Noch ehe die Sonne aufgestiegen war, sah man den Hadcharim bereits im Stall bei seinem Kadal stehen. Dort prüfte er den Sattel des Tieres, der bereits mit einer Ration an Nahrung und ausreichend Wasser gefüllt war. Er hatte seinen zwei Söhnen und der Tochter einen Kuss auf die Stirn gedrückt und, sofern es nötig war, jeweils die Decke enger um die kleinen Leiber geschlossen. Noelani widmete sich gänzlich ihrer Ausbildung und so war es gut, dass sie noch Tamika als Amme hatten. Die guten Aufgaben übernahm er immer noch selbst - da war er völlig egoistisch: Die gute Nacht-Geschichten, das Spiel mit den vielen Stofftieren, das gemeinsame Familienessen. Gedanklich zählte er noch auf, ob er am heutigen Morgen alles erledigt hatte und er sämtliche Utensilien bei sich trug. Es waren hierfür lediglich einige Handgriffe nötig, die an seinem Leib entlang tasteten. Alles saß dort, wo es auch hingehörte. Er war der Maleem, der Perfektion unterrichtet und irgendwann hatte er wohl diese lästige Eigenschaft übernommen. Er schwang sich schließlich in den Sattel des Kadals und wendete diesen in Richtung Tor herum. Die Palastwache dort nickte ihm mit einem freundlichen Lächeln zu, drückte das Tor auf und machte schließlich einen Schritt beiseite. Kurz darauf sah man ihn bereits nach draußen galoppieren, den Weg durch das Osttor suchend.
Noch gab es den Übergang nicht, als die Sonne sich zum Himmelszelt schlich, um den tüchtigen Menekanern die Nasenspitze zu kitzeln, ihnen das Gesicht zu wärmen oder sie bei ihrer Arbeit zu blenden. Es war die perfekte Zeit, um sein Gebet zu Eluive zu suchen. Oftmals unterschied sich der Ort, den er dafür aufsuchte - sei es denn der Tempel selbst, in der eigenen Wohnung im Palast, am Orden oder eben an dem Berg, der das menekanische Reich und Rahal trennte. Letzteren Ort suchte er nur auf, wenn er wirklich seine Ruhe brauchte und sich nach direkter Nähe zu Eluive sehnte. Heute hatte er das Bedürfnis, als müsse er seinem Alltag entkommen und einige ehrliche Worte an seine Mutter entsenden. Eine Mutter die zuhörte und ihn verstand. Eine Mutter, die auch bestrafen konnte, doch dann wieder schützend beide Hände um ihre Kinder schloss. An manchen Tagen fühlte man sich ihr näher, als an anderen, doch das hing oft von irgendwelchen Ereignissen ab, die schlimmerer Natur waren: Beerdigungen, ein Flehen an die Mutter, ganz allgemeine Gesuche. Selten war man ihr für die kleinen Gaben dankbar. Imraan selbst wollte sich in erster Linie bei ihr bedanken, dass sein Leben inzwischen in den Bahnen verlief, die er sich so lange herbeigewünscht hatte. Er musste über einige Gefühle sprechen, die vielleicht nicht ganz richtig waren, aber sich unglaublich gut an fühlten?
Während er durch die Durrah ritt, schweiften seine Gedanken weiterhin umher und er wirkte fast schon unaufmerksam. Es reichte jedoch dennoch den üblichen Gefahren in der Wüste auszuweichen, als sei es schon ein eingesessener Reflex. Am Außenposten an der Grenze zum Reich Menek’Ur ließ er dann seinen Kadal stehen und machte sich daran seinen Marsch zum Schrein seiner Mara fortzusetzen. Es war kein Gang, der sonderlich beschwerlich war, dennoch spielte die Sonne hier manchmal schon ihre zahlreichen Streiche. Bei der ohnehin hohen Hitze konnten aber manche Schritte bereits frühzeitig schwerer werden und selbst einen erfahrenen und standhaften Menekaner ermüden. Gerade als er dann doch den gepflasterten Boden zu seinen Füßen sah, war das genug Motivation für ihn, die ihm neue Kraft schenkte und die müden Knochen weckte.
Als er jedoch den Schrein allmählich erblicken konnte, zeigten sich dort bereits einige Gestalten. Keine, die eine typische menekanische Kluft trugen. Reisende sah man ansonsten auch selten hier oben. Es ärgerte ihn sogar, dass er sein Gebet nicht in völliger Ruhe sprechen konnte. Fünf weitere Schritte hatte er fortgeführt, dann sah er ein Aufblitzen aus der Entfernung. Aufgrund der Überraschung war ein Ausweichen nicht mehr möglich und er holte sich den Bolzen direkt mit seiner Hüfte ab. Der Aufprall war wuchtig genug, dass es ihm den Leib herumriss und ihn direkt von den Füßen holte. Jetzt musste er rasch handeln, um nicht Opfer dieser Angreifer zu werden. Ein Ruf nach seinem Dschinn, der doch fortwährend an seiner Seite weilte. Ebenfalls eine Handlung, die er über viele Jahre und Jahrzehnte verinnerlicht hatte - es geschah ganz automatisch. Zeitgleich entstand ein kleiner Sandwirbel, der aus dem breiten, unteren Ende den Sand gen Imraans Hände leitete. Er selbst musste nur noch die Hände öffnen, als sich dort, nach und nach, der Schild und der Säbel manifestierten. Die Wärme an seiner Wunde spürte er ebenso. Es war das typische Anzeichen dafür, dass sein Dschinn sich bereits um die Regeneration kümmerte. Ein tiefes Durchatmen, dann drückte er sich schon auf. Der Bolzen saß noch tief und das Blut lief ihm über den rechten Oberschenkel entlang. Lange pausieren konnte er jedoch nicht, als von anderer Richtung ein zweiter Bolzen angeflogen kam. Dieser landete jedoch am Schild und prallte letztendlich ab. Jetzt war es an ihm zum Angriff über zu gehen. Erst jetzt war überhaupt ersichtlich, wer ihm gegenüber stand. Sie waren zwar allesamt verhüllt, doch waren die dunkle Haut und die Augen verräterisch für Letharen. Eine Gegnerzahl, der er selten alleine gegenüber stand, so stellte er sich auch auf einen harten Kampf ein. Eine schnelle Vorgehenweise war von Nöten und doch musste er sich nun eine Taktik zurechtlegen. Der erste Letharf, der ihm im Weg, wurde lediglich gestreift und zum Ausweichen gezwungen, denn sein eigentliches Ziel war der Schütze, der zuvor den Bolzen abgefeuert hatte. Dieser sah zwar den mächtigen Sandteufel auf sich zukommen, doch nahm er eine Schreckstarre ein - offenbar hatte er eine solche Schnelligkeit nicht erwartet. Noch während der Schütze zu Boden fiel, drehte sich der Hadcharim herum und sah dem ersten Gegner entgegen, der nun vor ihm lauerte und nach Schwachstellen Ausschau hielt. Die anderen Wachen waren noch nicht hinzu geeilt, so musste er die Situation ausnutzen und seinen Gegner rasch niederstrecken.
Die Kraft schoss ihm unnachgiebig durch den Leib, als sein Dschinn ihn unterstütze und ihn nährte. Er musste seinen Schwung nutzen, um den Feind aus dem Konzept zu bringen und er schafft es auch hier. Die Attacken waren prinzipiell keine großen Kunststücke, wie er sie sonst beherrschte. Es reichte jedoch scheinbar aus, da die Letharen noch unerfahren waren. Den vierten Gegner hatte er niedergestreckt, doch einen weiteren Hieb eingesteckt. Die Rüstung an seiner linken Schulter war gänzlich zerrissen und verhüllte so auch nicht länger seine wattierte Unterkleidung, wie auch das Blut an dieser Stelle. Es kostete ihn alleine schon Kraft den Schrein selbst zu betreten, doch war sein Kampf scheinbar noch lange nicht zu Ende. Weitere Letharen befanden sich dort, die offenbar auch die Anführer dieses Trupps waren. Ein Letharf trat auch gleich an ihn heran, der ihn scheinbar noch von einem Treffen bei Grenzwarth kannte, als sie Cihan abgeholt hatten. Die Konzentration des Hadcharim wankte jedoch und er konnte nicht einschätzen, ob ihm die Stimme vertraut vorkam. Andere waren es jedoch, als die zwei Bekannten näher kamen. Radeeh und Samija hatten sich beim Schrein aufgehalten und waren nun ebenfalls in Bedrängnis. Imraan wusste, dass die Letharen nicht alle drei gehen lassen würden. Wann konnte er seinen Namen sonst für einen guten Zweck benutzen, als gerade jetzt? Für die Letharen war ein bekannter Name interessant. Ein Menekaner, der etwas wert war und den sie hierbehalten wollten. Außerdem war er es, der das Blut ihrer Brüder noch am Säbel trug. Und trotz des ganzen Trubels, bei der Radeeh sogar noch kurzzeitig über eine Lethra die Oberhand gewann, konnte Jaryan, wie er sich vorstellt, einen deutlichen und unanfechtbaren Befehl abgeben, der den anderen Letharen befahl die beiden Menekaner gehen zu lassen. Sein Augenmerk blieb auf Imraan hängen. Allzu offensichtlich baute sich die Wut in dem Letharf auf, der sich wohl jeden Moment auf den Hadcharim stürzen wollte. Dieser verlor von Atemzug zu Atemzug weiter an Kraft, so dass sein rechtes Bein zitterte und der Schild inzwischen tiefer hing.
Einzig und alleine sein Stolz und der Dschinn hielten ihn noch auf den Beinen. Gerade genug, um seinem Gegenüber noch diverse erniedrigende Worte an den Kopf zu werfen und ihn weiter zu provozieren. Entweder funktionierte das auch, oder es geschah bereits ganz von alleine. In jedem Fall würde er sich jedoch nicht kampflos ergeben. Sie würden sich an ihm die Zähne ausbeißen müssen.
Die Stimme der Lethry erklang hinter ihm, während er sich mit dem offensichtlichen Anführer unterhielt. Sie wollte sich zwar leise äußern, doch war ihre Absicht doch völlig klar. Eine leise Provokation, dass er doch den Hass aufnehmen sollte. Worte, mit denen sie ihn mit ihnen gleichstellen wollte. Wesen, die von ihrem Hass leben und sich davon ernähren. Es war keine direkte Beleidigung, doch wusste er genau, wohin sie abzielte. Leider war das auch ein direkter Volltreffer, der ihn seine Kraft sammeln ließ, um zu einem Schlag aus zu holen. Bei den Verletzungen hatte er natürlich bei weitem nicht mehr die nötige Schnelligkeit, noch genug Wucht, um überhaupt einen Treffer landen zu können. So durchschnitt sein Säbel die Luft und landete neben der Magiekundigen auf dem Boden. Der laute Knall der Waffe war Auslöser für den Befehl Jaryans, dass nun frei auf den Hadcharim geschossen werden durfte. Ein Bolzen traf ihn an der Seite und durchstieß die Rüstung an einer ihrer weichen Stellen. Feuer aus den Händen eines anderen Letharf durchschnitt das Lederband, das den Helm auf seinem Haupt behielt. Aufgrund der Wucht wurde ihm dieser zusätzlich noch vom Schädel gefegt. Die Lethry selbst beschwor ihre eigene unheilvolle Magie herbei, die Blitze durch seinen Leib jagte und ihn regelrecht zucken ließ. Es fühlte sich an, als würde ihm das Blut kochen und dennoch wollte er sich nicht ergeben, nicht einfach zu Boden fallen. Abermals wollte er sich aufrichten, bis dann Jaryan direkt vor ihm stand. Er konnte sich nur minimal von den Knien erheben, als die Waffe seine Brust durchstieß. Das Blut der giftdüstergrünen Waffe musste gar nicht erst wirken. Er spürte es ohnehin nicht mehr. Der Körper sackte lediglich nach hinten zurück, die Arme breiteten sich zu den Seiten aus. Vom Schild und vom Säbel blieben nur noch kleine Sandhaufen übrig und von ihm nur noch ein lebloser Leib. Leere Augen blickten dem Nachthimmel entgegen. Einen Schrei gönnte er den Letharen nicht.
Doch als seine Augen bereits leer wirken, waren seine Gedanken noch eine ganze Weile vor Ort, als er die letzten Erinnerungen durchging. Gesichter von Freunden, Bekannten und seinen Liebsten zeigten sich ihm. Er würde nun viele dort zurück lassen. Andere würde er jetzt wieder sehen. Er durfte endlich in Mara Schoss zurück, um dort seinen Frieden zu finden. Der Sajneen, der die Truppen des Reiches gegen Rahal führte. Der Sanjak, der sich selbst nicht immer an die Regeln hielt. Der Kalif, der immer zu seinem Emir aufschaute. Der Emir, der sehnlichst bemüht war den Frieden zu wahren. Der Maleem, der den Orden der Hadcharim öffentlich verkündete und so stolz war auf Khalida, Sahid und Abbas. Imraan hatte viele Rollen bekleidet, doch am Ende hat er sich als Vertrauter, Ranim und Radeh am wohlsten gefühlt. Wäre er nicht als Omar geboren worden, hätte er sich niemals um einen der hohen Posten bemüht. Er hatte das Pflichtbewusstsein von seinem Vater und so erfüllte er alle Anforderungen, die ihm genannt wurden. Eigentlich hätte ihn Eluive bereits holen sollen, als er seinen Dienst als Emir beendet hatte. Dennoch, scheinbar gab es noch viel zu tun für ihn. Er sah es, als er weiterhin Maleem blieb und Abbas ihn erneut zum Sanjak ernannte. Er wollte niemanden enttäuschen und doch blieb jetzt so viel zurück.
Er sah die Gesichter von seinem Bruder Aasim, seiner Schwester Armaiti, seiner liebsten Anisah und eine kleinere Gestalt, die gänzlich in Licht gehüllt war. Das Kind, das leider niemals das Licht der Welt erblicken durfte. Doch waren dort auch Ghadir, Nabil, Nazeeya, Aaminah, Razyr, Nadim, Faruk und so viele mehr. Sie warteten alle auf ihn.
Und wenn er oben angekommen ist, wird er auch auf jene warten, denen sein Herz gehört. Sie sollten sich allerdings Zeit lassen, denn er war bereits in guter Gesellschaft. Seine Rani hatte noch ihre Ausbildung vor sich und die Kinder Aasim, Armaiti und Arif brauchten ihre Liebe und Zuneigung. Er würde Nahlah zurück lassen, obwohl er ihr Fels sein sollte, der immer für sie da ist. Vor allem, nachdem sie solche Verluste erlitten hatte. Er konnte seinen Schwur leider nicht halten. Seine Schwester musste jetzt unbedingt einen anderen Beschützer erhalten, doch würde er sein möglichstes tun, um ihr die unwürdigen Männer vom Leib zu halten. Sie wird die Akademie weiterhin großartig führen. Er würde zu Abbas hinab sehen, den er mit seinem Rat nicht länger unterstützen konnte. Seine Ausbildung musste durch den Orden fortgeführt werden, denn er hatte ein solches Potenzial. Er war für diese Zeit genau der richtige Emir - vielleicht würde sein Dschinn sogar direkt auf Abbas übergehen, sobald er die Prüfung besteht. All das hatte er sich verdient. Die Zeit mit Yasmeen wird er niemals vergessen, auch wenn sie sich die letzten Monde kaum noch gesehen hatten. Manche Menschen entkommen dem eigenen Sichtfeld, um sich vielleicht auch in Sicherheit zu begeben. Er hoffte, dass Khalida so bleib, wie sie war. Seine Bitte galt Sahid und Suraya, die endlich ihr gemeinsames Glück im Nachwuchs finden sollten. Er würde seinen besten Freund vermissen - vor allem die guten Gespräche und das gegenseitige Ärgern. Er hätte gerne noch einmal Thahidas oder Hajifas Kopf getätschelt und ihnen gesagt, was für großartige Natifahs sie waren. Für Samija würde er gerne noch eine Weisheit mit auf den Weg geben, damit sie erneut Mut findet ihr Herz zu öffnen. Im gleichen Zuge würde er sie jedoch ermahnen vorsichtig zu sein. Bei ihr war er nie sicher, welche Worte richtigen Anklang fanden…
Er hatte noch so viele Gedanken mehr, mit denen er sich noch noch gerne im Diesseits beschäftigt hätte. Die Hände seiner Ahnen griffen jedoch fest zu und zogen ihn hinfort.
Imraan meldete sich endgültig vom Dienst ab.
Ein Sohn der Omar
-
Rami
Ein geschundener Körper, gebettet in Tücher.
Mit einem Stöhnen rieb sich der Sohn der Yazir über das Gesicht. Sand war unter fast jedem Winkel seiner Kleidung zu finden. Ein Bad stünde ihm gut zu Gesicht. Frische Salbe auf der Brandwunde an seinem Arm verhinderte diese Möglichkeit. Eine frische Brise drang durch den Schlafraum im Familienhaus der Yazir. Menek’Ur wirkte friedlich. Er sollte keinen Schlaf finden, und probierte es wieder.
Kniend die Worte: “Jener, den sie Imraan nennen ist tot, mein Emir.” Eine steinerne Fratze die ihm entgegenblickte.
Nach Menek’Ur, in die Stadt des Emirs, wollte er kommen. Mehr lernen über die Mutter, und ihre Kinder. Im Dienst der Armee stehen. Seine Familie erst kennen lernen, dann stolz machen. Khalida lernte er kennen. Dann Tooru. Keine Sklavin, sondern eine, die dem Haus gehörte “eher so wie du und ich”. Dann die Alarmglocken. Ein Zügel, der ihm in die Hand gedrückt wurde. Weiße Kleidung trug er. Einen Dolch in der Hand. Nutzlos. Deswegen ging er vor, um die Pantherfratzen herauszulocken. Sie waren fort. Gegangen, mit dem Leben des Meisters der Hadcharim.
“Gebt ihr noch einige Momente. Dann sagt ihr, dass es Zeit ist zu gehen. Und passt auf, dass sie nicht die ganze Nacht am Leichnam ihres Mannes verbringt.” Was sollte er darauf sagen? Wie reagieren, im Angesicht des Verlustes, den das erwählte Volk erlitten hatte? Auf dem einzigen Weg. “Aiwa, mein Emir.”
Eine Leiche, gebettet in Betttücher des Maristan. Ein Tor, eine Zwischenwelt voller Sterne. Dann der Tempel der Eluive. Schweigende Tempelwachen, ein leeres Schiff. Eine Leiche, gebettet in Betttücher des Maristan, auf dunkelblauen Fliesen, in der Erwartung der Priester. Ein Neuankömmling in verschlissenem weiß mit gesenktem Kopf. “Eluive, warum machst du mich zu deinem Totengräber?”
“Wer war er?” “Er war Emir. Sajneen. Sanjak. Kalif.” “Und ein Freund jeder Person in dieser Stadt.” “Er schimpfte mich, weil ich Rüstung in der Stadt trug. Weil Khalida mich einfach so hereingeschleppt hat.” “Meine Trauer wird von Rache verdrängt.”
Geschäftiges Wühlen in einer Kiste. Schlaf war nichts, was ihm vergönnt war. Also konnte er auch das Chaos beseitigen. Sich ablenken. Hätte er den Leichnam berühren können, wenn er gewusst hätte? Hätte er sich getraut? Ihm war nicht nach Worten. Er kannte ihn nicht. Er sah ihre Trauer, konnte aber nicht ihre Rache nachvollziehen. Stattdessen erfasste ihn eine Taubheit der Müdigkeit. Sein Körper verlangte nach Schlaf. Sein Geist verweigerte.
Ein geschundener Körper. Gebettet in Tücher.
Worte der Verwirrung, gesprochen in eine taube Dunkelheit: “Sanjak, wir verpassten uns. Doch sehe ich Euer Erbe in jenen Leben, die Euch kannten. Möge die Mara ihre schützende Hand über Euren weiteren Weg halten.”
Mit einem Stöhnen rieb sich der Sohn der Yazir über das Gesicht. Sand war unter fast jedem Winkel seiner Kleidung zu finden. Ein Bad stünde ihm gut zu Gesicht. Frische Salbe auf der Brandwunde an seinem Arm verhinderte diese Möglichkeit. Eine frische Brise drang durch den Schlafraum im Familienhaus der Yazir. Menek’Ur wirkte friedlich. Er sollte keinen Schlaf finden, und probierte es wieder.
Kniend die Worte: “Jener, den sie Imraan nennen ist tot, mein Emir.” Eine steinerne Fratze die ihm entgegenblickte.
Nach Menek’Ur, in die Stadt des Emirs, wollte er kommen. Mehr lernen über die Mutter, und ihre Kinder. Im Dienst der Armee stehen. Seine Familie erst kennen lernen, dann stolz machen. Khalida lernte er kennen. Dann Tooru. Keine Sklavin, sondern eine, die dem Haus gehörte “eher so wie du und ich”. Dann die Alarmglocken. Ein Zügel, der ihm in die Hand gedrückt wurde. Weiße Kleidung trug er. Einen Dolch in der Hand. Nutzlos. Deswegen ging er vor, um die Pantherfratzen herauszulocken. Sie waren fort. Gegangen, mit dem Leben des Meisters der Hadcharim.
“Gebt ihr noch einige Momente. Dann sagt ihr, dass es Zeit ist zu gehen. Und passt auf, dass sie nicht die ganze Nacht am Leichnam ihres Mannes verbringt.” Was sollte er darauf sagen? Wie reagieren, im Angesicht des Verlustes, den das erwählte Volk erlitten hatte? Auf dem einzigen Weg. “Aiwa, mein Emir.”
Eine Leiche, gebettet in Betttücher des Maristan. Ein Tor, eine Zwischenwelt voller Sterne. Dann der Tempel der Eluive. Schweigende Tempelwachen, ein leeres Schiff. Eine Leiche, gebettet in Betttücher des Maristan, auf dunkelblauen Fliesen, in der Erwartung der Priester. Ein Neuankömmling in verschlissenem weiß mit gesenktem Kopf. “Eluive, warum machst du mich zu deinem Totengräber?”
“Wer war er?” “Er war Emir. Sajneen. Sanjak. Kalif.” “Und ein Freund jeder Person in dieser Stadt.” “Er schimpfte mich, weil ich Rüstung in der Stadt trug. Weil Khalida mich einfach so hereingeschleppt hat.” “Meine Trauer wird von Rache verdrängt.”
Geschäftiges Wühlen in einer Kiste. Schlaf war nichts, was ihm vergönnt war. Also konnte er auch das Chaos beseitigen. Sich ablenken. Hätte er den Leichnam berühren können, wenn er gewusst hätte? Hätte er sich getraut? Ihm war nicht nach Worten. Er kannte ihn nicht. Er sah ihre Trauer, konnte aber nicht ihre Rache nachvollziehen. Stattdessen erfasste ihn eine Taubheit der Müdigkeit. Sein Körper verlangte nach Schlaf. Sein Geist verweigerte.
Ein geschundener Körper. Gebettet in Tücher.
Worte der Verwirrung, gesprochen in eine taube Dunkelheit: “Sanjak, wir verpassten uns. Doch sehe ich Euer Erbe in jenen Leben, die Euch kannten. Möge die Mara ihre schützende Hand über Euren weiteren Weg halten.”
- Radeeh Bashir
- Beiträge: 115
- Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:42
Stund um Stund verging während Radeeh sich im Maristan befand und zusammen geflickt wurde. Auch auf sein Drängen hin und seine Ungeduld ging es nicht schneller und ein jeder durfte etwas von seinem Unmut, seiner Trauer und seines Zorns der in ihm brodelte verspüren.
Alles lies er über sich ergehen auch die mahnenden Worte von Tooru nur um rasch aus diesem Gebäude wieder entschwinden zu können.
Ein freund wurde ihm genommen mit dem er aufwuchs und selbst gab er sich zum Teil die Schuld daran.
Warum war er nicht gerüstet? Warum konnte er seinem Ordensbruder nicht beistehen?
Viele Fragen plagten ihn und liesen ihn wach bleiben, auch wenn er Bettruhe verordnet bekam bis zur Mittagsstunde machte er sich als alle schliefen auf und humpelte zum Tempel der Mara.
Dort verbrachte er dann die ganze Nacht und den ganzen Morgen im Gebet unter seinen Wachen zu deren Ausbilder er berufen wurde.
Niemand hätte ihn davon wohl abringen können so dickköpfig und stur wie er ist und keine der Wachen hätte es wohl auch gewagt.
Nur eines war gewiss er wird neda ruhen bis die Blutschuld beglichen ist und koste es auch sein eigenes Leben.
Dies schwor der stolze und zornige Hadcharim im Tempel der Mara.
Alles lies er über sich ergehen auch die mahnenden Worte von Tooru nur um rasch aus diesem Gebäude wieder entschwinden zu können.
Ein freund wurde ihm genommen mit dem er aufwuchs und selbst gab er sich zum Teil die Schuld daran.
Warum war er nicht gerüstet? Warum konnte er seinem Ordensbruder nicht beistehen?
Viele Fragen plagten ihn und liesen ihn wach bleiben, auch wenn er Bettruhe verordnet bekam bis zur Mittagsstunde machte er sich als alle schliefen auf und humpelte zum Tempel der Mara.
Dort verbrachte er dann die ganze Nacht und den ganzen Morgen im Gebet unter seinen Wachen zu deren Ausbilder er berufen wurde.
Niemand hätte ihn davon wohl abringen können so dickköpfig und stur wie er ist und keine der Wachen hätte es wohl auch gewagt.
Nur eines war gewiss er wird neda ruhen bis die Blutschuld beglichen ist und koste es auch sein eigenes Leben.
Dies schwor der stolze und zornige Hadcharim im Tempel der Mara.
Zuletzt geändert von Radeeh Bashir am Sonntag 22. Mai 2016, 09:53, insgesamt 1-mal geändert.
- Tahir Kemal Omar
- Beiträge: 898
- Registriert: Freitag 22. April 2016, 11:17
Als er das versiegelte Schriftstück seines Cousin gegen Mittag durch einen
Diener zugestellt bekommt, sitzt er gerade an seinem Schreibtisch in den
Kellergewölben des Palastes und studiert alte Schiften...
Doch bevor das Siegel mit einem kleinen silbernen Brieföffner gebrochen
wird studiert er den Umschlag ausgiebig, dreht und wendet ihn einige Male
und verfällt in gewohnter Manie, keineswegs in Eile... Das ungute Gefühl
was ihn in der Zwischenzeit heimsucht wird letztlich bestätigt als er das
Pergament aus dem Umschlag entnimmt. sorgfältig aufschlägt und seine
Augen Zeile für Zeile über das Geschriebene schweifen... Seine Stirn liegt
in Falten, die Augenbrauen schieben sich mit jeder Zeile näher aneinander
und sein Blick verfinstert sich zunehmend. Ungewohnt für Tahir, der doch
sonst so ein freundliches Gemüht inne hat und stets bei bester Laune ist...
Am Ende angekommen zerknüllt er das Schriftstück und wirft es achtlos
in irgendeine Ecke seiner Räumlichkeiten... Es folgt nur noch ein schweres
schnaufen als er sich von seinem Stuhl erhebt und die kleine Vase,
die auf seinem Schreibtisch residiert kurzerhand mit einem Fausthieb
zertrümmert...
-
Gast
»Ein Leben unter den Augen der All Mara ist zu Ende gegangen und hinterlässt Kummer und Verzweiflung.
Imraan Mukthaar, geboren im Blute der Omar fand am gestrigen Abend auf tragische Weise, viel zu früh seinen Tod, durch die Brut des Brudermörders.«
Imraan Mukthaar, geboren im Blute der Omar fand am gestrigen Abend auf tragische Weise, viel zu früh seinen Tod, durch die Brut des Brudermörders.«
Dinge wurden um so präsenter, um so öfter sie an einen Kopf getragen wurden. Ob es nun durch Worte geschieht, durch Pergamente, durch Ereignisse die auf das Ableben schließen, ist dabei vollkommen gleich. Schrecklich ist es jedoch, wenn Schritt für Schritt die Realität von einem Besitz ergreift, einem erklärt, dass es kein Traum sei und dann auf einen einschlägt, wie unzählige Massen Stein. Und dann steht man da, erschlagen, zerdrückt und theoretisch tot und wartet darauf, dass der Schmerz ein Ende findet. Das die Knochen wieder heilen, die Wunden sich schließen und das Blut aufhört zu fließen. Doch man leidet weiter, krümmt sich, liegt am Boden, zerteilt vom Leid und heißt die Realität willkommen und verabschiedet sich vom Traum.
Zurück bleibt die Sonne, die einem wie Regen vor kommt, das Lächeln, was einen wie Weinen erscheint, der Mocca, der nicht mehr schmeckt, das Essen das auch hätte schlecht sein können und die Luft, die sich jedes Mal anfühlte wie pures Gift, das einen verseuchte und zwang weiter zu leben, weiter zu atmen, weiter zu kämpfen. Die Rädchen drehten sich weiter, obwohl ganz offensichtlich eines fehlte, was das Triebwerk in Schach hielt. Dabei hätte die Realität alles in der Luft zerreißen müssen, denn das Leben wurde zu Gift und die Freude zur Qual.
-
Taisha Omar
So gleich und doch so verschieden. Als Zwillinge geboren waren sie eng miteinander verbunden, selbst Armaiti oder auch Aasim konnte nicht fühlen was sie fühlten. Jeder wusste was in dem anderen vorging und dennoch waren sie unterschiedlicher wie sie kaum sein konnten. Wie der Tag und die Nacht, wie Licht und Schatten jedoch auch wie ein Herz das zusammen schlug.
Genau deshalb hatte die bittere Nachricht nur das bestätigt was sie schon wusste. Sie hatte es gespürt, ohne das sie es genau benennen konnte. Es hatte ihr die Kehle zugeschnürt, die Luft zum atmen genommen und fühlte sich gleichzeitig an als würde sie dabei ertrinken. Erst vor kurzem hatte sie die Mara vor einer großen Prüfung gestellt, als die Akademie bis auf die Grundfesten zerstört war und in dem Moment war er da gewesen. Er war da gewesen, wie in so vielen Momenten ihres Lebens.
Als Armaiti starb, war er da.
Als sie davon hörte das Aasim ging, war er da.
Als sie zurück kehrte in den Schoß der Familie, war er da.
Als sie eine Liebe verloren glaubte, war er da.
Als die Akademie zerstört wurde, war er da.
Immer, als es ihr schlecht ging, war er da gewesen, doch war sie das auch jemals für ihn?
Hatte sie ihn so geliebt wie es ein Fadrim, ein Bruder, verdient hatte?
Sie war ihm immer dankbar gewesen, für viele kleine wie auch große Dinge, die er für sie getan hatte. Sie fühlte sich beschützt und geborgen wenn er da war. So oft hatte sie ihn geneckt und mit ihm gelacht, das sollte nun alles vorbei sein?
Ja, es war vorbei, von einem Moment auf den nächsten. So wie das Leben spielt. Es schenkte Glück, Freude und Liebe, doch genau so nahm es sie auch. Aus Glück wurde Unglück, aus Freude Leid und die Liebe wandelte sich zum Hass. All das hatte Taisha schon einmal durchlebt, doch das alles war nicht von Dauer. Liebe und Hass waren nur Gefühle, Leid und Freude waren nur Erscheinungen die jeder in einer anderen Perspektive erblicken konnte, Glück und Unglück waren nur eine Wahrnehmung, ein Bild was so klar wie unklar erschien. Das alles konnte sie sich nicht erlauben. Eine Omarstochter weint nicht, eine Omarstochter hüpft nicht vor Freude durch den Palast, ein Omarstochter birgt alle Tugenden in sich die von ihr erwartet werden.
Taisha hielt die Nachricht in ihren zittrigen Händen. Ihr Blick war leer und ausdruckslos.
In ihrem Inneren tobte ein gewaltiger Orkan der Gefühle, doch es geziemte sich nicht jenen auch nur im Ansatz zu offenbaren. Doch jetzt war sie allein. Allein mit sich selbst, allein mit ihren Gefühlen und überhaupt, ganz allein. Es war keiner da der sie sah, es war keiner da, den es kümmerte. Niemand.
Ihre Lippen öffneten sich und ihre Stimme klang zerbrechlich.
„für immer im Herzen, zurück bleibt der Schatz der Erinnerung, dhabir geliebter Fadrim.“
Genau deshalb hatte die bittere Nachricht nur das bestätigt was sie schon wusste. Sie hatte es gespürt, ohne das sie es genau benennen konnte. Es hatte ihr die Kehle zugeschnürt, die Luft zum atmen genommen und fühlte sich gleichzeitig an als würde sie dabei ertrinken. Erst vor kurzem hatte sie die Mara vor einer großen Prüfung gestellt, als die Akademie bis auf die Grundfesten zerstört war und in dem Moment war er da gewesen. Er war da gewesen, wie in so vielen Momenten ihres Lebens.
Als Armaiti starb, war er da.
Als sie davon hörte das Aasim ging, war er da.
Als sie zurück kehrte in den Schoß der Familie, war er da.
Als sie eine Liebe verloren glaubte, war er da.
Als die Akademie zerstört wurde, war er da.
Immer, als es ihr schlecht ging, war er da gewesen, doch war sie das auch jemals für ihn?
Hatte sie ihn so geliebt wie es ein Fadrim, ein Bruder, verdient hatte?
Sie war ihm immer dankbar gewesen, für viele kleine wie auch große Dinge, die er für sie getan hatte. Sie fühlte sich beschützt und geborgen wenn er da war. So oft hatte sie ihn geneckt und mit ihm gelacht, das sollte nun alles vorbei sein?
Ja, es war vorbei, von einem Moment auf den nächsten. So wie das Leben spielt. Es schenkte Glück, Freude und Liebe, doch genau so nahm es sie auch. Aus Glück wurde Unglück, aus Freude Leid und die Liebe wandelte sich zum Hass. All das hatte Taisha schon einmal durchlebt, doch das alles war nicht von Dauer. Liebe und Hass waren nur Gefühle, Leid und Freude waren nur Erscheinungen die jeder in einer anderen Perspektive erblicken konnte, Glück und Unglück waren nur eine Wahrnehmung, ein Bild was so klar wie unklar erschien. Das alles konnte sie sich nicht erlauben. Eine Omarstochter weint nicht, eine Omarstochter hüpft nicht vor Freude durch den Palast, ein Omarstochter birgt alle Tugenden in sich die von ihr erwartet werden.
Taisha hielt die Nachricht in ihren zittrigen Händen. Ihr Blick war leer und ausdruckslos.
In ihrem Inneren tobte ein gewaltiger Orkan der Gefühle, doch es geziemte sich nicht jenen auch nur im Ansatz zu offenbaren. Doch jetzt war sie allein. Allein mit sich selbst, allein mit ihren Gefühlen und überhaupt, ganz allein. Es war keiner da der sie sah, es war keiner da, den es kümmerte. Niemand.
Ihre Lippen öffneten sich und ihre Stimme klang zerbrechlich.
„für immer im Herzen, zurück bleibt der Schatz der Erinnerung, dhabir geliebter Fadrim.“
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Samija Tijen Azeezah
In dem Dickicht versteckt, harrte sie aus. Nah an Radeeh gepresst um auch kein Stück ihres Körpers frei zu geben. Die Worte der Pantherbrut entfernten sich wieder, da hauchte sie: „Wenn sie den Weg frei geben, können wir fliehen.“ Doch sie unterschätzte die spitzen Ohren der Letharen und so waren es ihre eigenen Hände die sich auf ihren Schleier pressten als sie hörte, dass die Schritte zurück kamen. Einer der Brut kürzte die Fahne gegenüber von ihrem Versteck. Jeder Schlag ließ sie zusammen zucken. Dann hörte sie die Klingen auch in ihrer Nähe nieder rasen. Sie bebte, zitterte.. die Hände auf den Schleier gepresst um nicht vor Angst zu japsen. So war sie auch still.. bis die vergiftete Klinge über ihren Oberarm streifte. Sie kippte rücklings zurück aus dem Versteck heraus. Ehe sie sich selbst versehen konnte, war sie auf ihren Beinen und versuchte sich in einer Flucht. Dabei hatte sie kaum die Zeit sich umzusehen wie viele der Schwarzen hier standen. Einem lief sie fast in die Arme ehe sie sich hinter einen der Schreinpfosten verbarg. Radeeh war nah hinter ihr, gab jedoch seine Deckung nicht auf als Samija einen Pfosten weiter stürmte. Er war weitsichtig genug um eventuelle Verfolger der Blüte aufzuhalten und so hatte er kurz darauf auch eine Schützin in seinem 'Schwitzkasten'. Samija versuchte derweil der Klinge eines Letharen auszuweichen um gen Treppe zu stolpern. Der Lethar kam ins straucheln in dem Schlamm des Schreinwassers, doch ebenso kam es Samija als die Treppe von weiteren Letharen bewacht wurde und sie.. Imraan sah.
Sein Bein war verletzt. Er stand einen der Schwarzen gegenüber. Wie erstarrt war sie. Was trieb er hier? Wieso kam er hier hoch? Er löste sich ein.. Er, gegen das Leben von Radeeh und ihr. Er erkannte wohl den Umstand, das sie entweder alle Drei starben oder einer. Doch wieso musste er es sein? Er schenkte ihr einen Blick.. und sie.. verstand. Langsam gingen sie die Treppen hinab, die sinnlose Drohung: „Wir finden euch wenn ihr Alarm schlagt.“ im Nacken. Kurz sah sie über ihre Schulter, Radeeh humpelte ihr nach den Bolzen im Oberschenkel steckend. Als er sich jenen abbrach, erkannte Samija das er ihr gerade nur eine Last war. Doch er sprach es aus: „Ich kann nicht so schnell laufen, beeil dich Samija. Yallah Yallah!“ Und sie rannte los. Die Alarmglocke am Nordtor war nicht erreichbar für sie – dumme Regelung das nur Mitglieder der Kaserne sie läuten konnten! So rannte sie durch die Wüste, schon nach wenigen Metern taten ihre Füße weh. Zum Glück war es Dämmerung und der Sand war nicht so heiß. Sie stolperte die Dünen hinauf nur um danach auf den Po diese hinab zu rutschten. Sein Blick.. Seine Augen.. in ihrem Sinn habend. „Wehe du stirbst, dann bringe ich dich um.“ zischte sie, ihren Oberarm – wo das Gift sich ausbreitete – spürte sie schon nicht mehr. Doch sie ignorierte den Schmerz, hauptsache ihre Beine taten noch ihren Dienst. Und so erreichte sie das Hauslosenviertel. Die Füße, geschunden und trocken vom Wüstensand, platzten auf als sie über die gepflasterte Straße nach Menek'Ur raste. Auch hier konnte sie die verdammte Alarmglocke nicht läuten – für was war sie bitte gut? Und so raste sie zu dem einzigen Ort der ihr noch einfiel: Khalida. Tooru. Die Yazir! Und dort klopfte sie Sturm. Suraya war gerade im Garten Lamas hüten. Als die Tür aufging, konnte sie nur stockend berichten was geschehen war. Sie bemühte sich ihnen noch eine Anzahl und Profession am Aussehen der Waffen und Rüstungen mitzugeben, doch sie konnte sich in der Eile nur wage erinnern. Suraya schickte sie ins Haus und gab an, die nachkommenden Wachen zu leiten. Dann schloss sich die Yazirtür und sie war alleine.. stille. Erst jetzt bemerkte sie, wie ihre halbe Seite taub wurde. Sie erhob sich.. steuerte die Treppe hinauf und ließ sich bei den Yazirblüten in die Felle nieder. Plötzlich war sie so müde.. und ehe sie das Gift ihr Bewusstsein kostete dachte sie an: Seine blauen Augen.
Wabbernde Schatten breiteten sich über den Sand aus. Feuer fiel vom Himmel. Er hatte den Rücken zu ihr zugedreht. Den Säbel fest gegriffen. Sie rannte auf ihn zu, streckte die Hand aus. Doch bevor sie ihn erreichte, bohrte sich ein Schwert durch seinen Rücken hervor. Ein Schrei verhallte im Leeren. Als er fiel, waren seine Züge die ihres geliebten, gestorbenen Vaters, dann ihres Fadrim.. als er den Boden erreichte wandelten sie sich zu jenen von Saajid - als er einst in Flammen stand.. und dann wurden sie zu Imraans.. die schönen blauen Augen geweitet wich das Leben aus ihnen. Erneut hallte ein Schrei durch das Nichts. Sie zerrte an ihren Beinen, wollte näher zu ihm. Ihm den Weg zurück zeigen. Ihm sagen, dass mehr gab. Ihm zeigen, dass sie gemeinsam alles bekämpften konnten. Doch dann versank er im Boden und die Dunkelheit breitete sich aus.
Als sie unter Krämpfen erwachte, erkannte sie Tooru. Sie brachte sie wohl ins Maristan. Bei jedem Krampf übergab sie sich. Schon bald hatte sie nichts mehr im Körper an dem sie zehren konnte. Das alles blieb jedoch im Schatten ihres Kampfes verborgen. Weder erinnerte sie sich an Worte die sie sprach, noch jene die sie erhielt. Doch lange blieb sie selbst in diesen Zustand nicht. Sie verlor das Bewusstsein. Erneut war sie in dem Kampf zurück gesunken. Und dieses mal, kostete er ihr fast ihr Leben..
Sie sah nichts mehr außer Schwarz. Ihre Hände zitterten. Ihre Tränen formten ein Meer. Am Horizont erschien eine Sonne. Langsam Schritt sie über ihre Tränen hinweg, näher zum Licht. Gerade als sie vorüber gehen wollte, hörte sie eine Stimme. „Du wirst sehen, schon bald wirst du wieder tanzen und singen.“, hallte es in dem Meer wieder. Der schwarze Blick heftete sich auf ihre nackten Füße und sie hörte auf zu gehen. Das Licht verschluckte sie fast. Zog Schemen um ihre Figur.
"Sie werden es büßen Samija, kämpfe damit sie neda ihren Willen bekommen.“ Da erkannte sie seine Stimme und drehte den Kopf zurück. Wollte ihn ansehen, ihm zulächeln und versichern das sie doch immer da sei. Doch hinter ihr breitete sich die Dunkelheit aus, zerbrach das tückische Bild des friedvollen Übergehens und drohte sie in das Licht zu stoßen. „Er kommt! Der Tod!“, schrie sie für alle an ihrem Bett, doch in ihrem Traum blieb sie still. Sie sank auf ihre Knie nieder um den Schatten auszuweichen, das Wasser geformt aus Tränen schluckte sie mit einem mal auf und sie fiel. Die eigenen Haare peitschten um ihre Sicht. Es wurde eiskalt. Krallen griffen aus dem Schatten nach ihr.. erneut sah sie seine Augen. Sie konnte jetzt nicht aufgeben.
Als sie erwachte, konnte sie nur Schemen wahrnehmen. Ihr Hals war staubtrocken. Die Glieder wollten nicht ganz so wie sie wollte. Als erstes erkannte sie das schlafende Gesicht von Tooru. Wusste sie eigentlich wie hübsch sie war? Die Mara segnete sie mit dem ersten Anblick: Ihre teure Freundin. Dann kam die Gehilfin des Maristans herein. Sie deutete an, leise zu sein um Tooru schlafen zu lassen. Jeder wusste im Maristan wohl um ihre langen Nächte. Sie wurde aus Handtüchern ausgewickelt, sie wohl für die Kühlung des Fiebers bestimmt waren. Dann zog man ihr ihre alte Kleidung über.. gab ihr ein Glas Wasser, das Essen konnte sie nicht sehen. Erst am Mittag war sie fähig wieder Worte zu sprechen. Ihr Körper war ausgemerkelt, völlig geschwächt von dem Kampf der letzten Stunden. Umso mehr freute es sie, als sie Rami erblickte. Doch er brachte die Erkenntnis, die sie eigentlich schon spürte: Imraan war verstorben. Cihan kam dazu und dann wurden sie von Raniya abgelöst. Sie war gesegnet. Denn wie sie mitbekam, war auch Tamika, Noelani, Najeras und Radeeh an ihrem Bett gewesen. Sie lauschte den Worten der Anwesenden, bemühte sich um Wörter – die aber nur leise über ihre Lippen kamen. Und als es dann leer um sie wurde, kamen die Gedanken.
Imraan.
Sie senkte den Kopf auf dem Bett ab und schloss ihre Augen, in der Hoffnung die Dunkelheit schenkte ihr das Vergessen. Das Verbergen ihrer Trauer.
„Ein Herz erhält man nicht geschenkt, man verdient es sich.“
Da musste sie lächeln, erinnerte sich an seinen Arm der sie tröstete. An seinen Kuss auf ihr verschleiertes Haupt.
Imraan.
All die teuren Gespräche. Das Lächeln. Das Lachen. Wer sollte sie nun necken und gleichsam wieder aufrichten? War jene aufkeimende Lücke jemals wieder zu füllen? Auch wenn man sich nicht immer täglich sah, war er stets da. Die Sicherheit seiner Worte, seiner Schulter, seiner Zuversicht.. Leere breitete sich nun dort aus. An Erinnerungen konnte man sich halten. Doch sie schenken keine Erneuerung. Sie bleiben kalt in ihrem Sein. Noch so viele Momente hätten sie gemeinsam gehabt... so viel Lachen und so viel Kuchen.
Doch nun.. blieb ihnen all das Verborgen. Ihre Trauer fand keinen Ausdruck, kein Wort. Die Erkenntnis des Verlust traf sie so tief, dass sie selbst keine Kraft für Tränen hatte.
Imraan, wir sehen uns als Lichter der Mara wieder.
Sein Bein war verletzt. Er stand einen der Schwarzen gegenüber. Wie erstarrt war sie. Was trieb er hier? Wieso kam er hier hoch? Er löste sich ein.. Er, gegen das Leben von Radeeh und ihr. Er erkannte wohl den Umstand, das sie entweder alle Drei starben oder einer. Doch wieso musste er es sein? Er schenkte ihr einen Blick.. und sie.. verstand. Langsam gingen sie die Treppen hinab, die sinnlose Drohung: „Wir finden euch wenn ihr Alarm schlagt.“ im Nacken. Kurz sah sie über ihre Schulter, Radeeh humpelte ihr nach den Bolzen im Oberschenkel steckend. Als er sich jenen abbrach, erkannte Samija das er ihr gerade nur eine Last war. Doch er sprach es aus: „Ich kann nicht so schnell laufen, beeil dich Samija. Yallah Yallah!“ Und sie rannte los. Die Alarmglocke am Nordtor war nicht erreichbar für sie – dumme Regelung das nur Mitglieder der Kaserne sie läuten konnten! So rannte sie durch die Wüste, schon nach wenigen Metern taten ihre Füße weh. Zum Glück war es Dämmerung und der Sand war nicht so heiß. Sie stolperte die Dünen hinauf nur um danach auf den Po diese hinab zu rutschten. Sein Blick.. Seine Augen.. in ihrem Sinn habend. „Wehe du stirbst, dann bringe ich dich um.“ zischte sie, ihren Oberarm – wo das Gift sich ausbreitete – spürte sie schon nicht mehr. Doch sie ignorierte den Schmerz, hauptsache ihre Beine taten noch ihren Dienst. Und so erreichte sie das Hauslosenviertel. Die Füße, geschunden und trocken vom Wüstensand, platzten auf als sie über die gepflasterte Straße nach Menek'Ur raste. Auch hier konnte sie die verdammte Alarmglocke nicht läuten – für was war sie bitte gut? Und so raste sie zu dem einzigen Ort der ihr noch einfiel: Khalida. Tooru. Die Yazir! Und dort klopfte sie Sturm. Suraya war gerade im Garten Lamas hüten. Als die Tür aufging, konnte sie nur stockend berichten was geschehen war. Sie bemühte sich ihnen noch eine Anzahl und Profession am Aussehen der Waffen und Rüstungen mitzugeben, doch sie konnte sich in der Eile nur wage erinnern. Suraya schickte sie ins Haus und gab an, die nachkommenden Wachen zu leiten. Dann schloss sich die Yazirtür und sie war alleine.. stille. Erst jetzt bemerkte sie, wie ihre halbe Seite taub wurde. Sie erhob sich.. steuerte die Treppe hinauf und ließ sich bei den Yazirblüten in die Felle nieder. Plötzlich war sie so müde.. und ehe sie das Gift ihr Bewusstsein kostete dachte sie an: Seine blauen Augen.
Wabbernde Schatten breiteten sich über den Sand aus. Feuer fiel vom Himmel. Er hatte den Rücken zu ihr zugedreht. Den Säbel fest gegriffen. Sie rannte auf ihn zu, streckte die Hand aus. Doch bevor sie ihn erreichte, bohrte sich ein Schwert durch seinen Rücken hervor. Ein Schrei verhallte im Leeren. Als er fiel, waren seine Züge die ihres geliebten, gestorbenen Vaters, dann ihres Fadrim.. als er den Boden erreichte wandelten sie sich zu jenen von Saajid - als er einst in Flammen stand.. und dann wurden sie zu Imraans.. die schönen blauen Augen geweitet wich das Leben aus ihnen. Erneut hallte ein Schrei durch das Nichts. Sie zerrte an ihren Beinen, wollte näher zu ihm. Ihm den Weg zurück zeigen. Ihm sagen, dass mehr gab. Ihm zeigen, dass sie gemeinsam alles bekämpften konnten. Doch dann versank er im Boden und die Dunkelheit breitete sich aus.
Als sie unter Krämpfen erwachte, erkannte sie Tooru. Sie brachte sie wohl ins Maristan. Bei jedem Krampf übergab sie sich. Schon bald hatte sie nichts mehr im Körper an dem sie zehren konnte. Das alles blieb jedoch im Schatten ihres Kampfes verborgen. Weder erinnerte sie sich an Worte die sie sprach, noch jene die sie erhielt. Doch lange blieb sie selbst in diesen Zustand nicht. Sie verlor das Bewusstsein. Erneut war sie in dem Kampf zurück gesunken. Und dieses mal, kostete er ihr fast ihr Leben..
Sie sah nichts mehr außer Schwarz. Ihre Hände zitterten. Ihre Tränen formten ein Meer. Am Horizont erschien eine Sonne. Langsam Schritt sie über ihre Tränen hinweg, näher zum Licht. Gerade als sie vorüber gehen wollte, hörte sie eine Stimme. „Du wirst sehen, schon bald wirst du wieder tanzen und singen.“, hallte es in dem Meer wieder. Der schwarze Blick heftete sich auf ihre nackten Füße und sie hörte auf zu gehen. Das Licht verschluckte sie fast. Zog Schemen um ihre Figur.
[img]http://fs5.directupload.net/images/160523/96mxugve.jpg[/img]
"Sie werden es büßen Samija, kämpfe damit sie neda ihren Willen bekommen.“ Da erkannte sie seine Stimme und drehte den Kopf zurück. Wollte ihn ansehen, ihm zulächeln und versichern das sie doch immer da sei. Doch hinter ihr breitete sich die Dunkelheit aus, zerbrach das tückische Bild des friedvollen Übergehens und drohte sie in das Licht zu stoßen. „Er kommt! Der Tod!“, schrie sie für alle an ihrem Bett, doch in ihrem Traum blieb sie still. Sie sank auf ihre Knie nieder um den Schatten auszuweichen, das Wasser geformt aus Tränen schluckte sie mit einem mal auf und sie fiel. Die eigenen Haare peitschten um ihre Sicht. Es wurde eiskalt. Krallen griffen aus dem Schatten nach ihr.. erneut sah sie seine Augen. Sie konnte jetzt nicht aufgeben.
Als sie erwachte, konnte sie nur Schemen wahrnehmen. Ihr Hals war staubtrocken. Die Glieder wollten nicht ganz so wie sie wollte. Als erstes erkannte sie das schlafende Gesicht von Tooru. Wusste sie eigentlich wie hübsch sie war? Die Mara segnete sie mit dem ersten Anblick: Ihre teure Freundin. Dann kam die Gehilfin des Maristans herein. Sie deutete an, leise zu sein um Tooru schlafen zu lassen. Jeder wusste im Maristan wohl um ihre langen Nächte. Sie wurde aus Handtüchern ausgewickelt, sie wohl für die Kühlung des Fiebers bestimmt waren. Dann zog man ihr ihre alte Kleidung über.. gab ihr ein Glas Wasser, das Essen konnte sie nicht sehen. Erst am Mittag war sie fähig wieder Worte zu sprechen. Ihr Körper war ausgemerkelt, völlig geschwächt von dem Kampf der letzten Stunden. Umso mehr freute es sie, als sie Rami erblickte. Doch er brachte die Erkenntnis, die sie eigentlich schon spürte: Imraan war verstorben. Cihan kam dazu und dann wurden sie von Raniya abgelöst. Sie war gesegnet. Denn wie sie mitbekam, war auch Tamika, Noelani, Najeras und Radeeh an ihrem Bett gewesen. Sie lauschte den Worten der Anwesenden, bemühte sich um Wörter – die aber nur leise über ihre Lippen kamen. Und als es dann leer um sie wurde, kamen die Gedanken.
Imraan.
Sie senkte den Kopf auf dem Bett ab und schloss ihre Augen, in der Hoffnung die Dunkelheit schenkte ihr das Vergessen. Das Verbergen ihrer Trauer.
„Ein Herz erhält man nicht geschenkt, man verdient es sich.“
Da musste sie lächeln, erinnerte sich an seinen Arm der sie tröstete. An seinen Kuss auf ihr verschleiertes Haupt.
Imraan.
All die teuren Gespräche. Das Lächeln. Das Lachen. Wer sollte sie nun necken und gleichsam wieder aufrichten? War jene aufkeimende Lücke jemals wieder zu füllen? Auch wenn man sich nicht immer täglich sah, war er stets da. Die Sicherheit seiner Worte, seiner Schulter, seiner Zuversicht.. Leere breitete sich nun dort aus. An Erinnerungen konnte man sich halten. Doch sie schenken keine Erneuerung. Sie bleiben kalt in ihrem Sein. Noch so viele Momente hätten sie gemeinsam gehabt... so viel Lachen und so viel Kuchen.
Doch nun.. blieb ihnen all das Verborgen. Ihre Trauer fand keinen Ausdruck, kein Wort. Die Erkenntnis des Verlust traf sie so tief, dass sie selbst keine Kraft für Tränen hatte.
Imraan, wir sehen uns als Lichter der Mara wieder.
Zuletzt geändert von Samija Tijen Azeezah am Montag 23. Mai 2016, 20:34, insgesamt 1-mal geändert.
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Gast
Sahid Ibrahim Yazir
Dhabir, dass ihr alle gekommen seid. Ich lernte Imraan kennen als er Sajneen war. Ich kannte ihn als Kalifen, als Emir, als Maleem und als Bruder im Hadcharimorden. Ich kannte ihn als Waffenbruder Seite an Seite in der Schlacht und als Zellengenosse in rahalischer Gefangenschaft. Wir haben zusammen alles erlebt, was Freunde erleben können. Die höchsten Höhen und die tiefsten Tiefen.
Viele Lieder werden noch über ihn geschrieben und die meisten werden ziemlich übertreiben was meinen Freund angeht. Ich will deshalb sagen, welche Charaktereigenschaft die war, die mich am meisten an ihm beeindruckte: Er war der Emir, der den tiefgreifenden Waffenstillstand mit dem Reich Rahals beschloss. Er tat dies neda um geliebt zu werden. Aiwa, er verstieß sogar gegen viele seiner eigenen Prinzipien dabei und kein Tag verging, an dem er neda deswegen mit sich haderte, doch er tat es, weil er seinem Herzen folgen musste und er traf den Entschluss dies zu tun um sein Volk vor Schaden zu bewahren. Und mehr noch. Als die Entscheidung sich zunehmend als falsch erwies war er ein Mann der sie korrigieren konnte, erhobenen Hauptes. Diese Art Mann war Imraan. Er traf keine Entscheidung leichtfertig, keine Entscheidungenen alleine. Und er sah sich selbst nie als unfehlbar und deshalb sind wir alle ihm immer gefolgt. Wir sind ihm gefolgt bis zu diesen Stufen.
Und ich freue mich auf den Tag, an dem ich dir zu den Ahnen folgen darf, alter Freund. Und ich bete jeden Tag, dass mein Tod so ehrenvoll sein wird wie der deine.
Saajid Tamam Azeezah
Die Mara nimmt es, die Mara gibt es, Abeer Eluiv' Der Maleem wusste mich einst zu entschuldigen... die Weisen des Landes würden gerne zu viel sprechen... heute soll dies neda nötig sein. Ich möchte für einen Mann sprechen, der mich viele Jahre führte. Der mir und der meinen Familie in ihren schwersten Stunden mit bestem Rat und einem kühlen Kopf zur Seite stand, obgleich es neda seine Pflicht gewesen wäre.
Wenn ein Menekaner geht, so verabschiede ich ihn meist in einem stillen gebet, um mich nur auf die guten Erinnerungen zu besinnen. Und wenn ein Kind des Eluive geküssten Hauses eben diesen Weg wählt, dann weint mein Herz um den großen Verlust für unser Volk.
Doch wenn dieser, mein Maleem, mein Freund nun seinen rechten Platz im Reich der Mara einnimmt, dann geht neda nur ein großer Teil der menekanischen Geschichte, dann geht für mich das, was ein Menekaner an Tugend und Beispiel ist. Mit dem Feuer im Herzen und der Klugheit im Kopf Dann geht, wofür ich stehen möchte. Von dem was unser Leben unter der Sonne bedeutet, bis zu allem, was wir verkörpern wollen. Sein Tod trifft uns im Herzen die Absicht um den Angriff wird nicht offensichtlicher sein können, doch genau aus diesem Grund, will ich ab dem heutigen Tage sein Wirken und sein Sein in Gedenken und meiner persönlichen Pflicht halten. Heute sind wir alle Brüder und Schwestern... um fortzusetzen wofür er lebte.
Und wenn ich eines bereue auf meinem Weg, dann nicht in deinen letzten Stunden bei dir gewesen zu sein, mein Freund.
Tahir Kamel Omar
Ein weiser Mann sagte einst:
Schweigen ist ein großeses Talent und nächst dem Sprechen auch das Nützlichste. Daher möchte ich neda viele Worte verlieren und
lediglich einen kurzen Vers zitieren.
Wo Worte fehlen, das Unbeschreibliche zu beschreiben,
wo die Augen versagen, das Unabwendbare zu sehen,
wo die Hände das Unbegreifliche nicht fassen können,
bleibt einzig die Gewissheit, dass Du Imraan für
immer in in unseren Herzen weiterleben wirst.
Denn das Leben ist nur der Weg, auf dem wir wandeln.
Das Ziel liegt darin, die Erinnerung in den Herzen derer
die wir liebten weiterleben zu lassen. Das macht uns,
das macht dich unsterblich mein lieber Cousin.
Mögest Du deine letzte Ruhe im Schoße der Mara und unseren
Vorfahren finden.
Abeer Eluive' - Imraan Mukthaar Omar
Noelani Banu Omar
Als ich an diese Trauerrede dachte, habe ich kurzzeitig überlegt, ob sie mir meinen Weg erleichtern würde und ob ich dadurch am kommenden Abend besser schlafen könnte oder mein Herz weniger schmerzen würde. Doch nach einigen Überlegungen stellte ich fest, das die Trauerreden nichts für die Personen sind, die sie halten, sondern für die Personen, die sie hören.
Es ist am heutigen Tage kein Abschied an Imraan Mukthaar Omar, denn irgendwann werden wir ihn, an der Seite der heiligen Mutter, alle bald wieder sehen. Der eine früher, der andere später – jedoch ist es unangefochten, dass wir einst wieder an seiner Seite stehen werden, so wie er einst an der Seite von jedem von uns stand. Er würde nicht wollen, dass wir um ihn weinen, er würde wollen, dass wir für ihn leben und uns all dem stellen, wozu er selbst nun nicht mehr in der Lage ist. Denn ist es er, der nun über uns wacht, aus anderen Positionen. Wir können ihn nicht mehr sprechen, aber seine Liebe zu seinem Volk, seiner Familie und seinem Land wird wie der Wind sein: Wir können sie fühlen.
Und wenn morgen die Sonne wieder aufgeht, werden wir aufstehen und weiter leben, weiter atmen und durch unsere Erinnerungen diesen Mann, der so viel Liebe für uns alle hatte, am Leben erhalten, bis wir ihn wieder in unsere Arme schließen können und ihn von unseren Stunden berichten, an denen er nicht teilnehmen konnte.
Wir sagen ihm heute nicht Lebewohl. Wir sagen:
Bis bald, Imraan, auf dass unsere Liebe über den Tod hinaus beständig sein wird, wie der Wind und das Wasser in jeder Quelle.
Dhabir, dass ihr alle gekommen seid. Ich lernte Imraan kennen als er Sajneen war. Ich kannte ihn als Kalifen, als Emir, als Maleem und als Bruder im Hadcharimorden. Ich kannte ihn als Waffenbruder Seite an Seite in der Schlacht und als Zellengenosse in rahalischer Gefangenschaft. Wir haben zusammen alles erlebt, was Freunde erleben können. Die höchsten Höhen und die tiefsten Tiefen.
Viele Lieder werden noch über ihn geschrieben und die meisten werden ziemlich übertreiben was meinen Freund angeht. Ich will deshalb sagen, welche Charaktereigenschaft die war, die mich am meisten an ihm beeindruckte: Er war der Emir, der den tiefgreifenden Waffenstillstand mit dem Reich Rahals beschloss. Er tat dies neda um geliebt zu werden. Aiwa, er verstieß sogar gegen viele seiner eigenen Prinzipien dabei und kein Tag verging, an dem er neda deswegen mit sich haderte, doch er tat es, weil er seinem Herzen folgen musste und er traf den Entschluss dies zu tun um sein Volk vor Schaden zu bewahren. Und mehr noch. Als die Entscheidung sich zunehmend als falsch erwies war er ein Mann der sie korrigieren konnte, erhobenen Hauptes. Diese Art Mann war Imraan. Er traf keine Entscheidung leichtfertig, keine Entscheidungenen alleine. Und er sah sich selbst nie als unfehlbar und deshalb sind wir alle ihm immer gefolgt. Wir sind ihm gefolgt bis zu diesen Stufen.
Und ich freue mich auf den Tag, an dem ich dir zu den Ahnen folgen darf, alter Freund. Und ich bete jeden Tag, dass mein Tod so ehrenvoll sein wird wie der deine.
Saajid Tamam Azeezah
Die Mara nimmt es, die Mara gibt es, Abeer Eluiv' Der Maleem wusste mich einst zu entschuldigen... die Weisen des Landes würden gerne zu viel sprechen... heute soll dies neda nötig sein. Ich möchte für einen Mann sprechen, der mich viele Jahre führte. Der mir und der meinen Familie in ihren schwersten Stunden mit bestem Rat und einem kühlen Kopf zur Seite stand, obgleich es neda seine Pflicht gewesen wäre.
Wenn ein Menekaner geht, so verabschiede ich ihn meist in einem stillen gebet, um mich nur auf die guten Erinnerungen zu besinnen. Und wenn ein Kind des Eluive geküssten Hauses eben diesen Weg wählt, dann weint mein Herz um den großen Verlust für unser Volk.
Doch wenn dieser, mein Maleem, mein Freund nun seinen rechten Platz im Reich der Mara einnimmt, dann geht neda nur ein großer Teil der menekanischen Geschichte, dann geht für mich das, was ein Menekaner an Tugend und Beispiel ist. Mit dem Feuer im Herzen und der Klugheit im Kopf Dann geht, wofür ich stehen möchte. Von dem was unser Leben unter der Sonne bedeutet, bis zu allem, was wir verkörpern wollen. Sein Tod trifft uns im Herzen die Absicht um den Angriff wird nicht offensichtlicher sein können, doch genau aus diesem Grund, will ich ab dem heutigen Tage sein Wirken und sein Sein in Gedenken und meiner persönlichen Pflicht halten. Heute sind wir alle Brüder und Schwestern... um fortzusetzen wofür er lebte.
Und wenn ich eines bereue auf meinem Weg, dann nicht in deinen letzten Stunden bei dir gewesen zu sein, mein Freund.
Tahir Kamel Omar
Ein weiser Mann sagte einst:
Schweigen ist ein großeses Talent und nächst dem Sprechen auch das Nützlichste. Daher möchte ich neda viele Worte verlieren und
lediglich einen kurzen Vers zitieren.
Wo Worte fehlen, das Unbeschreibliche zu beschreiben,
wo die Augen versagen, das Unabwendbare zu sehen,
wo die Hände das Unbegreifliche nicht fassen können,
bleibt einzig die Gewissheit, dass Du Imraan für
immer in in unseren Herzen weiterleben wirst.
Denn das Leben ist nur der Weg, auf dem wir wandeln.
Das Ziel liegt darin, die Erinnerung in den Herzen derer
die wir liebten weiterleben zu lassen. Das macht uns,
das macht dich unsterblich mein lieber Cousin.
Mögest Du deine letzte Ruhe im Schoße der Mara und unseren
Vorfahren finden.
Abeer Eluive' - Imraan Mukthaar Omar
Noelani Banu Omar
Als ich an diese Trauerrede dachte, habe ich kurzzeitig überlegt, ob sie mir meinen Weg erleichtern würde und ob ich dadurch am kommenden Abend besser schlafen könnte oder mein Herz weniger schmerzen würde. Doch nach einigen Überlegungen stellte ich fest, das die Trauerreden nichts für die Personen sind, die sie halten, sondern für die Personen, die sie hören.
Es ist am heutigen Tage kein Abschied an Imraan Mukthaar Omar, denn irgendwann werden wir ihn, an der Seite der heiligen Mutter, alle bald wieder sehen. Der eine früher, der andere später – jedoch ist es unangefochten, dass wir einst wieder an seiner Seite stehen werden, so wie er einst an der Seite von jedem von uns stand. Er würde nicht wollen, dass wir um ihn weinen, er würde wollen, dass wir für ihn leben und uns all dem stellen, wozu er selbst nun nicht mehr in der Lage ist. Denn ist es er, der nun über uns wacht, aus anderen Positionen. Wir können ihn nicht mehr sprechen, aber seine Liebe zu seinem Volk, seiner Familie und seinem Land wird wie der Wind sein: Wir können sie fühlen.
Und wenn morgen die Sonne wieder aufgeht, werden wir aufstehen und weiter leben, weiter atmen und durch unsere Erinnerungen diesen Mann, der so viel Liebe für uns alle hatte, am Leben erhalten, bis wir ihn wieder in unsere Arme schließen können und ihn von unseren Stunden berichten, an denen er nicht teilnehmen konnte.
Wir sagen ihm heute nicht Lebewohl. Wir sagen:
Bis bald, Imraan, auf dass unsere Liebe über den Tod hinaus beständig sein wird, wie der Wind und das Wasser in jeder Quelle.