Geschenk an zwei Bären

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Ryana

Geschenk an zwei Bären

Beitrag von Ryana »

Kurz zuckte die junge Frau zusammen, als sich, nur wenige Meter vor ihr, der Grizzly zu seiner vollen Größe aufrichtete und laut losbrüllte. Aber der Schreckmoment war ebenso schnell verflogen, wie er gekommen war. Mit einem Lächeln auf den Lippen lenkte sie ihren Blick über die Schulter um zu beobachten wie das zweite Tier den Weg an ihr vorbei zu seinem Artgenossen fand. Etwas kleiner, aber nicht weniger stolz und eindrucksvoll anzusehen. Als sie sich spielerisch gegenseitig Prankenhiebe austeilten, wich sie etwas zurück. Von solch gewaltigen Bären wollte man nicht angerempelt werden, ob unbeabsichtigt oder nicht. Sie erhaschte einen letzten Blick in die dunklen Augen ihrer Gegenüber, bevor diese sich abwandten und ihren Weg in die neu gewonnene Freiheit antraten. Einen Augenblick sah sie ihnen nach, dann nahm sie ihre Axt, und zog sich von diesem Ort zurück.

Nicht lange zuvor hatte sie die Bären entdeckt, eingepfercht in einem Gefängnis aus Holz, kaum Platz sich mehr als zwei Schritte zu bewegen. Der Anblick hatte geschmerzt und so war der Entschluss schnell gefasst die Mauern aus Holz mit einer Axt zu durchbrechen, um ihnen die gestohlene Freiheit zurückzugeben. Menschen konnten grausam sein, oft nur bedacht auf den eigenen Nutzen, ohne einen Gedanken oder auch nur ein Gefühl daran zu verschwenden, was sie anderen damit antaten. Wer einem Tier so etwas antat sollte selbst einmal in ein enges Loch gesperrt werden. Vielleicht würde er dann begreifen was Freiheit im Ansatz bedeutete.
Rukus

Beitrag von Rukus »

Es ward schon nach der Mittagsstund, als Rukus sich gerade um die Beiden Bärenbrüder Igor und Arjona kümmern wollte.
Als er jedoch das Gatter öffnete traf ihn fast der Schlag und augenblicklich sank er auf die Knie.
Ein riesiges Loch im Zaun - die Bärenbrüder.. weg. Er brauchte einen Moment um sich zu fassen und setzte sich selbst in die Ecke des Stalls und dachte nach.
Sehr lange ist es her, da traf er bei seinen Streifzügen im Wald zwei junge Bären tollen. Von einer nicht zu verleugnenden neugier gepackt schlich er sich vorsichtig näher um sie zu beäugen. Kräftige Kreaturen waren es, obwohl sie noch so jung und unschuldig waren. Immer wieder warf Rukus nervöse Blicke in den Wald, denn er wusste genau, die Eltern konnten nicht weit sein. Nach einiger Zeit des Studiums der Tiere wandte er sich wieder ab, weiter durch die tiefen der Wälder streifend.
Es war drei Tage später, da fand er die Stelle im Wald durch zufall wieder. Und siehe da, die beiden Brüder tollten noch immer am selben Flecken. Doch sahen sie weitaus abgemagerter als vorher. Auch wirkten sie nichtmehr so kräftig, wie Rukus sie noch in Erinnerung hatte. Bedrückt über die Situation, die er vorwandt ritt er traurig gen der Heimat.
Es musste etwas getan werden! Nach einer Nacht schlechtem Schlaf raffte er sich früh auf und packte einen rucksack zusammen: Ein Bärenfell - Sieht ganz schön zerrupft aus, aber wird es tun, Fleisch - Jede menge Fleisch! Die beiden sind gewiss hungrig, und eine kleine Armbrust - man kann nie wissen. In der Morgendämmerung machte er sich auf in die Wälder und nach kurzer Zeit schon fand er die Stelle an der die beiden Bärenjungen ruhig ineinandergelümmelt an einem baumstumpf lagen. Ein friedlicher Anblick. Sogleich setzte er die Maske mit den Fellschlappen über und schreitet vorsichtig in Richtung der beiden jungen. Doch schon als er sich ihnen auf 20 Schritt näherte hebt einer der Bären seinen Kopf und schaut Rukus nun über den Rücken verrenkt an. Gebannt blieb Rukus stehen und schon instinktiv griff seine Hand langsam zum Rucksack. Den Rucksack abzunehmen traute er sich nicht, doch verriet ihm den Wind im Rücken, dass die beiden Bärenjungen das frische Fleisch im selbigen schon lange geschnuppert haben müssen. Mit einer schwachen Bewegung dreht der Zweite nun seinen Kopf in Richtung Rukus welche ihn umso mehr erstarren lassen. Eine ganze Weile verharren die Dreie so im Wald, bis der wohl etwas kräftige der beiden Bären ein immer lauter werdenes Brummen von sich gibt, welches jedoch bald wie ein schlucken verstummt.
Rukus wusste genau, was ihm der junge Bär mitteilen wollte und ruhig nahm er den Rucksack vom Rücken welcher sogleich von vier Bärenaugen fixiert ihre volle aufmerksamkeit erlangte. Ruhig stellte er den Rucksack vor sich auf den Boden und öffnete seine Lasche.
Gegen die Versuchung des Geruchs konnten die ausgehungerten Tiere nicht widerstehen. Der schwächere der Beiden wollte sich wohl zuerst in Richtung des duftenden Rucksackes stürzen, doch sein Bruder war schneller und klaubte sich über ihn hinweg sich über das Fressen hermachend. Ein paar Schritte rückwärts an einem Baun gelehnt beobachtete Rukus die beiden und als die Bären den Schmaus in kurzer Zeit komplett vertilgt hatten, trotten sie wieder zu ihrem Baumstumpf um sich erschöpft von dem Fressen und des Hungers, beschäftigt mit der Verdauung hinzupacken.
Es war noch früh am Tage dachte sich Rukus.. Die Nacht war unruhig, dachte er sich. So setzte auch er sich an den Baum an dem er lehnte und schloß die augen für eine Weile, nicht merkend, dass er selber einen wohligen Schlaf nachholte, welchen er die letzten Tage misste.
Als er wieder zusich kam öffnete er ruckartig die Augen und schaute gen des Baumstumpfes an dem die Bären lagen. 'Sie sind weg', erschrack er sofort und hebt sich muehsam auf die beine, des Bärenfells nichtmehr gewahr. Schon nach kurzer Zeit fand er sie jedoch in der Nähe auf einer Lichtung tollen. 'Es hat ihnen wahrlich gut getan' Sagte Rukus zu sich selbst und näherte sich wieder vorsichtig den Tieren, welche sich gerade wild keilten. Als sie Rukus bemerkten, ignorierten sie ihn erst für eine kurze Weile, vergnügt mit ihren Tollen Spiel. Doch schon bald wuchs ihre Neugier und sie kamen Rukus beschnuppern 'ob er wohl nochmehr leckre Sachen bei sich hat?' Die bettelnden Blicke der ihn immer naeher umkreisenden, voll allen seiten beäugenden Bären brach sein Herz und so hielt er aus einen der Bären am Kopf zu kraulen, welcher jedoch sogleich scheu wegzuckte, die Neugier jedoch nicht von ihm lassend. Nach einer ganzen Weile des beschnupperns - Rukus kam es wie eine Ewigkeit vor - stellten sich die beiden Tiere neben ihn und versuchten ihn in eine Richtung zu schubsen. In welche Richtung? In die Richtung aus der er kam. Besorgt blickte er zu den Bären und sich im Walde um, bevor er mit einem brummenden nicken die beiden bären bedenkt und langsam richtung Heimat schreitet.
"Was auch immer den Eltern dieser jungen zugestoßen ist, diesen Beiden soll nicht das gleiche Schicksal erfahren, schwor er sich" und nahm die Tiere mit in die Heimat. Eine ganze Zeitlang kümmerte er sich um die Tiere, übergab jedoch beizeiten dem Stallführer zu Rahal die Aufsicht der Tiere. Die beiden Bären lernten äußerst schnell und so wuchsen sie bald zu kräftigen Tieren herauf, die dem Maßen des Stalls in der Heimat einfach nichtmehr gewachsen war. 'Ein Haus im Wald', dachte sich Rukus. Dort werden sich die Bären wieder an den Wald und die Natur gewöhnen, auf das man sie freilassen kann, wenn sie soweit sind. Vorerst jedoch mussten sie mit einem kleinen Gatter auskommen. Eine Erweiterung war geplant, doch fehlten noch die nötigen Münzen für den Bau eines größren Zaunes. Nichtsdestotrotz waren die beiden Tiere mehr als aufgeregt, als sie ihr neues Heim betraten und ihr Wunsch nach Auslauf, welche sie mit beharrlichem Brummen äußerten wuchs immer mehr. Unter Rukus Führung stapften sie durch den angrenzenden Wald und man sah den Bären die Faszination in den Augen an. Es hätte nichtmehr lange gedauert und sie wären reif für die Freiheit.
Doch nun dies. Ein Loch im Zaun und kein Igor und kein Arjona im Stall.
Während ihm diese Gedanken durch den Kopf gingen konnte er sich einer Träne für die beiden Bären nicht verkneifen. "Es hätte nichtmehr lange gedauert.. nur noch ein paar wochen und sie wären bereit für die Freiheit gewesen. Möge der Herr seine schützende Tatze über sie halten, auf das ihnen nicht das gleiche Schicksal widerfährt wie ihren Eltern. Doch er hatte nichtmehr viel Hoffnung. Sicher hatten die dreisten Entführer schon ganz andere Pläne mit den armen Tieren. Doch er war sich sicher.. sollten sich die Bären wieder einen freien Fuss erkämpft haben würden sie ihn wieder besuchen kommen. Indess machte er sich daran den Stall wieder einigermaßen herzurichten.

Alles was ihm blieb war die Hoffnung...
Rukus

Beitrag von Rukus »

Einen ganzen Monatslauf nun blieb der Stall an der Hütte im Sumpf leer.
Rukus wusste es war zu spät. Mehr als einen Monatslauf würde die armen Tiere der womöglichen Tortur ihrer Räuber nicht widerstand halten, so sie nicht die gar lebenswichtige Versorgung erhalten.
Am Nachmittage bereits wurde die Einrichtung, sowie sämtliche Hölzer in die Heimat geschafft - Sicher, vor den Dieben, welche in der Gegend ihr Unwesen zu treiben scheinen, dachte er sich. Das Haus, zu dem einzigen Zwecke errichtet, den Bären den Übergang zu ermöglichen ward nun nichtmehr gebraucht. Spät am Abend noch ging der Befehl zum Abriss an die Heimat.
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