Abreise gen Königsschloss

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Adrian von Hohenfels

Abreise gen Königsschloss

Beitrag von Adrian von Hohenfels »

Lange, gar viel zu lange schien es ihm beinah, hatte er es hinausgeschoben. Soviel war noch zu klären, soviele Aufgaben angemessen zu verteilen. Doch es duldete keinen weiteren Aufschub. Er musste nach den Prinzen sehen, den Söhnen Anara's, welche nun Waisen waren. Waisen, er dachte an das nahe Waisenheim. Wie schwer es für sie war, doch erfuhren sie auch Liebe und Sorgfalt. So brauchten dies nun auch die beiden Prinzen auf jede nur mögliche Weise. Gewiss, man konnte dies nicht vergleichen, waren die Prinzen zumindestens wohl behütet, wichtig wie sie nun für das Reich doch wahren. Liebe ersetzte dies nicht, menschliche Nähe und Mitgefühl wie Kinder diese in einer Familie fanden. Familie! Dies war nun allein Adrian noch für die jungen Prinzen, wusste er doch um die ungebrochene Betrübnis ihrer Grossmutter aus denen sie nie herausgefunden hatte, nach dem Verlust ihres Ehegatten des einstigen Königs. Liebe, Zuversicht und das Gefühl dass man für sie da war, wollte er den Prinzen offenbaren, ebenso wie er dafür Sorge tragen wollte, dass der Schutz der Prinzen in höchstem Maße gesichert war und blieb, wusste er doch er konnte sie unmöglich nach Varuna holen, war diese Nähe zu Rahal ihnen noch mehr Gefahr.

Noch während er mit Rafael gen Schiff ritt, beide gut verdeckt auf dass man sie nicht erkannte, wollte er seine Abreise nicht so öffentlich machen. Man wusste nie welche Kreise dies für sich zu Nutzen machen würden. Früh schon hatte er sich von Eileen herzlichst verabschiedet, welche selbst kaum zu ruhigen Gedanken kam dieser Tage, so eifrig dem Volke zugewandt, dieses kennenzulernen. Sie würde gewiss eine liebevolle Frau an seiner Seite werden. Er wusste sie würde ebenso wie Rafael und Hauptmann Krenor auf alles ein Auge haben. Schliesslich am Schiff angelangt trug er Rafael noch leise auf, bereits den Versuch zu beginnen mit Magister von Gryffenhorst sowie Liella Kontakt aufzunehmen, ihnen des Grafen Bitte zu übermitteln, ein schnellerer Reiseweg zu den Prinzen mochte gefunden und errichtet werden. Im Notfalle konnte er sich keine Tagelange Reise jeweils hin und zurück leisten. Rafaels bestätigendes Nicken war ihm Beruhigung. Noch wisperte er ihm mit deutlichem Blick zu, er solle nichts tun, welches seiner Ehre zufehl war. Rafaels Verdrehen der Augen liess ihn doch für einige wenige Augenblicke schmunzeln. Sie verstanden einander wie üblich.

So betrat er schliesslich das Schiff, noch eine Weile den Blick gen Berchgard haltend, als das Schiff die Küste verliess und Fahrt aufnahm. Mochte Temora geben, dass die Grafschaft einige Tage des verdienten Friedens fand.
Rafael de Arganta

Beitrag von Rafael de Arganta »

Mit gemischten Gefühlen sah er dem Schiff hinterher.
Es würde Adrian sicher gut tun einige Tage Abstand zu bekommen, und die beiden Söhne Anaras konnte es nur gut tun zu sehen das sie nicht alleine waren.
Das Schiff und die Besatzung hatter er wohl drei mal geprüft und es war diesen wohl schon fast lästig gewesen, doch noch einmal wollte der Ritter nicht hereinfallen.
2 Mal von einer Schiffsbesatzung verraten werden, reichte vollends aus.

Adrians Anweisungen zu folgen wären in einigen Punkten nicht schwer...
Aradan über nahm die Garde die Truppen, und Rafael die Diplomatie, die Korrespondenz und alles drumherum.
Calor würde schnell an zu schreiben sein ...
nur ...
Liella, Wo bei Temora würde er Liella finden.

Nun er würde es zumindest versuchen.
Auf das alles zur zufriedenheit des Grafen war wenn er zurück kam.
Adrian von Hohenfels

Beitrag von Adrian von Hohenfels »

Die Winde lagen gut. Man konnte meinen Temora selbst sah es als gegeben an, dass die Reise schnell voran ging. Eine Weile hatte er noch an Deck verbracht, selbst als die Küste Gerimors schon lang verschwunden war. Die Mannen der Schiffsbesatzung beobachtend. Eifrige, fleissige Männer und wie es sich erwies wohl dem Reiche treu. Die Reise verlief ruhig, kein versuchter Angriff, keine Anfeindungen oder Betrugsversuche. Gar zuvorkommend waren Kapitän und erster Offizier, immer bemüht ihm die Reise als angenehm als möglich zu gestalten. Nachdem dann irgendwann eine Bemerkung fiel, er möge dem Ritter doch bitte berichten wie gut es ihm auf dem Schiff ergangen war, konnte er nicht umhin ein wenig zu Schmunzeln. Wahrscheinlich hatte Rafael sie sehr gescheucht, bei seiner Überprüfung der Mannschaft, so dass diese sich nun umso mehr um ihren Ruf bemühte. Doch der Ernst dieser Reise nahm ihn sogleich wieder für sich ein. Was würde ihn erwarten? Waren die Prinzen in Sicherheit oder war gar etwas vorgefallen?

Mehr als erleichtert war er, als sie endlich anlegen konnten. Ein Pferd war schnell organisiert. Nicht das schnellste möglicherweise. Doch ein gutes Tier, kräftig im Wuchs und leichtgängig. So dauerte es nicht lang bis er endlich am Schlosse angelangte. Sogleich verschloss man seinen Weg mit den Hellebarden und herrschte ihn an sich zu erkennen zu geben. Den Wachen zunickend schlug er die Kapuze zurück. Sogleich standen sie stramm. „Eure Hoheit tretet ein, welch Glück dass ihr es seid. Nicht jedermann, welcher Gastrecht suchte in diesen Tagen hatte sich diesen verdient oder gar erhalten. Sprecht mit dem Oberkommando. Rahal ersuchte Einlass zu den Prinzen. Sie haben ihn selbstverständlich nicht erhalten. Nach angemessener Bestrafung hat man sie sogleich wieder auf ihr Schiff verbracht und des Hafens verwiesen.“ Adrian nickte ihm zu. Befürchtet hatte er dies und zu dankbar war er, dass man diesen Personen nicht einmal annähernd das Recht zugesprochen hatte die Prinzen zu sehen. Sogleich ritt er in den Schlosshof ein, wo sich eifrige Bedienstete um sein Pferd kümmerten, während er in das Schloss eilte. Alle wichtigen Verwalter, Heeresführer und Berater waren schon bald informiert und fanden sich im Ratssaal zusammen, während er sich erst einmal zu den Prinzen begab.

Es war wie zu erwarten. Traurige, fragende Kinderaugen blickten ihm entgegen. Leise doch gefasst die Stimmen, ihrer Erziehung folgend bemüht aufrecht zu stehen selbst jetzt. Wie sollten sie dies lang durchhalten? Er selbst hatte kaum diese Beherrschtheit gezeigt. Es waren Kinder, dies sollten sie vor ihm auch sein dürfen. Ein kurzes Gespräch mit den Ammen und Erzieherinnen, welche sich stets als treu erwiesen hatten, stellten klar, dass diese auch weiterhin in ihren Ämtern verbleiben würden. Man hatte ihnen stets Vertrauen können, es bestand auch nun kein Zweifel daran. Sie liebten die Prinzen ebenso, wie sie Anara stets geliebt hatten. Auch in ihren Augen stand die ehrliche Trauer. Sie würden das Reich nicht verraten. Bemüht ruhigen Blickes hatte er schliesslich die Prinzen Ador und Isidor erst einmal in die Arme genommen und ihnen zugeflüstert sich keiner Träne je zu schämen. Auch er vermisste Anara, wie weit schlimmer musste es nun erst für die beiden sein? Die Ammen und Erzieherinnen mit einem freien Nachmittag beschenkend war er selbst schliesslich mit den beiden Prinzen in den Schlossgarten aufgebrochen. Viele Fragen waren aufgelaufen. So ob Anara denn nun bei Temora war, wie es dort sei, ob man mit ihr sprechen konnte und so vieles mehr. Er war kein Templer doch mühte er sich sehr, die vielen Fragen so gut es ging auf hoffnungsbringende Weise zu beantworten, während die Jungen nun hier in der Ruhe des Schlossparks und vor ihrem Onkel keine Träne mehr unterdrückten. Froh wohl auch, dass jemand für sie da wahr, sie einfach als das nehmend, was sie immer noch waren und sie einfach Kinder sein liess. So vergingen 2 Stunden, in welchen die Rathaltenden auf ihn warteten, bevor er nun endlich zu ihnen stiess, die Prinzen wieder in der sicheren Obhut der Ammen belassend.

Die Besprechungen waren verhältnissmässig schnell verlaufen, war man sich ohnehin über den Weg des Reiches, welches Anaras letzten Weisungen gemäss weitergeführt werden sollte. Auch bestand kein Zweifel der Haltung der obersten Instanzen des Königsreiches über den Umgang mit Rahal. Es war beruhigend, dass zumindestens hier am wichtigsten Platz der Regierung des Königreiches Intrige und Zwietracht noch keinen Platz gefunden hatten, zumindestens nicht offensichtlich. Es gab jedoch schon hier und da beunruhigende Kunde aus Landesteilen, die befürchten liessen, jene Landesherren könnten sich Rahal und dem falschen König zuwenden. Es sollten somit sehr bald Kundschafter ausgesandt werden, dies zu prüfen, so dass gegebenenfalls ernste Schritte der Absetzung solcher Landherren vonstatten gehen würden. Das Reich musste jetzt in diesen Tagen Stärke umso mehr zeigen, ein Bild aufzuzeigen all jenen die sich möglicherweise noch unschlüssig verblieben waren. Dem obersten Heerführer des Königreiches wurde zudem auferlegt, 6 der fähigsten und getreuesten Paladine des Reiches auszuwählen. Je drei sollten einem jeden Prinzen zur Seite stehen, als zusätzliche Lehrer im Glauben sowie fähige Beschützer, welche zu keiner Zeit von der Prinzen Seite weichen durften. So mochten sie hoffentlich sicherer sein, selbst wo er nicht jederzeit anwesend sein konnte. Seine Pläne und Hoffnungen einen schnelleren Reiseweg über die Magie zu errichten, fand auch ebenso im Königsschloss Zustimmung und man wollte hierin gemeinsam arbeiten, mit Magister von Gryffenhorst und Liella, welche er hierum ersuchen wollte. Eine geheime Kammer musste errichtet werden, sowohl im Grafenschloss als auch im Königsschloss. Nichts hierüber durfte und würde den Ratssaal verlassen. Einzig dieser kleine Kreis würde sich hierum kümmern, sowie um die Absicherung dieser Geheimkammern.

Adrian war sichtlich erleichtert, dass die Besprechungen so günstig verlaufen waren, als er schliesslich wieder zu den Prinzen zurückkehrte. Stunden und Tage brachten sie gemeinsam mit Ausflügen und Besuchen bei der noch immer in Trauer versunkenen Grossmutter. Ob sie diesen erneuten Verlust des Reiches mitbekommen hatte vermochte man nicht einmal zu sagen. Wenngleich es ihr Los sicher kaum leichter machen würde. Die Liebe und Nähe der Prinzen selbst liess sie noch immer nicht hieraus erwachen, zudem belastete es die jungen Seelen der Prinzen nur umso mehr. Viel war zu tun, sollten aus ihnen keine verbitterten Erwachsenen werden, war ihr Schicksal, Werdegang und Wesen so entscheidend für die Zukunft des Königreiches. So gab er sich zumindestens alle Mühe den beiden Prinzen ein wenig Ruhe und auch Glück zu vermitteln mit gemeinsamen Ausflügen. Ein wenig mochte es gar gelungen sein, doch umso schwerer fiel schliesslich der Abschied, als sie ihm wieder weinend in den Armen lagen, flehend er möge bleiben oder sie mitnehmen. Es war schwer zu vermitteln, wie wenig beides möglich war.

Doch das Versprechen oft bei ihnen zu sein, vermochte sie zumindestens etwas zu beruhigen. Die Tage waren nicht leicht und nur schweren Herzens war er schliesslich wieder auf das Schiff zurückgekehrt, die Rückreise sehr nachdenklich in der Kapitänskajüte verbringend und einige Briefe schreibend, welche der Kapitän auf seiner Rückreise gen Königsstadt sodann den Prinzen überbringen sollte. Zwischen Erleichterung aber auch Trauer nicht so oft bei den Prinzen sein zu können, wie er es sich wünschte, hatte er schliesslich das Deck betreten als die Küste Gerimors schon sehr nah vor ihnen lag. Schon bald darauf erklangen die Hufschläge des zurückkehrenden Adrians im Schlosshof zu Varuna. Er war zurück. Doch für wie lang mochte er verweilen können. Ein Bote wurde sogleich entsandt, Rafael bescheid zu geben, er sei zurück, so dass man bald zu Berichten über Geschehenes zusammen kommen würde.
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