Vor geraumer Zeit schon gelangte Alaric auf Umwegen in die oberen Stollen, wahrhaftig war es kein leichter Weg dorthin, doch umso härter es ihn traf und umso schwereren Prüfungen er sich auf dem teils quälenden Weg stellen musste, umso klarer wurde ihm auch die Tatsache das all das notwendig gewesen war um eben jenen Kaluren hervorzubringen der heute in aller Munde ist, sei es im Berg oder in den Landen die sich ringsherum erstrecken.
In der Dunkelheit der tiefer gelegenen Stollen herangezogen fristete er dort etwa 18 Dekaden seines bisherigen Lebens, stets darauf getrimmt das Überleben einiger Mitstreiter und seiner Selbst mit allen Mitteln zu sichern.
Würde man ihn gegenwärtig erblicken, wie er gedankenverloren in seinem Schaukelstuhl auf den Mauern der Frostklamm verweilt, so könnte man sich sicher sein er denke gerade zurück an jenen Tag, an jenes Ereignis welches das Leben des stämmigen und furchtlosen Kämpfers aus dem kontrollierten Chaos riss und nurmehr das Mosaik einer kaltgeschmiedeten Persönlichkeit zurückgelassen hat.
- "...Es war an jenem Tag, vor rund zwei Jahrzehnten in den unteren Stollen. An jenem Ort, wo Gesetze keine Gültigkeit besaßen, wo es so etwas wie Recht und Unrecht nicht gegeben hatte, sondern nur und ausschließlich das Privileg der Stärkeren sich über jene hinwegzusetzen die es nicht waren.
Jeder Tag, ein Kampf. Dieser Tage sah man nur noch wenige Kinder des Steins in den unteren Stollen, einige von ihnen arrangierten sich mit dem Leben und hatten mit dem Gedanken abgeschlossen sich irgendwann einmal auf den Weg in die oberen Stollen zu machen. Andere wiederum kamen bei dem Versuch in die oberen Stollen zu gelangen und den Götterberg zu beziehen um, wieder andere führten ein Leben geprägt von immerwährender Furcht und ließen zu das jene das Fundament ihres Glaubens bröckeln lies.
Alaric's Antrieb hingegen war ein anderer. Weder aus Furcht noch aus Verzweiflung blieb er so lange Zeit dort. Es waren seine Begleiter, jenen, denen er sich zum Schutz verpflichtet fühlte. Er würde es Heute gewiss nicht mehr zugeben und nicht freiwillig über Vergangenes sprechen, jedoch könnte man vermuten das es ihm in all den Jahren nicht sonderlich schlecht erging. Es schien fast, als hätte er sich bereits im Laufe seiner jüngeren Jahre nahezu perfekt an die scheinbar schlechten Bedingungen angepasst.
Immerzu stellte er sich aufkommenden Gefahren und Bedrohungen furchtlos entgegen, war er doch immer der Auffassung Angst sei nicht angeboren sondern im Zuge von Erfahrungen erlernt. Über viele Jahre hinweg verlief sein Leben wirklich gut, verglichen mit den anderen Tragödien die sich im Laufe der Zeit ereigneten. Vom eingebrochenen Stützbalken erschlagen, auf dem Donnerbalken eingebrochen, von einer alten Lore überrollt oder plötzlich hereinbrechende und marodierende Horden von böswilligen Scheusalen auf der Jagd, all das waren die gängigen Todesursachen und Wege in den Stein zu beißen.
Eben das, was Abseits von all dem 'herkömmlichen' geschah, war es wohl schlussendlich das ihn sich aufrappeln lies und ihn schließlich in die Arme seiner Sippschaft zurückführte, derer er viel zu lange fernblieb..."
... Doch das, ist eine andere Geschichte.