Alatars auserwählte Kinder – Die Letharen

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Xen'draxol

Alatars auserwählte Kinder – Die Letharen

Beitrag von Xen'draxol »

Niedergeschrieben im Jahre 201 n. d. g. Bk. Von Studius Detmoldt Erassius Hierei Thaler

Einleitung

Auf meiner Reise durch die Höhlen um sie zu kartographieren und die seltene Flora des fluoreszierenden Großblattsporenmooses zu untersuchen geschah ein Unglück. Es kostete fünf meiner Reisebegleiter das Leben, trotzdem kann es von mir im nach hinein nur als Alatars Fügung beschrieben werden. Während eines Bebens brachen wir durch eine Felsspalte im Boden ein. Nach einem schier endlos wirkenden Sturz, den ich als Einziger an einer Stelle in jenem unterirdischen See beendete, an der keine Stalagmiten unter der Wasseroberfläche lauerten. Als ich am Ufer dieses Sees zu mir kam, fand ich mich umzingelt von einer Gruppe junger Letharen. Da diese offenkundig nichts mit mir anzufangen wussten, gleichwohl mich aber für zu wichtig erachteten um mich zu töten, wurde ich in Ihren Unterschlupf, ihr Axorn gebracht. Auch wenn diese Begebenheit mich leider davon abbrachte das fluoreszierende Großblattsporenmoos weiter zu untersuchen, wurde mir doch ein Einblick in die letharische Kultur gewährt, den ich meinen geneigten Lesern im Weiteren nicht vorenthalten möchte.

Kapitel 1 Das Erwachen

Bei allen Lebewesen, die ich in meiner langen Studienzeit erforscht habe, gab es einen Moment der mütterlichen Vorsorge. Eine Zeit im Leben dieser jungen unbeholfenen Geschöpfe in der sie von dem Weibchen das sie über so lange Zeit in sich getragen hatte beschützt und gehegt wurden. So nicht bei den Letharen, in dieser nach Perfektion ausgerichteten Gesellschaft, war es die Mutter, die das erste Urteil über das Leben eines jungen Letharen fällte. Erfüllte dieses junge Geschöpf den Anspruch auf Perfektion seiner Mutter nicht, so wurde es bereits nach der Geburt getötet. Wie man mir erklärte sollte so die Essenz, die von ihrem Vater geschickt worden war, aber keine Hülle gefunden hatte, die ihrer würdig war. Direkt zurück zu ihrem Vater geleitet werden, bis ein neuer Körper für sie bereit stand. So erlebte ich, wie aus einem Wurf nur jedes zweite oder sogar dritte Kind seinen Weg in eine Brutstätte fand.

In den Brutstätten wurden die Letharen ihren Fortschritten nach in kleineren Gruppen zusammengefasst. Ein Weibchen kümmerte sich in den Brutstätten um die Gruppen, brachte ihnen mit einer Geduld, die ich nun nicht mehr erwartet hätte, bei ihren Körper zu beherrschen. Während meiner Beobachtungen gesellten sich auch wechselnd immer andere Letharen zu den Gruppen, testeten und probierten ihre Geschicke aus.

Kapitel 2 Die Schulung

Sobald die Geschicke der jungen Letharen ein Maß erreichten, von wo an sie weiter ausgebildet werden konnten, wurden diese aus der Brutstätte geholt und man begann sie im Kampf zu schulen. Ab diesem Moment wurde ihnen ebenfalls sehr deutlich gemacht wo ihr Stand in der ständigen Hierarchie der Letharen war. Nämlich ganz unten. Wir Menschen beginnen den Wert eines Kindes zu messen, wenn dieses kurz vor dem erwachsen werden steht. Die Letharen beginnen damit wenn ihre Kinder laufen können.

So wurden die jungen Lehtaren im Nahkampf geschult, ohne Rücksicht wurde das Feuer in ihnen entfacht. Die zügellose Flamme des Hasses wurde in ihre Augen gesät. Auf jeden Hieb der fehl ging folgte Bestrafung, sie sollten niemals erwarten etwas geschenkt zu bekommen. Nur wer sich als würdig erwies erlangte höhere Ausbildung. So beobachtete ich wie die Gruppe, die ich aus der Brutstätte in die Schulung habe gehen sehen, immer kleiner und kleiner wurde. Bis auch hier nur noch eine Hand voll Letharen übrig waren. Blutig, geschunden, halb verhungert und von der enormen Gewalt ihrer bisherigen Ausbildung gezeichnet wurden die Jungen Letharen in Disziplin und Gehorsam geformt. Unablässig geprüft bis sie ein Alter erreichten, ab dem sich ihr zukünftiger Weg aus den kleinen Gruppen heraus führte.

Kapitel 3 Die Reife

In den Jahren ihrer Jugend, schon fast ein ganzes Menschenleben, sollten die jungen Letharen nun den Grundstock an Fertigkeiten, der ihnen vermittelt wurde erweitern und reifen lassen. Ab diesem Zeitpunkt begannen die höheren Letharen erstmals auch nur den Funken von Interesse für den Nachwuchs zu entwickeln. Einzelne Exemplare wurden von ihnen rausgepickt, geprüft und wenn sie für würdig empfunden wurden in weiteres Wissen eingeweiht. Nach und nach schrumpften so auch die Gruppen, die sich durch einen gleichen Stand an Wissen, Fertigkeiten und Geschick geformt hatten und es entstanden neue Gruppen. Gruppen gleicher Bestimmung, sie teilten sich auf in Kämpfer, Handwerker, Magier und jene die den direkten Worten ihres Vaters lauschten.

Kapitel 4 Der Auszug

Am Ende der Ausbildung im Axorn in der Tiefe stand eine letzte Prüfung. Die jungen Letharen wurden nur mit einer Waffe ausgestattet, die ihren Fertigkeiten entsprach, ausgesetzt. In einer der tiefen Höhlen, nur mit einem Auftrag, einen Weg an die Oberfläche zu finden und sich dort dem Axorn und dem Kampf gegen die Ketzer anzuschließen. Ein Letharf der den Weg kannte brachte mich ebenfalls an die Oberfläche, damit ich beobachten konnte wie sich diese letzte Prüfung entwickelte. Von den fünf ausgeschickten Letharen kamen zwei an der Oberfläche an.

Epilog

Nach eingehender Studie der Letharen, bleibe ich an der Oberfläche zurück, um meine Schriften zu vervollständigen und zu diesem Werk zusammen zu fassen. Mir steht über die Lebensweise der Letharen kein Urteil zu, doch muss ich nach reichlicher Überlegung anerkennen, dass diese Wenigen, die es an die Oberfläche geschafft haben und dieser Kinderschule entsprungen sind und sie überlebt haben, meinen Respekt verdient haben. Und wenn ein Neigen des Hauptes in stummem Respekt dies zollen kann, neige ich mein Haupt gerne. Keiner von uns die wir hier an der Oberfläche im Sonnenlicht aufwachsen, kann nachvollziehen was ein Letharf zu erleiden hatte auf seinem Pfad zur Perfektion. Dieser führt im Axorn in den Tiefen nur allzu gerne an scharfen Klingen und Schlimmeren vorüber.
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