1. Eintrag
Ich habe am 25. Lenzing geheiratet und versuche nun die sich überschlagenden Ereignisse hier festzuhalten obwohl schon ein Mond verstrichen ist. Ein Mond der Ehe nun, man nennt dies wohl Honigmond. Wobei wohl weder der Sir noch ich Honig viel abgewinnen können, von Salz verstehen wir aber etwas. Sei es drum. Die Hochzeit war wundervoll, ich würde gern schwämerisch behaupten si sei der schönste Tag meines Lebens gewesen bisher, aber das erscheint mir Unrecht gegenüber den anderen Tagen stillen und lauten Glückes zu vor.
Nun sei den Seiten hier gestanden, dass ich nicht die wäre, die ich bin wenn wir mit Blütenblätterregen in die Flitterwochen abgezogen wären. Wir zogen mit Pergamenstaubregen in den Alltag ein. Direkt am zweiten Tag nach der Hochzeit hatte ich mir einen Regimentstermin gelegt und hörte die klaren und gaaanz leicht knirschenden Worte meines Gattens 'Dann komme ich eben mit!'.
Dies sind übrigens die Worte, die im letzten Monat am häufigsten von ihm zu hören waren. Nur zu oft versuchte ich aus meinem Büro zu treten um noch eben schnell etwas zu regeln und lief dabei in seine Arme. Oder er wartete draußen mit den Pferden auf mich. Langsam begann mich ein ganz leicht schlechtes Gewissen zu plagen, dass ich seine Geduld und Fürsorge doch ein klein wenig überspannen könnte. Doch wie so oft in Lichtenthal überschlagen sich die Ereignisse seitdem. Eine Gruppierung namens 'goldene Faust' treibt ihr Unwesen im Herzogtum. Der Sir erhielt von Seiner Majestät Befehle als Kronritter und ich erhielt welche als Oberst. So verbringen wir unseren Salzmond im Dienst.
Das mag nun für romantische Gemüter ungeheuer bizarr und abstoßend klingen, doch ich bin damit ungeheuer glücklich. Mein Mann und ich, wir fanden uns um Dienst für das Herzogtum und banden uns aneinander im Krieg und im Kampf. Wir sind quasi nur dort, wo wir hingehören und tun das, was wir am Besten können.Insgesamt gestaltet sich das Eheleben als äußerst befriedigend. Auch wenn ich einräume, dass durch meine Schuld der Vollzug ein wenig verzögert wurde. Doch nun ruhen wir als Mann und Frau stetig
Und ich muss den Sessel loswerden.
Nicht, dass ich generell etwas gegen dieses Sitzmöbel hätte. Es ist bequem und ich besitze es schon sehr lange. Doch leider hatte mein Gatte Ideen, was er respektive wir ... Ich kann den Sessel nicht mehr betrachten ohne rot zu werden, darauf sitzen in bequemer Art gestaltet sich unmöglich. Ich habe schon versucht ihn heimlich im Regiment unterzubringen. Aber leider weiß ich ja, dass es sich um DEN Sessel handelt und schon beginnt der Zyklus der Verlegenheit von vorn. Ich muss das Ding loswerden.
Die Burg ist noch nicht ganz bezugsfertig und ich genieße das gemeinsame Leben mit meinem Sir in meinem kleinen, bescheidenen Häuschen am Bergfuß in der Berchgarder Oberstadt. Auch wenn die Kleidungssuche sich nun abenteuerlicher gestaltet. Denn wie der Dämon es will, mit sicherem Griff finde ich ausschließlich seine Hemden und er mit traumwandlerischer Sicherheit meine Stiefel. Sie passen ihm nicht wirklich. Seine Hemden mir durchaus. Nun ja... er erträgt den Mädchengeruch daran, wenn er sie mir entwunden hat, sehr mannhaft!
Der Salzmond ist vorbei. Ich versuche regelmäßig hier niederzulegen, wie die Ehe verläuft und sich entwickelt. Bisher kurz gesprochen: Ich bin sehr gern verheiratet.
Mit ihm.
