Unwohl fühlte er sich, bedrückt und niedergeschlagen. War es Slains Blut, welches in ihm diese Gefühle hervor rief?
Wo war der Drache? fragte er sich immer wieder…..
Da Anghus im Geiste wie im Leben mit Slain verbunden war, wusste er, dass Slain lebte, denn er selber atmete ja noch. Das Bündnis zwischen Anghus und Slain würde andauern, solange Slain lebte und dessen Tod würde auch sein Ableben bedeuten. Aber auch Slains Qualen waren die seinen. Doch Anghus fühlte keine Schmerzen, nur Unwohlsein, Dunkelheit und Kälte.
Anghus wälzte sich in seinem Bette hin und her, schlecht schlief er die Tage, wenn er denn endlich eingeschlafen war…..
Er schlug erschrocken die Augen auf und fand sich auf der Spitze des unerreichbaren Eisgipfels auf Fuachtero. Der kalte Nordwind trieb ihm Schnee ins Gesicht, welcher sich als kleine Kristalle in seinem Haaren und im Bart verfing und dort zu Eis gefroren.
Eine Stimme, nicht tief im Klang aber doch eindeutig männlich, war im Heulen des Windes zu vernehmen…
“Anghus, Anghus… Chief des Clans MacIora, Anghus! “
Anghus schaute sich um, doch er konnte niemanden erblicken.
Wieder vernahm er die Stimme: „Anghus MacIora, hörst du mich?“
„Aye!“ stammelte Anghus „Aye, ich höre dich!“
„Schau ins Tal hinab, dort ist die Heimat die ich euch gegeben habe. Dort liegt Andraste mit seinen Bewohnern und davor dein Clansland, dort liegt Ith mit dem Clansland der MacFarlainns und hinter dir liegt Machard, das Clansland der MacDraig.“
Anghus sah ins Tal hinab. Winzig schienen die Häuser, Höfe und Hütten. Wie friedlich sie da lagen, dachte Anghus.
„Von hier oben sieht es sehr wohl friedlich aus“ ertönte die Stimme. “ Aber unten herrscht Uneinigkeit, Unmut zuwischen den Clans, Neid und Zwietracht. Ich will, dass dies ein Ende hat, Anghus. Ich will Einigkeit unter meinem Volk! Ihr seid die Kinder Angurs, stolz, stark, ungebrochen und frei.“
Einen Moment herrschte Stille. Anghus sank auf die Knie, sah in den Himmel und riss die Arme hoch. „Was willst du das ich tue?“ rief er laut.
„Ich will, dass DU dich wieder auf die alten Werte unseres Volkes berufst! Ich will, dass DU deinen Clan führst, wie ich es euch gezeigt habe! Ich will, dass DIR unser Volk wichtiger ist als alle anderen! Ich will, dass DU Anghus MacIora, alles tust um das Land, welches ich euch gab, zu schützen. Ich will, dass du dich dem Willen der Angurer unterwirfst und ihr ein Volk seid!“
„AEY!“ rief Anghus laut.
„Vertraue mir und geh den Weg, den viele vor dir gegangen sind, den Weg der Ahnen.“
Bei diesen Worten erwachte Anghus schweißgebadet in seinem Bett. Er setzte sich auf die Bettkante. Schaute auf Moyras Seite, doch diese war leer, wie schon seid vielen Tagen.
Verwirrt strich er sich mit der Hand über die Stirn.
Die Worte des Traumes klangen noch in ihm nach. „ Den Weg der Ahnen“ murmelte er, kratzte sich seinen Bart und ließ sich zurück ins Bett fallen.
Anghus fand wieder keinen Schlaf, obgleich es noch Stunden dauerte bis zur Dämmerung.