Des Gluthammers letztes Werk

Moderator: Zwerge [Mod]

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Gast

Des Gluthammers letztes Werk

Beitrag von Gast »

Der 200. Geburtstag des alten Gluthammers stand kurz bevor. Lehrreich waren die Jahre in denen er lebte. Aufopferungsvoll die Zeit in denen er alles für die seines gleichen tat. Kaluren, ein Vater, ein Ziel. So unterschiedlich sie auch waren, vereinte sie das am Ende doch zu einer großen Familie, die gemeinsam standen für das was Cirmias Ihnen gab.
Sordolax freute sich auf den Tag, ein gutes Alter, ein Langbart auf dem Weg zum Silberbart. Von den jüngsten bewundert und doch von den ältesten noch belächelt. Ein Werkler jeden Tag, Schrüfen in der Mine, fertigen von Spitzen für die Bolzen. Kaum ein Tag verging in seinem Leben das nicht von Tatendrang geprägt war. 200..eine Zahl in der jeder gestandene Kalure bereits häufiger an die letzte Reise dachte.
Die Reise zum Ilmasunt um die letzte Prüfung anzutreten um vom Vater vor der Seelenschmiede geprüft zu werden. Ein jeder Kalure strebte danach in seiner Schmiede an der endlosen Tafel der Väter einen Platz zu bekommen. Aber noch war es nicht so weit, der verschrobene alte hatte noch Feuer in seiner fast 200 Jahre alten Gussform.
Ein Werk gab es noch zu verrichten, der Getwergelyn, jüngste Mitglied der Bauhütte hatte einen Wunsch an den Meister der Gemmen gerichtet. Ein Wunsch dem der alte nur zu gerne nachkam.

Ein fein geschliffener Ring aus Mithrill sollte es sein, grobe Relief Verzierungen sollten dem Ring eine aussergewöhnliche Kontur geben und ein schlicht geschliffener Saphir, so rein wie es nur die wenigsten sind sollte die mitte zieren. Es dauerte Tage bis der alte soweit war, ein schönes Stück ist es geworden. Eingehüllt in einem Tuch aus Zottelratten wolle würde es auf den Getwergelyn warten in seiner Hütte auf der Klamm.

Es war bereits kurz nach mitternacht als der Ring ordentlich platziert in seinem Haus auf den Empfänger wartete. Mitternacht, er hatte Geburtstag. 200 Jahre Lebenszeit, Erfahrung und Geschick vereinte der Kalure nun in sich. Überaus zufrieden, mit einem seeligen lächeln auf dem schrumpeligen Gesicht bettete er sich wie üblich auf einigen feinen Erzbrocken, überdeckt mit einer Decke aus dickem Zottelfell schloss er die Augen.

Die Sonne weckte den Berg als sie den Gipfel küsst, eine fast Frühlingshafte wärme bettete sich auf der Klamm ein als die Sonne am höchsten Stand. Ein klopfen an der Tür kündigte Besuch an, doch der alte lag Regungslos im Bett. Noch in der Nacht hatte seine Seele die letzte Reise angetreten und seine Gussform, wie sie war zurück gelassen. Viel früher als er es jemals erwartet hätte, doch nun war es soweit. Einzig Cirmias wird über sein Leben Urteilen und Ihm einen Platz an der Tafel zuweisen oder seine Seele neu schmieden.

Unverkennbar wird der Ausdruck von Zufriedenheit in seinem Gesicht sein sobald man Ihn findet.
Ein Kalure, ein Volk, ein Ziel. Er hatte sein Leben gelebt und gelehrt, ganz nach Cirmias Lehren.
Geodiz Getwergelyn

Beitrag von Geodiz Getwergelyn »

Öfters klopfte der Getwergelyn gegen die feste und kunstvoll-verzierte Türe des Gluthammers. Kurzzeitig sinnierte Geodiz über die Fertigkeiten des alternden Sordolax's, wie feingliedrig, präzise und edel doch sein Schmuck war, wie kunstvoll und voller Hingabe ein jedes Stück war. Wie langlebig die hölzernen Krüge, aus feinster Keramik und Glas gefertigten Gläser, Töpfe und Vasen doch waren. Ein altes Handwerk, gelebt durch einen von Cirmias Kindern, stets eifrig, nur auf das wohl anderer bedacht, sein Leben im Dienste des Herren. Ein wahrer Vorzeigezwerg, der einzige der Gluthammer an der Oberfläche doch war, keine Bitte, keinen noch so lästigen Wunsch hatte sich Sordolax Gluthammer je verwehrt. Wieviel Bier geflossen war, wieviele Worte doch gefallen waren, zwischen den beiden Silberbärten. Von drinnen schimmerte das Licht einer entzündeten Öllampe unter dem Türschlitz durch. Als er nach all dem Klopfen keine Antwort erhielt, machte sich Getwergelyn daran, nach dem alten, kupfernen Schlüssel zu kramen. "Klock!" und das Schloss sprang auch schon auf, mit einem Quietschen ließ sich die Türe nach Innen aufschieben.

Doch was erblickten die leidvollen Augen da? Der leblose Leib des Gluthammers, ein zufriedenes Lächeln auf seinen Lippen, in der linken Hand noch immer den Schmiedehammer, welcher wie ein Zepter auf seiner Brust thronte. Das kleine Herz Geodiz's erfüllte sich mit tiefer Trauer, als er sich neben dem Alten niederließ, ihm eine Hand auf die Schulter legte und sich an gemeinsame Zeiten erinnerte. In Gedanken sah er, den lachenden Gluthammer, einen vollen Ranzen Bhir in der Hand, das berühmt-berüchtigte Funkeln in den Augen. Er hatte dem Bergvater treu gedient, seinen Lohn würde er wohl schon erhalten haben, so schloss er aus dem innigen Lächeln. Geodiz löschte die Öllampe, deckte den Körper mit einer Decke zu, jedoch ließ er den Kopf unbedeckt, ein jeder sollte den tiefen Frieden sehen, die Jüngeren würden verstehen, dass man keine Angst vor dem Tode haben brauchte, sofern das Leben in Cirmias Diensten vonstatten ging. Sanft zog er die Tür von Draußen zu und machte sich auf den Weg zu den Katakomben, tief im Nilzadan, es galt eine Grabstätte herrichten zu lassen, das letzte Ritual zu sprechen. Familie, Freunde, das gesamte Volk wurde informiert.
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Als es an der Zeit war, Abschied zu nehmen, pilgerten sie herauf, all die alten Seelen, die Silber-, Grau- und ehrwürdigen Weißbärte der Khaz-Aduir. Sie alle kamen, um Abschied zu nehmen, ihm alles Gute zu wünschen, ihm zu danken, zu versprechen sich an ihn zu erinnern. Einen treuen, altgedienten Diener hatte Cirmias an seine Seite gerufen.
Mit einem tiefen und langgezogenen Seufzen drehte Geodiz den Ring, das letzte Werkstück des Sordolax Gluthammers. Was für ein Ring, was für Handwerkskunst und was für ein stolzer Kalure. Cirmias Mâhal Sordolax, flüsterte Geodiz und schloß sich dem Trauerzug der Alten an.

"Erde zu Erde. Stein zu Stein. Kratzh' Dars Umhsk' dek thari kathz thura zi'"
Zuletzt geändert von Geodiz Getwergelyn am Mittwoch 20. Juli 2016, 17:40, insgesamt 2-mal geändert.
Janarey

Beitrag von Janarey »

Als der Abend hereinbrach und sie sich auf den Weg nach Hause macht um sich das leere Fass Zwergenbier unter den Arm zu klemmen um damit nach Nilzadan zu gehen stand sie auf der Suche nach Grimm vor der Taverne.
Doch was sie erblickte war nicht die gewohnte heitere Stimmung die sonst hier herrschte. Es waren sehr viele Kaluren die sie nie zuvor gesehen hatte. Kurzbärte, Silberbärte, Graubärte und Weißbärte. Alle hatten sich versammelt aus den tiefen Stollen und in ihren Gesichtern spiegelte sich Trauer wider.
Sie alle schienen einen Weg zu haben nd pilgerten unaufhaltsam ihren Weg entlang. Vermutlich war es nur der Waffengurt der sie als eine Freundin der Sippe der Donnerfäuste auszeichnete zu verdanken das man sie mehr oder weniger nicht beachtete und so zog sie mit ein wenig Abstand den ganzen Kaluren hinterher. Zwar traf sie der ein oder andere skeptische Blick doch die Neugierde lies sie darüber hinweg sehen.
Irgendwann blieben sie stehen und es wurde still, ungewöhnlich still für Nilzadan Verhältnisse. Sie konnte sehen das dort einer der ihren im Mittelpunkt lag. Offenbar war sie in eine Art Trauerzug geraten. Ganz leise, das Fass immer noch unter dem Arm geklemmt stand sie da und betrachtete das ganze Geschehen. Bis, ja bis irgendwann sich doch einige Blicke auf sie richteten und sie das als eine Art Aufforderung betrachtete näher zu treten.
Als sie genau das tat erkannte sie erst wer dort lag und ihr stockte der Atem.
Erst vor wenigen Tagen hatte sie Sordolax das letzte mal gesehen als er ihr den Schmuck nach Berchgard lieferte.
Er lag da, sein Körper zugedeckt und nur sein Gesicht war zu sehen welches ein zufriedenes Lächeln aufwies. Den Hammer in seiner Hand auf der Brust liegend schien es, als würde er bis zum letzten Atemzug in vollster Hingabe seinem gewerk nachgegangen sein. Sie war eine liebhaberin von seinen Stücken geworden im laufe der Zeit. Hat sie doch nie zuvor und wahrscheinlich auch nie wider eine solche Schönheit in vollendeter Kunst gesehen wie die Stücke die er herstellte. Ihre Hand griff zu der erst kürzlich erhaltenen Kette und berührte sie. Dann aber zog sich ein Lächeln über ihr Gesicht als sie die Worte im Geiste hörte die man ihr einst erzählte über den Tod eines Kaluren, den Platz den er sich in einem Cirmiasgefälligen Leben erarbeiten könne.
Sie war überzeugt davon das Sordolax sich seinen Platz verdient hatte und nun am großen Tisch saß. Sie beugte sich leicht zu ihm runter und flüsterte mit einem sanften Lächeln
Cirmias Mahal Sordolax
Dann wandte sie sich ab und ging ruhig mit dem immer noch leeren fass wider nach Hause. Es würde die Zeit kommen da würde sie widerkehren und es füllen lassen, aber nicht heute.
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