab ihr Anweisungen, schenkte ihr Trost und flößte ihr Zuversicht ein.
Das Knochenband war die einzige von Mutter und Vater verbliebene Erinnerung.
Sie fragte sich, welche dunkle Macht ihr das Gefühl gab, sich in dieser Umgebung so heimisch zu fühlen und weshalb sie sich ihm so willig fügte.
Einmal tief durchatmend setzte sie ihren Gang ins Ungewisse fort, tauchte immer tiefer in die Dunkelheit des Verlieses, bis ihre undeutlichen Umrisse gänzlich in der Schwärze der Katakomben verschwanden....
Sieben Nächte waren seit ihrer Ankunft in Bajard vergangen und auf ihrer Suche nach Vikko war sie noch keinen Schritt vorangekommen.
Tagsüber erkundigte sie sich rastlos nach ihrem Cousin, während sie sich nachts auf den Waldfriedhof in Varuna zurückzog, der ihre dauerhafte Bleibe geworden war. Auf den kalten moosbewachsenen Steingräbern ruhte sie, starrte mit ihren eindringlichen blauen Augen zum Firmament empor, bis ihre Augen vor Müdigkeit zufielen. Manchmal kam es auch vor, dass sie sich wie im Trance in dunklen Verliesen und Katakomben verlor, stundenlang in einem Labyrinth aus Tunneln und Gängen umherirrte, um dann am nächsten Morgen mitten im Nirgendwo zu erwachen.
Sie spürte in sich ein förmliches Verlangen nach der Gesellschaft des Todes. Mehrmals schon sehnte sie sich danach, die eigenen Pulsadern aufzustechen, um endlich mit Mutter und Vater vereint zu sein. Die mangelnde Zuversicht und eine unterschwellige Stimme in ihr waren die einzigen Gründe, die sie daran hinderten, ihre Pläne in die Tat umzusetzen.
Aurelia verspürte eine Einsamkeit, die nicht durch die Gesellschaft Lebender getilgt werden konnte.
Sie entzog sich dem Leben, um ihre Aufmerksamkeit dem Tod zu widmen.
Zuletzt geändert von Aurelia Florentine Vilnet am Freitag 26. Oktober 2007, 21:46, insgesamt 1-mal geändert.
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Aurelia Florentine Vilnet
Der Turm
Die Saat schlummerte nun schon eine halbe Ewigkeit im Unterbewusstsein der jungen Frau, und lange hatte sie auf die Gelegenheit gewartet ihren Keim endlich an die Oberfläche von Aurelias Bewusstseinsebene zu stoßen.
Viel zu lange hatte sie nun ihre eigene Untätigkeit erduldet und nun witterte sie endlich ihre Chance, die unheilige Botschaft ins Bewusstsein der jungen Frau zu verstreuen.
Als Wijay ihre Fähigkeiten dazu benutze, tief in Aurelia's Bewusstsein zu schürfen, grub sie auch unwissentlich den Weg für die weitere Expansion der Saat frei. Die Saat hatte lange genug in Kontakt mit einem Menschen gestanden, um die Bedeutung von Freude und Selbstzufriedenheit zu begreifen. In dem Moment, als der geistige Kontakt zwischen den beiden Frauen voll hergestellt war, verbreitete sie mit in einem überschwenglichen Aufschrei ihre höhnische Freude in die Umgebung.
Sie war nun frei- und sie würde nun wachsen...
Aurelia's nächtliche Wanderungen durch die Katakomben, ihr instinktives Bedürfnis nach der Gesellschaft des Todes und ihr nun aufflackerndes Interesse nach der Essenz des menschlichen Daseins und Nichtseins.
All dies war lediglich das Vorspiel...
Die Saat schlummerte nun schon eine halbe Ewigkeit im Unterbewusstsein der jungen Frau, und lange hatte sie auf die Gelegenheit gewartet ihren Keim endlich an die Oberfläche von Aurelias Bewusstseinsebene zu stoßen.
Viel zu lange hatte sie nun ihre eigene Untätigkeit erduldet und nun witterte sie endlich ihre Chance, die unheilige Botschaft ins Bewusstsein der jungen Frau zu verstreuen.
Als Wijay ihre Fähigkeiten dazu benutze, tief in Aurelia's Bewusstsein zu schürfen, grub sie auch unwissentlich den Weg für die weitere Expansion der Saat frei. Die Saat hatte lange genug in Kontakt mit einem Menschen gestanden, um die Bedeutung von Freude und Selbstzufriedenheit zu begreifen. In dem Moment, als der geistige Kontakt zwischen den beiden Frauen voll hergestellt war, verbreitete sie mit in einem überschwenglichen Aufschrei ihre höhnische Freude in die Umgebung.
Sie war nun frei- und sie würde nun wachsen...
Aurelia's nächtliche Wanderungen durch die Katakomben, ihr instinktives Bedürfnis nach der Gesellschaft des Todes und ihr nun aufflackerndes Interesse nach der Essenz des menschlichen Daseins und Nichtseins.
All dies war lediglich das Vorspiel...
Zuletzt geändert von Aurelia Florentine Vilnet am Sonntag 28. Oktober 2007, 09:57, insgesamt 2-mal geändert.
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Aurelia Florentine Vilnet
Der zweite Zauber
"'Sie wusste nicht mehr, wie sie in diesen Turm gekommen war- die teils vorwurfsvollen, wie auch misstrauischen Blicke der Anwesenden lasteten auf ihr, so dass Aurelia versuchte sich so klein wie möglich zu machen, um sich dem Starren zu entziehen. Vergeblich- deutlich spürte sie die unruhig flackernden Seelenfeuer um ihr, manche dieser Feuer loderten hell und kraftvoll und ließen Andere wiederum in ihrer Anwesenheit verblassen. Sie hatte so etwas noch nie zuvor gesehen, doch eine innere Stimme half ihr, mit dem Anblick vertraut zu werden, indem die Stimme ihr beschwichtigende sowie auch aufmunternde Worte zuflößte.
Es war nicht das erste Mal, dass die Saat zu ihr sprach, und die verwirrenden unmenschlichen Laute, die in Aurelias Gedanken wiederhallten, klangen zwar vertraut, wirkten aber dennoch fremd und unheimlich.
Teils unverständliche Wortfetzen drangen ihr ins Ohr, als Aurelia krampfhaft versuchte, das Flüstern und Tuscheln in ihrer Umgebung zu verstehen.
„Überleg ... die Todesart...“ „Blutopfer“ „Vikko gleich dazu..“
Vikko! Der Name ihres Cousins stach wie ein eiskalter Dolch in ihr von Angst gelähmtes Herz, weckte die innersten Überlebensinstinkte in ihr und in diesem Moment witterte die Saat, die schon so oft in ihr gesprochen hatte, ihre Chance.
Das Wissen und die mentale Energie, die in diesem Moment von der Saat ins Bewusstsein der jungen Frau verströmt wurde, war wie eine ausgestreckte, helfende Hand, die zu bereitwillig von Aurelia ergriffen wurde. Gierig klammerte sich die junge Frau in ihrer hilflosen Lage an den letzten Ausweg.
Der Saat war in diesem Moment bewusst, dass sie gewonnen hatte und es nicht lange dauern würde, bis sie vollends über die junge Frau triumphieren würde.
Vorsichtig streckte sie ihre mentalen Fühler aus, um Aurelia’s schlummerndes Potential in einer explosionsartigen Entladung zu entfachen.
Schließlich, als würde ihre Seele in einem inneren Aufschrei gegen ihre Umgebung aufbegehren breitete sich ein wellenartiger Impuls sphärisch von ihr aus. Die Luft um ihr ging von einem zuvor noch ungleichmäßigem Zittern in ein rhythmisches Vibrieren über und eine eisige Kälte durchzog ihren dürren Körper, so dass die winzigen Schweißperlen an ihrer Stirn augenblicklich zu gefrieren begannen. Schützend legte sich ein eisiger Schleier über ihre Haut, ließ das wenige Wasser in der Luft zu einem glänzendweißen Eispanzer erstarren. Nur noch die Gelenke, die von dem Zauber unbetroffen blieben, ermöglichten Aurelia einige steif-wirkende unbeholfene Bewegungen. Die Frau mit dem schlohweißen Haar trat vor ihr, die schwarzen Schleier, die durch ihren ansonsten leeren Blick zogen, verursachten in Aurelia ein tiefes, schmerzvolles Unbehagen, das sich später in Furcht und blanke Todesangst umwandelte.
Die Saat stieß ein höhnisches, ungebändigtes Lachen aus- ein grausames Lachen, das jedes Herz zu Gefrieren bringen würde.
Schweißgebadet erwachte Aurelia aus ihrem Traum. Ihr Nachthemd klebte an ihr wie eine zweite Haut, während ein kühler Luftzug über ihren Nacken strich und sie unweigerlich frieren ließ, so dass sie zusammengekauert die Decke näher an sich riss.
Sie hatte wieder von ihrer ersten Nacht im Turm geträumt...'"
"'Sie wusste nicht mehr, wie sie in diesen Turm gekommen war- die teils vorwurfsvollen, wie auch misstrauischen Blicke der Anwesenden lasteten auf ihr, so dass Aurelia versuchte sich so klein wie möglich zu machen, um sich dem Starren zu entziehen. Vergeblich- deutlich spürte sie die unruhig flackernden Seelenfeuer um ihr, manche dieser Feuer loderten hell und kraftvoll und ließen Andere wiederum in ihrer Anwesenheit verblassen. Sie hatte so etwas noch nie zuvor gesehen, doch eine innere Stimme half ihr, mit dem Anblick vertraut zu werden, indem die Stimme ihr beschwichtigende sowie auch aufmunternde Worte zuflößte.
Es war nicht das erste Mal, dass die Saat zu ihr sprach, und die verwirrenden unmenschlichen Laute, die in Aurelias Gedanken wiederhallten, klangen zwar vertraut, wirkten aber dennoch fremd und unheimlich.
Teils unverständliche Wortfetzen drangen ihr ins Ohr, als Aurelia krampfhaft versuchte, das Flüstern und Tuscheln in ihrer Umgebung zu verstehen.
„Überleg ... die Todesart...“ „Blutopfer“ „Vikko gleich dazu..“
Vikko! Der Name ihres Cousins stach wie ein eiskalter Dolch in ihr von Angst gelähmtes Herz, weckte die innersten Überlebensinstinkte in ihr und in diesem Moment witterte die Saat, die schon so oft in ihr gesprochen hatte, ihre Chance.
Das Wissen und die mentale Energie, die in diesem Moment von der Saat ins Bewusstsein der jungen Frau verströmt wurde, war wie eine ausgestreckte, helfende Hand, die zu bereitwillig von Aurelia ergriffen wurde. Gierig klammerte sich die junge Frau in ihrer hilflosen Lage an den letzten Ausweg.
Der Saat war in diesem Moment bewusst, dass sie gewonnen hatte und es nicht lange dauern würde, bis sie vollends über die junge Frau triumphieren würde.
Vorsichtig streckte sie ihre mentalen Fühler aus, um Aurelia’s schlummerndes Potential in einer explosionsartigen Entladung zu entfachen.
Schließlich, als würde ihre Seele in einem inneren Aufschrei gegen ihre Umgebung aufbegehren breitete sich ein wellenartiger Impuls sphärisch von ihr aus. Die Luft um ihr ging von einem zuvor noch ungleichmäßigem Zittern in ein rhythmisches Vibrieren über und eine eisige Kälte durchzog ihren dürren Körper, so dass die winzigen Schweißperlen an ihrer Stirn augenblicklich zu gefrieren begannen. Schützend legte sich ein eisiger Schleier über ihre Haut, ließ das wenige Wasser in der Luft zu einem glänzendweißen Eispanzer erstarren. Nur noch die Gelenke, die von dem Zauber unbetroffen blieben, ermöglichten Aurelia einige steif-wirkende unbeholfene Bewegungen. Die Frau mit dem schlohweißen Haar trat vor ihr, die schwarzen Schleier, die durch ihren ansonsten leeren Blick zogen, verursachten in Aurelia ein tiefes, schmerzvolles Unbehagen, das sich später in Furcht und blanke Todesangst umwandelte.
Die Saat stieß ein höhnisches, ungebändigtes Lachen aus- ein grausames Lachen, das jedes Herz zu Gefrieren bringen würde.
Schweißgebadet erwachte Aurelia aus ihrem Traum. Ihr Nachthemd klebte an ihr wie eine zweite Haut, während ein kühler Luftzug über ihren Nacken strich und sie unweigerlich frieren ließ, so dass sie zusammengekauert die Decke näher an sich riss.
Sie hatte wieder von ihrer ersten Nacht im Turm geträumt...'"
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Aurelia Florentine Vilnet
Die Saat erfreute sich eines gesunden Wachstums und allmählich reifte sie zum Keimling, nachdem ihre Wachstumsphase endlich durch die mentale Berührung Wijays eingeleitet wurde.
Es dauerte nicht lange, bis sie ihre ersten zarten Triebe an die Oberfläche ausgestoßen hatte, und später würde sie anfangen Wurzeln zu schlagen- Wurzeln, die den Keimling unzertrennlich mit seinem Wirtskörper verbinden würde.
All diese Vorfreuden spornten den Keimling an, sich durch das Bewusstseinslabyrinth Aurelias zu kämpfen- endlich die eigene Freiheit zu gewinnen und den Hunger Kra’thors nach mehr Seelen gewähren zu lassen...
Der Keimling des Totenfürsten regte sich wieder und so begann ‚Er’ erneut zu ihr zu flüstern...
‚Seine’ Botschaft war nun weder in Wörter oder Sätze gefasst, denn der Keimling spürte, dass die junge Frau nun bereit war, ‚ihn’ als ein Teil ihrer Selbst zu akzeptieren. Immer seltener redete er nun mit ihr, immer mehr teilte er sich ihr mittels Empfindungen mit, vermischte seine eigenen Bedürfnisse mit den Sehnsüchten der jungen Frau, hauchte ihr Versprechungen zu, spendete ihr Trost und brannte in ihr das unstillbare Verlangen nach mehr Seelen ein....
Jede Nacht zog der dunkle schmächtige Schatten, der einmal auf den Namen Aurelia gehört hatte, und nun immer weniger Gemeinsamkeiten mit ihrem früheren Ich besaß, immer weitere Kreise um den dunklen Turm des Mondes, auf der Suche nach leichten Opfern, die nur zu gerne die Unschuld einer jungen Frau ausnutzten und dafür mit ihrem Leben bezahlen mussten.
Es dauerte nicht lange, bis sie ihre ersten zarten Triebe an die Oberfläche ausgestoßen hatte, und später würde sie anfangen Wurzeln zu schlagen- Wurzeln, die den Keimling unzertrennlich mit seinem Wirtskörper verbinden würde.
All diese Vorfreuden spornten den Keimling an, sich durch das Bewusstseinslabyrinth Aurelias zu kämpfen- endlich die eigene Freiheit zu gewinnen und den Hunger Kra’thors nach mehr Seelen gewähren zu lassen...
Der Keimling des Totenfürsten regte sich wieder und so begann ‚Er’ erneut zu ihr zu flüstern...
‚Seine’ Botschaft war nun weder in Wörter oder Sätze gefasst, denn der Keimling spürte, dass die junge Frau nun bereit war, ‚ihn’ als ein Teil ihrer Selbst zu akzeptieren. Immer seltener redete er nun mit ihr, immer mehr teilte er sich ihr mittels Empfindungen mit, vermischte seine eigenen Bedürfnisse mit den Sehnsüchten der jungen Frau, hauchte ihr Versprechungen zu, spendete ihr Trost und brannte in ihr das unstillbare Verlangen nach mehr Seelen ein....
Jede Nacht zog der dunkle schmächtige Schatten, der einmal auf den Namen Aurelia gehört hatte, und nun immer weniger Gemeinsamkeiten mit ihrem früheren Ich besaß, immer weitere Kreise um den dunklen Turm des Mondes, auf der Suche nach leichten Opfern, die nur zu gerne die Unschuld einer jungen Frau ausnutzten und dafür mit ihrem Leben bezahlen mussten.