Erste Schritte auf dem Weg zum Erfolg!

Antworten
Mikael Fuchsbaum

Erste Schritte auf dem Weg zum Erfolg!

Beitrag von Mikael Fuchsbaum »

Wie so oft ging es recht ruhig zu in den Hallen der Academia Arcana. Aus Neugierde hatte es ihn daher, wieder einmal, in die Bibliothek verschlagen, wo ungezählte Reihen von staubigen Wälzern darauf warteten, niemals gelesen zu werden.

Zumindest einer davon behandelte Themen, die dem jungen Genius im Moment als vorteilhaft und relevant erschienen. Ein Buch über die Grundzüge der Magie und des Liedes der Eluive. So recht hatte er die Sache ja noch immer nicht begriffen aber es würde wohl so sein, wie es Meister Liam gesagt hatte und wie es auch in diesem Buch zu lesen war.

Der letzte Satz brannte sich daher umso deutlicher in das aufstrebende Gehirn des jungen Magus.


„Übung macht den Meister“

Ja, so war es tatsächlich. Welch ein Zufall, dass ihm unlängst von einem fliegenden Händler eine alte und recht zerschlissen ausstehende Schriftrolle angelobt wurde, auf deren vergilbter Fläche die arkanen Runen eines alten und mächtigen Zaubers zu finden waren.
Ein Geschäft, das so schnell nicht wieder kommen würde und so hatte er natürlich zugeschlagen.

Tage später waren der Plan als auch die Zuversicht des Jünglings soweit gediehen, dass man sich an die Ausführung machen konnte. Die Beschaffung der Zutaten erwies sich als unerwartet einfach und spätestens sein Besuch in einem Bajarder Oma Emma Laden hatte ihm das letzte, gesuchte Stück gebracht. Die Geheime Zutat Nummer 92, wie er sie taufte. Nur um etwaige Beobachter daran zu hindern, ihm seine Erkenntnisse streitig zu machen.

Zuletzt war also alles vorbereitet und es fehlten nur noch die üblichen Zeichen seiner Zunft, ohne die bewiesener Maßen kein Ritual gedeihen konnten.

Sein Hut.

Seine Robe.

Sein Stab.

Ein Umhang, weit geschnitten und heroisch im Winde schwankend, sollte das Bild nunmehr abrunden und machte sogar aus dem Blondschopf annähernd eine respektable Gestalt.

Fand er zumindest.

Im Garten der Arcana geschah es dann. Der Ritualplatz war vorbereitet. Die Paraphernalia auf einem Tuch ausgebreitet und darüber der Magus, stattlich anzusehen, mit Stab und Buch, aus welchem er begann, die geheimen und machtvollen Laute zu rezitieren.

Wie es nicht anders sein konnte, zog eine Briese vom Meer her auf und setzte die Kleidung des Zauberers theatralisch in Bewegung, während jener die Worte sprach. Nun waren Fremdsprachen nie seine Stärke gewesen , geschweige denn solche, die von Feen und anderen Zauberdingern gesprochen wurden, dennoch bemühte er sich um eine akkurate Form.


„Egum tich exrufcare!“

So stand es geschrieben, so wurde es gesprochen. Mit Nachdruck. Magie musste manchmal ein wenig getreten werden. So hatte es ihm zumindest der Händler versichert, ehe er einen dringenden, geschäftlichen Termin anderen Ortes wahrnehmen musste. Er sollte ruhig mit Zuversicht und ohne Zweifel das notwendige tun.

Zwar kratzte es ein wenig in der Kehle und mitnichten konnte man so genau sagen, was man da eigentlich so genau sagte, aber am Ende würde schon alles sein gutes nehmen.

Die Laute der Beschwörungen gingen ihm alsbald auch schon viel leichter von der Zunge.


„Laudare höre egum! Transformwandle tich, egum voll!“

Insgeheim schlich sich ein wenig Selbstzufriedenheit ob der tragende Laute ein. Sicherlich würde ihm seine Mutter niemals glauben, dass er sich so gewählt und kraftvoll zu artikulieren wusste.

Beinahe geschafft, fehlte nur noch der letzte Laut, um die Magie in die passende Form zu biegen.

„Instajetzt!“ donnerte der junge Zauberer, begleitet von einem kraftvollen Pochen des Stabes und dem obligatorischen, herrischen Blickes, der da auf die Zutaten hinab geworfen wurde.

Und obgleich sich Mehl, Wasser, Salz und die geheime Zutat bislang noch recht unbeteilig t gezeigt hatten, hüllte nun mit einem bedenklichen
„Plopp!“ eine dumpfe Rauchschwade den Ort des Rituales ein und nahm für Momente jedwede Sicht auf das Geschehen.

Dennoch, unverkennbar war die Nase Zeuge, dass etwas geschehen sein musste und kaum hatte eine etwas steifere Briese die Nebelschwaden auch entfernt, wurde das ganze Ausmaß des arkanen Aktes sichtbar.

Ein voller Erfolg!

Wo einst noch die Zutaten in getrennter Weise ein unzulängliches Dasein gefristet hatten, erfreuten sie sich nunmehr eines gemeinsamen Seins in enger Umarmung. Aus Einzelteilen war eine undefinierbare, klumpige, graue Masse geworden. Nicht der herrliche Brotlaib, wie es die Zauberformel vorher gesagt hatte aber immerhin ein Ergebnis. Gewiss war der Rest nur Übung und kein Fehler der Zauberkunst. Grund genug also , stolz und zufrieden zu sein. Über den Klumpen würden sich die Höllenhunde freuen.

Blieb zuletzt nur noch die Frage der Reinigung zu klären, ein wenig Unrat hatte er schon angerichtet.
Aber auch das sollte kein Problem darstellen. Gut, dass er auch die Zauberformel für einen verzauberten Besen erstanden hatte ….
Antworten