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Hass Le Therx

Verfasst: Dienstag 29. August 2017, 21:44
von Quo´jyn
Rutha


Es ist keine 20 Tage her dass der junge Lethar aus seinem Nest ins Axorn geschickt wurde. Körperliche Züchtigung und Qual waren seitdem seine Begleiter durch den Tag. Die ständige Mahnung und Erinnerung an die Regeln und der Hierarchie mittels Schmerz und Leid ließen ihn nur noch hasserfüllter werden. Sein Hass fokussierte sich im besonderen auf Menschen. Manche von ihnen haben sich zwar durch Ehrgeiz und Glaube eine gewisse Position im Reich erarbeitet und ließen auch ihn in Ehrfurcht verfallen... zugegeben, wäre diese Ehrfurcht ein greifbares Objekt dass man mit einem Metermaß abmessen könnte, würde sie nicht mal an den zweiten Millimeterstrich gelangen, dennoch... dahin musste man auch erstmal kommen. Im Vergleich, ein Aron'deryl würde bei so einem Maß ein gutes Stück hinausragen … aber auch dies konnte nichts an seinem tief verinnerlichten Hass auf diese widerlichen Kreaturen ändern. Eine seiner ersten Aufgaben die ihm nach seiner Ankunft im Axorn gegeben wurde war es die Sprache der Menschen zu lernen, die Handelssprache... er hasste sie einfach.. die Schuld daran, eine derart grausame Aufgabe erhalten zu haben gab er natürlich ihnen, doch auch wenn es ihm mehr als missfiel diese Aufgabe bekommen zu haben, verfolgte er sie natürlich mit dem Eifer eines Ersaufenden der nach dem letzten dünnen Faden Leben greift. Er mischte sich tagsüber häufiger unter sie, beobachtete sie und versuchte den Klang der Worte zu verinnerlichen, sie im Kopf nachzuäffen.


Was für ein lächerliches Bild sie doch abgeben... stinkender Abschaum... den Sauerstoff nicht wert den sie brauchen um sich durch den Tag zu hecheln.

Bei einem seiner Streifgänge durch die Hauptstadt des Reiches fiel ihm ein kleiner Bretterverschlag auf, unscheinbar auf den ersten Blick, beim zweiten umso wertvoller. Die Kanalisation versteckte sich darin. Eine andere Aufgabe für die Runenlosen war es nämlich ein Leitwerk über Foltermethoden zu entwickeln, eine Aufgabe nach seinem Gusto... damit konnte er seinen Wert beweisen. Es brauchte im Grunde nicht viel. Ein abgeschiedener Raum um seine Experimente fürs Erste geheim zu halten und ein Opfer. Das Opfer war der Knackpunkt, er wusste nicht wie weit er gehen durfte und welcher Hilfsmittel er sich zu nutze machen durfte um solch ein Leitwerk anzufertigen. Es nützte alles nichts, ohne Opfer wird es nicht gehen. Eines Nachts schlich er wieder durch die engen Gassen der Stadt. Am Hafen, so hatte er festgestellt trieb sich der widerwärtigste Abschaum unter den Menschen herum. Trunken von den Gesöffen die sie sich in den Spelunken und Tavernen eintrichterten und ihrer Sinne beraubt. Würde einer dieser Spießgesellen abhanden kommen, würde es nicht halb so viel Aufmerksamkeit erzeugen wie etwa das Fehlen eines Handwerkers oder sonst einer Made die sich hier und da schon einen Namen gemacht hat. Er hielt sich für mehrere Stunden in einem dunklem Winkel des Hafens versteckt und wartete darauf dass eines dieser Taugenichtse seinen Weg kreuzt. Der schummriger Mond des Abends schien ihm auf wundersame Weise zu helfen. Das ausgemachte Opfer wankte und taumelte die Gasse entlang, einer feuchtfröhlichen Runde geschuldet und wurde schließlich von einem dumpfen Schlag auf den Hinterkopf zu Fall gebracht. Ein Stofflumpen diente als Knebel, mit einer fingerdicken Kordel band er Hände und Füße zusammen und schaffte es in die Kanalisation.
Etwas weiter hinten, grob geschätzt einen halben Stundenlauf durch die verschachtelten Gänge befand sich ein Raum, wie gemacht für sein Vorhaben. Es schien als hätte er vor Urzeiten schonmal für solcherlei Zwecke gedient, denn an Ketten und einer hölzernen Pritsche in der Mitte des Raumes mangelte es nicht. Nur die Werkzeuge, die für die Aufgabe vonnöten waren musste er selbst mitbringen, aber an Sicheln, Dolche und Kneifzangen mangelte es im Axorn nicht, soviel war sicher...

Verfasst: Mittwoch 30. August 2017, 21:00
von Quo´jyn


'Die stumpfe Klinge gut und recht,
sie blutet stark und ihr ist schlecht'

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Wann wacht diese widerwärtige Kreatur endlich auf?

Es mussten schon zwei gute Stunden vorrüber sein, ganz sicher. Ihren Kadaver hierher zu hieven hat auch einiges an Zeit verschlungen, doch die Mühe war es wert. Da liegt sie nun, Hand- und Fußgelenke mit schweren Ketten an der Pritsche fixiert, eine weitere über ihren Wanst um ihr auch den letzten Funken Hoffnung zu nehmen, sich aus ihrer misslichen Lage befreien zu können. Der abgelegene Raum wurde vom fahlen Licht einer schwachen Fackel beleuchtet, gerade hell genug um ihr seine sehnige Silhouette zu offenbaren. Maske und Kapuze verbargen sein Gesicht, wenngleich er es ihr auch zeigen könnte... ihr Verlies wird sie ohnehin nicht mehr verlassen, nicht lebend. Als dann endlich wieder Regung in den Leib der Gefesselten kam hoben sich seine Augenbrauen, interessiert verfolgte er den sich immer stärker windenden Körper. Sie versuchte alle Glieder einzuziehen und von sich zu strecken um sich aus den Ketten zu befreien. Ihr stand die pure Angst ins Gesicht geschrieben als ihr ganz langsam bewusst wurde was ihr zugestoßen ist. Sie schrie, strampelte und bettelte, verfluchte ihn, beschimpfte ihn. Der Fakt dass von ihm nicht die geringste Reaktion ausging schien sie nur noch wilder und noch ängstlicher zugleich zu machen. Ihr Gemütszustand wechselte im Sekundentakt.

Ist dass nicht bereits Folter? Sie im Unwissen zu lassen? Ich kann ihre Angst und Furcht beinah packen, so sehr füllen sie den Raum. Wie ein dicker Nebel verlassen sie ihre aufgerissenen Augen und lüften den Schleier der Erkenntnis. Werkzeuge brauche ich gar nicht. Es ist die Stille, die ihre Kleider vor Angstschweiß triefen lässt. Stille und des Opfers Unwissenheit sind gute Berater im Folterkabinett.

Sein Blick fiel auf die Sichel, den Dolch und die Kneifzange die er aus der Schmiede entwendet hatte. Nun hatte er sie einmal mitgebracht, nun wollen sie auch Einsatz finden und als hätte man ihr den Abgrund zur Hölle offenbart verließ ein Mark betäubender Schrei ihre dünne Kehle als er die ersten Schnitte setzte. Er hielt immer wieder kurz inne und besah sich das junge Ding auf der Pritsche. Die Auswüchse ihrer Furcht nahmen abnormal Züge an. Ihre Fingernägel schabten so hart über das Holz, dass sie sie sich selbst ausriss und es noch nicht mal bewusst mitbekam. Als er ihr mit der Kneifzange die Zehen abtrennte fiel sie in Ohnmacht. Verdammt noch eins... das wird wieder Stunden dauern, bis diese Hure aufwacht.

Zurück im Axorn ließ er den Abend noch einmal Revue passieren und versuchte sich die Bilder des sich windenden und Furcht triefenden Körpers ins Gedächtnis zu rufen. Was für ein herrlicher Anblick. Er sinnierte über Zweck und Absicht der Folter. Zum einen liegts klar auf der Hand. Um an Informationen zu kommen bedarf es einen erfahrenen Folterknechtes. Da bleibt kein Geheimnis lange verborgen. Der eigentliche Grund der Folter liegt darin, die Schwachen auszumerzen. Es gilt im Labyrinth der Folter den richtigen Pfad zu dem Funken zu finden, der den Starken innewohnt, denn nur ihnen es ist vergönnt in die Gunst des Einen zu kommen...