All die Geister die wir rufen...
All die Geister die wir uns zu eigen machen...
Leichte Schritte kleiner Füße wandern durchs Haus und wie sie unauffäl-
lig, also schmal gearbeitete Reifen aus Silber schmücken, mit ihnen auch
ein leises Klirren, wie ein kleines, unaufdringliches Funkeln von Tönen die
dem schwachen Glanz des Metalls gleich sind. In ihren Bewegungen wirkt
das Mädchen so achtsam das ihnen etwas freundliches anhaftet, eine
Sache die unbenannt bleiben darf und die einlädt zuzusehn und an ihr
Ruhe zu empfinden. Es ist eine Ruhe die von innen kommt und bloß bild-
haft wird und werden kann im aussen weil sie schon da war ehe die junge
Frau von ihrem Stuhl aufstand. Durch den Raum also, darf man sagen
und ins Gleichnis setzen, streift Ruhe in Bewegung.
Bald breitet sich ein Geist von schwachem Duft nach roten Rosen aus,
sich unter all die anderen mischend die zuvor noch ohne diesen um den
Tisch und auf den Stühlen, am Fenster, zwischen den Regalen und auf
dem schweren Dielenboden saßen. Wie sie atmet und atmen muss, atmet
sie ihn ein und alles was ihm zu eigen, färbt, so schwach wie seine Ge-
stalt ist, nebelhaft und durchscheinend, aber eben doch, auf sie ab, wird
zu einem Teil von ihr. Sie ist sich dessen nicht bewusst wie sie den
Becher zwischen ihren zarten Fingern hält und am aufsteigenden Blüten-
geist riecht, wie sie ihn an die Lippen setzt, vorsichtig von ihm zu trin-
ken, um anteilhaft zu werden an ihm, einen Teil von ihm anzunehmen.
Es wird gesagt der Rose hafte, ist sie unversehrt, Schönheit an und ein
lieblicher Duft, voller Kraft also und wehrfähig kommt ihr einer auf fal-
schem Weg zu nahe. Sonst aber ist sie einfach und da, steht am Weges-
rand und blüt und duftet ohne das es ihr gesagt werden müsste und uner-
heblich ob einer käme der es ihr verbieten wolle. Sie wüsste ja nicht ein-
mal wovon er spricht...
All die Geister die wir rufen...
-
Melissa Leraund
Der Wind dreht sich...
Stumm steht sie im stillen Raum, fast ganz unbewegt in ihrer sich klein in
die Wirklichkeit zeichnenden Gestalt und ruhevoll wandern zwei Augen, ganz
desillusioniert, als habe, was sie von innen nach aussen tragen, eben noch
geträumt und wäre jetzt ganz langsam und unsanft wach geworden. Ihr Weg
führt sie nicht zum ersten Mal zu einem Tisch in des Raumes Mitte auf dem
seit Tagen eine Zeichnung liegt die sich Niemand angesehn hat weil Niemand
hier war.
Sie zögert noch, und als aber ihre Füße sie herangetragen haben, nimmt
sie was ihre Hände dort gelassen hatten wieder an sich. Ein kleiner,
schmuckloser Schlüssel liegt in ihrer Hand, sie wird ihn im Tausch
zurücklassen, noch aber lächelt sie über ihn, wie er warm auf ihrer Haut
liegt und wie er sie an so freundliche Gefühle erinnert. Alles aber findet,
weil sie so entscheidet, wohin es gehört und also woher es kam.
Wer Leben ins Leben bringen will, muß
das Festhalten-Wollen aufgeben.
Stumm steht sie im stillen Raum, fast ganz unbewegt in ihrer sich klein in
die Wirklichkeit zeichnenden Gestalt und ruhevoll wandern zwei Augen, ganz
desillusioniert, als habe, was sie von innen nach aussen tragen, eben noch
geträumt und wäre jetzt ganz langsam und unsanft wach geworden. Ihr Weg
führt sie nicht zum ersten Mal zu einem Tisch in des Raumes Mitte auf dem
seit Tagen eine Zeichnung liegt die sich Niemand angesehn hat weil Niemand
hier war.
Sie zögert noch, und als aber ihre Füße sie herangetragen haben, nimmt
sie was ihre Hände dort gelassen hatten wieder an sich. Ein kleiner,
schmuckloser Schlüssel liegt in ihrer Hand, sie wird ihn im Tausch
zurücklassen, noch aber lächelt sie über ihn, wie er warm auf ihrer Haut
liegt und wie er sie an so freundliche Gefühle erinnert. Alles aber findet,
weil sie so entscheidet, wohin es gehört und also woher es kam.
Wer Leben ins Leben bringen will, muß
das Festhalten-Wollen aufgeben.
Zuletzt geändert von Melissa Leraund am Mittwoch 17. August 2016, 21:15, insgesamt 2-mal geändert.
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Melissa Leraund
"Denn wer begehrt, der fürchtet auch"
Mit der Nacht und in ihrer fast zärtlichen Weise, wie sie erst ein Flüstern
war um in Gestalt vollendeter Geduld sich zu stillem Lied zu verdeut-
lichen, in dessen Klang die Farben des Tages verblassten und weich wur-
den, sich in vage Umrisse zeichneten, miteinander verschmolzen und
Schatten gebahren die weniger dunkel sich auf der Dunkelheit abzeich-
neten, ging ein Samen in ihr auf, auf einen Fleck fruchtbaren Bodens
gefallen, der ihm erlaubte zu keimen.
Alles kann nur wachsen, und sei es ein schlechtes Fühlen, wo der Boden
fruchtbar ist und Hände da sind, es zu pflegen.
Etwas sehr Altes hatte in das stille Blau gefunden, das war wie Wasser
und sein Wasser wie ein Bach der sich nicht entscheiden konnte zwischen
Stromschnelle und ruhevollem Fluss und es war nur daran das sie gelernt
hatte zu wollen. "Ich will nichts wollen..." Hatte sie gesagt und schon
gewollt und mit dem Wollen kam dann und wann auch ihr Begleiter, die
Furcht nämlich, die immer wieder aufs neue entwaffnet werden sollte und
es gelang ihr, "fast" immer. Die aber, die Grund gaben sich zu fürchten,
die liebte sie am meisten und also war die Liebe das Wollen in diesem Fall
- nicht die göttliche Liebe die nichts will und nichts braucht - die Liebe zu
einem und einem anderen, die bewahren wollte.
Umso schwerer die Liebe gelegt in die eine Schale umso leichter die
Angst in der anderen. Sie würde sich nicht mitreissen lassen von diesem
Strom, mochte die Angst und also sich zu fürchten, leicht sein wie die
Liebe schwer wog - nur weil der Angst Anlass gegeben war durch einen
Fehler den sie begangen oder nicht begangen hatte. Sie hatte Hände, die
ihr Verstand waren, um den Ausgleich zu bringen und die Angst wieder
an ihren Platz zu verweisen - den Arm der Waagschale herunter zu
drücken, ins Gleichgewicht, ganz ohne etwas von der Liebe wegnehmen
zu müssen - sonst würde das Vertrauen verblassen und mit ihm würde
ihre Fähigkeit hinter die Schleier von Leid, Schmerz und Krankheit zu
sehen, verblassen - ihre Stärke vernichtet.
Letztlich war mein Fehler nicht "zu vertrauen" - sondern "diesem" statt
"mir" zu vertrauen - denn ich fühlte ja was in ihm war und seine Worten
sprachen sogar davon.
In diesem Gedanken, der die Geister anderer vertrieb, und als der Strom
in ihr also wieder zu einem stehten Fließen geworden war, stark und
sicher und weil Sicherheit eben aus Ruhe und Stehtigkeit geboren war,
fand sie Geborgenheit und schlief ein. Mit ganz zartem Lächeln auf den
Lippen, das garnichts mehr wollte, ausser was es schon hatte, was es
bekommen würde, oder geben musste, von sicheren Armen gehalten die
waren wie dieser Fluss, ihr Erinnerung waren und sie erinnerten so oft sie
mussten und garnicht müde wurden das zu tun.
"Denk nicht zuviel nach Belleza"
Diesen Einen von allen Menschen, der sie eben hielt und der das tat für
sie, ihn liebte sie von allen am deutlichsten. Dieses Gefühl war alles
überlagernd, überzeichnend zu schöneren Farben und milderen Klängen.
Größte Stärke und Schwäche zugleich. Mehr lieben noch? Wer könnte
mehr wollen...
"Darin über eine Sache nachzudenken, darin hält man an ihr fest, wer
aber frei und lebendig sein will und lieben will - der muss loslassen."
Mit der Nacht und in ihrer fast zärtlichen Weise, wie sie erst ein Flüstern
war um in Gestalt vollendeter Geduld sich zu stillem Lied zu verdeut-
lichen, in dessen Klang die Farben des Tages verblassten und weich wur-
den, sich in vage Umrisse zeichneten, miteinander verschmolzen und
Schatten gebahren die weniger dunkel sich auf der Dunkelheit abzeich-
neten, ging ein Samen in ihr auf, auf einen Fleck fruchtbaren Bodens
gefallen, der ihm erlaubte zu keimen.
Alles kann nur wachsen, und sei es ein schlechtes Fühlen, wo der Boden
fruchtbar ist und Hände da sind, es zu pflegen.
Etwas sehr Altes hatte in das stille Blau gefunden, das war wie Wasser
und sein Wasser wie ein Bach der sich nicht entscheiden konnte zwischen
Stromschnelle und ruhevollem Fluss und es war nur daran das sie gelernt
hatte zu wollen. "Ich will nichts wollen..." Hatte sie gesagt und schon
gewollt und mit dem Wollen kam dann und wann auch ihr Begleiter, die
Furcht nämlich, die immer wieder aufs neue entwaffnet werden sollte und
es gelang ihr, "fast" immer. Die aber, die Grund gaben sich zu fürchten,
die liebte sie am meisten und also war die Liebe das Wollen in diesem Fall
- nicht die göttliche Liebe die nichts will und nichts braucht - die Liebe zu
einem und einem anderen, die bewahren wollte.
Umso schwerer die Liebe gelegt in die eine Schale umso leichter die
Angst in der anderen. Sie würde sich nicht mitreissen lassen von diesem
Strom, mochte die Angst und also sich zu fürchten, leicht sein wie die
Liebe schwer wog - nur weil der Angst Anlass gegeben war durch einen
Fehler den sie begangen oder nicht begangen hatte. Sie hatte Hände, die
ihr Verstand waren, um den Ausgleich zu bringen und die Angst wieder
an ihren Platz zu verweisen - den Arm der Waagschale herunter zu
drücken, ins Gleichgewicht, ganz ohne etwas von der Liebe wegnehmen
zu müssen - sonst würde das Vertrauen verblassen und mit ihm würde
ihre Fähigkeit hinter die Schleier von Leid, Schmerz und Krankheit zu
sehen, verblassen - ihre Stärke vernichtet.
Letztlich war mein Fehler nicht "zu vertrauen" - sondern "diesem" statt
"mir" zu vertrauen - denn ich fühlte ja was in ihm war und seine Worten
sprachen sogar davon.
In diesem Gedanken, der die Geister anderer vertrieb, und als der Strom
in ihr also wieder zu einem stehten Fließen geworden war, stark und
sicher und weil Sicherheit eben aus Ruhe und Stehtigkeit geboren war,
fand sie Geborgenheit und schlief ein. Mit ganz zartem Lächeln auf den
Lippen, das garnichts mehr wollte, ausser was es schon hatte, was es
bekommen würde, oder geben musste, von sicheren Armen gehalten die
waren wie dieser Fluss, ihr Erinnerung waren und sie erinnerten so oft sie
mussten und garnicht müde wurden das zu tun.
"Denk nicht zuviel nach Belleza"
Diesen Einen von allen Menschen, der sie eben hielt und der das tat für
sie, ihn liebte sie von allen am deutlichsten. Dieses Gefühl war alles
überlagernd, überzeichnend zu schöneren Farben und milderen Klängen.
Größte Stärke und Schwäche zugleich. Mehr lieben noch? Wer könnte
mehr wollen...
"Darin über eine Sache nachzudenken, darin hält man an ihr fest, wer
aber frei und lebendig sein will und lieben will - der muss loslassen."
Zuletzt geändert von Melissa Leraund am Donnerstag 15. September 2016, 11:38, insgesamt 5-mal geändert.