Von Sternen, Freunden, Monstern, Gefühlen und einem Wunsch

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Karischa Nevadis

Von Sternen, Freunden, Monstern, Gefühlen und einem Wunsch

Beitrag von Karischa Nevadis »

Oh welch wunderschöner Abendhimmel. Die Sterne tanzten am Firmament und funkelten dort oben, wie man es schon lange nicht mehr sehen konnte und in der Ferne stand der Sichelmond und warf sein blasses, schönes Licht auf die Welt hinab. Verträumt lehnte sich Karischa zurück und genoss den Anblick der sich ihr bot. Sie war nun schon eine lange Zeit in Gerimor, eigentlich schon zu lange. Nie war sie bisher als zwei, drei Wochen in einem Landstrich geblieben, aber dieses Land, es hatte etwas an sich, was Karischa fesselte. Nun es war auch einiges geschehen, allen voran der Krieg in Berchgard, jenes sinnlose und brutale Morden Seitens der Rahaler. Sie schüttelte den Kopf kurz. Sie hatte in ihrem Leben bereits einige Schlachten und auch Kriege miterlebt, immer nur als stille Beobachterin, doch sie konnte immer sehen wie der Ablauf war, wie es von Statten ging. Berchgard war da etwas Einzigartiges gewesen. Nirgends hatte sie bisher eine solche Grausamkeit miterlebt, und noch immer hallten in ihren Ohren die Schreie wieder, die Schreie der Bewohner und das Rufen der Besatzer „Für Alatar“ … sie akzeptierte jeden Gott und versuchte sich mit ihnen allen gut zu stellen, doch Alatar missfiel ihr gerade in den letzten Wochen immer mehr.
Sie hatte abgewartet, was in den Tagen nach den Kriegen geschah, und eigentlich war sie enttäuscht gewesen. Rahal hatte verloren, ja sicher, doch die Barden der Länder waren anscheinend zu sehr miteinander beschäftigt, denn nirgends konnte sie Loblieder über die Sieger oder böse Worte und Balladen über Rahal hören, sie alle schienen noch wie paralysiert. Karischa sah wieder in den Sternenhimmel, wieso hatte sie nichts getan? Weil die Zeit für sie erst jetzt reif gewesen war, und alsbald würde etwas geschehen, die Menschen sollten erfahren welche Grausamkeit von den Besatzern ausgegangen war, keine guten Silben sollten je wieder über sie fallen, kein Lobklang oder gar ein Aufsehen zu ihnen, nicht für Mörder und Monster, nicht für solche Taten wie sie in Rahal geschahen.

Doch nicht nur den Krieg hatte sie miterlebt. Auch hatte sie die Mysterien um Bajard verfolgt, die seltsame Stimme des Meermädchen, welche ihr Leid klagten und immer noch schien ihre Brust kurz zu schmerzen, wenn sie an die Melodie dachte. Sie hatte sich lange nicht mehr erkundigt, wie es um diese ganze Sache stand.
Aber es hatte nicht nur schlechtes mit sich gebracht. Sie hatte viele Menschen kennen gelernt, so unterschiedlich und doch allesamt Menschen die sie gut leiden konnte. Da war die Harfnerin Felicitas, so stolz, ein wenig hochnäsig und sehr Adelstreu, und eine gute Seele dazu. Dann ihre Schwester Florence, so anders als ihre Schwester, so lebendig und voller Energie. Leanne und ihre Bediensteten in Bajard, mit denen sie schon das eine oder andere schöne Gespräch hatte und welche ihre Künste auf einem Fest vortragen lassen wollte, Raphael .. jener Krieger der mit seiner Vergangenheit zu kämpfen schien und so unnahbar schien, und doch irgendwie verletzlich war. Und dann, ja dann war da noch Selissa. Das Mädchen ließ ein Lächeln auf ihre Lippen zaubern. Etwas Besonderes war sie allemal. Sie kannte das Mädchen erst einen Tag und doch war es für Karischa als ob sie in einen Spiegel starren würde. Sie ähnelte ihr sehr, als sie selbst in ihrem Alter war und sie war sehr nett, sie hatte eine Fröhlichkeit und Lebenslust inne, die Karischa bei vielen Menschen hier vermisste. Nur kurz war das Gespräch mit dem Mädchen mit den verfilzten Haaren gewesen und doch wusste sie, es würde nicht das letzte gewesen sein.

Und ganz am Ende … ja da stand auch ein kleiner Traum der seit einigen Tagen wieder in den Kopf gerückt war. Sie grinste kurz und lehnte sich zurück, schlang eine dünne Decke um ihren Körper und schloss die Augen. Träume konnten wahr werden … und dieser würde es, und er würde hier wahr werden, sie würde dann wohl sesshaft werden … aber das war alles noch eine Frage der Zeit.
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