Der Beginn einer Suche in den alten Geschichten

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Gast

Der Beginn einer Suche in den alten Geschichten

Beitrag von Gast »

Das Boot schaukelte langsam über die See, ehe Lauren die Worte „Land in Sicht“ schrie. Bajard war also nicht mehr weit.

Die Luft wurde merklich kühler, ehe im Nebel dieses Wintertages die Häuser des Fischerdorfes sichtbar wurden. Nun war es also soweit. Der Beginn ihrer Reise. Luftig mit einem einfachen Kleid bekleidet ging sie von Bord und betrat das erste Mal den sehnsüchtig erwarteten Boden.

Etwas ziellos lief sie durch die Straßen des Dorfes, die Kälte hat sich längst in ihre Knochen gefressen. Mutlos betrat sie die Bank, die wohlige Wärme des Hauses tat ihr gut. Sie war es eigentlich nicht gewohnt Freundlichkeit der Menschen zu erfahren, aber was sie hier erlebte sollte sie wohl nie vergessen. Ein älterer Mann nahm sich Laurens an und brachte sie zu einer Frau, die sich ihr als Kess vorstellte.

Rings um ein Lagerfeuer saßen die Leute Bajards, diskutieren über die Vor- und Nachteile jeweiliger Rüstungen, und Lauren, netterweise eingekleidet mit warmer Kleidung von Kess, lauschte ihren Worten. Endlich brachte sie den Mut auf ihrem Anliegen Ausdruck zu verleihen.

„Kennt ihr die Mauern von Tirell?“ warf sie leise in die Runde. Mit den hilfsbereiten Reaktionen der Menschen hatte sie nicht gerechnet. Erst recht nicht, dass man sie, über Umwegen, zum Hort des Wissens führte.

Der Hort des Wissens…. Vielleicht würden sich hier die Fragen klären lassen. „Lilian von Nebelpass“ wird es wissen….

Und endlich. Ein kleines Puzzleteilchen hielt sie nun in Ihrer Hand. Ein kleines Teilchen, um sie auf die Wege von Nuridanya zu führen. Die Abschrift der Geschichte Tirells. Des Magierordens, den die Arkorither zerstörten….

Immer wieder tauchte in den Schriften der Name Varuna auf. Vielleicht sollte sie hier ihre Antworten finden….
Zuletzt geändert von Gast am Montag 15. Februar 2016, 22:31, insgesamt 1-mal geändert.
Gast

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Beitrag von Gast »

Gedankenverloren saß Lauren auf dem kargen Bett in der Schänke in Bajard. Soviele Informationen… Soviele Gedanken…. Konnte das alles wahr sein?

Immer wieder drehte sie eine Locke ihres schwarzen Haares um ihren Finger. Sie? Die dachte einer Bauernfamilie zu entspringen die Tochter einer Arcomaga und eines Ahads aus Rahal? Nach dem Tod ihrer Zieheltern fand sie in den alten Truhen den Brief Nuridanyas …

“Mein geliebtes Kind… Gerade zu Ende der Weg in Tirell, trage ich dich unter meinem Herzen. Versteckt von der Welt. Niemand darf es wissen, niemand darf es erfahren. Auch du mein Schatz. Du bist hier nicht sicher. Noch ist mein Weg verborgen. Verzeih mir diese Entscheidung dich wegzugeben, sobald du heimlich dieses Licht der Welt erblickst. Vertraue immer auf dich und deinen Weg. In Liebe Nuridanya Erlias“

Wieder und wieder ging sie das Gespräch mit Quarius durch. Er kannte sie. Sprach mit ihr. Nuridanya…. Arcomaga und Ratsmitglied in Tirell. Sich verliebt ihn Rahal und verriet Tirell … Doch was geschah dann?


Tief sog sie die Luft ein und schloss die Augen. So viele Fragen waren noch offen, so viele Gedanken kreisten wirr in ihrem Kopf. Schrill pochte es in ihrem Kopf. So schrill…. So dunkel… so grell….
Zuletzt geändert von Gast am Montag 15. Februar 2016, 22:04, insgesamt 2-mal geändert.
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Quarius Lore
Beiträge: 73
Registriert: Montag 31. Dezember 2007, 03:38

Beitrag von Quarius Lore »

Warum war diese Frau nur so erpicht darauf, die Vergangenheit der Acromaga zu kennen? Ihre freche Art und Weise. Ihr Verhalten. Ihre sturrheit. All das war Nuridanya nicht.
Zumindest nicht so, wie er es kannte. Die Acromaga hatte ein hohes Ansehen gehabt, als er damals vor über einer Dekade in Tirell getroffen hatte. Sie hatte gar seinen späteren Freund Malchir K'lashar ausgebildet. Verrückte Fügung?!
Dieses Weib sollte die Antworten in Rahal suchen gehen. Wo Pein und Schmerz ihrer Mutter zu Teil wurde wie sonst nirgends auf Gerimor. Der damalige Alka Marcus hatte sie willkommen geheißen, so hieß es. Falk Hinrah und Calor von Gryffenhorst hatten sie angeklagt mit dem Feind zu sympathisieren, nachdem er, Quarius de Lore, mit dem Ahad Leyle Darsus gesehen hatte. Er erinnerte sich, dass es nicht nur ein Gespräch war. Es war mehr als ein Gespräch zwischen zwei Personen. Die Tochter, noch so jung und dennoch tat ihm der Weg der Nuridanya leid. Er hatte keine Kenntniss, was nach ihrer Festsetzung in Tirell und der Salbung im Kloster durch Alyssa Arnis, geschehen war. Gerüchte wurden Laut, dass sie durch den Ahad in blidner HAssliebe getötet wurde.

Und heute? Heute sitzt er mit einer Gehhilfe am Kloster und kann außer mitleidigen Blickes nichts für die junge Erlias tun. Für Lauren war das Gespräch am heutigen Tag nicht beendet. Für ihn? Schon! Oder? Die junge Erlias musste erst einmal zu klarem Verstand kommen, dachte sich das Ex-Mitglied des Rates zu Varuna. Der Rat zu Varuna, war damals das Entscheidungsspielfeld der Acromaga Nuridanya Erlias.
Bei Temora dachte er....so hatte er sich ein wiedersehen mit der Familie Erlias nicht vorgestellt.
Zuletzt geändert von Quarius Lore am Montag 15. Februar 2016, 21:51, insgesamt 1-mal geändert.
Gast

Beitrag von Gast »

Die Dunkelheit….Diese alles verschlingende Dunkelheit umhüllte die kleine hagere Gestalt. Nur äußerlich ruhig saß sie an der Küste in der Nähe Bajards und blickte auf das Meer hinaus. Sie beobachtete die Wellen, die stetig brachen und den Dreck wegspülten, als könnte sie so die letzten Stunden vergessen.

Immer und immer wieder ging sie das Gespräch mit Quarius durch. Gebeten…. Man hatte sie gebeten sprach er. Gebeten in das Kloster, um dort ihren Frieden bei Temora zu finden. Man hatte ihre Mutter also gebeten….

Sie schüttelte den Kopf und fuhr sich wirsch mit der Hand über jene Stelle am Kopf, an der sie Quarius Stab traf. Dieser Zorn fraß sich durch ihre Eingeweide wie eine hungrige Schlange auf der Suche nach ihrer Beute. Die letzten Stunden kosteten sie mehr Selbstbeherrschung als all die Jahre zuvor.

Sie war hiergekommen um was…? Glaubte sie tatsächlich sie würde hier eintreffen und herzlich in den Kreis einer Familie… ihrer Familie… aufgenommen werden? Wo man sie doch weg gab wie einen kleinen Hund, den keiner mehr wollte.

Schmerz versprach Quarius ihr. Schmerz würde sie finden, sollte sich ihr Weg gen Westen wenden. War Schmerz nicht besser als das Gefühl der Leere? Besser als das Gefühl sich ganz und gar zu verlieren? Ein erlesener Schmerz…?
Zuletzt geändert von Gast am Dienstag 16. Februar 2016, 10:21, insgesamt 1-mal geändert.
Gast

Beitrag von Gast »

Unruhig schreckte sie aus dem Schlaf hoch. Mit schnellem Atem griff sie auf die andere Seite des Bettes. Mit erleichterndem Seufzen fühlte sie die warme Haut ihres geliebten Richard. Doch wagte sie nicht seinen Schlaf zu stören… ihn abermals mit ihren Ängsten zu konfrontieren. Zu sehr hatte sie seine Reaktion erschrocken…

Tief durchatmend erhob sie sich aus dem Bett, wickelte ein Leinentuch um ihren Leib und tapste langsam und gequält in die Küche. Noch während sie das Wasser für ihren Tee aufsetzte und darauf wartete, dass es kochte glitten ihre Gedanken wieder ab….

Quarius….sie schloss die Augen und als würde sie sich wieder in den Ruinen von Tirell befinden, spielten sich wieder jene Szenen in ihrem Kopf ab, als er sie anherrschte still zu sein… sie als minderwertig beschimpfte, unwürdig hier zu wandeln. Hatte er wirklich gedacht, sie würde nichts darauf erwidern? Dieser verblendete Wurm Temoras… dieser Mörder und Heuchler des Ostens. Selbst als er mit dem Schwertgriff zuschlug und sie an der Kehle packte wollte er ihr tatsächlich einreden, dass die Güte durch seine Adern floss? Während er stetig den Griff um ihre Kehle verstärkte?

Wieder schüttelte Lauren den Kopf und übergoss abwesend die Kräuter mit dem heißen Wasser. Doch nicht die Gewaltbereitschaft Quarius’ und daraus resultierenden Wunden ließen sie diesen Abend nicht vergessen, sondern die Reaktion Richards.

Richard…. Er, der es geschafft hat, dass sie einen Weg beschritt, den sie nie in Erwägung zog. Er, der ihr Dinge gezeigt und Gefühle in ihr geweckt hat, die sie nie für möglich hielt. Und nun saß sie hier. Auf der Küchentheke, einen heißen Tee in der Hand, in einem Haus mit ihrem Geliebten, für den sie bereit war zu sterben. Für den sie bereit war durch das Feuer zu gehen. So viele Facetten an dem Mann, den sie über alles liebte. Doch der eiskalte Zorn als Reaktion auf ihre Wunden an diesem Abend waren selbst ihr zuviel. Zwar galt der Zorn nicht ihr, doch überraschte sie seine heftige Reaktion

Langsam glitt ihr Blick über den noch in Dunkelheit gehüllten Raum des Hauses im Schattenwinkel. Ja, hier in Rahal, hier bei Richard war ihre Zukunft. Und niemand, schon gar nicht ein Heuchler aus dem Osten, sollte es wagen sich dieser Zukunft in den Weg zu stellen.
Razhul Nachtklinge

Beitrag von Razhul Nachtklinge »

Frauen sind eine Schwäche,
Gefühle sind eine Schwäche,
Liebe ist Schwäche.

Kenne nur den Tot- liebe nur deine Klinge.

Als er nach Gerimor kam hatte er diese Maxime noch im Kopf,
doch schon als er seinen einstigen Auftrag nicht erfüllen konnte-
sich mit seinem eigentlichen Ziel, Burro - dem Strohhut, oder auch
Zlatan Agilar, wie es auf seinem Auftragspapier hieß - anfreundete,
verflog diese starre Sicht auf die Welt.

Sicherlich, er liebte den Kampf - Duelle im besonderen. Der Zorn des Herrn
und die Schatten des Panthers sind nicht gerade in geringem Maße auf ihn abgefärbt.

Doch war es diese Frau... Lauren, die sein Leben seit einiger Zeit bestimmte.
Diese Hilflosigkeit- der Zorn, der ungelenkt verpuffen muss -
ehe er noch die Frau damit trifft die er Liebt, die er zu beschützen sucht.
In seinen Augen hatte Quarius sein Leben verwirkt. Er hatte ihm die Klinge ans
Herz gesetzt und ihm gezeigt, wie einfach es wäre, Richards Glück zu zerschmettern.
Da Zerschmetterte er lieber ihn, Orden der Temora... der Diamantene Kodex- nichts
mehr als Klopapier, dachte er sich- nicht einen Mann festen Glaubens hatte er
getroffen, der diese Tugenden wahrlich befolgt hätte.

Um Lauren bei sich zu wissen nahm er diese Schwäche in kauf.
Für Sie, ergab es sich seinen Gefühlen.
Durch sie, liebte er- zum ersten Mal seit vielen Jahren.

Zum ersten Mal seit vielen Jahren, war er Glücklich.. dachte er
daran alt zu werden, mit ihr - und nicht Glorreich im Kampfe zu
fallen.

Er öffnete verwirrt die Augen als er sich aus dem Schlaf herumrollte und
seinerseits zur anderen Seite des Bettes griff- nur um ins Leere zu greifen.
Eine kurze Spitze der Angst zuckt durch ihn. Angst.. ein Gefühl das er
schon viele Jahre nicht mehr an sich heran ließ. Doch durch sie öffnete
er sich wieder für die Gefühle, die guten und die schlechten.
Er gewann Stärke und Mut durch Sie und die Liebe -
und wurde Angreifbar und Verletzlich zugleich.

Um nichts in der Welt würde er dies eintauschen.

Die andere Seite des Bettes war noch warm- er würde auf sie warten.
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