Auf neuen Wegen - Im Lichte der Herrin
Verfasst: Samstag 30. September 2017, 23:45
Erste Tage als Novize...
Leise raschelnd begleitete der Stoff der wenig ansehnlichen, aber warmen Robe des Novizen dessen Schritte durch die leeren Hallen des Klosters der Lichteinigkeit, was in den letzten Stunden unerwartet zu seinem Heim geworden war. Das Ozeanblau seiner Augen huschte durch die Räumlichkeiten und nur Casian und Brombosch, dem unermüdlichen Torwächter des Klosters und einem Cirmiasgeweihten wurde freundlich mit einem leichten Lächeln zugenickt. Seine Schritte führten Zahrak geradewegs zum Baum des Lichts, dessen Wiese er nur zögerlich betrat. Der Baum wurde sogleich mit einer ehrfürchtigen Verneigung begrüßt. Bald genauso selbstverständlich wie gegenüber dem ganzen Adel am gestrigen und heutigen Tag auf der Ritterburg in Schwertfluren. Einen kurzen Moment hielt er still in jener Haltung inne und nur die blassen Wölkchen vor seinem Gesicht bewegten sich in der abgekühlten Luft. Dann setzte er sich schließlich in Bewegung und kniete auf einigen wenigen Schritten Abstand zum Baum nieder. Im Stillen, nur für sich und die Herrin hörbar, begann er ein Gebet zu sprechen, ohne weiter darüber nachzudenken:Temora,
ich bitte Dich um Gehör.
Meine Worte zu Dir waren bisher selten und eher karg als ausführlich.
Sicher auch oftmals fluchender Natur.
Doch ich merke in den letzten Tagen immer mehr, wie wichtig es für mich ist, einfach so zu Dir sprechen, ohne Dir mein Leid klagen zu wollen.
Bestimmt gäbe es genug, dass ich Dir nun wieder aufzählen könnte.
Doch bin ich mir sicher, dass Du das ohnehin bemerkt hast.
Ich möchte Dir heute einfach danken.
Für die Stärke, die ich bisher erfahren habe und für den Rückhalt, den ich durch meine Familie immer zu spüre.
Mit dieser Hilfe möchte ich auch Deine nächste Prüfung bestehen.
Doch bitte, prüfe mich und prüfe meinetwegen auch meine Frau.
Aber lass die Zwillinge dort heraus!
Ich wünsche mir für sie ein Leben, das sie beschreiten können, ohne in Reue auf die vergangene Zeit zurückzublicken.
So wir den falschen Weg gehen, Herrin, weise uns!
Zeige mir den rechten Weg!
Ich will mich dem fügen und das tun, was sein soll.
Nicht mehr das, wonach mein aufgebrachtes Herz so unerbittlich schreit.
Lass mich nicht wieder bereuen, was ich tue.
Führe mich!
Leite mich!
Ich werde Dir endlich folgen.
ich bitte Dich um Gehör.
Meine Worte zu Dir waren bisher selten und eher karg als ausführlich.
Sicher auch oftmals fluchender Natur.
Doch ich merke in den letzten Tagen immer mehr, wie wichtig es für mich ist, einfach so zu Dir sprechen, ohne Dir mein Leid klagen zu wollen.
Bestimmt gäbe es genug, dass ich Dir nun wieder aufzählen könnte.
Doch bin ich mir sicher, dass Du das ohnehin bemerkt hast.
Ich möchte Dir heute einfach danken.
Für die Stärke, die ich bisher erfahren habe und für den Rückhalt, den ich durch meine Familie immer zu spüre.
Mit dieser Hilfe möchte ich auch Deine nächste Prüfung bestehen.
Doch bitte, prüfe mich und prüfe meinetwegen auch meine Frau.
Aber lass die Zwillinge dort heraus!
Ich wünsche mir für sie ein Leben, das sie beschreiten können, ohne in Reue auf die vergangene Zeit zurückzublicken.
So wir den falschen Weg gehen, Herrin, weise uns!
Zeige mir den rechten Weg!
Ich will mich dem fügen und das tun, was sein soll.
Nicht mehr das, wonach mein aufgebrachtes Herz so unerbittlich schreit.
Lass mich nicht wieder bereuen, was ich tue.
Führe mich!
Leite mich!
Ich werde Dir endlich folgen.
Eine Weile verharrte er noch in dieser Haltung, in der er unterbewusst seine Augen geschlossen hatte. Sein Atem ging indessen ruhig und gleichmäßig. Als er sich dann doch wieder aufrichtete, begleitete das Rascheln des Robenstoffes wieder jede seiner Bewegungen bis hin in das Zimmer, das ihm und den anderen Novizen zur Verfügung gestellt worden war. Zu Beginn hatte er nicht geglaubt, es je überhaupt nutzen zu würden. Doch nun blickte er sich prüfend um, aufmerksam wohl als während der Rundführung am 11. Searum, und erkor schließlich das hinterste Bett zu dem seinen. Eines davon hatte Zargas sich offenbar genommen und das Dritte war unberührt seit einer Weile. Es musste dem ehemaligen Novizen Enzyan gehört haben. Weiterhin leise, um ja niemanden im Gebäudekomplex zu wecken, öffnete er die Truhe, die ihm zugewiesen worden war und begann dort hinein seinen Rucksack auszuleeren. Alles, das er nicht alltäglich brauchte, wanderte hinein und die Novizenkleidung am eigenen Leib wurde sodann auch gegen den immer beigeführten Schlafanzug ausgetauscht. Nachdenklich fuhr eine der beiden Hände durch das noch immer zu lang geratene, lockige Deckhaar. Morgen wäre ein Barbier dran. Und dann würde er seine letzten Sachen aus Kronwalden holen, um es sich für eine ganze Weile im Kloster gemütlich zu machen. Den Studien würde es sicher zu Gute kommen, wenn ihm nun die Bibliothek eine Art Nachbar war und keine Arbeit der Vergangenheit ihn mehr ablenken konnte. So nahm er sich auch vor, einige bestimmte Bücher zu durchforsten, wie er es schon nachmittags mit Hochwürden Hohenhain besprochen hatte. Und alles, was er daran nicht verstand oder wozu ihm Fragen einfallen würden, würde er auf einem separaten Pergament niederschreiben, um es dann in einem Gespräch mit den Geweihten zu klären...