Unruhig wälzte sich Analope im Versuch endlich einzuschlafen.
Das Bett war natürlich ein Segen wenn man betrachte in welchen
Schlamassel sie sich gebracht hatte. Langsam setzte sie sich auf
und sah sich in der guten Zelle um in die man sie gesperrt hatte.
Im Versuch ihrem Land Hilfe zu besorgen hatte sie einiges aufs
Spiel gesetzt und damit nicht nur ihr Leben, ihren Ruf und ihre
Zukunft sondern vermutlich auch eine mögliche Allianz.
Was hatte sie sich nur dabei gedacht? Sie hätte es ahnen sollen,
dass man ihre Beweggründe missverstehen und weiter tragen
würde. Die die sie als Freunde sah, waren scheinbar nicht nicht
wirklich ihrer Meinung was die Freundschaft anbelangt die sie zu
so schätzte. Durch ihr Verhalten hatte sie einen großen Fehler
begangen und war bei dem Mann in Missgunst gefallen den sie
immer am meisten geehrt hatte, dem König. Sie war immer eine
treue Bürgerin gewesen und hat immer gegen jedes Unrecht was
man ihm antun wollte durch Worte gegen gesteuert. Wie würde
sie das gut machen können galt ihr Herz immer ihrer Heimat und
somit auch dem König.
Schlaflos sah sie nachdenklich aus dem Fenster. Ihre Gedanken
sprangen zu ihrem Verlobten. Was würde Earon gerade tun? Sie
zweifelte stark daran, dass er gerade wirklich schlafen würde auch
wenn das Bett daheim wesentlich bequemer war als dieses hier.
Sie vermisste ihn so sehr an diesem Ort und Tränen ronnen ihre
Wangen hinab. Er würde sich große Sorgen machen und hoffentlich
nichts dummes. Sie stöhnte auf als sie sich erinnerte, dass am
Morgen ein Termin beim Emir von Menek'ur anstand. Er wollte
Analope mitnehmen um sie vorzustellen. Sie hoffte dort durch
Charm und Worte, andere als bei den Kaluren den Emir davon
zu überzeugen, wie die Adoraner wirklich sind. Sie wollte diesmal
keine große Rede halten und einfach nur durch ihr respektvolles
Verhalten dem mächtigsten Mann Menek'urs entgegen treten.
Dann musste sie doch leicht auflächeln. Die Mitglieder des Regiments
waren nett zu ihr und schienen irgendwie auch Verständnis für sie zu
haben. Janarey sagte ihr etwas was ihr Vater ihr immer predigte.
"Worte haben große Macht....". Noch nie hatte Analope so sehr verstanden,
was diese Worte bedeuteten. Auch die Hochedle von Belfa war ruhig
und lauschte ihr und schien ratlos darüber, wie Analope in so eine
Situation kommen konnte. Sie hatte sie ein wenig kennen lernen können
und schätzte sie als Vogtin und als Person sehr. Sie hatte ein gutes
Herz und glaubte an das Recht ihres Landes auch wenn man ihr oft
Unrecht tat im Volk. Analopes Sorgen galten der Auslieferung an die
Kaluren. Sie hatten schon einmal missverstanden was ihr Beweggrund
war und auch deshalb saß sie nun hier. Sie verstand nicht wieso es
dazu kam nachdem Baznuk, Alaric und Kaz sie an dem Abend hatten
gehen lassen. Der Brief daheim war bereits angefangen aber sie wollte
sich für ihre Entschuldigung Zeit geben um diesmal die richtigen Worte
zu wählen.
Sie stöhnte auf als sie den Mond am Himmel stehen sah und ihr bewusst
wurde wie spät es bereits war. Sie musste schlafen, sich erholen um bei
vollem Bewusstsein zu sein für das was sie in den nächsten Tagen erwarten
würde. Also legte sie sich nochmals in das kleine Einzelbett und schmiegte
sich an den Stoff ihres Kleides welches einen Hauch von Earons Geruch inne
trug. Dies und die absolute Müdigkeit half ihr schluss endlich ein wenig
Schlaf zu finden.
Die Macht der Worte....
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Analope Reus
- Beiträge: 41
- Registriert: Mittwoch 23. April 2014, 21:19
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Earon Auenbacher
- Beiträge: 2459
- Registriert: Mittwoch 23. April 2014, 21:20
Kaum Ruhe fand Earon in dieser Nacht. An Schlaf war nicht zu denken, denn zu sehr quälte ihn das Geschehen am vergangenen Abend. Noch immer war es schwer zu verstehen, was da eigentlich passiert war. Unfassbar erschien ihm Analopes Schicksal.
Die Kaluren selbst hatten die Sache abgetan, Analope gehen lassen und sie Earon übergeben. Damit war die Angelegenheit doch eigentlich erledigt. Bis dann plötzlich das Regiment sie auf dem Heimweg überraschte und seine Verlobte in Gewahrsam nehmen mussten. Deutlich merkte man, dass die Situation nicht nur bei ihm Unsicherheit und Ratlosigkeit erzeugte. Es schien ein Befehl des Königs gewesen zu sein, doch niemand, bis auf den später eintreffenden Kronritter Thelor, schien zu wissen, worum es ging.
Einen kurzen Augenblick hatte er überlegt, ob er gegen die Festnahme etwas unternehmen sollte oder eingreifen. Aber es wäre nicht nur sinnlos, sondern auch dumm gewesen. Analope hatte einen Pfad gewählt und manche Entscheidungen trugen eben Konsequenzen nach sich. Außerdem verhielten sich die Anwesenden vom Regiment sehr respektvoll und korrekt. Ihnen galt ebenso kein Groll.
Die einzige Frage, die sich jetzt noch stellte war, ob er etwas tun konnte, um ihr Schicksal zu mildern oder abzuschwächen. In Adoran war sein Einfluss, gelinde gesagt, beschränkt bis nicht vorhanden. Helisande hatte etwas von Strafen der Kaluren geredet. Vielleicht war es sinnvoll die Freunde und Handelspartner der Getwergelyn zu informieren? Jene um Hilfe zu bitten, sollte es eine Möglichkeit geben, war sicher angebracht. Außerdem würde er Baznuk schreiben, vielleicht konnte jener Licht in die Dunkelheit der Ahnungslosigkeit bringen, die Earon nun so sehr quälte.
Doch zwischen all diesen Überlegungen dachte er auch stets immer wieder an Ana und ihr Schicksal. Er vermisste sie neben sich und Schlaflosigkeit quälte ihn. Ging es ihr gut in der Zelle und hatte sie alles, was sie brauchte? Nach dem Gespräch mit den Wachen und der Vogtin, war er jedoch guter Hoffnung, dass es ihr wenigstens körperlich gut gehen müsste. Würde sie die Haft gut überstehen und die bevorstehenden Strafen, sollte es zu solchen kommen?
Ein wenig Schlaf fand er, doch der morgen und der Aufbruch zum Emir Abbas kamen viel zu rasch. Alleine würde er sich dorthin aufmachen müssen und doch voller Stolz das Geschenk präsentieren, welches Ana für Abbas gefertigt hatte.
Die Kaluren selbst hatten die Sache abgetan, Analope gehen lassen und sie Earon übergeben. Damit war die Angelegenheit doch eigentlich erledigt. Bis dann plötzlich das Regiment sie auf dem Heimweg überraschte und seine Verlobte in Gewahrsam nehmen mussten. Deutlich merkte man, dass die Situation nicht nur bei ihm Unsicherheit und Ratlosigkeit erzeugte. Es schien ein Befehl des Königs gewesen zu sein, doch niemand, bis auf den später eintreffenden Kronritter Thelor, schien zu wissen, worum es ging.
Einen kurzen Augenblick hatte er überlegt, ob er gegen die Festnahme etwas unternehmen sollte oder eingreifen. Aber es wäre nicht nur sinnlos, sondern auch dumm gewesen. Analope hatte einen Pfad gewählt und manche Entscheidungen trugen eben Konsequenzen nach sich. Außerdem verhielten sich die Anwesenden vom Regiment sehr respektvoll und korrekt. Ihnen galt ebenso kein Groll.
Die einzige Frage, die sich jetzt noch stellte war, ob er etwas tun konnte, um ihr Schicksal zu mildern oder abzuschwächen. In Adoran war sein Einfluss, gelinde gesagt, beschränkt bis nicht vorhanden. Helisande hatte etwas von Strafen der Kaluren geredet. Vielleicht war es sinnvoll die Freunde und Handelspartner der Getwergelyn zu informieren? Jene um Hilfe zu bitten, sollte es eine Möglichkeit geben, war sicher angebracht. Außerdem würde er Baznuk schreiben, vielleicht konnte jener Licht in die Dunkelheit der Ahnungslosigkeit bringen, die Earon nun so sehr quälte.
Doch zwischen all diesen Überlegungen dachte er auch stets immer wieder an Ana und ihr Schicksal. Er vermisste sie neben sich und Schlaflosigkeit quälte ihn. Ging es ihr gut in der Zelle und hatte sie alles, was sie brauchte? Nach dem Gespräch mit den Wachen und der Vogtin, war er jedoch guter Hoffnung, dass es ihr wenigstens körperlich gut gehen müsste. Würde sie die Haft gut überstehen und die bevorstehenden Strafen, sollte es zu solchen kommen?
Ein wenig Schlaf fand er, doch der morgen und der Aufbruch zum Emir Abbas kamen viel zu rasch. Alleine würde er sich dorthin aufmachen müssen und doch voller Stolz das Geschenk präsentieren, welches Ana für Abbas gefertigt hatte.
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Analope Reus
- Beiträge: 41
- Registriert: Mittwoch 23. April 2014, 21:19
Langsam öffnete sie ihre brennenden geschwollenen Augen. Sie hatte
die ganze Nacht geweint. Ihre Haare waren weg, ihre Haare die ihr min-
destens genauso heilig waren wie der Bart den Kaluren heilig war.
Ihre Haare waren so gut wie unangetastet und wurden liebevoll gepfle-
gt. Sie strich sich über die sauber geschorene Glatze und sagte zu sich
selbst, dass es nur noch 2 Tage waren die sie diese Schmach ertragen
musste. Aber dann war da noch der Prozess der Sie erwartet. Sie musste
dem König deutlich erklären was die Intention hinter ihrem Besuch bei den
Kaluren war. Sie hatte nie vor gehabt, die Banden zwischen den Völkern zu
schwächen. Ganz im Gegenteil sie wollte den Kaluren lediglich zeigen,
dass die Adoraner auch anders sein können und sich auch um ihr Volk
sorgen. Wie sollte sie das alles so formulieren damit man ihre Intention
diesmal nicht missverstehen würde? Welche Strafe würde sie erwarten?
Große Angst wallte langsam in ihr auf, die Angst und Ratlosigkeit was
noch vor ihr stand. Die Anklage Baznuks war ihr deutlich klar aber die des
Königs konnte ihr niemand in Worte fassen. Aber immerhin durfte sie
Earon am gestrigen Abend sehen und ihn beruhigen auch wenn ihr klar
war, dass er trotzdem alles tun würde um ihr zu helfen und sie war sich
eindeutig nicht sicher ob ihr gefiel was er vorhaben könnte.
Sie stieg schmerzverzerrten Gesichts aus dem Bett und wusch sich das
Gesicht und den glatten Schädel einmal ab. Ein ganz kleiner Kratzer
befand sich an ihrem Hinterkopf der durch die Axt die zum rasieren
genutzt wurde entstanden war. Sie warf es Kaz aber nicht vor da sie bei
der Prozedur bereits weinte und vermutlich beim Schneiden einmal auf-
schluchzen musste. Sie musste aber trotz ihrer Lage den Kratzer sauber
halten damit sich jener nicht entzündete, denn das würde ihr nun noch
fehlen.
die ganze Nacht geweint. Ihre Haare waren weg, ihre Haare die ihr min-
destens genauso heilig waren wie der Bart den Kaluren heilig war.
Ihre Haare waren so gut wie unangetastet und wurden liebevoll gepfle-
gt. Sie strich sich über die sauber geschorene Glatze und sagte zu sich
selbst, dass es nur noch 2 Tage waren die sie diese Schmach ertragen
musste. Aber dann war da noch der Prozess der Sie erwartet. Sie musste
dem König deutlich erklären was die Intention hinter ihrem Besuch bei den
Kaluren war. Sie hatte nie vor gehabt, die Banden zwischen den Völkern zu
schwächen. Ganz im Gegenteil sie wollte den Kaluren lediglich zeigen,
dass die Adoraner auch anders sein können und sich auch um ihr Volk
sorgen. Wie sollte sie das alles so formulieren damit man ihre Intention
diesmal nicht missverstehen würde? Welche Strafe würde sie erwarten?
Große Angst wallte langsam in ihr auf, die Angst und Ratlosigkeit was
noch vor ihr stand. Die Anklage Baznuks war ihr deutlich klar aber die des
Königs konnte ihr niemand in Worte fassen. Aber immerhin durfte sie
Earon am gestrigen Abend sehen und ihn beruhigen auch wenn ihr klar
war, dass er trotzdem alles tun würde um ihr zu helfen und sie war sich
eindeutig nicht sicher ob ihr gefiel was er vorhaben könnte.
Sie stieg schmerzverzerrten Gesichts aus dem Bett und wusch sich das
Gesicht und den glatten Schädel einmal ab. Ein ganz kleiner Kratzer
befand sich an ihrem Hinterkopf der durch die Axt die zum rasieren
genutzt wurde entstanden war. Sie warf es Kaz aber nicht vor da sie bei
der Prozedur bereits weinte und vermutlich beim Schneiden einmal auf-
schluchzen musste. Sie musste aber trotz ihrer Lage den Kratzer sauber
halten damit sich jener nicht entzündete, denn das würde ihr nun noch
fehlen.