Gebete einer Rasharii

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ReKaSha
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Gebete einer Rasharii

Beitrag von ReKaSha »

Nach der Rückkehr von der Jagd erfuhr sie von dem Vorfall. Die Steintafel, die vom Verlust der teuren Schwester kündete war kaum zu übersehen. Und so überkamen Schmerz und Wut die ShoRa.
Mit geballten Fäusten zwang sie sich ruhigen Schrittes die Höhle zu verlassen, ihren Geschwistern Halt und Hilfe zu sein und dabei eine Zuversicht auszustrahlen die ihrem Inneren in dieser Situation gänzlich fern war.

Erst auf der kleinen Gesteinsplattform des RaKun der ein Strom von Lava nahezu wasserfallartig entsprang und auf der Sie sich Ahamani der größen Schöpferin am nächsten fühlte, kauerte sie sich zusammen. Den Blick starr auf den immerwährenden Strom gerichtet.
Die Hitze brannte auf ihrer Haut und für sie war es als wolle die Göttin selbst ihr Trost schenken.
Zwei Geschwister....zwei ihrer geliebten Geschwister waren dieser neuen Welt nun schon zum Opfer gefallen.

"
Ahamani, Mutter unseres Volkes", murmelte sie.
"
Deine Tochter will dich nicht enttäuschen, aber sovieles ist neu, so vieles ungewiss, dass es manchmal unmöglich scheint sich in dieser neuen Welt zurecht zu finden. Ich will unserer Familie von nutzen sein ich lerne und jage und sammle....diese Rasharii tut ihr Bestes um die Stärke unseres Volkes zu mehren.
Aber an Tagen wie diesen
", an dieser Stelle stockt sie kurz und weiß offenbar nicht recht wie sie es ausdrücken soll. Schlussendlich beginnt sie den Satz nocheinmal von neuem.
"
Heute hat uns eine meiner Schwestern verlassen. Mutter dieser Vorfall schmerzt mich und ich weiß, dass es nicht nur ein persönlicher, sondern ein Verlust für unser ganzes Volk ist. Jeder in unserer Gemeinschaft ist wichtig und unsere Fertigkeiten mehren das Wohl von uns allen. Eine BrakNa zu verlieren trifft uns jedoch ungleich hart, haben wir doch nur so wenige dieser weisen Rasharii.
Ahamani, brerr zeige uns den Weg, erfülle uns - dein Volk - mit deiner sengenden Glut und hilf uns dabei Fuß zu fassen und zu großer Stärke zu finden.
Brerr hilf mir die Kraft in mir zu finden und dem RaKun von größt möglichem Nutzen zusein.
"

Während des gesamten Gebets hält die Rasharii den Kopf und somit auch die geschwungenen Hörner gesenkt. Nur der Schmuck aus verschiedenen Edelsteinen, mit dem ReKaSha diese stolz geschmückt hat klimpert im Wind.
Sie selbst fixiert die Glut vor sich, spührt die Hitze auf den Wangen und beobachtet wie sich Lavablasen bilden und wieder verlieren.

Erst nach mehr als einem Stundenlauf erhebt sie sich von der knienden Position auf dem Lavagestein.

"
Brerr", flüstert sie nocheinmal, senkt das Haupt tief und wendet sich um, um sich in die tröstliche Gesellschaft ihrer Geschwister zu begeben.
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ReKaSha
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Beitrag von ReKaSha »

Gedankenverloren kratzte sie sich am linken Hornansatz. Hörnchen! Also wirklich Hörnchen, sie war eine ausgewachsene Rasharii, eine ShoRa und schon lange kein Kind mehr. Die Menschenfrau sprach von Hörnchen und nannte sie in diesem Zusammenhang auchnoch „niedlich“. ReKaSha schnaubte und schüttelte ungläubig den Kopf. Soweit sie wusste war niedlich in der Sprache des Handels ein Wort für etwas kleines und weitgehend schwaches. Entrüstet schüttelte sie allein bei dem Gedanken nocheinmal den Kopf, was die kleinen Schmucksteine, die sie regelmäßig mit neuer Jagdbeute ergänzte, zum Klimpern brachte.

„Ahamani, Mutter unseres Volkes“, sprach sie leise zu sich während sie an dem Platz nahe der Lavaquelle saß, die inzwischen so etwas wie ihr Rückzugsort geworden war.
Darr, dass du deinem Volk trotz aller Enttäuschungen und Rückschläge immer wieder den richtigen Weg zeigst.

Bei diesen Worten dachte sie an den kleinen Menschenkrieger, den sie regelmäßig in den Höhlen traf. Insgeheim vermutete sie ja, dass das Menschlein diese nie verließ, sooft traf sie in einer der Höhlen auf ihn. Mutig, das war er und auch wenn sie wenig miteinander sprachen so empfand sie seine Gesellschaft auf der Jagd als hilfreich und lehrreich, bot er ihr doch die Möglichkeit so mehr über das Menschenvolk zu lernen.
Auch die BrakNa der Menschen, die sie am Abend kennengelernt hatte gehörte zu den kleinen Erfolgen, die sie für sich bezeichnen konnte. Auch wenn sie ihre Hörnchen als niedlich betitelte, so hatte sie als ReKaSha ihre Entrüstung zum Ausdruck brachte doch sofort zurückgerudert.
Kräuter, Gewürze und verschiedenes Obst sowie unterschiedlichste Glasgefäße hatte sie in dem Haus gesehen, dass von den Menschen „HorSpiTal“ oder so ähnlich genannt wurde. Diese Sprache würde sie vermutlich nie zur Gänze verstehen, gestand die ShoRa sich selbst ein.

Es tut gut zu merken, dass man sich mit einigen Menschen wirklich gut verstehen kann. Und nicht alle Ihrer Art stur und eigensinnig handeln.

Rri das Menschenweibchen wirkte ein wenig wie eine der in ihrem Volk hoch geschätzten BrakNa und sie teilte ihre Wissen offensichtlich gern.
Das Tränke nützlich auf der Jagd waren, das hatte ReKaSha bereits gewusst. Aber dass sie aus einfachen Zutaten bestanden die miteinander verschieden….wie hatte die Menschen BrakNa es genannt regierten? oder reagierten? Das war der jungen Schützin neu.
Vier Zutaten bewirkten zwei bis drei verschiedene Effekte die jeweils von der Zusammensetzung abhingen. Hunger, Haarwuchs, Stärke, Schnelligkeit oder heilende Wirkung all das - und wenn man Aline glauben durfte sogar noch mehr - konnte man herbeiführen wenn man nur wusste woraus die entsprechende Zutaten-Kombination bestand. Das Wissen darum war Macht, so wurde ihr erklärt und machte den richtigen Umgang damit so wichtig.
Mit großen Augen hatte die ShoRa dem Menschen Weibchen bei der Zubereitung zugesehen und das Haus der Menschen-BrakNa um einige Erfahrungen bereichert verlassen. Ob sie dieses Wissen jemals würde brauchen können … sie wusste es nicht aber Kontakte zu den neuen Nachbarn zu pflegen und Wissen - und damit Macht - zu sammeln, das möglicherweise das ihres Volkes ergänzen oder erweitern konnte, das könnte nun wirklich nicht schaden. Entschied sie für sich.

Ahamani darr für all diese wertvollen Erfahrungen und großartigen Chancen die sich deinem Volk bieten.

Die Rasharii neigte respektvoll das Haupt und machte sich auf den Rückweg zu ihren Geschwistern in der gemeinsamen Wohnhöhle und den dort heiß glühenden Feuern.
Zuletzt geändert von ReKaSha am Montag 17. August 2015, 20:55, insgesamt 2-mal geändert.
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ReKaSha
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Beitrag von ReKaSha »

Noch immer ein wenig benommen und durcheinander, saß die Rasharii an ihrem angestammten Platz neben der Lavaquelle. Es war ihr mittlerweile zur Gewohnheit geworden ihr abendliches Gebet zur großen Göttin hier zu sprechen. Auch wenn sie die Gesellschaft ihrer Geschwister genoss und sich in einer der großen Städte der Menschlinge einsam und allein vorkäme, bevorzugte sie es ihr allabendliches Gebet allein zusprechen.

Sie schüttelte den Kopf und versuchte auf diese Weise die bunten Sterne, die noch immer vor ihren Augen hin und her tanzten zu vertreiben.
Dabei hatte der Tag so gut angefangen. Verlegen biss sie sich auf die Unterlippe, versuchte die Sterne zu ignorieren und starrte geradewegs in die brodelnde Lava.

"
Ahamani, Mutter unseres Volkes", begann sie nach einiger Zeit.
"
Diese ShoRa hat es in ihrer Neugierde einwenig übertrieben.", kleinlaut und offenkundig schuldbewusst senkte sie den Blick und ließ niedergeschlagen die Schultern hängen.

Sie hatte am Abend zuvor mit der BrakNa der Letharen gesprochen und sie ebenso wie das Menschein Weibchen zum Thema Tränke ausgefragt. Wissen war Macht, wie sie bereits festgestellt hatte und was konnte ihrem Volk besser bei der Eingewöhnung in der neuen Welt helfen?

Efeu, so hatte sie in Erfahrung gebracht, war mehr als bloß ein grünes Blatt, wie davon hier so viele wuchsen, die ReKaSha kaum voneinander zu unterscheiden vermochte. Mit Efeu konnte man Verletzungen heilen, es als Gift zubereiten oder jemandem einen tiefen Schlaf schenken. Potive und Netive Wirkung.....nein wie hatte die BrakNa es nochgleich genannt..Postive und Negtive.... Einen Kurzen Moment musste sie ernsthaft nachdenken. Positive und Negative Wirkung, so war es gewesen! Jedes Kraut konnte gute oder weniger gute Effekte erziehlen. Aber was dabei heraus käme konnte man nur durch lernen und ausprobieren erfahren. Angeblich waren die Ergebnisse keinesfalls Zufall sondern Resultat langjähriger Arbeit und Forschung.

Dieses Gespräch hatte die Rasharii zum Nachdenken gebracht. Vielleicht sollte sie sich tatsächlich einfach einmal ausprobieren? Erfahrungen sammeln konnte nicht falsch sein. Bloß von Schwefel würde sie Abstand halten. Der konnte nämlich, so hatte die Letharen BrakNa zumindest berichtet eine ganze Wohnhöhle in Flammen setzen.
Gedacht getan. Ein Mörser, dieses Gefäß aus Stein mit dem unregelmäßig gearbeiteten Klöppel, oder Stößel, wie sie korrigiert worden war, war schnell gefunden und mit diesem und einer Tasche gefüllt mit verschiedenster Jagdbeute, sowie ein paar Krügen Wasser und einem kleinen Topf hatte sie sich in eine der verlassenen Wohnhöhlen zurückgezogen.
Alles wurde vor ihr auf dem Boden ausgebreitet und zunächst einer genauen Musterung unterzogen. Dann griff sie zu Feuerstein und grob zusammengesammeltem Holz und entfachte mit geübten Handgriffen ein kleines Feuer. Rri....Feuer hatten die BrakNa der anderen Völker auch gehabt....wenn diese auch um einiges kleiner waren.
Selbstzufrieden nickte sie. So konnte sie arbeiten. Dabei glänzten ihre Augen vor Aufregung und wäre ihre Haut ein wenig heller gewesen hätte man ihre roten Wangen gesehen.
Zielstrebig griff sie nach Mörser und Stößel, setzte sich im Schneidersitz auf den Höhlenboden und begann einen kleingeschnittenen Apfel und eine Schlangenschuppe kraftvoll zu zerstoßen. Eifrig beobachtete sie wie sich beides zu einer Art pulverartigem Brei vermengte, der kurze Hand in den Topf gefüllt, mit Wasser aufgegossen uns über dem Feuer erhitzt wurde.
So ähnlich hatte es das Menschen Weibchen auch getan....oder? Einen kurzen Augenblick zögerte sie, schüttelte dann aber den Kopf. Sei kein feiges Menschlein ReKaSha, sprach sie sich selbst Mut zu und griff zu den letzten beiden Zutaten, totes, abgestorbenes Holz und ein Flügel eines Krak wurden auf die gleiche Weise zerkleinert und in den Topf gegeben.
Und wie lange musste man nun warten? Ihr Blick schweifte hinaus zum Höhleneingang und dann wieder zurück zum Topf. Da sie keine der BrakNa, die sie bisher getroffen hatte danach gefragt hatte und selbst auf absolut keinen Erfahrungswert zurückgreifen konnte entschied sie sich laut bis zehn zu zählen und dann die Flüssigkeit in ein Trankfläschchen zu schütten.

1... ReKaSha betrachtete den Topf genau, die Flüssigkeit hatte eine dunkle Farbe angenommen.
2... Diese blubberte fröhlich über dem Feuer und warf Blasen auf.
3... Ob das so wirklich richtig war?
4...Nun war wahrlich der falsche Augenblick zum Zweifeln! Ermahnte sie sich selbst.
5...Genau betrachtet setzte sich unten eine Art Bodensatz ab.
6...Außerdem stieg Dampf von dem Topf auf.
7...Die Rasharii schnupperte.
8...Mhm eigentlich roch es ein wenig wie gekochtes Krark.
9...Wieder schnupperte sie.
10. So falsch konnte das also ganz sicher nicht sein!

Sprach sie sich selbst Mut zu. Sie atmete nocheinmal tief ein und versuchte dann vorsichtig die Flüssigkeit in ein Fläschchen zu füllen ohne den Bodensatz mit in die Flasche zu geben. Das funktionierte mehr oder minder gut.
"Fertig!", sagte sie stolz zu sich selbst, sichtlich zufrieden und mit immernoch vor Begeisterung leuchtenden Augen.

Erst jetzt sah sich sich vor das nächste Problem gestellt: " Wer testete ihr Werk?" Ihren Geschwistern konnte sie das sicherlich nicht anbieten...und bei Tieren wirkte soetwas vielleicht ja ganz anders als bei Rashar?
ReKaSha entkorkte das Fläschchen wieder und schupperte nocheinmal an dem mittlerweile abgekühlten Trank. Ohne nachzudenken tunkte sie den kleinen Finger hinein und leckte ihn ab. Und dann...ja dann ging alles ganz schnell. Ihr Magen knurrte plötzlich, bunte Funken tanzten vor ihren Augen und ihre Haare wurden mit jeder Sekunde ein Stückchen länger. Mit einem Mal sah ReKaSha RaSho in lila und blau Hand in Hand im Kreis um sie herrum tanzen, die jedoch verschwanden wenn sie versuchte nach ihnen zu greifen. Ein grellgelbes Shellac, streckte sein Maul zur Höhlentür herrein und verwandelte sich dann in einen Schwarm schillernder Vögel. Wenige Sekunden später wurde ihr schwarz vor Augen und erst einige Stundenläufe später wachte sie wieder auf.

"
ReKaSha weiß, sie hatt leichtsinnig gehandelt und hätte sich und unserem Volk Schaden zufügen können, aber Ahamani diese ShoRa wollte wirklich nur das Beste für die Rashar." Die Erinnerung an das Ereignis schmerzt die Rasharii sichtlich, zu gern hätte sie der Göttin von einem wahrhaften Erfolg erzählt.
"
Brerr hilf deiner Tochter die Weisheit zu finden solche Unfälle beim nächsten Mal zu umgehen".

Eine lange Zeit verharrt ReKaSha noch schuldbewusst auf dem Plateau, bevor sie respektvoll das Haupt neigt und zurück zu den Feuern der Gemeinschaft stiefelt - wohl bemerkt in Schlangenlinien.
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ReKaSha
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Beitrag von ReKaSha »

Gedankenverloren saß die Rasharii an ihrem angestammten Platz auf dem Felsplateau und betrachtete nachdenklich die träge vor sich hin fließende Lava. Der Tag war lang gewesen und sie war gerade erst von der Jagd zurückgekehrt. Wie immer nach einem so erfolgreichen Nachmittag in den Höhlen hatte sie Ahamani der großen Mutter etwas mitgebracht um ihr zu danken. Die blauen Schuppen der Eisschlange glänzten in der Abendsonne und es hatte die ShoRa viel Anstrengung gekostet das Tier hier hinauf zu bringen. Etwas Blut von dem Tier hatte sie außerdem in einer kleinen Phiole gesammelt die sie nun zusammen mit etwas Wildkraut, einer kleinen Pfeife sowie ihren Talismanen bei sich trug. Ein Windstoß ließ die Schmucksteine zwischen ihren Hörnern leise klimpern. Dann richtete sie ihren Blick noch einmal auf das sich windende Tier zu ihren Füßen. Ihr war es zu warm hier das war sicher - so wie es ReKaSha in der Heimat der Schlange den eisigen Höhlen zu kalt war um nicht zu sagen viel zu kalt.
„
Ahamani, Mutter unseres Volkes“, begann ReKaSha ihr Gebet. „Diese Rasharii dankt für eine erfolgreiche Jagd und bringt hiermit ein kleines Opfer zu deinen Ehren.“ Kurz hielt sie inne als warte sie auf eine Antwort. Dann beförderte die Rasharii die Schlange mit überraschender Kraft und ein wenig Geschick direkt in den Lavastrom vor sich. Mit einem nicht minder behänden Satz nach hinten brachte sie sich vor der Lava in Sicherheit und kniete auf dem harten Felsboden nieder. Lautes Zischen und Brodeln erfüllte die kleine Schlucht. Erst einige Zeit nachdem dieses wieder abgeflaut war rührte sich ReKaSha.
Große Mutter, diese Rasharii fühlt sich geehrt, dass du ihre Gabe angenommen hast. Doch trotzdem muss ReKaSha gestehen, sie sorgt sich um ihre Schwester RashoAkun“, zögernd hielt sie inne als fiele es ihr schwer diese Bedenken zu äußern. „Sie ist krank...die Menschen nennen es ‚Erkaltung'.“, bei diesen Worten musste sie unweigerlich an den gestrigen Abend denken. Die Schwester hatte kraftlos ausgesehen und gehustet. Zwar hatte sie berichtet ein Menschen Weibchen habe sich um sie gekümmert, aber konnte man ihnen wirklich trauen? - Nii hatte ReKaSha für sich entschieden.!
Alle BrakNa ihres Volkes waren auf Reisen und so hatte ReKaSha ihren Bruder auf dem RashKirro angewiesen heißen Zwiebelsaft mit Honig zu kochen und ihn Schwester RashoAkun zu geben. Schlückchenweise sollte sie ihn trinken. All das hatte sie am ‚Hailerhaus‘ der Menschen, wie sie es nannten, gehört. Und es war zunächst das einzige gewesen, das ihr zu der Situation einfiel. Antisaptische Wirkung oder etwas in der Art hatte der BrakNa damals gesagt und auf den Honig gedeutet.
Außerdem hatte die Rasharii RashoAkun Ginsengwurzeln gegeben, diese sollte sie in kleinen Mengen einer Schüssel des heißen Wassers aus der Quelle des RaKun hinzufügen, den Kopf darüberlegen und tief einatmen. Hierbei handelte es sich jedoch nirr um ein ‚Hausmittel‘ der Menschen, sondern um einen Rat den die Letharen BrakNa Jexxe der Rasharii in der Lehrstunde zum Thema Heiltränke gegeben hatte.
Zuguterletzt hatte sie einen Trank nach hergestellt wie damals nach Jexxes Anweisungen: Äpfel mussten in sehr kleine Stücke geschnitten und schließlich in einem Verhältnis 1:2 mit Ginsengwurzeln vermengt werden. Dann fügte man etwa einen halben Krug Wasser hinzu und ließ beides aufkochen. Erst wenn es einen dickflüssigen Brei ergab galt es schnell zu handeln, die Masse vom Feuer zu nehmen und mit einem weiteren Krug Wasser zu ‚stracken‘ - oder so ähnlich war Jexxes Wortwahl hierfür gewesen. Dieser Trank sollte ihrer Schwester helfen, so hoffte zumindest ReKaSha.

Und nun....nun wollte sie etwas tun, das sie bereits vor Jahren bei einer BrakNa ihres Volkes hatte beobachten dürfen. Sicher- sie war keine BrakNa aber konnte Ahamani es ihr zürnen, wenn sie bloß versuchte ihrer Schwester zu helfen? Kurz entschlossen schüttelte sie den Kopf und griff nach den Knochentalismanen an ihrem Gürtel. Schon ihre Mutter und ihrer Mutter Mutter hatten sie bei sich getragen. Sie nahm die fünf verschieden geformten Knochen in die Hand und merkte deutlich wie diese zitterte. „
Ahamani....bitte große Mutter sag mir was ich tun kann um unsere Schwester wieder gesund zu machen?“. Dann drehte sie das Handgelenk und warf die Knochen schwungvoll, aber dennoch unbeholfen vor sich hin. Kurz dachte sie an die BrakNa bei der sie etwas ähnliches gesehen hatte zurück und füllte die Pfeife mit Wildkraut. - Das schmeckte schonmal nicht so schlecht wie es roch, dachte sie bei sich. Einen tiefen Zug später träufelte sie das in der Phiole enthaltene Blut der Opferschlange auf die vor ihr ausliegenden Knochen und versuchte sich nocheinmal an den genauen Wortlaut und die Körperhaltung der BrakNa zurück zu erinnern. Ihre Gedanken zusammen zu halten fiel ihr schwer unter dem Einfluss des Wildkrauts. Bunte Schellacs schienen vor ihren Augen‚ Tanz-Um-Das-Feuer‘ zu spielen und es dauerte eine ganze Weile bis sie sich sicher war. Erst dann begann sie zu singen:

Goldener Glanz im Abendlichte
Träume in der Mutter Glut
Ahamani, der wir verpflichtet
Lavaschein, der uns schenkt Mut.

Freudig wird ein Tag beendet
Hoffnungsvoll die Nacht beginnt
Tanzt die Flamme mit dem Winde
Abendlicht im Traum versinkt.


Dreimal wiederholte sie dieses Lied und starrte gebannt auf die Knochen vor sich. Formten sie ein Kark?......Aber das konnte nirr sein wie sollte denn ein Kark ihrer Schwester helfen.Verzweifelt ging sie einmal um die Knochen herum betrachtete sie von allen Seiten noch immer benebelt vom Wildkraut. War es.....sie kniff die Augen zusammen bis die Talismane beinahe vor ihren Augen verschwammen und legte dann den Kopf schief. Aus dieser Position sah es beinahe aus als bildeten sie ein Zeichen in der Schrift ihres Volkes.....das Zeichen für...BrakNa. Sie biss sich auf die Lippe und hätte weinen können. Sicher konnte eine wirkliche BrakNa helfen. Aber momentan konnte sie verglüht nochmal keine ihrer Schwestern erreichen.
Geknickt und benebelt räumte ReKaSha ihr Hab und Gut zusammen kniete sich zum Abschied nocheinmal auf den Fels, senkte die Hörner und ging unsicheren Schrittes davon.

Auf die Idee, dass mit diesem Zeichen ihre Bestimmung gemeint sein könnte kam sie nicht.
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ReKaSha
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Registriert: Sonntag 26. Juli 2015, 21:24

Beitrag von ReKaSha »

Mit zitternden Händen kniete ReKaSha vor der riesigen Statue Ahamanis. Die Luft des Tempels war nach wievor von dem süß-dufenden Rauch der verbrannten Kräuter erfüllt, die sie alle in einen beinahe Trance artigen Zustand versetzt hatten.
Gedanken verloren, den Blick gesenkt verharrte sie genau so, während die Erinnerungen an den Abend sie wie Traumfetzen umschwirrten.

"
Ich bin eine BrakNa...wirklich und wahrhaftig." Es laut zusagen gab ein Stück Sicherheit und Gewissheit, dass all dies tatsächlich Gesehen war, dass gerade sie tatsächlich dazu auserkoren war den ihr vorherbestimmten Weg zu verlassen und auf andere Art und Weise ihrem Volk zu dienen.

"
Ahamani Mutter unseres Volkes, begann sie, wie ihre Gebete stets begannen.

"
Deine Tochter RekaSha dankt Dir aus vollem Herzen für den neuen Weg, den du ihr aufgezeigt hast. "
Während sie dies sagte berührte sie mit den Fingerspitzen das Symbol aus Blut und Knochenmehl auf ihrem Haupt, dass sie mit ihren Geschwistern verbunden hatte und ihr, das Gefühl gegeben hatte mit allen eins mit ihnen allen zu sein. Sie war sich sogar sicher die schützende Hand der Göttin in diesem Moment so deutlich wie nie über ihnen allen gespürt zu haben.

"
Brerr schenke ihr die Kraft, den Mut und den klaren Kopf mit allen Herausforderungen, die noch kommen werden fertig zu werden. "

Einen kurzen Augenblick hielt sie inne und atmete nocheinmal die berauschenden Kräuter ein.

Erst einen Stundenlauf später verließ auch die frischgebackene BrakNa den Tempel. Voller Tatendrang ihre Kenntnisse anzuwenden und ihre neue Bestimmung zu erfüllen.
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