Einsam saß Alano in einer schummrigen Ecke der Taverne am Hafen von Bajard. Obbwohl er den frühsommerlichen Schauer hinter sich gelassen hatte, verdeckte weiterhin die Kapuze seines mitgenommen Umhangs den Großteil des Gesichts. Aber in seinen einfachen und mitgenommen
Kleidern, schenkte ihm eh kaum einer der Geste mehr als einen flüchtigen Blick. Sicherlich, solch eine bescheidene Gewandung war kaum nach seinem Geschmack, aber es war vorerst besser abzuwarten und zu beobachten, ehe er sich wieder den alten Gewohnheiten hingab. Es würde sicherlich noch einige Zeit dauern bis jene Krähe ihr vom Salzwasser zerzaustes Gefieder wieder putzen würde und stolz umher schreiten würde.
Das Gold hatte ihn nach Gerimor zurück gebracht, oder vielmehr die Aussicht auf jenes. Kaum erträglich war der Sold und die Jagd nach flüchtigen Verbrechern auf den Inseln des nahen Meeres. Zu kurz waren die Wege und zu schnell verloren sich Spuren im allgegenwärtigen Wasser. Aber die Kunde nach dem neuerlich Aufmarsch der Truppen Rahals hatte ihn hell hörig werden lassen. Wie hatte bereits sein Alter Herr gesagt, Krieg ist gut fürs Geschäft. Und was für ihn als Schreiner zu traf, würde für seinen Sohn als Söldner doppelt und dreifach gelten.
Gestern erst hatte sich in der Stadt der jüngsten Schlacht umgesehen. Äußerlich waren keine Narben zurück geblieben, aber in den Augen ihrer Bürger spiegelten sich nach wie vor die Schrecken wieder. Und selbst ohne gute Beobachtungsgabe, alleine die Tatsache, das der Schmied begehrlich nach seiner Herkunft fragte und diese sogar über seine gut gefüllte Börse stellte zeigte, wie sehr die Winde des Krieges noch durch die kleine Bergarbeitersiedlung wehten.
Während er langsam sein Glas Wein leerte überlegte er, wann es am geschicktesten sei sich einmal in den Hauptstädten der Lande umzusehen. Fraglich war ob sein Bann für Varuna noch immer rechtens war, nun da er kein Mitglied mehr des damaligen Haufens war. Allerdings spekulierte er auch nicht auf den Intellekt der dortigen Wachen und des Adels um sich auf jene Argumentation zu verlassen. Mit einem bitteren Lächeln beschloss er noch eine Weile sein altes Gefieder zu pflegen. Die Zeit würde schon noch kommen um sich wieder mit prachtvolleren Federn zu schmücken.
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Die Rückkehr einer einsamen Krähe
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Alano Kemen
Die Rückkehr einer einsamen Krähe
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