Tief erschütterte diese Nachricht wohl das Königreich als es vom Tode Anaras von Hohenfels erfahrne hatte. Nur wenig später erfuhr auch Liella vom Tode der Königin, doch im Gegensatz zu den Menschen bekümmerte sie der Tod wenig, wenn nicht sogar gar nicht. Es war nur das Leben eines sowie kurzlebigen Menschens der aus der Welt schied auch, wenn sie auch für die Menschen im Leben bedeutend gewesen war, so war sie doch im Tode gleich wie alle anderen.
Bei einem kurzen Gespräch mit dem Grafen von Varuna erhielt sie von ihm die Einladung an der Trauerfeier teilzunehmen. Die Höflichkeit alleine schon gebot es ihr diese Einladung nicht auszuschlagen auch wenn sie eher desinteressiert am Trauerritus der Menschen war. Auch wenn sie nicht daran teilnehmen wollte so, gehörte es sich doch, das sie eine Gabe für die verstorbene mitbringen musste, ein Zeichen Ered Luin’s sollte es sein, da war sie sich sicher. Nur was? Was stellte Ered Luin am besten da und würde auch die Ewigkeit überdauern? Symbolisch für die blauen Berge waren mittlerweile die Drachen geworden, welche in dem Gebirge ihr neues Zuhause gefunden hatten. Zufrieden mit der Idee nickte Liella, ein Drache der das Grab mit einer Ewigen Flamme erhellen würde und die Dunkelheit vertreibt, das wäre auch einer ehemaligen Königin würdig.
Kurze Zeit später schon hatte sie einen passenden Stein gefunden den sie einfach umformen konnte ohne zuviel ihrer Macht benutzen zu müssen. Langsam schlossen sich ihre Augenlider und sie begann sich auf das Lied der Eluive zu besinnen, sich mit ihm zu verbinden wie sie es schon unzählige Male vorher gemacht hat. In ihrem Geiste nahm die Form des Drachen gestalt an, lebendig in dastehender Pose mit aus dem Maul lodernden Flammen. So wie das Bild in ihrem Geiste gestalt annahm verformten ihre Hände den festen Stein als wäre er nichts weiter als warmes Wachs. Ihre flinken und geschmeidigen Finger gaben dem Stein die Form die sie sich ausmalte.
Als sie die Augen wieder öffnete, war die Sonne am Himmel nicht viel weiter als ein kleines Stück gewandert. Freudig auf ihr Werk blickend nickte sie kurz und ein lächeln bildete sich auf ihren sinnlichen Lippen. Langsam legte sie ihre Hand auf die Stelle wo die Augen des Drachen sich befinden sollten und tauschte den Stein mittels der Kunst gegen von innen scheinbar leuchtende blaue Saphire aus. Nur noch zwei dinge galt es zu tun einmal sollte der Drachenkörper ewig erhalten bleiben geschützt vor Wind und Wetter und zum anderen sollte aus seinem Maul eine Flamme lodern die nie erlischt. Der Schutzzauber war einfach zu weben und verlieh dem Stein ein funkeln und eine mattgoldene Farbe, ähnlich der Ihrer eigenen Haut.
Fast fertig, dachte sie bei sich, doch der schwerste Teil kommt erst jetzt, sie musste Flammen erschaffen die auch noch in 1000 Jahren brennen sollten. Der Zauber war schnell gewoben doch das Problem war anderer Natur, woher sollte der Zauber seine Energie nehmen? Dies zu bewerkstelligen war schon weit aus schwerer, und erforderte viel von ihren Fähigkeiten. Erst einmal band sie den Zauber an den Körper des Drachen, eine kleine helle Flamme schoss daraufhin aus seinem geöffneten Maul. Doch anstatt den Zauber ständig selbst mit Energie versorgen zu müssen, wob sie diesen kleinen Zauber so, das er sich eigenständig an den Energien des Liedes bedienen konnte. Große Zauber gefährden die Struktur des Liedes dabei, da sie unkontrolliert wachsen könnten, aber so ein kleiner Zauber störte das Lied nicht im geringsten. Solange das Lied und diese Welt existieren würde, solange würde dieser Drache Feuerspeien können.