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Saalih Ifrey

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Beitrag von Saalih Ifrey »

Zwei Tage hatte er jetzt gewartet, der Kundschafter vom Festland war noch nicht zu ihnen gebracht worden. Eigentlich wollte man erst ihn befragen. Da die andre Person aber in den Augen Saalihs wichtiger war machte er sich in den Abendstunden daran diesen zu suchen. In einem Zimmer der menekanischen Taverne entledigte er sich der Hose und Handschuhe aus Drachenleder und auch der Silberschmuck wanderte in den kleinen Schrank des Gastzimmers. Aus einem Beutel den er in der Bank gelagert hatte konnte er auch noch einige ältere Kleider finden. Schließlich wollte er in den Häfen des Festlandes nicht mit zu teurer Kleidung herumlaufen. Dieses Gesindel war dort viel zu häufig und seine Kleider, die er als Händler trug um das reiche Menek'Ur nach außen darzustellen war für diesen Auftrag die falsche Kleidung.
Und so kleidete er sich in robuste und warme Kleidung aus guten Leinen und ging an Bord des nächsten Schiffes nach Bajard. Den verwunderten Blick der menekanischen Hafenwachen ignorierend betrat er in doch recht spärlichen Kleidern das Schiff. Er griff wärend der Fahrt, die er inzwischen beinahe täglich machen mußte immer wieder unbewußt an den Dolch, den er unter dem Umhang am Rücken verborgen hatte. Eigentlich trug er ihn dort ja fast immer. Nun aber könnte es sein, das er ihn auch ziehen mußte.
Nach einigen Stunden erreichte man bei ruhiger See Bajard. Die Sonne war bereits im Meer versunken, und so dämmerte es in dem Dorf bereits und die Nacht brach herein. Der Hafen war nur noch von wenigen Hafenarbeitern und Schiffsjungen bevölkert, die wohl in dieser Nacht noch auslaufen würden. Und so trieb es ihn in die kleine Hafenspelunke in Bajard. Einen der Hafenarbeiter, die gerade in die Kneipe gehen wollte stieß er mit dem Ellbogen leicht in die Seite.

"Hey, ich such die Seekobold und ihren Kapitän. Kannst mir sagen wo das Schiff is, oder wanns wieder in den Hafen einläuft. Is nen alter Kumpel, den ich mal wieder besuchen will."

Der Hafenarbeiter hob nur die Schultern und ging ohne weiterer Worte in die Spelunke. Das wäre ja zu schön gewesen, wenn eine einfache Frage gereicht hätte. Doch so mußte er die Taverne betreten. Er suchte sich einen Platz recht zentral in der Spelunke, wo er sich an einen Tisch setzen konnte. Das Murren der Seeleute an dem Tisch ignorierte er, und nachdem er den Wirt bat den Seefahrern eine Runde Bier zu spendieren war auch ihr Murren verstummt. Mit gesenktem Kopf, die Kaputze des Umhanges in die Augen gezogen blieb er am Tisch sitzen und lauschte den Gesprächen der Seeleute am eigenen Tisch und auch an den Tischen nebenan. Wirklich interessante Neuigkeiten konnte man aber kaum vernehmen. Die einen sprachen noch von der letzten Schlacht um Varuna und wie schnell die neue Stadt doch aufgebaut wurde, die andren erzählten von ihren Heldentaten auf den vielen Schiffsreisen. Wieder andere erzählten sich mit gedämpfter Stimme das es wohl wirklich wahr wäre, das man wieder Letharen in Rahal gesehen haben wollte. Aber den größten Lacher erntete ein Matrose der steif behauptete über dem Schloss des Grafen in Varuna wäre vor einigen Tagen ein echter Drache gesichtet worden - zumindest hätte ihm das ein Taugenichts erzählt, der beim Beladen seines Schiffes geholfen hatte.

"Was viel interessanter ist," meinte Saalih mit gesenktem Blick und gedämpfter Stimme, "ist das Gerücht, das ein Ritter der Temora, ein gewisser Raphael de Arganther vom Kapitän der Seekobold entführt worden sein soll."
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