Der frische Frühlingswind wehte ihr um die leichte Stupsnase und grinsend ließ sie es sich gefallen. Er wirbelte das hellbraune Haar mit dem matten Rotstich durcheinander und pustete frech den Kohlestaub von ihrer Haut.
Sie war hier so unglaublich richtig und das spürte sie erneut, als sie mit einem übertrieben tiefen Zug die noch kühle Luft einsog. Irgendwo schmetterte ein Vogel sein erstes Balzlied und imponierte damit auch dem jungen, burschikos breitbeinig vor der Mine stehendem Ding, welches die Hände tief in die Taschen stemmte und mit Begeisterung Leben, Licht und Stärke tankte.
Die Leute hier waren freundlich und auch wenn sie noch keinen Lehrmeister gefunden hatte, so war sie sich doch ihrer Sache deutlich sicher.
Es war einfach Frühling, sie spürte den neuen Wind und wenn das Alte vergehen konnte, so war es ihrer Meinung nach die rechte Zeit für Veränderungen!
Aufjauchzend griff sie nach dem feinen Hammer und der hellen Zange. Noch vier Schlüssel wollte sie fertigen und dann den Tag vorerst getrost genießen!
Frischer Aufwind- Veränderungen
-
Una Llastobhar
"Auch wenn sie oft zerbrechlich wirkt, schlägt in ihr das Herz einer Kriegerin. Voller Mut und Aufopferungsgabe.... manchmal muss man über den eigenen Schatten springen. Ob man will oder nicht..."
Wieder hatte sie nur mäßig Schlaf gefunden, sich in Alpträumen verstrickt in welchen Reika blutüberströmt neben einigen leblos hierniederliegenden Wachen zusammenbrach... eine der Wachen war eine Frau mit dunklem, langem Haar. Ein Hund jaulte schrill auf und hinter ihr plärrte eine gesichtslose Meute immer wieder die gleichen, fordernden Phrasen:
"Brenne, Hexe. Stirb Teufelsweib... brenne, brenne lichterloh!"
Feuer umfasste sie und sie spürte die Hitze, welche in Form kleiner Flammen gierig nach der blassen, zarten Haut leckte. Verzweifelt versuchte sie sich aus dem Scheiterhaufeninferno herauszuarbeiten, doch etwas hiel sie fest und blockierte ihre Gedanken. Kein Kontakt zum Lied erwachte und der Schmerz, als das Feuer ihr schneefarbenes Haar ergriff ließ das Mädchen gellend aufschreien. Ihr Ruf vermischte sich mit den schrillen Forderungen nach dem Tod der Hexe, ihrem Tod.
"Meinen Glückwunsch zur bestandenen Magaprüfung.... Nichte!"
Mit einem Aufkeuchen saß sie im Bett und starrte nach Luft schnappend gen Zimmerwand. Das nun nachtfarben verdunkelte Holz-Steingemisch beruhigte sie ebenso, wie Viljos regelmäßige Atemzüge, welche von seiner Schlafstätte am anderen Ende des Gastzimmers herüberzogen. Einen Moment lang verspürte sie den Drang einer kleinmädchenhaften Angewohnheit nachzugeben und durch das Zimmer zu huschen um sich bei ihrem großen Bruder zu verstecken. Doch sie verharrte in der Sitzposition und zog lediglich die Knie näher an den schmächtigen, kleinen Körper.
Ehe sie sich versah, ließ sie den Traum schon Revue passieren und vermischte ihn mit den Begebenheiten der letzten Tage. Namen klangen in ihren Ohren nach und zeigten deutlich das ein oder andere Portrait einer der Personen, welche das Mädchen aus völlig verschiedenen Gründen so enorm beschäftigten.
Alleen, Reika, Ronya, Shanna... er
Schwäche überflutete sie und mit leisem Wimmern lehnte sie die Stirn an die eigenen Knie, nun endgültig zusammengerollt wie ein Kleinkind.
Sie war unfähig, zu jung, ein Mädchen, zu schwach...
Für wenige Momente gab sie sich einer Mischung aus herzlichem Selbstmitleid und Kraftlosigkeit hin. Schien darin geradezu aufzugehen, bis sie wie ein Schlag ins Gesicht einige, gesprochene Worte trafen.
Am gestrigen Abend, vor wenigen Stunden erst hatte man sie gesprochen, nachdem der doch so schöne Abend mit dem Hochgelehrten von Gryffenhorst, Finja und dem jungen, netten Herrn Feoras sowie auch Viljo ein Ende gefunden hatte. Vom Pferd herab hatte die Sprecherin sanft diese Worte gewählt um Shanna mit voller Liebe zu beschreiben.
Unwohl hatte sie sich kurz gefühlt, als all das ausgesprochen wurde und jetzt, ja jetzt erst, begriff sie warum.
Shanna war nur wenig älter als sie, ein ebenso sanftes und körperlich nicht gerade kräftiges Geschöpft, dennoch konnte sie resolut, kühl, stark und sogar eine Stütze für andere sein. Una hingegen brauchte Stützen und ließ sich dennoch hängen.
Langsam erhob sich das Mädchen und ging zum Fenster, hinter welchem sie sich so lange versteckt hatte...
... als Viljo am Morgen erwachte, schien die schon wärmende Frühlingssonne in den Raum, Vögel zwitscherten und seine kleine Schwester saß trotz der beinahe panischen Höhenangst auf dem Fensterbrett, ließ die halbnackten, bleichen Beine baumeln und lächelte ihm seltsam ruhig entgegen.
"Es wird Frühling, Bruderherz... und der frische Wind bringt stets Veränderungen!"
Wieder hatte sie nur mäßig Schlaf gefunden, sich in Alpträumen verstrickt in welchen Reika blutüberströmt neben einigen leblos hierniederliegenden Wachen zusammenbrach... eine der Wachen war eine Frau mit dunklem, langem Haar. Ein Hund jaulte schrill auf und hinter ihr plärrte eine gesichtslose Meute immer wieder die gleichen, fordernden Phrasen:
"Brenne, Hexe. Stirb Teufelsweib... brenne, brenne lichterloh!"
Feuer umfasste sie und sie spürte die Hitze, welche in Form kleiner Flammen gierig nach der blassen, zarten Haut leckte. Verzweifelt versuchte sie sich aus dem Scheiterhaufeninferno herauszuarbeiten, doch etwas hiel sie fest und blockierte ihre Gedanken. Kein Kontakt zum Lied erwachte und der Schmerz, als das Feuer ihr schneefarbenes Haar ergriff ließ das Mädchen gellend aufschreien. Ihr Ruf vermischte sich mit den schrillen Forderungen nach dem Tod der Hexe, ihrem Tod.
"Meinen Glückwunsch zur bestandenen Magaprüfung.... Nichte!"
Mit einem Aufkeuchen saß sie im Bett und starrte nach Luft schnappend gen Zimmerwand. Das nun nachtfarben verdunkelte Holz-Steingemisch beruhigte sie ebenso, wie Viljos regelmäßige Atemzüge, welche von seiner Schlafstätte am anderen Ende des Gastzimmers herüberzogen. Einen Moment lang verspürte sie den Drang einer kleinmädchenhaften Angewohnheit nachzugeben und durch das Zimmer zu huschen um sich bei ihrem großen Bruder zu verstecken. Doch sie verharrte in der Sitzposition und zog lediglich die Knie näher an den schmächtigen, kleinen Körper.
Ehe sie sich versah, ließ sie den Traum schon Revue passieren und vermischte ihn mit den Begebenheiten der letzten Tage. Namen klangen in ihren Ohren nach und zeigten deutlich das ein oder andere Portrait einer der Personen, welche das Mädchen aus völlig verschiedenen Gründen so enorm beschäftigten.
Alleen, Reika, Ronya, Shanna... er
Schwäche überflutete sie und mit leisem Wimmern lehnte sie die Stirn an die eigenen Knie, nun endgültig zusammengerollt wie ein Kleinkind.
Sie war unfähig, zu jung, ein Mädchen, zu schwach...
Für wenige Momente gab sie sich einer Mischung aus herzlichem Selbstmitleid und Kraftlosigkeit hin. Schien darin geradezu aufzugehen, bis sie wie ein Schlag ins Gesicht einige, gesprochene Worte trafen.
Am gestrigen Abend, vor wenigen Stunden erst hatte man sie gesprochen, nachdem der doch so schöne Abend mit dem Hochgelehrten von Gryffenhorst, Finja und dem jungen, netten Herrn Feoras sowie auch Viljo ein Ende gefunden hatte. Vom Pferd herab hatte die Sprecherin sanft diese Worte gewählt um Shanna mit voller Liebe zu beschreiben.
Unwohl hatte sie sich kurz gefühlt, als all das ausgesprochen wurde und jetzt, ja jetzt erst, begriff sie warum.
Shanna war nur wenig älter als sie, ein ebenso sanftes und körperlich nicht gerade kräftiges Geschöpft, dennoch konnte sie resolut, kühl, stark und sogar eine Stütze für andere sein. Una hingegen brauchte Stützen und ließ sich dennoch hängen.
Langsam erhob sich das Mädchen und ging zum Fenster, hinter welchem sie sich so lange versteckt hatte...
... als Viljo am Morgen erwachte, schien die schon wärmende Frühlingssonne in den Raum, Vögel zwitscherten und seine kleine Schwester saß trotz der beinahe panischen Höhenangst auf dem Fensterbrett, ließ die halbnackten, bleichen Beine baumeln und lächelte ihm seltsam ruhig entgegen.
"Es wird Frühling, Bruderherz... und der frische Wind bringt stets Veränderungen!"