Ein Königreich für ein Pferd

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Fidelias Erlengrund

Ein Königreich für ein Pferd

Beitrag von Fidelias Erlengrund »

  • Ein Pferd! Ein Pferd! Ein Königreich für ein Pferd!
    William Shakespeare
Rache war ja bekanntlich Blutwurst. Und wer ließ sich schon gern nachsagen, er nähme einen Klepper mit ins Bett? Niemand. Aus der verbalen Balgerei heraus zog ein Jägersmann los, suchte und wurde fündig. Der neue treue Freund war gerade mal groß bis zur Hüfte und würde vermutlich als Blutwurst enden, aber dafür war er auch alt genug, konnte kaum noch laufen auf seinen vier Stacksen und hätte es eh verdient das zeitliche zu segnen nach Jahren der harten Arbeit.

„Kriegst dein Gnadenbrot, mein Guter. Tust noch eine letzte feine Tat in deinem Leben, dann darfst das Jenseits aufsuchen. Grüß all deine Stütchen und Fohlen von mir dort, die den Weg vor dir schon geschafft haben.“

Kaum ausgesprochen wurde das Haus des Opfers aufgesucht und mit wenig Können, aber viel Gewalt, das Schloss geöffnet und der Gaul hinein gezogen in die gute Stube. Der Weg führte ins Schlafgemach, wo der kleine Gaul stehen gelassen wurde, ein Säckchen Hafer als Lockmittel vor dem Maul. Danach machte sich der Jägersmann wieder still und heimlich davon, schloss die Türe sorgsam und gewann Land.

Der Moment war gut gewählt gewesen, ausgelotet, der Hausherr nicht daheim, so wie es sich gehörte, wenn ein Streich gelingen sollte. Blieb zu hoffen, dass der arme kleine Klepper, nicht noch Äpfelchen verteilte. Wobei… verdient war verdient! Gehässig, denn im Schlafzimmer die Fenster zu öffnen, bedeutete Landunter.
Da kam ihm dann doch mal ein leises dreckiges Lachen über die Lippen.
„Weh dem, der den Jägersmann zu sehr ärgert! Könnten Gerüchte sich in Wahrheit umschlagen! Aber nicht für den Jägersmann, sondern für den Übelschwätzer!“
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