Die Suche nach des Rätsels Lösung...

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Leila Tira Vylen

Die Suche nach des Rätsels Lösung...

Beitrag von Leila Tira Vylen »

Der Mensch ist beständig auf der Suche nach etwas.
Materielle Güter sind dabei das meist schwierigste Problem, dass sich einem entgegen stellt.
Materielle Güter, Gold, Besitz, Reichtum. Doch der Durst ist nicht gestillt. Selbst wenn man in Goldmünzen ertrinken könnte, nicht wenn man alles Menschenerdenkliche hat, das man nur haben kann.
Hunger nach mehr, süßer Geschmack auf der Zunge, der nichts weiter als der Hauch dessen ist, was er sein könnte.
Eine Andeutung vielmehr, ein Vorgeschmack.
Und doch arbeiten wir zumeist, dumm wie der Mensch ist, am Materiellen Reichtum.

Der flüchtige Geschmack den man einst auf der Zunge hatte, ist oftmals schnell vergessen. Vergessen im Rausch von Dingen, die einem später nur als Ballast dienen. Letztlich muss sich der Mensch eingestehen, dass er nichts mitnimmt auf seiner letzten Reise.
Ob sein Leben als Bettelmann oder als König verlief, es wird ihm nichts nutzen.

Meine Suche war von Anfang an nicht der, des materiellen Goldes verschrieben, auch wenn ich mir sicher bin, dass mein Vater, der mich aussandte, sicher auch dies im Hinterkopf hatte.
Doch, wie heißt es so schön in Märchen und Geschichten?
Es ist letztlich anders gekommen, als es geplant war.
Ich war lange fort, Jahre sind ins Land gezogen, und ich war, als ich das Schiff betrat, das mich zurück nach Bajard bringen sollte, fest der Überzeugung, dass er mir die Ohren langziehen würde, alleine für die Tatsache das ich zu lange weg war, ohne das erwünschte Ergebnis erzielt zu haben.

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Als mein Fuß das erste Mal nach einer gefühlten Ewigkeit, auf dem Steg aufsetzte, durchfuhr meinen Körper ein Kribbeln, eine Vorfreude die sich einstellte und mich von Zehenspitze bis zu den Haaren elektrisierte.
Nicht, das dieser Moment ewig währen würde, allerdings hatte ich mit ein bisschen längerer Verweildauer gerechnet.
Aber nichts kommt, wie es soll.
Viel hatte sich in Bajard verändert mit der Zeit. Andere Häuser, Wege, der Geruch allerdings, war der gleiche geblieben.
Bajard war wie eine Dirne, sie legt ab und an neue Schminke auf.
Und um bei dieser Phrase zu bleiben, war ich der Freier, der schon lange nicht mehr anwesend war.

Doch trotz aller Veränderungen fand ich den Weg auf Anhieb, und noch immer mit dem Gefühl, man hätte mir das Augenlicht nehmen können, ich wäre angekommen.
Angekommen….Bereit, meine Brüder und meine Schwester in den Arm zu nehmen.
Angekommen… Bereit, mich der Enttäuschung meines Vaters zu stellen.
Angekommen… Bereit, mich in der unendlichen Liebe meiner Mutter zu suhlen.
Bereit, ein weiteres Mal neu anzufangen.

Meine beschwingten Schritte (wie ich zugeben muss), wurden langsamer, träger, als ich die andere Fassade, gar ein gänzlich anderes Äußeres des Hauses erblickte, das einst mein Elternhaus, mein Wohnort und meine Zuflucht gewesen war.
Auf dem Hausschild stand ein gänzlich anderer Name.

Etwas zerbricht, wenn du Hoffnung, wie einen hohlen Kristall auf den harten Steinboden fallen lässt. Sie barst in tausende und abertausende Stücke, wich dem eisigen Hauch der Enttäuschung, die sich in mir ausbreitete, ohne dass ich etwas dafür konnte, oder das ich etwas dagegen tun konnte.

Ich brauchte eine ganze Weile, um das, was nun in mir Vorging, verdaut hatte.
Es musste weiter gehen.
Die Suche beginnt von neuem.

Auf jede Frage , die man beantwortet bekommt, folgen weitere Fragen, wie ein Ameisennest. Man sieht eine einzelne Ameise, aber man weiß genau, es folgen noch hunderte.
Irgendwo beginnt es und irgendwo endet es.
Es gibt mehr zu beantworten, ein Blick in die Vergangenheit bringt Licht ins Dunkel, ein Blick in die Zukunft bleibt uns verwehrt, und doch werden wir nie aufhören, danach zu streben.
Ich werde nicht aufhören, danach zu streben.

Zwei Punkte stehen ganz oben auf meiner Liste an Fragen.
Beide gedenke ich, alsbald beantwortet zu sehen.
Beide denke ich, werden sich aberhunderte neuer Fragen auftun.
Ein Mosaik aus geborstenem, zerbrochenem Kristall gilt wieder geklebt, geflickt zu werden.


Zuletzt geändert von Leila Tira Vylen am Mittwoch 16. Dezember 2015, 19:36, insgesamt 3-mal geändert.
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