Später würde man sagen, er wäre wie ein Wirbelwind eingeschlagen. Ein Leben ging, ein anderes fand den Weg zurück. Sie gaben einander die Hand, als er seinen Körper in den Tempel brachte. Als einer von wenigen Männern des Yazirblutes fiel es auf ihn zurück, sich ein Bild über seine Witwe, eine Cousine, zu machen. Seine Gedanken waren bruchstückhafte Versatzstücke. Geschichten von Stockschlägen. Die kalte Wahrheit seines Versagens, den Erhabenen vor den Letharen zu schützen. Sein Weg in die Tempelwache, und der Übungskampf mit dem Maleem. All das trat jedoch vor der simpelsten, aber doch anstrengendsten Aufgabe zurück. Die Würde.
Nachts sollte er vor der Steintafel sitzen und sich besinnen, was in ihn gefahren war. Kaum hatte er wieder einen einigermaßen kompetenten Umgang mit der Klinge erreicht, da sattelte er bereits auf und preschte mit dem schwarzen Hengst nordwärts, in die schneebedeckte Frostklamm und erzählte einem Kaluren bereits, er wolle erst das Seelenerz tragen, wenn sie seine Handlungen geprüft hätten. Anstatt es den Anderen aus seinem Volk gleichzutun und ihnen eine Menge Goldmünzen zu zahlen wollte er sich prüfen lassen. Warum ging ein Wüstensohn zu den besten Schmieden Gerimors, um eine Prüfung anzustreben, wenn doch Gold – und sie hatten reichlich davon – den Weg ebnen würde? Vermutlich die losgelöste Einfachheit. Er war hier, und wollte dorthin. Sie würden den Weg beschreiben, und er würde ihn losgelöst von jeglicher Politik, oder sonstigen Irrungen gehen. Er würde für sich – und nur sich – etwas tun.
Er musste auflachen. Was hatte sein Vater immer gesagt?
- Nur was in sich ruht, kann gereinigt werden.
Nur was gereinigt ist, kann geprüft werden.
Nur was geprüft ist, kann erleuchtet werden.
Und nun began er bei Schritt zwei. Wo das nur hinführen würde?