Alte Gewohnheiten sterben nur langsam, so sagt man.
So war es also kein Wunder das sich Alano kurz nach dem die ersten Berichte aus Bajard eintrafen und die ersten Gerüchte kursierten, zu seinem Zelt auf machte und alles zusammenraffte. Er war zu lange als käuflicher Krieger und Kopfgeldjäger durch die Lande gezogen um sich zu sehr an einem Ort heimisch zu fühlen oder gar sesshaft zu werden. Zu oft mußte er vor Feldherren flüchten, die meinten nicht bezahlen zu wollen, oder vor gehörnten Vätern und Ehemänner, die bemerkten, an welchem Honigtopf er sich vergriffen hatte.
So war das zusammenpacken seiner Habseligkeiten nur eine Sache von einigen Minuten und schon war er wieder aus dem Lager der Sturmkrähen in die Nacht entschwunden.
Ein Sturm zog auf, die verkündeten alle Vorzeichen. Aus welcher Wolkenfront der erste Blitz niederfahren würde war noch nicht abzusehen, aber er würde kommen ganz sicher, da vertraute Alano voll und ganz seinen Instinkten. Und wenn die ersten Böen über das Land rollten, dann würde eine Krähe mit ein willkommen Krächzen ihn unter ihre Flügel lassen und auf dem Sturm davon fliegen. Ein kurzer Abstecher beim Nest der jungen Krähe, dann würde dieser Sturmvogel dem Wind folgen und sich aufs Meer hinaus tragen lassen.
Aber zurücklassen würde er nichts, keine Spuren oder Nachschub. Verbrannte Erde, eine weitere wichtige Lektion die ein jeder Söldner zu lernen hatte und die er als letztes Andenken dem Schwarm hinterlassen würde.
Sturmwolken
-
Alano Kemen
Verbrannte Erde
Einige Tage hatte er sich versteckt und abgewartet. Wieder es sich vorgenommen hatte, hatte er den kleinen Wildfang aufgesucht und ihr von seinen Plänen berichtet. Damals hatte sie verkündet, daß das Söldnerleben nichts für sie sei. Aber er wäre gewillt gewesen, sie mit in die Fremde zu nehmen. Er konnte sie damals gut verstehen. Auch er hatte sich mit unter nicht wohl gefühlt in den Reihen der Söldner, war ihm das ständige Treiben doch zu viel. Nun würde er wieder alleine durch die Welt reisen, nur diesmal würde die See seine Braut sein und nicht mehr die Straße.
Aber es galt ein letztes stummes Versprechen einzulösen, ehe sein Schiff den Hafen von Bajard verlassen würde.
So begab er sich in den frühen Morgenstunden zum Lagerplatz der Sturmkrähen.
So früh lag das Lager wie verlassen da. Entweder würden die Söldner noch ihren Rasuch von letzter Nacht ausschlafen, oder sie waren bereits wieder auf den Beinen und in Bajard oder anderswo unterwegs.
Kurz blickte er sich um, ehe er die Lampe, die über dem Zelteingang hing, vom Haken nahm. Grob verteile er das Lampenöl über dem nassen Stoff.
Einen Moment zögerte er, die brennende Fackel unschlüssig in der Hand haltend
Hinterlasse dein Lager stets so, das kein Nachfolger davon profitieren kann, verwische stets all deine Spuren. Das waren die offensichtlichen Beweggründe, warum er seine Heimstätte der letzten Monde den Flammen übergeben wollte.
Aber da war noch etwas anderes, eine Last in seiner Brust, die er in den Flammen hoffte zu verbrennen. Viele Erwartungen hatte er damals in die Sturmkrähen gesteckt. Er hatte gehofft die Freiheit seiner bisherigen Lebensweise nicht ein büßen zu müssen und obendrein noch die Stärke der Gemeinschaft zu finden. Aber seine Erwartungen wurden enttäuscht.
Nun sollten seine Enttäuschungen und alle Bürden die er auf sich genommen hatte um die Krähen durch die zahlreichen Stürme zu geleiten, hiermit endgültig verbrennen. Die Flammen sollten alle Stricke auflösen, die diese Krähe einst an den Schwarm gebunden hatten.
Nur kurz währte sein Zögern, dann warf er die Fackel. Begleiten von Zischen und Knistern fraßen sich die Flammen gierig in den feuchten Stoff und bald loderten die Flammen hell auf.
Mit jeder Bahn Stoff die in Flammen aufging, fühlte er wie die Last von seinem Herzen wich.
Selbst das Misstrauen und Gezeter, der sich ohne das es ihn etwas anging in seinen Abschied einmischte, vermochte die Erleichterung nicht zu trüben. Seine Worte waren eh vollkommen ohne Belang. Die Krähen würden wissen und wohl auch verstehen, wer dies getan hat und er hatte nicht vor in naher Zeit wieder einen Fuß auf Gerimor zu setzen.
Kurze Zeit später stand er am Hafen und verfolgte das Treiben, das dem Ablegen des Schiffes vorausging. In wenigen Minuten würden sie in See stechen und dann würde aus der Krähe wahrlich ein Sturmvogel werden. Dann kam der Ruf des Kapitäns und er schulterte sein Bündel um an Bord zu gehen. Sein Blick schweifte zurück über den Steg und hielt Ausschau. Würde der Wildfang vielleicht doch noch seiner Einladung und dem Ruf des Meeres folgen.
Aber es galt ein letztes stummes Versprechen einzulösen, ehe sein Schiff den Hafen von Bajard verlassen würde.
So begab er sich in den frühen Morgenstunden zum Lagerplatz der Sturmkrähen.
So früh lag das Lager wie verlassen da. Entweder würden die Söldner noch ihren Rasuch von letzter Nacht ausschlafen, oder sie waren bereits wieder auf den Beinen und in Bajard oder anderswo unterwegs.
Kurz blickte er sich um, ehe er die Lampe, die über dem Zelteingang hing, vom Haken nahm. Grob verteile er das Lampenöl über dem nassen Stoff.
Einen Moment zögerte er, die brennende Fackel unschlüssig in der Hand haltend
Hinterlasse dein Lager stets so, das kein Nachfolger davon profitieren kann, verwische stets all deine Spuren. Das waren die offensichtlichen Beweggründe, warum er seine Heimstätte der letzten Monde den Flammen übergeben wollte.
Aber da war noch etwas anderes, eine Last in seiner Brust, die er in den Flammen hoffte zu verbrennen. Viele Erwartungen hatte er damals in die Sturmkrähen gesteckt. Er hatte gehofft die Freiheit seiner bisherigen Lebensweise nicht ein büßen zu müssen und obendrein noch die Stärke der Gemeinschaft zu finden. Aber seine Erwartungen wurden enttäuscht.
Nun sollten seine Enttäuschungen und alle Bürden die er auf sich genommen hatte um die Krähen durch die zahlreichen Stürme zu geleiten, hiermit endgültig verbrennen. Die Flammen sollten alle Stricke auflösen, die diese Krähe einst an den Schwarm gebunden hatten.
Nur kurz währte sein Zögern, dann warf er die Fackel. Begleiten von Zischen und Knistern fraßen sich die Flammen gierig in den feuchten Stoff und bald loderten die Flammen hell auf.
Mit jeder Bahn Stoff die in Flammen aufging, fühlte er wie die Last von seinem Herzen wich.
Selbst das Misstrauen und Gezeter, der sich ohne das es ihn etwas anging in seinen Abschied einmischte, vermochte die Erleichterung nicht zu trüben. Seine Worte waren eh vollkommen ohne Belang. Die Krähen würden wissen und wohl auch verstehen, wer dies getan hat und er hatte nicht vor in naher Zeit wieder einen Fuß auf Gerimor zu setzen.
Kurze Zeit später stand er am Hafen und verfolgte das Treiben, das dem Ablegen des Schiffes vorausging. In wenigen Minuten würden sie in See stechen und dann würde aus der Krähe wahrlich ein Sturmvogel werden. Dann kam der Ruf des Kapitäns und er schulterte sein Bündel um an Bord zu gehen. Sein Blick schweifte zurück über den Steg und hielt Ausschau. Würde der Wildfang vielleicht doch noch seiner Einladung und dem Ruf des Meeres folgen.